1862 (48 Briefe)

292. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforte 11. 1. 62. scr<iptum>

Liebe Tante!

Wenn ich auch nicht persönlich an Deinem Geburtstag theilnehmen kann, so mag doch dieser Brief alle die herzlichen Wünsche aussprechen, die ich heute und immer für dich hege. Du hast mir stets und noch neulich so große Beweise Deiner Liebe gegeben, und ich kann dir mit nichts lohnen als mit innigen Gebeten für Dein Glück und Heil auch im neuen Jahre, das jetzt für dich anbricht. In den jetzigen Zeiten genügt die Bitte um leibliche Gesundheit und geistige Frische und Zufriedenheit nicht; denn wie nun einmal das Wohl des Staates auch das Wohl des Einzelnen bedingt, so müssen wir auch die Bitte um König und Land, um politische Ruhe der Völker mit in unser Gebet einschließen: Gott bewahre dich allezeit und schütze dich in Gefahren! Denn die Zukunft ist trüb und schwül.

Ich bin neulich glücklich noch nach Pforta herausgekommen: mit Gustav und Wilhelm verlebte ich die letzten Stunden meiner Ferien sehr heiter und in angenehmer Erinnerung an die verlebten Tage. Am Abend wurde ich trotz meines Widerstrebens noch zum Abendbrot von Frau Räthin Krug eingeladen, so daß ich also den ganzen Tag von der Güte und Freundlichkeit lieber Menschen gelebt habe. In Pforte ist mir’s bis dahin ganz gut ergangen; auch habe ich mich leidlich wieder in die Verhältnisse hinein gewöhnt; überdies ist ja in 12, 13 Wochen schon Ostern, eine neue Hoffnung! — Daß ich die lieben Tanten noch am Ende meiner Ferien besucht habe, ist mir sehr lieb; grüße Sie recht herzlich von mir und versichere Ihnen, daß ich oft an Sie denke; vielleicht besuche ich Sie nächstens eines Sonntags.

Ich wiederhole nochmals meine Wünsche und Gebete für Dein Glück und Heil, liebe Tante, und verbleibe

Dein
Dich
innig liebender
Fr.
W.
Nietzsche

293. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 18. Januar 1862>

Liebe Mamma!

Ich freue mich sehr auf morgen, daß wir uns etwas länger in Almrich sehn. Ich habe Brief mit Kiste empfangen und danke schön, daß ihr mir alles geschickt habt. die Morgenschuhe sind etwas eng. Soviel ich übrigens weiß, feiert Prof. Keil nächsten Donnerstag sein 25jähriges Amtsjubiläum. — Ich habe jetzt immer sehr viel zu thun; was unser Spielen zu Fastnachten anbetrifft, läuft diesmal alles sehr schief ab. Das zweite Stück, das wir vorgeschlagen haben, ist von Prof. Korssen nicht genehmigt. Ein drittes hat uns jetzt Prof. Koberstein vorgeschlagen; wer weiß aber, wie lange es dauert, daß wir das vom Buchhändler bekommen? — die Kälte ist jetzt ganz greulich ungemüthlich; erfroren habe ich aber, so viel ich glaube, noch nichts. — Sendet oder vielmehr bringt mir morgen doch eine Anzahl Taschentücher mit! Ich habe mich von Weihnachten an mit 2 Schmutzigen behelfen müssen. Ueberdies bitte ich dich sehr, mir doch mein zu Weihnachten geschenktes Geld mitzubringen, das ich jetzt für folgende Ausgaben sehr nöthig brauche: 15 Srg. für das Zeitunghalten, die ich euch übrigens von Zeit zu Zeit schicken kann, wenn ihr mir sie gut aufzubewahren versprecht. 20 Srg. für ein Buch il principe, das wir in unserm italienischen Kränzchen lesen und anschaffen und 15 Srg. für Klassengeld hauptsächlich zur Bestreitung unsrer Schauspielkosten. — Bitte, vergiß das ja nicht es sind sehr nothwendige Ausgaben. Ich hätte mir das Geld freilich lieber zu einer Hundstagsreise aufgespart, (zu der noch 2 Th. von meiner Nürnbergreise und 3 Th. vom Geburtstag da sind) aber ich brauche es jetzt notwendiger. Grüße Lisbeth recht schön von mir und sage ihr, sie möchte doch ja morgen mit nach Almrich kommen, ich hätte sie etwas zu fragen. — Den Kasten übrigens habe ich nicht zerbrochen, sondern in dieser Weise demolirt in Pforta vorgefunden, wie ich von Naumburg aus den Ferien kam. Er ist wahrscheinlich von den vielen Kisten, die drauf gestanden haben, zerdrückt worden.

Nochmals, in Hoffnung auf
morgen!

Euer Fritz.

294. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 14. Februar 1862>

Liebe Mutter.

Ich bin gestern wieder aufgestanden (Donnerstag) mir geht es heute bedeutend besser, vielleicht gehe ich Sonnabend oder Sonntag herüber. Ich konnte euch neulich durchaus nicht schreiben, da ich erstens durch das Bettliegen, dann durch eine spanische Fliege und endlich durch Mangel an Zeit, Briefmaterial und Boten verhindert wurde. Ich danke euch recht schön für die Aepfel, ich habe sie als Erfrischung gegessen. die Krankenstube ist sehr voll. Ich kann dir aber nicht mehr schreiben, ich bin doch noch recht matt und es ist meinem Kopf angreifend. Baldige Gesundheit!

Dein Fritz.

295. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Februarhälfte 1862>

Liebe Mamma!

Das hat mich schrecklich geärgert, daß ich Sonntag nicht nach Almrich gehen konnte. Ich bin fast ganz gesund wieder, gehe täglich etwas spazieren — Sonntag glaubte ich herüber zu können und da ich euch da zu sehn hoffte, hatte ich nicht geschrieben, um euch nicht Angst zu machen. Besonders hätte ich den Onkel Theobald so sehr gern gesehn — es ist zu schade! Ich habe deßhalb Schenk geschickt, der hoffentlich alles ausgerichtet hat. Doch davon genug!

Unsre Stücke haben wir endlich bestimmt. Es wird schon fleißig geprobt. Es sind also der Nachtwächter v. Körner, der 18jährige Oberst, worin ich die Liebhaberrolle, einen Lieutenant Henry de Blancai spiele und endlich „Jeder fege vor seiner Thür! von Schneider. Hierin spiele ich einen Procurator, eine Hauptrolle, unter andern trete ich darin betrunken auf. Ich muß nur meine Stimme etwas renoviren, die ein wenig belegt ist. Ihr könntet mir wirklich für diese Zeit, wo fortwährend Proben sind, Brustbonbons oder sonst etwas schicken; denn die Stimme ist durch das viele laute Sprechen angegriffen. Ich denke, die Stücke werden euch recht gefallen, sie sind ziemlich effektvoll. Der Nachtwächter geht schon ganz gut; jetzt proben wir den 18 jähr. Oberst.

Denkt nur, in 8 Wochen ist nun schon Ostern, ist das nicht famos? Wie steht es denn mit eurer Dresdenreise? Auf welche Zeit ist die verlegt? Soll ich nicht mitreisen, wofern es nämlich Ostern wäre? Hundstage also zum Onkel Edmund nach Gorenzen. Besorgt doch den Brief, den ich an Wilhelm geschrieben habe! Schreibt mir auch bald einmal! Ich freue mich so sehr wenn er recht ausführlich ist. Wozu denn immer nur, was geschehn ist? Du kannst mir ja auch über allerlei Gedanken und Pläne schreiben, das ist ja das Interessanteste

für Deinen Fritz.

Recht schöne Grüße an Lisbeth! Ist der Nußball immer noch Hauptinteresse?

296. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1862>

Liebe Mamma!

So hast du nun die liebe Lisbeth auf lange Zeit fortgebracht, die sich gewiß recht zurücksehnen wird und sich wenig heimisch in dem großen Dresden wissen wird. Du selbst hast dort gewiß einige schöne Tage, besonders in Rückerinnerung an vergang’ne Zeiten erlebt; denn durch die Zeit wird alles theuer, was uns einmal in Freude und Erstaunen versetzt hat. Und schwer wirst du von Dresden und Lisbeth geschieden sein — das weiß ich recht wohl. — Wie es nun mit ihren Verhältnissen steht, davon weiß ich gar nichts; schreib’ mir recht lang und ausführlich, wie wir uns überhaupt etwas ausführlicher schreiben können, da du weniger Zeit zur Wirthschaftsbesorgung verwenden brauchst. Wenn sie nur in eine recht vornehme Pension untergebracht ist! Mir will Dresden nicht recht gefallen, es ist nicht großartig genug und in seinen Eigenheiten, auch in Sprache den thüringischen Elementen zu nahe verwandt. Wäre sie z. B. nach Hannover gekommen, so hätte sie völlig verschiedene Sitten, Eigentümlichkeiten, Sprache kennen gelernt; Es ist immer gut, wenn der Mensch, um nicht einseitig zu werden, in verschiedenen Regionen erzogen wird. Sonst als Kunststadt, kleine Residenz, überhaupt zur Ausbildung von E<lisabeths> Geist wird Dresden völlig genügen und ich beneide sie gewissermassen. Doch glaube ich, in meinem Leben noch viel dergleichen genießen zu können. Im Allgemeinen bin ich begierig zu hören, wie sich Elisabeth in ihren neuen Verhältnissen macht. Ein Risiko ist so eine Pension immer. Aber ich habe viel gutes Zutraun zu Elisabeth. — Wenn sie nur noch hübscher schreiben lernte! Auch wenn sie erzählt, muß sie diese vielen „Ach“ und „O’s“ Du kannst gar nicht glauben, wie herrlich, wie wundervoll wie bezaubernd usw das war“ das muß sie weglassen. Und so vieles, was sie hoffentlich in feiner Gesellschaft und bei größerem Aufpassen auf sich selbst vergessen wird. — Nun, liebe Mamma, Montag kommst du doch heraus? 4—7 ist die Aufführung. Hr. Dr. Heinze habe ich um Billet angesprochen. Einen großen Gefallen thätest du mir, wenn du mir etwa ½ Mandel Eier und Zucker heraussendetest, da zu unsern Proben, täglich zwei mal, und am Haupttage drei mal eine solche Stimmenreinigung unumgänglich nöthig ist. Lebe recht schön wohl, liebe Mamma!

Dein Fritz.

Zum Lesen, wofür Du viel Zeit nun haben wirst, schlage ich dir Auerbachs „Barfüßele“ vor, was mich hoch entzückt hat. —

297. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1862>

Liebe Mamma!

Meinen herzlichen Dank für Deinen schönen Brief und seine guten Nachrichten: ich freue mich sehr, daß Lisbeth so gut aufgehoben ist, überhaupt daß die Reise und der Zweck der Reise so glücklich erreicht ist. — Heute nur die Bitte, mir die Kiste schleunigst wieder zu senden und zwar mit dem Bettüberzug, dann den größten weißen Strümpfen, die du hast (für unser Spiel), der weißen Weste und weißen Beinkleidern. Kannst du mir dann nicht, da ich nicht weiß, wie du Eier hierher transportieren könntest, eine gute Masse Zucker hersenden, auch mit zur Bowle, die wir uns hinter der Bühne machen. Ach vor allen nun Geld! Das ist die Hauptsache und an einem Fastnachtstage wie dieser für uns ist, muß man etwas daraufgehen lassen. Das lege ich dir nun recht ans Herz, liebe Mamma; überhaupt auch, wenn Du mir sonst noch Ingredienzen zur Bowle senden könntest!

Ich freue mich sehr auf diesen Tag. Ein drittes Stück ist leider nicht bewilligt worden zur Aufführung und so habe ich denn blos diese kleine Liebhaberrolle. Es ist auch so gut; du wirst dich schon amüsiren. Den ganzen Montag bis um 4 Uhr (wo es pünktlich angeht,) immer Proben, das wird noch anstrengen. Wann und wo ich dich nun Montag sehen werde, weiß ich nicht; indessen hoffe ich dich nachher noch zu sehen, da wir wohl zeitig zu Ende sein werden. Für den Onkel hoffe ich noch ein Billet zu bekommen.

Nun lebe recht wohl und denke an mich, der ich sehr auf deine reichlich spendende Hand hoffe

Dein Fritz.

298. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz nach dem 4. März 1862>

Liebe Mamma!

Vor allen, liebe Mamma, nochmals meinen herzlichsten Dank für deine Fastnachtsgaben. Wie hübsch war nicht jene Stunde, wo wir uns gesprochen haben. Auch der zweite Tag war sehr nett, Du hättest dich halb todt gelacht. Im Allgemeinen sollen doch die Obersecundaner besser gespielt haben.

Nun muß ich dir aber doch ein Verzeichniß derjenigen Kleidungsstücke entwerfen, deren Restauration oder Anschaffung sehr nöthig. Du empfängst heut das andre Paar Stiefeln, ebenfalls sehr zerrissen. Es wird wohl nöthig, ein Paar neue anzuschaffen, diese kurzen Stiefeln trage ich nun schon eine Unendlichkeit. Dann brauche ich wollne Strümpfe. Sodann die Beinkleider; es würde wesentlich sein, daß ich ein paar leichte Beinkleider, aber ein paar gute zum guten Gebrauch bekomme, etwa grau, da die beiden andern schwarzen Paare zu eng und zu schäbig sind, die jetzigen Guten aber im Alltagsgebrauch gar nichts aushalten. Ein paar weiße Hosen, daß man damit wechseln könne würde auch sehr wesentlich sein. — Die zwei schwarzen Westen, die eine so eng, daß bei den ersten Mal tragen drei, vier Knöpfe heruntergeplatzt sind, die andere sehr schäbig und schlappig, so daß nur die weiße ganz im Stande ist und anständig getragen werden kann. Der Alltagsrock ist mir zu eng und verwachsen, habe da auch gar keinen Wechsel. Der gute Rock wird nach jährigem Gebrauch auch sehr alt zum guten. Also ein guter schwarzer von nöthen und ein leichter Sommerrock, womöglich ein etwas langer Sackpaletot. Für den Alltagsgebrauch offenbar die bequemsten. An Stelle der weißen Mütze muß Ostern auch eine andre treten. Oder soll ich mir hier in Pforta eine nach meinem Geschmack aussuchen?

Von Wäsche sind mir also Strümpfe, Handtücher, und Taschentücher nöthig, die du mir doch am Sonnabend schickst. Wo sehen wir uns Sonntag? soll ich die Tanten besuchen? oder Tante Rosalie? oder kommst du nach Almrich?

Lebe recht wohl und denke oft
an Deinen Fritz.

299. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf 9. 4. 62

Nietzsche bittet gehorsamst um 2½ Srg. zum Spaziergang.

300. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 10. 4. 62

Nietzsche bittet um 2½ Sgr.

301. An G. Krug und W. Pinder in Naumburg (Fragment)

Pforte. 27 Apr. 1862.

Nur christliche Anschauungsweise vermag derartigen Weltschmerz hervorzubringen, einer fatalistischen liegt er sehr fern. Es ist nichts als ein Verzagen an eigner Kraft, ein Vorwand der Schwäche, sich mit Entschiedenheit selbst sein Loos zu schaffen.

Wenn wir erst erkennen, daß wir nur uns selbst verantwortlich sind, daß ein Vorwurf über verfehlte Lebensbestimmung nur uns, nicht irgend welchen höhern Mächten gelten kann, dann erst werden die Grundideen des Christentums ihr äußeres Gewand ablegen und in Mark und Blut übergehn. Das Christentum ist wesentlich Herzenssache; erst wenn es sich in uns verkörpert hat, wenn es Gemüth selbst in uns geworden ist, ist der Mensch wahrer Christ. Die Hauptlehren des Christentums sprechen nur die Grundwahrheiten des menschlichen Herzens aus; sie sind Symbole, wie das Höchste immer nur ein Symbol des noch Höhern sein muß. Durch den Glauben selig werden heißt nicht<s> als die alte Wahrheit, daß nur das Herz, nicht das Wissen, glücklich machen kann. Daß Gott Mensch geworden ist, weist nur darauf hin, daß der Mensch nicht im Unendlichen seine Seligkeit suchen soll, sondern auf der Erde seinen Himmel gründe; der Wahn einer überirdischen Welt hatte die Menschengeister in eine falsche Stellung zu der irdischen Welt gebracht: er war das Erzeugniß einer Kindheit der Völker. Die glühende Jünglingsseele der Menschheit nimmt diese Ideen mit Begeisterung hin und spricht ahnend das Geheimniß aus, das zugleich auf der Vergangenheit in die Zukunft hinein wurzelt, daß Gott Mensch geworden. Unter schweren Zweifeln und Kämpfen wird die Menschheit männlich: sie erkennt in sich „den Anfang, die Mitte, das Ende der Religion.“

Lebt herzlich wohl!

Euer Fritz

SNmA.

V.G!

— Bitte, sendet mir doch ja Narciß von Domrich mit! — In dieses Buch wollen wir jetzt unsre Briefe schreiben! —

302. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

<Pforta, Ende April 1862>

Liebe Elisabeth!

Indem ich dies schreibe, stehe ich am Stehpult, das Stehpult steht am Fenster, das Fenster bietet eine schöne Aussicht auf die blühende Linde und die sonnenbeschienenen Saalberge: die liebliche Natur aber erinnert mich sehr lebhaft an Dresden und die angenehmen, dort verlebten Tage. Um mich an dich zu erinnern, liebe, liebe Lisbeth, brauche ich nicht erst dergleichen etwas weitschweifige Erinnerungshebel: im Gegentheil denke ich so beispiellos oft an Dich, daß ich eigentlich fast immer an dich denke, nicht einmal, wenn ich schlafe, ausgenommen; denn ich träume ziemlich oft von dir und unserm Zusammensein.

Nicht wahr, es hat sich alles ganz köstlich getroffen? Ich habe es, bis ich wirklich fort war, nicht recht geglaubt, daß es zu der Reise kommen würde; und nun habe ich so wunderschöne Tage in Dresden verlebt und habe mich mit dir so oft und so ausführlich unterhalten können! Du bist doch eigentlich kaum 7 Wochen fort: Gott, die Zeit scheint mir ein kleines Jahrhundert zu sein! Und jetzt bildet mein Aufenthalt in Dresden den farbenreichen, poetischen Hintergrund für die Prosa meines Alltaglebens!

Ich hoffe, daß Du übrigens in keiner Beziehung traurig bist, daß ich nicht länger in Dresden bleiben konnte: mein Gott, Michaelis sehn wir uns ja wieder, und das ist ja kaum ein Halbjahr! Meinst Du, das ist ein schlechter Trost! Lieb ich nicht!?

Dresden ist ja zu gemüthlich, da wirst Du es doch die paar Monate aushalten können! Vor allen Dingen suche nur alle Kunstschätze Dresdens recht kennen zu lernen, damit Du auch in dieser Beziehung etwas Ordentliches profitierst. In die Bildergalerie mußt Du wöchentlich mindestens ein bis zweimal laufen, wenn Du dir auch nur immer zwei, drei Bilder so genau ansiehst, daß Du mir ein<e> detailierte Beschreibung (nat<ürlich> schriftlich) davon machen kannst. Nicht wahr, sehr egoistisch? Lieb’ ich nicht?

Meine Rückreise war mehr oder weniger langweilig; in Leipzig aß ich noch ein Beafsteak mit Lebensgefahr, wenigstens mit der Gefahr, sitzen zu bleiben, was aber aus Versehn nicht erfolgte. Besuchte in Naumburg meine Freunde und wandelte am Abend in ihrer Begleitung anmuthig meiner Pforte zu.

Außer diesen großartigen Ereignissen habe ich noch nichts Bedeutendes erlebt, da wir uns genugsam über alles gesprochen haben.

Lebe, beiläufig gesagt, recht hübsch wohl und denke ohne weitere sentimentalen Ergüsse an Deinen Dich

herzlich liebenden
Fritz.

Du wirst nicht verfehlen, liebe Lisbeth, meinen herzlichen Dank in rührenden und ergreifenden Worten Deinen lieben Pflegeältern auszusprechen. Das Nähere und Weitere überlasse ich Deinem Scharfsinne. —

303. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende April-Anfang Mai 1862>

Liebe Mamma!

Erst heute komme ich dazu, dir wieder einmal zu schreiben. Dank für deinen letzten Brief: ich hoffe, daß sich dein Vertraun zu mir rechtfertigen wird. Neues erlebt habe ich gar nicht, sondern nur viel zu thun gehabt. Sonntag werden wir uns nicht sehen können, weil ich da zum heiligen Abendmahl gehe. Dazu wünsche mir, liebe Mamma, Gottes Segen! Ich weiß nicht recht, wie ich mein Versehn bei den Tanten wieder gut machen kann. Schreibe mir doch, was das Beste ist.

Wäsche brauche ich jetzt sehr nothwendig, vor allen Bettwäsche, weiße Strümpfe so weit wie nur möglich, Hemden, Vorhemdchen, Handtuch, Taschentücher usw. Wenn du Wilhelm oder Gustav vielleicht siehst, so sage ihnen doch, sie möchten mir das Betreffende spätestens bis Montag schicken.

Portemonnais, Zahnbürste und Kamm schicke ich mit, das Geld hat so knapp gerade gereicht, daß ich wie ich her kam, auch blos noch 5 Srg. hatte. Und die brauchte ich hier nothwendig. Lisbeth war erstaunt, daß du mir nicht mehr mitgegeben; so eine Reise läßt sich gar nicht so vorher genau berechnen, eine Menge kleine Ausgaben sind da, man weiß nicht wie. Der Mangel, daß ich nicht als alter Obersecundaner 5 Srg. Taschengeld bekomme, tritt mir sehr merklich hervor. Ich soll jetzt hier 5 Srg. Flottenkasse, dort 5 Srg. Hülfskasse, da ebensoviel in die Klassenkasse zahlen und habe gar nichts. Wie das werden soll, weiß ich nicht. Ich kann mit zwei Groschen nicht durchkommen und das geht überhaupt in den höhern Klassen nicht.

Nun lebe recht schön wohl und schreibe und schicke ja morgen

an Deinen
Dich herzlich liebenden
Fritz

304. An Max Heime in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 5. 5. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. Schemageld.

305. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1862>

Nur ein paar Worte, liebe Mamma! Du willst also diese Woche bestimmt verreisen? Und wie lange etwa? Es muß jetzt wunderschön im Harz sein, jetzt wo alles grünt und blüht. Wie wird es denn nun mit der Wäsche? die wird wohl in Pforta gewaschen? Und wohin begebe ich mich Pfingsten? Da sehen wir uns wohl bis Hundstage nicht wieder es sind ungefähr 8 Wochen. — Bis zu deiner Abreise sende jedenfalls also noch die gesammte Wäsche nebst Verzeichniß und außerdem ein kleineres Glas zum Wassertrinken an der Quelle, das ich sehr nöthig brauche. Wenn du mir auch ein Büchschen Pomade senden könntest, wäre mir es sehr lieb, da meine Haare zu trocken sind. — Laß mir doch auch noch eine Anzahl von Heften machen, alle von solchen Papier, wie das Papier, worauf ich hier schreibe, etwa zwei große blaue Hefte von je vier Bogen und zwei kleine starke Oktavbücher, jedes etwa 10—15 Bogen stark mit einem festem schwarzen Pappdeckel ohne alle Etiquette oder Schild; ich weiß nicht, wie du es nennst. Diese Hefte brauche ich als Geschichtscollektaneen. Bitte besorge dies mir sobald als möglich. — Wenn du mich diese Woche sehn willst, so komme doch Dienstag, da bin ich von 5—7 Abends frei. Oder Mittwoch Abends um diese Zeit. Oder Donnerstag von 4—5, oder Freitag von 4—5. Da wollen wir uns noch einmal sprechen. Und nun leb wohl! Noch schönen Dank für deinen lieben Brief und das Gesendete! Der neue Geistliche ist angekommen; er heißt Kletschke und hat etwas Buddensiegähnliches.

Dein dich herzlich liebender
Fritz.

306. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 19. 5.62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zum Bergtag.

307. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 21/5 62.

Nietzsche bittet um 5 Sgr zum Schulfest.

308. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Maihälfte 1862>

Liebe Tante.

Da mir die Mamma anbefohlen hat, mich, wenn ich irgend etwas brauche, an dich liebe Tante zu wenden, so schreibe ich dir heute und schicke den Erziehungsbericht mit. Schenk hat die Maßern, wie seine Schwestern und liegt in einer Stube allein bei verhängten Fenstern. Er dauert mich sehr. Ich möchte ihn so gern etwas zur Beschäftigung und Amüsement schicken und weiß gar nicht was. Bücher kann er jetzt noch nicht lesen und Spiele für eine einzelne Person kenne ich auch nicht.

Liebe Tante, erlaubst du vielleicht, daß ich dich nächsten Sonntag besuche, wofern es dir natürlich paßt, und nichts dazwischen kommt? Der Spaziergang dauert von 4—6 Uhr. — Nun lebe recht wohl, liebe Tante! Wir wollen uns hoffentlich mündlich mehr sprechen!

Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche

309. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 1. 6. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. Portogeld für Mon. Juni.

310. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 4. 6. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Sg zur Sängerfahrt.

311. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 5. 6. 62.

Herr Dr. Heinze wird um 2 ½ Sg. zur Ansicht eines Tellurium’s gebeten.

Nietzsche.

312. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 5. 62.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Collektaneum, ein Buch w<eißes> Papier und ein Dz. Stahlfedern anzuschaffen.

313. An Franziska Nietzsche in Gorenzen

Pforta d. 6<—10.> Juni 1862.

Liebe Mamma!

Ich will erst einige Zeilen vor Pfingsten schreiben und den Brief dann nach Pfingsten vollenden. Zuvor meinen herzlichen Dank für deine beiden lieben Briefe, nach denen ich mich schon lange gesehnt hatte. Es freut mich, daß es dir so wohl geht, und ich kann dir glücklicherweise dasselbe auch über mich melden. Was ich erlebt habe, ist eigentlich wenig, aber doch ganz angenehm. Zuerst Bergtag und Fichtefeier, über die du schon das Wesentliche gelesen hast. Es regnete sehr gemüthlich auf dem Berge, so daß ich nur sehr wenig getanzt habe. Schulfest wie gewöhnlich. In dem Festaktus habe ich mein Gedicht „Ermanarichs Tod“ vorgetragen, das ich dir mitsenden würde, wenn ich Zeit zum Abschreiben hätte; es ist ziemlich lang. Hundstage werde ich es mitbringen. Ich hatte als Censur 2 a darin, es war das beste eigene Gedicht in der Klasse. — Zum Spaziergang war ich dann bei den Tanten in Naumburg. Nachmittag sprach ich lange Mad. Laubscher in Pforte, Abends habe ich wieder nur wenig getanzt.

Was dich noch interessieren könnte, ist, daß ich in einer großen lat. Arbeit „Aus welchen Gründen Cicero ins Exil gieng?“ die I als Censur erhalten habe, ob ich gleich sehr stark Partei wider Cicero genommen hatte. Eine I ist seit vielen Jahren bei Prof. Steinhart nicht vorgekommen; du kannst dir vorstellen, wie ich mich darüber freute. Voriges Jahr hatte ich um dieselbe Zeit bei Prof. Korssen eine I in der lateinischen Arbeit.

Ich habe übrigens gehofft, daß du mir deine Photographie zurücklassen würdest. Von meinen 6 Photographien bekommt die Tante Rosalie, Lisbeth und Du eine, die übrigen drei brauche ich in Pforte.

Nach Pfingsten.

Ich habe ganz angenehme Tage verlebt; der erste Feiertag war enorm schwül und heiß, daß man kaum denken konnte; alles war sehr langweilig. Am zweiten fieng es an zu rechter Zeit zu regnen; um ½12 gieng ich nach Naumburg zur Tante Rosalie, wo ich zu Mittag speiste, — sehr gut — und Kaffee trank. Eine außerordentlich freundliche Aufnahme! Wirgiengen zusammen unter fortwährendem Regen auf den Gottesacker, sahen da die Gräber an; dann zu den lieben Tanten hinaus, wo ich mich ziemlich lange aufgehalten habe und viel zusammen gesprochen. Am Abend aß ich wieder bei der Tante, gieng dann in unser Logis, schlief ganz gut. Stand um 4 Uhr auf, spielte Klavier, trank Kaffee, wozu mir Fr. Lurchenstein Pfingstkuchen brachte. Gieng dann zum Photographen, bei dem ich mich Tags zuvor angemeldet hatte, ließ mich photographiren. Scheint aber nicht besonders geworden zu sein, obgleich Henning behauptete daß alles sehr klar und deutlich sei usw. die Stellung hat er angegeben; ist sie nicht besonders, so ist’s nicht meine Schuld. Hundstage bringe ich dir eine mit. — Dann begab ich mich zu Pinders, wo ich sehr freundlich empfangen wurde und mit Wilhelm und Gust<av> angenehme Stunden verlebte. Alle erkundigten sich sehr nach dir und lassen dich herzlich grüßen, ebenso Mad. Laubscher. Am Abend um 9 gieng ich wieder heraus, nachdem ich Nachmittags noch mit den Freunden einen kleinen Spaziergang gemacht.

Nun habe ich noch die Bitte, daß du mir so genau als nur irgend möglich schreibst, ob es noch mit der Rügenreise etwas wird oder ob überhaupt es mit einer Reise (mit dem Onkel) etwas werden kann. Wenn nicht, dann ist es mein Wunsch und zugleich der von Hr. Rath Pinder, daß wir drei Freunde zusammen eine Harzparthie machten. Ob nun am Anfang oder am Ende der Ferien, das wäre zu erwägen. Ich könnte vielleicht die ersten 8 Tage in Naumburg sein, dann beginnen die Ferien meiner Freunde, und wir würden sogleich fortreisen, ungefähr 8 Tage brauchen, so daß ich dann das Ferienende in Gorenzen verlebte (2—3 Wochen) Ueberhaupt bin ich zu jeder Reise gern erbötig; ich reise auch nach Plauen, wenn’s gewünscht wird; oder nach Dresden; oder nach Berlin; oder Thüringer Wald. Zu jeder beliebigen Reise finde ich auch unter den Pförtnern am Anfang der Ferien Genossen. — Es sind nicht mehr drei Wochen, liebe Mamma, die Sache hat Eile. —

Sehr gefreut habe ich mich über die guten Nachrichten über den Onkel. Nur daß er schon so bald sein Amt wieder antreten will, das befremdet mich; es scheint mir noch zu zeitig.

Die besten Grüße an Tante und Kinderchen von allen Verwandten und Bekannten und vor allen von mir!

Adieu!
Dein FWNietzsche

314. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 7. 6. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

315. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 9. 6. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 15 Srg Excursionstagsgeld.

316. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforte d. 11 Juni 1862.

Liebe Tante!

Ich ergreife die Gelegenheit, um dir in einigen Worten meinen herzlichen Dank für Deine so freundliche und wirklich splendide Bewirthung auszusprechen. Ich habe mich so wohl bei dir gefühlt und so angenehme Stunden verlebt, daß ich jetzt noch sehr gern an den zweiten Pfingsttag zurückdenke, so ungünstig doch das Wetter war. In gleicher Weise war die Aufnahme bei Pinders eine im hohen Grade freundliche und liebevolle. Donnerstag wirst Du von dem Photographen die Visitenkarten bekommen; Du kannst es auch mit ihm gleich über den Preis abmachen. Er weiß, daß ich ein Pförtner bin, und wie Mamma mir schreibt, zahlen Gymnasiasten blos einen Thaler. Du wählst dir also die beste aus von den Visitenkarten und behält außerdem noch zwei zurück. die übrigen 3 holt Wilhelm von dir ab, um sie mir Sonntag nach Almrich zu bringen.

Im Logis fand ich alles ganz in Ordnung; Malchen zündete noch Licht an und besorgte Waschwasser. Wie ich den Tag verlebt habe, ganz angenehm, wie sich erwarten ließ, kannst Du aus meinem Brief an die Mamma ersehen.

Leider habe ich aber weder Zeit noch Stoff, um noch länger schreiben zu können. Den letzten Sonntag also vor den Hundstagen sehen wir uns, nicht wahr? Da wollen wir alles miteinander verabreden.

Nochmals meinen herzlichsten Dank.

Dein dich innig liebender
FW Nietzsche

317. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 22. 6. 62.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch einbinden zu lassen und ein Zeichenbuch und eine Lage Briefpapier anzuschaffen.

318. An Prof. Jacobi in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 22. 6. 62.

Nietzsche bittet [+ + +] eine Mütze zu trage<n> [ + + +]

319. An Diederich Volkmann in Pforta (Zettel)

Pf. 22. 6. 62.

Nietzsche bittet um 18 Srg. für Klaviermiethe.

320. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 22 .6. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 3 Thlr. Reisegeld.

321. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pf. 23. 6. 62

Hr. Dr. Heinze wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche

322. An Franziska Nietzsche in Gorenzen

Pf. 24 .6. 62.

Liebe Mamma.

Ich danke dir recht sehr für deinen Brief, der mich in große Freude versetzte. die schöne Zeit rückt nun immer näher heran. Ich kann dir als bestimmt nur schreiben, daß ich Freitag von Naumburg abreisen werde. Wenn der liebe Onkel mich in Eisleben abholen will, wird es mich sehr freuen. Wenn das Wetter aber nicht anders wird als es jetzt ist, so fahre ich nach Mannsfeld. die ersten Ferientage werde ich also in Naumburg verleben, da ich da noch meheres zu thun habe und auch mit meinen Freunden ein wenig verkehren möchte. Ich freue mich sehr auf die Harzausflüge, von denen du schreibst. Wie hübsch, wenn wir mit meinen Freunden zusammen treffen könnten!

Ich weiß noch nicht recht, wie ich alles transportiere, was du mir mitzunehmen heißt. Drei Paar schwarze Hosen, das scheint mir zu viel. Uebrigens sind alle Hosen außer den neuen so eng, daß ich sie nur im höchsten Nothfall anziehe, weil ich sie zu leicht immer zerreiße. Ich werde meine kleine Kiste packen; einen Reisesack habe ich nicht bekommen. — Mit der Tante Rosalie werde ich nächsten Sonntag alles Nähere noch verhandeln, da ich zu ihr eingeladen bin. Vorigen Sonntag war ich in Flemmingen und habe Braune gesehn. Er hat zwei Mal gepredigt und brachte mir Grüße von Lisbeth, die mir bald schreiben würde. — Daß ich die große Stube für mich allein habe, freut mich sehr. Ich werde die Vormittage arbeiten und die Nachmittage viel spazieren gehn. Wahrscheinlich auch sehr früh aufstehn. Am Morgen ist es am schönsten. Vor allen wünsche ich, daß gutes Wetter ist. Wir haben schon einen zweiwöchentlichen Regen. — Meine Ferien dauern also vom 1 Juli bis 4 August. Am 4 Juli treffe ich also in Gorenzen ein, würde also 30 Tage dort verleben können. Allerdings wäre es mir ganz angenehm, das Kirschfest in Naumburg zuzubringen. Doch das können wir dort noch genugsam berathen. — Sage dem lieben Onkel meine herzlichsten Grüße und Dank für die Einladung nach Gorenzen, ebenso grüße die liebe Tante Sidönchen und die Kinderchen viele mal von

Eurem
FWNietzsche

323. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

Gorenzen 7 Juli 62.

Liebe Lisbeth!

Zum ersten Male seit langer, langer Zeit erlebe ich deinen Geburtstag nicht mit dir zusammen; das thut dir und mir leid, das weiß ich, liebe Lisbeth, sehr leid! Im Geiste aber wollen wir viel an uns denken und uns gegenseitig vorstellen; hiezu brauchst du übrigens die mißlungene Photographie nicht anzuwenden, die ich am liebsten gar nicht mitsenden möchte. Mein Hauptgeschenk, liebe Lisbeth, bekommst du erst später, was du mir bei der Kürze der bis jetzt verflossenen Ferientage verzeihen magst —, und auch heimlich; denn es würde mich genieren, meine Produktionen den Augen so vieler feinen und kunstverständigen Gratulanten ausgesetzt zu wissen.

Ich befinde mich übrigens, wie du hoffentlich auch, ungemein wohl. Habe die ersten 3 Tage meiner Ferien in Naumburg logiert, bin im Circus Hinné gewesen, bin dann Freitag nach Gorenzen gereist und habe da ganz angenehme Tage verlebt. Gestern eine Rammeisburgpartie, die schon ans Abentheuerliche grenzte. Im Schloßsaal war Conzert; die gnädige Frau sang ganz nett, eine Gouvernante piepte jämmerlich in der Gnadenarie; im Ganzen echt dilettantenmäßig. Es war halb sieben Uhr geworden; der Himmel schwarz umwölkt. In einem Fabrikgebäude in das wir flüchteten, überraschte uns ein ziemlich großartiges Unwetter mit Blitz, Donner und Schloßen; als dieses aufgehört, machten wir uns (Mamma und ich) auf den Weg, wadeten im ungeheuren Schmutz und langweilten uns, bis endlich ein neues Wetter uns überfiel, und wir Arm in Arm, umleuchtet von den grellsten Blitzen recht gründlich durchnäßt wurden. Unser Aufzug war sehr lächerlich; sonst die ganze Geschichte etwas lebensgefährlich, was mich aber in gute Laune versetzte. Näheres darüber Mamma.

Da fällt mir eben ein, daß ich dir noch gar nicht gratuliert habe. Was ich dir wünsche, das wünschest du mir ja auch; weshalb es noch immer in Worte kleiden, was wir fühlen? Mein einziger Wunsch außerdem ist nur, daß alle Wünsche auch in Erfüllung gehen, wenn sie wirklich dein leibliches und geistiges Wohl bezwecken.

Ich schreibe dir in diesen Ferien noch einmal.

Bis dahin Adieu, liebe Lisbeth!
Dein Fritz Nietzsche

324. An Raimund Granier in Fraustadt

Gorenzen 28 Juli 62.

Kernloser Körner!
Granloser Kranich!

Sehen Sie einmal! Dank Ihrer ausgezeichneten Gedächtnißkraft — nach ein paar Wochen der Trennung total vergessen, ersäuft im Meere neuer, anziehenderer Persönlichkeiten! Ich habe die Ehre, Ihnen brieflich zu melden, daß ich noch lebe. Sollten Sie sich an der Zugluft meines Briefes erkälten — bedaure sehr, aber Sie haben in Ihrem tiefinnerlichen Wesen Hitze genug, um diese schwarzen Zeilen weiß zu brennen. Sie würden sich mir übrigens sehr verbinden, wenn Sie nicht auf den alten, abgelebten Gäulen von Entschuldigungen vor mir Parade ritten, damit Sie ja nicht in Ihrer Verlegenheit aus dem Sattel in den Schmutz fallen und mir letzteren ins Gesicht spritzen. Der Brief wäre eigentlich lang genug, um Ihnen die Langeweile der Ferien vorzustellen, die ich ohne Sie.... mein Gott, an welche Sie denken

Sie denn? Ich meine eben Sie und ohne L. zugebracht habe;

er wäre auch kurz genug, um Ihnen in Kürze gemeldet zu haben, daß Sie ein famoser, liebenswürdiger, gutmüthiger, intellegenter junger Mann sind, der leider den Kopf verloren hat, wahrscheinlich im weiten Sack seines Herzens.

Fragen Sie, wohin ich gereist bin? Nach Gorenzen, mein Lieber, um dort Ihrer früh, Mittags und Abends in allen Gebeten zu gedenken. Fragen Sie, womit ich mich beschäftigt habe — mit Widerlegungen des Materialismus, während Sie an ihn zu glauben scheinen — Glauben Sie doch an ein Zusammenprallen der Geister, weshalb Sie schwarze Herzensergüsse in Tintensaft nicht lieben, — außerdem mit dem Rousseauschen Emil, von dem Sie etwas Natürlichkeit und Bildung lernen könnten, auch, daß man seine Versprechen halten müsse. Fragen Sie was ich componiert habe? Ein Lied ohne Worte auf Ihre Brief und Gedankenlosigkeit — denn die Worte blieben mir vor Langeweile im Halse stecken. Was ich gedichtet habe? Lieder, lauter Lieder — aber nicht auf Sie, so hoch habe ich mich nicht verstiegen.

Der Plan zu meiner widerwärtigen Novelle — ach Gott, Sie habend auch vergessen! Gleichviel! — habe ich, als ich das erste Kapitel geschrieben hatte, vor Ekel über Bord geworfen. Ich sende Ihnen das Monstrummanuscript zum Gebrauch auf nun, wie Sie wollen. Als ichs geschrieben, schlug ich eine diabolische Lache auf — Sie werden selbst schwerlich nach der Fortsetzung Appetit haben.

Außerdem folgen noch zwei Lieder, das erste eine Probe meiner Kirchenlieder, ein Genre, dessen Pflege sie bei mir schwerlich vermuthet — und das andre, ein Stückchen Selbsterlebniß, wenn Sie’s glauben, worüber Sie — Dank ihrem natürlichen Geschmack — ein Gelächter erheben werden. Sonst verbleibe ich bis auf ein baldig Wiedersehn

FWvNietzky (alias Muck)
homme étudié en lettres
(votre ami sans lettres)

I.

1. Du hast gerufen:
Herr, ich eile
Und weile
An deines Thrones Stufen.
Von Lieb entglommen
Strahlt mir so herzlich,
Schmerzlich
Dein Blick ins Herz ein: Herr, ich komme.

2. Ich war verloren,
Taumeltrunken,
Versunken,
Zur Höll’ und Qual erkoren.
Du standst von ferne:
Dein Blick unsäglich
Beweglich
Traf mich so oft: nun komm’ ich gerne.

3. Ich fühl’ ein Grauen
Vor der Sünden
Nachtgründen
Und mag nicht rückwärts schauen.
Kann dich nicht lassen.
In Nächten schaurig,
Traurig
Seh ich auf dich und muß dich fassen.

4. Du bist so milde,
Treu und innig,
Herzminnig,
Lieb Sünderheilandsbilde!
Still mein Verlangen,
Mein Sinn’n und Denken
Zu senken
In deine Lieb, an dir zu hangen. —

II.

Schweifen, o Schweifen!

Schweifen, o Schweifen

Frei durch die Welt so weit

Mit grünen Schleifen

An Hut und Kleid.

Schwing’ ich das Glöcklein,

Klingt es so lieb, so lind.

Es flattern die Löcklein

Um mich im Wind.

Sehn mich die Rehe

So herzig an im Wald,

Wird mir so wehe,

Vergeß es doch bald.

Blühet ein Röslein

Duftig im Haidegras,

Küss’ ich das Röslein

Und wein etwas.

Lustig, wie Wind zieht,

Streift durch das Herz ein Traum,

Fällt eine Lindblüth

Herab vom Baum.

Schweifen o Schweifen

Frei durch die Welt so weit

Mit grünen Schleifen

An Hut und Kleid! —

Leben Sie wohl!

325. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

Gorenzen 28 Juli 62.

Liebe Lisbeth!

Die erste Hälfte deines Namens mit dem wohlgelungenen Klecks in der Mitte datirt noch von meinem vorigen Brief; das Blatt benutzte ich aus Mißmuth über solche Verunzierung nicht weiter. Jetzt wird es mir bei dem gegenwärtigen Briefpapiermangel wieder zugeschoben und ich benutze es um darauf eine Fortsetzung meines vorigen Briefes zu geben. Ich weiß nicht, ob ich dir schon von unsrer Kiffhäuserparthie schrieb; gleichviel, sie war niedlich. Viel erlebt habe ich hier überhaupt nicht, ohne mich dabei gelangweilt zu haben. Mamma wird dir schon alles mittheilen. Wir sind viel spazieren gegangen — wie du wahrscheinlich auch bei dem schönen Wetter. Ich habe viel Klavier gespielt, wie du wahrscheinlich auch bei deiner neuen Lehrerin; ich schicke dir nächstens ein paar leichte Kompositionen von mir. Wie hübsch, wenn du mir sie später in Naumburg vorspielen kannst. Du kannst dir selbst aus meinen ungarischen Skizzen auswählen, was du haben willst. Die fertigen Stücke sind: Heldenklage, Nachts auf der Haide, Haideschenke, Zigeunertanz, Heimweh usw.

Auch gedichtet habe ich. Wenn du wieder kommst, habe dir manches zu zeigen.

Denke Dir, neulich ist hier der Onkel von einem Zimmermeister um eine Richtrede gebeten worden; da habe ich denn ein Richtgedicht gemacht, woran jetzt der Meister fleißig büffelt.

Nun sind die lieben Ferien bald wieder vorüber — heute geht in Naumburg das Kirschfest an. Ich möchte ganz gern da sein. Meine Freunde habe ich die Ferien gar nicht genossen. Wir haben sie mehere Tage in Gorenzen erwartet, sie machten nämlich eine Harzreise, und Wilhelm schrieb, daß sie durchkommen würden. Sie kamen aber nicht. — Wenn du nur erst nach Naumburg kommst, das wird famos. Wir leben hier gar nicht mehr recht in der Gegenwart, besonders im Bezug auf die Zukünftigkeit des Onkel Edmund. Ich phantasiere öfters Abends auf dem Klavier über derartige, nicht zu ferne Ereignisse, wobei sich Onkel und Mamma mit der Deutung abplagen. Im Ganzen sind wir sehr lustig und vergnügt und denken oft an dich. Nun hoffe ich aber auch, daß du bald etwas genaues von dir hören läßt. Denn neugierig sind wir nun einmal!

Nämlich ich,
Dein Fritz.

326. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 10. 8. 62.

Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Kästchen Stahlfedern, ein Buch w<eißes> Papier und ein Collektaneum anzuschaffen.

327. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 10. 8. 62.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. Portogeld für Mon. August.

328. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 15. Aug. 62.

Nietzsche bittet um 5 Srg. zum Bergtag.

329. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 25. 8. 62

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier und 1 Dutz. Stahlfedern anzuschaffen.

330. An Prof. Jacobi in Pforta (Zettel)

Pf. 25 Aug. <1862>

Nietzsche bittet gehorsamst um die gütige Erlaubniß, von 8—¾9 Klavier zu spielen.

331. An Franziska Nietzsche in Merseburg

<Pforta,> Montag 25. 8. 62.

Liebe Mamma!

Du kannst dir vorstellen, wie mich des lieben Onkels großes Unglück erschreckt hat; versichere ihn und die liebe Tante meines herzlichsten Beileides; ich möchte so gern ihm irgend einen Dienst erweisen, ich weiß aber gar nicht, was ich thun könnte. Auf der andern Seite muß ich ja auch meine Glückwünsche bringen zu der Vermehrung seiner lieben Familie; wie seltsam doch Glück und Unglück aneinander grenzt!

Leider Gottes bin ich jetzt wieder einmal von meinen fatalen Kopfschmerzen heimgesucht und befinde mich deshalb schon seit einer Woche auf der Krankenstube. Der Herr Doktor hat mir heute also gerathen und erlaubt, nach Naumburg zu reisen und dort meine Wasser- und Spaziergehecur vorzunehmen. Ich gehe also heute Montag Mittag nach Naumburg und wohne in unserm Logis, um dort ein ganz stilles Leben ohne alle Musik und sonstige Aufregung zu führen. Hr. Dr. hat mir die nöthigen Diätvorschriften gegeben Du brauchst also in keiner Weise Sorge für mich zu haben und auch keineswegs von Merseburg, wo du sicherlich sehr nöthig bist, fortzureisen. Vielleicht ist gerade ein Leben, das ich ganz allein führe, für mich das allerbeste. Also bitte, ängstige auch nicht, liebe Mamma, wenn ich alles vermeide, was mich aufregen kann, werden ja die Kopfschmerzen schwinden; aber ich denke jetzt etwas länger fortzubleiben, damit womöglich ich sie mit Stumpf und Stiel ausrotte.

Ich freue mich übrigens sehr auf dein und Elisabeths schließliches Kommen, das ich doch wahrscheinlich mit erleben werde. Ich wünsche nur, daß ihr alle recht gesund seid, das ist mein inniger Wunsch.

Dein Dich herzlich liebender
FWNietzsche

Meine Lebensweise wird die Sache der Tante Rosalie sein, ich trinke übrigens Bitterwasser und ein Kühlungspulver; das Unangenehmste ist mir die häufige Aufregung, in die ich gerathe. —

332. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. Sept. 62.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, die Matratze ausbessern zu lassen.

333. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 25. September 1862>

Liebe Mamma.

Blos zur Nachricht, daß ich Primaner und Primus bin, also hoffentlich nach Eurem Wunsch und meiner Erwartung. Ich war heute zum ersten Male in meinem Rechte bei Eisentraut und habe dort Sodawasser getrunken, wie ich überhaupt öfter thun werde.

Ich bin nicht gerade frei von Kopfschmerzen, wohl eine Folge des Umzugs in eine andre Stube und der damit verbundenen Aufregung. Staub und Schmutz zum Ersticken! Sendet mir sogleich den Schlüssel, der der meinige ist (,den ich nämlich aus Pforta mitgebracht und wieder dahin mitgenommen.) Ich weiß nicht recht, wie ihr mir ihn zu schicken vergessen habt.

Nun lebe recht schön wohl, liebe Mamma und du liebe Lisbeth und du, lieber Onkel, wenn du nämlich noch in Naumburg bist.

Wir werden uns also morgen über 8 Tage sehn.

Ich bin noch gar nicht eingerichtet, und Wäsche Kämme und vieles andre fehlen mir.

Dein Fritz.

Ich weiß nicht, ob ich schon geschrieben habe, daß der Rektor, Zimmermann, Heinze schön grüßen lassen

334. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 28. Sept. 61.

Nietzsche bittet um 10 Srg. Feriengeld.

335. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 29. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 10 Srg. für Kleiderreinigen.

336. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

Porta Montag 29. Sept. <1862>

Liebe Mamma!

Immer hab ich auf einen Brief gewartet, worin ich wenigstens ein paar Glückwunschworte zu finden hoffte. Besonders Sonnabend, da Ihr doch wußtet, wann die Versetzung sein würde. Es geht mir als Primaner ganz wohl, man genießt seine vielen Vorrechte mit Wohlbehagen. Genug, ich komme Freitag Sonnab. und Sonntag in die Ferien zu Euch, da wolln wir mehr davon sprechen. Thut mir nun den einzigen Gefallen und arrangiert jenen Thee dans. von dem wir so viel geredet. Seinetwegen komme ich hauptsächlich, also etwa Sonnabend Abend müßte er sein. Ihr wißt, wen ich eingeladen wünsche. Sorgt, daß nichts abgeschlagen wird. —

Nun sendet mir so schnell wie möglich die Kiste mit folgendem: Stiefeln, Kämme (ich bin in schreckl. Unannehmlichkeit, da ich mir immer fremde Kämme borgen muß) Weste und vor allen Geld, sehr viel Geld, bedenkt, was ich als neuer Primaner alles zu zahlen habe, welche Fäßchen- Hülfs- Flotten- Klassengelder, sodann daß ich auch in Almrich Geld brauche, um nicht sobald mit dem Anschreiben anzufangen. Also 2 Thl aller-aller-mindestens. Habe ich denn nicht irgendwelche reiche Verwandte, die mich in meinem Primanerthum mit den nöthigen Geldern versehn? —

Also bitte, recht bald, ich erwarte Dienstag früh die Kiste.

Freitag auf Wiedersehn, ich freue mich entsetzlich darauf.

Ich arbeite con amore dh mit Lust und gemächlich, ohne mich zu sehr anzustrengen und indem ich mir immer die nöthigen Erholungen gönne. In Almrich spiele ich Billard, das amüsirt mich.

Meine Kopfschmerzen sind sehr selten, aber sie kommen noch. Ich schlafe jetzt besser. Die Wasserblase nehme ich nicht mehr, sie stinkt grausam.

Grüße die liebe Lisbeth von mir, insgleichen die Verwandten

Auf Wiedersehn
Dein Fr Nietzsche

N.B. Eine ganz greuliche Verlegenheit ist es, keine reinen Strümpfe mehr zu haben. Sendet mir schleunigst reine, weiße, denn blaue kann ich bei meinen kurzen Stiefeln und weißen Hosen nicht anziehen. —

337. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. November 1862>

Liebe Leute!

Es thut mir leid, daß ich euch gestern nicht in Almrich treffen konnte; ich war aber verhindert, inso fern ich dispensiert war. In Bezug hierauf werde ich euch eine kleine Geschichte erzählen. Allwöchentlich hat einer der neuen Primaner die Schulhausinspektorenwoche d. h. er hat alles, was eine Reparatur in den Stuben, Schränken, Auditorien usw. nöthig macht, zu verzeichnen und einen Zettel mit all diesen Bemerkungen auf der Inspektionsstube abzugeben. Ich hatte vorige Woche dieses Amt; es fiel mir aber ein, dies etwas langweilige Geschäft durch Humor pikanter zu machen und schrieb einen Zettel, auf dem alle Bemerkungen in das Gewand des Scherzes gekleidet waren. Die gestrengen Herrn Lehrer waren darob sehr erstaunt, wie man in eine so ernsthafte Sache Witze mischen könnte, luden mich Sonnabend vor die Synode und diktirten mir hier als Strafe nicht weniger als drei Stunden Karcer und den Verlust einiger Spaziergänge zu. Wenn ich mir dabei irgend eine andere Schuld als Unvorsichtigkeit zumessen könnte, würde ich mich darüber ärgern; so aber habe ich mich keinen Augenblick drum bekümmert und nehme mir nur daraus die Lehre, andere mal mit Scherzen vorsichtiger zu sein. —

Ich habe übrigens die Kiste Tag für Tag erwartet, insbesondere die großen Stiefeln, an denen doch wenig zu machen war. Weiße Wäsche hatte ich noch für den Sonntag. Weiße Strümpfe fehlen mir sehr. Ich habe jetzt immer viel zu arbeiten, befinde mich aber dabei ganz wohl und wünsche nur daß das Wetter besser wäre.

Heute ist S. Martinstag und wir haben die übliche Martinsgans (natürlich in 12 Theilen) gegessen. In diese Zeit muß ja auch S. Niklas fallen. Das ist eine angenehme Zeit, dieser Uebergang von Herbst und Winter, diese Vorbereitung von Weihnachten, auf das ich mich so freue. Das wollen wir recht zusammen genießen. Schreibt mir recht bald. die besten Grüße an den lieben Onkel und die liebe Lisbeth!

Fritz.

338. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. November 1862>

Liebe Mamma!

Das war mir sehr unangenehm, daß ich vorigen Sonntag nicht loskam; und es ist unter allen Verhältnissen eine Taktlosigkeit

Peters gegen Hr. Rath Krug. Ich habe am folgenden Tag an Gustav geschrieben. Ebenso gedachte ich dir Sonntags, bevor ich zu Krugs gienge, noch Nachricht über Schenk und Dabis zu bringen; was nun auch nichts wurde. Sie wollen Morgen (Donnerstag) kommen; da wird Volkmann eingeführt und wir haben Spaziergang bis 3 oder 4 Uhr von nach Tische ab. Ich werde wohl auch kommen, besonders wenn ich den lieben Onkel Burkhard treffen könnte. Außerdem ist ja Sonntag als am Todtenfest kein Spaziergang.

Ich habe jetzt immer erstaunlich viel zu thun, befinde mich aber wirklich wohler als je, so wohl körperlich als geistig. Bin immer in heiterer Stimmung und arbeite mit großer Lust. Ich kann nicht begreifen, wie du dich nur noch einen Augenblick über die Folgen jener Geschichte bekümmern kannst, da du ja sie richtig aufgefaßt und mir in dem Briefe vorgehalten hast. Ich werde mich auch wohl vor ferneren Unüberlegtheiten hüten; aber daß ich nur etwas länger darüber verstimmt gewesen, daran ist nicht zu denken. Mögen Heinze und andere darin suchen was sie wollen — ich weiß was drin lag und damit bin ich völlig beruhigt. Wie gesagt, ich habe mich selten in einer wohleren Stimmung gefühlt als jetzt, meine Arbeiten gehen mir gut vorwärts, ich habe sehr vielfachen und angenehmen Umgang — und an ein Beeinflussen ist nicht zu denken, da ich da erst Personen kennen lernen müßte, die ich über mir fühlte. Auch die kalte Temperatur finde ich ganz gemüthlich — kurzum ich fühle mich sehr wohl und bin gegen niemand, auch gegen die Lehrer nicht in verbitterter Stimmung. Vielleicht konnten sie als Lehrer die Sache nicht anders auffassen.

Ich übersende heute schmutzige Wäsche und bitte dich mir bald neue zu übersenden. Wenn du übrigens ein feines, großes Halstuch hättest, so wäre mir dies jetzt lieber als das Tragen von Slips.

Herzliche Grüße an Lisbeth und den lieben Onkel!

Dein
Fritz.

Ich kann übrigens heute die Wäsche nicht schicken, der Schlafsaal ist nicht offen.

339. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Dezember 1862>

Zuerst meine Wünsche für Weihnachten.

I.

Byron, the Works compl. 5 vol.

Tauchnitz’s edition.

Etwa 2 Thl.

Bekanntlich werde ich mit dem neuen Jahre anfangen, Englisch zu treiben und dazu wird mir mein englischer Lieblingsdichter der größte Sporn sein.

II.

Horatii opera ed. Stallbaum

Prachtausgabe Tauchnitz.

Dieselbe Ausgabe wie mein Sophokles, die mir ungemein gefällt, auch für meine Augen sehr zweckmäßig ist. Sie wird nicht ganz 1 Thl. kosten.

Das sind meine Hauptwünsche. Noten will ich mir nicht mehr wünschen, da sie mir in der reichhalt. Domrichschen Leihbibliothek zu Gebote stehn. Wohl aber ist mir Notenpapier sehr erwünscht, das ich mir in meiner beliebten Façon ausbitte. Eine Haarbürste mangelt mir sodann. Das sind meine Wünsche, die ich Eurer geneigten Fürsorge empfohlen haben will.

Sonst habe ich heute nichts zu schreiben, als daß ich sehr viel zu arbeiten habe und daß ich der lieben Mamma herzlich völlige Beseitigung ihrer Heiserkeit wünsche. Schließlich bemerke ich, daß ich mich mopsmäßig auf Weihnachten freue

Fritz.

1862 (48 Briefe)

292. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforte 11. 1. 62. scr<iptum>

Дорогая тётя!

Хотя я и не могу лично присутствовать на твоём дне рождения, пусть это письмо выразит все те сердечные пожелания, которые я питаю к тебе сегодня и всегда. Ты всегда, и совсем недавно тоже, давала мне столь великие доказательства своей любви, и я не могу отплатить тебе ничем, кроме искренних молитв о твоём счастье и благополучии в новом году, который сейчас для тебя наступает. В нынешние времена недостаточно просить лишь о телесном здоровье, бодрости духа и довольстве; ибо, поскольку благо государства обуславливает благо каждого отдельного человека, мы должны включать в наши молитвы и просьбы о короле и стране, о политическом спокойствии народов: да хранит тебя Бог всегда и защитит от опасностей! Ибо будущее туманно и тягостно.

Недавно я благополучно добрался до Пфорты: с Густавом и Вильгельмом я провёл последние часы своих каникул очень весело и в приятных воспоминаниях о прожитых днях. Вечером, несмотря на моё сопротивление, меня пригласила на ужин госпожа советница Круг, так что весь день я прожил благодаря доброте и дружелюбию милых людей. В Пфорте до сих пор мне жилось довольно хорошо; я также сносно привык к здешним условиям; к тому же через 12–13 недель уже Пасха, новая надежда! — То, что я навестил дорогих тётушек в конце своих каникул, мне очень приятно; передавай им от меня сердечный привет и заверь их, что я часто о них думаю; возможно, я навещу вас в ближайшее воскресенье.

Я ещё раз повторяю свои пожелания и молитвы о твоём счастье и благополучии, дорогая тётя, и остаюсь

Твой
Тебя
искренне любящий
Фр.
В.
Ницше

293. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 18. Januar 1862>

Дорогая мама!

Я очень радуюсь завтрашнему дню, что мы увидимся в Альмрихе подольше. Я получил письмо с ящиком и большое спасибо, что вы мне всё прислали. Утренние туфли немного тесноваты. Насколько я, кстати, знаю, профессор Кайль празднует в следующий четверг свой 25-летний юбилей службы. — У меня сейчас всегда очень много дел; что касается нашей игры на Масленицу, в этот раз всё идёт очень нескладно. Вторую пьесу, которую мы предложили, профессор Корссен не одобрил. Третью нам сейчас предложил профессор Коберштайн; но кто знает, сколько времени пройдёт, пока мы получим её от книготорговца? — Холод сейчас совершенно ужасно неприятный; но, насколько я полагаю, я ещё ничего не отморозил. — Пришлите или, вернее, привезите мне завтра несколько носовых платков! Мне пришлось с самого Рождества обходиться двумя грязными. Кроме того, я очень прошу тебя привезти мне мои подаренные на Рождество деньги, которые мне сейчас очень нужны для следующих расходов: 15 серебряных грошей за газету, которые я, кстати, могу присылать вам время от времени, если вы пообещаете мне их хорошо хранить. 20 серебряных грошей на книгу «Государь», которую мы читаем и приобретаем в нашем итальянском кружке, и 15 серебряных грошей на классные нужды, главным образом для покрытия наших расходов на спектакли. — Пожалуйста, не забудь об этом, это очень необходимые расходы. Я бы, конечно, предпочёл приберечь эти деньги на летнюю поездку (на которую у меня ещё осталось 2 талера из моей поездки в Нюрнберг и 3 талера с дня рождения), но сейчас они мне нужнее. Передавай Лизбет от меня большой привет и скажи ей, чтобы она обязательно приехала завтра в Альмрих, у меня есть к ней вопрос. — Ящик, кстати, я не ломал, а нашёл его в Пфорте в таком разрушенном виде, когда вернулся из Наумбурга после каникул. Он, вероятно, был раздавлен множеством ящиков, которые стояли на нём.

Ещё раз, в надежде на
завтра!

Твой Фриц.

294. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 14. Februar 1862>

Дорогая мама.

Я вчера снова встал (в четверг), сегодня мне значительно лучше, возможно, я приду в субботу или воскресенье. Я никак не мог написать вам на днях, так как, во-первых, из-за того, что лежал в постели, затем из-за шпанской мушки и, наконец, из-за нехватки времени, бумаги для писем и посыльных. Большое спасибо за яблоки, я съел их как освежение. Лазарет очень переполнен. Но я больше не могу тебе писать, я все еще очень слаб, и это утомляет мою голову. Скорейшего выздоровления!

Твой Фриц.

295. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Februarhälfte 1862>

Милая мама!

Меня ужасно расстроило, что я не смог поехать в Альмрих в воскресенье. Я почти совсем здоров, ежедневно немного гуляю — в воскресенье я думал, что смогу приехать, и, надеясь увидеть вас там, не написал, чтобы не пугать. Особенно я очень хотел бы увидеть дядю Теобальда — очень жаль! Поэтому я послал Шенка, который, надеюсь, всё передал. Но довольно об этом!

Мы наконец определились с нашими пьесами. Репетиции уже идут полным ходом. Итак, это «Ночной сторож» Кёрнера, «18-летний полковник», где я играю роль влюбленного, лейтенанта Генри де Блансе, и, наконец, «Каждый пусть метет перед своей дверью!» Шнайдера. В ней я играю прокурора, главную роль, среди прочего, я появляюсь там пьяным. Мне нужно только немного подлечить голос, который немного охрип. Вы могли бы действительно прислать мне на это время, пока постоянно идут репетиции, леденцы от кашля или что-то еще; ведь голос пострадал от постоянной громкой речи. Думаю, пьесы вам очень понравятся, они довольно эффектные. «Ночной сторож» уже идет совсем неплохо; сейчас мы репетируем «18-летнего полковника».

Только подумайте, через 8 недель уже Пасха, разве это не здорово? Как дела с вашей поездкой в Дрезден? На какое время она перенесена? Не поехать ли мне с вами, если это будет на Пасху? Значит, в собачьи дни к дяде Эдмунду в Горенцен. Позаботьтесь же о письме, которое я написал Вильгельму! Напишите мне тоже как-нибудь поскорее! Я так радуюсь, когда оно бывает очень подробным. К чему всегда только то, что произошло? Ты ведь можешь писать мне и о всяких мыслях и планах, это ведь самое интересное

для твоего Фрица.

Большой привет Лизбет! Ореховый бал всё еще главное развлечение?

296. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1862>

Милая мама!

Итак, ты увезла милую Лизбет на долгое время, которая, конечно, будет очень тосковать и вряд ли почувствует себя как дома в большом Дрездене. Ты сама, безусловно, провела там несколько прекрасных дней, особенно вспоминая былые времена; ведь со временем всё, что когда-то приносило нам радость и изумление, становится дорогим. И тебе, конечно, было тяжело расстаться с Дрезденом и Лизбет — я это прекрасно понимаю. — О том, как обстоят её дела, я ничего не знаю; напиши мне очень длинно и подробно, как мы вообще можем писать друг другу более обстоятельно, раз тебе теперь нужно тратить меньше времени на ведение хозяйства. Лишь бы она была устроена в очень приличный пансион! Мне Дрезден не очень нравится, он недостаточно грандиозен, а в своих особенностях, даже в языке, слишком близок к тюрингским элементам. Если бы она, например, попала в Ганновер, то познакомилась бы с совершенно другими нравами, особенностями, языком; всегда полезно, чтобы человек, дабы не стать односторонним, воспитывался в разных регионах. В остальном как город искусств, маленькая резиденция, вообще для развития духа Э<лизабет> Дрезден вполне подойдет, и я ей в некотором роде завидую. Но я верю, что в своей жизни смогу ещё многое подобное испытать. В общем, мне не терпится услышать, как Элизабет осваивается в своих новых обстоятельствах. Такой пансион — это всегда риск. Но у меня много доброго доверия к Элизабет. — Если бы она только научилась писать красивее! И когда она рассказывает, она должна опускать эти многочисленные «Ах» и «О», «Ты даже не можешь себе представить, как это было великолепно, как чудесно, как очаровательно и т. д.». И многое другое, что, надеюсь, она забудет в хорошем обществе и при большем внимании к самой себе. — Ну, милая мама, в понедельник ты ведь приедешь? С 4 до 7 будет представление. Я просил г-на доктора Хайнце о билете. Ты бы оказала мне большую услугу, если бы прислала мне около ½ фунта миндаля, яиц и сахара, так как для наших репетиций, дважды в день, а в главный день трижды, такая очистка голоса совершенно необходима. Живи очень хорошо, милая мама!

Твой Фриц.

Для чтения, на которое у тебя теперь будет много времени, я предлагаю тебе «Босоножку» Ауэрбаха, которая меня привела в полный восторг. —

297. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1862>

Дорогая мама!

Сердечно благодарю тебя за твое прекрасное письмо и добрые новости: я очень рад, что Лизбет так хорошо устроилась, и вообще, что поездка и ее цель были так удачно достигнуты. — Сегодня только просьба: как можно скорее пришли мне обратно ящик, а в нем пододеяльник, затем самые большие белые чулки, какие у тебя есть (для нашего спектакля), белый жилет и белые панталоны. Не могла бы ты тогда, раз я не знаю, как ты могла бы перевезти сюда яйца, прислать мне побольше сахара, также для крюшона, который мы готовим за кулисами. Ах, и прежде всего — деньги! Это самое главное, а в такой день, как сегодняшний карнавал, нам нужно немного потратиться. Я очень прошу тебя об этом, дорогая мама; и вообще, если ты сможешь прислать мне еще какие-нибудь ингредиенты для крюшона!

Я очень жду этого дня. Третью пьесу, к сожалению, не разрешили к постановке, так что у меня только эта маленькая роль любителя. Впрочем, так даже лучше; ты все равно повеселишься. Весь понедельник до 4 часов (когда все начнется вовремя) — сплошные репетиции, это будет утомительно. Где и когда я увижу тебя в понедельник, я не знаю; надеюсь увидеться позже, так как мы, вероятно, закончим довольно рано. Надеюсь еще достать билет для дяди.

А теперь прощай, не забывай меня, я очень надеюсь на твою щедрую руку.

Твой Фриц.

298. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz nach dem 4. März 1862>

Дорогая мама!

Прежде всего, дорогая мама, еще раз прими мою сердечную благодарность за твои масленичные подарки. Как же чудесно было то время, когда мы с тобой разговаривали. Второй день тоже был очень приятным, ты бы со смеху умерла. В целом, ученики старших классов, должно быть, сыграли лучше.

А теперь я должен составить для тебя список тех предметов одежды, реставрация или покупка которых крайне необходимы. Сегодня ты получишь вторую пару сапог, тоже очень рваных. Вероятно, будет необходимо приобрести новую пару, эти короткие сапоги я ношу уже целую вечность. Затем мне нужны шерстяные чулки. Далее брюки; было бы очень важно, чтобы я получил пару легких брюк, но пару хороших для частого ношения, например, серых, так как обе другие пары черных слишком тесны и поношены, а нынешние хорошие совсем не выдерживают повседневной носки. Пара белых брюк, чтобы можно было менять, тоже была бы очень кстати. — Две черные жилетки: одна настолько тесная, что при первой же носке отлетело три-четыре пуговицы, другая очень поношенная и обвисшая, так что только белая в полном порядке и может прилично носиться. Повседневный пиджак мне тесен и стал мал, к тому же у меня нет никакой смены. Хороший пиджак после годового использования тоже стал слишком старым для парадного. Итак, нужен хороший черный и легкий летний пиджак, по возможности, немного длинный мешковатый пиджак. Для повседневного использования, очевидно, самые удобные. Вместо белой фуражки к Пасхе тоже должна появиться другая. Или мне выбрать себе здесь, в Пфорте, по своему вкусу?

Из белья мне, таким образом, нужны чулки, полотенца и носовые платки, которые ты, надеюсь, пришлешь мне в субботу. Где мы увидимся в воскресенье? Должен ли я навестить тетушек? Или тетю Розали? Или ты приедешь в Альмрих?

Живи хорошо и часто думай
о своем Фрице.

299. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf 9. 4. 62

Ницше покорнейше просит 2½ срг. на прогулку.

300. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 10. 4. 62

Ницше просит 2½ сгр.

301. An G. Krug und W. Pinder in Naumburg (Fragment)

Pforte. 27 Apr. 1862.

Только христианское мировоззрение способно породить подобную мировую скорбь, фаталистическому же она совершенно чужда. Это не что иное, как отчаяние в собственных силах, предлог слабости, чтобы решительно самому вершить свою судьбу.

Когда мы наконец осознаем, что ответственны только перед самими собой, что упрек в неверном жизненном призвании может относиться только к нам, а не к каким-либо высшим силам, лишь тогда основные идеи христианства сбросят свое внешнее облачение и перейдут в плоть и кровь. Христианство — это по существу дело сердца; лишь когда оно воплотилось в нас, когда оно само стало нашим душевным состоянием, человек становится истинным христианином. Главные догматы христианства лишь выражают основные истины человеческого сердца; они — символы, подобно тому как высшее всегда должно быть лишь символом еще более высокого. Стать блаженным через веру означает не что иное, как старую истину, что только сердце, а не знание может сделать счастливым. То, что Бог стал человеком, лишь указывает на то, что человек не должен искать свое блаженство в бесконечном, а должен основывать свой рай на земле; иллюзия потустороннего мира поставила человеческий дух в ложное отношение к миру земному: она была порождением младенчества народов. Пылкая юношеская душа человечества с воодушевлением принимает эти идеи и предчувствуя высказывает тайну, которая одновременно уходит корнями из прошлого в будущее, что Бог стал человеком. Через тяжкие сомнения и борьбу человечество мужает: оно признает в себе «начало, середину, конец религии».»

Сердечно прощайте!

Ваш Фриц

SNmA.

V.G!

— Пожалуйста, пришлите мне непременно «Нарцисса» Домриха! — В эту книгу мы теперь будем записывать наши письма! —

302. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

<Pforta, Ende April 1862>

Дорогая Элизабет!

Пишу это, стоя за конторкой; конторка стоит у окна, а из окна открывается прекрасный вид на цветущую липу и залитые солнцем Саальские горы: эта прелестная природа живо напоминает мне Дрезден и те приятные дни, что я там провел. Чтобы вспомнить о тебе, дорогая, милая Лизбет, мне вовсе не нужны подобные пространные «рычаги памяти»: напротив, я думаю о тебе так невероятно часто, что, по правде говоря, думаю о тебе почти постоянно, даже во сне; ведь мне довольно часто снишься ты и наше время, проведенное вместе.

Правда ведь, все сложилось просто чудесно? Я до самого отъезда не мог до конца поверить, что эта поездка состоится; а теперь я провел такие прекрасные дни в Дрездене и смог так часто и так подробно с тобой беседовать! Ведь ты уехала едва ли семь недель назад: Боже, время кажется мне целым веком! И теперь мое пребывание в Дрездене служит красочным, поэтическим фоном для прозы моей повседневной жизни!

Надеюсь, что ты, впрочем, ничуть не грустишь о том, что я не смог остаться в Дрездене дольше: Боже мой, ведь на Михайлов день мы снова увидимся, а это едва ли полгода! Думаешь, это плохое утешение? Разве я не любящий!?

Дрезден ведь такой уютный, там ты вполне сможешь продержаться эти несколько месяцев! Прежде всего, старайся как следует познакомиться со всеми художественными сокровищами Дрездена, чтобы и в этом отношении извлечь для себя что-то стоящее. В картинную галерею ты должна ходить не реже одного-двух раз в неделю, даже если будешь рассматривать всего по две-три картины, но так внимательно, чтобы потом смогла сделать мне их подробное описание (конечно, письменно). Правда ведь, очень эгоистично? Разве я не любящий?

Мое обратное путешествие было более или менее скучным; в Лейпциге я съел бифштекс, рискуя жизнью, по крайней мере, рискуя остаться там навсегда, чего, однако, по недоразумению не случилось. Навестил в Наумбурге своих друзей и вечером в их сопровождении грациозно направился к своим воротам.

Помимо этих грандиозных событий, я больше ничего значительного не пережил, так как мы достаточно обо всем поговорили.

Живи, кстати говоря, очень хорошо и думай без лишних сентиментальных излияний о своем

горячо любящем тебя
Фрице.

Ты не преминешь, дорогая Лизбет, выразить мою сердечную благодарность твоим милым приемным родителям в трогательных и волнующих словах. Подробности и дальнейшее я оставляю на твое усмотрение. —

303. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende April-Anfang Mai 1862>

Дорогая мама!

Только сегодня я нахожу время, чтобы снова написать тебе. Спасибо за твое последнее письмо: надеюсь, что твое доверие ко мне будет оправдано. Ничего нового я не пережил, а только был очень занят. В воскресенье мы не сможем увидеться, потому что я иду к святому причастию. Пожелай мне в этом, дорогая мама, Божьего благословения! Я не совсем знаю, как мне загладить свою вину перед тетушками. Напиши мне, пожалуйста, как лучше поступить.

Мне сейчас очень необходимо белье, прежде всего постельное, белые чулки, насколько это возможно, рубашки, манишки, полотенце, носовые платки и т. д. Если ты увидишь Вильгельма или Густава, скажи им, пожалуйста, чтобы они прислали мне всё необходимое самое позднее к понедельнику.

Кошелек, зубную щетку и расческу я отсылаю обратно, денег хватило в обрез, так что, когда я приехал сюда, у меня оставалось всего 5 серебряных грошей. А они мне здесь были крайне нужны. Лизбет была удивлена, что ты не дала мне больше; такую поездку невозможно рассчитать заранее точно, возникает множество мелких расходов, сам не знаешь откуда. Нехватка того, что я, будучи старшеклассником, не получаю 5 серебряных грошей на карманные расходы, ощущается очень заметно. Я должен сейчас платить здесь 5 грошей в фонд флота, там 5 грошей в фонд помощи, здесь столько же в классный фонд, и у меня совсем ничего не остается. Как это будет дальше, не знаю. Я не могу прожить на два гроша, да и вообще в старших классах это невозможно.

А теперь живи хорошо, пиши и обязательно пришли завтра

Твоему
горячо любящему тебя
Фрицу

304. An Max Heime in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 5. 5. 62.

Ницше покорнейше просит 5 срг. за обучение.

305. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1862>

Всего несколько слов, дорогая мама! Значит, ты действительно собираешься в поездку на этой неделе? И примерно на сколько? Должно быть, сейчас в Гарце чудесно, когда всё зеленеет и цветет. А как теперь будет с бельем? Его, вероятно, будут стирать в Пфорте? И куда я отправлюсь на Троицу? Видимо, мы не увидимся до самых собачьих дней, это около 8 недель. — В любом случае, до своего отъезда пришли, пожалуйста, всё белье вместе с описью, а также небольшой стакан для питья воды из источника, который мне очень нужен. Если бы ты могла прислать мне еще баночку помады, я был бы очень рад, так как мои волосы стали слишком сухими. — Сделай мне, пожалуйста, еще несколько тетрадей из такой же бумаги, на которой я здесь пишу: примерно две большие синие тетради по четыре листа каждая и две маленькие плотные тетради формата октаво, каждая толщиной примерно 10—15 листов, с твердой черной картонной обложкой без всяких этикеток или ярлыков; не знаю, как ты это называешь. Эти тетради нужны мне для исторических заметок. Пожалуйста, сделай это для меня как можно скорее. — Если ты хочешь увидеться со мной на этой неделе, приходи во вторник, я свободен с 5 до 7 вечера. Или в среду вечером в это же время. Или в четверг с 4 до 5, или в пятницу с 4 до 5. Там мы еще раз поговорим. А теперь прощай! Еще раз большое спасибо за твое милое письмо и присланное! Новый священник прибыл; его зовут Клечке, и в нем есть что-то от Буддензига.

Твой горячо любящий тебя
Фриц.

306. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 19. 5.62.

Ницше покорнейше просит 5 серебряных грошей на день в горах.

307. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 21/5 62.

Ницше просит 5 сгр на школьный праздник.

308. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Maihälfte 1862>

Дорогая тётя.

Так как мама велела мне обращаться к тебе, дорогая тётя, если мне что-нибудь понадобится, то я пишу тебе сегодня и посылаю отчёт об обучении. У Шенка корь, как и у его сестёр, и он лежит в комнате один с занавешенными окнами. Мне его очень жаль. Я бы так хотел прислать ему что-нибудь для занятия и развлечения, но совсем не знаю что. Книги он сейчас ещё читать не может, а игр для одного человека я тоже не знаю.

Дорогая тётя, позволишь ли ты мне навестить тебя в следующее воскресенье, если тебе, конечно, удобно и ничто не помешает? Прогулка длится с 4 до 6 часов. — Ну, будь здорова, дорогая тётя! Надеюсь, мы поговорим с тобой больше при встрече!

Твой горячо любящий тебя
Ф. В. Ницше

309. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 1. 6. 62.

Ницше покорнейше просит 5 серебряных грошей на почтовые расходы за июнь месяц.

310. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 4. 6. 62.

Ницше покорнейше просит 5 сг на поездку певцов.

311. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 5. 6. 62.

Г-на д-ра Хайнце просят к 2 ½ сг. для осмотра теллурия.

Ницше.

312. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 5. 62.

Ницше просит любезного разрешения приобрести коллектанеум, книгу б<елой> бумаги и дюжину стальных перьев.

313. An Franziska Nietzsche in Gorenzen

Pforta d. 6<—10.> Juni 1862.

Милая мама!

Я хочу написать несколько строк до Троицы, а затем закончить письмо после неё. Прежде всего, прими мою сердечную благодарность за оба твои милых письма, которых я так долго ждал. Я рад, что у тебя всё хорошо, и, к счастью, могу сообщить то же самое о себе. То, что я пережил, на самом деле немногое, но всё же весьма приятно. Сначала был горный день и праздник ели, о которых ты уже читала самое главное. На горе шёл очень уютный дождь, так что я танцевал совсем мало. Школьный праздник — как обычно. На торжественном акте я прочитал своё стихотворение «Смерть Эрманариха», которое я бы прислал тебе, если бы у меня было время его переписать; оно довольно длинное. Привезу его на каникулах. У меня за него была оценка 2а, это было лучшее авторское стихотворение в классе. — Затем я ходил гулять к тётушкам в Наумбург. Днём я долго разговаривал с мадам Лаубшер в Пфорте, а вечером снова мало танцевал.

Что тебя ещё могло бы заинтересовать, так это то, что за большую латинскую работу «По каким причинам Цицерон ушёл в изгнание?» я получил оценку I, хотя и занял очень сильную позицию против Цицерона. Оценка I у профессора Штайнхарта не встречалась уже много лет; можешь себе представить, как я этому обрадовался. В прошлом году в это же время у профессора Корссена я получил I за латинскую работу.

Кстати, я надеялся, что ты оставишь мне свою фотографию. Из моих 6 фотографий одну получит тётя Розали, одну Лизбет и одну ты, остальные три мне нужны в Пфорте.

После Троицы.

Я провёл весьма приятные дни; первый праздничный день был необычайно душным и жарким, так что едва можно было думать; всё было очень скучно. На второй день вовремя начался дождь; в половине двенадцатого я пошёл в Наумбург к тёте Розали, где обедал — очень хорошо — и пил кофе. Чрезвычайно радушный приём! Мы вместе под непрекращающимся дождём пошли на кладбище, осмотрели там могилы; затем к милым тётушкам, где я пробыл довольно долго и мы много беседовали. Вечером я снова ужинал у тёти, потом пошёл в наше жильё, спал очень хорошо. Встал в 4 часа, играл на фортепиано, пил кофе, к которому мне фрау Лурхенштайн принесла троицкий пирог. Затем пошёл к фотографу, у которого записался днём ранее, и сфотографировался. Кажется, вышло не особенно хорошо, хотя Хеннинг утверждал, что всё очень чётко и ясно и т. д.; позу выбрал он; если вышло не очень, то это не моя вина. На каникулы привезу тебе одну. — Затем я отправился к Пиндерсам, где меня очень дружелюбно приняли и я провёл приятные часы с Вильгельмом и Густ<авом>. Все очень расспрашивали о тебе и передавали сердечный привет, как и мадам Лаубшер. Вечером в 9 часов я снова ушёл, после того как днём ещё совершил небольшую прогулку с друзьями.

Теперь у меня ещё просьба: напиши мне как можно точнее, получится ли что-нибудь с поездкой на Рюген или вообще возможна ли какая-нибудь поездка (с дядей). Если нет, то моё желание, а также желание господина советника Пиндера, чтобы мы, три друга, вместе совершили поход в Гарц. В начале или в конце каникул — это стоило бы обдумать. Я мог бы, возможно, первые 8 дней провести в Наумбурге, затем начинаются каникулы у моих друзей, и мы бы сразу уехали, нам понадобилось бы около 8 дней, так что конец каникул я бы провёл в Горенцене (2—3 недели). Вообще я готов к любой поездке; я поеду и в Плауэн, если будет нужно; или в Дрезден; или в Берлин; или в Тюрингский лес. Для любой поездки я найду товарищей среди пфортцев в начале каникул. — Осталось не больше трёх недель, милая мама, дело не терпит отлагательств. —

Я очень обрадовался хорошим новостям о дяде. Только то, что он так скоро хочет снова приступить к своим обязанностям, меня удивляет; мне кажется, это ещё слишком рано.

Лучшие пожелания тёте и деткам от всех родственников и знакомых, и прежде всего от меня!

Прощай!
Твой Ф. В. Ницше

314. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 7. 6. 62.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

315. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 9. 6. 62.

Ницше покорнейше просит о 15 серебряных грошах суточных на экскурсию.

316. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

Pforte d. 11 Juni 1862.

Дорогая тётушка!

Пользуюсь случаем, чтобы в нескольких словах выразить тебе мою сердечную благодарность за твой столь любезный и поистине великолепный приём. Я чувствовал себя у тебя так хорошо и провёл столь приятные часы, что до сих пор с большой радостью вспоминаю второй день Троицы, несмотря на то, какой неблагоприятной была погода. Столь же дружелюбным и сердечным был приём у Пиндеров. В четверг ты получишь от фотографа визитные карточки; можешь сразу договориться с ним о цене. Он знает, что я гимназист, и, как пишет мне мама, гимназисты платят всего один талер. Ты выберешь себе лучшую из визитных карточек, а также оставь себе ещё две. Остальные 3 заберёт у тебя Вильгельм, чтобы привезти их мне в воскресенье в Альмрих.

В жилье я нашёл всё в полном порядке; Мальхен ещё зажгла свет и принесла воду для умывания. О том, как я провёл день — весьма приятно, как и следовало ожидать, — ты можешь узнать из моего письма маме.

К сожалению, у меня нет ни времени, ни материала, чтобы писать дальше. Значит, увидимся в последнее воскресенье перед собачьими днями, не так ли? Тогда мы обо всём договоримся.

Ещё раз прими мою самую сердечную благодарность.

Твой нежно любящий тебя
Ф. В. Ницше

317. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 22. 6. 62.

Ницше просит любезного разрешения переплести книгу, а также приобрести альбом для рисования и пачку почтовой бумаги.

318. An Prof. Jacobi in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 22. 6. 62.

Ницше просит [+ + +] надеть шапку<n> [ + + +]

319. An Diederich Volkmann in Pforta (Zettel)

Pf. 22. 6. 62.

Ницше просит 18 срг. за аренду фортепиано.

320. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 22 .6. 62.

Ницше покорнейше просит 3 талера на дорожные расходы.

321. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pf. 23. 6. 62

Г-на д-ра Хайнце покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше

322. An Franziska Nietzsche in Gorenzen

Pf. 24 .6. 62.

Дорогая мама.

Я очень благодарю тебя за твое письмо, которое доставило мне огромную радость. Прекрасное время теперь приближается всё быстрее. Я могу написать тебе наверняка лишь то, что в пятницу я уеду из Наумбурга. Если дорогой дядя захочет встретить меня в Айслебене, я буду очень рад. Но если погода не изменится и останется такой, как сейчас, то я поеду в Мансфельд. Первые дни каникул я, таким образом, проведу в Наумбурге, так как мне там еще нужно кое-что сделать, да и с друзьями хотелось бы немного пообщаться. Я очень жду поездок в Гарц, о которых ты пишешь. Как было бы чудесно, если бы мы могли встретиться там вместе с моими друзьями!

Я еще не совсем знаю, как перевезу всё то, что ты просишь меня взять с собой. Три пары черных брюк — это кажется мне слишком много. Впрочем, все брюки, кроме новых, настолько тесны, что я надеваю их только в крайнем случае, потому что они слишком легко рвутся. Я упакую свой маленький сундучок; дорожной сумки у меня нет. — В следующее воскресенье я обсужу все детали с тетей Розали, так как я приглашен к ней. В прошлое воскресенье я был во Флеммингене и видел Брауне. Он дважды проповедовал и передал мне привет от Лизбет, которая обещала скоро написать мне. — То, что у меня будет отдельная большая комната, меня очень радует. Я буду работать по утрам, а после обеда много гулять. Вероятно, буду также очень рано вставать. Утром — самое прекрасное время. Больше всего я желаю, чтобы была хорошая погода. У нас уже две недели идут дожди. — Мои каникулы продлятся с 1 июля по 4 августа. 4 июля я прибуду в Горенцен, так что смогу провести там 30 дней. Конечно, мне было бы вполне приятно провести праздник вишни в Наумбурге. Но об этом мы сможем еще достаточно обсудить на месте. — Передай дорогому дяде мои сердечные приветы и благодарность за приглашение в Горенцен, также передай много приветов дорогой тете Сидонхен и деткам от

Твоего
Ф. В. Ницше

323. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

Gorenzen 7 Juli 62.

Дорогая Лизбет!

Впервые за долгое, долгое время я провожу твой день рождения не вместе с тобой; это огорчает и тебя, и меня, я знаю, дорогая Лизбет, очень огорчает! Но мысленно мы будем много думать друг о друге и представлять друг друга; кстати, для этого тебе не нужно использовать ту неудачную фотографию, которую мне меньше всего хотелось бы посылать. Мой главный подарок, дорогая Лизбет, ты получишь только позже, что ты, надеюсь, простишь мне, учитывая краткость прошедших дней каникул —, и притом тайно; ибо меня бы смутило, если бы мои произведения были выставлены на глаза стольких утонченных и искушенных в искусстве поздравляющих.

Кстати, я чувствую себя, как, надеюсь, и ты, необычайно хорошо. Первые 3 дня моих каникул я провел в Наумбурге, был в цирке Хинне, затем в пятницу отправился в Горенцен и провел там весьма приятные дни. Вчера была поездка в Раммельсбург, которая граничила с приключением. В замковом зале был концерт; милостивая госпожа пела довольно мило, гувернантка жалобно пищала в арии из «Милосердия»; в целом — по-настоящему дилетантски. Было уже полседьмого; небо затянуло черными тучами. В фабричном здании, куда мы укрылись, нас застала довольно грандиозная гроза с молниями, громом и градом; когда она закончилась, мы (мама и я) отправились в путь, брели по ужасной грязи и скучали, пока, наконец, нас не настигла новая буря, и мы, обнявшись, освещаемые ярчайшими вспышками молний, промокли до нитки. Наш вид был весьма комичен; в остальном вся эта история была несколько опасной для жизни, что, однако, привело меня в хорошее расположение духа. Подробнее об этом расскажет мама.

Мне только что пришло в голову, что я тебя еще даже не поздравил. Того, чего я желаю тебе, желаешь и ты мне; зачем же еще облекать в слова то, что мы чувствуем? Мое единственное желание, кроме того, лишь в том, чтобы все желания исполнялись, если они действительно направлены на твое телесное и духовное благополучие.

Я напишу тебе в эти каникулы еще раз.

А пока прощай, дорогая Лизбет!
Твой Фриц Ницше

324. An Raimund Granier in Fraustadt

Gorenzen 28 Juli 62.

Беззерновое зерно!
Бесперьевой журавль!

Посмотрите-ка! Благодаря вашей выдающейся памяти — спустя пару недель разлуки вы полностью забыли, утонув в море новых, более привлекательных личностей! Имею честь письменно сообщить вам, что я еще жив. Если вы простудитесь от сквозняка моего письма — очень сожалею, но в вашей глубокой сущности достаточно жара, чтобы выжечь эти черные строки добела. Кстати, вы бы очень обязали меня, если бы не выезжали передо мной на старых, изнуренных клячах оправданий, чтобы в своей неловкости не вылететь из седла в грязь и не брызнуть ею мне в лицо. Письмо, собственно, было бы достаточно длинным, чтобы представить вам скуку каникул, которые я без вас.... боже мой, о ком вы

думаете? Я имею в виду именно вас и провела их без Л.;

оно было бы также достаточно коротким, чтобы вкратце сообщить вам, что вы знаменитый, любезный, добродушный, интеллигентный молодой человек, который, к сожалению, потерял голову, вероятно, в широком мешке своего сердца.

Спрашиваете, куда я ездила? В Горенцен, мой дорогой, чтобы там поминать вас утром, в полдень и вечером во всех молитвах. Спрашиваете, чем я занималась — опровержением материализма, в то время как вы, кажется, верите в него — верьте же в столкновение духов, из-за чего вы не любите черные излияния сердца в чернильном соку, — кроме того, «Эмилем» Руссо, у которого вы могли бы поучиться некоторой естественности и образованности, а также тому, что нужно держать свои обещания. Спрашиваете, что я сочинила? Песню без слов на вашу переписку и легкомыслие — ибо слова застряли у меня в горле от скуки. Что я написала? Песни, сплошные песни — но не о вас, так высоко я не забиралась.

План моей отвратительной новеллы — о боже, вы тоже забыли! Все равно! — я выбросила за борт от отвращения, как только написала первую главу. Я посылаю вам рукопись-монстра для использования, ну, как хотите. Когда я ее писала, я разразилась дьявольским смехом — вы сами вряд ли захотите продолжения.

Кроме того, прилагаются еще две песни, первая — образец моих церковных песен, жанр, который вы вряд ли ожидали от меня, — и вторая, кусочек личного опыта, если вы поверите, по поводу которого вы — благодаря своему естественному вкусу — поднимете смех. В остальном остаюсь до скорого свидания

ФВвНицки (псевдоним Мук)
homme étudié en lettres
(votre ami sans lettres)

I.

1. Ты воззвал:
Господь, я спешу
И медлю
У ступеней твоего трона.
Воспламененный любовью
Сияет мне так сердечно,
Болезненно
Твой взгляд в сердце: Господь, я иду.

2. Я был потерян,
Опьяненный головокружением,
Погруженный,
Обреченный на ад и муки.
Ты стоял вдали:
Твой взгляд невыразимо
Волнующий
Поражал меня так часто: теперь я иду охотно.

3. Я чувствую ужас
Перед греховными
Ночными безднами
И не хочу оглядываться назад.
Не могу оставить тебя.
В ночи жуткие,
Печальные
Я смотрю на тебя и должен схватить тебя.

4. Ты такой кроткий,
Верный и искренний,
Сердечно-милый,
Любящий образ Спасителя грешников!
Утоли мое желание,
Мои помыслы и думы
Погрузить
В твою любовь, висеть на тебе. —

II.

Скитаться, о скитаться!

Скитаться, о скитаться

Свободно по миру так далеко

С зелеными лентами

На шляпе и одежде.

Я качаю колокольчик,

Звенит он так мило, так нежно.

Развеваются локоны

Вокруг меня на ветру.

Смотрят на меня косули

Так сердечно в лесу,

Становится мне так больно,

Но скоро забываю.

Цветет розочка

Ароматная в вересковой траве,

Целую я розочку

И немного плачу.

Весело, как тянет ветер,

Проходит сквозь сердце сон,

Падает липовый цвет

Вниз с дерева.

Скитаться, о скитаться

Свободно по миру так далеко

С зелеными лентами

На шляпе и одежде! —

Прощайте!

325. An Elisabeth Nietzsche in Dresden

Gorenzen 28 Juli 62.

Дорогая Лизбет!

Первая половина твоего имени с удачно поставленной кляксой посередине датируется еще моим предыдущим письмом; из-за досады на такую порчу я не стал использовать этот лист дальше. Теперь, из-за нынешней нехватки почтовой бумаги, его снова подсунули мне, и я использую его, чтобы написать на нем продолжение моего предыдущего письма. Не знаю, писал ли я тебе уже о нашей поездке в Кифхойзер; неважно, она была милой. Вообще, я здесь не так уж много пережил, но при этом не скучал. Мама тебе уже обо всем расскажет. Мы много гуляли — как, вероятно, и ты в такую прекрасную погоду. Я много играл на фортепиано, как, вероятно, и ты со своей новой учительницей; на днях я пришлю тебе несколько своих легких композиций. Как было бы чудесно, если бы ты позже смогла сыграть их мне в Наумбурге. Ты можешь сама выбрать из моих венгерских эскизов то, что хочешь. Готовые пьесы: «Плач героя», «Ночью в степи», «Степной кабачок», «Цыганский танец», «Тоска по родине» и т. д.

Я также писал стихи. Когда ты вернешься, мне будет что тебе показать.

Представь себе, недавно дядю попросили произнести речь на стропилах у одного плотника; так что я сочинил стихотворение для этого случая, над которым мастер теперь усердно корпит.

Вот и любимые каникулы скоро закончатся — сегодня в Наумбурге начинается Праздник вишни. Я бы очень хотел там быть. Своими друзьями я за эти каникулы совсем не насладился. Мы несколько дней ждали их в Горенцене, они ведь совершали путешествие по Гарцу, и Вильгельм писал, что они будут проездом. Но они не приехали. — Если бы ты только поскорее приехала в Наумбург, это было бы здорово. Мы здесь уже совсем не живем настоящим, особенно в отношении будущего дяди Эдмунда. Я часто фантазирую по вечерам за фортепиано о подобных, не столь отдаленных событиях, а дядя и мама ломают голову над их толкованием. В целом мы очень веселы и довольны и часто думаем о тебе. Теперь я надеюсь, что ты скоро дашь о себе знать что-нибудь определенное. Ведь мы же такие любопытные!

А именно я,
Твой Фриц.

326. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 10. 8. 62.

Ницше просит разрешения приобрести коробочку стальных перьев, книгу б<елой> бумаги и конволют.

327. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte. 10. 8. 62.

Ницше покорнейше просит 5 срг. на почтовые расходы за август месяц.

328. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 15. Aug. 62.

Ницше просит 5 срг. на горный день.

329. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 25. 8. 62

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги и 1 дюжину стальных перьев.

330. An Prof. Jacobi in Pforta (Zettel)

Pf. 25 Aug. <1862>

Ницше покорнейше просит о любезном разрешении поиграть на фортепиано с 8 до 8:45.

331. An Franziska Nietzsche in Merseburg

<Pforta,> Montag 25. 8. 62.

Милая мама!

Ты можешь себе представить, как меня потрясло большое несчастье дорогого дяди; передай ему и дорогой тете мои самые сердечные соболезнования; я бы так хотел оказать ему какую-нибудь услугу, но совсем не знаю, что я мог бы сделать. С другой стороны, я должен также принести свои поздравления по случаю пополнения в его милом семействе; как же странно все-таки граничат друг с другом счастье и несчастье!

К сожалению, меня снова посетили мои роковые головные боли, и поэтому я уже неделю нахожусь в лазарете. Господин доктор сегодня посоветовал и разрешил мне поехать в Наумбург, чтобы там пройти курс лечения водой и прогулками. Итак, сегодня, в понедельник в полдень, я отправляюсь в Наумбург и поселюсь в нашем жилье, чтобы вести там совершенно тихую жизнь без всякой музыки и прочих волнений. Господин доктор дал мне необходимые диетические предписания, так что тебе совсем не нужно беспокоиться обо мне и ни в коем случае не стоит уезжать из Мерзебурга, где ты, безусловно, очень нужна. Возможно, именно жизнь, которую я веду в полном одиночестве, для меня самая лучшая. Поэтому, пожалуйста, не тревожься, милая мама, если я буду избегать всего, что может меня волновать, головные боли непременно пройдут; но я думаю задержаться подольше, чтобы, по возможности, искоренить их с корнем.

Кстати, я очень жду твоего и Элизабет приезда, который, вероятно, я еще застану. Я лишь желаю, чтобы вы все были здоровы, это мое самое искреннее желание.

Твой сердечно любящий тебя
Ф. В. Ницше

Мой образ жизни будет делом тети Розалии, кстати, я пью горькую воду и охлаждающий порошок; самое неприятное для меня — это частые волнения, в которые я прихожу. —

332. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. Sept. 62.

Ницше просит любезного разрешения отремонтировать матрас.

333. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 25. September 1862>

Дорогая мама.

Просто сообщаю, что я в примане и первый ученик, так что, надеюсь, по вашему желанию и моим ожиданиям. Я был сегодня впервые в своем праве у Айзентраута и пил там содовую, как я вообще буду делать чаще.

Я не совсем свободен от головных болей, вероятно, это следствие переезда в другую комнату и связанного с этим волнения. Пыль и грязь до удушья! Пришлите мне немедленно ключ, который мой (,тот, который я привез из Пфорты и снова увез туда.) Я не совсем понимаю, как вы забыли мне его прислать.

А теперь живите очень хорошо, дорогая мама, и ты, дорогая Лизбет, и ты, дорогой дядя, если ты, конечно, еще в Наумбурге.

Итак, мы увидимся с вами через 8 дней.

Я еще совсем не обустроился, и мне не хватает белья, расчесок и многого другого.

Твой Фриц.

Я не знаю, писал ли я уже, что ректор, Циммерман, Хайнце передают большой привет

334. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 28. Sept. 61.

Ницше просит 10 срг. на отпускные.

335. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 29. 9. 61.

Ницше покорнейше просит 10 срг. на чистку одежды.

336. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

Porta Montag 29. Sept. <1862>

Дорогая мама!

Я всё ждал письма, в котором надеялся найти хотя бы несколько поздравительных слов. Особенно в субботу, ведь вы знали, когда будет перевод в следующий класс. Мне как первокласснику живётся вполне хорошо, наслаждаюсь своими многочисленными привилегиями с удовольствием. Довольно, я приеду к вам на каникулы в пятницу, субботу и воскресенье, там мы поговорим об этом подробнее. Сделайте мне теперь единственное одолжение и устройте тот чай с танцами, о котором мы так много говорили. Я приезжаю главным образом ради него, так что он должен быть примерно в субботу вечером. Вы знаете, кого я хочу видеть в числе приглашённых. Позаботьтесь, чтобы никто не отказался. —

А теперь пришлите мне как можно скорее ящик со следующим: сапоги, расчёски (я в ужасном неудобстве, так как мне постоянно приходится одалживать чужие), жилет и, прежде всего, деньги, очень много денег, подумайте, сколько всего я должен заплатить как новый первоклассник, какие взносы в бочонки, на помощь, на флот, классные деньги, а также то, что мне нужны деньги и в Альмрихе, чтобы не начинать так скоро жить в долг. Итак, 2 талера — это самый-самый минимум. Разве у меня нет каких-нибудь богатых родственников, которые обеспечили бы меня необходимыми средствами в моём положении первоклассника? —

Итак, пожалуйста, поскорее, я жду ящик во вторник утром.

До встречи в пятницу, я ужасно этому рад.

Я работаю con amore, то есть с охотой и не спеша, не перетруждая себя и позволяя себе необходимый отдых. В Альмрихе я играю на бильярде, это меня развлекает.

Мои головные боли бывают очень редко, но всё же случаются. Сейчас я сплю лучше. Водяную грелку я больше не беру, она ужасно воняет.

Привет от меня милой Лизбет, а также родственникам.

До свидания
Твой Фр. Ницше

P.S. Совершенно ужасное затруднение — не иметь больше чистых чулок. Пришлите мне как можно скорее чистые, белые, так как синие я не могу надеть со своими короткими сапогами и белыми брюками. —

337. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. November 1862>

Дорогие друзья!

Мне очень жаль, что я не смог встретиться с вами вчера в Альмрихе; однако я был вынужден пропустить встречу, так как был освобожден от занятий. В связи с этим я расскажу вам небольшую историю. Каждую неделю один из новых учеников старшего класса выполняет обязанности школьного инспектора, то есть он должен записывать всё, что требует ремонта в комнатах, шкафах, аудиториях и т. д., и сдавать записку со всеми этими замечаниями в инспекторскую. На прошлой неделе эта обязанность выпала мне; но мне пришло в голову сделать это довольно скучное дело более пикантным с помощью юмора, и я написал записку, в которой все замечания были облечены в шутливую форму. Строгие господа учителя были крайне удивлены тем, как можно примешивать шутки к такому серьезному делу, вызвали меня в субботу на педсовет и в качестве наказания продиктовали мне не менее трех часов карцера и лишение нескольких прогулок. Если бы я мог приписать себе какую-либо иную вину, кроме неосторожности, я бы рассердился из-за этого; но так я ни на мгновение не побеспокоился об этом и извлек для себя лишь урок: в другой раз быть осторожнее с шутками. —

Кстати, я ждал ящик день за днем, особенно большие сапоги, с которыми, впрочем, мало что можно было сделать. Белое белье у меня еще было на воскресенье. Мне очень не хватает белых чулок. У меня сейчас всегда много работы, но чувствую я себя при этом вполне хорошо и желаю только, чтобы погода была получше.

Сегодня день Святого Мартина, и мы ели обычного мартинского гуся (конечно, разделенного на 12 частей). На это же время должен приходиться и день Святого Николая. Это приятное время, этот переход от осени к зиме, эта подготовка к Рождеству, которому я так радуюсь. Мы должны будем насладиться им вместе. Пишите мне как можно скорее. С наилучшими пожеланиями дорогому дяде и дорогой Лизбет!

Фриц.

338. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. November 1862>

Дорогая мама!

Мне было очень неприятно, что я не смог выбраться в прошлое воскресенье; и при любых обстоятельствах это бестактность

Петерса по отношению к г-ну советнику Кругу. На следующий день я написал Густаву. Также я собирался в воскресенье, прежде чем идти к Кругам, сообщить тебе новости о Шенке и Дабисе; но из этого тоже ничего не вышло. Они хотят прийти завтра (в четверг); тогда представят Фолькмана, и у нас будет прогулка до 3 или 4 часов после обеда. Я, вероятно, тоже приду, особенно если смогу встретить дорогого дядю Буркхарда. Кроме того, в воскресенье, в праздник поминовения усопших, прогулки не будет.

У меня сейчас всегда удивительно много дел, но я чувствую себя действительно лучше, чем когда-либо, как физически, так и духовно. Я всегда в приподнятом настроении и работаю с большим удовольствием. Я не могу понять, как ты можешь хоть на мгновение беспокоиться о последствиях той истории, ведь ты правильно её поняла и указала мне на это в письме. Я, конечно, буду остерегаться дальнейших опрометчивостей; но о том, чтобы я хоть сколько-нибудь дольше был из-за этого расстроен, не может быть и речи. Пусть Хайнце и другие ищут в этом что хотят — я знаю, что в этом было, и этим я совершенно успокоен. Как я уже сказал, я редко чувствовал себя в лучшем настроении, чем сейчас, мои дела продвигаются хорошо, у меня очень разнообразное и приятное общение — и о каком-либо влиянии не может быть и речи, так как для этого мне пришлось бы сначала познакомиться с людьми, которых я чувствовал бы выше себя. Даже холодную температуру я нахожу вполне уютной — короче говоря, я чувствую себя очень хорошо и ни на кого, даже на учителей, не держу зла. Возможно, как учителя, они не могли воспринять это иначе.

Сегодня я отправляю грязное белье и прошу тебя прислать мне новое в ближайшее время. Кстати, если у тебя есть тонкий большой шейный платок, то сейчас мне было бы приятнее носить его, чем галстуки.

Сердечный привет Лизбет и дорогому дяде!

Твой
Фриц.

Кстати, сегодня я не могу отправить белье, спальня закрыта.

339. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Dezember 1862>

Прежде всего мои пожелания к Рождеству.

I.

Byron, the Works compl. 5 vol.

Издание Таухница.

Около 2 талеров.

Как известно, с нового года я начну заниматься английским языком, и мой любимый английский поэт станет для меня величайшим стимулом.

II.

Horatii opera ed. Stallbaum

Роскошное издание Таухница.

То же издание, что и мой Софокл, которое мне чрезвычайно нравится и к тому же очень удобно для моих глаз. Оно будет стоить неполный талер.

Это мои главные пожелания. Ноты я больше не хочу просить, так как они доступны мне в богатой библиотеке Домриха. Зато мне очень пригодилась бы нотная бумага, которую я прошу в моем любимом формате. Затем мне не хватает щетки для волос. Вот мои пожелания, которые я вверяю вашей любезной заботе.

Больше мне сегодня нечего написать, кроме того, что у меня очень много работы и что я от всего сердца желаю дорогой маме полного избавления от охриплости. Напоследок замечу, что я до безумия радуюсь Рождеству.

Фриц.

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