1861 (90 Briefe)

202. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Januarwoche 1861>

Ich habe deinen lieben Brief und die Kiste richtig wenn auch etwas spät, erhalten. Hast du denn schon an Hr. Insp. Niese geschrieben? Alle andern hatten Briefe aus den Ferien mitgebracht; also bitte, schreib sobald es dir irgend möglich ist. — Es ist jetzt eine recht kalte winterliche Zeit; ich denke immer noch häufig an die schönen Ferien und die angenehmen Stunden, die wir verlebt haben. Meine Stolle und meine Aepfel sind leider alle. — Wir wollen uns jetzt in unsrer Stube Zeitungen halten und zwar der Billigkeit halber den hallischen Courir. — Daß wir uns vorigen Montag nicht gesehn haben, that mir sehr leid; ich hatte aber Klavierstunde und als ich es darnach erfuhr, wart ihr schon wieder fort. Ist denn der Onkel Edmund und Tante Ida dagewesen? — Ich schicke heute die Kiste mit Wäsche und soweiter. Bitte sende sie mir doch Sonnabend wieder mit Wäsche und anderm. Hast du den Kofferschlüssel, Koffer und Brief erhalten? Wie geht es dennLisbeth mit ihrem Fuß? Besucht sie schon wieder die Schule? — Schreib mir doch auch, wo wir uns nächsten Sonntag sehen? Wenn die Kälte nicht allzu groß ist, hoffentlich in Almrich. Grüße Lisbeth viele mal, liebe Mamma! Lebt recht wohl!

Dein FWNietzsche.

NB. Dies hätte ich gestern geschrieben, liebe Mamma. Nun kamst du aber gestern mit deinem lieben Besuch selbst; es hat mich ungemein gefreut. Wenn es nur etwas länger gewesen wäre! Schreib mir ja noch, wo wir uns Sonntag sehen. (Spaziergang von ¼ 3—¼ 45.) Vielleicht sendest du mir auch wieder eine Portion Äpfel, damit ich doch in meinem Schrank etwas vorräthig habe.

Dein FWN.

203. An Gustav Krug und Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 14. Januar 1861>

Liebe Freunde.

Nun sind die schönen Tage schon wieder vorüber, wo wir uns länger und häufiger sprechen konnten, vorüber die Zeiten, die in der Erwartung so hoffnungsvoll, in der Erinnerung so trostreich sind. Um nun sowohl meinem gegebnen Versprechen zu genügen, als auch um wieder einmal mich gemüthlich mit euch wenn auch nicht persönlich so doch im Geiste zu unterhalten, schicke ich mich jetzt an einige Worte an euch zu richten, weniger über das, was ich erlebt, genossen, gehört, gesehen, als über einige Ideen, deren wir ja schon in den jüngst verfloss’nen Stunden so viel gegenseitig austauschten. Denn was sollte ich von meinem jetzigen Leben berichten? Daß wir viel zu thun haben? Daß die Arbeit noch durch Feriengedanken gestört wird? Daß die Zeit für Lieblingsbeschäftigungen gering, ach leider! zu gering ist? Das habt ihr ja alles schon selbst erfahren und erfahrt es noch. Weßhalb sollte ich da noch euren Mißmuth vergrößern? Fürwahr, es ist doch viel angenehmer aus dem tyrannischen Reich, des Zwangs, in die Gebiete des freien Willens zu flüchten. Ohne weitere Umschweife will ich deßhalb mich zu den Stoff wenden, der jetzt eure Aufmerksamkeit kurze Zeit fesseln möge. Und dieser Stoff betrifft die Umgestaltung des Oratorium. Wenn man bis jetzt immer geglaubt hat, das Oratorium nehme in der geistlichen Musik dieselbe Stelle ein, die die Oper in der weltlichen, so scheint mir dies unrichtig, ja eine Herabsetzung zu sein. An und für sich ist schon das Oratorium großartig einfacher, ja so muß es als erhebende und zwar streng religiös erhebende Musik sein. So verschmäht das Oratorium alle andern Mittel, deren sich die Oper zur Wirkung bedient; es kann von niemand für etwas Begleitendes wie die Opernmusik doch für die Menge noch ist, gehalten werden. Kein andrer Sinn wird hier erregt außer dem Gehör. Auch ist der Stoff unendlich einfacher und erhabener, ja großenteils ist er bekannt und allen, auch dem Ungebildeten ohne Mühe verständlich. Deßhalb, glaube ich, steht das Oratorium in seiner Musikgattung höher, als die Oper, indem es also in den Mitteln einfacher, in den Wirkungen unmittelbarer ist und seiner Verbreitung nach wenigstens allgemeiner sein sollte. Wenn letzteres nicht so ist, so muß man die Ursachen nicht in der Musikgattung selbst, sondern theils in der Behandlung theils in dem geringen Ernst unsrer Zeit suchen. Was die Behandlung nun anbetrifft, so ist diese erstens zu compliziert und läßt noch den Mangel an Einheit empfinden. Wie kann ein Tonwerk, in eine Menge kleiner unzusammenhängende Theile zerspalten einen einigen und vorzüglich einen heiligen Eindruck machen! Deßhalb halte ich dafür, daß das Ganze nur in wenige aber größere Theile zerfallen, die sich dem Gang der Ereignisse anschließen und einen durchgängig einigen Charakter tragen. Zweitens liegt ein Nachtheil in der viel zu künstlichen, altvaterischen Behandlungsweise, die mehr in die Studirstube paßt, als in unsre Kirchen und Säle und die dem Ungebildeten in der Musik das Verständniß erschwert, ja unmöglich macht. Nun ist zwar richtig: Ein solches Werk kann und soll nicht bei einmaliger Anhörung durchdacht und auserkannt, sondern empfunden werden. Und daß eine Fuge auch von Ungebildeten empfunden werden kann, wird Niemand leugnen, besonders wenn sie knapp und kräftig ist und nicht durch unzählige Takte, mißlautend und langweilig durchgeführt wird. Der Hauptgrund aber, daß das Oratorium zu wenig populär, ist wohl darin zu suchen, daß die Musik oft zu unheilig mit Weltlichen gemischt ist. Und das ist das Haupterforderniß, daß sie in allen Theilen das Heilige, Göttliche auf der Stirn trägt. Also muß ein jedes Oratorium diesen drei Forderungen genügen, nämlich überall einen einigen zusammenhängenden Charakter zeigen, dann tief zu Gemüth dringen und endlich stets streng religiös und erhebend sein. Dazu tritt nun noch ein Erforderniß, das aber wirklich nothwendig und unumgänglich ist. Ich meine nämlich die Ausstoßung des Recitativ und einen entsprechenden Ersatz. Es läßt sich nun einmal eine rein unpoetische Erzählung schlechterdings nicht absingen, ohne einen störenden und trennenden Eindruck hervorzubringen. Als entsprechender Ersatz läßt sich auch so eigentlich kein andres Musikstück erdenken. “Wenn die Erzählung aber unumgänglich nothwendig ist, so müßten nach meiner Meinung die Worte zu der begleitenden Musik gesprochen werden. So träte dann ein neues Element nämlich das melodramatische zu dem Oratorium. Sonst muß aber so viel nur irgend möglich ist alles Unsingbare vermieden werden und lieber die etwa fehlenden Zwischenglieder, die sich bei bekannten Erzählungen der Zuhörer so leicht ergänzen kann, durch musikalische Zwischensätze von ähnlichen Charakter als die Erzählung ausgefüllt werden. —

Da ich hoffe, in den nächsten Briefen meine weitern Gedanken darüber gegen euch auszusprechen, und mich meine Zeit drängt, muß ich jetzt wohl schließen. Sind denn die Noten angekommen? Ich bin sehr gespannt darauf. Nächstens werden wir ja uns auch gegenseitig unsre Januarsendungen schicken, von Wilhelm empfange ich vielleicht auch noch eine verspätete Dezemberlieferung. Schreibt mir doch recht bald einmal: ich sehne mich so nach einem Brief, da ich so abgeschlossen und getrennt von euch bin. Sonst wünsche ich, daß es euch immer recht wohl geht und ihr auch mitunter an euren Freund in Pforta denkt.

Semper nostra mane<t amicitia!>

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204. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 14. Januar 1861>

Liebe Mamma.

Es that mir gestern doch sehr leid, daß wir uns nicht sahen, wenn ich auch der Tante Rosalie gratuliert und die Tanten besucht habe. Ich hatte so sicher und bestimmt darauf gerechnet, und mich darauf gefreut. Denn wir haben uns schon vorigen Sonntag nicht gesehen und euer Aufenthalt in Pforta war doch all zu kurz. Den dritten Februar, den Tag nach Deinen Geburtstag mach mich doch ja recht lange los und schick mir einen Brief heraus. Den Tag selbst kann ich doch nicht los kommen. — Ich habe der Tante meine Brille übergeben. Es muß etwas dran angelöthet werden. — Der Ausschlafetag fällt auf den Dienstag; vielleicht, daß Bartheis nachfragen läßt. — die Kiste mit Brief, Wäsche und Aepfel habe ich richtig empfangen; ich danke für alles vielemal. — Ich sende euch heute einen Brief an meine Freunde mit. Bitte, besorge ihn doch richtig, liebe Mamma! — Wie geht es euch denn? Schreibt mir doch ein mal recht ausführlich. Nächsten Sonntag wollen wir uns aber doch ja in Almrich treffen; der Weg in dem Schnee, besonders bei so schlechter Bahn zwischen Pforta und Almrich ist allzu ermüdend. Noch ein<e> Bitte: da jetzt zu einem Geschenk für Hr. Prof. Korsen, dessen Geburtstag nächstens ist, gesammelt wird dann aber auch für den Gustav Adolphverein gesammelt wird, so brauche ich jetzt nothwendig 5 Srg. besonders da ich den ganzen Thaler nicht anreißen mag. Du sendest mir dies vielleicht in der nächsten Kiste eingewickelt; es wäre mir ein großer Gefalle. Nun lebe recht wohl liebe Mamma, viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWNietzsche.

205. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Januar 1861>

Liebe Mamma!

Ich habe Deinen lieben Brief erhalten und danke dir viele mal dafür. Den Brief an Schenk habe ich abgegeben. — Nächsten Sonntag sehen wir uns also in Almrich wie du mir schreibst. — Ich befinde mich diese Tage recht unwohl, weiß aber nicht, woher es kommt. Ich habe beständige Kopfschmerzen; der ganze Kopf ist mir davon eingenommen; dann thut mir der Hals weh bei jeder Bewegung ebenso die Kehle wenn ich athme. Die ganzen zwei Nächte habe ich garnicht geschlafen, sondern fror und schwitzte abwechselnd. Ich komme gar nicht recht zu Besinnung, es ist um mich alles wie ein Traum. Ich denke aber, wenn ich gar nichts dagegen thue, wird es recht bald wieder besser werden. Auf die Krankenstube gehe ich auf keinen Fall. Wenn es Sonntag noch schlimmer sein sollte, so gehen wir zusammen nach Naumburg und ich bleibe dann dort. Appetit habe ich gar nicht; doch esse ich wie gewöhnlich; denn wenn ich meine gewöhnliche Lebensweise fortsetze, wird es schon bald sich bessern. Macht euch nur ja keine Angst darum; Sonntag ist hoffentlich alles vorüber. Sende mir morgen doch ja die Kiste. Viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWNietzsche.

206. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 26. Januar 1861>

Liebe Mamma!

Ich bin heute doch noch auf die Krankenstube gegangen, da ich drüben nichts anfangen und nichts arbeiten kann. So können wir uns also morgen nicht sehn; das thut mir sehr leid, da wir uns so lange nicht gesehen haben. Es ist hier auf der Krankenstube ziemlich voll, 8 noch außer mir; langweilig wird’s wohl auch werden. Vor allen hoffe ich ganz in Kurzen wieder herübergehen zu können, damit ich nicht all zu viel versäume. Es werden jetzt auch von mir wenig Lektionen versäumt, da heute Sonnabend, morgen Sonntag und Montag Ausschlafetag ist. Es freut mich sehr, daß es euch wohl geht. Schenk hat auch geschrieben, um für deinen Brief zu danken, als auch um den Tod seiner andern Schwester anzuzeigen. Der arme Junge! — Schreibt mir doch recht bald einmal und sendet mir Wäsche, besonders Hemden, vielleicht auch ein Handtuch. Nun lebe recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWNietzsche.

207. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 27. 1. 61.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um zwei Silbergroschen für 2 Portionen Zucker zur Arznei gebeten.

FW Nietzsche.

208. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Januarhälfte 1861>

Liebe Mamma!

Heute nur einige Worte, da ich nicht mehr viel Zeit habe und Schenk meinen Brief mitnehmen will. Es ist bedeutend besser, der Hals ist ohne Schmerz, in der Kehle nicht viel mehr, aber im Kopf häufig noch ziemliche Kopfschmerzen. Der Hr. Doktor hat mir Ruhe hauptsächlich vorgeschrieben und keine neue Arznei. Arbeiten kann ich immer noch nicht. Wenn Du mir etwas senden willst so schick mir gebratne Aepfel, die ich mir dann wärme. Ich esse sie ganz gern; der Hr. Dr. hat mir heute welche geschickt. Grüße Lisbeth viele mal von mir!

Dein Dich innig liebender

FWNietzsche

209. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta> Mittwoch 30 Januar. 1861

Liebe Mamma!

Ich dachte doch nun, daß mein Unwohlsein vorüber sein würde; aber seit gestern ist es im verstärkten Grade wiedergekommen. Die Kopfschmerzen sind wieder so heftig, daß ich gar nichts arbeiten kann. Ebenso thut mir der Hals wieder weh; auch der Schmerz im Kehlkopf ist wieder da. Ich habe die Nächte vor Schmerz nicht schlafen können. Mir ist höchst traurig zu Muthe. Prof. Buddensieg, der jetzt die Inspektion hat, rieht mir, den Hr. Dr. zu befragen. Das that ich denn auch und der Dr. sagte ich sollte auf die Krankenstube kommen. Das ist mir nun freilich sehr unangenehm, da ich kaum erst herüber bin. Aber es hilft doch nichts. Am meisten thut es mir leid, daß ich zu Deinem Geburtstag nun gewiß nicht kommen kann. — Wenn ich nur wüßte, woher das ganze herrühre. Was mir lieb ist, ist daß ein Schnupfen eingetreten ist. Ich denke, da kann es nicht lange anhalten. Nun lebe recht wohl, schreib mir doch ja einmal. Grüße Lisbeth vielemal! Wenn es dir möglich ist und der Weg besser, so besuche mich doch einmal. Sende mir doch ja die Kiste mit recht viel Wäsche.

Lebe recht wohl!

Dein FWNietzsche

210. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta 2. Februar 1861>

Liebe Mamma!

Einige Worte, liebe Mamma, muß ich dir doch heut schreiben; entschuldige aber im Voraus, wenn mein Brief sehr kurz und meine Schrift schlecht ist.

Zuerst also meine innigsten Wünsche zu Deinem lieben Geburtstag. Möge der liebe Gott im ganzen Jahre mit dir sein und dich mit Segnungen überschütten. Möge er dir stete Gesundheit verleihn, daß du das neue Jahr im vollen Wohlbefinden verleben mögest. Wir aber wollen uns immer auch in dem neuen Jahre bemühn, uns in Wort und That dankbar zu bezeigen und dir deine große Liebe gegen uns zu lohnen. —

Daß ich heute nicht in Naumburg sein kann, thut mir herzlich leid, aber ich liege noch immer im Bette und soll noch nicht aufstehn. Es geht aber viel besser; die Kopfschmerzen haben sehr nachgelassen; auch der Appetit ist besser, kurz, es ist doch sicher auf dem Weg der Besserung. die Bratäpfel haben mir ganz gut geschmeckt. Ich danke vielemal dafür; auch die Wäsche habe ich richtig bekommen. Hattest Du mir denn geschrieben? Ich habe den Brief nicht gefunden.

Grüße Lisbeth viele mal von mir und verlebt den Tag in rechter Freude! Grüßt den Onkel Theobald viele mal! Nun lebe recht, recht wohl!

Dein dich innig liebender

FWN.

Mein Geburtstagsgedicht und eine kleine Composition sind noch nicht ganz vollendet; das thut mir sehr leid. Ich werde aber alles später vollenden. —

211. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Februar 1861>

Liebe Mamma!

Wieder einige Zeilen, um dir über meinen Gesundheitszustand Nachricht zu geben. Ich darf jetzt aufstehn und bin schon Sonntag beinahe den ganzen Nachmittag aufgewesen. Ich mußte mich freilich erst wieder daran gewöhnen, da ich anfangs kaum herumgehn konnte. Jetzt aber geht es mir viel besser; es ist mir allerdings außerordentlich matt; Anstrengendes darf ich weder lesen noch schreiben, wenn ich nicht gleich Kopfschmerzen haben will; sonst geht es aber doch ganz leidlich. Zu Mittag bekomme ich auch etwas Fleisch wieder. Vielen Dank liebe Mamma, für das Eingemachte, das du mir durch Schenk übersandt hast. Es schmeckt sehr gut; ich esse aber immer wenig, um mir nicht zu schaden. Vielen Dank auch für alle, alle Grüße! Es freut mich sehr, daß ihr so schöne Tage verlebt habt. Wie schade, daß ich nicht mit dasein konnte! Nun lebe recht, recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth und alle Andern!

Dein FWN.

212. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Februar 1861>

Liebe Mamma!

Daß ich so lange nicht geschrieben habe, kommt bloß daher, daß ich bestimmt glaubte, dich in diesen Tagen persönlich in Pforta zu sehn. Das Wetter ist jetzt so wunderschön; bitte, besuch mich doch ja einmal, liebe Mamma! Deinen Brief habe ich richtig empfangen; ich danke dir vielemal dafür. Mir geht es jetzt doch viel besser; ich bin eigentlich ganz wohl, darf jeden Tag eine Stunde spazieren gehn und werde von den Kopfschmerzen nur selten heimgesucht. Ich werde aber den Dr. nicht wieder antreiben, sondern werde es ihm ganz überlassen. Vielleicht gehe ich aber morgen, vielleicht auch erst Sonntag herüber. Wie steht es denn liebe Mamma mit euren Fastnachtsbillets? Ich kann sie diesmal nicht besorgen. Willst du nicht auch deßwegen einmal heraus kommen? die Primaner spielen Julius Caesar und die komischen Scenen aus dem Sommernachtstraum. Die Obersecundaner zwei Lustspiele von Friedrich, deren Namen ich noch nicht kenne. —

Nun lebe recht wohl liebe Mamma, ich schicke heute auch meine Kiste, allerdings ohne Wäsche.

Dein FWN.

Viele Grüße an Lisbeth!

213. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Februar 1861>

Liebe Mamma.

Auf deinen lieben Brief, der mir viel Freude gemacht hat will ich heute gleich dir schreiben. Daß dir der Caesar und die Scenen aus dem Sommernachtstraum mehr als die Obersecundanerstücke gefallen haben, ist sehr natürlich, da die Primaner auch bedeutend besser gespielt haben. — Meine Gesundheit hat sich auch gebessert, wenn auch die Kopfschmerzen gestern Nachmittag ziemlich heftig wiederkehrten. Ich schreibe dir Sonnabend sicherlich noch einmal, damit wir uns, wenn ich da herübergekommen bin, in Almrich sehen können. Lisbeth danke ich vielemal für ihren lieben Brief und ich verspreche recht bald zu antworten.— Wir haben auch hier unsre Pfannkuchen bekommen, den Dienstag zwei und heute wieder zwei. Sie haben mir sehr gut geschmeckt. Nun lebe recht wohl liebe Mamma! Ich will bald wieder schreiben. Viele Grüße!

D<ein> FWN.

214. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Februar 1861>

Liebe Mamma!

Ich habe es nun wahrhaftig satt mit diesen Kopfschmerzen; es wird nicht besser und kommt immer wieder. die kleinste Anstrengung des Kopfes macht mir Schmerzen. Und dabei versäume ich eine Menge Lektionen, ohne etwas nacharbeiten zu können. Nun habe ich heute wieder hinter jedes Ohr eine spanische Fliege bekommen. Ich glaube nicht, daß es helfen wird. Wenn ich nur täglich viel spazieren gehn könnte! Sonst weiß ich nicht, wie’s gut werden soll. Ich habe schon dran gedacht, ob ich nicht lieber ein Paar Wochen in Naumburg zubringe und mich da durch Spazierengehn kurire. Bitte komme doch morgen (Sonntag) ja heraus; wir wollen einmal näher darüber sprechen. Hier auf der Krankenstube werden die Kopfschmerzen, glaube ich, nicht aufhören. —

Hier sind übrigens komischer Weise die Röthein ausgebrochen; täglich kommen zwei oder drei herüber. Zusammen sind jetzt zehn krank. —

Nun lebe recht wohl, liebe Mamma, bedenke alles und besuche mich doch ja! Viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWN.

215. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1861>

Liebe Mamma!

So bin ich denn glücklich wieder in Pforta angelangt. Es war sehr hübsch, daß mich Wilhelm und Gustav begleiteten; wir haben uns sehr hübsch zusammen unterhalten. Heute morgen habe ich mich dem Hr. Dr. vorgestellt; heute Mittag will ich zu Prof. Buddensieg. — Meine Kopfschmerzen sind nur ein paar mal wiedergekehrt; es wird schon gehn. Ich habe freilich sehr viel nachzuholen. Schicke mir nur ja alles. Habe ich vielleicht sonst noch was zu Hause gelassen? — Grüße Lisbeth viel mal von mir!

Adieu!

Es war doch sehr hübsch in Naumburg!

— Ueber 4 Wochen bin ich längre Zeit wieder bei euch. Schreib mir doch ja vor Sonntag noch meheremale, damit wir ja nichts vergessen. —

Mit dem Arbeiten will es heute Morgen noch nicht recht gehn, die Kopfschmerzen haben sich auch wieder eingestellt. Ich muß mich allmählich daran gewöhnen.

Nun adieu! Liebe Mamma!

Dein FWN.

Braune I ist heute im Examen. Donnerstag will er zu euch kommen

216. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 3. 3. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Spaziergang.

217. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 5. März 1861>

Ich bin Sonntag ganz wohl bei nicht so großem Sturm, wie ich glaubte, vor 10 in Pforta angekommen, nachdem ich zuvor bei Mannsbachs durchaus noch eine Tasse Thee trinken mußte. Montag habe ich nun ordentlig gearbeitet, denn unsre Examenzeit hat nun angefangen. Wir haben das Thema, Jägerund Fischerleben zu behandeln; ich habe es früher schon einmal in Naumburg ausgearbeitet. Bitte, sendet mir ja morgen Mittag mein deutsches Arbeitsheft, es liegt im Bücherschrank im dritten oder zweiten Fache von unten herauf. Lisbeth wird es schon finden. — Wir haben doch den Sonntag sehr hübsch zusammen verlebt und wie lange wird’s dauern, da bin ich wieder bei euch. Wenn nur erst diese Examenwochen glücklich überstanden sind!

Kannst du mir nicht ein paar Chocoladentafeln senden, damit ich wieder früh etwas Milch trinken kann? Sie ist jetzt sehr schlecht und da muß man so etwas haben; denn ganz nüchtern zu bleiben, wie ich jetzt eine längre Zeit gethan habe, ist gar nicht angenehm. Du würdest mir große Freude bereiten.

Das Bild von meinen Freunden habe ich an der Wand angenagelt, ich freue mich immer, wenn ichs sehe! Wollt ihr euch nicht auch photographieren lassen?

Hast du dann noch einmal nach dem Handtuch, Oe. nachgesehen? Heute folgt alle schmutzige Wäsche.

Nun lebt recht wohl, Mamma und Lisbeth! Wünscht mir jetzt Glück zur Examenzeit! Denn da ich so gefehlt habe, habe ich doch viel versäumt. Mir graut etwas davor!

Adieu!

Euer FWNietzsche

218. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 8. 3. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 22 ½ Srg für Klaviermiethe.

219. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte März 1861>

Liebe Mamma!

Es hat mir sehr leid gethan, daß ich in diesen Tagen dir wegen vieler Arbeiten nicht, habe schreiben können. Diese Zeit ist so mit Repetition angefüllt und außerdem muß ich, noch so vieles nachholen.

Wie schön war es doch, daß ihr mit mir den heiligen und wichtigen Confirmationstag feiertet! Ich habe mit großer Rührung die schönen Briefe gelesen; ich gedenke auch, wenn ich wieder Zeit habe, hoffentlich noch vor den Ferien darauf zu antworten. — Der Brief an Prof. Buddensieg ist richtig besorgt. — die Photographie gefällt mir ganz gut, wenn auch die Stellung etwas bucklig, die Füße etwas krumm sind, und die Hand eine Art Kloß ist. An wen willst du sie alle verschenken? — Das Geld habe ich richtig empfangen; ich danke dir vielemal dafür. Schreib mir doch recht bald, da ich so gern eure Briefe lese, und wir uns Sonntag doch nicht sehen können. Viele Grüße an Lisbeth. Lebe recht wohl!

Dein FWN.

220. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 20. 3. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch Examenpapier anschaffen zu dürfen.

221. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 20. 3. 61.

Nietzsche bittet um 2 ½ Srg.zum Spaziergang.

222. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 24. 3. 61.

Herr Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

Nietzsche.

223. An Edmund Oebler in Gorenzen

<Pforta, Anfang April 1861>

Lieber Onkel.

Auch Du hast mich zu meiner Konfirmation mit so herzlichen Glückwünschen begleitet und mit so schönen Gaben beschenkt. Ich sage dir dafür meinen herzlichsten Dank. Dieser ernste und heilige Tag möge mir in meinen ganzen künftigen Leben immer vor der Seele schweben und mich an die feierlichen Gelöbnisse und Bekenntnisse erinnern, die ich damals abgelegt habe! Auch Deine schönen Bücher mögen dazu beitragen, das Gedächtniß an jene wichtigen Augenblicke zu erneuern. Den Hergang der feierlichen Handlung will ich dir mündlich einmal erzählen; denn ich hoffe sehr, daß wir uns nächste Hundstagsferien sehen, wenn auch nicht in Deinem lieben Gorenzen, so gern ich auch dort sein möchte, so doch auf einer gemeinsamen Reise nach Plauen, die Du, wie ich vom Onkel Theobald gehört habe, unternehmen willst. Ich befinde mich jetzt wieder in Pforta, nachdem ich die Ferien in Naumburg wohl verlebt habe. Ich bin jetzt Primus von Untersecunda, hoffe also, Michaeli mit nach Obersecunda zu kommen.

Grüße die liebe Tante von mir herzlich und danke ihr in meinen Namen viele mal für das schöne und tiefe Buch. Auch die lieben Kinder grüße viele mal von dem Vetter Fritz. Frau Winter, der liebe Herr Kantor und wer sich sonst noch meiner erinnert, gleichfalls. Nun lebe recht wohl, lieber Onkel! Es dankt dir und denkt oft an Dich

Dein dich herzlich liebender

FWNietzsche

224. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang April 1861>

Liebe Mamma.

Es folgen heute vier Briefe, an Onkel Bernhard, Onkel Edmund, Großtante Balster und Hr. Pastor Schenk. Ueber die Form des Briefes an Ehrenbergs sage mir Morgen das nöthige, wo wir uns doch in Almrich treffen werden. Ich habe mich des mir empfohlenen Davis schon angenommen. Er ist in die erste Ordnung von Obertertia gekommen. Soll ich ihn nicht ein mal nach Almrich mitbringen? Mir fehlt noch außer den schon geschriebenen das hübsche Messer, Stiefeln, Waschlappen, Nähzeug und — mehr weiß ich augenblicklich nicht. Viele Grüße an Onkel und Ließe!

Adieu!

Dein FWNietzsche

225. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, einen Schrank reinigen zu lassen.

226. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Spaziergang.

227. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srgr. Schemageld.

228. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 12. 4. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich

ein Buch w<eißes> Papier

eine Lage Briefpapier

4 blaue Hefte

anzuschaffen.

229. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April 1861>

Liebe Mamma!

Soeben bekomme ich Deinen Brief und erfahre mit Erstaunen, daß meine Kiste noch nicht angekommen ist. Du wirst sie aber wahrscheinlich gleich nach Absendung des Briefes bekommen haben, denn ich habe sie Dienstag fortgeschickt. —

Nun werden wir uns also lange nicht wiedersehn; grüße alle lieben Verwandten vielemal von mir. Ich wünsche euch schöne Reise und Amüsement. Vergeßt ja nicht, mir meinen Don Juan mitzubringen. —

Sende mir also morgen das Gewünschte außerdem Ueberzug (von April) Serviette usw. das hübsche Messer, Strümpfe, Waschlappen usw. Lebe recht wohl, meine liebe Mamma und Lisbeth! Es thut mir so leid, nicht mitreisen zu können!

Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche

230. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April 1861>

Liebe Mamma!

Es freut mich ungemein, daß ihr wiederzurückgekehrt seid. Ich habe Tag zu Tag darauf gewartet; denn wir haben uns seit den Ferien noch nicht wieder gesehen, und das ist eine lange Zeit. Daß es euch so wohl gefallen hat, ist mir sehr lieb; ich wäre so gar gern mitgereißt, da ich noch nie in Maßnitz gewesen bin. Herzlichen Dank für alle Grüße der lieben Großmamma und Verwandten! Was mich anbelangt, so ist mein Befinden nicht das beste, da mein Schnupfen sehr zugenommen hat, auch mein Husten mir unangenehm fällt. Nun das wird alles schwinden, wenn erst die Witterung schöner und die Tage sonniger werden. Habt ihr denn mir meinen Don Juan mitgebracht? Schicke mir ihn ja mit der nächsten Kiste, die ich euch morgen senden werde! Vielleicht auch etwas gegen den Husten, um dessen willen ich den Dr. nicht befragen mag. Was Schenk betrifft, so ist seine Krankheit sehr gutartig; auch hat er schon fünf Leidensgefährten; die Masern scheinen wieder ordentlich überhand zu nehmen. Ich habe ihn immer alles herüber besorgt, was er wünschte; sehen und sprechen darf ich ihn der Ansteckung wegen nicht. Nun noch, liebe Mamma, ein Wort mit dir allein. Auch mir erscheinen jene sonst so schönen Osterferien durch die häßlichen Vorfälle getrübt und verfinstert, und es berührt mich, so oft ich daran denke, sehr schmerzlich, daß ich dich so betrübt habe. Ich bitte dich noch recht herzlich um Verzeihung liebe Mamma! Denn es wäre doch traurig, wenn ich durch diesen Mißklang unser schönes, gegenseitiges Verhältniß gestört hätte. Verzeihe mir doch ja liebe Mamma, aber dann bitte ich dich, nie mehr dieser Ereignisse zu gedenken, sondern sie als ungeschehen zu betrachten. Ich will mich fernerhin auch so sehr ich kann, bemühen, durch mein Betragen und Liebe zu dir den verursachten Riß auszufüllen. Schreib mir noch einmal darüber, liebe Mamma! — Grüße Lisbeth vielemal von mir. Ich möchte sie so gern wiedersehn, hoffentlich doch Sonntag 4—6 in Almrich!

Dein dich herzlich liebender Fritz.

231. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende April 1861>

Liebe Mamma.

Es war doch gestern wunderhübsch in Almrich; wenn wir uns nur längere Zeit hätten sprechen können; die Zeit ist mir allzu schnell vergangen. Aber ich denke mich nächstens einmal loszumachen, damit ich auch wieder einmal zu Hause sein kann. Ich schicke euch heute meine Kiste; sendet sie mir sehr bald wieder; mir fehlt immer noch mein Stiefelknecht. Dann sendet mir meine Lebensbeschreibung, die in dem grünen Kasten liegt; ich brauche sie jetzt zu einer anzufertigenden Lebensbeschreibung. Auch meine Wäsche sendet mir gleich mit, besonders Taschentücher, da mein Schnupfen sonst gar nicht aufhört. Dann auch das versprochne Geld; auch meine Zahnbürste ist mir fortgekommen. Ich weiß nicht, wohin sie sein mag. — Nun weiß ich eigentlich nicht mehr recht, was ich schreiben soll. Wir haben uns ja gestern alles mitgetheilt. Lisbeth schreibt mir hoffentlich einmal einen ausführlichen Brief. Denn ich freue mich immer sehr etwas genaues zu hören. Auch Wilhelm (und) Gustav werden mir hoffentlich in diesen Tagen schreiben. Nun lebe recht wohl, meine liebe Mamma, denke oft an deinen Fritz. Grüße Lisbeth vielemals von mir! Noch eine Bitte: Ich habe gar kein Notenpapier in Pforta! Holt mir welches von Merzyn, groß und recht englinig. Sendet es mir auch mit heraus!

Dein FWNietzsche

232. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 3. 5. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Kästchen Stahlfedern anzuschaffen.

233. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. und 4. Mai 1861>

Liebe Mamma.

Ich habe jeden Tag sehr sehnlich Brief und Kiste erwartet, denn ich brauchte meheres sehr nothwendig wie z. B. meine Lebensbeschreibung, die Uhrkette. Ihr seid doch alle gesund und wohl? Denn ich fürchte fast, daß jemand von euch unwohl sei. Nun ich hoffe noch heute nähere Aufklärung darüber zu bekommen.

Diese Tage, seitdem ich zum letzten mal schrieb, sind sehr einförmig und unter vieler Arbeit vergangen. Das Wetter ist unschön und der Mai mit seinem Schnee ist eine betrübende Erscheinung. Wenn nur nicht so viel erfroren wäre! Das wird wohl geringe Obst- und Weinernten geben.

Etwas übrigens habe ich noch zu erzählen; ich habe euch wohl einmal mitgetheilt, daß wir (nämlich der Chor) zur Hochzeit von Marie Jäger und dem jungen Schwimmer in der Kirche gesungen haben. Deßhalb wurde vorigen Mittwoch Abend der Chor zu Jägers geladen. Es gab eine Bowle mit Pfannkuchen. Stoff war ungeheuer viel vorhanden.

Dazwischen wurden Lieder gesungen, Toaste ausgebracht kurz, es war sehr lustig und alle sehr heiter. Die nothwendige Folge war, daß ich am folgenden Tag etwas müde war, denn bei dem Aufstehn um 5 Uhr kann man nicht sehr ausschlafen.

Wilhelm und Gustav haben auch noch nicht geschrieben; ich erwarte ihre Briefe auch sehnlich.

Die Masern sind in Pforta ordentlich ausgebrochen. Zwei sollen sehr gefährlich krank sein, besonders einer, der auch noch das Nervenfieber bekommen hat.

Einer hat auch beim Turnen ein Bein gebrochen; das ist aber nichts weiter.

Ich meines Theiles befinde mich von einiger Heiserkeit und den nicht aufhörenden Schnupfen abgesehn ganz wohl und wünsche daß auch ihr euch wohl befindet. Grüße Lisbeth viele mal von mir! Ich freue mich auf nächsten Sonntag, wo ich aber noch nicht weiß, wo wir uns treffen.

Dein Fritz

Sonnab.

Ich habe Kiste, Brief und alles richtig bekommen und danke viele mal dafür. Nur Strümpfe bedarf ich nothwendig, und das Uhrband.

Ich habe auch etwas Trauriges mitzutheilen. Der maserkranke Pieschel II ist gestern um 5 Nachmittag gestorben, da die Masern sich auf die innern Theile geworfen hatten. Es ist sehr betrübend und ordentlich unheimlich in Pforta. die Eltern der andern Maserkranken mögen nun wohl Furcht bekommen.

Also Morgen sehn wir uns hoffentlich in Almrich!

Viele Grüße!
Dein Fritz.

234. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 6. Mai 1861>

Liebe Mutter!

Heute morgen, liebe Mamma nur ein paar Worte. Es war gestern trotz Wind und Regen sehr hübsch; wir haben uns sehr hübsch unterhalten, ich bin dann ohne Regen wieder heraus gekommen und habe mich umgezogen. Es ist mir auch ganz gut bekommen. Ich habe aber heute eine Bitte, daß du mir nämlich ein Buch aus den Bücherschrank schickst, das wohl in den drei ersten obersten Reihen steht, ziemlich dünn ist, grau marmorirt. Es enthält eine Anweisung zum Uebersetzen des Kornelius Nepos ins Griechische. Das brauche ich aber morgen (Dienstag) also bitte, sende es mir zugleich mit dem Gummischnürchen heraus. Sonst habe ich dir nichts weiter mitzutheilen, außer daß ich mich sehr auf Schulfest und Pfingsten freue. Ich entwerfe auch schon meinen Reiseplan zu den Hundstagsferien. Grüße Lisbeth vielemal, auf glückliches Wiedersehn nächsten Donnerstag (von 4—6) in Almrich!

Dein Fritz

N.B. Wie wird es denn eigentlich mit eurer Plauenreise? Diesen Monat bleibt ihr wohl noch bis nach Pfingsten da; dann aber verreist ihr?

Kann ich nicht die ersten Tage der Hundstage in Naumburg bleiben, dann vom 6—15 nach Maßnitz, 15—30 Plauen und Fichtelgebirge 31—4 Aug. wieder in Naumburg? — Ich bin auch erbötig, mich in Halle und Leipzig auf dem Rückweg länger aufzuhalten.

235. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1861>

Liebe Mutter!

Dieser Brief wird dich wohl antreffen, wenn der liebe Besuch schon wieder fort ist; es war doch vorigen Sonntag sehr hübsch und du glaubst kaum, wie ich mich auf die Pfingsttage freue. Sonntag also am ersten Piingstfeiertag, sehen wir uns nicht; willst du mir nicht meine Freunde heraussenden, daß ich mit ihnen etwas spazieren gehe. Sage, ihnen aber, sie möchten um 3 Uhr in Pforta sein und oben herum durch den Wald (du kennst doch meinen gewöhnlichen Weg) kommen. Da unser Spaziergang länger als gewöhnlich dauert, könntest du ihnen ja ein Paar Päckchen Butterbröte mitgeben, daß wir doch etwas zu genießen haben. — Den zweiten Feiertag komme ich also Mittag d.h. ungespeist nota bene. Wenn es nicht schlechtes und nicht zu warmes Wetter ist, können wir den Nachmittag eine kleine Partie machen. — Sende mir aber in diesen Tagen meine Kiste mit der nöthigen Wäsche, besonders Handtücher, baumwollene Strümpfe; denn ich muß bei dem heißen Wetter oft wechseln. Kann ich mir nicht diesen Mittwoch ein paar weiße Hosen anmessen lassen? ich kann es in den heißen, warmen Tuchbeinkleidern nicht länger aushalten. Zu der Reiße brauche ich doch einmal etwas Leichtes. Vielleicht werden sie noch zum Schulfest fertig. — Nun grüße Lisbeth vielemal; ich freue mich sehr auf unser Wiedersehn!

Dein Fritz

Briefpapier und Bücher nicht zu vergessen

236. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 17. 5. 61

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Strohsack anschaffen zu dürfen.

237. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. Mai 1861>

Liebe Mutter!

Du kannst dir vorstellen, daß ich heute morgen oft an Naumburg und an die verlebten Ferien zurück gedacht habe. Wir haben doch diese Tage sehr hübsch zusammen genossen und ich hätte nur gewünscht, sie möchten länger dauern. — Ich bin gestern Abend in lauter Regen nach Pforta gekommen, konnte auch zuletzt wegen des allzugroßen Windes den Schirm nicht mehr aufspannen. Ich kam noch ganz zur Rechten Zeit an und bin auch nicht auf dem Wege eingeschlafen. Die Nacht habe ich sehr wohl geruht. Heute ist wieder recht betrübendes Wetter, wenn es nur morgen angenehmer ist! Ich bin heute recht heiser; willst du mir morgen nicht ein paar Eier mit nach Pforta bringen? Ich sende euch heute schmutzige Wäsche nebst Beinkleidern, die ich nicht mehr anziehen kann, wenn du sie nicht einmal ordentlich ausbessern und reinigen läßt. — Sendet mir also die Kiste bald wieder mit den bezeichneten Noten, Wäsche usw. Nun lebe recht wohl, liebe Mamma, viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWN.

238. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 23/5 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 sg b<is> zum Schulfest.

239. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 24. Mai 1861>

Liebe Mamma!

Ich muß mich doch heute Morgen gleich erkundigen, wie es Euch gestern bekommen ist. Der Regen war freilich sehr unangenehm besonders da Lisbeth so erhitzt war. Ueberhaupt ist durch den Regen fast alles gestern verkürzt worden. — Seid ihr noch sehr naß geworden? Habt ihr nicht wieder wie damals von Almrich aus fahren können? — Den Hut habe ich, da Prof. Buddensieg und überhaupt niemand zu Hause war, die Nacht in meinem Schranke geherbergt, heute Morgen aber gleich hinübergetragen. Wir sind heute alle etwas müde und matt, da wir um 5 aufstehen. So ist’s aber allemal nach so einem Tag. Donnerstag also bei gutem Wetter sehen wir uns auf den Knabenberg. Sollte es regnen, doch sicher Sonntag in Almrich. Nochmals mit dem Wunsche daß es Euch recht gut bekommen sein mag

verbleibe ich
Euer FWNietzsche

240. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 30. Mai 1861>

Liebe Mutter!

Heute nur einige Worte. Es war doch hübsch daß wir uns vorigen Sonntag noch sahen. Ueber Bergtag weiß ich noch nichts bestimmtes. Der Schulrath macht viel zu schaffen und ich habe mehr als je zu besorgen. Wie steht es mit nächsten Sonntag? Nach Naumburg kann ich bei solcher Hitze nicht gehn. Ich sende die Kiste mit Wäsche. Schicke sie mir morgen wieder des Bergtags halber. Viele viele Grüße an Lisbeth!

Dein Fritz.

241. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 30. 5. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zum Bergtag.

242. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 2. Juni 1861>

Liebe Mutter!

Das war doch betrübend, daß dieser unselige Regenguß unsre Uebereinkunft so zunichte machte; ich hatte mich so sehr auf den Spaziergang gefreut. Da werden wir uns wohl auf den Sonntag vertrösten müssen, wo wir uns hoffentlich in Almrich sehn. Vorigen Sonntag haben dich auch die beiden Braunes besuchen wollen, dich aber nicht zu Hause getroffen.

Du glaubst gar nicht, wie ich mich auf die Hundstage freue. Noch sind es 25 Tage, dann ist die köstliche Zeit da. Macht mir nur wieder das Stübchen zurecht, die ersten 8 Tage wird es doch nicht vermiethet sein. Ich gedenke in den Tagen wo ich in Naumburg bin, nach einem bestimmten Plane meine Studien und Vergnügungen einzurichten. Es ist so hübsch kühl in der Stube; ein Tisch, ein Stuhl und ein Bücherkasten ist genug Möbel, ans Fenster ein paar Blumen des Geruches halber, einen Krug Wasser der Erfrischung halber, meine Uhr, Stöße von Schriften und Noten usw; so denke ich mir meinen schönen Aufenthalt. Wofern ich nur hinreichend Geld habe, so will ich mich auch durch Reisen ergötzen, obgleich ich den Gedanken an Plauen aufgegeben habe. Nach Halle und Leipzig gedenke ich zu reisen, nun, auch nach Gorenzen, wenn dort alles wieder gesund ist, sehr gern. — Viel soll jedenfalls in den Ferien geschehen, auch eine Fußparthie mit Wilhelm von zwei Tagen ohne bestimmtes Ziel; das wird was herrliches!!.

Nun genug von den Ferien. Schicke mir doch bald die Kiste mit den weißen Hosen, ich brauche sie nöthig. Baden sind wir vorigen Freitag gegangen; das Wasser war wunderschön. Kannst du mir nicht einmal so was Genießbares, wie so ein Küchelchen schicken? Ich habe großen Appetit und es giebt jetzt gar nichts, gar kein Obst. Nun leb recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth!

Dein FWN.

243. An Robert Buddensieg in Pforta (Formular)

Pforte, <kurz von dem 5. Juni 1861>

Der Al. Nietzsche bittet um die Erlaubniss, sich folgende Bücher verschreiben zu lassen:

1 Sallustius ed. Dietsch (Teubner)

244. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 5. 6. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Sallust einbinden zu lassen.

245. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1861>

Liebe Mutter!

Heute will ich dir etwas genauer schreiben, als neulich, wo es in höchster Eile gieng. Zuerst will ich gleich erwähnen, was ich noch alles brauche, Handtücher, deren ich jetzt bei den täglichen Baden mehr brauche, die Stiefeln, da auch meine andern zerissen sind, Seife, Hemd und Vorhemd, Serviette, usw. Vor den Hundstagen muß ich mir auch noch ein paar Stiefeln machen lassen, ebenso einen Sommerrock, da die schwarzen schweren Tuchsachen zu warm sind. Am besten wohl so ein ganz dünner Reisemantel, der wenig belästigt.

Wie es übrigens mit dem Reisen wird, das will mir noch gar nicht einleuchten. Schließlich werde ich wohl ganz zu Hause bleiben. Die erste Woche bleibe ich jedenfalls da, denn ich will viel in den Ferien arbeiten. Ich freue mich schon immer, wenn ich an mein Stübchen denke; macht nur, daß es auch Wahrheit wird! Noch sind es 15 Tage; es herrscht schon allgemeine Erwartung aber ich habe jetzt viel, viel zu thun. Giebt es denn noch keine Kirschen? die kommen ja furchtbar spät diesmal. Wie wirds nächsten Sonntag? Nach Naumburg zu gehn ist bei dem heißen Wetter nicht zu verlangen, wollen wir uns nicht einmal in dem Wald von Pforta treffen oder sonst in der Nähe? Schreibe mir darüber, liebe Mamma! — Wenn die Hundstage nur nicht so warm sind! Ich will fabelhaft früh aufstehn und im Freien spazieren gehn oder arbeiten, das soll schön werden! Abend werde ich immer baden gehn. Schöne Partien wollen wir zusammen machen, und wenn ich auch weiter nicht verreise so werde ich doch wieder nach Gorenzen wandern. Bitte, schreib mir einmal Deine Gedanken über die Plauenreise! Vielleicht machen wir sie beide zusammen. — Nun lebe wohl grüße Lisbeth vielemal, schickt mir ihr Bildniß mit, schickt die Kiste mit der Wäsche, vielleicht auch noch was anderes, schreibt recht ausführlich und denkt oft an

euren FW.
der sich fabelhaft auf die Ferien freut!

246. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. oder 24. Juni 1861>Montag, Mittag um 2 ¾ Uhr.

Liebe Tante!

Bei diesen strömenden Regengüssen erscheint es mir höchst zweifelhaft, ob ich Dich, liebe Tante vor Deiner Abreise nach Plauen noch einmal sehe. Das würde mir zwar höchst leid thun, da ich auch nicht hoffen kann, dich in den Hundstagsferien etwa in Plauen zu treffen; denn mit meiner Plauenreise wird es, wie mir die Mamma gestern erzählt hat, wohl nichts werden. Ich wünsche dir deßhalb zuerst eine rechte ruhige und angenehme Reise, schönes Wetter und theilnehmende Reisegefährten. In Plauen magst Du alle lieben Verwandten recht wohl und heiter antreffen, dich selbst recht in ihrer Gesellschaft und der reizenden Natur ergötzen. Ich bitte, die lieben Tanten, auch Tante Ida, so wie alle andern lieben Verwandten recht herzlich von mir zu grüßen und ihnen zu versichern, daß ich mich sehr darnach sehnte, einmal nach Plauen zu reisen. Wenn Du dich in der lieblichen Umgegend und in Triebel recht amüsirst, so denke an mich, liebe Tante! Ich möchte so gern dort mit dir herumlaufen und die lieben bekannten Orte aufsuchen. Wenn dir es möglich ist, grüße das Fichtelgebirge und Böhmen vielemal von mir!

Die Zeit drängt! Hoffentlich wird das

Wetter wieder schön!

Bleib aber nicht gar zu lang in Plauen, liebe Tante, sondern denke immer, wie sich auf Deine Rückkehr freut

Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche

247. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 6. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 19 ½ Srg. für Klaviermiethe.

248. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 6. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, eine Stuhlleiste befestigen zu lassen.

249. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20. 6. 61.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche.

250. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 6. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier und ein Collektaneum anschaffen zu dürfen.

251. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 6. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zur Sängerfahrt.

252. An G. Krug und W.Pinder in Naumburg (Briefdisposition)

<Pforta vermutlich 3. August 1861>

Ferienende.

Nürnberg.

Schmerz ist...

Ustaj.

Sendung. Buchbinder.

Hölderlin.

Was habt ihr morgen?

Stiftungsfest versäumt.

Schreibt bald.

253. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta 5. August 1861>

Liebes Mutterchen!

Es ist jetzt Montag, V4 auf 6 Uhr früh; zum ersten Mal wieder um 5 aufgestanden! — Ich bin noch gar nicht so eingewöhnt und denke noch zu oft an die vergangnen Tage, bin sonst übrigens ganz wohl auf.

Ich danke dir, liebe Mamma, noch vielemal für alle Freuden und Annehmlichkeiten, die du mir in den langen Ferien bereitet hast. Wie oft bin ich im Geiste noch bei euch, wie oft auch in meinem Stübchen; es war doch alles so hübsch gemüthlich!

Frau Prof. Buddensieg habe ich deine Grüße und Wünsche überbracht; es soll jetzt etwas besser gehn; was die Krankheit eigentlich ist weiß man weder hier, noch in Naumburg genau. Jedenfalls rheumatisch. —

Mir fehlen noch meine Morgenschuh und Seife. Wir haben hier viel zu thun und müssen ordentlich arbeiten. Du kannst dir denken, daß das etwas sauer wird, wenn man so lange Ferien gehabt hat. — Grüße Lisbeth schön von mir, sie will mir ja einen langen Brief schreiben! Nicht wahr? Lebe recht wohl!

Dein Fritz

NB. Ich brauche ein kleines Trinkgläschen sehr nöthig

254. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

Pforta, kurz nach dem 5. August 1861>

Guten Morgen, liebe Mamma und Lisbeth! Ich sende euch die Kiste mit Wäsche. Schickt mir ja recht viel Schnupftücher! Bitte, besorgt das Notenheft und das graue Paquet an Wilhelm, aber ja in diesen Tagen; händigt beides nur Wilhelm oder Gustav ein, aber keinen andern Menschen. — Schreibt mir auch liebe Mamma, vielleicht auch Lisbeth! Ich freue mich sehr darauf!

Euer Euch herzlich
Liebender Fritz

Die mitgesandten Beinkleider sind auf dem Hosenboden zerissen. Sende sie mir ja bald.

Hast du nicht irgend einen Grund, mich Sonntag loszumachen? Es wäre sehr hübsch, wenn wir länger uns genießen könnten.

Schickt mir ja eine Uhrkette mit, meine goldene bringe ich Sonntag.

255. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte August 1861>

Sonntag war es sehr hübsch.

12 ½ Mitt, 28 Grad Reaum.

Liebe Mamma.

Ich habe so eben die Kiste nebst deinem lieben Brief erhalten; die Hitze ist unerträglich, etwa 26 Grad im Schatten, mindestens. Und offenbar kommt heute noch ein Gewitter.

Es ist schrecklich, ich möchte in meinen Tuchsachen fast zerbraten. Schicke nur die weißen Hosen, so bald es nur irgend geht, mir wieder. Man kommt sonst um.

Von Wilhelm habe ich gestern einen ungeheuren Brief aus Tegernsee bekommen, worüber ich mich sehr freute; sie kommen diese Woche noch wieder. Meinen Brief mag Lisbeth Wilhelm mit dem bezeichneten Paquet übergeben.

Gestern war Hr. Pastor Schenk eine halbe Stunde da; er läßt schön grüßen.

Prof. Buddensieg geht es etwas besser, als Sonntag. — Mehr kann ich beim besten Willen nicht schreiben. Ich erwarte sehr einige Erfrischungen, denn die Hitze ist zu gräßlich.

Viele Grüße an Eli!

Dein Fritz.

256. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. August 1861>

Liebe Mutter.

Heute kann ich Dir die weißen Hosen noch nicht schicken; es ist noch zu warm. Ich werde sie etwa Mittwoch in der Schachtel besonders senden. —

Gestern war es wunderhübsch; ich war ganz erstaunt, so viel Verwandte und Bekannte wiederzusehn und zu sprechen. Das war wirklich ein sonderbares Zusammentreffen. —

Für den Kirschkuchen danke ich recht schön; er schmeckte sehr gut.—

Prof. Buddensieg hat die Nacht etwas besser geschlafen; heute Vormittag war es schlimmer als je; Rudolf sagte mir um 7, er wüßse nicht, ob er noch lebe; der Dokter habe gesagt, es gehe sehr schlimm. — Bis um 2 Uhr ist noch nichts von Entscheidung eingetreten. — Es ist sehr traurig!

Lebe recht wohl, schreibt mir recht bald! Ich denke doch, daß ich Krämer noch einmal sehn werde. Viele Grüße an Lisbeth!

Dein Fritz.

257. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. August 1861>

✝

Liebe Mamma!

Hr. Prof. Buddensieg ist todt! Diese Nacht um zwei Uhr ist er gestorben.

Ach du glaubst nicht, wie mir traurig zu Muthe ist! Wir haben ihn alle so sehr geliebt; wir alle sind außerordentlich ergriffen; überall ist es todtenstill.

Wir wußten es gestern genau, daß er die Nacht nicht mehr überleben würde. Der Doktor hatte es vorausgesagt. Näheres über sein Ende weiß ich gar nicht; man kann auch nicht fragen. Ach, es ist zu schmerzlich! Doch — was Gott thut, das ist wohlgethan! —

— Ihr kommt doch wohl zu seinem Begräbniß heraus; ich muß nun einen neuen Tutor haben und werde H. D. Heinse heute oder morgen darum ansprechen. Wenn du damit einverstanden bist oder etwas dagegen hast, so schreib mir nur auf das eiligste. Denn sonst kommen wir zu spät; Heinse wird viele neue Empfohlne bekommen. Willst Du ihm nicht auch schreiben? — Lebt recht wohl und weinet mit mir, liebe Mamma und Lisbeth!

Dein sehr betrübter Fritz

(Sendet mir ja weiße Wäsche zum Begräbniß.)

✝

Soeben erfahre ich auch, daß der alte Commissionsrath Teichmann gestern in Kosen gestorben ist. Das thut mir auch von Herzen leid; er war auch mit Prof. Buddensieg so befreundet.

Der liebe Hr. Prof. soll übrigens ein sehr schweres Ende gehabt und in einem zweistündlichen Todeskampf gelegen haben. —

Heute schreiben die Abiturienten

258. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 21. August 1861>

Lieber Wilhelm!

Meinen innigsten Dank für deinen lieben, ausführlichen und interessanten Brief aus Tegernsee; führwahr, du hast eine wunderschöne Reise gemacht und werdet nun, indem ich dies schreibe, glücklich wieder heimgekehrt sein. Vielleicht hast du auch schon meinen Brief vom 3 August gelesen, vielleicht auch sind deine Stimmungen ähnliche, wie ich damals am Ende der Ferien hatte. Sei recht herzlich wieder willkommen, ich habe mich sehr nach dir gesehnt. —

Wie aber wirst du erschrocken sein, als du von den unendlichen Verlust gehört hast, den wir in diesen Tagen erlitten haben, daß unser lieber Prof. Buddensieg nach schmerzlichen Leiden gestorben ist. Du kannst mir nachfühlen, wie schmerzlich, wie tief mich das getroffen hat; denn du kanntest und liebtest ihn ja auch, den lieben, ausgezeichneten Mann. Ist es nicht möglich, daß Du, lieber Wilhelm mit Deinem lieben Vater und Gustav zum Begräbniß herauskämt? Es ist Donnerstag früh um 8 Uhr.

Ich habe nun meinen Tutor verloren und mich deshalb an Heinse empfehlen lassen. Der arme Mann ist auch so sehr betrübt, da er mit Pr. Buddensieg so befreundet war.

Mündlich will ich dir mehr über das Ende und die Krankheit des Hr. Prof., die man zuletzt als Typhus bezeichnete, erzählen. Lebe jetzt recht wohl, schreibe mir bald! Ich hoffe, wir sehen uns Donnerstag früh!

Dein Fritz

Grüße Gustav recht schön von mir!

S.N.M.A.!

259. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. August 1861>

Liebe Mutter.

Daß ich heut nicht kommen konnte, hat seinen Grund in einer allgemeinen Coetusdispensation, deren Ursachen im Briefe zu beschreiben langweilig ist. Genug und leider, ich konnte nicht kommen! Wie gern ich euch und den lieben Onkel gesehn hätte, könnt ihr euch vorstellen. Nächsten Donnerstag soll Bergtag sein, wenn gutes Wetter ist. Ihr kommt doch sicherlich heraus.

Frau Prof. Buddensieg läßt dich inständig bitten, sie in den nächsten Tagen zu besuchen. Thue es ja recht bald; die arme Frau weinte sehr, indem sie mir’s sagte.

Donnerstag um 6 Uhr waren wir in Kosen, die Beerdigung war sehr schön und feierlich, aber ordentlich beruhigend und lindernd für den Schmerz am Morgen. Außer Pastor Barthold sprach der Pastor Schmieder, ein Greis, ein ehemaliger Zögling des Teichmann, und Tutor von Prof. Buddensieg.

Denselben Abend war das Ecce für Prof. Buddensieg, das der Hr. Rektor hielt, Sonnabend Abend für Teichmann, gehalten von Prof. Keil. —

Es folgt der Brief an Wenzel, addressirt ihn und sendet ihn fort. —

Meine Hosen folgen; ich werde sie doch wohl bis Donnerstag bekommen. —

Wie geht’s Wilhelm und Gustav? Sie haben mir noch gar nicht geschrieben. —

Wie steht’s denn mit eurem Verreisen? Wird denn noch etwas daraus? Es scheint mir gar nicht so. —

Schreibt und schickt mir doch jetzt häufiger! Ich bekomme fast gar nichts mehr von euch und ich freue mich über jeden Brief so. Will der Onkel nicht ein bissel heraus kommen? So etwa Dienstag Nachmittag von 5—7, da hab ich freie Zeit.

Sonst immer viel zu thun; in drei Wochen ist Examen; in 5 circa bin ich Obersecundaner. Schöne Grüße an Lisbeth und den Onkel!

Dein Fritz.

Es folgen 2 Handtücher, w<eiße> Hosen, Brief.

260. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. 8. 61

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Messer schleifen zu lassen.

261. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 26. 8. 61.

Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich

einen Stahlfederhalter

und ein Dutz. Stahlfedern

anzuschaffen.

262. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf d. 29/8. 61

Nietzsche bittet um 5 Sg. Bergtagsgeld.

263. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 1. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 1 Srg. 3 Pfennige Begräbnißkosten.

264. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang September 1861>

Liebe Mutter!

Meinen herzlichsten Dank, liebe Mamma für Kiste, Brief und Kuchen; ich habe alles richtig bekommen; der Kuchen hat mir sehr gut geschmeckt. Wir haben jetzt immer viel zu thun gehabt; Donnerstag und Freitag ist Abiturientenexamen; Freitag wird wohl Braune euch das Resultat mittheilen. Sonntag also sehen wir uns in Almrich. ich freue mich sehr darauf, wenn nur gutes Wetter bleibt. Es ist schrecklich schwül. — Heute sende ich euch 1 schmutzige Wäsche; ich bin froh, daß ich die weißen Hosen wieder habe, da es so heiß ist. —

Ich danke auch Lisbeth schön für ihren Brief. Ich will auch einmal an sie schreiben. Ich befinde mich ganz wohl und wünsche nur daß die Michaelistage dawären. Man muß jetzt nächstens auch an den Geburtstag denken. Lebt recht wohl! Schreibt mir recht bald!

Dein Fritz.

265. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pforte. 6. 9. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, eine Stuhlleiste machen zu lassen.

266. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 7. September 1861>

Liebe Mutter!

Ich wollte euch nur bitten, mir morgen nach Almrich mein Album mitzubringen, da ich es Braune zum Einschreiben geben muß. Wir sehn uns also jedenfalls dort; ich freue mich sehr darauf. Daß Braune durch das Examen ist, ist sehr schön; er ist also selber in Naumburg gewesen. Von Köhlers Mißgeschick wirst du auch gehört haben. die nächste Woche ist noch eine schlimme Lektionswoche, dann kommt die Examenzeit. —

Nun lebe recht wohl! Viele Grüße!

Auf Wiedersehn!
Dein Fritz

267. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 8. 9. 61.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, einen Band Cicero einbinden zu lassen und sich ein Dutz. Stahlfedern anzuschaffen.

268. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 11. 9. 61

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

269. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforta. 11. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um

1 Thl. 20 Srg. für Thucydides ed. Krüger

10 Srg. für Herodot.

270. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 12. 9. <1861>

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Panorama.

271. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 15. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 18 Srg. für Klaviermiethe.

272. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte September 1861>

Liebe Mutter!

Ich bin jetzt nun mitten in Examenarbeiten drinn und bitte dich, mir ja morgen den Masius, deutsches Lesebuch zu senden. Aber ja nicht später, da morgen Abend unsre deutsche Arbeit schon abgegeben wird. Ich freue mich sehr darauf, daß Lisbeth nach Pforta kommt. Wo wollen wir uns denn nächsten Sonntag sehn? Es war vorigen Sonntag sehr hübsch, aber viel gesprochen haben wir uns nicht. — Heute sende ich schmutzige Wäsche, was ich habe, sende mir die Handtücher mit, vielleicht auch Pflaumen, die doch jetzt recht billig für euch sind; ich würde mich sehr freuen, wenn ich einmal eine Sendung empfange. — Wenn nur erst die Michaelistage da sind! Aber das ist noch eine lange, langweilige Zeit.

Nun lebt schön wohl! Grüß Lisbeth vielmal.

Dein FWN.

Die Wäsche folgt erst morgen, da ich Abhaltung am Einpacken hatte.

273. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

274. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 26. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

275. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pf d. 27/9 61

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ sgr. zum Spaziergang.

276. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 27. 9. 61.

Hr. Doktor Heinze wird gehorsamst um 20 Srg. gebeten für Kleiderreinigen.

FW Nietzsche

277. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 28. 9. 61.

Nietzsche bittet gehorsamst um 10 Silbergroschen Feriengeld.

278. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende September 1861>

Liebe Mutter!

Ich freue mich sehr, daß nun mein ganzes Examen glücklich überstanden ist. Nun ist beinahe alles vorüber, morgen Censur, Sonnabend Versetzung. — Wie seid ihr denn gestern zurück gekommen, ich habe noch gar nichts davon gehört. Es wird dir doch gut bekommen sein? Schade, daß wir uns gar nicht so hübsch unterhalten konnten, da der Regen so dazwischen kam. Nächsten Mittwoch also werde ich nach Naumburg kommen; um 1 Uhr erwarte mich nur. Da werde ich euch auch meinen Wunschzettel mitbringen. Ich bin sehr froh, daß ich wieder eine Klasse überstanden habe. Das ist wirklich nichts Kleines.

Lisbeth will, glaub ich, auch schreiben. Nun leb recht wohl, liebe Mamma und fühle dich nicht so ganz einsam, wenn wir fort sind!

Dein FWN.

279. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende September—Anfang Oktober 1861>

Liebe Mutter!

Ich habe mich gestern ungemein über Deine Sendung, liebe Mamma, gefreut wo ich alles fand was ich erwartete und mehr fand, als ich erwartete. Herzlichen Dank für das schöne Gebäck und die Menge Pflaumen, die wirklich sehr schön sind. Ich gedenke euch für alles nächsten Mittwoch mündlich zu danken, wo von nach Tisch bis 3 großer Spaziergang ist. Wir müssen uns aber zu Hause sehn, da ich eine Anzahl Bücher mitnehmen muß.

Der kleine Italiäner scheint mir sehr praktisch eingerichtet zu sein. Hat Lisbeth nicht Lust bekommen, auch italienisch zu treiben?

Ich will euch nur auch gleich meine Wünsche schreiben; sie sind wahrlich nicht groß, und streng genommen ist es ja blos ein Hauptwunsch; das ist nemlich

R. Schumann op. 98 Requiem für Mignon

im Klavierauszug bei Breitkopf und Härtel

Preis 1 Thl. 5 Srg. ohne Rabbatt.

(also etwa 25 Srg.)

Außerdem wünsche ich, daß zwei Notenhefte eingebunden werden, die ich euch nächsten Mittwoch bezeichnen werde. Bei der Bestellung des ersten Wunsches ist aber nicht zu zaudern, da Domrich sehr langweilig ist. Ich lege euch diese beiden Wünsche zu Füßen und erwarte oder hoffe vielmehr, daß du sie nicht verwerfen wirst. Nicht wahr, liebe Mutter, es ist nicht zu viel gewünscht? Meinen ersten Wunsch, den ich dir neulich auf den Saalhäußern sagte, habe ich auf<ge>geben da er zu kostspielig ist. Aber diese beiden — nun, ich hoffe.

Beiläufig gesagt bin ich jetzt also Obersecundaner; ich theile dir meine Censur hier mit; sie ist erstaunlich schön

Relig. 
2 a

Lat. 
1

Griech. 
2 a

Math. 
2 b

Hebr. 
2 b

Geschichte 
2 a

Franz. 
2 a

Deutsch 
2 a

Fleiß 
1 a

Betragen 
1

Damit kannst du wirklich zufrieden sein.

Nun lebe schön wohl, liebe Mamma, noch vielen Dank

von Deinem
Fritz.

Lisbeth viele Grüße!

Einen Brief habe ich nicht in den Kästchen gefunden. War einer darin? Ich glaube nicht. Doch, ich habe ihn soeben erst gefunden. Ich danke dir recht vielemal dafür.

280. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 7.—10. Oktober 1861>

Liebe Mutter.

So bin ich denn wieder in das alte Gleis der Lektionswochen zurückgekehrt; ich denke aber noch oft an die hübschen in Naumburg verlebten Tage. Ich bin ganz gesund und hoffe, daß ihrs auch seid. Gestern also war der Onkel Theobald bei euch; ich habe ihn auch ein halbes Stündchen gesprochen. Schreibt mir doch einmal, wie es euch geht und steht. Ich habe schon alle Tage auf einen Brief gewartet. Erwähne doch auch, daß du mir 5 Srg. Taschengeld erlaubst, damit ich diese Stelle dann Heinse vorzeige, wenn du es ihm nicht in den Brief schreiben willst. Also Sonntag sehen wir uns nicht, aber Freitag über acht Tage hoffentlich zum Krönungsfeste. Aber ich habe jetzt keine Zeit mehr! Bleibt ja gesund! Grüße Liese!

Dein Fritz.

Nothwendig brauch ich sobald als möglich, blaue große und kleine Hefte, die großen nicht über vier Bogen, die kleinen nicht über zwei. Außerdem ein großes Heft von etwa 10 Bogen.

Also 6 große zu 4, 1 großes zu 10

2 kleine zu 2

Sendet mir die camera obscura, die Stiefeln

281. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 12. Oktober 1861>

Liebe Mutter.

Ich danke dir für den aller ings ein wenig kurzen Brief; es ist doch keine hübsche Einrichtung mit dem Sonnabendkistenschicken; denn dadurch werden die Briefe sehr kurz. Ich bedarf der Hefte sehr nothwendig, bis zum Dienstag sende sie mir ja, die Kiste brauchst du dazu doch nicht. Wie steht es denn mit dem Taschengeld? Du hast mir gar nicht geantwortet. — Ich schreibe jetzt übrigens wieder mit Gänsefedern; es ist das aller bequemste und ich habe mich jetzt völlig daran gewöhnt; du könntest mir ein paar mitsenden. —

Morgen gehe ich, wie du weißt zum heiligen Abendmahl und kann euch also nicht sehen, so sehr ich es wünschte. Nun aber der schöne, langersehnte Freitag wird schon herankommen. die Kiste brauche ich dir vor Donnerstag doch nicht zu senden du wirst sie doch wahrscheinlich erst heute über 8 Tage brauchen. Ich freue mich übrigens ungemein auf den Freitag; wir sehen uns doch in unsrer Wohnung oder wollt ihr zu den Tanten kommen? Am liebsten wäre mir doch zu Hause. — Wenn ich den Onkel Oscar gesehen hätte, würde ich mich sehr gefreut haben; seine Ferien sind nun auch in ein paar Wochen zu Ende. Da du übrigens nach Maßnitz reist, so grüße und glückwünsche in meinem Namen recht schön; es thut mir doch sehr leid, daß ich nicht mit hinkommen kann. Auch alle sonstigen lieben Anverwandte grüße recht herzlich von mir; es wäre doch so schön, wenn auch ich und Lisbeth mit hinreisen könnten. — Vielleicht kannst du mir meinen Don Juan mitbringen, wenn es dir möglich ist. — Hast du übrigens an Max Heinse geschrieben? Es wäre doch vielleicht wünschenswerth gewesen. Nun noch ein spezieller Auftrag für Lisbeth, der aber die höchste Eile hat. Ich bedarf zu einer deutschen Arbeit über Hölderlin nothwendig seine Biographie, sie liegt in meinem Bücherkasten. die Kamera obscura habt ihr mir auch nicht gesendet. Alles erwarte ich spätestens Dienstag, wo ich übrigens durchaus keine Gratulation haben will, aber auch mit keiner Sylbe. Denn mein Geburtstag ist erst Freitag. Es wird übrigens Zeit sein, aufzuhören; es geht mir ganz wohl, mag es euch immer auch so gehn. Also immer noch keine Besserung? Das ist schlimm. Grüß den Onkel recht schön von mir, Lisbeth gleichfalls, die mir vielleicht Dienstag das Betreffende besorgt.

So lebt recht wohl!

Euer Fritz.

Die Kiste ist etwas defeckt, du wirst es bemerken.

282. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Oktober 1861>

Liebe Mutter.

Loskommen werd ich morgen auf keinen Fall, indem den ganzen Nachmittag Festlichkeiten sind. Es wird wahrscheinlich erst um 1 Uhr gegessen, bei gutem Wetter (denn heute sieht es sehr bedenklich aus) würde ich sodann etwa von ¾ 2—4 Spaziergang haben, wo ihr mich also wenn ihr nichts wichtigeres vorhabt, erwarten könnt. Um 4 ist Schauturnen, Thierquälerei, dann Feuer auf dem Berg und Feuerwerk und Abends Ball für die Primaner. — Ich danke übrigens Lisbeth schön für den Brief und für die schnelle Besorgung meiner Wünsche, ebenso für das innliegende Konfekt, das mich doch einigermaßen wieder an Königsgeburtstag errinnerte. Wir hatten gerade einen sehr Übeln und schwierigen Lektionstag. — Uebrigens fehlt mir noch der erste Band von Hölderlins Leben, den will ich mir morgen noch mitnehmen. — Es folgt heute eine Schach<tel> mit schmutziger Wäsche. Gestern habe ich Kiste und Kästchen zurückbefördert. Nun lebt recht wohl, morgen auf Wiedersehn, ich denke doch auch die Tante Rosalie zu treffen.

Euer Fritz.

Innhalt der Schachtel.

w<eiße> Hosen

3 Taschentücher

2 Handtücher

1 Serviette.

1 Vorhemd.

283. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 21. Oktober 1861>

Liebe Mutter.

Es war sehr angenehm, daß wir uns gestern noch etwas sahen. Denn vorigen Freitag haben wir uns nur sehr wenig gesprochen. Also sende mir die Brille, die Stiefeln, die zwei Thaler von der Tante hebe mir auf, aber ganz zu meiner Verfügung, wie sie mir geschenkt worden sind. Weihnachten werde ich sie mir spätestens geben lassen, da ich mir bis dahin noch ein Werk anschaffen will. Den dritten Thaler von der Großmamma hebe mir nur auch auf, wenn du ihn mir nicht senden willst. —

Ich habe am 18 October mich mehr als je gesehnt, einen gemüthlichen Nachmittag in eurem Kreise zuzubringen und ich fühlte mich sehr ungemüthlich in Pforta. Das Schauturnen furchtbar langweilig, auf dem Berge Feuerwerk und Feuer etwas weniger, dann aber wieder der ganze Abend! Das ist schrecklich. — Dein Geschenk liebe Mamma erfreut mich ungemein; es wird euch wohl auch gefallen wenn ichs euch vorspiele. Der Kuchen und die Weintrauben — alles sehr delicat. Hast du mir vielleicht den Don Juan mitgebracht? Ich habe es vergessen, neulich darnach zu fragen. Ich bin übrigens durch die hübschen Photographien darauf gekommen, mir Weihnachten wieder welche zu wünschen; es sind viele von großen Männern der Neuzeit erschienen. — Nun lebt recht wohl, schreibt mir bald einmal. Wie geht es heute der Tante? (Montag morgen)

Dein Fritz

Bitte sendet den Brief und alles Mitgesandte an Wilhelm.

Verliert den Brief ja nicht, er ist wichtig.

284. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 28. Oktober 1861>

Liebe Mutter.

Ich muß euch leider die unangenehme Mittheilung machen, daß ich heute wieder veranlaßt worden bin, auf die Krankenstube zu gehn. Ich habe einen auffallend schnellen Pulslauf und dicken Hals und Schmerzen im Hinterkopf. Dabei greulicher Frost. Alles so dumpf. Im Allgemeinen wirklich dem vorjährigen Zustand beim Eintritt der Kopfschmerzen gleich. Deßhalb hielt ich es für meine Pflicht, dem Doktor Mittheilung zu machen, der mir herüber zu kommen rieth. Ich werde mich zu Bett legen. Sende mir schleunigst den Bettüberzug, ein weißes Hemd, wollne Strümpfe und Geld, das ich hier nöthig brauche. Lisbeth wird mir den „Muretus“ beilegen. Nun lebe recht wohl, hoffentlich geht es bald besser.

Dein Fritz.

285. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1861>

Wir haben uns schrecklich lang nicht gesehen und geschrieben: ich bin nämlich seit Montag bis Donnerstag auf der Krankenstube gewesen, da ich von Husten geplagt wurde. Als ich nun Donnerstag wieder herüberkam und mich sehr freute, euch besuchen zu können, da war zu meinem großen Aerger niemand zu Hause. Ich bin darauf zu Gustav und Wilhelm gegangen, die mich auch noch heraus nach Pforta begleitet haben. Ihr sendet mir doch bestimmt morgen die Kiste, vergeßt ja nicht das Paquet von Wilhelm, die Brille und einen Geburtsthaler beizulegen, den ich nothwendig zur Anschaffung eines Buches brauche. die beiden andern will ich mir zur Reise reservieren. Ich hoffe doch daß wir uns Sonntag in Almrich sehn, damit ich nicht wiede<r nach> Naumburg hetzen muß. Noch 7½ Woche, dann ist Weihnachten! Ich freue mich ganz erschrecklich darauf und ich werde mir die ganzen Ferien wieder ordentlich eintheilen. — Wir haben übrigens jetzt durch eine neue Einrichtung eine Stunde Schulgartenfrei von 4—5 täglich mehr. Weiter habe ich euch nichts zu schreiben, aber ich freue mich sehr auf Sonntag in Almrich! Wie geht es der Tante? — Adieu!

Euer Fritz.

Spaziergang ¼3—¼5

Breithaupt kommt.

286. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. November 1861>

Ich sage euch herzlichen Dank dafür, daß ihr mir die Bücher sogleich herausgesandt habt. Ebenso war es sehr hübsch daß wir uns Sonntag doch noch gesehen haben, besonders da erst Sonntag über 8 Tage eine Zusammenkunft möglich ist. Es scheint jetzt sehr kalt zu werden. die Fenster sind gefroren. Ich freue mich ungemein auf Weihnachten, das wird herrlich werden. Ich habe mir schon aller hand dazu vorgenommen und denke viel in meinem warmen Stübchen zu vollbringen — Natürlich habe ich auch schon viel über Weihnachtswünsche nachgedacht und bin ziemlich einig. Was wünscht denn Lisbeth sich? Ich könnte ihr mehere interessante Bücher vorschlagen. Ich schreibe nächstens an sie. Was ich euch schenken soll, weiß ich gar nicht; wenn ihr aber keine Wünsche habt, so bekommt ihr auch nichts. Was kann ich euch auch schenken etwas Komponirtes, Gezeichnetes Gedichtetes? Uebrigens ist Prof. Buchbinder diese Nacht durch ein kleines Mädchen erfreut worden.

Sonst nichts neues.

Dein FW.

287. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 26. November 1861>

Liebe Mutter

Es ist heute die Reihe an mir, eine Trauerbotschaft zu überbringen. So eben, Dienstag Abend um sechs Uhr ist der Obersecundaner und Ordnungsgenosse von mir Wilhelm Peter, Sohn des Rektors, verschieden. Du kannst dir die Schnell<ig>keit seiner Krankheit kaum vorstellen. Gestern erst ernstlich krank war er am Nachmittag selbigen Tages schon vom Doktor aufgegeben, dennoch lebt er einen ganzen Tag noch im fortwährenden Phantasieren. Grund ist eine Erkältung, die Krankheit ein rheumatisches Fieber, das erst an die Nieren und zuletzt an das Herz getreten ist. Wir können es eigentlich noch gar nicht glauben, so unerwartet ist es gekommen. Das Jahr hat wirklich schon schwere Opfer von der Pforte gefordert, wie sich besonders am neulichen Todtenfeste herausstellte. Es ist sehr traurig!

Wie geht es euch denn? Ich möchte so gern nächsten Sonntag etwas länger bei euch zubringen und besonders bei Domrich unsre Bücherangelegenheit besorgen. Kannst du mir nicht einen Brief schreiben auf irgend etwas? Es ist nächsten Sonntag erster Advent, worüber ich mich sehr freue. die schöne Weihnachtszeit kommt immer näher heran. Vielleicht schreibe ich Lisbeth noch einige Worte speziell über Weihnachten. Am vorigen Ecce wurde übrigens auch der selige Menzel als in diesem Jahre heimgegangner Pförtner <genannt>. Hr. Prof. Steinhart hielt eine sehr schöne Rede. Sonst weiß ich nichts mehr zu schreiben, außer daß ich täglich und stündlich die Kiste erwarte von wegen der Wäsche. Lebe recht wohl! Liebe Mamma!

Dein Fritz

288. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1861>

von deinem Bruder Liebe Liese.

Da ich dir lange schon einen Brief schuldig war, will ich dir jetzt einen recht feinen schreiben, wenn nicht meine globige Feder mich daran hindern sollte. Ich werde dich wahrscheinlich von weiter nichts als von — Weihnachten unterhalten können. Es ist ja auch jetzt unser Lieblingsgedanke und ist es alle Jahre um diese Zeit gewesen. Stelle dir nun recht gemüthlich einen meiner ersten Ferienabende vor, wie wir in warmer Stube, mit oder ohne Lampe dasitzen und uns gegenseitig unsre Wünsche vorzählen. Währenddem bereitet drüben Mamma und Tante Rosalie geheimnißvolle Werke und

— wir lauschen,

wenn sie heimlich Worte tauschen;

und ein ungewöhnlich Rauschen,

bald ein Flüstern, bald ein Knistern

macht uns nach den Wundern lüstern,

und das geisterhafte Weben,

Hin- und wieder ’nüber Schweben

macht uns beben

usw.

Ich hoffe, du wirst mit deinen Wünschen noch nicht so entschlossen sein, daß ich dir nicht wenigstens einige Vorschläge zur Güte machen könnte. Ich habe eine ziemliche Anzahl wünschenswerther Bücher und Musikalien aufgeschrieben und will dir so einiges mittheilen. Von letztern z. B. scheint mir sehr passend für dich ein Werk Schumanns, desselben, der die zerbrochne Fensterscheibe componirt hat. Und zwar sind es seine schönsten Lieder überhaupt; es ist „Frauenliebe und Leben“ Gedichte von Chamisso und muß so ungefähr 20 Srg. kosten. Der Text ist gleichfalls wunderschön. Von Büchern kann ich dir zuerst zwei theologische Werke anempfehlen, die dich und mich sehr interessieren werden. Ich habe sie selbst aus dem Munde Wenkels loben gehört, für dich sicherlich bedeutungsvoll. Beide sind von Hase, dem berühmten in Jena lebenden Professor, den ich selbst beinahe einmal gehört hätte, der nämlich der geistvollste Verfechter des idealen Rationalismus. „Das Leben Jesu“ (1,6) ist das eine und Kirchengeschichte (2 Th. 6) das andre. Beide oder vielmehr jedes einzeln ungefähr 1 <Th.>, 15 Srg. — Schreib an mich, wenn du die spezielle Addresse haben willst. Oder willst du dir vielleicht ein englisches Buch wünschen? Ich an deiner Stelle würde ganz entschieden Byron englisch lesen, der 1 Th. 25 Srg. kostet. Ich könnte dir noch verschiedne Bücher aufschreiben, nun will ich meine Wünsche sagen. In Hinsicht auf Musik also wünsche ich mir Paradies und die Peri v. Schumann für Klavier solo arrangirt. Das ist etwas entzückendes für jedermann, also auch für dich. Dann Shelley’s poetische Werke übersetzt v. Seybt. Das erste kostet etwa 2 Thaler, wenn es durch Gustav besorgt wird. Das letztere 1 Th. 10 Srg. Ich würde mich ganz ungemein freuen, wenn ich beides bekäme, denn es sind meine einzigen Wünsche. Da fällt mir übrigens etwas ein, daß ich dir doch erzählen muß. Ich war nämlich Sonntag Mittag zu Hr. Dr. Heinse zu Tisch eingeladen, wo sehr fein gegessen wurde und noch hübscher gesprochen. Dann ist Dr. Volkmann der neue Lehrer bereit, englische Privatstunden zu geben. Es haben sich eine Menge gemeldet, ich denke aber doch erst Ostern beizutreten. Augenblicklich studiere ich ja italienisch noch privatim. Lateinisch, Griechisch Hebraeisch, wo das erste Buch Mose gelesen, Deutsch, wo das Nibelungenlied in der Ursprache gelesen wird, Französisch, wo in der Klasse Karl XII gelesen, in einem Kränzchen mit dreien außer mir Athalie, Italiänisch wo im Kränzchen Dante gelesen wird. Wenn das nicht vorläufig genug ist, da weiß ich nicht, besonders da im Lateinischen zugleich Vergil, Livius, Cicero, Sallust gelesen, im Griechischen Uias, Lysias, Herodot gelesen wird. Nun leb wohl und freu dich über diesen bedenklich langen Brief.

Dein Fritz.

Sonntag auf Wiedersehn in Almrich

289. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1861>

Menzel, Geschichte der letzten vierzig Jahre 1816—56.

2 Bände

Stuttgart 1859 / 1 Th. 28 Srg.

Barrau, Geschichte der französischen Revolution 1789—99,

2 Bände

Brandenburg 1859. / 1 Th. 6 Srg.

Beides Berlin, Gsellius.

Liebe Lisbeth.

Das sind meine Wünsche, die sich seit gestern in so weit geändert haben, daß ich mir überhaupt nichts musikalisches wünsche. Diese geschichtlichen Werke sind für mich aber außerordentlich wünschenswerth, Du mußt wissen, daß ich mich jetzt sehr für Geschichte interessire. Außerdem habe ich gar keine Wünsche; wenn du mir etwas schenken willst, so schenke mir ein Stück Streichpomade, die für meine Haare mir lieb wäre. Daß du dir Frauenliebe und Leben nicht schenken lassen wünscht, ist mir unlieb zu hören, erstens da die Opposition doch aus einem Munde herrührt, der mir überhaupt über solche Schönheiten kein Urtheil zu haben scheint, und zweitens, weil ich weniger an das Singen als an das Vorspielen gedacht habe. Zum Singen freilich möchte es jetzt für dich zu schwer sein, einzelnes wenigstens. Wenn du also nicht wünscht, da könnte ich dir andere Sachen von Schubert z.B. vorschlagen. Freust du dich nicht ganz entsetzlich auf Weihnachten? Es ist freilich schade, daß ich mir nichts musikalisches wünschen kann. Ich werde mir aber in den Ferien meheres abschreiben und es euch dann vorspielen. So ist es doch viel billiger. Wir wollen recht schöne Ferien verleben. Du kannst mir übrigens einen schleunigen Gefallen thun. Morgen brauche ich ganz unbedingt den Bettüberzug, sende ihn mir in der Kiste und außerdem den Band von Beckers Weltgeschichte, der die Reformation enthält, und den letzten Band der neusten Geschichte desselben Werkes. Bitte vergiß es ja nicht! Sonst habe ich nichts weiter zu schreiben. Mein erster Wunschzettel gilt also nicht mehr. Mache die Tanten aber mit dem neuen noch nicht vor Donnerstag bekannt. Bei der Bestellung achte ja auf dieselben Worte, wie ich aufgeschrieben habe. Lebe recht schön wohl! Grüße Mamma vielmahl wenn sie wieder kommt.

Dein Fritz.

Nochmals anders entschlossen, aber auch nun fest. Ich habe die obigen Wünsche verworfen und wünsche mir

Arnd, Geschichte der französischen Revolution 1789—99.

6 Bände. Braunschweig. 1851. gebunden.

Berlin, Gsellius 3 Thl.

weiter nichts. Sag es den Tanten.

290. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 5. Dezember 1861>

Liebe Mamma!

oder

Liebe Lisbeth!

wer gerade den
Brief zuerst
liest.

Du konntest dir denken, daß ich mich nach so vielen Veränderungen meiner Wünsche, noch einmal anders entschließen könnte, und so ist es denn auch wirklich gekommen. Ich bin auch wieder zur Musik zurückgekehrt, denn ich kann mir eine Bescheerung gar nicht recht ohne etwas Musikalisches denken. Ich hoffe, die Wahl ist gut, auch für dich. Ebenso ist das Buch höchst interessant, vielleicht auch für dich. Auf der andern Seite werde ich beides so aufschreiben, daß der abgerissne Zettel dem Buchhändler gezeigt werden kann. Eine Aenderung ist jetzt gar nicht mehr möglich, schon der Zeit wegen nicht. Der Gedanke kam mir über Nacht, denn ich schwankte sehr heftig. Ein Werk über französische Revolution mir zu wünschen, war eigentlich überflüssig, da die besten und theuersten Werke in der Bibliothek sind. Auch glaube ich immer bescheidner in meinen Wünschen geworden zu sein, natürlich ohne der Mildthätigkeit irgendwie Schranken setzen zu wollen. Ich danke dir übrigens schön, liebe Lisbeth daß du mir alles richtig besorgt hast, auch für die Aepfel danke ich recht sehr. Wie wird es denn mit Sonntag in Almrich? Bitte bringt mir doch den Wallenstein von der Tante Lina mit, wir haben eine Charakteristik des Antonio Piccolomini aus demselben zu machen. —

Sonnabend über zwei Wochen! Es ist ein entzückender Gedanke! Ihr glaubt nicht, wie ich mich auf Weihnachten freue, das wunderschöne Weihnachten! Jetzt sind noch ziemlich Arbeits volle Wochen. Aber dann! Sonnabend früh als nur irgend möglich, komme ich, es wird herrlich! Nicht wahr, der Onkel Burkhardt ist mit den kleinen Kousinen doch auch mit da? Ist die Mamma wieder zurückgekommen? Schreibt mir nur recht bald!

Euer Fritz.

Eine große Neuigkeit! Heute ist Donnerstag und morgen wird deshalb — Freitag sein —

Wir verreisen doch nicht etwa Weihnachten? Vorigen Sonntag bin ich noch etwa 7 Minuten bei Gustav gewesen, der mich dann nach Pforta begleitete. —

Erkältungen sind jetzt überaus häufig. die Krankenstube ist übervoll, es sollen neue Räume eingerichtet werden, Breithaupt ist auch drüben. Ich leide an Heiserkeit und Schnupfen. Weihnachten macht alles gut!

Uebrigens habe ich noch einen Wunsch, nämlich irgend eine Photographie eines lebenden berühmten Mannes, z. B. Liszt oder Wagner oder eine Photographie aus dem Sheakspearealbum des berühmten Kaulbach (z. B. zu Makbeth) eine einzelne kostet allerdings 27½ Srg. Es soll eine Zierde für mein Album sein. Sie sind großes Format.

Ihr seht jedenfalls, daß ich die mannichfachsten Wünsche habe. Ihr müßt mir nun aber auch so schreiben, was ihr euch wünscht.

291. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Dezember 1861>

Wie hübsch war es doch, daß wir uns gestern etwas länger sprechen konnten. Ich bin ganz zur rechten Zeit wieder in Pforta angelangt; der Weg war nicht mehr so schmutzig wie am Vormittag. Ich sende euch außer meherer schmutziger Wäsche auch einen Brief, den ihr an Wilhelm oder Gustav abgeben möcht. die Zeit vergeht übrigens doch allzu langsam, seit gestern erst ein Tag! Wie lang wird’s da noch bis Weihnachten sein! Ich habe übrigens den Gedanken, daß wir doch in den Ferien Wilhelm und Gustav einmal Abends zum Thee einladen könnten. Du wirst es doch wohl erlauben? Im Betreff meiner Wünsche muß ich noch erwähnen, daß die Lieder Mignons, des Harfners, und Philinens op. 98a. sind, was bei der Bestellung nicht zu vergessen wäre. Ich habe jetzt eigentlich rechte Hoffnung in Betreff meiner Wünsche und die laßt nicht zu Schanden werden. die ersten 8 Tage werde ich noch sehr viel zu thun haben, das ist mir ganz klar, wenn ich nur alle Morgen von ½10—12 und Nachmittags von 1—3 allein sein kann. — Bekommen wir denn gar keine Stollen von irgend wem geschenkt? — Habt ihr denn Tinte, damit sie, wenn ich da bin, nicht fehlt? Könnt ihr mir nicht aus Pobles den Don Juan herbeischaffen, der das Unglück hat, immer vergessen zu werden? Diesmal wollen wir übrigens zu Neujahr aufbleiben und uns mit allen vorher darauf einrichten, wir können Theaterstücke lesen, Thee trinken, Verse machen, Klavier mit vier Händen und vier Beinen klimpern, unsre pyramidalen Todtenkränze mit den berühmten 1444 Plätzchen von einem Ei abtanzen. Kurzum alles machen, nur nicht schlafen! Bis jetzt haben wir noch in diesem Logis nichts zu stände gebracht, es soll aber schon werden. — Aepfel wollen wir nicht an den Baum hängen, aber Nüsse und Zuckerwerk. — Soll ich vielleicht den Tanten draußen die eigentlich für Tante Rosalie bestimmte Zeichnung schenken? Sonst habe ich euch nichts weiter zu schreiben, beeilt euch indessen mit Weihnachtsvorbereitungen, damit es nicht zu spät wird. Schenkt mir nur recht viel, auch allerhand Kleinigkeiten, z. B. ein Notizbuch, mein jetziges ist ganz voll und dann Notenpapier in der mir beliebten Façon, das muß aber bestellt werden, da es nicht vorräthig ist. Nun lebt recht schön wohl!

Viele Grüße
von mir!

Dein Fritz!

Ich hatte die Unterschrift vergessen.

1861 (90 Briefe)

202. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Januarwoche 1861>

Я получил твое милое письмо и ящик, хотя и с некоторым опозданием. Ты уже написала г-ну инспектору Низе? У всех остальных были письма из отпуска; поэтому, пожалуйста, напиши, как только сможешь. — Сейчас довольно холодное зимнее время; я все еще часто вспоминаю прекрасные каникулы и приятные часы, которые мы провели вместе. Мой штоллен и мои яблоки, к сожалению, закончились. — Мы хотим теперь выписывать газеты в нашу комнату, а именно, ради дешевизны, «Халлеский курьер». — Мне было очень жаль, что мы не увиделись в прошлый понедельник; но у меня был урок фортепиано, а когда я узнал об этом позже, вы уже уехали. Приезжали ли дядя Эдмунд и тетя Ида? — Сегодня я отправляю ящик с бельем и прочим. Пожалуйста, пришли мне его обратно в субботу с бельем и другим. Получила ли ты ключ от чемодана, чемодан и письмо? Как дела у Лизбет с ее ногой? Она уже снова ходит в школу? — Напиши мне также, где мы увидимся в следующее воскресенье? Если не будет слишком холодно, надеюсь, в Альмрихе. Передавай Лизбет много приветов, дорогая мама! Всего вам доброго!

Твой Ф. В. Ницше.

NB. Я должен был написать это вчера, дорогая мама. Но вчера ты приехала сама со своим милым визитом; я был необычайно рад. Если бы только это было немного дольше! Обязательно напиши мне, где мы увидимся в воскресенье. (Прогулка с 14:15 до 15:45.) Может быть, ты пришлешь мне еще порцию яблок, чтобы у меня в шкафу было хоть что-то в запасе.

Твой Ф. В. Н.

203. An Gustav Krug und Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 14. Januar 1861>

Дорогие друзья.

Вот и пролетели прекрасные дни, когда мы могли подолгу и часто беседовать, прошли времена, столь полные надежд в ожидании и столь утешительные в воспоминаниях. Чтобы сдержать данное мною обещание, а также чтобы вновь приятно пообщаться с вами — пусть не лично, но хотя бы душой, — я собираюсь обратиться к вам с несколькими словами, и не столько о том, что я пережил, чем насладился, что услышал и увидел, сколько о некоторых идеях, которыми мы так много обменивались в те недавно промелькнувшие часы. Ибо что мне рассказывать о своей нынешней жизни? Что у нас много дел? Что работа всё ещё прерывается мыслями о каникулах? Что времени на любимые занятия мало, ах, увы, слишком мало! Вы ведь всё это испытали сами и испытываете до сих пор. Зачем же мне ещё больше омрачать ваше настроение? Поистине, гораздо приятнее бежать из тиранического царства принуждения в области свободной воли. Поэтому без лишних слов я перейду к теме, которая, надеюсь, на короткое время завладеет вашим вниманием. И эта тема касается преобразования оратории. Если до сих пор всегда считалось, что оратория занимает в духовной музыке то же место, что опера в светской, то мне это кажется неверным, даже принижением. Сама по себе оратория величественнее и проще, именно такой она и должна быть — возвышающей, причём строго религиозно возвышающей музыкой. Оратория отвергает все те средства, к которым прибегает опера для достижения эффекта; её никто не может счесть чем-то сопровождающим, как это всё ещё происходит с оперной музыкой для широкой публики. Здесь не возбуждается никакое иное чувство, кроме слуха. К тому же сюжет бесконечно проще и возвышеннее, по большей части он известен и понятен каждому, даже необразованному человеку, без всякого труда. Поэтому, я полагаю, оратория стоит выше оперы в своём музыкальном жанре, будучи проще в средствах, непосредственнее в воздействии и, по крайней мере, должна быть более универсальной по своему распространению. Если последнее не так, то причины следует искать не в самом музыкальном жанре, а отчасти в трактовке, отчасти в недостатке серьёзности нашего времени. Что касается трактовки, то она, во-первых, слишком сложна и оставляет ощущение отсутствия единства. Как может музыкальное произведение, раздробленное на множество мелких, несвязных частей, произвести цельное и, прежде всего, священное впечатление! Поэтому я считаю, что целое должно распадаться лишь на немногие, но более крупные части, которые следуют ходу событий и несут в себе последовательно единый характер. Во-вторых, недостаток заключается в слишком искусственной, старомодной манере исполнения, которая больше подходит для кабинета, чем для наших церквей и залов, и которая затрудняет, а то и делает невозможным понимание музыки необразованным слушателем. Конечно, верно: такое произведение не может и не должно быть осмыслено и понято при первом прослушивании, оно должно быть прочувствовано. И никто не станет отрицать, что фуга может быть прочувствована и необразованным человеком, особенно если она лаконична и энергична, а не растянута на бесчисленные такты, диссонирующая и скучная. Но главная причина того, что оратория недостаточно популярна, вероятно, кроется в том, что музыка часто слишком нечестиво смешивается со светским. А ведь это главное требование: чтобы она во всех своих частях несла на челе печать святого, божественного. Итак, каждая оратория должна отвечать трём требованиям: повсюду демонстрировать единый связный характер, глубоко проникать в душу и, наконец, всегда быть строго религиозной и возвышающей. К этому добавляется ещё одно требование, которое, однако, действительно необходимо и неизбежно. Я имею в виду исключение речитатива и его соответствующую замену. Чисто непоэтическое повествование просто невозможно пропеть, не производя при этом мешающего и разобщающего впечатления. В качестве соответствующей замены, по сути, нельзя придумать никакого другого музыкального фрагмента. «Если же повествование абсолютно необходимо, то, по моему мнению, слова должны произноситься под аккомпанемент музыки. Так в ораторию вошёл бы новый элемент — мелодраматический. В остальном же следует по возможности избегать всего, что нельзя спеть, и лучше заполнять недостающие связующие звенья, которые слушатель легко может восполнить сам в известных сюжетах, музыкальными интерлюдиями схожего с повествованием характера». —

Поскольку я надеюсь высказать вам свои дальнейшие мысли об этом в следующих письмах, а время меня поджимает, я должен сейчас закончить. Пришли ли ноты? Я с нетерпением жду их. Вскоре мы будем посылать друг другу наши январские отправления, от Вильгельма я, возможно, получу ещё и запоздавшую декабрьскую посылку. Напишите мне как можно скорее: я так тоскую по письму, ведь я так отрезан и отделён от вас. В остальном желаю, чтобы у вас всегда всё было хорошо и чтобы вы иногда вспоминали своего друга в Пфорте.

Semper nostra mane<t amicitia!>

[ + ]

204. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 14. Januar 1861>

Дорогая мама.

Мне было вчера очень жаль, что мы не увиделись, хотя я и поздравил тетю Розали и навестил тетушек. Я так уверенно и твердо на это рассчитывал и радовался этому. Ведь мы уже в прошлое воскресенье не виделись, а ваше пребывание в Пфорте было уж слишком коротким. Третьего февраля, на следующий день после твоего дня рождения, отпусти меня, пожалуйста, на подольше и пришли мне письмо. В сам день рождения я никак не смогу выбраться. — Я передал тете свои очки. К ним нужно кое-что припаять. — День отдыха выпадает на вторник; может быть, Бартейс позволит навести справки. — Ящик с письмом, бельем и яблоками я благополучно получил; благодарю за все много раз. — Я посылаю вам сегодня письмо моим друзьям. Пожалуйста, позаботься о нем, дорогая мама! — Как вы поживаете? Напишите мне как-нибудь очень подробно. В следующее воскресенье мы обязательно должны встретиться в Альмрихе; путь по снегу, особенно при такой плохой дороге между Пфортой и Альмрихом, слишком утомителен. Еще одна<e> просьба: так как сейчас собирают деньги на подарок г-ну проф. Корзену, у которого скоро день рождения, а также собирают для Густав-Адольф-союза, то мне сейчас крайне необходимы 5 серебряных грошей, тем более что я не хочу разменивать целый талер. Ты, может быть, пришлешь мне их, завернув в следующую посылку; это было бы для меня большой услугой. А теперь прощай, дорогая мама, большой привет Лизбет!

Твой Ф. В. Ницше.

205. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Januar 1861>

Дорогая мама!

Я получил твое милое письмо и премного благодарю тебя за него. Письмо Шенку я передал. — Итак, в следующее воскресенье мы увидимся в Альмрихе, как ты мне пишешь. — В эти дни я чувствую себя довольно неважно, но не знаю, отчего это. У меня постоянные головные боли; вся голова ими охвачена; затем у меня болит шея при каждом движении, так же как и горло, когда я дышу. Две ночи напролет я совсем не спал, а попеременно то мерз, то потел. Я никак не могу прийти в себя, все вокруг меня как во сне. Но я думаю, если я не буду ничего предпринимать, то скоро станет лучше. В лазарет я ни в коем случае не пойду. Если в воскресенье станет еще хуже, то мы вместе поедем в Наумбург, и я останусь там. Аппетита у меня совсем нет; но я ем как обычно; ибо если я продолжу свой обычный образ жизни, то скоро все наладится. Только, пожалуйста, не пугайтесь из-за этого; надеюсь, к воскресенью все пройдет. Пришли мне, пожалуйста, завтра ящик. Большой привет Лизбет!

Твой Ф. В. Ницше.

206. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 26. Januar 1861>

Дорогая мама!

Я всё-таки пошёл сегодня в лазарет, так как там, на той стороне, я ничего не могу начать и ничего не могу делать. Таким образом, мы не сможем увидеться завтра; мне очень жаль, ведь мы так давно не виделись. Здесь, в лазарете, довольно много народу, кроме меня ещё 8 человек; наверное, будет скучно. Прежде всего, я надеюсь, что очень скоро смогу вернуться обратно, чтобы не пропустить слишком много. Сейчас я пропускаю мало уроков, так как сегодня суббота, завтра воскресенье, а понедельник — день отдыха. Я очень рад, что у вас всё хорошо. Шенк тоже написал, чтобы поблагодарить за твоё письмо, а также сообщить о смерти своей другой сестры. Бедный парень! — Напишите мне поскорее и пришлите бельё, особенно рубашки, может быть, ещё и полотенце. А теперь прощай! Большой привет Лизбет!

Твой Ф. В. Ницше.

207. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 27. 1. 61.

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о двух серебряных грошах за 2 порции сахара к лекарству.

Ф. В. Ницше.

208. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, zweite Januarhälfte 1861>

Дорогая мама!

Сегодня лишь несколько слов, так как у меня больше нет времени, а Шенк хочет забрать моё письмо. Значительно лучше, горло не болит, в гортани почти прошло, но в голове часто ещё довольно сильные головные боли. Господин доктор прописал мне главным образом покой и никаких новых лекарств. Работать я всё ещё не могу. Если хочешь мне что-нибудь прислать, то пришли мне печёных яблок, которые я потом подогрею. Я их охотно ем; господин доктор сегодня прислал мне несколько. Передавай Лизбет от меня много приветов!

Твой нежно любящий тебя

Ф. В. Ницше

209. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta> Mittwoch 30 Januar. 1861

Дорогая мама!

Я-то думал, что мое недомогание уже прошло, но со вчерашнего дня оно вернулось с удвоенной силой. Головные боли снова настолько сильные, что я совсем не могу работать. Также снова болит горло; вернулась и боль в гортани. Я не мог спать по ночам от боли. Мне очень грустно. Проф. Буддензиг, который сейчас на дежурстве, посоветовал мне обратиться к доктору. Я так и сделал, и доктор сказал, что мне следует лечь в лазарет. Конечно, мне это очень неприятно, так как я едва только перебрался сюда. Но ничего не поделаешь. Больше всего мне жаль, что я теперь точно не смогу приехать на твой день рождения. — Если бы я только знал, откуда все это берется. Что меня радует, так это то, что начался насморк. Думаю, долго это не продлится. А теперь прощай, обязательно напиши мне хоть раз. Передавай Лизбет много приветов! Если тебе будет возможно и дорога станет лучше, навести меня как-нибудь. Обязательно пришли мне ящик с большим количеством белья.

Прощай!

Твой Ф. В. Ницше

210. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta 2. Februar 1861>

Дорогая мама!

Несколько слов, дорогая мама, я всё же должен тебе сегодня написать; но извини заранее, если моё письмо будет очень коротким, а почерк плохим.

Прежде всего, прими мои самые искренние пожелания в твой дорогой день рождения. Пусть милостивый Господь будет с тобой весь год и осыпает тебя благословениями. Пусть он дарует тебе постоянное здоровье, чтобы ты могла прожить новый год в полном благополучии. Мы же будем всегда стараться и в новом году проявлять благодарность в словах и делах, чтобы отплатить тебе за твою великую любовь к нам. —

Мне очень жаль, что я не могу сегодня быть в Наумбурге, но я всё ещё лежу в постели, и мне пока не разрешают вставать. Но мне уже гораздо лучше; головные боли значительно утихли; аппетит тоже улучшился, короче говоря, дело определённо идёт на поправку. Печёные яблоки мне очень понравились. Большое спасибо за них; бельё я тоже получил. Ты мне писала? Я не нашёл письма.

Передавай Лизбет много приветствий от меня, и пусть день пройдёт в настоящей радости! Приветствуйте дядю Теобальда много раз! А теперь живи очень, очень хорошо!

Твой нежно любящий тебя

ФВН.

Моё стихотворение ко дню рождения и небольшая композиция ещё не совсем закончены; мне очень жаль. Но я всё завершу позже. —

211. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Februar 1861>

Дорогая мама!

Снова несколько строк, чтобы сообщить тебе о состоянии моего здоровья. Мне теперь разрешают вставать, и в воскресенье я уже почти весь день провёл на ногах. Конечно, мне пришлось сначала снова привыкать, так как поначалу я едва мог ходить. Но сейчас мне гораздо лучше; правда, я чувствую необычайную слабость; мне нельзя ни много читать, ни много писать, если я не хочу сразу получить головную боль; в остальном же всё довольно сносно. На обед я тоже снова получаю немного мяса. Большое спасибо, дорогая мама, за варенье, которое ты прислала мне через Шенка. Оно очень вкусное; но я всегда ем понемногу, чтобы себе не навредить. Большое спасибо также за все, все приветы! Я очень рад, что вы так хорошо провели дни. Как жаль, что я не мог быть с вами! А теперь живи очень, очень хорошо! Большой привет Лизбет и всем остальным!

Твой ФВН.

212. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang Februar 1861>

Дорогая мама!

То, что я так долго не писал, объясняется лишь тем, что я был твердо уверен, что увижу тебя в эти дни лично в Пфорте. Погода сейчас такая чудесная; пожалуйста, обязательно навести меня, дорогая мама! Твое письмо я получил, большое тебе спасибо. Мне сейчас гораздо лучше; я чувствую себя вполне здоровым, мне разрешают каждый день гулять по часу, и головные боли мучают меня редко. Однако я не буду снова торопить доктора, а предоставлю всё ему. Возможно, я схожу к нему завтра, а может, только в воскресенье. Как там дела, дорогая мама, с вашими билетами на масленицу? В этот раз я не могу их достать. Не хочешь ли ты из-за этого приехать? Ученики первого класса ставят «Юлия Цезаря» и комические сцены из «Сна в летнюю ночь». Ученики второго класса — две комедии Фридриха, названий которых я еще не знаю. —

А теперь прощай, дорогая мама, сегодня я также отправляю свой ящик, правда, без белья.

Твой ФВН.

Много приветов Лизбет!

213. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Februar 1861>

Дорогая мама.

На твое милое письмо, которое доставило мне большую радость, я хочу ответить тебе сразу же сегодня. То, что «Цезарь» и сцены из «Сна в летнюю ночь» понравились тебе больше, чем пьесы учеников второго класса старшей ступени, вполне естественно, так как ученики выпускного класса играли значительно лучше. — Мое здоровье также улучшилось, хотя вчера после обеда головные боли вернулись довольно сильно. Я обязательно напишу тебе еще раз в субботу, чтобы мы могли увидеться в Альмрихе, когда я приеду туда. Лизбет благодарю много раз за ее милое письмо и обещаю ответить совсем скоро. — Мы и здесь получили наши блинчики: во вторник два и сегодня снова два. Они мне очень понравились. А теперь прощай, дорогая мама! Я скоро снова напишу. С наилучшими пожеланиями!

Т<вой> ФВН.

214. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Februar 1861>

Дорогая мама!

Мне уже по-настоящему надоели эти головные боли; лучше не становится, и они постоянно возвращаются. Малейшее напряжение головы причиняет мне боль. А из-за этого я пропускаю кучу уроков, не имея возможности ничего наверстать. Вот сегодня мне снова приставили за каждое ухо по шпанской мушке. Не думаю, что это поможет. Если бы я только мог каждый день много гулять! Иначе я не знаю, как мне поправиться. Я уже думал о том, не лучше ли мне провести пару недель в Наумбурге и там вылечиться прогулками. Пожалуйста, приезжай завтра (в воскресенье), обязательно; мы хотим подробнее об этом поговорить. Здесь, в лазарете, головные боли, я думаю, не прекратятся. —

Кстати, здесь, как ни странно, началась краснуха; каждый день приходят двое или трое. Всего сейчас десять больных. —

Ну, будь здорова, дорогая мама, обдумай всё и обязательно навести меня! Большой привет Лизбет!

Твой ФВН.

215. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Februar 1861>

Дорогая мама!

Итак, я благополучно вернулся в Пфорту. Было очень мило, что Вильгельм и Густав сопровождали меня; мы очень приятно побеседовали. Сегодня утром я представился доктору; сегодня в полдень хочу пойти к профессору Буддензигу. — Мои головные боли возвращались лишь пару раз; всё будет хорошо. Мне, конечно, предстоит многое наверстать. Обязательно пришли мне всё. Не оставил ли я, может быть, ещё что-то дома? — Передавай Лизбет от меня большой привет!

Прощай!

В Наумбурге было всё-таки очень хорошо!

— Через 4 недели я снова буду у вас подольше. Обязательно напиши мне ещё несколько раз до воскресенья, чтобы мы ничего не забыли. —

С работой сегодня утром пока не очень ладится, головные боли тоже вернулись. Мне нужно постепенно к этому привыкать.

Ну, прощай! Дорогая мама!

Твой ФВН.

Брауне I сегодня на экзамене. В четверг он хочет приехать к вам

216. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 3. 3. 61.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг на прогулку.

217. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 5. März 1861>

Я благополучно прибыл в Пфорту в воскресенье, до 10 часов, при не таком сильном шторме, как я полагал, после того как мне пришлось еще выпить чашку чая у Мансбахов. В понедельник я уже порядочно поработал, так как у нас началось время экзаменов. Нам задали тему: «Жизнь охотников и рыболовов»; я уже однажды разрабатывал ее раньше в Наумбурге. Пожалуйста, пришлите мне завтра к полудню мою тетрадь по немецкому языку, она лежит в книжном шкафу на третьей или второй полке снизу. Лизбет ее обязательно найдет. — Мы ведь очень мило провели воскресенье вместе, и сколько времени пройдет, прежде чем я снова буду у вас. Если бы только эти экзаменационные недели были благополучно пройдены!

Не можешь ли ты прислать мне несколько плиток шоколада, чтобы я снова мог пить по утрам немного молока? Оно сейчас очень плохое, и поэтому нужно что-то подобное; ведь оставаться совсем натощак, как я делал это долгое время, совсем не приятно. Ты доставила бы мне огромную радость.

Картину моих друзей я прибил к стене, я всегда радуюсь, когда вижу ее! Не хотите ли вы тоже сфотографироваться?

Ты еще раз посмотрела полотенце, Э.? Сегодня отправляю все грязное белье.

Ну, живите хорошо, мама и Лизбет! Пожелайте мне сейчас удачи на экзаменах! Ведь из-за того, что я так много отсутствовал, я многое упустил. Я немного этого боюсь!

Прощайте!

Ваш Ф. В. Ницше

218. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 8. 3. 61.

Ницше покорнейше просит 22 ½ срг за аренду фортепиано.

219. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte März 1861>

Дорогая мама!

Мне очень жаль, что в эти дни я не мог написать тебе из-за большого количества работы. Это время так заполнено повторением пройденного, и, кроме того, мне ещё столько всего нужно наверстать.

Как же было прекрасно, что вы отпраздновали со мной этот святой и важный день конфирмации! Я с большим волнением прочитал ваши прекрасные письма; я также намерен, когда у меня снова появится время, надеюсь, ещё до каникул, ответить на них. — Письмо профессору Буддензигу благополучно отправлено. — Фотография мне вполне нравится, хотя поза немного сутулая, ноги немного кривоваты, а рука похожа на какой-то комок. Кому ты собираешься их все раздарить? — Деньги я благополучно получил; премного благодарю тебя за них. Напиши мне, пожалуйста, как можно скорее, так как я очень люблю читать ваши письма, а в воскресенье мы всё равно не сможем увидеться. Большой привет Лизбет. Будь здорова!

Твой FWN.

220. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 20. 3. 61.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу экзаменационной бумаги.

221. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 20. 3. 61.

Ницше просит 2 ½ срг. на прогулку.

222. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 24. 3. 61.

Профессора Буддензига покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ницше.

223. An Edmund Oebler in Gorenzen

<Pforta, Anfang April 1861>

Дорогой дядя.

Ты тоже сопровождал меня на моем конфирмации такими сердечными поздравлениями и одарил такими прекрасными подарками. Я говорю тебе за это мое самое сердечное спасибо. Пусть этот серьезный и святой день всегда будет перед моими глазами в моей будущей жизни и напоминает мне о торжественных обетах и признаниях, которые я тогда дал! Пусть и твои прекрасные книги способствуют тому, чтобы освежить память о тех важных мгновениях. О ходе торжественного действия я расскажу тебе устно как-нибудь; ибо я очень надеюсь, что мы увидимся в следующие каникулы, если не в твоем милом Горенцене, как бы я ни хотел там побывать, то хотя бы во время совместной поездки в Плауэн, которую ты, как я слышал от дяди Теобальда, хочешь предпринять. Я сейчас снова в Пфорте, после того как хорошо провел каникулы в Наумбурге. Я теперь первый ученик Унтерсекунды, так что надеюсь к Михайлову дню перейти в Оберсекунду.

Сердечно поприветствуй от меня милую тетю и поблагодари ее от моего имени много раз за прекрасную и глубокую книгу. Также милых детей много раз приветствует кузен Фриц. Госпожу Винтер, милого господина кантора и всех, кто еще помнит обо мне, также. А теперь прощай, дорогой дядя! Тебя благодарит и часто думает о тебе

Твой сердечно любящий тебя

Ф. В. Ницше

224. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang April 1861>

Дорогая мама.

Сегодня последуют четыре письма: дяде Бернхарду, дяде Эдмунду, двоюродной бабушке Бальстер и господину пастору Шенку. Относительно формы письма Эренбергам скажи мне завтра то, что нужно, ведь мы встретимся в Альмрихе. Я уже занялся рекомендованным мне Дэвисом. Он попал в первый класс Обертерции. Не привезти ли мне его как-нибудь с собой в Альмрих? Мне еще не хватает, помимо уже написанного, хорошего ножа, сапог, мочалки, набора для шитья и — больше я сейчас ничего не знаю. Большой привет дяде и Лизе!

Прощай!

Твой Ф. В. Ницше

225. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Ницше просит любезного разрешения на то, чтобы почистить шкаф.

226. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг на прогулку.

227. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 6. 4. 61.

Ницше покорнейше просит 2 ½ сргр. за обучение.

228. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 12. 4. 61.

Ницше просит любезного разрешения

приобрести книгу б<елой> бумаги

пачку почтовой бумаги

4 синие тетради

для себя.

229. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April 1861>

Дорогая мама!

Только что получил твое письмо и с изумлением узнал, что мой ящик еще не прибыл. Но ты, вероятно, получила его сразу после отправки письма, так как я отправил его во вторник. —

Итак, теперь мы долго не увидимся; передавай всем дорогим родственникам от меня большой привет. Желаю вам приятного путешествия и развлечений. Только не забудьте привезти мне моего Дон Жуана. —

Пришли мне, пожалуйста, завтра то, что я просил, кроме того, наволочку (апрельскую), салфетку и т. д., красивый нож, чулки, мочалку и т. д. Прощай, моя дорогая мама и Лизбет! Мне так жаль, что я не могу поехать с вами!

Твой горячо любящий тебя
Ф. В. Ницше

230. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April 1861>

Дорогая мама!

Я невероятно рад, что вы вернулись. Я ждал этого изо дня в день; ведь мы не виделись с самых каникул, а это долгий срок. Мне очень приятно, что вам там так понравилось; я бы сам с огромным удовольствием поехал с вами, так как никогда не был в Машнице. Сердечно благодарю за все приветы от дорогой бабушки и родственников! Что касается меня, то чувствую я себя не лучшим образом, так как мой насморк сильно усилился, да и кашель доставляет неприятности. Но всё это пройдёт, как только погода станет лучше, а дни — солнечнее. Привезли ли вы мне моего «Дон Жуана»? Обязательно пришлите его мне со следующим ящиком, который я отправлю вам завтра! Может быть, и что-нибудь от кашля, из-за которого я не хочу обращаться к доктору. Что касается Шенка, то его болезнь протекает очень легко; у него уже есть пять товарищей по несчастью; корь, похоже, снова сильно распространяется. Я всегда присылал ему всё, что он просил; видеться и разговаривать с ним мне нельзя из-за опасности заражения. А теперь, дорогая мама, слово лично тебе. Мне тоже кажется, что те, обычно такие прекрасные, пасхальные каникулы были омрачены и омрачены неприятными событиями, и мне очень больно каждый раз, когда я думаю о том, что так огорчил тебя. Я ещё раз сердечно прошу у тебя прощения, дорогая мама! Ведь было бы очень печально, если бы этот разлад нарушил наши прекрасные, доверительные отношения. Пожалуйста, прости меня, дорогая мама, но я прошу тебя больше никогда не вспоминать об этих событиях, а считать их небывшими. Впредь я буду изо всех сил стараться своим поведением и любовью к тебе заполнить возникшую трещину. Напиши мне ещё раз об этом, дорогая мама! — Передавай Лизбет от меня много приветов. Я бы так хотел снова её увидеть, надеюсь, в воскресенье с 4 до 6 в Альмрихе!

Твой горячо любящий тебя Фриц.

231. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende April 1861>

Дорогая мама.

Как же чудесно было вчера в Альмрихе; если бы мы только могли поговорить подольше; время пролетело для меня слишком быстро. Но я думаю в ближайшее время вырваться, чтобы снова побывать дома. Я посылаю вам сегодня свой ящик; пришлите его мне очень скоро обратно; мне всё ещё не хватает моего сапожного рожка. Затем пришлите мне мою биографию, которая лежит в зелёном ящике; она нужна мне сейчас для составления жизнеописания. Также пришлите мне сразу моё бельё, особенно носовые платки, так как мой насморк иначе совсем не пройдёт. Ещё обещанные деньги; также у меня пропала зубная щётка. Я не знаю, куда она могла деться. — Теперь я, собственно, больше не знаю, что писать. Ведь мы вчера обо всём рассказали друг другу. Лизбет, надеюсь, напишет мне когда-нибудь подробное письмо. Ведь я всегда очень радуюсь, когда узнаю что-то конкретное. Также Вильгельм (и) Густав, надеюсь, напишут мне в эти дни. А теперь прощай, моя дорогая мама, часто думай о своём Фрице. Передавай Лизбет от меня большой привет! Ещё одна просьба: у меня совсем нет нотной бумаги в Пфорте! Возьмите мне её у Мерцина, большую и с довольно узкими линейками. Пришлите её мне тоже вместе с этим!

Твой Ф. В. Ницше

232. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 3. 5. 61.

Ницше просит любезного разрешения приобрести коробочку стальных перьев.

233. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. und 4. Mai 1861>

Дорогая мама.

Я каждый день с нетерпением ждал письма и посылки, так как мне очень нужно было многое, например, мое жизнеописание, цепочка для часов. Вы ведь все здоровы и чувствуете себя хорошо? А то я почти боюсь, что кто-то из вас нездоров. Ну, я надеюсь еще сегодня получить более подробные разъяснения по этому поводу.

Эти дни, с тех пор как я писал в последний раз, прошли очень однообразно и за большой работой. Погода неприятная, и май со своим снегом — печальное явление. Если бы только не так много всего замерзло! Вероятно, будет небогатый урожай фруктов и вина.

Кстати, мне еще есть что рассказать; я, кажется, уже сообщал вам, что мы (а именно хор) пели на свадьбе Мари Егер и молодого Швиммера в церкви. Поэтому в прошлую среду вечером хор был приглашен к Егерам. Были пунш и блины. Еды было невероятно много.

Между делом пели песни, произносили тосты, короче говоря, было очень весело, и все были в отличном настроении. Неизбежным следствием было то, что на следующий день я был немного уставшим, ведь при подъеме в 5 часов нельзя как следует выспаться.

Вильгельм и Густав тоже еще не написали; я также с нетерпением жду их писем.

В Пфорте по-настоящему разразилась корь. Двое, говорят, очень опасно больны, особенно один, у которого к тому же началась нервная горячка.

Один также сломал ногу на гимнастике; но это ничего особенного.

Я же со своей стороны, не считая некоторой охриплости и не прекращающегося насморка, чувствую себя вполне хорошо и желаю, чтобы и вы чувствовали себя хорошо. Передавай Лизбет много приветов от меня! Я с нетерпением жду следующего воскресенья, хотя еще не знаю, где мы встретимся.

Твой Фриц

Субб.

Я получил посылку, письмо и все остальное в целости и сохранности и очень благодарю за это. Только чулки мне необходимы, и лента для часов.

Мне также нужно сообщить кое-что печальное. Больной корью Пишель II умер вчера в 5 часов вечера, так как корь перекинулась на внутренние органы. Это очень печально, и в Пфорте стало по-настоящему жутко. Родители других больных корью, должно быть, теперь очень боятся.

Итак, завтра, надеюсь, увидимся в Альмрихе!

Много приветов!
Твой Фриц.

234. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 6. Mai 1861>

Дорогая мама!

Сегодня утром, дорогая мама, лишь несколько слов. Вчера, несмотря на ветер и дождь, было очень мило; мы прекрасно побеседовали, я вернулся обратно без дождя и переоделся. Я чувствую себя вполне хорошо. Но у меня сегодня есть просьба: пришли мне, пожалуйста, книгу из книжного шкафа, которая, вероятно, стоит в одном из трех верхних рядов, она довольно тонкая, в сером мраморном переплете. В ней содержится руководство по переводу Корнелия Непота на греческий язык. Она нужна мне уже завтра (во вторник), поэтому, пожалуйста, пришли её мне вместе с резиновым шнурком. Больше мне нечего тебе сообщить, кроме того, что я очень жду школьного праздника и Троицы. Я уже составляю свой план поездки на каникулы в собачьи дни. Передавай Лизбет большой привет, до счастливой встречи в следующий четверг (с 4 до 6) в Альмрихе!

Твой Фриц

P.S. Как там на самом деле обстоят дела с вашей поездкой в Плауэн? В этом месяце вы, вероятно, останетесь там до Троицы; а потом уедете?

Не могу ли я остаться в Наумбурге на первые дни собачьих каникул, затем с 6 по 15 число — в Мазниц, с 15 по 30 — в Плауэн и Фихтельгебирге, а с 31 июля по 4 августа снова в Наумбурге? — Я также готов задержаться подольше в Галле и Лейпциге на обратном пути.

235. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1861>

Дорогая мама!

Это письмо, вероятно, застанет тебя, когда милые гости уже уедут; в прошлое воскресенье было очень хорошо, и ты даже не представляешь, как я жду праздника Пятидесятницы. Итак, в воскресенье, в первый день Пятидесятницы, мы не увидимся; не пришлешь ли ты ко мне моих друзей, чтобы я мог немного прогуляться с ними? Скажи им, однако, чтобы они были в Пфорте к 3 часам и пришли сверху через лес (ты ведь знаешь мой обычный путь). Поскольку наша прогулка продлится дольше обычного, ты могла бы дать им с собой пару свертков бутербродов с маслом, чтобы нам было чем подкрепиться. — Во второй день праздника я приду к обеду, то есть, заметь, голодным. Если погода будет не плохой и не слишком жаркой, мы сможем устроить небольшую прогулку после обеда. — Пришли мне, пожалуйста, на днях мой ящик с необходимым бельем, особенно полотенца, хлопчатобумажные чулки; ведь в такую жаркую погоду мне приходится часто переодеваться. Нельзя ли мне в эту среду заказать пару белых брюк? Я больше не могу выносить эти жаркие, теплые суконные штаны. Для поездки мне нужно что-то легкое. Может быть, они будут готовы к школьному празднику. — А теперь передавай большой привет Лизбет; я очень жду нашей встречи!

Твой Фриц

Почтовую бумагу и книги не забыть

236. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 17. 5. 61

Ницше просит любезного разрешения приобрести соломенный тюфяк.

237. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. Mai 1861>

Дорогая мама!

Ты можешь себе представить, что я сегодня утром часто вспоминал Наумбург и проведенные там каникулы. Мы ведь очень приятно провели эти дни вместе, и мне хотелось бы только, чтобы они длились дольше. — Я вчера вечером приехал в Пфорту под проливным дождем, к тому же в конце пути из-за слишком сильного ветра не мог больше раскрыть зонт. Я прибыл как раз вовремя и по дороге не уснул. Ночью я очень хорошо отдохнул. Сегодня опять довольно печальная погода, если бы только завтра было приятнее! Я сегодня сильно охрип; не принесешь ли ты мне завтра в Пфорту пару яиц? Я посылаю вам сегодня грязное белье вместе с брюками, которые я больше не могу носить, если ты их разок как следует не починишь и не почистишь. — Пришлите же мне ящик поскорее обратно с указанными нотами, бельем и т. д. Ну, будь здорова, дорогая мама, большой привет Лизбет!

Твой ФВН.

238. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 23/5 61.

Ницше покорнейше просит 5 сг б<is> на школьный праздник.

239. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 24. Mai 1861>

Дорогая мама!

Я должен сегодня же утром узнать, как вы вчера добрались. Дождь был, конечно, очень неприятен, особенно учитывая, что Лизбет была так разгорячена. В общем, из-за дождя почти всё вчера было сокращено. — Вы сильно промокли? Не удалось ли вам снова уехать, как тогда из Альмриха? — Шляпу я, так как профессора Буддензига и вообще никого не было дома, продержал ночь у себя в шкафу, но сегодня утром сразу же отнёс её обратно. Мы сегодня все немного устали и чувствуем себя вялыми, так как встаём в 5 часов. Но так бывает всегда после такого дня. Итак, в четверг, если будет хорошая погода, увидимся на Кнабенберге. Если же будет дождь, то, конечно, в воскресенье в Альмрихе. Ещё раз с пожеланием, чтобы вы хорошо добрались,

остаюсь
Ваш Ф. В. Ницше

240. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 30. Mai 1861>

Дорогая мама!

Сегодня лишь несколько слов. Как же хорошо, что мы еще виделись в прошлое воскресенье. О дне в горах я пока ничего определенного не знаю. Школьный советник доставляет много хлопот, и у меня дел больше, чем когда-либо. Как насчет следующего воскресенья? В такую жару я не могу пойти в Наумбург. Я посылаю ящик с бельем. Пришли его мне завтра обратно ради дня в горах. Много-много приветов Лизбет!

Твой Фриц.

241. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 30. 5. 61.

Ницше покорнейше просит 5 срг. на день в горах.

242. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 2. Juni 1861>

Дорогая мама!

Как же досадно, что этот злосчастный ливень так разрушил нашу договорённость; я так радовался предстоящей прогулке. Видимо, придётся нам утешиться воскресеньем, когда мы, надеюсь, увидимся в Альмрихе. В прошлое воскресенье тебя также хотели навестить обе Брауне, но не застали тебя дома.

Ты даже не представляешь, как я жду собачьих дней. Осталось ещё 25 дней, и наступит это чудесное время. Только приготовьте мне снова комнатку, первые 8 дней она ведь всё равно не будет сдана. Я намерен в те дни, что буду в Наумбурге, организовать свои занятия и развлечения по определённому плану. В комнате так приятно прохладно; стол, стул и книжный шкаф — вот и вся мебель, на окно — несколько цветов для запаха, кувшин воды для освежения, мои часы, стопки бумаг и нот и т. д.; таким я представляю себе своё прекрасное пребывание. Если только у меня будет достаточно денег, я хочу также развлечься поездками, хотя и отказался от мысли о Плауэне. В Галле и Лейпциг я намерен поехать, ну, и в Горенцен, если там все снова здоровы, очень охотно. — В любом случае, за каникулы должно произойти много всего, в том числе двухдневный пеший поход с Вильгельмом без определённой цели; это будет нечто великолепное!!.

Ну, довольно о каникулах. Пришли мне, пожалуйста, поскорее ящик с белыми брюками, они мне очень нужны. В прошлую пятницу мы ходили купаться; вода была чудесная. Не можешь ли ты прислать мне что-нибудь съедобное, например, какой-нибудь пирожок? У меня сильный аппетит, а сейчас совсем ничего нет, даже фруктов. Ну, живи хорошо! Большой привет Лизбет!

Твой ФВН.

243. An Robert Buddensieg in Pforta (Formular)

Pforte, <kurz von dem 5. Juni 1861>

Аль. Ницше просит разрешения выписать следующие книги:

1 Саллюстий, ред. Дич (тойбнеровское издание)

244. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte. 5. 6. 61.

Ницше просит любезного разрешения переплести Саллюстия.

245. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1861>

Дорогая мама!

Сегодня я хочу написать тебе немного подробнее, чем в прошлый раз, когда всё было в страшной спешке. Прежде всего, хочу сразу упомянуть, что мне ещё нужно: полотенца, которых мне теперь при ежедневных купаниях требуется больше, сапоги, так как мои другие тоже порвались, мыло, рубашка и манишка, салфетка и т. д. До наступления собачьих дней мне нужно заказать ещё пару сапог, а также летний пиджак, так как чёрные тяжёлые суконные вещи слишком жаркие. Лучше всего, пожалуй, какой-нибудь совсем тонкий дорожный плащ, который не стесняет движений.

Как, кстати, будет с поездками, мне пока совсем не ясно. В конце концов, я, вероятно, останусь дома. Первую неделю я в любом случае останусь здесь, потому что хочу много работать во время каникул. Я всегда радуюсь, когда думаю о своей комнатке; сделайте только, чтобы это стало правдой! Осталось ещё 15 дней; уже царит всеобщее ожидание, но у меня сейчас очень, очень много дел. Неужели ещё нет вишни? В этот раз она поспевает ужасно поздно. Как будет в следующее воскресенье? Идти в Наумбург в такую жаркую погоду невозможно, может, встретимся хотя бы в лесу Пфорты или где-нибудь поблизости? Напиши мне об этом, дорогая мама! — Если бы только собачьи дни не были такими жаркими! Я хочу вставать сказочно рано и гулять на свежем воздухе или работать, это должно быть прекрасно! Вечером я всегда буду ходить купаться. Мы будем совершать прекрасные прогулки вместе, и даже если я больше никуда не поеду, я всё равно снова отправлюсь в Горенцен. Пожалуйста, напиши мне свои мысли о поездке в Плауэн! Может быть, мы совершим её вместе. — А теперь прощай, передавай Лизбет много приветов, пришлите мне её портрет, пришлите ящик с бельём, может быть, ещё что-нибудь, пишите очень подробно и часто думайте о

вашем Ф.В.
который сказочно радуется каникулам!

246. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. oder 24. Juni 1861>Montag, Mittag um 2 ¾ Uhr.

Дорогая тётушка!

При таких проливных дождях мне кажется крайне сомнительным, что я увижусь с тобой, дорогая тётушка, ещё раз до твоего отъезда в Плауэн. Мне было бы очень жаль, так как я не могу надеяться встретить тебя в Плауэне во время каникул в собачьи дни; ибо, как сказала мне вчера мама, из моей поездки в Плауэн, вероятно, ничего не выйдет. Поэтому я прежде всего желаю тебе спокойного и приятного путешествия, хорошей погоды и приятных попутчиков. Пусть в Плауэне ты встретишь всех дорогих родственников здоровыми и весёлыми, и сама насладишься их обществом и очаровательной природой. Прошу тебя передать сердечный привет дорогим тётушкам, а также тёте Иде и всем остальным дорогим родственникам, и заверить их, что я очень стремился когда-нибудь поехать в Плауэн. Если ты будешь хорошо развлекаться в прекрасных окрестностях и в Трибеле, то вспоминай обо мне, дорогая тётушка! Я бы так хотел побродить там вместе с тобой и посетить дорогие знакомые места. Если тебе будет возможно, передай многократный привет Фихтельгебирге и Богемии от меня!

Время поджимает! Надеюсь, что

погода снова станет хорошей!

Но не оставайся слишком долго в Плауэне, дорогая тётушка, а всегда помни о том, как радуется твоему возвращению

Твой сердечно любящий тебя
Ф. В. Ницше

247. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 6. 61.

Ницше покорнейше просит 19 ½ серебряных грошей за аренду фортепиано.

248. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 6. 61.

Ницше просит любезного разрешения установить планку для стула.

249. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 20. 6. 61.

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше.

250. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 6. 61.

Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу из б<елой> бумаги и коллектанеум.

251. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 6. 61.

Ницше покорнейше просит 5 срг. на поездку певцов.

252. An G. Krug und W.Pinder in Naumburg (Briefdisposition)

<Pforta vermutlich 3. August 1861>

Конец отпуска.

Нюрнберг.

Боль — это...

Вставай.

Посылка. Переплётчик.

Гёльдерлин.

Что у вас завтра?

Пропустил праздник основания.

Пишите скорее.

253. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta 5. August 1861>

Милая мамочка!

Сейчас понедельник, V4, 6 часов утра; впервые снова встал в 5! — Я еще совсем не привык и слишком часто думаю о прошедших днях, в остальном же чувствую себя вполне хорошо.

Я благодарю тебя, дорогая мама, еще много раз за все радости и удовольствия, которые ты доставила мне за долгие каникулы. Как часто я мысленно еще с вами, как часто также в своей комнатке; ведь все было так мило и уютно!

Я передал госпоже проф. Буддензиг твои приветы и пожелания; сейчас дело должно идти немного лучше; что это за болезнь на самом деле, не знают точно ни здесь, ни в Наумбурге. Во всяком случае, ревматизм. —

Мне еще не хватает моих домашних туфель и мыла. У нас здесь много дел, и приходится порядочно работать. Ты можешь себе представить, что это дается нелегко, когда так долго были каникулы. — Передавай Лизбет от меня большой привет, она ведь хочет написать мне длинное письмо! Правда? Будь здорова!

Твой Фриц

P.S. Мне очень нужен маленький стаканчик для питья

254. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

Pforta, kurz nach dem 5. August 1861>

Доброе утро, дорогая мама и Лизбет! Я посылаю вам ящик с бельем. Обязательно пришлите мне побольше носовых платков! Пожалуйста, позаботьтесь о нотной тетради и сером пакете для Вильгельма, но обязательно в эти дни; вручите и то, и другое только Вильгельму или Густаву, но никому другому. — Напишите мне тоже, дорогая мама, может быть, и Лизбет! Я очень этого жду!

Ваш, сердечно вас
Любящий Фриц

Присланные брюки порваны на заднице. Обязательно пришлите их мне поскорее.

Нет ли у тебя какой-нибудь причины освободить меня в воскресенье? Было бы очень мило, если бы мы могли подольше побыть вместе.

Обязательно пришлите мне с ними цепочку для часов, свою золотую я принесу в воскресенье.

255. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte August 1861>

В воскресенье было очень мило.

12 ½ дня, 28 градусов по Реомюру.

Дорогая мама.

Я только что получил ящик вместе с твоим милым письмом; жара невыносимая, около 26 градусов в тени, как минимум. И, по-видимому, сегодня еще будет гроза.

Это ужасно, я почти зажариваюсь в своих суконных вещах. Пришли мне белые брюки, как только это будет возможно. Иначе здесь можно умереть.

От Вильгельма я вчера получил огромное письмо из Тегернзее, чему я был очень рад; они вернутся еще на этой неделе. Мое письмо Лизбет пусть передаст Вильгельму вместе с указанным пакетом.

Вчера у меня полчаса был господин пастор Шенк; он передает большой привет.

Профессору Буддензигу немного лучше, чем в воскресенье. — Больше я при всем желании написать не могу. Я очень жду каких-нибудь освежающих напитков, потому что жара просто ужасная.

Много приветов Эли!

Твой Фриц.

256. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. August 1861>

Дорогая мама.

Сегодня я еще не могу послать тебе белые брюки; еще слишком тепло. Я отправлю их примерно в среду в отдельной коробке. —

Вчера было чудесно; я был очень удивлен, увидев и поговорив с таким количеством родственников и знакомых. Это была действительно странная встреча. —

За вишневый пирог очень благодарю; он был очень вкусным.—

Проф. Буддензиг ночью спал немного лучше; сегодня до полудня было хуже, чем когда-либо; Рудольф сказал мне в 7 часов, что не знает, жив ли он еще; доктор сказал, что дело обстоит очень плохо. — До 2 часов дня еще ничего не решилось. — Это очень печально!

Будь здорова, пиши мне поскорее! Я все же думаю, что еще раз увижу Кремера. Большой привет Лизбет!

Твой Фриц.

257. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. August 1861>

✝

Милая мама!

Г-н профессор Буддензиг умер! Он скончался сегодня ночью в два часа.

О, ты даже не представляешь, как мне грустно! Мы все его так сильно любили; мы все необычайно потрясены; повсюду стоит мертвая тишина.

Мы точно знали вчера, что он не переживет эту ночь. Доктор предсказал это. Подробностей о его кончине я совсем не знаю; да и спрашивать нельзя. О, это слишком больно! Но — что Бог делает, то делается к лучшему! —

— Вы ведь, конечно, приедете на его похороны; мне теперь нужен новый наставник, и я сегодня или завтра обращусь по этому поводу к г-ну Д. Хайнзе. Если ты согласна с этим или имеешь что-то против, то напиши мне как можно скорее. Иначе мы опоздаем; у Хайнзе будет много новых рекомендаций. Не хочешь ли ты тоже написать ему? — Живите хорошо и плачьте вместе со мной, милая мама и Лизбет!

Твой глубоко опечаленный Фриц

(Обязательно пришлите мне белое белье на похороны.)

✝

Только что я узнал, что старый комиссионный советник Тайхман вчера умер в Козене. Мне это тоже от всего сердца жаль; он ведь был так дружен с профессором Буддензигом.

Кстати, говорят, что у дорогого г-на профессора был очень тяжелый конец и он два часа находился в предсмертной агонии. —

Сегодня абитуриенты пишут

258. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 21. August 1861>

Дорогой Вильгельм!

Приношу свою глубочайшую благодарность за твое милое, подробное и интересное письмо из Тегернзее; поистине, ты совершил прекрасное путешествие и, когда я пишу это, вы, должно быть, уже благополучно вернулись домой. Возможно, ты уже читал мое письмо от 3 августа, а может быть, твое настроение сейчас такое же, какое было у меня в конце каникул. С возвращением, я очень по тебе скучал. —

Но как же ты был поражен, когда услышал о невосполнимой утрате, которую мы понесли в эти дни, о том, что наш дорогой профессор Буддензиг скончался после мучительных страданий. Ты можешь понять, как больно и глубоко это меня задело; ведь ты тоже знал и любил его, этого дорогого, выдающегося человека. Невозможно ли, чтобы ты, дорогой Вильгельм, вместе со своим любящим отцом и Густавом приехали на похороны? Они состоятся в четверг рано утром в 8 часов.

Я потерял своего наставника и поэтому попросил рекомендации у Хайнзе. Бедный человек тоже очень опечален, так как он был в такой дружбе с профессором Буддензигом.

При встрече я расскажу тебе больше о кончине и болезни господина профессора, которую в конце концов определили как тиф. А пока прощай, пиши мне скорее! Надеюсь, увидимся в четверг утром!

Твой Фриц

Передавай от меня большой привет Густаву!

S.N.M.A.!

259. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. August 1861>

Дорогая мама.

То, что я сегодня не смог приехать, объясняется общей коэтус-диспенсацией, причины которой описывать в письме скучно. Достаточно того, что, к сожалению, я не смог приехать! Можете себе представить, как сильно я хотел увидеть вас и дорогого дядю. В следующий четверг должен быть горный день, если будет хорошая погода. Вы ведь наверняка приедете.

Госпожа профессор Буддензиг настоятельно просит тебя навестить её в ближайшие дни. Сделай это как можно скорее; бедная женщина очень плакала, когда говорила мне об этом.

В четверг в 6 часов мы были в Козене, похороны были очень красивыми и торжественными, но по-настоящему успокаивающими и облегчающими утреннюю боль. Кроме пастора Бартольда, говорил пастор Шмидер, старец, бывший воспитанник Тайхмана и наставник профессора Буддензига.

В тот же вечер было «Ecce» для профессора Буддензига, которое проводил господин ректор, в субботу вечером — для Тайхмана, которое проводил профессор Кейль. —

Прилагается письмо к Венцелю, подпишите его и отправьте. —

Мои брюки следуют; я ведь, наверное, получу их к четвергу. —

Как дела у Вильгельма и Густава? Они мне еще совсем не писали. —

Как там насчет вашей поездки? Получится ли из этого что-нибудь? Мне кажется, что нет. —

Пишите и присылайте мне что-нибудь почаще! Я почти ничего от вас не получаю, а я так радуюсь каждому письму. Не хочет ли дядя приехать хоть немного? Например, во вторник после обеда с 5 до 7, у меня тогда свободное время.

В остальном всегда много дел; через три недели экзамен; примерно через 5 я буду в обер-секунде. Большой привет Лизбет и дяде!

Твой Фриц.

Прилагаются 2 полотенца, б<елые> брюки, письмо.

260. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. 8. 61

Ницше просит любезного разрешения наточить нож.

261. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 26. 8. 61.

Ницше просит разрешения

приобрести держатель для стального пера

и дюжину стальных перьев.

приобрести.

262. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf d. 29/8. 61

Ницше просит 5 сг. горных денег.

263. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 1. 9. 61.

Ницше покорнейше просит о 1 серебряном гроше 3 пфеннигах на расходы по погребению.

264. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang September 1861>

Дорогая мама!

Сердечно благодарю тебя, дорогая мама, за ящик, письмо и пирог; я всё получил в целости; пирог мне очень понравился. У нас всё это время было много дел; в четверг и пятницу экзамены на аттестат зрелости; в пятницу Брауне, вероятно, сообщит вам результат. Итак, в воскресенье увидимся в Альмрихе. Я очень этому рад, лишь бы погода оставалась хорошей. Стоит ужасная духота. — Сегодня посылаю вам 1 порцию грязного белья; я рад, что снова получил свои белые брюки, так как сейчас очень жарко. —

Также благодарю Лизбет за её письмо. Я тоже хочу ей как-нибудь написать. Чувствую себя вполне хорошо и только желаю, чтобы уже наступили Михайловы дни. Скоро нужно будет подумать и о дне рождения. Всего вам доброго! Пишите мне поскорее!

Твой Фриц.

265. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pforte. 6. 9. 61.

Ницше просит любезного разрешения сделать планку для стула.

266. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 7. September 1861>

Дорогая мама!

Я хотел лишь попросить вас привезти мне завтра в Альмрих мой альбом, так как я должен отдать его Брауне для записи. В любом случае, мы увидимся там; я очень этому рад. То, что Брауне сдал экзамен, — это очень хорошо; значит, он сам был в Наумбурге. О неприятности Кёлера ты, должно быть, тоже слышала. Следующая неделя — ещё одна тяжёлая учебная неделя, а потом наступит время экзаменов. —

А теперь прощай! С наилучшими пожеланиями!

До свидания!
Твой Фриц

267. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 8. 9. 61.

Ницше просит любезного разрешения переплести том Цицерона и приобрести дюжину стальных перьев.

268. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 11. 9. 61

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

269. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforta. 11. 9. 61.

Ницше покорнейше просит

1 талер 20 серебряных грошей за Фукидида, изд. Крюгера

10 серебряных грошей за Геродота.

270. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 12. 9. <1861>

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг на панораму.

271. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 15. 9. 61.

Ницше покорнейше просит 18 срг. за аренду фортепиано.

272. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte September 1861>

Дорогая мама!

Я сейчас в самом разгаре экзаменационных работ и очень прошу тебя прислать мне завтра «Мазиуса», немецкую хрестоматию. Только не позже, так как завтра вечером нашу немецкую работу уже нужно сдать. Я очень рад, что Лизбет приедет в Пфорту. Где мы увидимся в следующее воскресенье? В прошлое воскресенье было очень мило, но мы почти не поговорили. — Сегодня я отправляю грязное белье, что у меня есть, пришли мне с ним полотенца, может быть, еще сливы, которые сейчас для вас наверняка совсем дешевы; я был бы очень рад, если бы получил от тебя посылку. — Скорее бы уже наступил Михайлов день! Но до него еще долгое, скучное время.

Ну, всего вам хорошего! Передавай большой привет Лизбет.

Твой ФВН.

Белье будет отправлено только завтра, так как мне помешали его упаковать.

273. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 25. 9. 61.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

274. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pf. 26. 9. 61.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

275. An Max Heime in Pforta (Zettel)

Pf d. 27/9 61

Ницше покорнейше просит 2 ½ сгр. на прогулку.

276. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte 27. 9. 61.

Г-на доктора Хайнце покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше

277. An Max Heinze in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 28. 9. 61.

Ницше покорнейше просит 10 серебряных грошей на отпускные.

278. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende September 1861>

Дорогая мама!

Я очень рад, что теперь весь мой экзамен благополучно позади. Теперь почти всё закончилось: завтра оценки, в субботу перевод в следующий класс. — Как вы вчера добрались обратно, я ещё ничего об этом не слышал. Надеюсь, поездка пошла тебе на пользу? Жаль, что мы не смогли толком поговорить из-за того, что помешал дождь. Итак, в следующую среду я приеду в Наумбург; жди меня к часу дня. Там я принесу вам и свой список пожеланий. Я очень рад, что снова одолел ещё один класс. Это действительно немалое дело.

Лизбет, кажется, тоже хочет написать. А теперь прощай, дорогая мама, и не чувствуй себя такой одинокой, когда мы уедем!

Твой ФВН.

279. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende September—Anfang Oktober 1861>

Дорогая мама!

Я вчера был невероятно рад твоей посылке, дорогая мама, в которой я нашел всё, что ожидал, и даже больше, чем ожидал. Сердечное спасибо за прекрасное печенье и множество слив, которые действительно очень хороши. Я намерен поблагодарить вас за всё лично в следующую среду, когда после обеда и до трех часов будет большая прогулка. Но нам нужно увидеться дома, так как мне нужно забрать с собой несколько книг.

Маленький итальянец кажется мне очень практично устроенным. У Лизбет не появилось желания тоже заняться итальянским?

Я хочу сразу написать вам и о своих пожеланиях; они, право, невелики, и, строго говоря, это всего лишь одно главное желание; а именно:

Р. Шуман соч. 98 Реквием по Миньоне

в клавире издательства Breitkopf und Härtel

Цена 1 талер 5 серебряных грошей без скидки.

(то есть около 25 серебряных грошей).

Кроме того, я хочу, чтобы были переплетены две нотные тетради, которые я укажу вам в следующую среду. С заказом первого желания медлить не стоит, так как Домрих очень занудный. Я кладу эти два желания к вашим ногам и ожидаю, или, вернее, надеюсь, что ты их не отвергнешь. Правда ведь, дорогая мама, это не слишком много? От своего первого желания, о котором я говорил тебе недавно в Заальхойзере, я отказался, так как оно слишком дорогостоящее. Но эти два — ну, я надеюсь.

Кстати говоря, теперь я ученик обер-секунды; сообщаю тебе здесь свои оценки; они удивительно хороши

Религия 
2 a

Латынь 
1

Греческий 
2 a

Математика 
2 b

Иврит 
2 b

История 
2 a

Французский 
2 a

Немецкий 
2 a

Усердие 
1 a

Поведение 
1

Этим ты действительно можешь быть довольна.

А теперь прощай, дорогая мама, еще раз большое спасибо

от твоего
Фрица.

Лизбет большой привет!

Письма я в ящичке не нашел. Было ли оно там? Кажется, нет. Хотя, я только что его нашел. Благодарю тебя за него премного.

280. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 7.—10. Oktober 1861>

Дорогая мама.

Вот я и вернулся в привычную колею учебных недель; но я всё ещё часто вспоминаю чудесные дни, проведённые в Наумбурге. Я совершенно здоров и надеюсь, что вы тоже. Итак, вчера дядя Теобальд был у вас; я тоже поговорил с ним полчасика. Напишите мне, пожалуйста, как вы поживаете. Я уже каждый день жду письма. Упомяни также, что ты разрешаешь мне 5 серебряных грошей на карманные расходы, чтобы я мог показать это место Хайнзе, если ты не хочешь писать ему об этом в письме. Итак, в воскресенье мы не увидимся, но надеюсь встретиться в пятницу через неделю на праздновании коронации. Но у меня больше нет времени! Будьте здоровы! Привет Лизе!

Твой Фриц.

Мне срочно нужны, как можно скорее, синие большие и маленькие тетради, большие не более четырёх листов, маленькие не более двух. Кроме того, одна большая тетрадь примерно на 10 листов.

Итак, 6 больших по 4, 1 большая по 10

2 маленькие по 2

Пришлите мне камеру-обскуру, сапоги

281. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 12. Oktober 1861>

Дорогая мама.

Благодарю тебя за хоть и немного короткое письмо; всё же это не очень удобная затея — присылать ящик по субботам, ведь из-за этого письма получаются очень короткими. Тетради мне крайне необходимы, пришли их мне, пожалуйста, до вторника, ящик тебе для этого вовсе не нужен. Как дела с карманными деньгами? Ты мне совсем не ответила. — Кстати, я теперь снова пишу гусиными перьями; это самое удобное, и я уже полностью к ним привык; ты могла бы прислать мне несколько штук. —

Завтра я, как ты знаешь, иду к святому причастию и поэтому не смогу вас увидеть, как бы мне этого ни хотелось. Но вот прекрасная, долгожданная пятница уже скоро наступит. Ящик мне не нужно присылать тебе раньше четверга, ведь он тебе, вероятно, понадобится не раньше, чем через неделю. Кстати, я невероятно радуюсь пятнице; мы ведь увидимся у нас дома, или вы хотите прийти к тётушкам? Больше всего мне хотелось бы дома. — Если бы я увидел дядю Оскара, я был бы очень рад; его каникулы тоже закончатся через пару недель. Раз уж ты едешь в Машниц, передавай там от моего имени самые тёплые приветы и поздравления; мне очень жаль, что я не могу поехать с вами. Также передавай сердечный привет всем остальным дорогим родственникам; было бы так здорово, если бы я и Лизбет тоже могли поехать. — Может быть, ты сможешь привезти мне моего «Дон Жуана», если это возможно. — Кстати, ты написала Максу Хайнзе? Это было бы, пожалуй, желательно. А теперь ещё одно особое поручение для Лизбет, которое, однако, не терпит отлагательств. Мне для сочинения по немецкому языку о Гёльдерлине крайне необходима его биография, она лежит в моём книжном шкафу. Камеру-обскуру вы мне тоже не прислали. Всё это я ожидаю самое позднее во вторник, когда, кстати, я решительно не хочу никаких поздравлений, даже ни слова. Ведь мой день рождения только в пятницу. Впрочем, пора заканчивать; у меня всё хорошо, пусть и у вас всегда будет так же. Значит, всё ещё нет улучшений? Это плохо. Передавай дяде большой привет от меня, Лизбет тоже, которая, возможно, позаботится о том, что мне нужно, во вторник.

Живите хорошо!

Ваш Фриц.

Ящик немного повреждён, ты это заметишь.

282. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Oktober 1861>

Дорогая мама.

Завтра я никак не смогу выбраться, так как весь день будут празднества. Обед будет, вероятно, только в час, при хорошей погоде (потому что сегодня вид очень сомнительный) у меня будет прогулка примерно с половины второго до четырех, так что, если у вас нет более важных дел, можете ждать меня там. В четыре часа показательные выступления по гимнастике, мучение животных, затем костер на горе и фейерверк, а вечером бал для старшеклассников. — Кстати, благодарю Лизбет за письмо и за быстрое выполнение моих пожеланий, а также за вложенные сладости, которые хоть немного напомнили мне о дне рождения короля. У нас как раз был очень плохой и трудный учебный день. — Кстати, мне все еще не хватает первого тома «Жизни Гёльдерлина», я хочу забрать его завтра. — Сегодня отправляю короб<ку> с грязным бельем. Вчера я отправил обратно ящик и шкатулку. Ну, будьте здоровы, до завтра, до свидания, я надеюсь также встретить тетю Розали.

Ваш Фриц.

Содержимое коробки.

б<елые> брюки

3 носовых платка

2 полотенца

1 салфетка.

1 манишка.

283. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 21. Oktober 1861>

Дорогая мама.

Было очень приятно, что мы вчера еще немного увиделись. Ведь в прошлую пятницу мы почти не поговорили. Итак, пришли мне очки, сапоги, а два талера от тети прибереги для меня, но полностью в мое распоряжение, как они мне были подарены. На Рождество я попрошу их у тебя самое позднее, так как до тех пор хочу приобрести себе одну работу. Третий талер от бабушки тоже прибереги, если не хочешь мне его присылать. —

18 октября я как никогда тосковал по тому, чтобы провести уютный день в вашем кругу, и чувствовал себя очень неуютно в Пфорте. Показательные выступления ужасно скучные, на горе фейерверк и огонь — немного меньше, но потом снова весь вечер! Это ужасно. — Твой подарок, дорогая мама, меня необычайно радует; вам, вероятно, тоже понравится, когда я вам его сыграю. Пирог и виноград — все очень деликатно. Ты, может быть, привезла мне «Дон Жуана»? Я забыл спросить об этом на днях. Кстати, благодаря красивым фотографиям мне пришло в голову пожелать себе еще несколько на Рождество; появилось много снимков великих людей современности. — Ну, живите хорошо, пишите мне поскорее. Как сегодня тетя? (Понедельник утром)

Твой Фриц

Пожалуйста, отправьте письмо и все приложенное Вильгельму.

Только не потеряйте письмо, оно важное.

284. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 28. Oktober 1861>

Дорогая мама.

К сожалению, я должен сообщить вам неприятное известие, что сегодня я снова был вынужден отправиться в лазарет. У меня заметно участился пульс, распухла шея и болит затылок. К тому же ужасный озноб. Всё как в тумане. В общем, состояние действительно похоже на прошлогоднее, когда начинались головные боли. Поэтому я счел своим долгом сообщить об этом доктору, который посоветовал мне прийти. Я собираюсь лечь в постель. Пришли мне как можно скорее пододеяльник, белую рубашку, шерстяные чулки и деньги, которые мне здесь очень нужны. Лизбет приложит мне «Муретуса». Ну, будь здорова, надеюсь, скоро станет лучше.

Твой Фриц.

285. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1861>

Мы ужасно долго не виделись и не переписывались: я ведь с понедельника по четверг был в лазарете, так как меня мучил кашель. Когда я в четверг вернулся и очень обрадовался, что смогу вас навестить, то, к моему большому огорчению, никого не оказалось дома. После этого я пошел к Густаву и Вильгельму, которые проводили меня до самого Пфорта. Вы ведь обязательно пришлете мне завтра ящик, не забудьте приложить пакет Вильгельма, очки и один талер на день рождения, который мне крайне необходим для покупки книги. Два других я хочу приберечь для поездки. Надеюсь, что мы увидимся в воскресенье в Альмрихе, чтобы мне не пришлось снова мчаться в Наумбург. Еще 7½ недель, и Рождество! Я ужасно этому радуюсь и снова как следует распланирую все каникулы. — Кстати, у нас теперь благодаря новому распорядку каждый день на час больше свободного времени от школьного сада с 4 до 5. Больше мне вам нечего писать, но я очень жду воскресенья в Альмрихе! Как дела у тети? — Прощайте!

Ваш Фриц.

Прогулка ¼3—¼5

Брайтхаупт придет.

286. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. November 1861>

Я сердечно благодарю вас за то, что вы немедленно выслали мне книги. Также было очень приятно, что мы всё-таки увиделись в воскресенье, особенно учитывая, что следующая встреча возможна только через неделю. Кажется, становится очень холодно, окна замерзли. Я невероятно жду Рождества, это будет чудесно. Я уже многое запланировал на этот счет и думаю многого достичь в своей теплой комнатке — конечно, я уже много размышлял о рождественских подарках и почти определился. А чего хочет Лизбет? Я мог бы предложить ей несколько интересных книг. Я напишу ей в ближайшее время. Что подарить вам, я даже не знаю; но если у вас нет пожеланий, то вы ничего и не получите. Что я могу вам подарить: что-то сочиненное, нарисованное, написанное в стихах? Кстати, у профессора Бухбиндера этой ночью родилась маленькая дочка.

Больше ничего нового.

Твой Ф.В.

287. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 26. November 1861>

Дорогая мама

Сегодня моя очередь сообщить печальное известие. Только что, во вторник вечером в шесть часов, скончался ученик старшего класса и мой товарищ по порядку Вильгельм Петер, сын ректора. Ты едва ли можешь представить себе быстро<те>чность его болезни. Еще вчера он серьезно заболел, а уже после обеда того же дня был признан врачом безнадежным, тем не менее он прожил еще целый день в постоянном бреду. Причина — простуда, болезнь — ревматическая лихорадка, которая сначала поразила почки, а затем сердце. Мы до сих пор не можем в это поверить, настолько неожиданно это произошло. Этот год действительно уже потребовал тяжелых жертв от Пфорты, что особенно проявилось на недавнем празднике поминовения усопших. Это очень печально!

Как вы там поживаете? Я бы очень хотел в следующее воскресенье провести у вас побольше времени и, в частности, уладить наши книжные дела у Домриха. Не могла бы ты написать мне письмо по какому-нибудь поводу? В следующее воскресенье — первое Адвента, чему я очень рад. Прекрасное рождественское время приближается. Возможно, я напишу Лизбет еще несколько слов специально о Рождестве. Кстати, на прошлом «Ecce» покойный Менцель также был <упомянут> как ушедший из жизни в этом году воспитанник Пфорты. Господин профессор Штайнхарт произнес очень красивую речь. Больше мне нечего писать, кроме того, что я ежедневно и ежечасно жду ящик с бельем. Будь здорова! Дорогая мама!

Твой Фриц

288. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1861>

от твоего брата Милая Лиза.

Так как я давно задолжал тебе письмо, я хочу написать тебе сейчас весьма обстоятельное, если только мое неуклюжее перо не помешает мне в этом. Я, вероятно, не смогу развлечь тебя ничем, кроме как — Рождеством. Ведь это сейчас наша любимая мысль, как и во все годы в это время. Представь себе теперь очень уютно один из моих первых вечеров на каникулах, как мы сидим в теплой комнате, с лампой или без, и перечисляем друг другу наши желания. Тем временем там, в другой комнате, мама и тетя Розалия готовят таинственные дела, и

— мы прислушиваемся,

когда они тайно обмениваются словами;

и необычный шорох,

то шепот, то треск

пробуждают в нас жажду чудес,

и призрачное плетение,

туда-сюда парение

заставляет нас трепетать

и т. д.

Я надеюсь, ты еще не настолько решительна в своих желаниях, чтобы я не мог сделать тебе хотя бы несколько предложений по существу. Я выписал довольно много желанных книг и нот и хочу кое-чем с тобой поделиться. Из последних, например, мне кажется очень подходящим для тебя произведение Шумана, того самого, который сочинил «Разбитое оконное стекло». А именно, это его самые красивые песни вообще; это «Любовь и жизнь женщины» на стихи Шамиссо, и стоит оно примерно 20 серебряных грошей. Текст также прекрасен. Из книг я могу сначала порекомендовать тебе два богословских труда, которые очень заинтересуют тебя и меня. Я сам слышал, как их хвалили из уст Венкеля, для тебя они наверняка значимы. Оба — Хазе, знаменитого профессора, живущего в Йене, которого я сам чуть было не послушал, он ведь самый остроумный защитник идеального рационализма. «Жизнь Иисуса» (1,6) — одна, и «История церкви» (2 ч. 6) — другая. Обе, или, вернее, каждая по отдельности, стоят примерно 1 талер 15 серебряных грошей. — Напиши мне, если хочешь получить специальный адрес. Или ты, может быть, хочешь пожелать себе английскую книгу? На твоем месте я бы определенно читал Байрона на английском, который стоит 1 талер 25 серебряных грошей. Я мог бы написать тебе еще разные книги, но теперь хочу сказать о своих желаниях. Что касается музыки, то я желаю «Рай и Пери» Шумана в переложении для фортепиано соло. Это нечто восхитительное для каждого, а значит, и для тебя. Затем «Поэтические произведения» Шелли в переводе Зейбта. Первое стоит около 2 талеров, если его достанет Густав. Второе — 1 талер 10 серебряных грошей. Я был бы необычайно рад, если бы получил и то, и другое, ведь это мои единственные желания. Кстати, мне пришло в голову кое-что, о чем я должен тебе рассказать. В воскресенье в обед я был приглашен на обед к доктору Хайнзе, где очень изысканно кормили и еще приятнее беседовали. Затем доктор Фолькман, новый учитель, готов давать частные уроки английского. Записалось множество желающих, но я думаю присоединиться только к Пасхе. В данный момент я изучаю итальянский частным образом. Латынь, греческий, иврит, где читается первая книга Моисея, немецкий, где читается «Песнь о Нибелунгах» на языке оригинала, французский, где в классе читается «Карл XII», а в кружке из трех человек, кроме меня, — «Аталия», итальянский, где в кружке читается Данте. Если этого пока недостаточно, то я не знаю, особенно учитывая, что на латыни одновременно читаются Вергилий, Ливий, Цицерон, Саллюстий, а на греческом — «Илиада», Лисий, Геродот. А теперь прощай и радуйся этому подозрительно длинному письму.

Твой Фриц.

До воскресенья, до встречи в Альмрихе

289. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1861>

Менцель, История последних сорока лет 1816—56.

2 тома

Штутгарт 1859 / 1 талер 28 серебряных грошей.

Барро, История французской революции 1789—99,

2 тома

Бранденбург 1859. / 1 талер 6 серебряных грошей.

И то и другое Берлин, Гзеллиус.

Милая Лизбет.

Таковы мои пожелания, которые с вчерашнего дня изменились настолько, что я вообще не желаю ничего музыкального. Однако эти исторические труды для меня чрезвычайно желанны, ты должна знать, что я сейчас очень интересуюсь историей. Кроме того, у меня нет никаких желаний; если ты хочешь мне что-то подарить, то подари мне кусочек помады для волос, которая была бы мне приятна для моих волос. То, что ты не желаешь, чтобы тебе подарили «Женскую любовь и жизнь», мне неприятно слышать, во-первых, потому что эта оппозиция исходит из уст, которые, как мне кажется, вообще не имеют суждения о такой красоте, а во-вторых, потому что я думал меньше о пении, чем об исполнении на инструменте. Для пения, конечно, сейчас для тебя это могло бы быть слишком сложно, по крайней мере, отдельные части. Если ты не желаешь, то я мог бы предложить тебе другие вещи Шуберта, например. Ты не радуешься до безумия Рождеству? Конечно, жаль, что я не могу пожелать ничего музыкального. Но на каникулах я перепишу себе побольше и потом сыграю вам. Так ведь гораздо дешевле. Мы хотим провести очень хорошие каникулы. Кстати, ты можешь оказать мне одну срочную услугу. Завтра мне совершенно обязательно нужен пододеяльник, пришли его мне в ящике, а также том «Всемирной истории» Беккера, который содержит Реформацию, и последний том новейшей истории того же сочинения. Пожалуйста, не забудь об этом! Больше мне нечего писать. Мой первый список пожеланий, таким образом, больше недействителен. Но не сообщай тетушкам о новом до четверга. При заказе обязательно обрати внимание на те же слова, что я записал. Живи очень хорошо! Передавай маме много приветов, когда она вернется.

Твой Фриц.

Снова передумал, но теперь окончательно. Я отбросил вышеуказанные пожелания и желаю себе

Арнд, История французской революции 1789—99.

6 томов. Брауншвейг. 1851. в переплете.

Берлин, Гзеллиус 3 талера.

больше ничего. Скажи это тетушкам.

290. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 5. Dezember 1861>

Дорогая мама!

или

Дорогая Лизбет!

кто из вас
письмо первым
прочтет.

Ты могла догадаться, что после стольких перемен в моих желаниях я мог еще раз передумать, так оно, в сущности, и вышло. Я снова вернулся к музыке, ибо не могу себе представить праздника без чего-то музыкального. Надеюсь, выбор удачный, в том числе и для тебя. Книга тоже в высшей степени интересная, возможно, и для тебя. С другой стороны, я запишу и то, и другое так, чтобы этот оторванный листок можно было показать книготорговцу. Изменения сейчас уже невозможны, хотя бы из-за нехватки времени. Мысль пришла ко мне ночью, ведь я очень сильно колебался. Желать себе труд о французской революции было, собственно, излишне, так как лучшие и самые дорогие книги есть в библиотеке. Также мне кажется, что я стал скромнее в своих желаниях, разумеется, не желая как-либо ограничивать благотворительность. Кстати, большое спасибо тебе, дорогая Лизбет, за то, что ты всё для меня правильно устроила, за яблоки тоже очень благодарю. Как же будет с воскресеньем в Альмрихе? Пожалуйста, привезите мне «Валленштейна» от тети Лины, нам нужно сделать характеристику Антонио Пикколомини из него. —

Суббота через две недели! Это восхитительная мысль! Вы не поверите, как я жду Рождества, прекрасного Рождества! Сейчас еще довольно много рабочих недель. Но потом! В субботу утром, как только будет возможно, я приеду, будет чудесно! Ведь правда, дядя Буркхардт с маленькими кузинами тоже будет там? Мама уже вернулась? Пишите мне поскорее!

Ваш Фриц.

Большая новость! Сегодня четверг, и завтра поэтому — будет пятница —

Мы ведь не уезжаем на Рождество? В прошлое воскресенье я был около 7 минут у Густава, который потом проводил меня до Пфорты. —

Простуды сейчас чрезвычайно часты. Лазарет переполнен, должны быть оборудованы новые помещения, Брайтхаупт тоже там. Я страдаю от охриплости и насморка. Рождество всё исправит!

Кстати, у меня есть еще одно желание, а именно какая-нибудь фотография живущего знаменитого человека, например, Листа или Вагнера, или фотография из шекспировского альбома знаменитого Каульбаха (например, к «Макбету»), одна штука стоит, правда, 27½ серебряных грошей. Это должно стать украшением моего альбома. Они большого формата.

Вы, во всяком случае, видите, что у меня самые разнообразные желания. Но вы должны мне тоже написать, чего желаете вы.

291. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Dezember 1861>

Как же было мило, что мы смогли вчера поговорить немного дольше. Я вернулся в Пфорту как раз вовремя; дорога была уже не такой грязной, как до полудня. Я посылаю вам, помимо кучи грязного белья, ещё и письмо, которое вы можете передать Вильгельму или Густаву. Время, кстати, тянется слишком медленно, со вчерашнего дня прошёл всего один день! Как же долго ещё до Рождества! У меня, кстати, появилась мысль, что мы могли бы во время каникул пригласить Вильгельма и Густава как-нибудь вечером на чай. Ты ведь позволишь? Касательно моих пожеланий, должен ещё упомянуть, что песни Миньоны, Арфиста и Филины — это соч. 98a, что не следует забывать при заказе. У меня сейчас есть вполне обоснованная надежда относительно моих желаний, и пусть она не будет напрасной. Первые 8 дней у меня будет ещё очень много дел, это мне совершенно ясно, если только я смогу каждое утро с 9:30 до 12 и после обеда с 1 до 3 быть один. — Неужели нам никто не подарит штоллен? — Есть ли у вас чернила, чтобы, когда я приеду, их не не хватало? Не можете ли вы привезти мне из Поблеса «Дон Жуана», у которого несчастье — его вечно забывают? В этот раз мы, кстати, хотим не спать в новогоднюю ночь и заранее ко всему подготовиться: мы можем читать пьесы, пить чай, сочинять стихи, бренчать на пианино в четыре руки и четыре ноги, танцевать вокруг наших пирамидальных погребальных венков с теми знаменитыми 1444 печеньями из одного яйца. Короче говоря, делать всё, только не спать! До сих пор мы в этом жилье ничего не успели сделать, но всё ещё будет. — Яблоки мы на ёлку вешать не будем, но орехи и сладости — да. — Может, мне подарить тётушкам, что живут снаружи, рисунок, который предназначался для тёти Розали? Больше мне вам нечего писать, впрочем, поторопитесь с рождественскими приготовлениями, чтобы не было слишком поздно. Дарите мне побольше всего, даже всякие мелочи, например, записную книжку, моя нынешняя уже совсем полна, а ещё нотную бумагу в любимом мною формате, но её нужно заказать, так как её нет в наличии. Ну, живите хорошо!

Много приветов
от меня!

Твой Фриц!

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