1863 (64 Briefe)

340. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Januar 1863>

So bin ich denn nun wieder in dem gewöhnlichen Fahrgleis; indessen es will noch gar nicht vorwärts gehen, zum Arbeiten habe ich gegenwärtig noch wenig Lust und Ausdauer. Auch körperlich ist es mir nicht zu angenehm; ich schlafe nicht gut und bin zum Arbeiten nicht ruhig genug. Kannst du mir nicht etwas Brausepulver schicken? Sende mir überhaupt nächstens die Kiste mit Wäsche, insbesondere Hemden. Jetzt übrigens keine Stolle zu haben vermisse ich sehr, da alle welche haben.

Diese Ferien waren doch sehr nett von Anfang bis zu Ende und ich danke euch allen recht für eure Liebe und Freundlichkeit.

Meinen Rock übersendet mir ja recht bald, es fehlt mir sehr daran. Es wird nun doch wieder nöthig sein, einen neuen Tutor zu suchen, da Dr. Heinze doch ganz wahrscheinlich nach Oldenburg kommt. Er wurde Sonnabend durch ein Telegramm dorthin gerufen, um sich vorzustellen. Die Stelle hat 1000 Thaler und nach drei Jahren für jedes Jahr seines Lebens als Pension 600 Thl. Also nicht zu verachten!

Schreibe mir, an welchen Lehrer Du denkst? Peter nicht; vielleicht Korssen oder Koberstein, oder Kern oder Volkmann. Von den andern aber ja niemand.

Herzliche Grüße.
Dein Fritz.

341. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforta am 12 Januar 1863morgens.

Liebe Tante.

Leider fällt auf Deinen lieben Geburtstag keiner meiner Spaziergänge, und ich kann deshalb nicht im Kreise aller Glückwünschenden dies schöne Fest feiern. Sei es mir darum vergönnt, in einigen Zeilen das auszusprechen, was ich von guten Wünschen für dich in meinem Herzen hege. Du hast mir immer so viel Liebe erwiesen; noch das letzte Weihnachten legt Zeugniß von dieser Liebe ab, die gern und mit vollen Händen giebt und die immer sorgt, ob es mir wohl geht, und immer bedacht ist, was mir noch fehle. Für diese Liebe zu danken und in schwachen Worten die Herzenswünsche auszudrücken, durch die ich einzig meine Dankbarkeit erzeigen kann, ist darum immer und an Tagen wie heute besonders eine meiner ersten und liebsten Pflichten gewesen; und mehr noch als diese wenigen Worte sagen können, magst Du mir selbst in meiner Seele lesen, liebe Tante!

Was soll ich nun noch alles aufzählen, was unserm kurzsichtigen Ermessen als wünschenswerth erscheint; alles, was Deine Seele erfreut und das Leben schmückt, ist mehr ein innerlicher Segen als ein äußerlich Gut, das hinfällig und vergänglich ist. Das aber wünsche ich Dir, daß nach Jahresfrist Du ein glückliches, herzerwärmendes Jahr wieder zu der Zahl der vergangnen hinzulegst und gestärkt in Herz und Muth die Zukunft als ein Geschenk hinnimmst, das nur erquickend und voller Segen sein kann.

Lebe recht wohl und glücklich!

Fritz.

342. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Februar 1863>

Liebe Mamma.

Nachdem meine Schuhexpedition gestern ziemlich resultatlos verlaufen war, bin ich auf dem Hinwege nach Pforta noch in Almrich eingesprungen, um noch Abschied von einem Primaner zu nehmen, den das Mißgeschick getroffen hatte geschaßt zu werden. Ziemlich die ganze Prima war zugegen, denn der Arme war allgemein sehr beliebt; der Abschied war natürlich sehr traurig. —

In Pforta brachte mir der Schneider meinen Anzug; er scheint leidlich zu passen. Den Rock hat er noch einmal mitgenommen. Heute nach Mittag ist wieder eine große Probe im Turnsaal, die Sache ist ziemlich langweilig. Ich freue mich indessen nicht wenig auf die Fastnachtstage; ich gedenke sie in Pforta möglichst lustig zu verleben, man kommt doch einmal auf eine kurze Zeit aus dem ewigen Trott heraus; Tag für Tag geht das so langweilig hin; wenn nur die Osterferi<e>n bald da wären! Mit Heinze habe ich im Betreff Kletschkens gesprochen, das Gespräch war sehr kurz und kühl „Sie sind ja nur noch anderthalb Jahr da“ sagte er.

Heinze ist übrigens Oldenburgscher Professor geworden, aber jetzt noch nicht so zu titulieren, sondern erst von dem Tage seines Aufenthalts in Oldenburg an. Auch eine Direktorstelle an einem preuß. Gymnasium ist ihm angetragen worden, die er natürlich ausgeschlagen. — Orden zum Kotillon und Tanzkarten sind natürlich schon bestellt, ich denke, die Sache soll nicht ungemüthlich werden.

Der Zweck meines Briefes ist übrigens, vor allem dich um Geld zu bitten für Fastnachten, ich bin abgebrannt wie eine Kirchenmaus und doch in der dringenden Lage, Geld, möglichst viel Geld zu brauchen. Meine Zeitungen habe ich auch noch zu bezahlen. Thue ein Uebriges, liebe Mamma und übersende mir irgend einen kleinen Wechsel und hilf mir und meiner Kasse wieder auf die Beine. Auch bei Eisentraut habe ich noch einiges zu bezahlen. Also wie viel ich brauche, wird dir klar sein. Einen Thaler habe ich ja so noch von Weihnachten her bei dir liegen. Lege noch einen hinzu und ich bin sehr zufrieden.

Dein Fritz.

Uebersende das Geld mit den Strümpfen, Weste, Slips. Viele Grüße an Lisbeth und den Onkel.

343. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Eilenburg

Pforta am 1 März 1863.

Liebe Mamma!

Nachdem ich am vorigen Sonntag, ohne eine Ahnung davon zu haben, daß ihr verreist seid, nach Naumburg gegangen war und nur den Onkel zu Hause getroffen, habe ich Tag für Tag auf einen Brief von dir gewartet, den ich auch Freitag Nachmittag zu meiner großen Freude bekam. Es scheint euch ja sehr wohl zu gehn; ich wäre selbst am liebsten mit in Eilenburg, wo ich so lange nicht gewesen bin. Nun weiß ich nicht einmal, wie ihr euch in Pforte amüsirt habt; Der Ball kam mir im Allgemeinen ziemlich gemüthlich, nur etwas langweilig vor. die Obersecundaner haben nach meiner und aller Meinung famos gespielt und unser Spiel ist etwas dagegen abgefallen. Das Hauptverdienst ist in jeder Weise Meyer zu zuschreiben, der die ganze Geschichte geleitet hat. — Wir haben die Zeit jetzt ungewöhnlich viel zu thun. Ueberall Repetitionen, da das Ende des Semesters nahe ist. Wird denn Lisbeth am Königsgeburtstagsball theilnehmen? —

Das Ereigniß dieser Tage ist, daß Meyer zu unserm größten Leide relegiert worden ist und zwar wegen eines Prello nach Almrich, das er mit meheren meiner Bekannten unternahm, aber auf dem Rückweg von meheren Lehrern gefaßt wurde. Um so mehr thut uns dies wehe, als Meyer in dem letzten halben Jahr sehr gut bei den Lehrern stand und sich selbst sehr anstrengte. Es sind auch von den Lehrern alle mögliche Maßregeln getroffen worden ihn zurückzuhalten, aber einige erschwerende Umstände verhinderten dies. die letzten Tage seines Aufenthaltes leben wir nun ganz noch zusammen, von allen Seiten werden ihm Beweise der Liebe und Anhänglichkeit zu Theil; denn er wird von allen, die ihn näher kennen, sehr hoch geschätzt. Dieser Sonnabend, wo die Synode war, und wir in der größten Aufregung, war entschieden der traurigste Tag, den ich in Pforte verlebt. Sein ferneres Geschick ist nun äußerst zweifelhaft, da er gar keine Mittel hat. —

Ich erwarte sehnlichst eure Ankunft; grüßt meine lieben Eilenburger Verwandten vielemal von mir!

Lebt recht wohl!

Fritz.

344. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 8. März 1863>Sonntag, Abend.

Liebe Mamma!

Sehr angenehm, daß ihr glücklich wieder angekommen seid und mir sicherlich viel zu erzählen haben werdet. Um so mehr that es mir leid, daß ich heute ob des schlechten Wetters nicht nach Naumburg kommen konnte. Denn ich hätte euch auch etwas angenehmes zu erzählen gehabt; daß ich nämlich seit gestern zum Famulus von H. Pred. Kletschke ernannt worden bin; er läßt sich dir vielemal empfehlen. Da er jetzt übrigens gerade die Inspektionswoche hat, so bin ich heute und diese ganze Woche in voller Amtsthätigkeit; daß ich mich an ihn empfehlen lasse, ist mir nun ganz gewiß.

Bewerkstelligen wir also nächsten Sonntag eine Zusammenkunft in Almrich; mit diesem Tag beginnt unsre Examenzeit. Diese acht Tage sind noch sehr schwierig und unbequem. Unsre Osterferien sind übrigens gekürzt; fast weiß ich nicht, ob ich überhaupt verreise. Sie dauern von Mittwoch vor dem Fest bis Mittwoch nach dem Fest, also 8 Tage. Sollte ich bis dahin in irgend eine größere Arbeit hineingerathen, so werde ich wohl diesmal hier bleiben und arbeiten, besonders da der H. Rektor diese Zeit als besonders geeignet für Privatlektüre empfohlen hat.

Indessen zieht mir die Sehnsucht auch sehr wieder nach Naumburg; schreibt mir eure Ansichten darüber.

An H. Kletschke schreibst du wohl einen Dankesbrief mit einigen Worten über deinen Wunsch, daß ich mich an ihn empfehlen lasse. Den Brief schicke an mich, das Weitere werde ich dann abmachen.

Wie geht es denn dem lieben Onkel? Lisbeth ist mir noch viel zu erzählen schuldig. Schreibt alle recht bald und lebt wohl!

Fritz.

345. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 31. März 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, seinen Schrank reparieren zu lassen.

Stube IX, Schrank V.

346. An Hermann Kletschke in Pforta (Formular)

Pforta, den 10 April 1863

Der Alumnus Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich folgende Bücher verschreiben zu lassen:

Thucydides, ed. Krüger.

347. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte, 10. Apr. 63.

Nietzsche bittet um 5 Srg. Portogeld.

348. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. April 1863>

Liebe Mamma!

Neulich Abends bin ich glücklich nach Pforta gekommen, ohne angefallen zu werden oder in den Graben zu fallen oder mich zu verlaufen, ob ich schon allein gieng. Bekam am andern Morgen zu rechter Zeit alles, außer Kamm; es wäre mir übrigens etwas Eßbares wie Wurst oder dergleichen höchst erwünscht. Genug!

Es geht mir wohl wie euch hoffentlich; meine Jungens sind angekommen, heißen Backs und Redtel, also für Onkel Theobald alte Bekannte, mir recht angenehm. Hr. Pastor ebenfalls sehr froh; mein Mittlerer ist Arndt.

Ich habe viel über den lieben Onkel erzählt, Hr. P<astor> wird sehr bald schreiben. — Richard ist nach Quarta in die untern Regionen versetzt.

Falls die Plauener kommen oder da sein sollten — wendet doch alle Maschinen an, sie heraus zu bewegen.

Jetzt war wieder Hrr Past. da mit den beiden Jungens, die nun an meinem Tisch bleiben; ich habe ihnen verschiedenes besorgt.

Sie scheinen gefällig und bildsam zu sein. — Waren die Ferien nicht niedlich? Wir haben sie wohl genossen. Das Arbeiten gefällt mir wieder gut.

Morgen fangen die Lektionen an.

Ob wir uns Sonntags sehn? Ich habe noch bei Domrich Einiges abzumachen.

Nun lebt recht wohl! Denkt allesammt oft an mich.

Fritz

349. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 11 Apr. 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich 6 Schreibhefte und Gänsefedern anzuschaffen.

350. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. April 1863>Donnerstag früh.

Liebe Mutter.

Wenn ich dir heute schreibe, so ist es mir eins der unangenehmsten und traurigsten Geschäfte, die ich überhaupt gethan habe. Ich habe mich nämlich sehr vergangen und weiß nicht, ob du mir das verzeihen wirst und kannst. Mit schwerem Herzen und höchst unwillig über mich ergreife ich die Feder, besonders wenn ich unser gemüthliches und durch keine Mißlaute getrübtes Zusammenleben in den Osterferien mir vergegenwärtige. Ich bin also vorigen Sonntag betrunken gewesen und habe auch keine Entschuldigung weiter, als daß ich nicht weiß, was ich vertragen kann und den Nachmittag gerade etwas aufgeregt war. Wie ich zurückkam, bin ich von Ob<er>l<ehrer> Kern dabei gefaßt worden, der mich dann Dienstag in die Synode citieren ließ, wo ich zum Dritten meiner Ordnung herabgesetzt und mir eine Stunde des Sonntagspaziergangs entzogen wurde. Daß ich sehr niedergeschlagen und verstimmt bin, kannst du dir denken und zwar mit am meisten, daß ich dir solchen Kummer bereite durch eine so unwürdige Geschichte, wie sie mir noch nie in meinem Leben vorgekommen ist. Und dann wie thut es mir auch des Pred. Kletschke wegen leid, der mir erst solches unerwartetes Vertraun erwiesen! Durch diesen einen Fall verderbe ich mir nun meine leidliche Stellung, die ich mir in vorigem Quartal erworben hatte, völlig. Ich bin auch so ärgerlich über mich, so daß es mit meinen Arbeiten gar nicht vorwärtsgehn will und kann mich noch gar nicht beruhigen. Schreib mir doch recht bald und recht streng, denn ich verdiene es, und keiner weiß mehr als ich, wie sehr ich es verdiene.

Ich brauche dich wohl nicht weiter zu versichern, wie sehr ich mich zusammennehmen werde, da es jetzt sehr darauf ankommen wird. Ich war auch wieder zu sicher geworden und bin jetzt, allerdings höchst unangenehm, aus dieser Sicherheit aufgescheucht worden.

Heute werde ich zu Pred. Kletschke gehn und mit ihm reden. — Bitte, erzähle übrigens die ganze Sache nicht weiter, wenn sie sonst nicht schon bekannt sein sollte.

Schicke mir übrigens doch baldigst meinen Shawl, ich leide jetzt immer noch an Heiserkeit und Brustschmerzen. Auch den betreffenden Kamm.

Nun lebe wohl und schreib mir ja recht bald und sei mir nicht zu böße, liebe Mutter.

Sehr betrübt
Fritz.

351. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 18. <April?> 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich den Thucydides einbinden zu lassen.

352. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27. April 1863>

Liebe Mamma!

Ich bin seit einigen Tagen auf der Krankenstube wegen meiner Heiserkeit; sie wollte gar nicht weichen; ein fataler Schnupfen stellte sich ein. Letzterer verschwindet immer mehr auf der Krankenstube, aber die Heiserkeit ist noch da. Gestern, Sonntag, habe ich früh ein Paar Blutigel an meinem Halse gehabt; sie sogen gut, es ist auch ein wenig besser. Ich muß sehr diät und warm leben und nicht viel sprechen.

Ich benutze die Zeit zu vielem Schreiben und Schlafen. Es ist langweilig, wenn ich nicht interessante Lektüre hätte. Mitunter besucht mich auch Jemand. — Der Doktor ist heute verreist zu seinem Vater, Dr. Rosenberger versieht seine Dienste.

Ich hatte dir neulich schon geschrieben, schickte den Brief dann aber nicht ab, denn er konnte dich ängstigen, da ich auf die Krankenstube gehn wollte.

Das Wetter ist schlecht und wechselvoll; ich bin froh, jetzt in der warmen Stube zu sein, ebenso, daß ich gerade jetzt unwohl bin, wo ich an der schönen Natur nichts verliere. Schade, daß ich jetzt alles Klavierspieln entbehren muß, es kommt mir alles todt vor, wo ich nicht Musik höre. Wie ich noch drüben war, spielte ich sehr viel die vierhändigen Haydn. Sinfonien; kindlich, reizend und rührend sind sie.

Mitunter und mehr als sonst denke ich über meine Zukunft nach; äußere und innere Gründe machen sie etwas schwankend und ungewiß. Vielleicht könnte ich noch jedes Fach studieren, wenn ich die Kraft hätte, alles andere mir Interessante von mir zu weisen. Schreibe mir doch einmal deine Ansichten darüber; daß ich viel studiern werde, ist mir ziemlich klar, aber wenn nur nicht überall nach dem Brodstudium gefragt würde! —

Sonnabend vor 8 Tagen war Beichte, Sonntag Abendmahl. Daß ich mir alles Beste vorgenommen habe, und die vergangne Geschichte in mannigfacher Beziehung mich zum Nachdenken aufgefordert hat, daß ich besonders alles das, was Du mir geschrieben, reiflich überdacht und auf mich habe wirken lassen — das will ich nicht weiter versichern, ich hoffe, daß mein ferneres Verhalten dafür zeugen wird.

Sobald ich wieder ganz wohl bin und das Wetter schön, komme ich einmal nach Naumburg. Wir haben uns ja lange nicht gesehn. Es wird euch hoffentlich besser als mir gehen. Ich grüße Lisbeth und den Onkel von Herzen.

Lebt alle recht wohl!
Fritz.

353. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 2. Mai 1863>

Liebe Mamma.

Dein lieber Brief mit den Brustkaramellen kam mir sehr angenehm, da ich manches wieder von euch hörte was mich ja auch sehr interessirte. Um zuvörderst nun von meinem Unwohlsein Bericht zu erstatten, so ist die Heiserkeit immer noch da und zwar unvermindert; ich trinke seit gestern Selterwasser mit Milch und das scheint die Kehle ein wenig zu erleichtern. Es wird mir allmählich grauenhaft auf der Krankenstube, besonders da heute Wetter und Himmel lustig aussehn. Obwohl ich hier arbeite, will es doch nicht viel werden, da mir immer ein oder das andre Buch fehlt. Ich mache mir Auszüge aus Hettners Literaturgeschichte des 18 Jahrh., überhaupt treibe ich viel Literaturgeschichte.

Was meine Zukunft betrifft, so sind es eben diese ganz praktischen Bedenken, die mich beunruhigen. Von selbst kommt die Entscheidung nicht, was ich studieren soll. Ich muß also selbst darüber nachdenken und wählen; und diese Wahl ist es, die mir Schwierigkeiten macht. Gewiß ist es mein Bestreben, das, was ich studiere ganz zu studieren, aber um so schwieriger wird die Wahl, da man das Fach heraussuchen muß, worin man etwas Ganzes zu leisten hoffen kann. Und wie trügerisch sind oft diese Hoffnungen! Wie leicht läßt man sich von einer momentanen Vorliebe oder einem alten Familienherkommen oder von besonderen Wünschen fortreißen, so daß die Wahl des Berufes ein Lottospiel erscheint, in dem sehr viele Nieten und sehr wenig Treffer sind. Nun bin ich noch in der besonders unangenehmen Lage, wirklich eine ganze Anzahl von auf die verschiedensten Fächer zerstreuten Interessen zu haben, deren allseitige Befriedigung mich zu einem gelehrten Manne, aber schwerlich zu einem Berufsthier machen würde. Daß ich also einige Interessen abstreifen muß, ist mir klar. Daß ich einige neue hinzugewinnen muß, ebenfalls. Aber welche sollen nun so unglücklich sein, daß ich sie über Bord werfe, vielleicht gerade meine Lieblingskinder!

Ich kann mich nicht deutlicher aussprechen, die kritische Lage ist einleuchtend, und übers Jahr muß ich mich entschieden haben. Von selbst kommt es nicht, und ich selbst kenne die Fächer zu wenig.

Genug. — Ich habe eigentlich nichts weiter zu schreiben, als daß ich sehr bedauere, das Brautpaar nicht in Pforta gesehn zu haben.

Grüße Lisbeth und Onkel recht sehr von mir!

Lebt recht wohl allesammt!

Fritz.

354. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 5 Mai 63.

Herr Prediger Kletschke wird gehorsamst gebeten um 5 Srg. für fünf Portionen Zucker zu Selterwasser.

Nietzsche

355. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. Mai 1863>Montag

Liebe Mamma!

Wie gern hätte ich dir im Lauf der Woche Nachricht zukommen lassen, wie es mir geht; aber du glaubst nicht, wie man auf der Krankenstube abgeschnitten lebt. Wie selten kommt ein Mensch herüber und nun gar bei dem schönen Wetter. Dazu keine Schreibmaterialien da. Bis Donnerstag habe ich noch zu Bett gelegen, es eiterte im Ohr ganz tüchtig und eitert noch. Täglich wird eine Art Thee eingespritzt. Hinter dem Ohr haben sich drei kleine Schwären gebildet. Die Nächte habe ich noch recht zu leiden, es ist überhaupt wohl die schmerzhafteste Krankheit, die ich gehabt. Schnupfen habe ich immer noch, aber sonst bin ich viel wohler, wenn auch noch recht matt. Ich gehe jetzt etwas in der Sonne spazieren und kann auch wieder arbeiten. Ich höre aber noch recht schlecht und sehe auch noch nicht so wie gewöhnlich aus. Appetit habe ich auch wieder. Die ganze Woche habe ich mich recht nach Euch gesehnt, schreiben kon<n>te ich nicht und war so allein immer.

Morgen will ich den Dkr fragen, ob ich herübergehn kann. Ich freue mich recht aufs Schulfest; wenn ich es nur recht genießen kann. Gestern habe ich einen hübschen Brief vom Onkel Edmund bekommen, der euch und Onk. Theobald herzlich grüßen läßt. Er wird in der Woche nach dem 3 Juni kommen.

Schreibt mir vor dem Schulfest ja noch. Und dann brauche ich nothwendig noch Geld, so auf der Krankenstube wie zum Schulfest.

Lebt recht wohl! Viel Grüße an Lisbeth und den Onkel. Vielleicht komme ich Mittwoch nach Tische, wenns nicht zu heiß ist nach Naumburg.

In herzlicher Liebe

356. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Mai 1863>

Liebe Mamma.

Heute, Sonntag, schreibe ich Euch wieder, da ich mich wohler fühle und morgen, falls es da noch besser geht, herüberzugehn gedenke. Ich bin die letzte Zeit sehr verdrießlich gewesen, da ich gar keine Änderung meines Zustandes wahrnahm und doch mit Pillen und Oeleinreibungen gequält war. Noch gestern Nacht hatte ich zwei Stunden lang den fatalsten Hustenanfall mit Schnupfen und fließenden Augen. Heute ist die Heiserkeit geringer, doch noch Schnupfen blieb zurück.

Das Wetter ist auch so schön, ich sehne mich weg von dieser traurigen Stube, habe auch gar keine Zeit hier zu liegen; Arbeiten von allen Seiten, die drängendsten. Ich habe gegenwärtig große Lust, die Hundstagferien mit Studien hinzubringen; ja ich sehne mich gewissermaßen darnach. Natürlich in Naumburg; Gustav ist wahrscheinlich allein zu Hause, da Krugs verreisen. Ich habe so viel noch zu thun, daß ich die Ferien dazu brauchen muß. Und alles bis Michaelis.

Das Interesse von Pforta haftet ausschließlich am Pfortaer Schulfest. Die Erwartungen sind die größten, auch für die Damen, da ungefähr 30—50 Offiz. zu erwarten sind. Das Berliner Comité steht über die Anordnungen in fortwährendem Briefwechsel mit dem unsrigen; es besteht aus 12 Mann, Ranke, Lepsius, Ehrenberg und andre Capacitäten an der Spitze. Es werden Alle persönlich angemeldet; einige Abgeordnete, auch Schulze-Delitzsch werden kommen. Das Diner am ersten Tag hat Teichgräber, das des zweiten Eisentraut; es wird auf 200— 400 Personen gerechnet. Im Turnsal ist das Essen, vorher der Aktus, an dem Stöckert eine deutsche Rede halten wird, famos, sag ich euch. Ihr müßt auch dazu heraus. Bewerbt euch bald um Einladungen, es ist hohe Zeit. Am zweiten Tag ist Bergtag, darnach vielleicht Ball. Geld wird die Geschichte kosten, auch den Alumnen. Aber es wird sehr lustig, wofern alles gut abläuft und man sich überhaupt amusiren will. Ungelegen ist mir’s nur, weil’s mir noch mehr Zeit zum Arbeiten wegnimmt.

Nun lebt allesammt recht wohl! Schreib mir recht bald, liebe Mamma, auch meine letzten Zeilen harren noch auf eine Antwort. Adieu!

Fritz.

357. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch Papier und ein Kästchen Stahlfedern anzuschaffen.

358. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 1863.

Herr Prediger Kletschke wird gehorsamst gebeten um 5 Srg. für fünf Portionen Zucker zur Medizin.

Nietzsche

359. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich Seife anzuschaffen.

360. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 21. 5.63.

Nietzsche bittet um 5 Srg. zum Schulfest.

361. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 22 Mai 63.

Nietzsche bittet um 5 Srg zum Bergtage.

362. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 30 Mai <1863>

Nietzsche bittet um 5 Srg. zum Bergtag.

363. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Mai—Anfang Juni 1863>

Hier übersende ich dir recht schmutzige Wäsche, theilweise noch von meiner Krankheit her, außerdem die versprochnen Noten, dazu etwas, was ihr der Tante mitschicken möget „ein Albumblatt“ wenig aber mit Liebe, wie auf allen Albumblättern. Etwas Neues habe ich nicht erlebt, heute habe ich schon sehr viel gearbeitet, das Wetter ist schön, Sonnabend denke ich euch wieder zu besuchen. Heute Nachmittag werde ich zu Hr. Pred. Kletschke gehn und alles ausrichten. Wenn du mir meine Kiste wieder schickst, liebe Mama, kannst du mir vielleicht einmal Kirschen mitschicken, ich habe noch keine einzige dies Jahr gegessen. Ihr habt mir ja lange, sehr lange nichts geschickt. Auf die Ferien freue ich mich mopsartig, eigentlich wie jemals kaum. Macht mir nur die Stube recht hübsch zurecht, so daß sie nicht mehr so riecht und es recht frisch drinn ist. Mein Tageslauf wird etwa folgender sein: Früh circa 4—5, stehe ich auf, arbeite etwas, trinke um 6 mit euch dann Kaffe, arbeite dann wieder bis gegen neun, spiele dann mit Gustav den einen Tag bei Krugs, den andern bei uns vierhändig, gehn dann zusammen baden; zu Mittag bin ich wieder da und den Nachmittag bin ich zu eurer Disposition vollkommen, wofern ihr mich nicht jeden Tag in Gesellschaften schleppen wollt. Indessen zusammen spazieren gehn, bei rechter Gluth, darauf freue ich mich.

Nun lebt recht wohl! Uebermorgen hoffentlich auf Wiedersehn!

Euer Fritz.

364. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 7 Juni 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier anzuschaffen.

365. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 7. Juni 63.

Nietzsche bittet um 16 Srg. für Klaviermiethe pro Quart<al> II.

366. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte 14 Juni 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch Conc<ept>papier und eine Flasche Dinte anzuschaffen und zwei Bücher einbinden zu lassen.

367. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 19 Juni 63.

Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich eine Badehose nebst Bademütze anzuschaffen.

368. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 19. <Juni> 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein paar Stiefeln vorschuhen zu lassen.

369. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 23 Juni 63.

Hr. Prediger Kletschke wird um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche

370. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Plauen i.V., 22. Juli 1863>

Liebe Mamma.

Denkst Du, daß ich dich mit einer langweiligen Reisebeschreibung heimsuchen werde? Nein. Ich verspare mir alles auf mündlich Erzählen. Bis jetzt habe ich alles so erlebt, wie Ihr es Euch denken könnt und habe mich sehr wohl und heiter befunden. Die lieben Tanten thun alles für mich und ich lebe sehr gemächlich, habe oben zwei Stubn zu meiner Verfügung, esse gut, mache viel Besuche usw. Bin viel bei der Anna, habe auch gestern dort gegessen, bin auch bei Brückners gewesen. Allseitige Grüße und Bedauern, weshalb Du nicht mitgekommen.

Onkel Theodor ist sehr krank, schleichendes Nervenfieber wahrscheinlich, hat Fieber, Schmerz in der linken Seite, daß er sich nicht im Bett bewegen kann, die Leber ist krank. Wir sind alle sehr besorgt. Onkel Hermann ist Montag abgereist; von Apolda aus will er Donnerstags nach Hamburg zur großen Ausstellung.

Morgen reise ich fort zu Fuß, über Oelsnitz, Triebel, Elster, Asch usw. Geld habe ich nicht mehr als Du mir gegeben. Hilft nichts, wird trotzdem gereist. Die Hand noch nicht aufgethan. Ich lebe wirklich sehr fidel.

Heute geht es zu Adolfs, zur Helene, zur Ottilie und Abends noch zur Anna, wenn ich nicht Abends zu Brückners eingeladen werde.

Wichmanns ziehn bald in ihr drittes Logis; Du kennst es, das prachtvolle Eckhaus, wo Markgrafs drin wohnten, ich habe es mir neulich im Innern genau angesehn. Es ist hier wohl immer noch das schönste Haus. Kostet 140 Th. Miethe, ihr jetziges 170 Thl; doch ist es nicht sehr geräumig und alle freuen sich sehr auf das neue, sehr geräumige Logis.

Wenn ich wieder zurückkomme? Weiß ich gar nicht. Etwa 6, 7 Tage reise ich, dann bleibe ich noch 2 Tage circa in Plauen und komme zurück. Auf glücklich Wiedersehn! Grüß Lisbeth recht schön. Die nun bald verreisen wird nach dem tristen Sangerhausen. Möchte nicht eben mit.

Sind Briefe an mich da? Laßt sie ruhig unerbrochen liegen. Steht per expr. drauf, schickt sie mir nach Plauen.

Nun nochmals Adieu! Denkt Ihr viel an mich? Ich sehr oft an Euch. Ihr werdet immer denken können, wo ich gerade bin.

(Wenn nur mehr Geld!)

Euer Fritz.

371. An Elisabeth Nietzsche in Sangerhausen

<Naumburg, 4. August 1863>

Liebe Lisbeth!

Es ist heute mein letzter Ferientag, und für eine Zeit hat es nun wieder geschnappt. Gern möchte ich dir noch Nachricht davon geben, wie ich meine Tage vollbracht, da du leider abhanden gekommen bist, und ich dir nicht mündlich meine Abenteuer erzählen kann. Genug, daß ich auf der Straße von Wunsiedel nach Weißenstadt mich darüber ärgerte, daß du, wenn ich zurückkomme, verreist seist. Nun mag es dir recht wohl gehn und mir ist’s ebenso gegangen — arbeiten — nicht gerade gar nichts — erlebt — nicht gerade sehr viel — aber alles in einer netten, glatten Form, mit einem Anstrich von Eleganz und Leichtlebigkeit, aber auch in humoristischem Gegensatz mit einem starken Aufguß von baierischer Biergemüthlichkeit; ich bin ein wenig dicker geworden und habe mich von meiner Anstrengung durch tägliche Mittagsschläfchen wieder hergestellt. Jetzt nun — o jerum — bis zu nächsten Hundstagen lachende Aussichten auf nichts als Arbeit, Mühe, Schweiß.

Mein Leben in Plauen — du kennst es und kannst es dir vorstellen, meinen Brief an Mamma hast du auch gelesen, näheres, wenn es dir gefällt — was wir gegessen, gesprochen, gelesen, besucht, erfahren, spazierengegangen — kann ich dir mündlich mittheilen. Durchweg sehr niedliche Stimmung, ohne eingreifende Ereignisse, wie Ball oder Conzert, aber doch im Vollgenuß eines Privatlebens unter Verwandten. Dann bin ich eine Woche von dort verreist; notizenhaft will ich dir alles mittheilen; denke dir alles in novellistischem Style vorgetragen, und du hast manche interessante Scenen darunter.

Donnerstag. Wetter unsicher, Abschied, nach Ölsnitz, mit einem Handwerksburschen und Buchbinderlehrjungen, dort Schützenfest, Auszug, Diakonus Strubels, mit ihm über Schießhaus nach Voigtsberg, zurück, nach Mittag mit ihm nach Triebel, dort auf dem Wege Schulrevisionen von ihm, dem interimistisch<en> Rektor. Bei Pastor Strobels.

Freitag. Früh auf dem Kirchberg, („denkst du daran, mein...“?) nach Tische wieder nach Oelsnitz, den Abend auf dem Schießplatze, Volksfest, gemüthlich. Dort geschlafen.

Sonnabend. Fort bis Elster sehr heiter, auf und ab, in Pförtner Trapp, Waldfelsen mit rothen Blumen, Onkel Hugo Lehmann schon fort, nach Asch, böhmische Paßrevision, auf einem Leiterwagen, zu Stößens, Abends nach Neuhausen, baierischem Grenzort, dort mit dem Direktor getrunken bis 12. Dann in Asch geschlafen.

Sonntag. Turnerfahnenweihe, Volksfest, mit ausgezogen, Reden von Bürgermeister, von drei Damen, die auf den Hund kamen. Dann wieder nach Neuhausen, dort bis 1 Uhr Nacht. Mit baierisch., böhmischen, Grenzbeamten zusammen.

Montag. Um 9 Uhr fort nach Franzensbad, wo ich etwa ½2 eintreffe, hoher Luxus, Modejournale von Menschen, dort Conzert gehört, bis 5 mich unter den Puppen bewegt, unter Larven und Polinnen (kohlschwarz) die einzig fühlende Brust. Nach Eger, altes, berühmtes, grauschwarzes Schloß angesehn, alles katholisch, Heiligenbilder ganz bunt, dann um 8 noch fort durch Waldungen, mit einem Bierbrauer und Wirthschaftsbesitzer 3 Stunden noch gegangen, es regnet etwas. Ueber die baierische Grenze. Dorfkneipe, zwischen Fuhrmann und Hausknecht auf der Streu. Schnarcht gewaltig, stinkt nach Pferd.

Früh Dienstag um 5 fort durch Wald nach Wunsiedel 6 Stunden, durch und durch naß, im Kronprinzen umgezogen und table d’hôte gegessen, fin, auf die Luxburg, in Begleitung eines jungen Doktor, ein Berg in granitnen Trümmern, Felsenlabyrinth, mit langem Moose, Fichten durchwachsen, Durchbrüche, Schlünde, Brücken, Leitern. Zurück über Wunsiedel nach Weißenstadt, links Schneeberg und Rudolphstein, Abends um 9 Uhr dort im Löwen gut gespeist (Suppe Forellen Kartoff. Bier), sehr gut geschlafen (Sprungfedermatratzen, alles sehr elegant) gut gefrühstückt, recht gut bezahlt, fort nach den Waldstein

am Mittwoch, ein Gewitter mit starkem Regen, zwei Stunden darin aufwärts gestiegen, endlich Treppen und Leitern, Glashäuschen, umgezogen, wundervolle Weitsicht, weiße Nebelmassen aus den Schluchten nach dem Gewitter, herab nach Schwarzenbach zu, vielfach verlaufen, allmählich Landregen, in Schwarzenbach durch und durch naß auf Eisenbahn gesetzt, nach Plauen gefahren. Dort sehr erwartet. Sic! Was dort noch erlebt, nicht viel. Der Onkel Theodor sehr gefährlich krank. Am Sonntag bin ich wieder zurück gereist und habe sehr gemüthlich und nett mit der Mamma noch das Kirschfest verlebt. Nun ist’s aus. Grüße den Onkel und die Tante recht schön von mir, bleibe mir recht gesund, amüsir’ dich recht (mit deinen L--tnants), grüße auch in Gorenzen alles recht von mir und denke mitunter einmal an mich, wenn du zum Schreiben keine Zeit hast. Leb recht wohl! Gutes Thierchen!

Fritzchen!
Das Alumnuschen.

372. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. August 1863>Sonnabend früh.

Liebe Mamma.

Entschuldige recht, daß es mir nicht möglich war eher zu schreiben oder selbst zu kommen. Ich hatte besonders viel, mehr als gewöhnlich zu thun. Und wie gern hätte ich dich gerade nach den Brief dreier betrübenden Nachrichten gesprochen. Ich bin so verstimmt und ärgerlich und gewissermaßen so wüthend, daß alles dies so gekommen. Der gute Onkel Theodor! Hab ich ihn also doch nicht wieder gesehn! Ich habe sein Bild mir diese Tage so oft angesehn und immer bei mir getragen. — Und dann mache ich mir Vorwürfe, daß ich in <den> Hundstagen nicht nach Gorenzen gereist bin. Du kannst überzeugt sein, es wäre anders gekommen mit beiden. Und denkt ihr denn, daß das Seebad hier alles thun wird? Für das Körperliche, vielleicht, möglich; für das Geistige, was doch immer Hauptsache ist, nimmermehr. Vor allen kann Tante Sidonie keine Minute mehr bei ihm bleiben. Dem Onkel wärs besser zu reisen, in ein Gebirge, zu Fuß, als in der Ruhe eines kleinen Badenestes zu verdumpfen. Die andre Geschichte ist eine Lächerlichkeit, ein Rückschlag unsrer Naumburger Tinkaidee, eine Folge seines geistigen Uebelbefindens, auf keinem Fall bindend, auch für den Fall eines Verlöbnisses. Wenn ich nur dort wäre! Schreiben werde ich nicht an den Onkel. Wenn er in Maßnitz ist, sag ihm, ob er nicht etwas nach Pforta kommen könnte.

Nun leb wohl. Morgen gedenke ich Euch in Almrich zu sehn und hoffe und freue mich darauf Lisbeth zu finden, die ich so lange nicht gesehn. Nächste Woche ist also die Hochzeit, ich bedaure, ganz bestimmt nicht kommen zu können.

So. Seid recht wohl!

Euer Fritz.

373. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 27. Aug. 63.

Nietzsche bittet um 10 Srg. für Sängerfahrt und Bergtag.

374. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 29. August 1863>Sonnab. früh.

Liebe Mamma!

Wie ich hoffe seid ihr wieder zurückgekehrt; wie ich erwartete, wurde mir zu kommen natürlich nicht gestattet. Es wird wohl recht nett gewesen sein, die Verwandten habe ich nun nicht kennen gelernt. Nun, es kann ja immer noch bald genug geschehn. Natürlich habt ihr also von mir keinen Brief mitbekommen, wohl nicht einmal meine Grüße und Glückwünsche. Das thut mir recht leid. — Nun werd ich doch endlich Lisbeth wieder zu sehn bekommen; nicht wahr, Sonntag in Almrich, wenn es nicht zu heiß ist, sonst kommt ja nicht, ich auch nicht.

Vorigen Mittwoch war Sängerfahrt auf der Rudelsburg, sehr besucht von Kösen, da das Wetter sehr schön war. Hr. P<astor> Backs habe ich viel gesprochen, er läßt den Onkel Theobald bitten, recht herzlich bitten, ihn doch jetzt auf längre Zeit zu besuchen; er zöge wieder in sein Stübchen usw. — Sagt es ihm.

Donnerstag Nachmittag war Bergtag bei dem angenehmsten Wetter der Welt. Schade daß ihr nicht da ward, es war sehr hübsch und amüsant. Ich habe leidlich viel getanzt. Frau Geheimeräthin Redtel war da alsam ihren Töchtern. Ich werde sie öfter besuchen, da ich eingeladen bin und es sehr liebenswürdige Menschen sind.

Ich habe sehr viel zu thun, und bin in fortwährender Thätigkeit. Dabei schwitze ich greulich. Könnt ihr mir nicht ein paar Flaschen Soda besorgen?

In herzl. Liebe

votre tres cher
fils et frère Fréd.

375. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte 30 Aug. 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier und ein Kästchen Stahlfedern anzuschaffen.

376. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 6. September 1863>Sonntag Abends um zehn Uhr.

Meine Grüße Euch allen!

Nicht wahr, ein paar Zeilen von mir kommen Euch jetzt recht erwartet, da ich heute selbst doch nicht kommen konnte. Ob ich zwar gleich selbst nichts erlebt habe; hingegen dachte ich im Fluß voriger Woche einen Bogen voll der buntesten, niedlichsten Erlebnisse zu bekommen; aber die Woche ist vorübergehinkt und hat mir nur einen Zettel gebracht, aus dem ich erfuhr, daß ihr meiner noch gedächtet und daß meine Wäsche schmutzig sein müsse, was wirklich seltsamerweise auch wahr war.

Also heute einige Zeilen, damit ihr erfahrt, daß ich noch lebe, Bücher um mich gewälzt habe und bis nächsten Sonnabend nicht dran denken kann, aus dieser Verschanzung herauszukommen. Dabei bin ich heiter, mitunter verstimmt, erlebe bald gute und lustige bald verdrießliche Dinge, aber das Uhrwerk ist im Gang und schnurrt fort, ob eine Fliege sich auch drauf setzt oder eine Nachtigall dabei singt.

Allerdings der Herbst und seine gereifte Luft hat die Nachtigallen vertrieben, und die Fliegen haben sich dabei eine Erkältung zugezogen. Und ich liebe den Herbst sehr, ob ich ihn gleich mehr durch meine Erinnerung und durch meine Gedichte kenne.

Aber die Luft ist so kristallklar, und man sieht so scharf von Erde nach Himmel, die Welt liegt wie nackt vor den Augen.

Wenn ich minutenlang denken darf was ich will, da suche ich Worte zu einer Melodie die ich habe und eine Melodie zu Worten die ich habe, und beides zusammen, was ich habe, stimmt nicht, ob es gleich aus einer Seele kam. Aber das ist mein Loos!

Nun gehen sie wieder ab, die Schwalben, die nach dem Süden zu die Segel richten, und wir singen wieder sentimental hinterdrein und schwenken die Seidel, und mancher wischt sich die Nase vor Rührung, denn der Postillon bläst: Schier dreißig Jahre bist du alt!

Das nennt man heut zu Tage einen Lebensabschnitt, und mancher Abiturient stellt sich jetzt das Leben wie einen Kuchen vor, von dem er das kleinere, etwas verbrannte Stück vertilgt hat, und nun geht er mit Energie und würdiger Vorbereitung daran, das größere, süßere Schnittchen zu beseitigen.

Und siehe, es bleibt ein schäbiger Rest, den nennt man Lebenserfahrung, und genirt sich, ihn den Hunden vorzuwerfen. Aus Pietät vielleicht. Denn er hat einem viel Zähne gekostet.—

Bis hierher die wahrheit und dichtungsvolle Einleitung meines Briefes. Jetzt kommt die Hauptsache, bestehend in dem Thatbestand, daß ich eurer oft gedenke, zweitens daß ich weiße Taschentücher brauche, da ich vor lauter Schnupfen blühe, und drittens, daß ich folgende Noten brauche als Leibesnothdurft

Schumann, 

Phantasien, 2 Hefte. „Abends“ usw.
Kinderscenen. 1 Heft.

Volkmann, 

Visegrad.

Lisbeth, bitte, besorge mir beides ja recht hübsch von Domrich und schicke es mir ja Dienstag heraus. Es ist für Fräulein Anna Redtel. Ich habs versprochen. Bitte!

Fritz
der euch Mittwoch in Almrich zu sehn hofft;
es ist Abiturientenabgang. Lebt recht wohl!

377. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 11. September 1863>Freitag, früh um 5 Uhr.

Meine Grüße voran!

Siehe, ich bekam ihn am Schopfe, nämlich deinen Brief, las ihn und lachte und als ich ihn ausgelesen, lachte ich noch einmal. Also förmlich entsetzt bist du gewesen, weil ich nicht wie gewöhnlich über schmutzige Strümpfe, allerlei Wünsche meines Magens und meiner Kasse und ähnliche saubere Gegenstände, die dir meine Briefe immer so theuer machen, geschrieben habe, sondern weil ich in einem Selektatöchterschulenstyl, in sentimentalen, haarsträubenden Phrasen, den Wunsch aussprach, mir einige Noten zu besorgen: gewiß ein bescheidener Wunsch, der mir aber doch nicht in Erfüllung gegangen.

Es thut mir leid, dir Schrecken gemacht zu haben, und ich will es gewiß nicht wieder thun, besonders wenn ich befürchten muß, daß du aus Schrecken über das Ungeheuerliche des Briefes seine Pointe ganz vergißt.

Wir haben gestern schlechtes Fleisch zu Mittag gehabt und werden morgen Klöse essen.

Der eine meiner Stiefeln hat eine Oeffnung, welche man ein Loch zu nennen pflegt.

Heute fand man im Primanergarten einen Vogel, der schon der Verwesung nahe war. Es war ein Spatz. Er duftete.

Wenn es regnet, so wird es naß und wir haben keinen Spaziergang. Trotzdem hatten wir heute Spaziergang.

Beiläufig bin ich ein „ehrwürdiger Primaner, du eine ehrwürdige Schwester und Domrich ein Buchhändler.

Und indem wir alle drei dies
verbleiben,
empfehle ich mich.

N.B. Ich hatte eben „Wäsche“, und bin nicht in der Stimmung, dir so gefühlvoll zu antworten, mein „Herzenslieschen, Zuckersüßchen, Mietzemieschen“,

N.B. alles umschlossen von „Gänsefüßchen“.

Frédéric.

378. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20 Sept. <1863>

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich

ein Buch w<eißes> Papier

ein Buch conc<ept> Papier

ein Kästchen Stahlfedern

anzuschaffen.

379. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20 Sept. <1863>

Nietzsche bittet gehorsamst um 18 Srg. Klaviermiethe.

380. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 23. Sept. <1863>

Nietzsche bittet um 2½ Sg. zum Examenspaziergang.

381. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 24 Sept. 63.

Hr. Prediger Kletschke wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche.

382. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. September 1863> Freitag früh um 10 Uhr.

Liebe Mamma.

Morgen also werde ich glücklich die letzte Stufe vor dem Abiturientenexamen erstiegen haben, die mir in Pforte noch zu ersteigen war: ich werde nach Oberprima versetzt. Sende mir doch ja morgen Wäsche, insbesondre Taschentücher und außerdem das nothwendige Uebel, was mit jeder Versetzung verbunden ist: Geld. Also bitte. Ich denke du wirst nun wieder besser bei Kasse sein.

Sonntag wollen wir uns doch jedenfalls in Almrich sehn, ich freue mich recht darauf. Daß es mit euren englischen Verhältnissen so rasch von Statten geht, soll mir angenehm sein. Nächsten Freitag also komme ich, hoffentlich werde ich noch Platz haben: richtet mir nur das Stübchen recht hübsch ein. Diese Tage jetzt arbeite ich sehr fleißig, es geht nun gewaltsam auf das letzte Jahr zu, man muß sich immer mehr anstrengen.

Man lebt jetzt recht viel in der Zukunft und macht sich Pläne für die Universitätszeit: selbst meine Studien beginne ich schon darauf einzurichten.

So werde ich auch jetzt zu meinem Geburtstage mir eigentlich nur wissenschaftliche Werke wünschen, und zwar sind es folgende:

Die Nibelungen. Herausgegeben von Lachmann. Mit Glossar. 1851. Berlin, Gsellius, 1 Thl. 6 Srg.

G. Dronke, die religiösen und sittlichen Vorstellungen des Aeschylos und Sophokles. gr. 8. 1861.

Leipzig, Teubner, geh. 24 Srg

Fr. Schubert, Grand Duo à quatre mains.

Holle, 15 Srg.

Außerdem nichts weiter. Nur noch diese sachliche Bemerkung, daß ich diesmal vielen von meinem Geburtstagskuchen mittheilen will und muß.

Der letzte Geburtstag, den wir so nah zusammen verleben. Das nächste Mal sendet ihr mir meine Geschenke wer weiß wohin.

Lisbeth danke ich recht für ihren Brief, der mit verschiedenen Stimmungsansätzen und ebensoviel Absätzen sich recht wunderlich ausnahm. Nun freilich, die Herbstluft und das Manoevre — und um poetisch zu werden — die Uniformen — mag schon ein bißchen viel Leben in — die Beine bringen. Daher die vielen Ansätze und Absätze.

Also Sonntag sehn und sprechen wir uns. Morgen ist Umzug, darum fürchterlicher Schmutz.

Habe leider keine Zeit. Darum Adieu!
Vergeßt mich nicht!
Fr.

383. An Hermann Kletschke in Pforta (Formular)

Pforta, den 26 Sept. 1863

Der Al. Nietzsche bittet um die Erlaubniss, sich folgende Bücher verschreiben zu lassen:

Nipperdey, annales vol. I und II Weidemann.

Hollenberg, Hülfsbuch für Religionsunt<er>r<icht>.

Cicero’s offic. ed. Klotz. Teubner.

Zeittafel der griech<ischen> Gesch<ichte> von Peter. 2 Aufl.

Platonis dialog. ex recog. Hermanni vol. II

384. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 28. September 1863>

Liebe Mamma —

Da also unsre Zusammenkunft gestern mißlungen und in das Wasser gefallen ist, muß ich doch heute etwas schreiben, wenn ich gleich lieber von euch einen etwas ausführlichen Brief läse. Erlebt habe ich nichts als, daß ich gestern Mittag zu einem Famulusessen bei Oberlehrer Kretzschmar eingeladen war; heute sind ziemlich alle Lehrer fortgereist zu einer Philologenversammlung in Meißen. Nächsten Freitag also werde auch ich kommen, ich denke, wir wollen hübsche Tage zusammen verleben.

Was meine Wünsche betrifft, so habe ich Domrich das Buch angegeben, welches ich brauche. Es heißt „Lachmann, Anmerkungen zu den Nibelungen und zur Klage.“ Es wird etwa ebensoviel kosten. Ich habe diese Tage jetzt sehr viel zu arbeiten, und man bemerkt trotzdem nicht, daß es besonders rasch fortgienge. Das macht, es ist so vielerlei. Aber es macht mir im Allgemeinen Vergnügen, und ich wünsche nur immer, noch mehr Zeit zu haben.

Mittwoch habt ihr vielleicht Zeit und seid hoffentlich nicht ausgegangen, wenn ich kommen sollte. Nach Tische bis ½3 habe ich Spaziergang. Freitag könnt ihr mich sehr früh, jedenfalls zum Kaffee erwarten. Richtet mir ja alles hübsch ein.

Hr. Pastor Backs läßt den Onkel Theobald nochmals einladen, recht sehr einladen, ihn jetzt auf längere Zeit zu besuchen. Der Onkel mag es doch ja thun.

Von meinen Untern ist Redtel mit nach Obertertia gekommen, Backs natürlich nicht. Hoffentlich das nächste Mal.

Ich habe jetzt einen andern Untern; etwas beschränkt, von schwerer Fassungsgabe, dabei dummgutmüthig und auch fleißig, die beschwerlichste Gattung von Menschen.

Ich bin jetzt in der vierten Stube: zwar brauche ich nicht zu erwarten, daß ihr mich hier einmal besucht, aber ihr wißt es doch nun wenigstens.

Für die guten Wünsche und die Pflaumen danke ich recht schön. Hoffentlich ist diesmal die Re<c>hnung nicht so groß. Auf der Krankenstube bin ich ja nicht gewesen.

Die Hundstage waren doch recht hübsch, ich denke oft und gern an meine große Reise und habe doch nicht gerade ganz wenig erlebt; es fällt mir immer so hin und wieder noch etwas ein.

Was wird nun nächstes Jahr in den Mulusferien werden? Ich weiß noch gar nicht, was wir da andrehen werden.

Nun lebt schön wohl und behaltet mich lieb!

Fritz

385. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 11 Oct. <1863>

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich Seife anzuschaffen.

386. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. II Oct. <1863>

Nietzsche bittet um 5 Srg. Schemageld.

387. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 13. Oktober 1863>

Liebe Mamma.

Ob ich gleich nicht weiß, ob du schon wieder zurück von deiner Reise bist, schreibe ich, wenn ich schon nicht gerade etwas wichtiges zu schreiben habe. Soviel ich weiß — ich glaube mich nicht zu irren — feire ich nächsten Donnerstag, wo wir einen rechten Arbeit- und Mühereichen Lektionstag haben, mein Geburtsfest. Daß wir uns sehn, ist also für diesen Tag unmöglich. Aber Sonntag darauf hoffe ich, daß wir uns in Almrich sehn. Spaziergang ist von ¼3 bis ¼5 Uhr.

Vorigen Sonntag war heiliges Abendmahl, und wir hatten darum keinen Spaziergang. Es würde mir Leid thun, wenn ihr mich erwartet hättet.

Sonnabend habe ich die alten Geheimrath Backs in Kösen besucht; die alten Leute waren sehr freundlich. Ich habe immer sehr viel zu arbeiten. Die Folge davon, daß man in einer neuen Klasse ist. Gestern waren wir mit dem H. Rektor auf den Saalhäusern. Wir gingen dann über die Berge und Kösen zurück.

Daß ich mich recht über die Verlobung d. D. Heinze gefreut habe, ganz natürlich; wenn Lisbeth einmal Claire sieht, so mag sie ihr meine Glückwünsche und meine Freude recht schön aussprechen. Wäre ich in Naumburg, würd ich’s selber thun. Wie ich jetzt eben höre, ist Prof. Heinze mit Braut eben in Pforta und stellt sich den einzelnen Familien vor. Ich kann leider die Stube nicht verlassen.

Wann reist ihr denn nach Gorenzen ab? Und wie ist es mit den Engländern geworden? Schreibt mir doch zu meinem Geburtstag einen recht ausführlichen Brief, ich freue mich so darüber. — Nächsten Montag ist unser Aktus zur fünfzigjähr. Feier der Leipziger Schlacht. Ich mag diesmal kein Gedicht vortragen.

Hoffmann v. Fallersleben ist seit ein paar Tagen in Pforta, zum Besuch bei Prof. Steinhart. Heute wohnte er der Chorsingstunde bei, wir sangen mehere von ihm gedichtete Lieder.

Das ist alles, was zu erwähnen wäre. Schließlich habe ich keine Handtücher, sendet mir doch welche. Die Rechnung beträgt etwas über 9 Thl. was dich freuen wird.

Nun liebe Mamma und Lisbeth!
Adieu!
Euer Frédéric

388. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 14/Oct. 63.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zum Weinführen.

389. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Oktober 1863>

Liebe Mamma und Lisbeth!

So habe ich denn meinen Geburtstag wieder einmal glücklich verlebt, und abgesehn davon, daß es eben ein recht tüchtiger Lektionstag war, und daß das Gefühl 19 Jahre alt zu sein nicht zu den angenehmsten gehört: ist es mir den ganzen Tag recht wohl und heiter gewesen und ergangen. Als ich um 11 aus der Lektion in meine Stube kam, fand ich da den Tisch schön gedeckt und darauf alle eure schönen Geschenke aufgebaut: was mich recht freute. Zuerst nun danke ich euch recht schön, recht vielemal für alle eure guten Wünsche, zu denen Gott seinen Segen geben möge: dann habe ich mich recht über alle eure Geschenke gefreut, besonders da ich auch noch andre mit all’ den schönen Eßsachen erfreuen konnte. Schade daß das Buch nicht das richtige ist: ich habe dies nicht bei Domrich bestellt, es ist ein Irrthum. Dies Buch hier besitze ich schon. Das gewünschte hieß „Anmerkungen zu den Nibelungen und zur Klage.“ v. K. Lachmann. Dankt doch den guten Tanten recht schön für ihre Briefe und ihre reichen Gaben; besonders lieb ist mir die Photographie des lieben selgen Vaters. Das Buch der Tante Rosalie ist leider auch noch nicht bei Domrich angekommen.

Heute morgen habe ich von den schönen Kuchen gegessen und habe noch an 14 meiner näheren Bekannten geschickt, sodaß er gerade alle ist. Er war aber vortrefflich und hat mir und den andern recht gut geschmeckt. Auch das schöne Obst und den schönen Wein, über den ich mich sehr freute — es sah alles so schön und bunt aus — habe ich vertheilt, nach dem ich alles gekostet hatte. Also — ich kann nicht bloß für mich sondern für alle, die mit genossen haben, danken. Wilhelm und Gustav haben mir recht hübsche Briefe geschrieben.

Vielleicht schreibt mir auch der Onkel Edmund in der nächsten Zeit. Sonntag also wollen wir uns in Almrich treffen, zum letzten Mal also bis Weihnachten. Ich habe immer sehr viel zu thun, und deshalb gar keine Zeit zu etwas andern.

Der kleine Tintenwischer, liebe Lisbeth, ist fast zu hübsch, als daß ich ihn gebrauchen könnte. Ich danke dir auch recht für deinen Brief. Also Sonntag auf Wiedersehn! Vielleicht kommt ihr auch Abends zu den großen Feierlichkeiten auf den Knabenbergen.

Nun nochmals vielmaligen Dank!
Euer Fritz.

Ich habe Schnupfen, das ist übel. Bitte Taschentücher! Morgen werde ich euch den Brief an Heinze schicken, eher habe ich keine Zeit.

390. An Max Heinze in Naumburg

<Pforta,> am 16 October 63.

Hochgeehrter Herr.

Es ist mein besondrer Wunsch, Ihnen meine Freude über Ihre Verlobung schriftlich zu bezeugen, da Sie mich bei Ihrem Weggange aus Pforte gütiger Weise aufforderten, mitunter einmal zu schreiben. Wie gern ergreife ich gerade diese Gelegenheit, da Sie mir durch das letzte Ereigniß, um es kurz zu sagen, nur noch näher gerückt sind, als es immer die Dankbarkeit, die ich Ihnen schulde, thun konnte. Nicht nur, daß Sie durch Ihre Verlobung enger wieder an Naumburg, meine Heimat, geknüpft sind: nein, auch Ihre und des Glückes glücklichste Wahl ist mir von großem Interesse, da ich früher, so lange ich noch in Naumburg war, auch Gelegenheit hatte, Fräulein Claire kennen zu lernen. Indem ich also auch meine Wünsche mit allen denen vereine, die man überall und so auch in Pforte für Sie sagt: empfehle ich mich

Ihr dankbarer ehemaliger
Empfohlener
FW Nietzsche

391. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 18 Oct. 63.

Nietzsche bittet um 2½ Srg. zu Feuerwerk.

392. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. Oktober 1863>

Liebe Mamma und Lisbeth!

Indem ich hoffe, daß dieser mein Brief euch noch in Naumburg treffen wird, schreibe ich. Es folgt also heute dieser Ueberzug mit der Kiste, in der ihr mir alles was ich noch brauche übersendet. Das betreffende Buch sendet nur wieder zu Domrich, das andre werde ich selbst besorgen. Recht schade wars, daß ihr den schönen Fackelzug auf unsern Höhen nicht gesehn habt, und die vielen Freudenfeuer. Gestern war großer Aktus, wo Pr. Steinhart eine schöne Rede hielt. Ich habe nur leider zu viel zu thun und kann kaum zu diesen Zeilen Zeit finden.

Also nun sehn wir uns eine lange Zeit nicht. Bleibt nur alle recht wohl und tragt dazu bei, daß der Onkel Edmund sich bald wieder wohl befinde. Sonntags werde ich also öfters, wie z.B. nächsten Sonntag, die Tante Rosalie besuchen, mitunter auch nach Kösen zu Geh<eim>raths Backs. — Die betreffend<en> Stiefeln passen mir sehr knapp über der Spanne, aber es muß gehn.

Ihr werdet mir aber doch einige male von Gorenzen aus schreiben, ausführlicher schreiben? Ich erfahre so sehr wenig. Ueber die Weihnachtsreise werde ich euch später meinen Plan mittheilen. Auf die projicirte Harzreise im Winter freue ich mich mehr als wenn es im Sommer wäre. Sage das dem Onkel und grüße ihn recht schön.

Nun lebt recht wohl und denkt mitunter an mich!

Euer Fritz.

393. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 1 Nov. 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein paar Stiefeln vorschuhen zu lassen.

394. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta, den 1. November 1863>

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich

ein Buch w<eißes> Papier

ein Buch c<oncept> Papier

ein Kästchen Stahlfedern

anzuschaffen.

395. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 1 Nov. 63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier,

ein Kästchen Stahlfedern

anzuschaffen

und sich drei Bücher und ein Notenheft einbinden zu lassen.

396. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen

<Pforta, 10. November 1863>Dienstag. Abends.

Liebe Mamma und Lisbeth!

Unmöglich konnt’ ich eher schreiben, denn vorige beiden Wochen habe ich an einer größern Abhandlung zu schreiben gehabt, die mir selbst meine Mußestunden wegnahm. Habe mich aber um so mehr über euren Brief gefreut, der mitten hineinkam und mich auf Weihnachten vertröstete. Das ist nämlich auch der einzige Trost, wofern mitunter einer nöthig sein sollte. Denn im Allgemeinen schwimme ich mit Wohlbehagen in meinen Studien und lebe ganz gut wie eben ein Fisch in seinem Element oder nach Lisbeths poesievollem Ausdruck, wie ein „Thierchen“ in seinem Revierchen oder Plaisirchen.

Das heißt, um es voller auszudrücken: das Wetter — nun gut — das gefällt mir; natürlich, denn es ist kalt, darum gemüthlich; mitunter regneri<s>ch und schmutzig, viel gelbes Laub und schon keine Weintrauben mehr, kurz keine Herbststimmung, die mitunter zu poetisch, musikalisch und rosa anläuft. Lisbeth wird mich verstehen: ich spreche von rothen Uniformen, nicht wahr, mein —

Martinsgänschen haben wir heute gegessen, zum Erbarmen dürr, sie hatten so lange geschrieen, bis sie wahrscheinlich die Auszehrung bekamen und wir sie vollends aufzehrten.

So weit vom Wetter. Nun von Wichtigerem. — Zuvörderst nicht zu vergessen, daß meine Stiefeln in Stande und meine Füße darum trocken sind. Dagegen stehn der Hr. Rektor und ich in gutem Einverständniß.

Es friert draußen, ich habe einen Shawl um den Hals gewunden, um mich herum ist es ziemlich stille, einige Jungens flüstern leise. Voriges Jahr war an diesem Tage Sturm und rechtes Spätherbstwetter; heute ist es still winterlich, nebelig, die Lampen und die Sterne flackern trübe. Wichtige Ereignisse wollt ihr wissen? Oder wenigstens von meinem Leben? Innerlich, äußerlich? Nun ich habe es gethan und euch schon alles gesagt. Draußen friert es, drinnen im Stübchen ists gemüthlich warm, und ich könnte Verse machen. Genug.

Weihnachten — ja auf das Waldleben im Winter und einige größere Ausflüge, darauf freue ich mich. Im nächsten Jahre erleben wir es nicht zusammen, das gute Fest. Die Hinreise soll ebenfalls gemüthlich werden, den ersten Tag bleibe ich in Naumburg, am Mittwoch reise ich fort und will sehn, wann ich ankomme. Nach Erfurt reise ich nicht. — Wünsche für Weihnachten? Nun darüber schreibe ich euch noch einmal. Es sind noch 6 Wochen. Schreibt mir nur recht bald einmal. Das betreffende Buch von Domrich ist immer noch nicht richtig angekommen.

Ich habe in vorigen Wochen eine etwas weitläufige Untersuchung über die Ermanarichsage geführt und dazu viel in alten hohen Schweinslederbänden und Chroniken herumgewühlt. Es ist ein Werkchen von sechzig Seiten geworden. —

Ich will nur gleich herschreiben, was ich mir wünsche, es ist so besser. 1.) Grand Duo von F. Schubert, vierhändig. 2) Düntzer, Goethe’s lyrische Gedichte. So.

Nun lebt recht, recht wohl und grüßt den lieben Onkel vielemal von mir. Ich möchte gern ausführlicher schreiben. Habe aber keine Zeit. Aber bitte, schreibt mir bald einmal.

Euer Fritz.

Ein anderes Buch, das ich übrigens sehr nothwendig brauche, ist „Aeschylos, übertragen von Minkwitz.“ Zu meiner großen freien Arbeit für mein letztes Semester brauche ich dies. Also wählt aus, was euch lieb ist. Euer Fritz.

397. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 28. November 1863> Sonnabend.

Liebe Tante!

Wir haben uns recht lange nicht gesehn; es hat mich mannigfaltiges verhindert, nach Naumburg zu kommen, schlechtes Wetter oder Ausfallen des Spazierganges und besonders viel Arbeiten. Heute nun schreib ich dir, um dir eine recht traurige Nachricht mitzutheilen, falls du dieselbige noch nicht auf anderem Wege gehört haben solltest: daß nämlich die liebe Frau Pastor Schenk todt ist. Es ist ein doppelt trauriges Ereigniß bei der Menge der unerzognen Kinder und bei dem Ohrleiden des Hr. Pastors. Ich habe seinen Brief an Theodor gelesen; er scheint ganz gebrochen zu sein durch den großen Schmerz. Auch der arme Theodor thut mir sehr leid, und wir wollen ihm ja jetzt thun, was wir können. Wie schade, daß die Mamma nicht da ist!

Also, wenn es dir recht ist, so wird Theodor morgen kommen, und ich wahrscheinlich mit ihm; denn bis jetzt haben mir meine Freunde noch nicht auf meinem Brief geantwortet, in dem ich sie bat, mit mir morgen zusammenzutreffen.

Alles Nähere über die Krankheit und den Tod also wird dir Theodor selbst erzählen; der Spaziergang dauert von ¼3 bis ¼5 Uhr.

Hat denn die Mamma nicht geschrieben? Ich erwarte einen Brief von ihnen. Morgen also mehr, liebe Tante!

Grüße vielemal die liebe Tante Riekchen von mir!

Euer Fritz

398. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 6 Dec.63.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Schlüssel machen zu lassen.

399. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 6 Dec. 63.

Nietzsche bittet um 19 Srg. für Klaviermiethe.

400. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen

<Pforta, 6. Dezember 1863>Am zweiten Sonntage der Ankunft.

Liebe Mamma und Lisbeth.

Nun, so habe ich denn euren Brief und sehe, daß es euch wohl geht, wie mir, nur daß wir uns beide nach Veränderung sehnen, ihr nach Naumburg, ich zu euch. Eure Bestimmungen über Weihnachten sind mir alle recht, genießen wir sie fröhlich und mit dem Gefühl, daß es die letzten sein können für einige Zeit, die wir gemeinsam verbringen. Das nächste Mal einsam in einer etwas fernen Universitätsstadt oder — nun auch im Felddienst in einer Wintercampagne für Schleswig Holstein.

Da fällt mir gleich das Wichtigste ein, was ich zu schreiben habe, daß ich nämlich bis Weihnachten noch meine sämmtlichen Militärzeugnisse brauche, die Bewilligung des Vormundes usw. Theilt dies dem Onkel Bernhard mit und bittet ihn, mir alles baldigst zuzuschicken. Loskommen werde ich schwerlich, mag es auch kaum —

Vor allem muß ich doch nach ihrem großen Interesse, das sie für diesen Gegenstand hegt, meiner lieben Lisbeth die Nachricht über unsre Temperatur und Witterung bringen; sie ist eine sehr kriegerische, während sie in Gorenzen eine sehr nebelige sein soll. Nun freilich, im Nebel noch „fade Unterhaltungsphrasen“ zu hören, das ist höchst mißlich; aber liebe Lisbeth, denkst du, daß meine Briefe dich fade unterhalten wollen? Das mußt du noch lernen, daß an und für sich kein Gegenstand der Unterhaltung unwerth ist, wenn du aber die Art meiner Unterhaltung fade nennst, so zucke ich mit den Achseln und bitte dich, den Brief noch einmal zu lesen.

Gestern hat uns ein Improvisator, Professor Bärmann, vorzüglich eine Stunde unterhalten, eine sehr liebenswürdige Persönlichkeit mit einem feinen und sehr gewandten Geiste. Wir stellten ihm Themata, unter denen vorzüglich eins gefiel: „Ueber die schwierige Erlernung der Mathematik“, was er ganz prächtig durchführte. Er schied von uns, höchst heiter und aufgeräumt; denn Lehrer und Schüler und Mädchen (wie ich meiner Deutschheit halber für „Damen“ schreibe) waren eins in seinem Lobe.

Doch was ist es, improvisiren? Unser Leben ist oftmals streckenweise eine poetische Improvisation, und man muß nur Phantasie mitbringen, um es als solche zu empfinden.

Lisbeth, Lisbeth, wo liegt der Schlüssel zu diesem Gedanken? Weißt du, was eine Sphinx ist? Mein Wetter ist jetzt eine Sphinx; für dich jedenfalls ein Räthsel.

Dies alles umschließe mit einer großen Parenthese; das Rebus ist gut, du kannst dich darauf verlassen; wenn du es fassen solltest, so ist es noch besser. —

Es geht mir ganz gut; ich besuche die liebe Tante Rosalie häufig, und sie ist sehr gütig gegen mich. Mitunter gehe ich auch zu Geheimerath Backs in Kösen. Mit meiner Reise mag es kommen, wie es will; zwar sollte der eine Tag hübsch in Naumburg werden, und ich wollte zum Abend mir meine Freunde einladen.

Grüße mir den lieben Onkel recht angelegentlich von mir; ich wünsche ihm alles jetzt von Herzen, was ihm wünschenswerth erscheint. Insbesondere daß er recht gesund und froh ist.

Nun lebt wohl, Mamma und Lisbeth, recht wohl!

Fritz.

401. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 17 Dec. <1863>

Hr. Prediger Kletschke wird um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche

402. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pf. 17/12 Dec. 63.>

Nietzsche bittet gehorsamst um 4 Thl. Reisegeld.

403. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. d. 20.12.63.

Herr Pred. Kletschke wird um 15 Sg. für Rasieren gebeten.

Nietzsche.

1863 (64 Briefe)

340. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Januar 1863>

Итак, я снова вернулся в привычную колею; однако дела продвигаются совсем не быстро, к работе у меня в настоящее время мало желания и усидчивости. Да и физически я чувствую себя не очень хорошо; я плохо сплю и недостаточно спокоен для работы. Не можешь ли ты прислать мне немного шипучего порошка? Вообще, пришли мне в ближайшее время ящик с бельем, особенно рубашки. Кстати, сейчас мне очень не хватает штоллена, так как он есть у всех.

Эти каникулы были очень приятными от начала до конца, и я очень благодарю вас всех за вашу любовь и доброту.

Пришлите мне мой пиджак как можно скорее, мне его очень не хватает. Теперь все же снова будет необходимо искать нового наставника, так как доктор Хайнце, по всей вероятности, переедет в Ольденбург. В субботу его вызвали туда телеграммой, чтобы он представился. Должность оплачивается в 1000 талеров, а через три года — по 600 талеров пенсии за каждый год его жизни. В общем, не стоит пренебрегать!

Напиши мне, о каком учителе ты думаешь? Только не о Петере; может быть, о Корссене или Коберштайне, или Керне, или Фолькмане. Но ни о ком другом.

Сердечные приветы.
Твой Фриц.

341. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforta am 12 Januar 1863morgens.

Дорогая тетя.

К сожалению, ни одна из моих прогулок не выпадает на твой дорогой день рождения, и поэтому я не могу отпраздновать этот прекрасный праздник в кругу всех поздравляющих. Позволь мне поэтому в нескольких строках выразить то, что я храню в своем сердце из добрых пожеланий для тебя. Ты всегда проявляла ко мне так много любви; даже последнее Рождество свидетельствует об этой любви, которая охотно и полными руками дает и всегда заботится о том, хорошо ли мне, и всегда думает о том, чего мне еще не хватает. Поблагодарить за эту любовь и выразить слабыми словами сердечные пожелания, через которые я единственно могу проявить свою благодарность, поэтому всегда, и особенно в такие дни, как сегодня, было одной из моих первых и самых любимых обязанностей; и даже больше, чем могут сказать эти немногие слова, ты можешь прочитать сама в моей душе, дорогая тетя!

Что же мне еще перечислять из того, что кажется желательным нашему близорукому суждению; все, что радует твою душу и украшает жизнь, является скорее внутренним благословением, чем внешним благом, которое бренно и преходяще. Но я желаю тебе, чтобы через год ты добавила еще один счастливый, согревающий сердце год к числу прошедших и, укрепившись сердцем и духом, приняла будущее как дар, который может быть только освежающим и полным благословения.

Живи очень хорошо и счастливо!

Фриц.

342. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Februar 1863>

Дорогая мама.

После того как моя вчерашняя обувная экспедиция прошла довольно безрезультатно, я по пути в Пфорту заскочил в Альмрих, чтобы попрощаться с одним учеником выпускного класса, которого постигла неудача — его исключили. Почти весь класс был в сборе, так как беднягу все очень любили; прощание, конечно, было очень грустным. —

В Пфорте портной принес мне мой костюм; кажется, он сидит сносно. Пиджак он забрал обратно, чтобы еще раз подправить. Сегодня после обеда снова большая репетиция в гимнастическом зале, дело довольно скучное. Впрочем, я немало радуюсь масленичным дням; я намерен провести их в Пфорте как можно веселее, ведь хоть на короткое время вырываешься из вечной рутины; день за днем все тянется так скучно; если бы только поскорее наступили пасхальные каникулы! Я говорил с Хайнце насчет Клечке, разговор был очень коротким и холодным: «Вам ведь осталось здесь всего полтора года», — сказал он.

Кстати, Хайнце стал профессором в Ольденбурге, но пока его так называть еще нельзя, а только со дня его пребывания в Ольденбурге. Ему также предложили должность директора в прусской гимназии, от которой он, разумеется, отказался. — Ордена для котильона и танцевальные карточки, конечно, уже заказаны, я думаю, все должно пройти неплохо.

Цель моего письма, впрочем, прежде всего в том, чтобы попросить у тебя денег на масленицу, я разорился как церковная мышь и все же нахожусь в отчаянном положении, нуждаясь в деньгах, как можно в большей сумме. Мне еще нужно оплатить газеты. Сделай одолжение, дорогая мама, и пришли мне какой-нибудь небольшой перевод, помоги мне и моей кассе снова встать на ноги. У Айзентраута мне тоже еще нужно кое-что оплатить. Так что тебе будет ясно, сколько мне нужно. Один талер у тебя еще остался с Рождества. Добавь еще один, и я буду вполне доволен.

Твой Фриц.

Пришли деньги вместе с чулками, жилетом, кальсонами. Большой привет Лизбет и дяде.

343. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Eilenburg

Pforta am 1 März 1863.

Дорогая мама!

После того как в прошлое воскресенье я отправился в Наумбург, не имея ни малейшего представления о том, что вы уехали, и застал дома только дядю, я изо дня в день ждал от тебя письма, которое к моей великой радости получил в пятницу после обеда. Похоже, у вас всё очень хорошо; я бы и сам больше всего хотел быть сейчас в Айленбурге, где так давно не был. Теперь я даже не знаю, как вы повеселились в Пфорте; бал показался мне в целом довольно уютным, только немного скучноватым. Ученики обер-секунды, по моему мнению и по мнению всех остальных, сыграли замечательно, а наша игра на их фоне выглядела несколько слабее. Главная заслуга во всех отношениях принадлежит Мейеру, который руководил всем этим делом. — У нас сейчас необычайно много дел. Повсюду повторения, так как конец семестра близок. Будет ли Лизбет участвовать в балу по случаю дня рождения короля? —

Событие этих дней заключается в том, что Мейер, к нашему величайшему огорчению, был исключен, причем из-за «прелло» в Альмрих, которое он предпринял с несколькими моими знакомыми, но на обратном пути был пойман несколькими учителями. Нам это тем более больно, что в последние полгода Мейер был на очень хорошем счету у учителей и сам очень старался. Учителями были приняты все возможные меры, чтобы удержать его, но некоторые отягчающие обстоятельства помешали этому. Последние дни его пребывания мы теперь проводим полностью вместе, со всех сторон ему оказывают знаки любви и привязанности; ведь его очень высоко ценят все, кто знает его ближе. Эта суббота, когда был синод и мы были в величайшем волнении, была определенно самым печальным днем, который я провел в Пфорте. Его дальнейшая судьба теперь крайне сомнительна, так как у него совсем нет средств. —

Я с нетерпением жду вашего приезда; передавай от меня сердечный привет моим дорогим айленбургским родственникам!

Всего вам самого доброго!

Фриц.

344. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 8. März 1863>Sonntag, Abend.

Дорогая мама!

Очень приятно, что вы благополучно вернулись и, конечно, вам будет о чем мне рассказать. Тем сильнее я сожалел, что из-за плохой погоды не смог сегодня приехать в Наумбург. Ведь и мне было бы что приятного вам рассказать: а именно то, что со вчерашнего дня я назначен фамулусом г-на проповедника Клечке; он просил передать тебе большой привет. Поскольку у него сейчас как раз неделя инспекции, я сегодня и всю эту неделю буду в полной служебной нагрузке; что я буду ему рекомендован — теперь для меня совершенно точно.

Давай устроим встречу в следующее воскресенье в Альмрихе; с этого дня у нас начинается экзаменационная пора. Эти восемь дней будут еще очень трудными и неудобными. Наши пасхальные каникулы, кстати, сокращены; я почти не знаю, поеду ли я вообще куда-нибудь. Они продлятся со среды перед праздником до среды после праздника, то есть 8 дней. Если я к тому времени втянусь в какую-нибудь большую работу, то, пожалуй, останусь здесь и буду работать, тем более что г-н ректор рекомендовал это время как особенно подходящее для частного чтения.

Между тем, меня снова очень тянет в Наумбург; напишите мне свои соображения на этот счет.

Г-ну Клечке ты, вероятно, напишешь благодарственное письмо с парой слов о своем желании, чтобы я был ему рекомендован. Письмо пришли мне, а остальное я устрою.

Как поживает дорогой дядя? Лизбет еще должна мне много рассказать. Пишите все как можно скорее и будьте здоровы!

Фриц.

345. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 31. März 63.

Ницше просит любезного разрешения отремонтировать свой шкаф.

Комната IX, шкаф V.

346. An Hermann Kletschke in Pforta (Formular)

Pforta, den 10 April 1863

Выпускник Ницше просит разрешения заказать следующие книги:

Фукидид, под ред. Крюгера.

347. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte, 10. Apr. 63.

Ницше просит 5 срг. на почтовые расходы.

348. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. April 1863>

Дорогая мама!

Недавно вечером я благополучно добрался до Пфорты, не подвергшись нападению, не свалившись в канаву и не заблудившись, хотя и шел один. На следующее утро получил всё вовремя, кроме гребешка; кстати, мне было бы очень кстати что-нибудь съестное, вроде колбасы или чего-то подобного. Довольно!

У меня всё хорошо, надеюсь, как и у вас; мои мальчики прибыли, их зовут Бакс и Редтель, так что для дяди Теобальда это старые знакомые, мне они вполне приятны. Господин пастор тоже очень рад; мой средний — Арндт.

Я много рассказывал о дорогом дяде, господин п<астор> очень скоро напишет. — Рихард переведен в нижние классы, в кварту.

Если приедут или уже приехали люди из Плауэна — пустите в ход все средства, чтобы выманить их оттуда.

Сейчас снова заходил господин пастор с обоими мальчиками, которые теперь останутся за моим столом; я позаботился о них, предоставив разное необходимое.

Они кажутся любезными и способными к обучению. — Разве каникулы не были чудесными? Мы их хорошо провели. Работа снова мне по душе.

Завтра начинаются уроки.

Увидимся ли мы в воскресенье? Мне еще нужно кое-что уладить у Домриха.

Ну, будьте здоровы! Все вы часто вспоминайте обо мне.

Фриц

349. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 11 Apr. 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести 6 тетрадей для письма и гусиные перья.

350. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. April 1863>Donnerstag früh.

Дорогая мама.

Если я пишу тебе сегодня, то это одно из самых неприятных и печальных дел, которые мне когда-либо приходилось делать. Дело в том, что я сильно провинился, и не знаю, простишь ли ты меня и сможешь ли простить. С тяжелым сердцем и крайне недовольный собой я берусь за перо, особенно когда вспоминаю наше уютное и ничем не омраченное совместное времяпрепровождение во время пасхальных каникул. В прошлое воскресенье я был пьян, и у меня нет иного оправдания, кроме того, что я не знаю своей меры, а в тот день был немного взволнован. Когда я вернулся, меня поймал старший учитель Керн, который во вторник вызвал меня в синод, где меня понизили в разряде на треть и лишили часа воскресной прогулки. Ты можешь себе представить, насколько я подавлен и расстроен, особенно тем, что причиняю тебе такое горе столь недостойным поступком, подобного которому со мной никогда в жизни не случалось. И как же мне жаль проповедника Клетчке, который оказал мне такое неожиданное доверие! Этим единственным случаем я полностью разрушаю свое сносное положение, которое приобрел в прошлом квартале. Я так злюсь на себя, что работа совсем не движется, и я никак не могу успокоиться. Напиши мне поскорее и будь со мной очень строга, ведь я этого заслуживаю, и никто не знает лучше меня, насколько сильно я это заслуживаю.

Мне, вероятно, не нужно уверять тебя в том, как сильно я буду держать себя в руках, поскольку теперь это будет иметь огромное значение. Я снова стал слишком самоуверенным и теперь, пусть и крайне неприятным образом, был вырван из этой уверенности.

Сегодня я пойду к проповеднику Клетчке и поговорю с ним. — Пожалуйста, не рассказывай об этом деле никому другому, если оно еще не стало известно.

Кстати, пришли мне как можно скорее мою шаль, я до сих пор страдаю от охриплости и болей в груди. А также соответствующий гребень.

А теперь прощай, пиши мне поскорее и не сердись на меня слишком сильно, дорогая мама.

Очень опечаленный
Фриц.

351. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 18. <April?> 63.

Ницше просит любезного разрешения переплести Фукидида.

352. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27. April 1863>

Дорогая мама!

Я уже несколько дней нахожусь в лазарете из-за охриплости; она никак не хотела проходить; добавился еще и ужасный насморк. Последний в лазарете постепенно проходит, но охриплость все еще осталась. Вчера, в воскресенье, утром мне ставили пару пиявок на шею; они хорошо сосали, и стало немного лучше. Я должен соблюдать строгую диету, быть в тепле и поменьше разговаривать.

Я использую это время, чтобы много писать и спать. Было бы скучно, если бы у меня не было интересного чтения. Иногда меня кто-нибудь навещает. — Доктор сегодня уехал к своему отцу, его обязанности исполняет доктор Розенбергер.

Я уже писал тебе недавно, но не отправил письмо, так как оно могло тебя встревожить, ведь я собирался лечь в лазарет.

Погода плохая и переменчивая; я рад, что сейчас нахожусь в теплой комнате, и рад, что нездоров именно сейчас, когда я ничего не теряю от прекрасной природы. Жаль, что мне приходится обходиться без игры на фортепиано, все кажется мне мертвым, когда я не слышу музыки. Когда я был там, я очень много играл симфонии Гайдна в четыре руки; они детские, прелестные и трогательные.

Иногда, и чаще, чем обычно, я размышляю о своем будущем; внешние и внутренние причины делают его несколько шатким и неопределенным. Возможно, я мог бы изучать любой предмет, если бы у меня хватило сил отказаться от всего остального, что мне интересно. Напиши мне как-нибудь свои мысли об этом; что я буду много учиться, мне довольно ясно, но если бы только везде не спрашивали о хлебе насущном! —

В субботу неделю назад была исповедь, в воскресенье причастие. Что я принял самые лучшие решения, и что прошлая история во многих отношениях побудила меня к размышлениям, что я особенно тщательно обдумал все то, что ты мне писала, и позволил этому повлиять на меня — я не хочу больше заверять, я надеюсь, что мое дальнейшее поведение будет свидетельствовать об этом.

Как только я буду совсем здоров и погода наладится, я приеду в Наумбург. Мы ведь давно не виделись. Надеюсь, у вас дела идут лучше, чем у меня. Сердечно приветствую Лизбет и дядю.

Живите все хорошо!
Фриц.

353. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 2. Mai 1863>

Дорогая мама.

Твое милое письмо с грудными леденцами было мне очень приятно, так как я снова услышал от вас многое, что меня очень интересовало. Прежде всего, отчитываясь о своем недомогании, сообщаю, что охриплость все еще со мной, причем без изменений; со вчерашнего дня я пью сельтерскую воду с молоком, и это, кажется, немного облегчает горло. Мне постепенно становится жутко в лазарете, особенно потому, что сегодня погода и небо выглядят радостно. Хотя я здесь работаю, дело продвигается не очень, так как мне постоянно не хватает той или иной книги. Я делаю выписки из «Истории литературы XVIII века» Хеттнера, вообще я много занимаюсь историей литературы.

Что касается моего будущего, то именно эти чисто практические соображения меня беспокоят. Решение о том, что мне изучать, само собой не приходит. Значит, я должен сам обдумать и выбрать; и именно этот выбор доставляет мне трудности. Конечно, мое стремление — изучать то, что я изучаю, основательно, но тем сложнее выбор, так как нужно найти ту специальность, в которой можно надеяться достичь чего-то цельного. И как часто обманчивы эти надежды! Как легко позволить увлечь себя сиюминутной склонностью, или старой семейной традицией, или особыми пожеланиями, так что выбор профессии кажется лотереей, в которой очень много проигрышей и очень мало выигрышей. Теперь я еще нахожусь в особенно неприятном положении, имея целый ряд интересов, разбросанных по самым разным дисциплинам, удовлетворение которых со всех сторон сделало бы из меня ученого мужа, но вряд ли профессионала. То, что я должен отбросить некоторые интересы, мне ясно. То, что я должен приобрести некоторые новые, — тоже. Но какие же должны быть настолько несчастными, чтобы я выбросил их за борт, возможно, как раз моих любимцев!

Я не могу выразиться яснее, критическое положение очевидно, и через год я должен буду принять решение. Само собой оно не придет, а я сам слишком мало знаю эти дисциплины.

Довольно. — Мне, собственно, больше нечего писать, кроме того, что я очень сожалею, что не увидел молодоженов в Пфорте.

Передавай от меня большой привет Лизбет и дяде!

Будьте все здоровы!

Фриц.

354. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 5 Mai 63.

Господина проповедника Клечке покорнейше просят о 5 срг. за пять порций сахара к сельтерской воде.

Ницше

355. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. Mai 1863>Montag

Милая мама!

Как бы мне хотелось дать тебе знать в течение недели, как я себя чувствую; но ты не поверишь, как отрезанным от мира живешь в лазарете. Как редко кто-нибудь заходит, а уж тем более в такую прекрасную погоду. К тому же нет никаких письменных принадлежностей. До четверга я еще лежал в постели, ухо сильно гноилось и гноится до сих пор. Ежедневно впрыскивают какой-то настой. За ухом образовались три небольших нарыва. По ночам я все еще сильно страдаю, это, пожалуй, самая болезненная болезнь, которая у меня была. Насморк у меня все еще есть, но в остальном я чувствую себя гораздо лучше, хотя еще очень слаб. Я теперь немного гуляю на солнце и могу снова работать. Но я все еще очень плохо слышу и выгляжу не так, как обычно. Аппетит у меня тоже появился. Всю неделю я очень тосковал по вам, писать я не мог и был все время так одинок.

Завтра я хочу спросить доктора, могу ли я перейти обратно. Я очень радуюсь школьному празднику; если бы я только мог им как следует насладиться. Вчера я получил милое письмо от дяди Эдмунда, который передает вам и дяде Теобальду сердечный привет. Он приедет на неделе после 3 июня.

Напишите мне обязательно до школьного праздника. И еще мне крайне необходимы деньги, как для лазарета, так и на школьный праздник.

Будьте здоровы! Большой привет Лизбет и дяде. Может быть, я приеду в среду после обеда, если не будет слишком жарко, в Наумбург.

С сердечной любовью

356. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Mai 1863>

Дорогая мама.

Сегодня, в воскресенье, я снова пишу вам, так как чувствую себя лучше и завтра, если станет еще лучше, собираюсь прийти. В последнее время я был очень раздражен, так как не замечал никаких изменений в своем состоянии, а меня при этом мучили таблетками и растираниями маслами. Еще вчера ночью у меня два часа был ужаснейший приступ кашля с насморком и слезящимися глазами. Сегодня охриплость меньше, но насморк остался.

Погода такая прекрасная, я стремлюсь прочь из этой печальной комнаты, да и совсем нет времени здесь лежать; работы со всех сторон, самые неотложные. У меня сейчас большое желание провести каникулы в собачьи дни за учебой; да, я в некотором роде стремлюсь к этому. Конечно, в Наумбурге; Густав, вероятно, один дома, так как Круги уезжают. Мне еще столько нужно сделать, что я должен использовать для этого каникулы. И все до Михайлова дня.

Интерес Пфорты сосредоточен исключительно на школьном празднике в Пфорте. Ожидания самые большие, в том числе для дам, так как ожидается около 30—50 офицеров. Берлинский комитет находится в постоянной переписке с нашим по поводу распоряжений; он состоит из 12 человек, во главе с Ранке, Лепсиусом, Эренбергом и другими выдающимися личностями. Все будут зарегистрированы лично; приедут некоторые депутаты, также Шульце-Делич. Обедом в первый день занимается Тайхгребер, во второй — Айзентраут; рассчитывают на 200—400 человек. В гимнастическом зале будет обед, перед ним торжественный акт, на котором Штеккерт произнесет немецкую речь, потрясающе, говорю я вам. Вы тоже должны приехать. Поскорее подавайте заявки на приглашения, уже самое время. На второй день — горный праздник, после него, возможно, бал. История эта будет стоить денег, даже воспитанникам. Но будет очень весело, если все пройдет хорошо и вообще будет желание развлекаться. Мне это некстати только потому, что отнимает еще больше времени на работу.

Ну, будьте все здоровы! Пиши мне поскорее, дорогая мама, мои последние строки тоже все еще ждут ответа. Адьё!

Фриц.

357. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу бумаги и коробочку стальных перьев.

358. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 1863.

Господина проповедника Клечке покорнейше просят о 5 срг. за пять порций сахара к лекарству.

Ницше

359. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 20 Mai 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести мыло.

360. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 21. 5.63.

Ницше просит 5 срг. на школьный праздник.

361. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 22 Mai 63.

Ницше просит 5 Srg на горный день.

362. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 30 Mai <1863>

Ницше просит 5 срг. на горный день.

363. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Mai—Anfang Juni 1863>

Вот посылаю тебе довольно грязное белье, отчасти еще со времен моей болезни, кроме того, обещанные ноты, а к ним кое-что, что вы могли бы отправить тете — «альбомный листок», мало, но с любовью, как и на всех альбомных листках. Ничего нового я не пережил, сегодня я уже очень много работал, погода прекрасная, в субботу думаю снова навестить вас. Сегодня после обеда я пойду к господину проповеднику Клечке и все передам. Если ты пришлешь мне мой ящик обратно, дорогая мама, можешь, пожалуй, прислать мне вишен, я в этом году еще ни одной не ел. Вы ведь мне долго, очень долго ничего не присылали. Каникул я жду с нетерпением, как, пожалуй, никогда прежде. Только приведите мою комнату в полный порядок, чтобы она больше так не пахла и в ней было совсем свежо. Мой распорядок дня будет примерно таким: рано, около 4—5, я встаю, немного работаю, в 6 пью с вами кофе, потом снова работаю примерно до девяти, затем играю с Густавом — один день у Кругов, другой у нас — в четыре руки, потом идем вместе купаться; к обеду я снова здесь, а после обеда я в полном вашем распоряжении, если только вы не захотите каждый день таскать меня по гостям. А еще вместе гулять, в самый зной, этому я очень рад.

Ну, живите хорошо! Послезавтра, надеюсь, до свидания!

Ваш Фриц.

364. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 7 Juni 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги.

365. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 7. Juni 63.

Ницше просит 16 срг. за аренду фортепиано за II кварт<al>.

366. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte 14 Juni 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу для запис<ept>ей, бумагу и флакон чернил, а также отдать в переплет две книги.

367. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 19 Juni 63.

Ницше просит разрешения приобрести плавки и купальную шапочку.

368. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 19. <Juni> 63.

Ницше просит любезного разрешения поставить на свои сапоги новые подметки.

369. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 23 Juni 63.

Г-на проповедника Клечке просят оплатить 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше

370. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Plauen i.V., 22. Juli 1863>

Дорогая мама.

Думаешь, я буду донимать тебя скучным описанием путешествия? Нет. Я приберегу всё для устного рассказа. До сих пор я переживал всё так, как вы можете себе представить, и чувствовал себя очень хорошо и бодро. Милые тетушки делают для меня всё, и я живу очень привольно, имею в своем распоряжении две комнаты наверху, хорошо ем, делаю много визитов и т. д. Часто бываю у Анны, вчера тоже обедал там, был также у Брюкнеров. Все передают приветы и сожалеют, что ты не поехала с нами.

Дядя Теодор очень болен, вероятно, вялотекущая нервная лихорадка, у него жар, боль в левом боку, такая, что он не может пошевелиться в постели, больна печень. Мы все очень обеспокоены. Дядя Герман уехал в понедельник; из Апольды он хочет в четверг отправиться в Гамбург на большую выставку.

Завтра я отправляюсь в путь пешком, через Эльсниц, Трибель, Эльстер, Аш и т. д. Денег у меня не больше, чем ты мне дала. Ничего не поделаешь, всё равно поеду. Руку еще не открывал. Я действительно живу очень весело.

Сегодня иду к Адольфам, к Елене, к Оттилии, а вечером еще к Анне, если меня вечером не пригласят к Брюкнерам.

Вихманы скоро переезжают в свое третье жилье; ты его знаешь, тот великолепный угловой дом, где жили Маркграфы, я недавно осматривал его изнутри. Это, пожалуй, до сих пор самый красивый дом здесь. Стоит 140 талеров аренды, их нынешнее — 170 талеров; но оно не очень просторное, и все очень радуются новому, очень просторному жилью.

Когда я вернусь? Я совсем не знаю. Дней 6-7 я буду в пути, потом останусь еще дня на 2 примерно в Плауэне и вернусь. До счастливой встречи! Передавай Лизбет большой привет. Она скоро уедет в унылый Зангерхаузен. Не очень-то хочется с ней.

Есть ли письма для меня? Пусть лежат нераспечатанными. Если на них написано «per expr.», пришлите их мне в Плауэн.

А теперь еще раз прощай! Вы часто думаете обо мне? Я очень часто о вас. Вы всегда сможете догадаться, где я сейчас нахожусь.

(Если бы только было больше денег!)

Твой Фриц.

371. An Elisabeth Nietzsche in Sangerhausen

<Naumburg, 4. August 1863>

Дорогая Лизбет!

Сегодня мой последний день отпуска, и на какое-то время всё снова затихло. Мне очень хотелось бы сообщить тебе, как я провёл свои дни, раз уж ты, к сожалению, исчезла, и я не могу рассказать тебе о своих приключениях лично. Достаточно того, что на дороге из Вунзиделя в Вайсенштадт я досадовал на то, что, когда я вернусь, ты уже уедешь. Ну что ж, пусть у тебя всё будет хорошо, а у меня всё сложилось так — работал — не то чтобы совсем ничего — пережил — не то чтобы очень много — но всё в приятной, гладкой форме, с налётом элегантности и лёгкости, но также в юмористическом контрасте с сильной примесью баварского пивного уюта; я немного поправился и восстановил силы после своих нагрузок ежедневным дневным сном. А теперь — о горе мне — до следующих собачьих дней впереди лишь перспективы работы, забот и пота.

Моя жизнь в Плауэне — ты её знаешь и можешь себе представить, моё письмо маме ты тоже читала, подробности, если хочешь — что мы ели, о чём говорили, что читали, посещали, узнавали, где гуляли — я могу рассказать тебе при встрече. В целом очень милое настроение, без каких-либо значительных событий, вроде бала или концерта, но зато в полном наслаждении частной жизнью среди родственников. Затем я уехал оттуда на неделю; хочу сообщить тебе всё в виде заметок; представь, что всё это рассказано в стиле новеллы, и среди этого ты найдёшь немало интересных сцен.

Четверг. Погода неустойчивая, прощание, путь в Эльсниц, с подмастерьем и учеником переплётчика, там стрелковый праздник, шествие, дьякон Штрубель, с ним через стрельбище в Фойгтсберг, обратно, после обеда с ним в Трибель, там по пути его школьные ревизии, он ведь исполняющий обязанности ректора. У пастора Штробеля.

Пятница. Утром на Кирхберге, («ты помнишь об этом, мой...»?) после обеда снова в Эльсниц, вечер на стрельбище, народное гулянье, уютно. Там и заночевал.

Суббота. Путь до Эльстера очень весёлый, вверх и вниз, у привратника Траппа, лесные скалы с красными цветами, дядя Хуго Леман уже уехал, в Аш, ревизия на богемской границе, на телеге, к Штёссенам, вечером в Нойхаузен, баварское приграничное местечко, там пил с директором до 12. Затем спал в Аше.

Воскресенье. Освящение знамён гимнастов, народное гулянье, участвовал в шествии, речи бургомистра, трёх дам, которые попали впросак. Затем снова в Нойхаузен, там до часа ночи. Вместе с баварскими и богемскими пограничниками.

Понедельник. В 9 часов отправился в Франценсбад, куда прибыл около половины третьего, сплошная роскошь, модные журналы, люди, там слушал концерт, до 5 часов крутился среди кукол, среди масок и полек (черноволосых) — единственная чувствующая душа. В Эгер, осмотрел старый, знаменитый, серо-чёрный замок, всё католическое, иконы святых очень пёстрые, затем в 8 часов ещё отправился через леса, шёл ещё 3 часа с пивоваром и владельцем трактира, шёл небольшой дождь. Через баварскую границу. Деревенский кабак, между кучером и слугой на соломе. Храпит ужасно, воняет лошадью.

Утром во вторник в 5 часов отправился через лес в Вунзидель, 6 часов пути, насквозь промок, переоделся в «Кронпринце» и пообедал за общим столом, прекрасно, на Люксбург, в сопровождении молодого доктора, гора в гранитных обломках, лабиринт скал, с длинным мхом, проросший елями, проходы, пропасти, мосты, лестницы. Обратно через Вунзидель в Вайсенштадт, слева Шнееберг и Рудольфштайн, вечером в 9 часов там в «Льве» хорошо поужинал (суп, форели, картофель, пиво), очень хорошо поспал (пружинные матрасы, всё очень элегантно), хорошо позавтракал, весьма хорошо заплатил, отправился на Вальдштайн

в среду, гроза с сильным дождём, два часа поднимался в нём, наконец лестницы, стеклянный домик, переоделся, чудесный вид, белые массы тумана из ущелий после грозы, вниз к Шварценбаху, много раз сбивался с пути, постепенно затяжной дождь, в Шварценбахе насквозь промок, сел на железную дорогу, поехал в Плауэн. Там меня очень ждали. Sic! Что там ещё пережил — не много. Дядя Теодор очень опасно болен. В воскресенье я снова уехал обратно и очень уютно и мило провёл с мамой праздник вишни. Теперь всё кончено. Передавай большой привет дяде и тёте от меня, оставайся здоровой, развлекайся как следует (со своими лейтенантами), передавай также всем в Горенцене привет от меня и вспоминай иногда обо мне, если у тебя нет времени писать. Будь здорова! Хорошая зверушка!

Фрицхен!
Твой Алюмнус.

372. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. August 1863>Sonnabend früh.

Дорогая мама.

Прости, пожалуйста, что у меня не было возможности написать раньше или приехать самому. У меня было особенно много, больше чем обычно, дел. И как бы я хотел поговорить с тобой как раз после письма с тремя печальными известиями. Я так расстроен, раздосадован и в некотором роде так взбешен тем, что все так вышло. Добрый дядя Теодор! Значит, я все-таки не увидел его снова! Я так часто смотрел на его фотографию в эти дни и всегда носил ее с собой. — И потом я упрекаю себя в том, что в <den> собачьи дни не поехал в Горенцен. Можешь быть уверена, с обоими все было бы иначе. И неужели вы думаете, что морские купания здесь все исправят? Для тела, может быть, возможно; для духа, что все же главное, — никогда. Прежде всего, тетя Сидония не может оставаться с ним ни минуты дольше. Дядюшке было бы лучше путешествовать, в горах, пешком, чем чахнуть в покое маленького курортного местечка. Другая история — это нелепость, отголосок нашей Наумбургской идеи с тинктурой, следствие его душевного нездоровья, ни в коем случае не обязывающая, даже в случае помолвки. Если бы я только был там! Писать дяде я не буду. Если он будет в Маснице, скажи ему, не мог бы он немного приехать в Пфорту.

Ну, прощай. Завтра я собираюсь увидеть вас в Альмрихе, надеюсь и радуюсь тому, что встречу Лизбет, которую так давно не видел. Значит, на следующей неделе свадьба, я сожалею, что совершенно точно не смогу приехать.

Ну вот. Будьте здоровы!

Ваш Фриц.

373. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 27. Aug. 63.

Ницше просит 10 срг. на поездку певцов и горный день.

374. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 29. August 1863>Sonnab. früh.

Дорогая мама!

Надеюсь, вы уже вернулись; как я и ожидал, приехать мне, конечно, не разрешили. Должно быть, было очень мило, а я так и не познакомился с родственниками. Ну что ж, это всегда успеется. Конечно, вы не получили от меня письма, и, вероятно, даже моих приветов и поздравлений. Мне очень жаль. — Наконец-то я снова увижу Лизбет; ведь правда, в воскресенье в Альмрихе, если не будет слишком жарко, иначе не приезжайте, и я тоже не приеду.

В прошлую среду была поездка певцов в Рудельсбург, народу из Кёзена было много, так как погода стояла прекрасная. Я много говорил с господином пастором Баксом, он просит передать дяде Теобальду, очень просит, чтобы он приехал к нему теперь на более долгий срок; он снова переезжает в свою комнатку и т. д. — Скажите ему об этом.

В четверг после обеда был горный день при самой приятной погоде на свете. Жаль, что вас не было, было очень красиво и весело. Я довольно много танцевал. Госпожа тайная советница Редтель была там вместе со своими дочерьми. Я буду навещать их чаще, так как я приглашен, а это очень милые люди.

У меня очень много дел, я в постоянных хлопотах. При этом я ужасно потею. Не могли бы вы достать мне несколько бутылок содовой?

С сердечной любовью

ваш очень дорогой
сын и брат Фред.

375. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pforte 30 Aug. 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги и коробочку стальных перьев.

376. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 6. September 1863>Sonntag Abends um zehn Uhr.

Приветствую вас всех!

Не правда ли, несколько строк от меня сейчас придутся вам весьма кстати, раз уж я сам сегодня не смог приехать. Хотя сам я ничего особенного не пережил; напротив, я думал, что за прошлую неделю наберу целый ворох самых ярких, милых впечатлений; но неделя прохромала мимо и принесла мне лишь записку, из которой я узнал, что вы обо мне еще помните и что мое белье должно быть грязным, что, как ни странно, действительно было правдой.

Итак, сегодня несколько строк, чтобы вы знали, что я еще жив, завален книгами и до следующей субботы не могу даже думать о том, чтобы выбраться из этого укрепления. При этом я весел, порой расстроен, переживаю то хорошие и забавные, то досадные вещи, но часовой механизм работает и тикает, садится ли на него муха или поет соловей.

Конечно, осень и ее зрелый воздух разогнали соловьев, а мухи при этом простудились. А я очень люблю осень, хотя знаю ее больше по своим воспоминаниям и стихам.

Но воздух такой кристально чистый, и так отчетливо видишь от земли до неба, мир лежит словно обнаженный перед глазами.

Когда мне позволено минутами думать о чем хочу, я ищу слова к мелодии, которая у меня есть, и мелодию к словам, которые у меня есть, и то и другое вместе, что у меня есть, не сочетается, хотя и вышло из одной души. Но такова моя доля!

Вот снова улетают ласточки, направляя свои паруса на юг, а мы снова сентиментально поем им вслед и машем кружками, и иной утирает нос от умиления, ибо почтальон трубит: Почти тридцать лет тебе от роду!

Это нынче называют этапом жизни, и иной выпускник представляет себе жизнь как пирог, от которого он съел меньший, слегка подгоревший кусок, и теперь с энергией и достойной подготовкой принимается за то, чтобы уничтожить больший, более сладкий кусочек.

И вот, остается жалкий остаток, который называют жизненным опытом, и стыдятся бросить его собакам. Из благоговения, может быть. Ведь он стоил многих зубов.—

До сих пор — правдивое и поэтичное вступление к моему письму. Теперь о главном, состоящем в том, что я часто о вас вспоминаю, во-вторых, что мне нужны белые носовые платки, так как я расцветаю от насморка, и в-третьих, что мне нужны следующие ноты в качестве насущной необходимости

Шуман, 

Фантазии, 2 тетради. «Вечером» и т.д.
Детские сцены. 1 тетрадь.

Фолькман, 

Вышеград.

Лизбет, пожалуйста, достань мне и то и другое непременно у Домриха и пришли мне обязательно во вторник. Это для фрейлейн Анны Редтель. Я обещал. Пожалуйста!

Фриц
который надеется увидеть вас в среду в Альмрихе;
это выпускной вечер. Будьте здоровы!

377. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 11. September 1863>Freitag, früh um 5 Uhr.

Приветствую тебя!

Смотри, я схватил его за холку, а именно твое письмо, прочел его и рассмеялся, а когда дочитал, рассмеялся еще раз. Значит, ты была в настоящем ужасе от того, что я писал не как обычно о грязных чулках, всяких желаниях моего желудка и моего кошелька и тому подобных милых вещах, которые всегда делают мои письма такими дорогими для тебя, а потому, что я в стиле воспитанницы пансиона, сентиментальными, душераздирающими фразами выразил желание раздобыть себе несколько нот: конечно, скромное желание, которое, однако, так и не было исполнено.

Мне жаль, что я тебя напугал, и я, конечно, не буду делать этого снова, особенно если мне придется опасаться, что из-за ужаса перед чудовищностью письма ты совсем забудешь его суть.

Вчера у нас на обед было плохое мясо, а завтра будем есть клецки.

На одном из моих сапог есть отверстие, которое принято называть дырой.

Сегодня в саду приманеров нашли птицу, которая была уже близка к разложению. Это был воробей. Он благоухал.

Когда идет дождь, становится мокро, и у нас нет прогулки. Тем не менее, сегодня у нас была прогулка.

Кстати, я «почтенный приманер», ты — почтенная сестра, а Домрих — книготорговец.

И поскольку мы все трое такими
остаемся,
рекомендую себя.

P.S. У меня как раз была «стирка», и я не в настроении отвечать тебе так чувственно, мое «сердечное Лизонька, сахарная конфетка, кошечка»,

P.S. все заключено в «кавычки».

Фредерик.

378. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20 Sept. <1863>

Ницше просит любезного разрешения

приобрести книгу б<елой> бумаги

приобрести книгу для черн<овых> записей

коробочку стальных перьев.

приобрести.

379. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20 Sept. <1863>

Ницше покорнейше просит 18 серебряных грошей за аренду фортепиано.

380. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 23. Sept. <1863>

Ницше просит о 2½ сг. для экзаменационной прогулки.

381. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 24 Sept. 63.

Г-на проповедника Клечке покорнейше просят о 20 грошах за чистку одежды.

Ф. В. Ницше.

382. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. September 1863> Freitag früh um 10 Uhr.

Дорогая мама.

Итак, завтра я счастливо преодолею последнюю ступень перед выпускным экзаменом, которую мне еще предстояло преодолеть в Пфорте: меня переводят в обер-приму. Пришли мне, пожалуйста, завтра белье, особенно носовые платки, а также необходимое зло, которое связано с каждым переводом: деньги. Так что, пожалуйста. Думаю, у тебя теперь снова будет больше денег.

В воскресенье мы в любом случае должны увидеться в Альмрихе, я очень на это надеюсь. То, что с вашими английскими делами все идет так быстро, мне приятно. В следующую пятницу я приеду, надеюсь, у меня еще будет место: только приготовьте мне комнату как можно лучше. В эти дни я работаю очень усердно, дело стремительно движется к последнему году, приходится все больше напрягаться.

Сейчас живешь будущим и строишь планы на университетские годы: даже свои занятия я уже начинаю подстраивать под это.

Так и на свой день рождения я на самом деле пожелаю себе только научные труды, а именно следующие:

«Нибелунги». Издание Лахмана. С глоссарием. 1851. Берлин, Gsellius, 1 талер 6 серебряных грошей.

Г. Дронке, «Религиозные и нравственные представления Эсхила и Софокла». Большой формат 8. 1861.

Лейпциг, Тойбнер, в обложке, 24 серебряных гроша.

Фр. Шуберт, «Grand Duo» для фортепиано в четыре руки.

Холле, 15 серебряных грошей.

Больше ничего. Только еще это деловое замечание, что в этот раз я хочу и должен поделиться своим именинным пирогом со многими.

Последний день рождения, который мы проводим так близко друг к другу. В следующий раз вы будете присылать мне подарки кто знает куда.

Лизбет благодарю за ее письмо, которое с различными попытками выразить настроение и таким же количеством абзацев выглядело довольно странно. Ну конечно, осенний воздух и маневры — и, чтобы стать поэтичным, — мундиры — могут немного оживить ноги. Отсюда и множество попыток и абзацев.

Итак, в воскресенье увидимся и поговорим. Завтра переезд, поэтому ужасная грязь.

К сожалению, нет времени. Поэтому прощай!
Не забывайте меня!
Фр.

383. An Hermann Kletschke in Pforta (Formular)

Pforta, den 26 Sept. 1863

Ал. Ницше просит разрешения выписать следующие книги:

Ниппердей, анналы том I и II, Вайдеман.

Холленберг, Вспомогательная книга по религиозному обуч<е>н<ию>.

Цицерон, «Об обязанностях», изд. Клотц. Тойбнер.

Хронологическая таблица греч<еской> ист<ории> Петера. 2-е изд.

Платон, диалоги, в редакции Германа, том II

384. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 28. September 1863>

Дорогая мама —

Так как наша встреча вчера не удалась и сорвалась, я всё же должен сегодня что-то написать, хотя предпочёл бы прочитать от вас более подробное письмо. Ничего особенного со мной не произошло, разве что вчера днём я был приглашён на обед к старшему учителю Кречмару; сегодня почти все учителя уехали на съезд филологов в Мейсен. В следующую пятницу я тоже приеду, думаю, мы славно проведём время вместе.

Что касается моих пожеланий, то я указал Домриху книгу, которая мне нужна. Она называется «Лахман, Заметки к Нибелунгам и к Плачу». Она будет стоить примерно столько же. Мне сейчас приходится очень много работать, и всё же не заметно, чтобы дело продвигалось особенно быстро. Всё потому, что дел так много. Но в целом это доставляет мне удовольствие, и я лишь всегда желаю иметь побольше времени.

В среду у вас, возможно, будет время, и надеюсь, вы не уйдёте, если я приеду. После обеда до половины третьего у меня прогулка. В пятницу можете ждать меня очень рано, во всяком случае, к кофе. Устройте всё как следует.

Г-н пастор Бакс просит ещё раз пригласить дядю Теобальда, очень просит, навестить его теперь на более долгий срок. Пусть дядя непременно это сделает.

Из моих учеников Редтель перешёл со мной в обер-терцию, Бакс, конечно, нет. Надеюсь, в следующий раз.

У меня теперь другой ученик; немного ограниченный, тугодум, при этом добродушный и прилежный — самый утомительный сорт людей.

Я теперь в четвёртой комнате: конечно, мне не стоит ожидать, что вы навестите меня здесь, но теперь вы хотя бы знаете.

За добрые пожелания и сливы очень благодарю. Надеюсь, в этот раз счёт не такой большой. В лазарете я ведь не был.

Собачьи дни были довольно приятными, я часто и с удовольствием вспоминаю свою большую поездку, ведь я пережил немало; мне то и дело что-то вспоминается.

Что же будет в следующем году на каникулах? Я ещё совсем не знаю, что мы будем делать.

Ну, живите хорошо и любите меня!

Фриц

385. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 11 Oct. <1863>

Ницше просит любезного разрешения приобрести мыло.

386. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. II Oct. <1863>

Ницше просит 5 срг. за обучение.

387. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 13. Oktober 1863>

Дорогая мама.

Хотя я не знаю, вернулась ли ты уже из своего путешествия, я пишу, даже если у меня нет ничего важного, о чем стоило бы написать. Насколько я знаю — и я думаю, что не ошибаюсь, — в следующий четверг, когда у нас будет очень тяжелый учебный день, полный работы и усилий, я праздную свой день рождения. Так что встретиться в этот день невозможно. Но в следующее воскресенье я надеюсь, что мы увидимся в Альмрихе. Прогулка будет с 14:15 до 16:15.

В прошлое воскресенье было святое причастие, и поэтому у нас не было прогулки. Мне было бы жаль, если бы вы меня ждали.

В субботу я навещал старых тайных советников Баксов в Кёзене; старики были очень дружелюбны. Мне всегда приходится очень много работать. Это следствие того, что я в новом классе. Вчера мы были с господином ректором на Заальхаузенах. Затем мы вернулись через горы и Кёзен.

То, что я очень обрадовался помолвке д. Д. Хайнце, вполне естественно; если Лизбет когда-нибудь увидит Клэр, пусть она передаст ей мои поздравления и мою радость. Если бы я был в Наумбурге, я бы сделал это сам. Как я сейчас слышу, профессор Хайнце со своей невестой как раз в Пфорте и представляется отдельным семьям. К сожалению, я не могу покинуть комнату.

Когда вы уезжаете в Горенцен? И что стало с англичанами? Напишите мне к моему дню рождения очень подробное письмо, я буду так рад этому. — В следующий понедельник у нас акт в честь пятидесятилетия Лейпцигской битвы. В этот раз я не хочу читать стихотворение.

Хоффманн фон Фаллерслебен уже несколько дней в Пфорте, в гостях у профессора Штайнхарта. Сегодня он присутствовал на хоровом занятии, мы пели несколько песен на его стихи.

Это все, что стоило бы упомянуть. Наконец, у меня нет полотенец, пришлите мне их, пожалуйста. Счет составляет чуть больше 9 талеров, что тебя порадует.

Ну, дорогая мама и Лизбет!
Прощайте!
Ваш Фредерик

388. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 14/Oct. 63.

Ницше покорнейше просит 5 срг. на вино.

389. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Oktober 1863>

Дорогие мама и Лизбет!

Вот я и прожил еще один день рождения, и, если не считать того, что это был довольно напряженный учебный день, а чувство, что тебе исполнилось 19 лет, не из самых приятных, я весь день чувствовал себя очень хорошо и бодро. Когда в 11 часов я вернулся с урока в свою комнату, я нашел там красиво накрытый стол, а на нем — все ваши прекрасные подарки: это меня очень обрадовало. Прежде всего, я очень благодарю вас, много-много раз, за все ваши добрые пожелания, на которые, дай Бог, снизойдет Его благословение; затем я очень порадовался всем вашим подаркам, особенно потому, что смог порадовать и других всеми этими вкусными вещами. Жаль, что книга оказалась не та: я не заказывал ее у Домриха, это ошибка. Эта книга у меня уже есть. Нужная называлась «Примечания к Нибелунгам и Плачу» К. Лахмана. Поблагодарите, пожалуйста, добрых тетушек за их письма и богатые дары; особенно дорога мне фотография дорогого покойного отца. Книга тети Розалии, к сожалению, тоже еще не поступила к Домриху.

Сегодня утром я ел вкусный пирог и отправил еще 14 своим близким знакомым, так что он как раз закончился. Он был превосходным, и мне, и другим он очень понравился. Также прекрасные фрукты и вино, которым я был очень рад — все выглядело так красиво и красочно — я раздал после того, как все попробовал. Так что я могу поблагодарить не только от себя, но и от всех, кто разделил со мной угощение. Вильгельм и Густав написали мне очень милые письма.

Может быть, в ближайшее время мне напишет и дядя Эдмунд. Итак, в воскресенье мы встретимся в Альмрихе, в последний раз до Рождества. У меня всегда очень много дел, и поэтому совсем нет времени ни на что другое.

Маленькая промокашка, дорогая Лизбет, почти слишком хороша, чтобы я мог ею пользоваться. Я также очень благодарю тебя за твое письмо. Итак, до встречи в воскресенье! Может быть, вы придете вечером на большие торжества на Кнабенберге.

Еще раз огромное спасибо!
Ваш Фриц.

У меня насморк, это плохо. Пожалуйста, пришлите носовые платки! Завтра я отправлю вам письмо Хайнце, раньше у меня нет времени.

390. An Max Heinze in Naumburg

<Pforta,> am 16 October 63.

Глубокоуважаемый господин.

Я испытываю особое желание письменно засвидетельствовать Вам свою радость по поводу Вашей помолвки, так как при Вашем отъезде из Пфорты Вы любезно просили меня время от времени писать Вам. Как охотно я пользуюсь именно этим случаем, поскольку этим последним событием, говоря кратко, Вы стали мне еще ближе, чем это всегда могла сделать та благодарность, которую я Вам должен. Не только тем, что благодаря Вашей помолвке Вы снова теснее связаны с Наумбургом, моей родиной: нет, также и Ваш, и счастья счастливейший выбор представляет для меня большой интерес, так как я раньше, пока еще был в Наумбурге, имел случай познакомиться с фрейлейн Клэр. Итак, присоединяя свои пожелания ко всем тем, которые высказывают Вам повсюду, а значит, и в Пфорте, я остаюсь

Ваш благодарный бывший
подопечный
Ф. В. Ницше

391. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 18 Oct. 63.

Ницше просит 2½ срг. на фейерверк.

392. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. Oktober 1863>

Дорогие мама и Лизбет!

Пишу в надежде, что это мое письмо еще застанет вас в Наумбурге. Итак, сегодня отправляю этот чехол с ящиком, в котором вы пришлете мне все, что мне еще нужно. Соответствующую книгу просто отправьте обратно Домриху, о другой я позабочусь сам. Очень жаль, что вы не видели красивого факельного шествия на наших высотах и множества праздничных огней. Вчера был большой торжественный акт, на котором профессор Штайнхарт произнес прекрасную речь. К сожалению, у меня слишком много дел, и я едва нахожу время на эти строки.

Итак, теперь мы долго не увидимся. Оставайтесь все здоровы и постарайтесь сделать так, чтобы дядя Эдмунд поскорее поправился. По воскресеньям я буду чаще, например, в следующее воскресенье, навещать тетю Розали, иногда также ездить в Кёзен к тайному советнику Баксу. — Соответствующие сапоги мне очень тесны в подъеме, но придется как-то носить.

Вы ведь будете писать мне из Горенцена несколько раз, писать более подробно? Я узнаю так мало. О рождественской поездке я сообщу вам свой план позже. На запланированную зимнюю поездку в Гарц я надеюсь больше, чем если бы она была летом. Скажи это дяде и передавай ему большой привет.

А теперь будьте здоровы и иногда вспоминайте обо мне!

Ваш Фриц.

393. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 1 Nov. 63.

Ницше просит любезного разрешения поставить на свои сапоги новые подметки.

394. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta, den 1. November 1863>

Ницше просит любезного разрешения

приобрести книгу б<елой> бумаги

приобрести книгу ч<ерновой> бумаги

коробочку стальных перьев.

для письма.

395. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 1 Nov. 63.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги,

коробочку стальных перьев

приобрести

и переплести три книги и одну нотную тетрадь.

396. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen

<Pforta, 10. November 1863>Dienstag. Abends.

Дорогие мама и Лизбет!

Я никак не мог написать раньше, так как последние две недели мне пришлось работать над довольно большим трактатом, который отнимал у меня даже часы досуга. Но я тем больше обрадовался вашему письму, которое пришло как раз вовремя и утешило меня ожиданием Рождества. Это, собственно, и есть единственное утешение, если оно когда-нибудь бывает нужно. Ведь в целом я с удовольствием погружен в свои занятия и живу вполне хорошо, как рыба в воде, или, по поэтичному выражению Лизбет, как «зверюшка» в своем «зверятнике» или «удовольствии».

То есть, выражаясь полнее: погода — ну что ж — она мне нравится; конечно, ведь холодно, а значит, уютно; временами дождливо и грязно, много желтых листьев и уже нет винограда, короче говоря, никакой осенней хандры, которая порой становится слишком поэтичной, музыкальной и розовой. Лизбет меня поймет: я говорю о красных мундирах, не так ли, мой —

Сегодня мы ели мартинских гусей, до жалости тощих; они, вероятно, так долго кричали, что дошли до истощения, а мы их окончательно доели.

Столько о погоде. Теперь о более важном. — Прежде всего, не забыть: мои сапоги в порядке, а значит, ноги сухие. С господином ректором мы, напротив, в добром согласии.

На улице мороз, я обмотал шею шарфом, вокруг меня довольно тихо, несколько мальчиков тихо перешептываются. В прошлом году в этот день был шторм и настоящая поздняя осень; сегодня тихо, по-зимнему, туманно, лампы и звезды тускло мерцают. Хотите знать о важных событиях? Или хотя бы о моей жизни? Внутренней, внешней? Ну, я уже все сделал и все вам рассказал. Снаружи мороз, внутри в комнатке уютно и тепло, и я мог бы сочинять стихи. Довольно.

Рождество — да, я с нетерпением жду лесной жизни зимой и нескольких больших прогулок. В следующем году мы не встретим этот добрый праздник вместе. Поездка туда тоже должна быть приятной, первый день я останусь в Наумбурге, в среду отправлюсь дальше и посмотрю, когда приеду. В Эрфурт я не поеду. — Пожелания на Рождество? Ну, об этом я напишу вам еще раз. Осталось еще 6 недель. Пишите мне как можно скорее. Соответствующая книга Домриха все еще не пришла как следует.

В последние недели я провел довольно обширное исследование о саге об Эрманарихе и для этого много копался в старых высоких томах в свиной коже и хрониках. Получилась небольшая работа страниц на шестьдесят. —

Я сразу напишу, чего я желаю, так будет лучше. 1) Grand Duo Ф. Шуберта, в четыре руки. 2) Дюнцер, «Лирические стихотворения Гёте». Вот так.

А теперь живите очень, очень хорошо и передавайте дорогому дяде от меня большой привет. Я хотел бы написать подробнее. Но нет времени. Но, пожалуйста, пишите мне поскорее.

Ваш Фриц.

Еще одна книга, которая мне, кстати, очень нужна, — это «Эсхил в переводе Минквица». Она нужна мне для моей большой самостоятельной работы на последний семестр. Так что выбирайте, что вам угодно. Ваш Фриц.

397. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 28. November 1863> Sonnabend.

Дорогая тётушка!

Мы с тобой довольно давно не виделись; мне мешало многое, чтобы приехать в Наумбург: плохая погода, отмена прогулок и, особенно, много работы. Сегодня я пишу тебе, чтобы сообщить весьма печальное известие, если ты, конечно, ещё не узнала об этом другим путём: скончалась дорогая госпожа пастор Шенк. Это вдвойне печальное событие, учитывая множество невоспитанных детей и болезнь уха у господина пастора. Я читал его письмо Теодору; кажется, он совершенно сломлен этим огромным горем. Мне также очень жаль бедного Теодора, и мы хотим сделать для него сейчас всё, что в наших силах. Как жаль, что мамы нет рядом!

Итак, если тебе удобно, то Теодор приедет завтра, и я, вероятно, вместе с ним; ведь до сих пор мои друзья ещё не ответили на моё письмо, в котором я просил их встретиться со мной завтра.

Обо всех подробностях болезни и смерти тебе расскажет сам Теодор; прогулка длится с четверти третьего до четверти пятого.

Разве мама не писала? Я жду от них письма. Завтра, значит, больше, дорогая тётушка!

Передавай от меня много приветов дорогой тётушке Рикхен!

Твой Фриц

398. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 6 Dec.63.

Ницше просит любезного разрешения сделать себе ключ.

399. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 6 Dec. 63.

Ницше просит 19 серебряных грошей за аренду фортепиано.

400. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen

<Pforta, 6. Dezember 1863>Am zweiten Sonntage der Ankunft.

Дорогие мама и Лизбет.

Ну что ж, я получил ваше письмо и вижу, что у вас всё хорошо, как и у меня, только мы оба тоскуем по переменам: вы — по Наумбургу, я — к вам. Ваши планы на Рождество меня вполне устраивают; давайте проведём его радостно, с чувством, что это может быть последнее Рождество, которое мы проводим вместе в течение долгого времени. В следующий раз — в одиночестве в каком-нибудь далёком университетском городе или — ну, может быть, на полевой службе в зимней кампании за Шлезвиг-Гольштейн.

Тут мне сразу приходит на ум самое важное, о чём я должен написать: до Рождества мне нужны все мои военные свидетельства, разрешение опекуна и так далее. Сообщите об этом дяде Бернхарду и попросите его прислать мне всё как можно скорее. Вырваться мне будет трудно, да я едва ли и смогу —

Прежде всего, учитывая огромный интерес, который она проявляет к этому предмету, я должен сообщить моей дорогой Лизбет новости о нашей температуре и погоде; она у нас очень воинственная, в то время как в Горенцене, говорят, стоит туман. Ну конечно, слушать в тумане «пресные светские фразы» — дело крайне неприятное; но, дорогая Лизбет, неужели ты думаешь, что мои письма призваны развлекать тебя пресно? Тебе ещё предстоит научиться тому, что сам по себе никакой предмет не бывает недостойным для беседы, но если ты называешь пресным мой способ общения, то я пожимаю плечами и прошу тебя перечитать письмо ещё раз.

Вчера импровизатор, профессор Берман, превосходно развлекал нас целый час; это очень любезная личность с тонким и весьма гибким умом. Мы предлагали ему темы, среди которых особенно понравилась одна: «О трудности изучения математики», которую он раскрыл просто великолепно. Он расстался с нами в самом весёлом и приподнятом настроении, ибо учителя, ученики и девушки (как я пишу вместо «дам» ради своей немецкой сущности) были единодушны в его восхвалении.

Но что такое импровизация? Наша жизнь зачастую на отдельных отрезках — это поэтическая импровизация, и нужно лишь обладать фантазией, чтобы воспринимать её именно так.

Лизбет, Лизбет, где ключ к этой мысли? Знаешь ли ты, что такое сфинкс? Моя погода сейчас — это сфинкс; для тебя, во всяком случае, загадка.

Всё это заключи в большую скобку; ребус хорош, можешь мне поверить; если ты его разгадаешь, будет ещё лучше. —

У меня всё вполне хорошо; я часто навещаю дорогую тётю Розали, и она очень добра ко мне. Иногда я также хожу к тайному советнику Баксу в Кёзен. С моей поездкой пусть будет как будет; правда, тот день в Наумбурге должен был стать прекрасным, и я хотел пригласить к вечеру своих друзей.

Передавай дорогому дяде мои самые искренние приветы; я от всего сердца желаю ему сейчас всего, что для него желанно. Особенно того, чтобы он был совершенно здоров и весел.

Ну, живите хорошо, мама и Лизбет, всего вам самого доброго!

Фриц.

401. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. 17 Dec. <1863>

Г-на проповедника Клечке просят оплатить 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше

402. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

<Pf. 17/12 Dec. 63.>

Ницше покорнейше просит 4 талера на дорожные расходы.

403. An Hermann Kletschke in Pforta (Zettel)

Pf. d. 20.12.63.

Г-н пред. Клечке просят к 15 сг. на бритье.

Ницше.

×