1861 (90 Briefe)
202. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Ich habe deinen lieben Brief und die Kiste richtig wenn auch etwas spät, erhalten. Hast du denn schon an Hr. Insp. Niese geschrieben? Alle andern hatten Briefe aus den Ferien mitgebracht; also bitte, schreib sobald es dir irgend möglich ist. — Es ist jetzt eine recht kalte winterliche Zeit; ich denke immer noch häufig an die schönen Ferien und die angenehmen Stunden, die wir verlebt haben. Meine Stolle und meine Aepfel sind leider alle. — Wir wollen uns jetzt in unsrer Stube Zeitungen halten und zwar der Billigkeit halber den hallischen Courir. — Daß wir uns vorigen Montag nicht gesehn haben, that mir sehr leid; ich hatte aber Klavierstunde und als ich es darnach erfuhr, wart ihr schon wieder fort. Ist denn der Onkel Edmund und Tante Ida dagewesen? — Ich schicke heute die Kiste mit Wäsche und soweiter. Bitte sende sie mir doch Sonnabend wieder mit Wäsche und anderm. Hast du den Kofferschlüssel, Koffer und Brief erhalten? Wie geht es dennLisbeth mit ihrem Fuß? Besucht sie schon wieder die Schule? — Schreib mir doch auch, wo wir uns nächsten Sonntag sehen? Wenn die Kälte nicht allzu groß ist, hoffentlich in Almrich. Grüße Lisbeth viele mal, liebe Mamma! Lebt recht wohl!
Dein FWNietzsche.
NB. Dies hätte ich gestern geschrieben, liebe Mamma. Nun kamst du aber gestern mit deinem lieben Besuch selbst; es hat mich ungemein gefreut. Wenn es nur etwas länger gewesen wäre! Schreib mir ja noch, wo wir uns Sonntag sehen. (Spaziergang von ¼ 3—¼ 45.) Vielleicht sendest du mir auch wieder eine Portion Äpfel, damit ich doch in meinem Schrank etwas vorräthig habe.
Dein FWN.
203. An Gustav Krug und Wilhelm Pinder in Naumburg
Liebe Freunde.
Nun sind die schönen Tage schon wieder vorüber, wo wir uns länger und häufiger sprechen konnten, vorüber die Zeiten, die in der Erwartung so hoffnungsvoll, in der Erinnerung so trostreich sind. Um nun sowohl meinem gegebnen Versprechen zu genügen, als auch um wieder einmal mich gemüthlich mit euch wenn auch nicht persönlich so doch im Geiste zu unterhalten, schicke ich mich jetzt an einige Worte an euch zu richten, weniger über das, was ich erlebt, genossen, gehört, gesehen, als über einige Ideen, deren wir ja schon in den jüngst verfloss’nen Stunden so viel gegenseitig austauschten. Denn was sollte ich von meinem jetzigen Leben berichten? Daß wir viel zu thun haben? Daß die Arbeit noch durch Feriengedanken gestört wird? Daß die Zeit für Lieblingsbeschäftigungen gering, ach leider! zu gering ist? Das habt ihr ja alles schon selbst erfahren und erfahrt es noch. Weßhalb sollte ich da noch euren Mißmuth vergrößern? Fürwahr, es ist doch viel angenehmer aus dem tyrannischen Reich, des Zwangs, in die Gebiete des freien Willens zu flüchten. Ohne weitere Umschweife will ich deßhalb mich zu den Stoff wenden, der jetzt eure Aufmerksamkeit kurze Zeit fesseln möge. Und dieser Stoff betrifft die Umgestaltung des Oratorium. Wenn man bis jetzt immer geglaubt hat, das Oratorium nehme in der geistlichen Musik dieselbe Stelle ein, die die Oper in der weltlichen, so scheint mir dies unrichtig, ja eine Herabsetzung zu sein. An und für sich ist schon das Oratorium großartig einfacher, ja so muß es als erhebende und zwar streng religiös erhebende Musik sein. So verschmäht das Oratorium alle andern Mittel, deren sich die Oper zur Wirkung bedient; es kann von niemand für etwas Begleitendes wie die Opernmusik doch für die Menge noch ist, gehalten werden. Kein andrer Sinn wird hier erregt außer dem Gehör. Auch ist der Stoff unendlich einfacher und erhabener, ja großenteils ist er bekannt und allen, auch dem Ungebildeten ohne Mühe verständlich. Deßhalb, glaube ich, steht das Oratorium in seiner Musikgattung höher, als die Oper, indem es also in den Mitteln einfacher, in den Wirkungen unmittelbarer ist und seiner Verbreitung nach wenigstens allgemeiner sein sollte. Wenn letzteres nicht so ist, so muß man die Ursachen nicht in der Musikgattung selbst, sondern theils in der Behandlung theils in dem geringen Ernst unsrer Zeit suchen. Was die Behandlung nun anbetrifft, so ist diese erstens zu compliziert und läßt noch den Mangel an Einheit empfinden. Wie kann ein Tonwerk, in eine Menge kleiner unzusammenhängende Theile zerspalten einen einigen und vorzüglich einen heiligen Eindruck machen! Deßhalb halte ich dafür, daß das Ganze nur in wenige aber größere Theile zerfallen, die sich dem Gang der Ereignisse anschließen und einen durchgängig einigen Charakter tragen. Zweitens liegt ein Nachtheil in der viel zu künstlichen, altvaterischen Behandlungsweise, die mehr in die Studirstube paßt, als in unsre Kirchen und Säle und die dem Ungebildeten in der Musik das Verständniß erschwert, ja unmöglich macht. Nun ist zwar richtig: Ein solches Werk kann und soll nicht bei einmaliger Anhörung durchdacht und auserkannt, sondern empfunden werden. Und daß eine Fuge auch von Ungebildeten empfunden werden kann, wird Niemand leugnen, besonders wenn sie knapp und kräftig ist und nicht durch unzählige Takte, mißlautend und langweilig durchgeführt wird. Der Hauptgrund aber, daß das Oratorium zu wenig populär, ist wohl darin zu suchen, daß die Musik oft zu unheilig mit Weltlichen gemischt ist. Und das ist das Haupterforderniß, daß sie in allen Theilen das Heilige, Göttliche auf der Stirn trägt. Also muß ein jedes Oratorium diesen drei Forderungen genügen, nämlich überall einen einigen zusammenhängenden Charakter zeigen, dann tief zu Gemüth dringen und endlich stets streng religiös und erhebend sein. Dazu tritt nun noch ein Erforderniß, das aber wirklich nothwendig und unumgänglich ist. Ich meine nämlich die Ausstoßung des Recitativ und einen entsprechenden Ersatz. Es läßt sich nun einmal eine rein unpoetische Erzählung schlechterdings nicht absingen, ohne einen störenden und trennenden Eindruck hervorzubringen. Als entsprechender Ersatz läßt sich auch so eigentlich kein andres Musikstück erdenken. “Wenn die Erzählung aber unumgänglich nothwendig ist, so müßten nach meiner Meinung die Worte zu der begleitenden Musik gesprochen werden. So träte dann ein neues Element nämlich das melodramatische zu dem Oratorium. Sonst muß aber so viel nur irgend möglich ist alles Unsingbare vermieden werden und lieber die etwa fehlenden Zwischenglieder, die sich bei bekannten Erzählungen der Zuhörer so leicht ergänzen kann, durch musikalische Zwischensätze von ähnlichen Charakter als die Erzählung ausgefüllt werden. —
Da ich hoffe, in den nächsten Briefen meine weitern Gedanken darüber gegen euch auszusprechen, und mich meine Zeit drängt, muß ich jetzt wohl schließen. Sind denn die Noten angekommen? Ich bin sehr gespannt darauf. Nächstens werden wir ja uns auch gegenseitig unsre Januarsendungen schicken, von Wilhelm empfange ich vielleicht auch noch eine verspätete Dezemberlieferung. Schreibt mir doch recht bald einmal: ich sehne mich so nach einem Brief, da ich so abgeschlossen und getrennt von euch bin. Sonst wünsche ich, daß es euch immer recht wohl geht und ihr auch mitunter an euren Freund in Pforta denkt.
Semper nostra mane<t amicitia!>
[ + ]
204. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma.
Es that mir gestern doch sehr leid, daß wir uns nicht sahen, wenn ich auch der Tante Rosalie gratuliert und die Tanten besucht habe. Ich hatte so sicher und bestimmt darauf gerechnet, und mich darauf gefreut. Denn wir haben uns schon vorigen Sonntag nicht gesehen und euer Aufenthalt in Pforta war doch all zu kurz. Den dritten Februar, den Tag nach Deinen Geburtstag mach mich doch ja recht lange los und schick mir einen Brief heraus. Den Tag selbst kann ich doch nicht los kommen. — Ich habe der Tante meine Brille übergeben. Es muß etwas dran angelöthet werden. — Der Ausschlafetag fällt auf den Dienstag; vielleicht, daß Bartheis nachfragen läßt. — die Kiste mit Brief, Wäsche und Aepfel habe ich richtig empfangen; ich danke für alles vielemal. — Ich sende euch heute einen Brief an meine Freunde mit. Bitte, besorge ihn doch richtig, liebe Mamma! — Wie geht es euch denn? Schreibt mir doch ein mal recht ausführlich. Nächsten Sonntag wollen wir uns aber doch ja in Almrich treffen; der Weg in dem Schnee, besonders bei so schlechter Bahn zwischen Pforta und Almrich ist allzu ermüdend. Noch ein<e> Bitte: da jetzt zu einem Geschenk für Hr. Prof. Korsen, dessen Geburtstag nächstens ist, gesammelt wird dann aber auch für den Gustav Adolphverein gesammelt wird, so brauche ich jetzt nothwendig 5 Srg. besonders da ich den ganzen Thaler nicht anreißen mag. Du sendest mir dies vielleicht in der nächsten Kiste eingewickelt; es wäre mir ein großer Gefalle. Nun lebe recht wohl liebe Mamma, viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWNietzsche.
205. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich habe Deinen lieben Brief erhalten und danke dir viele mal dafür. Den Brief an Schenk habe ich abgegeben. — Nächsten Sonntag sehen wir uns also in Almrich wie du mir schreibst. — Ich befinde mich diese Tage recht unwohl, weiß aber nicht, woher es kommt. Ich habe beständige Kopfschmerzen; der ganze Kopf ist mir davon eingenommen; dann thut mir der Hals weh bei jeder Bewegung ebenso die Kehle wenn ich athme. Die ganzen zwei Nächte habe ich garnicht geschlafen, sondern fror und schwitzte abwechselnd. Ich komme gar nicht recht zu Besinnung, es ist um mich alles wie ein Traum. Ich denke aber, wenn ich gar nichts dagegen thue, wird es recht bald wieder besser werden. Auf die Krankenstube gehe ich auf keinen Fall. Wenn es Sonntag noch schlimmer sein sollte, so gehen wir zusammen nach Naumburg und ich bleibe dann dort. Appetit habe ich gar nicht; doch esse ich wie gewöhnlich; denn wenn ich meine gewöhnliche Lebensweise fortsetze, wird es schon bald sich bessern. Macht euch nur ja keine Angst darum; Sonntag ist hoffentlich alles vorüber. Sende mir morgen doch ja die Kiste. Viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWNietzsche.
206. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich bin heute doch noch auf die Krankenstube gegangen, da ich drüben nichts anfangen und nichts arbeiten kann. So können wir uns also morgen nicht sehn; das thut mir sehr leid, da wir uns so lange nicht gesehen haben. Es ist hier auf der Krankenstube ziemlich voll, 8 noch außer mir; langweilig wird’s wohl auch werden. Vor allen hoffe ich ganz in Kurzen wieder herübergehen zu können, damit ich nicht all zu viel versäume. Es werden jetzt auch von mir wenig Lektionen versäumt, da heute Sonnabend, morgen Sonntag und Montag Ausschlafetag ist. Es freut mich sehr, daß es euch wohl geht. Schenk hat auch geschrieben, um für deinen Brief zu danken, als auch um den Tod seiner andern Schwester anzuzeigen. Der arme Junge! — Schreibt mir doch recht bald einmal und sendet mir Wäsche, besonders Hemden, vielleicht auch ein Handtuch. Nun lebe recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWNietzsche.
207. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um zwei Silbergroschen für 2 Portionen Zucker zur Arznei gebeten.
FW Nietzsche.
208. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Heute nur einige Worte, da ich nicht mehr viel Zeit habe und Schenk meinen Brief mitnehmen will. Es ist bedeutend besser, der Hals ist ohne Schmerz, in der Kehle nicht viel mehr, aber im Kopf häufig noch ziemliche Kopfschmerzen. Der Hr. Doktor hat mir Ruhe hauptsächlich vorgeschrieben und keine neue Arznei. Arbeiten kann ich immer noch nicht. Wenn Du mir etwas senden willst so schick mir gebratne Aepfel, die ich mir dann wärme. Ich esse sie ganz gern; der Hr. Dr. hat mir heute welche geschickt. Grüße Lisbeth viele mal von mir!
Dein Dich innig liebender
FWNietzsche
209. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich dachte doch nun, daß mein Unwohlsein vorüber sein würde; aber seit gestern ist es im verstärkten Grade wiedergekommen. Die Kopfschmerzen sind wieder so heftig, daß ich gar nichts arbeiten kann. Ebenso thut mir der Hals wieder weh; auch der Schmerz im Kehlkopf ist wieder da. Ich habe die Nächte vor Schmerz nicht schlafen können. Mir ist höchst traurig zu Muthe. Prof. Buddensieg, der jetzt die Inspektion hat, rieht mir, den Hr. Dr. zu befragen. Das that ich denn auch und der Dr. sagte ich sollte auf die Krankenstube kommen. Das ist mir nun freilich sehr unangenehm, da ich kaum erst herüber bin. Aber es hilft doch nichts. Am meisten thut es mir leid, daß ich zu Deinem Geburtstag nun gewiß nicht kommen kann. — Wenn ich nur wüßte, woher das ganze herrühre. Was mir lieb ist, ist daß ein Schnupfen eingetreten ist. Ich denke, da kann es nicht lange anhalten. Nun lebe recht wohl, schreib mir doch ja einmal. Grüße Lisbeth vielemal! Wenn es dir möglich ist und der Weg besser, so besuche mich doch einmal. Sende mir doch ja die Kiste mit recht viel Wäsche.
Lebe recht wohl!
Dein FWNietzsche
210. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Einige Worte, liebe Mamma, muß ich dir doch heut schreiben; entschuldige aber im Voraus, wenn mein Brief sehr kurz und meine Schrift schlecht ist.
Zuerst also meine innigsten Wünsche zu Deinem lieben Geburtstag. Möge der liebe Gott im ganzen Jahre mit dir sein und dich mit Segnungen überschütten. Möge er dir stete Gesundheit verleihn, daß du das neue Jahr im vollen Wohlbefinden verleben mögest. Wir aber wollen uns immer auch in dem neuen Jahre bemühn, uns in Wort und That dankbar zu bezeigen und dir deine große Liebe gegen uns zu lohnen. —
Daß ich heute nicht in Naumburg sein kann, thut mir herzlich leid, aber ich liege noch immer im Bette und soll noch nicht aufstehn. Es geht aber viel besser; die Kopfschmerzen haben sehr nachgelassen; auch der Appetit ist besser, kurz, es ist doch sicher auf dem Weg der Besserung. die Bratäpfel haben mir ganz gut geschmeckt. Ich danke vielemal dafür; auch die Wäsche habe ich richtig bekommen. Hattest Du mir denn geschrieben? Ich habe den Brief nicht gefunden.
Grüße Lisbeth viele mal von mir und verlebt den Tag in rechter Freude! Grüßt den Onkel Theobald viele mal! Nun lebe recht, recht wohl!
Dein dich innig liebender
FWN.
Mein Geburtstagsgedicht und eine kleine Composition sind noch nicht ganz vollendet; das thut mir sehr leid. Ich werde aber alles später vollenden. —
211. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Wieder einige Zeilen, um dir über meinen Gesundheitszustand Nachricht zu geben. Ich darf jetzt aufstehn und bin schon Sonntag beinahe den ganzen Nachmittag aufgewesen. Ich mußte mich freilich erst wieder daran gewöhnen, da ich anfangs kaum herumgehn konnte. Jetzt aber geht es mir viel besser; es ist mir allerdings außerordentlich matt; Anstrengendes darf ich weder lesen noch schreiben, wenn ich nicht gleich Kopfschmerzen haben will; sonst geht es aber doch ganz leidlich. Zu Mittag bekomme ich auch etwas Fleisch wieder. Vielen Dank liebe Mamma, für das Eingemachte, das du mir durch Schenk übersandt hast. Es schmeckt sehr gut; ich esse aber immer wenig, um mir nicht zu schaden. Vielen Dank auch für alle, alle Grüße! Es freut mich sehr, daß ihr so schöne Tage verlebt habt. Wie schade, daß ich nicht mit dasein konnte! Nun lebe recht, recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth und alle Andern!
Dein FWN.
212. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Daß ich so lange nicht geschrieben habe, kommt bloß daher, daß ich bestimmt glaubte, dich in diesen Tagen persönlich in Pforta zu sehn. Das Wetter ist jetzt so wunderschön; bitte, besuch mich doch ja einmal, liebe Mamma! Deinen Brief habe ich richtig empfangen; ich danke dir vielemal dafür. Mir geht es jetzt doch viel besser; ich bin eigentlich ganz wohl, darf jeden Tag eine Stunde spazieren gehn und werde von den Kopfschmerzen nur selten heimgesucht. Ich werde aber den Dr. nicht wieder antreiben, sondern werde es ihm ganz überlassen. Vielleicht gehe ich aber morgen, vielleicht auch erst Sonntag herüber. Wie steht es denn liebe Mamma mit euren Fastnachtsbillets? Ich kann sie diesmal nicht besorgen. Willst du nicht auch deßwegen einmal heraus kommen? die Primaner spielen Julius Caesar und die komischen Scenen aus dem Sommernachtstraum. Die Obersecundaner zwei Lustspiele von Friedrich, deren Namen ich noch nicht kenne. —
Nun lebe recht wohl liebe Mamma, ich schicke heute auch meine Kiste, allerdings ohne Wäsche.
Dein FWN.
Viele Grüße an Lisbeth!
213. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma.
Auf deinen lieben Brief, der mir viel Freude gemacht hat will ich heute gleich dir schreiben. Daß dir der Caesar und die Scenen aus dem Sommernachtstraum mehr als die Obersecundanerstücke gefallen haben, ist sehr natürlich, da die Primaner auch bedeutend besser gespielt haben. — Meine Gesundheit hat sich auch gebessert, wenn auch die Kopfschmerzen gestern Nachmittag ziemlich heftig wiederkehrten. Ich schreibe dir Sonnabend sicherlich noch einmal, damit wir uns, wenn ich da herübergekommen bin, in Almrich sehen können. Lisbeth danke ich vielemal für ihren lieben Brief und ich verspreche recht bald zu antworten.— Wir haben auch hier unsre Pfannkuchen bekommen, den Dienstag zwei und heute wieder zwei. Sie haben mir sehr gut geschmeckt. Nun lebe recht wohl liebe Mamma! Ich will bald wieder schreiben. Viele Grüße!
D<ein> FWN.
214. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich habe es nun wahrhaftig satt mit diesen Kopfschmerzen; es wird nicht besser und kommt immer wieder. die kleinste Anstrengung des Kopfes macht mir Schmerzen. Und dabei versäume ich eine Menge Lektionen, ohne etwas nacharbeiten zu können. Nun habe ich heute wieder hinter jedes Ohr eine spanische Fliege bekommen. Ich glaube nicht, daß es helfen wird. Wenn ich nur täglich viel spazieren gehn könnte! Sonst weiß ich nicht, wie’s gut werden soll. Ich habe schon dran gedacht, ob ich nicht lieber ein Paar Wochen in Naumburg zubringe und mich da durch Spazierengehn kurire. Bitte komme doch morgen (Sonntag) ja heraus; wir wollen einmal näher darüber sprechen. Hier auf der Krankenstube werden die Kopfschmerzen, glaube ich, nicht aufhören. —
Hier sind übrigens komischer Weise die Röthein ausgebrochen; täglich kommen zwei oder drei herüber. Zusammen sind jetzt zehn krank. —
Nun lebe recht wohl, liebe Mamma, bedenke alles und besuche mich doch ja! Viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWN.
215. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
So bin ich denn glücklich wieder in Pforta angelangt. Es war sehr hübsch, daß mich Wilhelm und Gustav begleiteten; wir haben uns sehr hübsch zusammen unterhalten. Heute morgen habe ich mich dem Hr. Dr. vorgestellt; heute Mittag will ich zu Prof. Buddensieg. — Meine Kopfschmerzen sind nur ein paar mal wiedergekehrt; es wird schon gehn. Ich habe freilich sehr viel nachzuholen. Schicke mir nur ja alles. Habe ich vielleicht sonst noch was zu Hause gelassen? — Grüße Lisbeth viel mal von mir!
Adieu!
Es war doch sehr hübsch in Naumburg!
— Ueber 4 Wochen bin ich längre Zeit wieder bei euch. Schreib mir doch ja vor Sonntag noch meheremale, damit wir ja nichts vergessen. —
Mit dem Arbeiten will es heute Morgen noch nicht recht gehn, die Kopfschmerzen haben sich auch wieder eingestellt. Ich muß mich allmählich daran gewöhnen.
Nun adieu! Liebe Mamma!
Dein FWN.
Braune I ist heute im Examen. Donnerstag will er zu euch kommen
216. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Spaziergang.
217. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Ich bin Sonntag ganz wohl bei nicht so großem Sturm, wie ich glaubte, vor 10 in Pforta angekommen, nachdem ich zuvor bei Mannsbachs durchaus noch eine Tasse Thee trinken mußte. Montag habe ich nun ordentlig gearbeitet, denn unsre Examenzeit hat nun angefangen. Wir haben das Thema, Jägerund Fischerleben zu behandeln; ich habe es früher schon einmal in Naumburg ausgearbeitet. Bitte, sendet mir ja morgen Mittag mein deutsches Arbeitsheft, es liegt im Bücherschrank im dritten oder zweiten Fache von unten herauf. Lisbeth wird es schon finden. — Wir haben doch den Sonntag sehr hübsch zusammen verlebt und wie lange wird’s dauern, da bin ich wieder bei euch. Wenn nur erst diese Examenwochen glücklich überstanden sind!
Kannst du mir nicht ein paar Chocoladentafeln senden, damit ich wieder früh etwas Milch trinken kann? Sie ist jetzt sehr schlecht und da muß man so etwas haben; denn ganz nüchtern zu bleiben, wie ich jetzt eine längre Zeit gethan habe, ist gar nicht angenehm. Du würdest mir große Freude bereiten.
Das Bild von meinen Freunden habe ich an der Wand angenagelt, ich freue mich immer, wenn ichs sehe! Wollt ihr euch nicht auch photographieren lassen?
Hast du dann noch einmal nach dem Handtuch, Oe. nachgesehen? Heute folgt alle schmutzige Wäsche.
Nun lebt recht wohl, Mamma und Lisbeth! Wünscht mir jetzt Glück zur Examenzeit! Denn da ich so gefehlt habe, habe ich doch viel versäumt. Mir graut etwas davor!
Adieu!
Euer FWNietzsche
218. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 22 ½ Srg für Klaviermiethe.
219. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Es hat mir sehr leid gethan, daß ich in diesen Tagen dir wegen vieler Arbeiten nicht, habe schreiben können. Diese Zeit ist so mit Repetition angefüllt und außerdem muß ich, noch so vieles nachholen.
Wie schön war es doch, daß ihr mit mir den heiligen und wichtigen Confirmationstag feiertet! Ich habe mit großer Rührung die schönen Briefe gelesen; ich gedenke auch, wenn ich wieder Zeit habe, hoffentlich noch vor den Ferien darauf zu antworten. — Der Brief an Prof. Buddensieg ist richtig besorgt. — die Photographie gefällt mir ganz gut, wenn auch die Stellung etwas bucklig, die Füße etwas krumm sind, und die Hand eine Art Kloß ist. An wen willst du sie alle verschenken? — Das Geld habe ich richtig empfangen; ich danke dir vielemal dafür. Schreib mir doch recht bald, da ich so gern eure Briefe lese, und wir uns Sonntag doch nicht sehen können. Viele Grüße an Lisbeth. Lebe recht wohl!
Dein FWN.
220. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch Examenpapier anschaffen zu dürfen.
221. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2 ½ Srg.zum Spaziergang.
222. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Herr Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.
Nietzsche.
223. An Edmund Oebler in Gorenzen
Lieber Onkel.
Auch Du hast mich zu meiner Konfirmation mit so herzlichen Glückwünschen begleitet und mit so schönen Gaben beschenkt. Ich sage dir dafür meinen herzlichsten Dank. Dieser ernste und heilige Tag möge mir in meinen ganzen künftigen Leben immer vor der Seele schweben und mich an die feierlichen Gelöbnisse und Bekenntnisse erinnern, die ich damals abgelegt habe! Auch Deine schönen Bücher mögen dazu beitragen, das Gedächtniß an jene wichtigen Augenblicke zu erneuern. Den Hergang der feierlichen Handlung will ich dir mündlich einmal erzählen; denn ich hoffe sehr, daß wir uns nächste Hundstagsferien sehen, wenn auch nicht in Deinem lieben Gorenzen, so gern ich auch dort sein möchte, so doch auf einer gemeinsamen Reise nach Plauen, die Du, wie ich vom Onkel Theobald gehört habe, unternehmen willst. Ich befinde mich jetzt wieder in Pforta, nachdem ich die Ferien in Naumburg wohl verlebt habe. Ich bin jetzt Primus von Untersecunda, hoffe also, Michaeli mit nach Obersecunda zu kommen.
Grüße die liebe Tante von mir herzlich und danke ihr in meinen Namen viele mal für das schöne und tiefe Buch. Auch die lieben Kinder grüße viele mal von dem Vetter Fritz. Frau Winter, der liebe Herr Kantor und wer sich sonst noch meiner erinnert, gleichfalls. Nun lebe recht wohl, lieber Onkel! Es dankt dir und denkt oft an Dich
Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche
224. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma.
Es folgen heute vier Briefe, an Onkel Bernhard, Onkel Edmund, Großtante Balster und Hr. Pastor Schenk. Ueber die Form des Briefes an Ehrenbergs sage mir Morgen das nöthige, wo wir uns doch in Almrich treffen werden. Ich habe mich des mir empfohlenen Davis schon angenommen. Er ist in die erste Ordnung von Obertertia gekommen. Soll ich ihn nicht ein mal nach Almrich mitbringen? Mir fehlt noch außer den schon geschriebenen das hübsche Messer, Stiefeln, Waschlappen, Nähzeug und — mehr weiß ich augenblicklich nicht. Viele Grüße an Onkel und Ließe!
Adieu!
Dein FWNietzsche
225. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, einen Schrank reinigen zu lassen.
226. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Spaziergang.
227. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srgr. Schemageld.
228. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich
ein Buch w<eißes> Papier
eine Lage Briefpapier
4 blaue Hefte
anzuschaffen.
229. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Soeben bekomme ich Deinen Brief und erfahre mit Erstaunen, daß meine Kiste noch nicht angekommen ist. Du wirst sie aber wahrscheinlich gleich nach Absendung des Briefes bekommen haben, denn ich habe sie Dienstag fortgeschickt. —
Nun werden wir uns also lange nicht wiedersehn; grüße alle lieben Verwandten vielemal von mir. Ich wünsche euch schöne Reise und Amüsement. Vergeßt ja nicht, mir meinen Don Juan mitzubringen. —
Sende mir also morgen das Gewünschte außerdem Ueberzug (von April) Serviette usw. das hübsche Messer, Strümpfe, Waschlappen usw. Lebe recht wohl, meine liebe Mamma und Lisbeth! Es thut mir so leid, nicht mitreisen zu können!
Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche
230. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Es freut mich ungemein, daß ihr wiederzurückgekehrt seid. Ich habe Tag zu Tag darauf gewartet; denn wir haben uns seit den Ferien noch nicht wieder gesehen, und das ist eine lange Zeit. Daß es euch so wohl gefallen hat, ist mir sehr lieb; ich wäre so gar gern mitgereißt, da ich noch nie in Maßnitz gewesen bin. Herzlichen Dank für alle Grüße der lieben Großmamma und Verwandten! Was mich anbelangt, so ist mein Befinden nicht das beste, da mein Schnupfen sehr zugenommen hat, auch mein Husten mir unangenehm fällt. Nun das wird alles schwinden, wenn erst die Witterung schöner und die Tage sonniger werden. Habt ihr denn mir meinen Don Juan mitgebracht? Schicke mir ihn ja mit der nächsten Kiste, die ich euch morgen senden werde! Vielleicht auch etwas gegen den Husten, um dessen willen ich den Dr. nicht befragen mag. Was Schenk betrifft, so ist seine Krankheit sehr gutartig; auch hat er schon fünf Leidensgefährten; die Masern scheinen wieder ordentlich überhand zu nehmen. Ich habe ihn immer alles herüber besorgt, was er wünschte; sehen und sprechen darf ich ihn der Ansteckung wegen nicht. Nun noch, liebe Mamma, ein Wort mit dir allein. Auch mir erscheinen jene sonst so schönen Osterferien durch die häßlichen Vorfälle getrübt und verfinstert, und es berührt mich, so oft ich daran denke, sehr schmerzlich, daß ich dich so betrübt habe. Ich bitte dich noch recht herzlich um Verzeihung liebe Mamma! Denn es wäre doch traurig, wenn ich durch diesen Mißklang unser schönes, gegenseitiges Verhältniß gestört hätte. Verzeihe mir doch ja liebe Mamma, aber dann bitte ich dich, nie mehr dieser Ereignisse zu gedenken, sondern sie als ungeschehen zu betrachten. Ich will mich fernerhin auch so sehr ich kann, bemühen, durch mein Betragen und Liebe zu dir den verursachten Riß auszufüllen. Schreib mir noch einmal darüber, liebe Mamma! — Grüße Lisbeth vielemal von mir. Ich möchte sie so gern wiedersehn, hoffentlich doch Sonntag 4—6 in Almrich!
Dein dich herzlich liebender Fritz.
231. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma.
Es war doch gestern wunderhübsch in Almrich; wenn wir uns nur längere Zeit hätten sprechen können; die Zeit ist mir allzu schnell vergangen. Aber ich denke mich nächstens einmal loszumachen, damit ich auch wieder einmal zu Hause sein kann. Ich schicke euch heute meine Kiste; sendet sie mir sehr bald wieder; mir fehlt immer noch mein Stiefelknecht. Dann sendet mir meine Lebensbeschreibung, die in dem grünen Kasten liegt; ich brauche sie jetzt zu einer anzufertigenden Lebensbeschreibung. Auch meine Wäsche sendet mir gleich mit, besonders Taschentücher, da mein Schnupfen sonst gar nicht aufhört. Dann auch das versprochne Geld; auch meine Zahnbürste ist mir fortgekommen. Ich weiß nicht, wohin sie sein mag. — Nun weiß ich eigentlich nicht mehr recht, was ich schreiben soll. Wir haben uns ja gestern alles mitgetheilt. Lisbeth schreibt mir hoffentlich einmal einen ausführlichen Brief. Denn ich freue mich immer sehr etwas genaues zu hören. Auch Wilhelm (und) Gustav werden mir hoffentlich in diesen Tagen schreiben. Nun lebe recht wohl, meine liebe Mamma, denke oft an deinen Fritz. Grüße Lisbeth vielemals von mir! Noch eine Bitte: Ich habe gar kein Notenpapier in Pforta! Holt mir welches von Merzyn, groß und recht englinig. Sendet es mir auch mit heraus!
Dein FWNietzsche
232. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Kästchen Stahlfedern anzuschaffen.
233. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma.
Ich habe jeden Tag sehr sehnlich Brief und Kiste erwartet, denn ich brauchte meheres sehr nothwendig wie z. B. meine Lebensbeschreibung, die Uhrkette. Ihr seid doch alle gesund und wohl? Denn ich fürchte fast, daß jemand von euch unwohl sei. Nun ich hoffe noch heute nähere Aufklärung darüber zu bekommen.
Diese Tage, seitdem ich zum letzten mal schrieb, sind sehr einförmig und unter vieler Arbeit vergangen. Das Wetter ist unschön und der Mai mit seinem Schnee ist eine betrübende Erscheinung. Wenn nur nicht so viel erfroren wäre! Das wird wohl geringe Obst- und Weinernten geben.
Etwas übrigens habe ich noch zu erzählen; ich habe euch wohl einmal mitgetheilt, daß wir (nämlich der Chor) zur Hochzeit von Marie Jäger und dem jungen Schwimmer in der Kirche gesungen haben. Deßhalb wurde vorigen Mittwoch Abend der Chor zu Jägers geladen. Es gab eine Bowle mit Pfannkuchen. Stoff war ungeheuer viel vorhanden.
Dazwischen wurden Lieder gesungen, Toaste ausgebracht kurz, es war sehr lustig und alle sehr heiter. Die nothwendige Folge war, daß ich am folgenden Tag etwas müde war, denn bei dem Aufstehn um 5 Uhr kann man nicht sehr ausschlafen.
Wilhelm und Gustav haben auch noch nicht geschrieben; ich erwarte ihre Briefe auch sehnlich.
Die Masern sind in Pforta ordentlich ausgebrochen. Zwei sollen sehr gefährlich krank sein, besonders einer, der auch noch das Nervenfieber bekommen hat.
Einer hat auch beim Turnen ein Bein gebrochen; das ist aber nichts weiter.
Ich meines Theiles befinde mich von einiger Heiserkeit und den nicht aufhörenden Schnupfen abgesehn ganz wohl und wünsche daß auch ihr euch wohl befindet. Grüße Lisbeth viele mal von mir! Ich freue mich auf nächsten Sonntag, wo ich aber noch nicht weiß, wo wir uns treffen.
Dein Fritz
Sonnab.
Ich habe Kiste, Brief und alles richtig bekommen und danke viele mal dafür. Nur Strümpfe bedarf ich nothwendig, und das Uhrband.
Ich habe auch etwas Trauriges mitzutheilen. Der maserkranke Pieschel II ist gestern um 5 Nachmittag gestorben, da die Masern sich auf die innern Theile geworfen hatten. Es ist sehr betrübend und ordentlich unheimlich in Pforta. die Eltern der andern Maserkranken mögen nun wohl Furcht bekommen.
Also Morgen sehn wir uns hoffentlich in Almrich!
Viele Grüße!
Dein Fritz.
234. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Heute morgen, liebe Mamma nur ein paar Worte. Es war gestern trotz Wind und Regen sehr hübsch; wir haben uns sehr hübsch unterhalten, ich bin dann ohne Regen wieder heraus gekommen und habe mich umgezogen. Es ist mir auch ganz gut bekommen. Ich habe aber heute eine Bitte, daß du mir nämlich ein Buch aus den Bücherschrank schickst, das wohl in den drei ersten obersten Reihen steht, ziemlich dünn ist, grau marmorirt. Es enthält eine Anweisung zum Uebersetzen des Kornelius Nepos ins Griechische. Das brauche ich aber morgen (Dienstag) also bitte, sende es mir zugleich mit dem Gummischnürchen heraus. Sonst habe ich dir nichts weiter mitzutheilen, außer daß ich mich sehr auf Schulfest und Pfingsten freue. Ich entwerfe auch schon meinen Reiseplan zu den Hundstagsferien. Grüße Lisbeth vielemal, auf glückliches Wiedersehn nächsten Donnerstag (von 4—6) in Almrich!
Dein Fritz
N.B. Wie wird es denn eigentlich mit eurer Plauenreise? Diesen Monat bleibt ihr wohl noch bis nach Pfingsten da; dann aber verreist ihr?
Kann ich nicht die ersten Tage der Hundstage in Naumburg bleiben, dann vom 6—15 nach Maßnitz, 15—30 Plauen und Fichtelgebirge 31—4 Aug. wieder in Naumburg? — Ich bin auch erbötig, mich in Halle und Leipzig auf dem Rückweg länger aufzuhalten.
235. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Dieser Brief wird dich wohl antreffen, wenn der liebe Besuch schon wieder fort ist; es war doch vorigen Sonntag sehr hübsch und du glaubst kaum, wie ich mich auf die Pfingsttage freue. Sonntag also am ersten Piingstfeiertag, sehen wir uns nicht; willst du mir nicht meine Freunde heraussenden, daß ich mit ihnen etwas spazieren gehe. Sage, ihnen aber, sie möchten um 3 Uhr in Pforta sein und oben herum durch den Wald (du kennst doch meinen gewöhnlichen Weg) kommen. Da unser Spaziergang länger als gewöhnlich dauert, könntest du ihnen ja ein Paar Päckchen Butterbröte mitgeben, daß wir doch etwas zu genießen haben. — Den zweiten Feiertag komme ich also Mittag d.h. ungespeist nota bene. Wenn es nicht schlechtes und nicht zu warmes Wetter ist, können wir den Nachmittag eine kleine Partie machen. — Sende mir aber in diesen Tagen meine Kiste mit der nöthigen Wäsche, besonders Handtücher, baumwollene Strümpfe; denn ich muß bei dem heißen Wetter oft wechseln. Kann ich mir nicht diesen Mittwoch ein paar weiße Hosen anmessen lassen? ich kann es in den heißen, warmen Tuchbeinkleidern nicht länger aushalten. Zu der Reiße brauche ich doch einmal etwas Leichtes. Vielleicht werden sie noch zum Schulfest fertig. — Nun grüße Lisbeth vielemal; ich freue mich sehr auf unser Wiedersehn!
Dein Fritz
Briefpapier und Bücher nicht zu vergessen
236. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Strohsack anschaffen zu dürfen.
237. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Du kannst dir vorstellen, daß ich heute morgen oft an Naumburg und an die verlebten Ferien zurück gedacht habe. Wir haben doch diese Tage sehr hübsch zusammen genossen und ich hätte nur gewünscht, sie möchten länger dauern. — Ich bin gestern Abend in lauter Regen nach Pforta gekommen, konnte auch zuletzt wegen des allzugroßen Windes den Schirm nicht mehr aufspannen. Ich kam noch ganz zur Rechten Zeit an und bin auch nicht auf dem Wege eingeschlafen. Die Nacht habe ich sehr wohl geruht. Heute ist wieder recht betrübendes Wetter, wenn es nur morgen angenehmer ist! Ich bin heute recht heiser; willst du mir morgen nicht ein paar Eier mit nach Pforta bringen? Ich sende euch heute schmutzige Wäsche nebst Beinkleidern, die ich nicht mehr anziehen kann, wenn du sie nicht einmal ordentlich ausbessern und reinigen läßt. — Sendet mir also die Kiste bald wieder mit den bezeichneten Noten, Wäsche usw. Nun lebe recht wohl, liebe Mamma, viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWN.
238. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 sg b<is> zum Schulfest.
239. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich muß mich doch heute Morgen gleich erkundigen, wie es Euch gestern bekommen ist. Der Regen war freilich sehr unangenehm besonders da Lisbeth so erhitzt war. Ueberhaupt ist durch den Regen fast alles gestern verkürzt worden. — Seid ihr noch sehr naß geworden? Habt ihr nicht wieder wie damals von Almrich aus fahren können? — Den Hut habe ich, da Prof. Buddensieg und überhaupt niemand zu Hause war, die Nacht in meinem Schranke geherbergt, heute Morgen aber gleich hinübergetragen. Wir sind heute alle etwas müde und matt, da wir um 5 aufstehen. So ist’s aber allemal nach so einem Tag. Donnerstag also bei gutem Wetter sehen wir uns auf den Knabenberg. Sollte es regnen, doch sicher Sonntag in Almrich. Nochmals mit dem Wunsche daß es Euch recht gut bekommen sein mag
verbleibe ich
Euer FWNietzsche
240. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Heute nur einige Worte. Es war doch hübsch daß wir uns vorigen Sonntag noch sahen. Ueber Bergtag weiß ich noch nichts bestimmtes. Der Schulrath macht viel zu schaffen und ich habe mehr als je zu besorgen. Wie steht es mit nächsten Sonntag? Nach Naumburg kann ich bei solcher Hitze nicht gehn. Ich sende die Kiste mit Wäsche. Schicke sie mir morgen wieder des Bergtags halber. Viele viele Grüße an Lisbeth!
Dein Fritz.
241. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zum Bergtag.
242. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Das war doch betrübend, daß dieser unselige Regenguß unsre Uebereinkunft so zunichte machte; ich hatte mich so sehr auf den Spaziergang gefreut. Da werden wir uns wohl auf den Sonntag vertrösten müssen, wo wir uns hoffentlich in Almrich sehn. Vorigen Sonntag haben dich auch die beiden Braunes besuchen wollen, dich aber nicht zu Hause getroffen.
Du glaubst gar nicht, wie ich mich auf die Hundstage freue. Noch sind es 25 Tage, dann ist die köstliche Zeit da. Macht mir nur wieder das Stübchen zurecht, die ersten 8 Tage wird es doch nicht vermiethet sein. Ich gedenke in den Tagen wo ich in Naumburg bin, nach einem bestimmten Plane meine Studien und Vergnügungen einzurichten. Es ist so hübsch kühl in der Stube; ein Tisch, ein Stuhl und ein Bücherkasten ist genug Möbel, ans Fenster ein paar Blumen des Geruches halber, einen Krug Wasser der Erfrischung halber, meine Uhr, Stöße von Schriften und Noten usw; so denke ich mir meinen schönen Aufenthalt. Wofern ich nur hinreichend Geld habe, so will ich mich auch durch Reisen ergötzen, obgleich ich den Gedanken an Plauen aufgegeben habe. Nach Halle und Leipzig gedenke ich zu reisen, nun, auch nach Gorenzen, wenn dort alles wieder gesund ist, sehr gern. — Viel soll jedenfalls in den Ferien geschehen, auch eine Fußparthie mit Wilhelm von zwei Tagen ohne bestimmtes Ziel; das wird was herrliches!!.
Nun genug von den Ferien. Schicke mir doch bald die Kiste mit den weißen Hosen, ich brauche sie nöthig. Baden sind wir vorigen Freitag gegangen; das Wasser war wunderschön. Kannst du mir nicht einmal so was Genießbares, wie so ein Küchelchen schicken? Ich habe großen Appetit und es giebt jetzt gar nichts, gar kein Obst. Nun leb recht wohl! Viele Grüße an Lisbeth!
Dein FWN.
243. An Robert Buddensieg in Pforta (Formular)
Der Al. Nietzsche bittet um die Erlaubniss, sich folgende Bücher verschreiben zu lassen:
1 Sallustius ed. Dietsch (Teubner)
244. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Sallust einbinden zu lassen.
245. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Heute will ich dir etwas genauer schreiben, als neulich, wo es in höchster Eile gieng. Zuerst will ich gleich erwähnen, was ich noch alles brauche, Handtücher, deren ich jetzt bei den täglichen Baden mehr brauche, die Stiefeln, da auch meine andern zerissen sind, Seife, Hemd und Vorhemd, Serviette, usw. Vor den Hundstagen muß ich mir auch noch ein paar Stiefeln machen lassen, ebenso einen Sommerrock, da die schwarzen schweren Tuchsachen zu warm sind. Am besten wohl so ein ganz dünner Reisemantel, der wenig belästigt.
Wie es übrigens mit dem Reisen wird, das will mir noch gar nicht einleuchten. Schließlich werde ich wohl ganz zu Hause bleiben. Die erste Woche bleibe ich jedenfalls da, denn ich will viel in den Ferien arbeiten. Ich freue mich schon immer, wenn ich an mein Stübchen denke; macht nur, daß es auch Wahrheit wird! Noch sind es 15 Tage; es herrscht schon allgemeine Erwartung aber ich habe jetzt viel, viel zu thun. Giebt es denn noch keine Kirschen? die kommen ja furchtbar spät diesmal. Wie wirds nächsten Sonntag? Nach Naumburg zu gehn ist bei dem heißen Wetter nicht zu verlangen, wollen wir uns nicht einmal in dem Wald von Pforta treffen oder sonst in der Nähe? Schreibe mir darüber, liebe Mamma! — Wenn die Hundstage nur nicht so warm sind! Ich will fabelhaft früh aufstehn und im Freien spazieren gehn oder arbeiten, das soll schön werden! Abend werde ich immer baden gehn. Schöne Partien wollen wir zusammen machen, und wenn ich auch weiter nicht verreise so werde ich doch wieder nach Gorenzen wandern. Bitte, schreib mir einmal Deine Gedanken über die Plauenreise! Vielleicht machen wir sie beide zusammen. — Nun lebe wohl grüße Lisbeth vielemal, schickt mir ihr Bildniß mit, schickt die Kiste mit der Wäsche, vielleicht auch noch was anderes, schreibt recht ausführlich und denkt oft an
euren FW.
der sich fabelhaft auf die Ferien freut!
246. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Liebe Tante!
Bei diesen strömenden Regengüssen erscheint es mir höchst zweifelhaft, ob ich Dich, liebe Tante vor Deiner Abreise nach Plauen noch einmal sehe. Das würde mir zwar höchst leid thun, da ich auch nicht hoffen kann, dich in den Hundstagsferien etwa in Plauen zu treffen; denn mit meiner Plauenreise wird es, wie mir die Mamma gestern erzählt hat, wohl nichts werden. Ich wünsche dir deßhalb zuerst eine rechte ruhige und angenehme Reise, schönes Wetter und theilnehmende Reisegefährten. In Plauen magst Du alle lieben Verwandten recht wohl und heiter antreffen, dich selbst recht in ihrer Gesellschaft und der reizenden Natur ergötzen. Ich bitte, die lieben Tanten, auch Tante Ida, so wie alle andern lieben Verwandten recht herzlich von mir zu grüßen und ihnen zu versichern, daß ich mich sehr darnach sehnte, einmal nach Plauen zu reisen. Wenn Du dich in der lieblichen Umgegend und in Triebel recht amüsirst, so denke an mich, liebe Tante! Ich möchte so gern dort mit dir herumlaufen und die lieben bekannten Orte aufsuchen. Wenn dir es möglich ist, grüße das Fichtelgebirge und Böhmen vielemal von mir!
Die Zeit drängt! Hoffentlich wird das
Wetter wieder schön!
Bleib aber nicht gar zu lang in Plauen, liebe Tante, sondern denke immer, wie sich auf Deine Rückkehr freut
Dein dich herzlich liebender
FWNietzsche
247. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 19 ½ Srg. für Klaviermiethe.
248. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, eine Stuhlleiste befestigen zu lassen.
249. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.
FW Nietzsche.
250. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier und ein Collektaneum anschaffen zu dürfen.
251. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zur Sängerfahrt.
252. An G. Krug und W.Pinder in Naumburg (Briefdisposition)
Ferienende.
Nürnberg.
Schmerz ist...
Ustaj.
Sendung. Buchbinder.
Hölderlin.
Was habt ihr morgen?
Stiftungsfest versäumt.
Schreibt bald.
253. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebes Mutterchen!
Es ist jetzt Montag, V4 auf 6 Uhr früh; zum ersten Mal wieder um 5 aufgestanden! — Ich bin noch gar nicht so eingewöhnt und denke noch zu oft an die vergangnen Tage, bin sonst übrigens ganz wohl auf.
Ich danke dir, liebe Mamma, noch vielemal für alle Freuden und Annehmlichkeiten, die du mir in den langen Ferien bereitet hast. Wie oft bin ich im Geiste noch bei euch, wie oft auch in meinem Stübchen; es war doch alles so hübsch gemüthlich!
Frau Prof. Buddensieg habe ich deine Grüße und Wünsche überbracht; es soll jetzt etwas besser gehn; was die Krankheit eigentlich ist weiß man weder hier, noch in Naumburg genau. Jedenfalls rheumatisch. —
Mir fehlen noch meine Morgenschuh und Seife. Wir haben hier viel zu thun und müssen ordentlich arbeiten. Du kannst dir denken, daß das etwas sauer wird, wenn man so lange Ferien gehabt hat. — Grüße Lisbeth schön von mir, sie will mir ja einen langen Brief schreiben! Nicht wahr? Lebe recht wohl!
Dein Fritz
NB. Ich brauche ein kleines Trinkgläschen sehr nöthig
254. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Guten Morgen, liebe Mamma und Lisbeth! Ich sende euch die Kiste mit Wäsche. Schickt mir ja recht viel Schnupftücher! Bitte, besorgt das Notenheft und das graue Paquet an Wilhelm, aber ja in diesen Tagen; händigt beides nur Wilhelm oder Gustav ein, aber keinen andern Menschen. — Schreibt mir auch liebe Mamma, vielleicht auch Lisbeth! Ich freue mich sehr darauf!
Euer Euch herzlich
Liebender Fritz
Die mitgesandten Beinkleider sind auf dem Hosenboden zerissen. Sende sie mir ja bald.
Hast du nicht irgend einen Grund, mich Sonntag loszumachen? Es wäre sehr hübsch, wenn wir länger uns genießen könnten.
Schickt mir ja eine Uhrkette mit, meine goldene bringe ich Sonntag.
255. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Sonntag war es sehr hübsch.
12 ½ Mitt, 28 Grad Reaum.
Liebe Mamma.
Ich habe so eben die Kiste nebst deinem lieben Brief erhalten; die Hitze ist unerträglich, etwa 26 Grad im Schatten, mindestens. Und offenbar kommt heute noch ein Gewitter.
Es ist schrecklich, ich möchte in meinen Tuchsachen fast zerbraten. Schicke nur die weißen Hosen, so bald es nur irgend geht, mir wieder. Man kommt sonst um.
Von Wilhelm habe ich gestern einen ungeheuren Brief aus Tegernsee bekommen, worüber ich mich sehr freute; sie kommen diese Woche noch wieder. Meinen Brief mag Lisbeth Wilhelm mit dem bezeichneten Paquet übergeben.
Gestern war Hr. Pastor Schenk eine halbe Stunde da; er läßt schön grüßen.
Prof. Buddensieg geht es etwas besser, als Sonntag. — Mehr kann ich beim besten Willen nicht schreiben. Ich erwarte sehr einige Erfrischungen, denn die Hitze ist zu gräßlich.
Viele Grüße an Eli!
Dein Fritz.
256. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Heute kann ich Dir die weißen Hosen noch nicht schicken; es ist noch zu warm. Ich werde sie etwa Mittwoch in der Schachtel besonders senden. —
Gestern war es wunderhübsch; ich war ganz erstaunt, so viel Verwandte und Bekannte wiederzusehn und zu sprechen. Das war wirklich ein sonderbares Zusammentreffen. —
Für den Kirschkuchen danke ich recht schön; er schmeckte sehr gut.—
Prof. Buddensieg hat die Nacht etwas besser geschlafen; heute Vormittag war es schlimmer als je; Rudolf sagte mir um 7, er wüßse nicht, ob er noch lebe; der Dokter habe gesagt, es gehe sehr schlimm. — Bis um 2 Uhr ist noch nichts von Entscheidung eingetreten. — Es ist sehr traurig!
Lebe recht wohl, schreibt mir recht bald! Ich denke doch, daß ich Krämer noch einmal sehn werde. Viele Grüße an Lisbeth!
Dein Fritz.
257. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
✝
Liebe Mamma!
Hr. Prof. Buddensieg ist todt! Diese Nacht um zwei Uhr ist er gestorben.
Ach du glaubst nicht, wie mir traurig zu Muthe ist! Wir haben ihn alle so sehr geliebt; wir alle sind außerordentlich ergriffen; überall ist es todtenstill.
Wir wußten es gestern genau, daß er die Nacht nicht mehr überleben würde. Der Doktor hatte es vorausgesagt. Näheres über sein Ende weiß ich gar nicht; man kann auch nicht fragen. Ach, es ist zu schmerzlich! Doch — was Gott thut, das ist wohlgethan! —
— Ihr kommt doch wohl zu seinem Begräbniß heraus; ich muß nun einen neuen Tutor haben und werde H. D. Heinse heute oder morgen darum ansprechen. Wenn du damit einverstanden bist oder etwas dagegen hast, so schreib mir nur auf das eiligste. Denn sonst kommen wir zu spät; Heinse wird viele neue Empfohlne bekommen. Willst Du ihm nicht auch schreiben? — Lebt recht wohl und weinet mit mir, liebe Mamma und Lisbeth!
Dein sehr betrübter Fritz
(Sendet mir ja weiße Wäsche zum Begräbniß.)
✝
Soeben erfahre ich auch, daß der alte Commissionsrath Teichmann gestern in Kosen gestorben ist. Das thut mir auch von Herzen leid; er war auch mit Prof. Buddensieg so befreundet.
Der liebe Hr. Prof. soll übrigens ein sehr schweres Ende gehabt und in einem zweistündlichen Todeskampf gelegen haben. —
Heute schreiben die Abiturienten
258. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Meinen innigsten Dank für deinen lieben, ausführlichen und interessanten Brief aus Tegernsee; führwahr, du hast eine wunderschöne Reise gemacht und werdet nun, indem ich dies schreibe, glücklich wieder heimgekehrt sein. Vielleicht hast du auch schon meinen Brief vom 3 August gelesen, vielleicht auch sind deine Stimmungen ähnliche, wie ich damals am Ende der Ferien hatte. Sei recht herzlich wieder willkommen, ich habe mich sehr nach dir gesehnt. —
Wie aber wirst du erschrocken sein, als du von den unendlichen Verlust gehört hast, den wir in diesen Tagen erlitten haben, daß unser lieber Prof. Buddensieg nach schmerzlichen Leiden gestorben ist. Du kannst mir nachfühlen, wie schmerzlich, wie tief mich das getroffen hat; denn du kanntest und liebtest ihn ja auch, den lieben, ausgezeichneten Mann. Ist es nicht möglich, daß Du, lieber Wilhelm mit Deinem lieben Vater und Gustav zum Begräbniß herauskämt? Es ist Donnerstag früh um 8 Uhr.
Ich habe nun meinen Tutor verloren und mich deshalb an Heinse empfehlen lassen. Der arme Mann ist auch so sehr betrübt, da er mit Pr. Buddensieg so befreundet war.
Mündlich will ich dir mehr über das Ende und die Krankheit des Hr. Prof., die man zuletzt als Typhus bezeichnete, erzählen. Lebe jetzt recht wohl, schreibe mir bald! Ich hoffe, wir sehen uns Donnerstag früh!
Dein Fritz
Grüße Gustav recht schön von mir!
S.N.M.A.!
259. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Daß ich heut nicht kommen konnte, hat seinen Grund in einer allgemeinen Coetusdispensation, deren Ursachen im Briefe zu beschreiben langweilig ist. Genug und leider, ich konnte nicht kommen! Wie gern ich euch und den lieben Onkel gesehn hätte, könnt ihr euch vorstellen. Nächsten Donnerstag soll Bergtag sein, wenn gutes Wetter ist. Ihr kommt doch sicherlich heraus.
Frau Prof. Buddensieg läßt dich inständig bitten, sie in den nächsten Tagen zu besuchen. Thue es ja recht bald; die arme Frau weinte sehr, indem sie mir’s sagte.
Donnerstag um 6 Uhr waren wir in Kosen, die Beerdigung war sehr schön und feierlich, aber ordentlich beruhigend und lindernd für den Schmerz am Morgen. Außer Pastor Barthold sprach der Pastor Schmieder, ein Greis, ein ehemaliger Zögling des Teichmann, und Tutor von Prof. Buddensieg.
Denselben Abend war das Ecce für Prof. Buddensieg, das der Hr. Rektor hielt, Sonnabend Abend für Teichmann, gehalten von Prof. Keil. —
Es folgt der Brief an Wenzel, addressirt ihn und sendet ihn fort. —
Meine Hosen folgen; ich werde sie doch wohl bis Donnerstag bekommen. —
Wie geht’s Wilhelm und Gustav? Sie haben mir noch gar nicht geschrieben. —
Wie steht’s denn mit eurem Verreisen? Wird denn noch etwas daraus? Es scheint mir gar nicht so. —
Schreibt und schickt mir doch jetzt häufiger! Ich bekomme fast gar nichts mehr von euch und ich freue mich über jeden Brief so. Will der Onkel nicht ein bissel heraus kommen? So etwa Dienstag Nachmittag von 5—7, da hab ich freie Zeit.
Sonst immer viel zu thun; in drei Wochen ist Examen; in 5 circa bin ich Obersecundaner. Schöne Grüße an Lisbeth und den Onkel!
Dein Fritz.
Es folgen 2 Handtücher, w<eiße> Hosen, Brief.
260. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein Messer schleifen zu lassen.
261. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich
einen Stahlfederhalter
und ein Dutz. Stahlfedern
anzuschaffen.
262. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sg. Bergtagsgeld.
263. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 1 Srg. 3 Pfennige Begräbnißkosten.
264. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Meinen herzlichsten Dank, liebe Mamma für Kiste, Brief und Kuchen; ich habe alles richtig bekommen; der Kuchen hat mir sehr gut geschmeckt. Wir haben jetzt immer viel zu thun gehabt; Donnerstag und Freitag ist Abiturientenexamen; Freitag wird wohl Braune euch das Resultat mittheilen. Sonntag also sehen wir uns in Almrich. ich freue mich sehr darauf, wenn nur gutes Wetter bleibt. Es ist schrecklich schwül. — Heute sende ich euch 1 schmutzige Wäsche; ich bin froh, daß ich die weißen Hosen wieder habe, da es so heiß ist. —
Ich danke auch Lisbeth schön für ihren Brief. Ich will auch einmal an sie schreiben. Ich befinde mich ganz wohl und wünsche nur daß die Michaelistage dawären. Man muß jetzt nächstens auch an den Geburtstag denken. Lebt recht wohl! Schreibt mir recht bald!
Dein Fritz.
265. An Max Heime in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, eine Stuhlleiste machen zu lassen.
266. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Ich wollte euch nur bitten, mir morgen nach Almrich mein Album mitzubringen, da ich es Braune zum Einschreiben geben muß. Wir sehn uns also jedenfalls dort; ich freue mich sehr darauf. Daß Braune durch das Examen ist, ist sehr schön; er ist also selber in Naumburg gewesen. Von Köhlers Mißgeschick wirst du auch gehört haben. die nächste Woche ist noch eine schlimme Lektionswoche, dann kommt die Examenzeit. —
Nun lebe recht wohl! Viele Grüße!
Auf Wiedersehn!
Dein Fritz
267. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, einen Band Cicero einbinden zu lassen und sich ein Dutz. Stahlfedern anzuschaffen.
268. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.
269. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um
1 Thl. 20 Srg. für Thucydides ed. Krüger
10 Srg. für Herodot.
270. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Panorama.
271. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 18 Srg. für Klaviermiethe.
272. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Ich bin jetzt nun mitten in Examenarbeiten drinn und bitte dich, mir ja morgen den Masius, deutsches Lesebuch zu senden. Aber ja nicht später, da morgen Abend unsre deutsche Arbeit schon abgegeben wird. Ich freue mich sehr darauf, daß Lisbeth nach Pforta kommt. Wo wollen wir uns denn nächsten Sonntag sehn? Es war vorigen Sonntag sehr hübsch, aber viel gesprochen haben wir uns nicht. — Heute sende ich schmutzige Wäsche, was ich habe, sende mir die Handtücher mit, vielleicht auch Pflaumen, die doch jetzt recht billig für euch sind; ich würde mich sehr freuen, wenn ich einmal eine Sendung empfange. — Wenn nur erst die Michaelistage da sind! Aber das ist noch eine lange, langweilige Zeit.
Nun lebt schön wohl! Grüß Lisbeth vielmal.
Dein FWN.
Die Wäsche folgt erst morgen, da ich Abhaltung am Einpacken hatte.
273. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.
274. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.
275. An Max Heime in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ sgr. zum Spaziergang.
276. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Hr. Doktor Heinze wird gehorsamst um 20 Srg. gebeten für Kleiderreinigen.
FW Nietzsche
277. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 10 Silbergroschen Feriengeld.
278. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Ich freue mich sehr, daß nun mein ganzes Examen glücklich überstanden ist. Nun ist beinahe alles vorüber, morgen Censur, Sonnabend Versetzung. — Wie seid ihr denn gestern zurück gekommen, ich habe noch gar nichts davon gehört. Es wird dir doch gut bekommen sein? Schade, daß wir uns gar nicht so hübsch unterhalten konnten, da der Regen so dazwischen kam. Nächsten Mittwoch also werde ich nach Naumburg kommen; um 1 Uhr erwarte mich nur. Da werde ich euch auch meinen Wunschzettel mitbringen. Ich bin sehr froh, daß ich wieder eine Klasse überstanden habe. Das ist wirklich nichts Kleines.
Lisbeth will, glaub ich, auch schreiben. Nun leb recht wohl, liebe Mamma und fühle dich nicht so ganz einsam, wenn wir fort sind!
Dein FWN.
279. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter!
Ich habe mich gestern ungemein über Deine Sendung, liebe Mamma, gefreut wo ich alles fand was ich erwartete und mehr fand, als ich erwartete. Herzlichen Dank für das schöne Gebäck und die Menge Pflaumen, die wirklich sehr schön sind. Ich gedenke euch für alles nächsten Mittwoch mündlich zu danken, wo von nach Tisch bis 3 großer Spaziergang ist. Wir müssen uns aber zu Hause sehn, da ich eine Anzahl Bücher mitnehmen muß.
Der kleine Italiäner scheint mir sehr praktisch eingerichtet zu sein. Hat Lisbeth nicht Lust bekommen, auch italienisch zu treiben?
Ich will euch nur auch gleich meine Wünsche schreiben; sie sind wahrlich nicht groß, und streng genommen ist es ja blos ein Hauptwunsch; das ist nemlich
R. Schumann op. 98 Requiem für Mignon
im Klavierauszug bei Breitkopf und Härtel
Preis 1 Thl. 5 Srg. ohne Rabbatt.
(also etwa 25 Srg.)
Außerdem wünsche ich, daß zwei Notenhefte eingebunden werden, die ich euch nächsten Mittwoch bezeichnen werde. Bei der Bestellung des ersten Wunsches ist aber nicht zu zaudern, da Domrich sehr langweilig ist. Ich lege euch diese beiden Wünsche zu Füßen und erwarte oder hoffe vielmehr, daß du sie nicht verwerfen wirst. Nicht wahr, liebe Mutter, es ist nicht zu viel gewünscht? Meinen ersten Wunsch, den ich dir neulich auf den Saalhäußern sagte, habe ich auf<ge>geben da er zu kostspielig ist. Aber diese beiden — nun, ich hoffe.
Beiläufig gesagt bin ich jetzt also Obersecundaner; ich theile dir meine Censur hier mit; sie ist erstaunlich schön
Relig.
2 a
Lat.
1
Griech.
2 a
Math.
2 b
Hebr.
2 b
Geschichte
2 a
Franz.
2 a
Deutsch
2 a
Fleiß
1 a
Betragen
1
Damit kannst du wirklich zufrieden sein.
Nun lebe schön wohl, liebe Mamma, noch vielen Dank
von Deinem
Fritz.
Lisbeth viele Grüße!
Einen Brief habe ich nicht in den Kästchen gefunden. War einer darin? Ich glaube nicht. Doch, ich habe ihn soeben erst gefunden. Ich danke dir recht vielemal dafür.
280. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
So bin ich denn wieder in das alte Gleis der Lektionswochen zurückgekehrt; ich denke aber noch oft an die hübschen in Naumburg verlebten Tage. Ich bin ganz gesund und hoffe, daß ihrs auch seid. Gestern also war der Onkel Theobald bei euch; ich habe ihn auch ein halbes Stündchen gesprochen. Schreibt mir doch einmal, wie es euch geht und steht. Ich habe schon alle Tage auf einen Brief gewartet. Erwähne doch auch, daß du mir 5 Srg. Taschengeld erlaubst, damit ich diese Stelle dann Heinse vorzeige, wenn du es ihm nicht in den Brief schreiben willst. Also Sonntag sehen wir uns nicht, aber Freitag über acht Tage hoffentlich zum Krönungsfeste. Aber ich habe jetzt keine Zeit mehr! Bleibt ja gesund! Grüße Liese!
Dein Fritz.

Nothwendig brauch ich sobald als möglich, blaue große und kleine Hefte, die großen nicht über vier Bogen, die kleinen nicht über zwei. Außerdem ein großes Heft von etwa 10 Bogen.
Also 6 große zu 4, 1 großes zu 10
2 kleine zu 2
Sendet mir die camera obscura, die Stiefeln
281. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Ich danke dir für den aller ings ein wenig kurzen Brief; es ist doch keine hübsche Einrichtung mit dem Sonnabendkistenschicken; denn dadurch werden die Briefe sehr kurz. Ich bedarf der Hefte sehr nothwendig, bis zum Dienstag sende sie mir ja, die Kiste brauchst du dazu doch nicht. Wie steht es denn mit dem Taschengeld? Du hast mir gar nicht geantwortet. — Ich schreibe jetzt übrigens wieder mit Gänsefedern; es ist das aller bequemste und ich habe mich jetzt völlig daran gewöhnt; du könntest mir ein paar mitsenden. —
Morgen gehe ich, wie du weißt zum heiligen Abendmahl und kann euch also nicht sehen, so sehr ich es wünschte. Nun aber der schöne, langersehnte Freitag wird schon herankommen. die Kiste brauche ich dir vor Donnerstag doch nicht zu senden du wirst sie doch wahrscheinlich erst heute über 8 Tage brauchen. Ich freue mich übrigens ungemein auf den Freitag; wir sehen uns doch in unsrer Wohnung oder wollt ihr zu den Tanten kommen? Am liebsten wäre mir doch zu Hause. — Wenn ich den Onkel Oscar gesehen hätte, würde ich mich sehr gefreut haben; seine Ferien sind nun auch in ein paar Wochen zu Ende. Da du übrigens nach Maßnitz reist, so grüße und glückwünsche in meinem Namen recht schön; es thut mir doch sehr leid, daß ich nicht mit hinkommen kann. Auch alle sonstigen lieben Anverwandte grüße recht herzlich von mir; es wäre doch so schön, wenn auch ich und Lisbeth mit hinreisen könnten. — Vielleicht kannst du mir meinen Don Juan mitbringen, wenn es dir möglich ist. — Hast du übrigens an Max Heinse geschrieben? Es wäre doch vielleicht wünschenswerth gewesen. Nun noch ein spezieller Auftrag für Lisbeth, der aber die höchste Eile hat. Ich bedarf zu einer deutschen Arbeit über Hölderlin nothwendig seine Biographie, sie liegt in meinem Bücherkasten. die Kamera obscura habt ihr mir auch nicht gesendet. Alles erwarte ich spätestens Dienstag, wo ich übrigens durchaus keine Gratulation haben will, aber auch mit keiner Sylbe. Denn mein Geburtstag ist erst Freitag. Es wird übrigens Zeit sein, aufzuhören; es geht mir ganz wohl, mag es euch immer auch so gehn. Also immer noch keine Besserung? Das ist schlimm. Grüß den Onkel recht schön von mir, Lisbeth gleichfalls, die mir vielleicht Dienstag das Betreffende besorgt.
So lebt recht wohl!
Euer Fritz.
Die Kiste ist etwas defeckt, du wirst es bemerken.
282. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Loskommen werd ich morgen auf keinen Fall, indem den ganzen Nachmittag Festlichkeiten sind. Es wird wahrscheinlich erst um 1 Uhr gegessen, bei gutem Wetter (denn heute sieht es sehr bedenklich aus) würde ich sodann etwa von ¾ 2—4 Spaziergang haben, wo ihr mich also wenn ihr nichts wichtigeres vorhabt, erwarten könnt. Um 4 ist Schauturnen, Thierquälerei, dann Feuer auf dem Berg und Feuerwerk und Abends Ball für die Primaner. — Ich danke übrigens Lisbeth schön für den Brief und für die schnelle Besorgung meiner Wünsche, ebenso für das innliegende Konfekt, das mich doch einigermaßen wieder an Königsgeburtstag errinnerte. Wir hatten gerade einen sehr Übeln und schwierigen Lektionstag. — Uebrigens fehlt mir noch der erste Band von Hölderlins Leben, den will ich mir morgen noch mitnehmen. — Es folgt heute eine Schach<tel> mit schmutziger Wäsche. Gestern habe ich Kiste und Kästchen zurückbefördert. Nun lebt recht wohl, morgen auf Wiedersehn, ich denke doch auch die Tante Rosalie zu treffen.
Euer Fritz.
Innhalt der Schachtel.
w<eiße> Hosen
3 Taschentücher
2 Handtücher
1 Serviette.
1 Vorhemd.
283. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Es war sehr angenehm, daß wir uns gestern noch etwas sahen. Denn vorigen Freitag haben wir uns nur sehr wenig gesprochen. Also sende mir die Brille, die Stiefeln, die zwei Thaler von der Tante hebe mir auf, aber ganz zu meiner Verfügung, wie sie mir geschenkt worden sind. Weihnachten werde ich sie mir spätestens geben lassen, da ich mir bis dahin noch ein Werk anschaffen will. Den dritten Thaler von der Großmamma hebe mir nur auch auf, wenn du ihn mir nicht senden willst. —
Ich habe am 18 October mich mehr als je gesehnt, einen gemüthlichen Nachmittag in eurem Kreise zuzubringen und ich fühlte mich sehr ungemüthlich in Pforta. Das Schauturnen furchtbar langweilig, auf dem Berge Feuerwerk und Feuer etwas weniger, dann aber wieder der ganze Abend! Das ist schrecklich. — Dein Geschenk liebe Mamma erfreut mich ungemein; es wird euch wohl auch gefallen wenn ichs euch vorspiele. Der Kuchen und die Weintrauben — alles sehr delicat. Hast du mir vielleicht den Don Juan mitgebracht? Ich habe es vergessen, neulich darnach zu fragen. Ich bin übrigens durch die hübschen Photographien darauf gekommen, mir Weihnachten wieder welche zu wünschen; es sind viele von großen Männern der Neuzeit erschienen. — Nun lebt recht wohl, schreibt mir bald einmal. Wie geht es heute der Tante? (Montag morgen)
Dein Fritz
Bitte sendet den Brief und alles Mitgesandte an Wilhelm.
Verliert den Brief ja nicht, er ist wichtig.
284. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter.
Ich muß euch leider die unangenehme Mittheilung machen, daß ich heute wieder veranlaßt worden bin, auf die Krankenstube zu gehn. Ich habe einen auffallend schnellen Pulslauf und dicken Hals und Schmerzen im Hinterkopf. Dabei greulicher Frost. Alles so dumpf. Im Allgemeinen wirklich dem vorjährigen Zustand beim Eintritt der Kopfschmerzen gleich. Deßhalb hielt ich es für meine Pflicht, dem Doktor Mittheilung zu machen, der mir herüber zu kommen rieth. Ich werde mich zu Bett legen. Sende mir schleunigst den Bettüberzug, ein weißes Hemd, wollne Strümpfe und Geld, das ich hier nöthig brauche. Lisbeth wird mir den „Muretus“ beilegen. Nun lebe recht wohl, hoffentlich geht es bald besser.
Dein Fritz.
285. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Wir haben uns schrecklich lang nicht gesehen und geschrieben: ich bin nämlich seit Montag bis Donnerstag auf der Krankenstube gewesen, da ich von Husten geplagt wurde. Als ich nun Donnerstag wieder herüberkam und mich sehr freute, euch besuchen zu können, da war zu meinem großen Aerger niemand zu Hause. Ich bin darauf zu Gustav und Wilhelm gegangen, die mich auch noch heraus nach Pforta begleitet haben. Ihr sendet mir doch bestimmt morgen die Kiste, vergeßt ja nicht das Paquet von Wilhelm, die Brille und einen Geburtsthaler beizulegen, den ich nothwendig zur Anschaffung eines Buches brauche. die beiden andern will ich mir zur Reise reservieren. Ich hoffe doch daß wir uns Sonntag in Almrich sehn, damit ich nicht wiede<r nach> Naumburg hetzen muß. Noch 7½ Woche, dann ist Weihnachten! Ich freue mich ganz erschrecklich darauf und ich werde mir die ganzen Ferien wieder ordentlich eintheilen. — Wir haben übrigens jetzt durch eine neue Einrichtung eine Stunde Schulgartenfrei von 4—5 täglich mehr. Weiter habe ich euch nichts zu schreiben, aber ich freue mich sehr auf Sonntag in Almrich! Wie geht es der Tante? — Adieu!
Euer Fritz.
Spaziergang ¼3—¼5
Breithaupt kommt.
286. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Ich sage euch herzlichen Dank dafür, daß ihr mir die Bücher sogleich herausgesandt habt. Ebenso war es sehr hübsch daß wir uns Sonntag doch noch gesehen haben, besonders da erst Sonntag über 8 Tage eine Zusammenkunft möglich ist. Es scheint jetzt sehr kalt zu werden. die Fenster sind gefroren. Ich freue mich ungemein auf Weihnachten, das wird herrlich werden. Ich habe mir schon aller hand dazu vorgenommen und denke viel in meinem warmen Stübchen zu vollbringen — Natürlich habe ich auch schon viel über Weihnachtswünsche nachgedacht und bin ziemlich einig. Was wünscht denn Lisbeth sich? Ich könnte ihr mehere interessante Bücher vorschlagen. Ich schreibe nächstens an sie. Was ich euch schenken soll, weiß ich gar nicht; wenn ihr aber keine Wünsche habt, so bekommt ihr auch nichts. Was kann ich euch auch schenken etwas Komponirtes, Gezeichnetes Gedichtetes? Uebrigens ist Prof. Buchbinder diese Nacht durch ein kleines Mädchen erfreut worden.
Sonst nichts neues.
Dein FW.
287. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mutter
Es ist heute die Reihe an mir, eine Trauerbotschaft zu überbringen. So eben, Dienstag Abend um sechs Uhr ist der Obersecundaner und Ordnungsgenosse von mir Wilhelm Peter, Sohn des Rektors, verschieden. Du kannst dir die Schnell<ig>keit seiner Krankheit kaum vorstellen. Gestern erst ernstlich krank war er am Nachmittag selbigen Tages schon vom Doktor aufgegeben, dennoch lebt er einen ganzen Tag noch im fortwährenden Phantasieren. Grund ist eine Erkältung, die Krankheit ein rheumatisches Fieber, das erst an die Nieren und zuletzt an das Herz getreten ist. Wir können es eigentlich noch gar nicht glauben, so unerwartet ist es gekommen. Das Jahr hat wirklich schon schwere Opfer von der Pforte gefordert, wie sich besonders am neulichen Todtenfeste herausstellte. Es ist sehr traurig!
Wie geht es euch denn? Ich möchte so gern nächsten Sonntag etwas länger bei euch zubringen und besonders bei Domrich unsre Bücherangelegenheit besorgen. Kannst du mir nicht einen Brief schreiben auf irgend etwas? Es ist nächsten Sonntag erster Advent, worüber ich mich sehr freue. die schöne Weihnachtszeit kommt immer näher heran. Vielleicht schreibe ich Lisbeth noch einige Worte speziell über Weihnachten. Am vorigen Ecce wurde übrigens auch der selige Menzel als in diesem Jahre heimgegangner Pförtner <genannt>. Hr. Prof. Steinhart hielt eine sehr schöne Rede. Sonst weiß ich nichts mehr zu schreiben, außer daß ich täglich und stündlich die Kiste erwarte von wegen der Wäsche. Lebe recht wohl! Liebe Mamma!
Dein Fritz
288. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
von deinem Bruder Liebe Liese.
Da ich dir lange schon einen Brief schuldig war, will ich dir jetzt einen recht feinen schreiben, wenn nicht meine globige Feder mich daran hindern sollte. Ich werde dich wahrscheinlich von weiter nichts als von — Weihnachten unterhalten können. Es ist ja auch jetzt unser Lieblingsgedanke und ist es alle Jahre um diese Zeit gewesen. Stelle dir nun recht gemüthlich einen meiner ersten Ferienabende vor, wie wir in warmer Stube, mit oder ohne Lampe dasitzen und uns gegenseitig unsre Wünsche vorzählen. Währenddem bereitet drüben Mamma und Tante Rosalie geheimnißvolle Werke und
— wir lauschen,
wenn sie heimlich Worte tauschen;
und ein ungewöhnlich Rauschen,
bald ein Flüstern, bald ein Knistern
macht uns nach den Wundern lüstern,
und das geisterhafte Weben,
Hin- und wieder ’nüber Schweben
macht uns beben
usw.
Ich hoffe, du wirst mit deinen Wünschen noch nicht so entschlossen sein, daß ich dir nicht wenigstens einige Vorschläge zur Güte machen könnte. Ich habe eine ziemliche Anzahl wünschenswerther Bücher und Musikalien aufgeschrieben und will dir so einiges mittheilen. Von letztern z. B. scheint mir sehr passend für dich ein Werk Schumanns, desselben, der die zerbrochne Fensterscheibe componirt hat. Und zwar sind es seine schönsten Lieder überhaupt; es ist „Frauenliebe und Leben“ Gedichte von Chamisso und muß so ungefähr 20 Srg. kosten. Der Text ist gleichfalls wunderschön. Von Büchern kann ich dir zuerst zwei theologische Werke anempfehlen, die dich und mich sehr interessieren werden. Ich habe sie selbst aus dem Munde Wenkels loben gehört, für dich sicherlich bedeutungsvoll. Beide sind von Hase, dem berühmten in Jena lebenden Professor, den ich selbst beinahe einmal gehört hätte, der nämlich der geistvollste Verfechter des idealen Rationalismus. „Das Leben Jesu“ (1,6) ist das eine und Kirchengeschichte (2 Th. 6) das andre. Beide oder vielmehr jedes einzeln ungefähr 1 <Th.>, 15 Srg. — Schreib an mich, wenn du die spezielle Addresse haben willst. Oder willst du dir vielleicht ein englisches Buch wünschen? Ich an deiner Stelle würde ganz entschieden Byron englisch lesen, der 1 Th. 25 Srg. kostet. Ich könnte dir noch verschiedne Bücher aufschreiben, nun will ich meine Wünsche sagen. In Hinsicht auf Musik also wünsche ich mir Paradies und die Peri v. Schumann für Klavier solo arrangirt. Das ist etwas entzückendes für jedermann, also auch für dich. Dann Shelley’s poetische Werke übersetzt v. Seybt. Das erste kostet etwa 2 Thaler, wenn es durch Gustav besorgt wird. Das letztere 1 Th. 10 Srg. Ich würde mich ganz ungemein freuen, wenn ich beides bekäme, denn es sind meine einzigen Wünsche. Da fällt mir übrigens etwas ein, daß ich dir doch erzählen muß. Ich war nämlich Sonntag Mittag zu Hr. Dr. Heinse zu Tisch eingeladen, wo sehr fein gegessen wurde und noch hübscher gesprochen. Dann ist Dr. Volkmann der neue Lehrer bereit, englische Privatstunden zu geben. Es haben sich eine Menge gemeldet, ich denke aber doch erst Ostern beizutreten. Augenblicklich studiere ich ja italienisch noch privatim. Lateinisch, Griechisch Hebraeisch, wo das erste Buch Mose gelesen, Deutsch, wo das Nibelungenlied in der Ursprache gelesen wird, Französisch, wo in der Klasse Karl XII gelesen, in einem Kränzchen mit dreien außer mir Athalie, Italiänisch wo im Kränzchen Dante gelesen wird. Wenn das nicht vorläufig genug ist, da weiß ich nicht, besonders da im Lateinischen zugleich Vergil, Livius, Cicero, Sallust gelesen, im Griechischen Uias, Lysias, Herodot gelesen wird. Nun leb wohl und freu dich über diesen bedenklich langen Brief.
Dein Fritz.
Sonntag auf Wiedersehn in Almrich
289. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Menzel, Geschichte der letzten vierzig Jahre 1816—56.
2 Bände
Stuttgart 1859 / 1 Th. 28 Srg.
Barrau, Geschichte der französischen Revolution 1789—99,
2 Bände
Brandenburg 1859. / 1 Th. 6 Srg.
Beides Berlin, Gsellius.
Liebe Lisbeth.
Das sind meine Wünsche, die sich seit gestern in so weit geändert haben, daß ich mir überhaupt nichts musikalisches wünsche. Diese geschichtlichen Werke sind für mich aber außerordentlich wünschenswerth, Du mußt wissen, daß ich mich jetzt sehr für Geschichte interessire. Außerdem habe ich gar keine Wünsche; wenn du mir etwas schenken willst, so schenke mir ein Stück Streichpomade, die für meine Haare mir lieb wäre. Daß du dir Frauenliebe und Leben nicht schenken lassen wünscht, ist mir unlieb zu hören, erstens da die Opposition doch aus einem Munde herrührt, der mir überhaupt über solche Schönheiten kein Urtheil zu haben scheint, und zweitens, weil ich weniger an das Singen als an das Vorspielen gedacht habe. Zum Singen freilich möchte es jetzt für dich zu schwer sein, einzelnes wenigstens. Wenn du also nicht wünscht, da könnte ich dir andere Sachen von Schubert z.B. vorschlagen. Freust du dich nicht ganz entsetzlich auf Weihnachten? Es ist freilich schade, daß ich mir nichts musikalisches wünschen kann. Ich werde mir aber in den Ferien meheres abschreiben und es euch dann vorspielen. So ist es doch viel billiger. Wir wollen recht schöne Ferien verleben. Du kannst mir übrigens einen schleunigen Gefallen thun. Morgen brauche ich ganz unbedingt den Bettüberzug, sende ihn mir in der Kiste und außerdem den Band von Beckers Weltgeschichte, der die Reformation enthält, und den letzten Band der neusten Geschichte desselben Werkes. Bitte vergiß es ja nicht! Sonst habe ich nichts weiter zu schreiben. Mein erster Wunschzettel gilt also nicht mehr. Mache die Tanten aber mit dem neuen noch nicht vor Donnerstag bekannt. Bei der Bestellung achte ja auf dieselben Worte, wie ich aufgeschrieben habe. Lebe recht schön wohl! Grüße Mamma vielmahl wenn sie wieder kommt.
Dein Fritz.
Nochmals anders entschlossen, aber auch nun fest. Ich habe die obigen Wünsche verworfen und wünsche mir
Arnd, Geschichte der französischen Revolution 1789—99.
6 Bände. Braunschweig. 1851. gebunden.
Berlin, Gsellius 3 Thl.
weiter nichts. Sag es den Tanten.
290. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
oder
Liebe Lisbeth!
wer gerade den
Brief zuerst
liest.
Du konntest dir denken, daß ich mich nach so vielen Veränderungen meiner Wünsche, noch einmal anders entschließen könnte, und so ist es denn auch wirklich gekommen. Ich bin auch wieder zur Musik zurückgekehrt, denn ich kann mir eine Bescheerung gar nicht recht ohne etwas Musikalisches denken. Ich hoffe, die Wahl ist gut, auch für dich. Ebenso ist das Buch höchst interessant, vielleicht auch für dich. Auf der andern Seite werde ich beides so aufschreiben, daß der abgerissne Zettel dem Buchhändler gezeigt werden kann. Eine Aenderung ist jetzt gar nicht mehr möglich, schon der Zeit wegen nicht. Der Gedanke kam mir über Nacht, denn ich schwankte sehr heftig. Ein Werk über französische Revolution mir zu wünschen, war eigentlich überflüssig, da die besten und theuersten Werke in der Bibliothek sind. Auch glaube ich immer bescheidner in meinen Wünschen geworden zu sein, natürlich ohne der Mildthätigkeit irgendwie Schranken setzen zu wollen. Ich danke dir übrigens schön, liebe Lisbeth daß du mir alles richtig besorgt hast, auch für die Aepfel danke ich recht sehr. Wie wird es denn mit Sonntag in Almrich? Bitte bringt mir doch den Wallenstein von der Tante Lina mit, wir haben eine Charakteristik des Antonio Piccolomini aus demselben zu machen. —
Sonnabend über zwei Wochen! Es ist ein entzückender Gedanke! Ihr glaubt nicht, wie ich mich auf Weihnachten freue, das wunderschöne Weihnachten! Jetzt sind noch ziemlich Arbeits volle Wochen. Aber dann! Sonnabend früh als nur irgend möglich, komme ich, es wird herrlich! Nicht wahr, der Onkel Burkhardt ist mit den kleinen Kousinen doch auch mit da? Ist die Mamma wieder zurückgekommen? Schreibt mir nur recht bald!
Euer Fritz.
Eine große Neuigkeit! Heute ist Donnerstag und morgen wird deshalb — Freitag sein —
Wir verreisen doch nicht etwa Weihnachten? Vorigen Sonntag bin ich noch etwa 7 Minuten bei Gustav gewesen, der mich dann nach Pforta begleitete. —
Erkältungen sind jetzt überaus häufig. die Krankenstube ist übervoll, es sollen neue Räume eingerichtet werden, Breithaupt ist auch drüben. Ich leide an Heiserkeit und Schnupfen. Weihnachten macht alles gut!
Uebrigens habe ich noch einen Wunsch, nämlich irgend eine Photographie eines lebenden berühmten Mannes, z. B. Liszt oder Wagner oder eine Photographie aus dem Sheakspearealbum des berühmten Kaulbach (z. B. zu Makbeth) eine einzelne kostet allerdings 27½ Srg. Es soll eine Zierde für mein Album sein. Sie sind großes Format.
Ihr seht jedenfalls, daß ich die mannichfachsten Wünsche habe. Ihr müßt mir nun aber auch so schreiben, was ihr euch wünscht.
291. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Wie hübsch war es doch, daß wir uns gestern etwas länger sprechen konnten. Ich bin ganz zur rechten Zeit wieder in Pforta angelangt; der Weg war nicht mehr so schmutzig wie am Vormittag. Ich sende euch außer meherer schmutziger Wäsche auch einen Brief, den ihr an Wilhelm oder Gustav abgeben möcht. die Zeit vergeht übrigens doch allzu langsam, seit gestern erst ein Tag! Wie lang wird’s da noch bis Weihnachten sein! Ich habe übrigens den Gedanken, daß wir doch in den Ferien Wilhelm und Gustav einmal Abends zum Thee einladen könnten. Du wirst es doch wohl erlauben? Im Betreff meiner Wünsche muß ich noch erwähnen, daß die Lieder Mignons, des Harfners, und Philinens op. 98a. sind, was bei der Bestellung nicht zu vergessen wäre. Ich habe jetzt eigentlich rechte Hoffnung in Betreff meiner Wünsche und die laßt nicht zu Schanden werden. die ersten 8 Tage werde ich noch sehr viel zu thun haben, das ist mir ganz klar, wenn ich nur alle Morgen von ½10—12 und Nachmittags von 1—3 allein sein kann. — Bekommen wir denn gar keine Stollen von irgend wem geschenkt? — Habt ihr denn Tinte, damit sie, wenn ich da bin, nicht fehlt? Könnt ihr mir nicht aus Pobles den Don Juan herbeischaffen, der das Unglück hat, immer vergessen zu werden? Diesmal wollen wir übrigens zu Neujahr aufbleiben und uns mit allen vorher darauf einrichten, wir können Theaterstücke lesen, Thee trinken, Verse machen, Klavier mit vier Händen und vier Beinen klimpern, unsre pyramidalen Todtenkränze mit den berühmten 1444 Plätzchen von einem Ei abtanzen. Kurzum alles machen, nur nicht schlafen! Bis jetzt haben wir noch in diesem Logis nichts zu stände gebracht, es soll aber schon werden. — Aepfel wollen wir nicht an den Baum hängen, aber Nüsse und Zuckerwerk. — Soll ich vielleicht den Tanten draußen die eigentlich für Tante Rosalie bestimmte Zeichnung schenken? Sonst habe ich euch nichts weiter zu schreiben, beeilt euch indessen mit Weihnachtsvorbereitungen, damit es nicht zu spät wird. Schenkt mir nur recht viel, auch allerhand Kleinigkeiten, z. B. ein Notizbuch, mein jetziges ist ganz voll und dann Notenpapier in der mir beliebten Façon, das muß aber bestellt werden, da es nicht vorräthig ist. Nun lebt recht schön wohl!
Viele Grüße
von mir!
Dein Fritz!
Ich hatte die Unterschrift vergessen.
1861 (90 Briefe)
202. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Я получил твое милое письмо и коробку правильно, хотя и немного поздно. Ты уже написал господину инспектору Нисе? Все остальные привезли письма из отпуска; так что, пожалуйста, пиши, как только это будет возможно. — Сейчас довольно холодное зимнее время; я все еще часто думаю о прекрасных каникулах и приятных часах, которые мы провели. Мои булочки и мои яблоки, к сожалению, все. — Мы хотим теперь в нашей комнате держать газеты и, ради дешевизны, халльский курьер. — Что мы не виделись в прошлый понедельник, мне очень жаль; но у меня был урок игры на пианино, и когда я узнал об этом позже, вы уже уехали. Приезжали ли дядя Эдмунд и тетя Ида?— Сегодня отправляю ящик с бельём и прочим. Пожалуйста, пришли его мне обратно в субботу с бельём и другим. Ты получила ключ от чемодана, чемодан и письмо? Как поживает Лисбет с её ногой? Она уже снова ходит в школу? — Напиши мне также, где мы встретимся в следующее воскресенье? Если холод не слишком сильный, надеюсь, в Альмрихе. Передай Лисбет много приветов, дорогая мама! Будьте здоровы!
Твой FWNietzsche.
NB. Это я написал бы вчера, дорогая мама. Но ты пришла вчера сама с своим милым визитом; это доставило мне огромную радость. Если бы только это длилось немного дольше! Напиши мне ещё, где мы встретимся в воскресенье. (Прогулка с ¼ 3 до ¼ 45.) Возможно, ты пришлёшь мне ещё порцию яблок, чтобы у меня в шкафу было что-то в запасе.
Твой FWN.
203. An Gustav Krug und Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогие друзья.
Теперь прекрасные дни, когда мы могли говорить дольше и чаще, снова прошли, прошли времена, которые в ожидании были так полны надежд, а в воспоминаниях — так утешительны. Чтобы теперь исполнить данное обещание и снова пообщаться с вами, пусть не лично, но хотя бы в духе, я собираюсь обратиться к вам с несколькими словами, не столько о том, что я пережил, насладился, услышал, увидел, сколько о некоторых идеях, которыми мы уже так много обменивались в недавно прошедшие часы. Ведь что я могу рассказать о своей нынешней жизни? Что у нас много дел? Что работу еще нарушают мысли о каникулах?
Что время для любимых занятий мало, ах, к сожалению! слишком мало? Вы ведь всё это уже сами испытали и испытываете ещё. Зачем же мне увеличивать ваше недовольство? Воистину, гораздо приятнее бежать из тиранического царства принуждения в области свободной воли. Без дальнейших околичностей я поэтому обращусь к материалу, который теперь на короткое время может привлечь ваше внимание. И этот материал касается преобразования оратории. Если до сих пор всегда считали, что оратория занимает в духовной музыке то же место, что и опера в светской, то мне это кажется неверным, более того, унижением.
An und für sich само по себе оратория величественно проста, да, так и должно быть, как возвышающая и, причем, строго религиозно возвышающая музыка. Таким образом, оратория отвергает все другие средства, которыми оперется опера для воздействия; её нельзя считать чем-то сопутствующим, как оперную музыку, которая для массы всё ещё является таковой. Здесь не возбуждается никакой другой чувственный орган, кроме слуха. Также материал бесконечно проще и возвышеннее, да, в значительной части он известен и всем, даже необразованным, без труда понятен. Поэтому, я считаю, оратория стоит в своём музыкальном жанре выше, чем опера, поскольку она проще в средствах, непосредственнее в воздействии и, по крайней мере, должна быть более распространённой.
Если последнее не так, то причины следует искать не в самом музыкальном жанре, а частично в его обработке, частично в недостаточном серьезности нашего времени. Что касается обработки, то она, во-первых, слишком сложна и все еще позволяет ощущать отсутствие единства. Как может музыкальное произведение, разбитое на множество мелких несвязанных частей, произвести единое и, прежде всего, священное впечатление! Поэтому я считаю, что целое должно делиться лишь на несколько, но более крупных частей, которые следуют ходу событий и несут в себе единый характер.
Во-вторых, недостаток заключается в слишком искусственной, старомодной манере обработки, которая больше подходит для кабинета, чем для наших церквей и залов, и которая затрудняет, а то и делает невозможным понимание музыки для необразованного человека. Конечно, верно, что такое произведение не должно и не может быть понято и оценено с первого прослушивания, а должно быть воспринято. И никто не станет отрицать, что фуга может быть воспринята даже необразованными, особенно если она краткая и выразительная и не растягивается на бесчисленные такты, звучащие фальшиво и скучно. Однако главная причина, по которой оратория недостаточно популярна, вероятно, заключается в том, что музыка часто слишком нечестиво смешана с мирским.
И это главное требование, чтобы она во всех частях носила на челе святое, божественное. Таким образом, каждое ораторио должно удовлетворять этим трём требованиям, а именно: везде демонстрировать единый, связный характер, затем глубоко проникать в душу и, наконец, всегда быть строго религиозным и возвышенным. К этому добавляется ещё одно требование, которое действительно необходимо и неизбежно. Я имею в виду изгнание речитатива и соответствующую замену. Ведь чисто непоэтическое повествование никак нельзя спеть, не вызывая раздражающего и разделяющего впечатления. В качестве соответствующей замены нельзя придумать никакого другого музыкального произведения.
“Если же повествование неизбежно необходимо, то, по моему мнению, слова должны произноситься под сопровождающую музыку. Тогда появится новый элемент, а именно мелодраматический, в оратории. В противном случае следует избегать всего, что нельзя спеть, и лучше заполнять отсутствующие промежуточные звенья, которые слушатель легко может дополнить в знакомых рассказах, музыкальными интерлюдиями, схожими по характеру с повествованием. —Так как я надеюсь в следующих письмах выразить вам свои дальнейшие мысли по этому поводу, а время поджимает, я должен теперь завершить. Пришли ли ноты? Я очень заинтригован. Вскоре мы также обменяемся нашими январскими посылками, а от Вильгельма, возможно, я еще получу запоздалую декабрьскую поставку. Напишите мне, пожалуйста, поскорее: я так тоскую по письму, ведь я так отрезан и отделен от вас. В остальном желаю, чтобы вам всегда было хорошо и чтобы вы иногда думали о своем друге в Пфорте.
Semper nostra mane<t amicitia!>
[ + ]
204. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Мне было очень жаль вчера, что мы не увиделись, хотя я и поздравил тётю Розалию и навестил тётушек. Я так уверенно и точно на это рассчитывал и радовался этому. Ведь мы не виделись уже в прошлое воскресенье, а ваше пребывание в Пфорте было слишком коротким. Третьего февраля, на следующий день после твоего дня рождения, обязательно освободи меня на долгое время и пришли мне письмо. В сам день рождения я не смогу освободиться. — Я передал тёте свои очки. Их нужно что-то припаять. — День отдыха выпадает на вторник; возможно, Бартейс спросит. — Я правильно получил ящик с письмом, бельём и яблоками; благодарю за всё много раз.
— Я посылаю вам сегодня письмо к моим друзьям. Пожалуйста, передайте его правильно, дорогая мама! — Как вы поживаете? Напишите мне, пожалуйста, раз подробно. В следующее воскресенье мы обязательно встретимся в Альмрихе; путь по снегу, особенно при такой плохой дороге между Пфортой и Альмрихом, слишком утомителен. Ещё одна просьба: так как сейчас собирают деньги на подарок г-ну проф. Корсену, у которого скоро день рождения, а также для общества Густава Адольфа, то мне сейчас необходимо 5 талеров, особенно потому, что я не хочу трогать весь талер. Вы, возможно, пришлёте мне это в следующей посылке, завёрнутое; это было бы для меня большой услугой. Ну, будьте здоровы, дорогая мама, много приветов Лисбет!Ваш FWNietzsche.
205. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я получил твое милое письмо и благодарю тебя за него. Письмо Шенку я передал. — В следующее воскресенье мы увидимся в Альмрихе, как ты мне пишешь. — В эти дни я чувствую себя очень плохо, но не знаю, откуда это. У меня постоянные головные боли; вся голова занята этим; затем болит горло при каждом движении, а также гортань, когда я дышу. Всю ночь я не спал, а то замерзал, то потел. Я совсем не могу прийти в себя, все вокруг как сон. Но я думаю, если я ничего не буду делать, скоро станет лучше. В лазарет я ни за что не пойду. Если в воскресенье будет еще хуже, то мы вместе поедем в Наумбург, и я останусь там. Аппетита у меня совсем нет; но я ем как обычно; ведь если я продолжу свою обычную жизнь, скоро все улучшится. Только не пугайтесь; надеюсь, к воскресенью все пройдет. Пришли мне завтра ящик. Много приветов Лизбет!
Твой ФВНитше.
206. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я всё же пошёл сегодня в лазарет, так как там я ничего не могу начать и не могу работать. Таким образом, мы не сможем увидеться завтра; мне очень жаль, что мы так долго не виделись. Здесь в лазарете довольно многолюдно, 8 человек помимо меня; вероятно, будет и скучно. Прежде всего, я надеюсь вскоре снова перейти обратно, чтобы не пропустить слишком много. Я также пропускаю мало уроков, так как сегодня суббота, завтра воскресенье, а в понедельник день отдыха. Мне очень приятно, что у вас всё хорошо. Шенк тоже написал, чтобы поблагодарить за твоё письмо, а также сообщить о смерти своей другой сестры. Бедный мальчик! — Напишите мне, пожалуйста, поскорее и пришлите бельё, особенно рубашки, возможно, и полотенце. Ну, будь здорова! Много приветов Лизбет!
Твой ФВНицше.
207. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Г-ну проф. Буддензигу почтительно просят о двух серебряных грошах на 2 порции сахара для лекарства.
ФВ Ницше.
208. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня только несколько слов, так как у меня не так много времени, и Шенк хочет взять мое письмо с собой. Значительно лучше, горло без боли, в горле не так много, но в голове часто еще довольно сильные головные боли. Доктор прописал мне в основном покой и никаких новых лекарств. Работать я все еще не могу. Если ты хочешь мне что-то отправить, пришли мне жареные яблоки, которые я затем разогрею. Я их очень люблю; сегодня доктор прислал мне такие. Передай Лизабет много приветов от меня!
Твой, нежно тебя любящий
ФВНицше
209. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я думал, что моё недомогание пройдёт; но с вчерашнего дня оно вернулось с удвоенной силой. Головные боли снова стали такими сильными, что я совсем не могу работать. Также снова болит горло; и боль в гортани вернулась. Я не мог спать ночами от боли. Мне очень грустно на душе. Проф. Буддензиг, который сейчас отвечает за осмотр, посоветовал мне обратиться к доктору. Я так и сделал, и доктор сказал, что мне следует лечь в лазарет. Это, конечно, очень неприятно, ведь я только недавно сюда перебрался. Но ничего не поделаешь. Больше всего мне жаль, что на твой день рождения я точно не смогу приехать. — Если бы я только знал, откуда всё это берётся. Радует то, что появился насморк. Я думаю, это не продлится долго. Ну, будь здорова, напиши мне обязательно. Передай много приветов Лизбет! Если тебе будет возможно и дорога станет лучше, то навести меня. Пришли мне, пожалуйста, ящик с большим количеством белья.
Будь здорова!
Твой ФВНицше
210. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Несколько слов, дорогая мама, я всё же должен написать тебе сегодня; заранее извини, если моё письмо будет очень коротким, а почерк плохим.
Прежде всего, мои самые искренние пожелания к твоему дорогому дню рождения. Пусть милый Бог будет с тобой весь год и осыпает тебя благодатями. Пусть Он дарует тебе постоянное здоровье, чтобы ты могла провести новый год в полном благополучии. А мы будем всегда и в новом году стараться выражать благодарность в словах и делах и воздавать тебе за твою великую любовь к нам. —
Мне очень жаль, что я не могу быть сегодня в Наумбурге, но я всё ещё лежу в постели и не должен вставать. Однако дела идут намного лучше; головные боли сильно уменьшились; аппетит тоже лучше, короче говоря, определённо на пути к выздоровлению. Печёные яблоки мне очень понравились. Я благодарю тебя за них; также я правильно получил бельё. Ты мне писала? Я не нашёл письмо.
Передай Лизбет много приветов от меня и проведите день в настоящей радости! Передайте много приветов дяде Теобальду! Ну, живи хорошо, очень хорошо!
Твой, любящий тебя искренне
ФВН.
Моё стихотворение ко дню рождения и небольшая композиция ещё не совсем закончены; мне очень жаль. Я завершу всё позже. —
211. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Ещё несколько строк, чтобы сообщить тебе о моём состоянии здоровья. Теперь мне разрешили вставать, и в воскресенье я уже почти весь день был на ногах. Правда, сначала мне пришлось снова привыкать к этому, так как поначалу я едва мог ходить. Но теперь мне намного лучше; правда, я очень слаб; я не могу ни читать, ни писать ничего напряжённого, иначе у меня сразу начинается головная боль; но в остальном всё вполне сносно. На обед я тоже снова получаю немного мяса. Большое спасибо, дорогая мама, за варенье, которое ты прислала мне через Шенка. Оно очень вкусное; но я всегда ем мало, чтобы не навредить себе. Большое спасибо и за все, все приветы! Мне очень приятно, что вы провели такие прекрасные дни. Как жаль, что я не мог быть с вами! Ну, будь здорова, очень здорова! Много приветов Лизбет и всем остальным!
Твой ФВН.
212. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
То, что я так долго не писал, происходит лишь оттого, что я твердо верил, что увижу тебя лично в эти дни в Пфорте. Погода сейчас так чудесна; пожалуйста, обязательно навести меня, дорогая мама! Твое письмо я правильно получил; я благодарю тебя за него. Мне сейчас намного лучше; я, собственно, совсем здоров, могу каждый день гулять час и редко страдаю от головных болей. Но я не буду снова торопить доктора, а оставлю это полностью на его усмотрение. Возможно, я приду завтра, а возможно, только в воскресенье. Как обстоят дела, дорогая мама, с вашими карнавальными билетами? На этот раз я не могу их достать. Не хочешь ли ты приехать и по этому поводу? Старшеклассники играют "Юлия Цезаря" и комические сцены из "Сна в летнюю ночь". Старшие ученики второго класса — две комедии Фридриха, названия которых я еще не знаю. —
Ну, будь здорова, дорогая мама, я сегодня также отправляю свою коробку, правда, без белья.
Твой ФВН.
Много приветов Лисбет!
213. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
На твое милое письмо, которое доставило мне много радости, я хочу сегодня сразу же ответить. То, что тебе больше понравились "Цезарь" и сцены из "Сна в летнюю ночь", чем пьесы старшеклассников, вполне естественно, ведь первокурсники играли значительно лучше. — Мое здоровье тоже улучшилось, хотя вчера днем головные боли вернулись довольно сильно. Я обязательно напишу тебе еще раз в субботу, чтобы мы могли встретиться в Альмрихе, когда я приеду. Лизбет благодарю за ее милое письмо и обещаю ответить очень скоро. — Здесь мы тоже получили наши блины, во вторник два и сегодня снова два. Они мне очень понравились. Ну, будь здорова, дорогая мама! Я скоро снова напишу. Много приветов!
Твой FWN.
214. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я действительно устал от этих головных болей; они не проходят и возвращаются снова. Малейшее напряжение головы вызывает у меня боль. И из-за этого я пропускаю множество уроков, не имея возможности ничего нагнать. Сегодня мне снова поставили по испанской мушке за каждое ухо. Не думаю, что это поможет. Если бы я только мог ежедневно много гулять! Иначе не знаю, как это может поправиться. Я уже думал, не провести ли мне пару недель в Наумбурге и не вылечиться ли там с помощью прогулок. Пожалуйста, приезжай завтра (в воскресенье); давай поговорим об этом подробнее. Здесь, в лазарете, головные боли, я думаю, не прекратятся. —
Кстати, здесь странным образом началась краснуха; ежедневно двое или трое заболевают. Всего сейчас десять больных. —
Ну, будь здорова, дорогая мама, подумай обо всём и обязательно навести меня! Передавай привет Лисбет!
Твой Ф. В. Н.
215. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я счастлив снова прибыть в Пфорту. Было очень мило, что Вильгельм и Густав сопровождали меня; мы очень мило провели время вместе. Сегодня утром я представился господину доктору; сегодня в полдень я пойду к профессору Буддензигу. — Мои головные боли вернулись всего несколько раз; всё будет хорошо. Мне, конечно, нужно многое наверстать. Только, пожалуйста, пришли мне всё. Я, возможно, что-то ещё оставил дома? — Передай Лизбет много приветов от меня!
Прощай!
В Наумбурге было очень мило!
— Через 4 недели я снова буду с вами на более долгое время. Напиши мне, пожалуйста, ещё несколько раз до воскресенья, чтобы мы ничего не забыли. —
Сегодня утром работа не идет как следует, головные боли снова вернулись. Я должен постепенно привыкнуть к этому.
Ну, прощай! Дорогая мама!
Твой ФВН.
Брауне I сегодня на экзамене. В четверг он приедет к вам.
216. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2½ часа на прогулку.
217. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Я прибыл в Пфорту в воскресенье, вполне благополучно, при не столь сильной буре, как я думал, около 10 часов, после того как мне пришлось обязательно выпить чашку чая у Маннсбахов. В понедельник я уже как следует поработал, ибо наша экзаменационная пора началась. У нас тема — обработать жизнь охотников и рыбаков; я уже однажды разрабатывал её в Наумбурге. Пожалуйста, пришлите мне завтра в полдень мою немецкую рабочую тетрадь, она лежит в книжном шкафу на третьей или второй полке снизу. Лизбет её найдёт. — Мы ведь так мило провели вместе воскресенье, и как долго ещё пройдёт, пока я снова не буду с вами.Если бы только эти экзаменационные недели наконец-то благополучно закончились!
Не мог бы ты прислать мне несколько плиток шоколада, чтобы я снова мог пить молоко по утрам? Сейчас оно очень плохое, и в таких случаях нужно что-то иметь; потому что оставаться совсем натощак, как я делал в последние дни, совсем не приятно. Ты доставил бы мне большую радость.
Портрет моих друзей я прибил к стене, я всегда радуюсь, когда вижу его! Не хотите ли и вы сфотографироваться?
Ты еще раз проверила полотенце, О.? Сегодня отправляю всю грязную одежду.
Ну, живите хорошо, мама и Лизбет! Пожелайте мне удачи на экзаменах! Ведь я так много пропустил, и мне немного страшно!
Прощайте!
Ваш ФВНицше
218. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 22 ½ серебряных грошей за аренду пианино.
219. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Мне очень жаль, что в эти дни из-за множества дел я не мог тебе написать. Это время так заполнено повторениями, и кроме того, мне ещё нужно многое нагнать.
Как прекрасно, что вы отметили со мной этот святой и важный день конфирмации! Я с большим волнением прочитал прекрасные письма; я также надеюсь, что, когда у меня снова появится время, отвечу на них, надеюсь, до каникул. — Письмо профессору Буддензигу отправлено правильно. — Фотография мне очень нравится, хотя поза немного сутулая, ноги немного кривые, а рука похожа на комок. Кому ты хочешь их всех подарить? — Деньги я получил правильно; я благодарю тебя за них. Напиши мне, пожалуйста, поскорее, так как я очень люблю читать ваши письма, и в воскресенье мы не сможем увидеться. Много приветов Лизбет. Будь здорова!
Твой ФВН.
220. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу экзаменационных работ.
221. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2 ½ Srg. на прогулку.
222. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Господину профессору Буддензигу почтительно просят 20 сер. за чистку одежды.
Ницше.
223. An Edmund Oebler in Gorenzen
Дорогой дядя.
Ты тоже сопровождал меня на моём конфирмационном обряде с такими сердечными пожеланиями и одарил меня такими прекрасными подарками. Я выражаю тебе за это свою самую искреннюю благодарность. Пусть этот серьёзный и священный день всегда будет стоять перед моей душой на протяжении всей моей будущей жизни и напоминать мне о торжественных обетах и исповеданиях, которые я тогда дал! Пусть и твои прекрасные книги помогут обновить память о тех важных моментах. О ходе торжественного обряда я расскажу тебе устно; ибо я очень надеюсь, что мы увидимся на следующих собачьих каникулах, если не в твоём дорогом Горенцене, как бы я ни хотел там быть, то хотя бы в совместной поездке в Плауэн, которую ты, как я слышал от дяди Теобальда, собираешься предпринять. Сейчас я снова нахожусь в Пфорте, после того как хорошо провёл каникулы в Наумбурге. Теперь я первоклассник из Untersecunda, так что надеюсь, что к Михаэли перейду в Obersecunda.
Передай сердечный привет дорогой тёте и поблагодари её от моего имени много раз за прекрасную и глубокую книгу. Также передай много приветов дорогим детям от кузена Фрица. Фрау Винтер, дорогой господин кантор и все, кто ещё обо мне помнит, тоже. Ну, прощай, дорогой дядя!
Он благодарит тебя и часто думает о тебеТвой, любящий тебя от всего сердца
ФВНицше
224. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Сегодня следуют четыре письма: дяде Бернхарду, дяде Эдмунду, тётушке Балстер и господину пастору Шенку. О форме письма к Эренбергам скажи мне завтра необходимое, ведь мы всё равно встретимся в Альмрихе. Я уже занялся рекомендованным мне Дэвисом. Он попал в первый класс Обертерции. Не взять ли мне его как-нибудь с собой в Альмрих? Кроме уже написанного, мне ещё не хватает красивого ножа, сапог, мочалок, швейных принадлежностей и — больше я сейчас не помню. Много приветов дяде и Лисе!
Прощай!
Твой FWNietzsche
225. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения привести в порядок шкаф.
226. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ Srg на прогулку.
227. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ серебряных гроша за схему.
228. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести
одну книгу белой бумаги
пачку писчей бумаги
4 синие тетради
.
229. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Только что получил твое письмо и с удивлением узнал, что мой ящик еще не прибыл. Но, вероятно, ты получила его сразу после отправки письма, так как я отправил его во вторник. —
Теперь мы, значит, долго не увидимся; передай привет всем дорогим родственникам от меня. Желаю вам приятного путешествия и развлечений. Не забудьте, пожалуйста, привезти мне моего Дон Жуана. —
Пришли мне, значит, завтра желаемое, кроме того, чехол (от апреля), салфетку и т.д., красивый нож, носки, мочалку и т.д. Будь здорова, моя дорогая мама и Лизбет! Мне так жаль, что не могу поехать с вами!
Твой, любящий тебя от всего сердца
ФВНицше
230. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Меня невероятно радует, что вы вернулись. Я ждал этого день за днем; ведь мы не виделись с каникул, а это долгое время. Мне очень приятно, что вам так понравилось; я бы с удовольствием поехал с вами, так как еще никогда не был в Маснице. Сердечно благодарю за все приветы от дорогой бабушки и родственников! Что касается меня, то мое самочувствие не самое лучшее, так как мой насморк сильно усилился, и мой кашель мне неприятен. Но все это пройдет, когда погода станет лучше, а дни солнечнее. Вы привезли мне моего Дон Жуана? Пришлите его, пожалуйста, с следующей посылкой, которую я вам отправлю завтра!
Возможно, также что-то от кашля, из-за которого я не хочу обращаться к доктору. Что касается Шенка, то его болезнь очень доброкачественная; у него уже пять товарищей по страданию; корь, похоже, снова начинает распространяться. Я всегда приносил ему всё, что он хотел; видеться и разговаривать с ним я не могу из-за риска заражения. Теперь ещё, дорогая мама, слово с тобой наедине. И мне эти, обычно такие прекрасные, пасхальные каникулы омрачены и омрачены неприятными событиями, и меня очень болезненно задевает, когда я думаю об этом, что я так огорчил тебя. Я ещё раз очень сердечно прошу у тебя прощения, дорогая мама! Ведь было бы печально, если бы из-за этого разногласия я нарушил наше прекрасное, взаимное отношение. Прости меня, пожалуйста, дорогая мама, но тогда я прошу тебя, никогда больше не вспоминать об этих событиях, а считать их неслучившимися. Я также постараюсь в дальнейшем, насколько это в моих силах, своим поведением и любовью к тебе загладить причиненный разрыв. Напиши мне ещё раз об этом, дорогая мама! — Передай Лизбет много приветов от меня. Я бы так хотел снова её увидеть, надеюсь, в воскресенье с 4 до 6 в Альмрихе!
Твой, любящий тебя от всего сердца, Фриц.
231. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Вчера в Альмрихе было чудесно; если бы только мы могли поговорить подольше; время пролетело слишком быстро. Но я надеюсь скоро освободиться, чтобы снова побывать дома. Сегодня я отправляю вам свой ящик; пришлите его мне обратно как можно скорее; мне всё ещё не хватает моего сапожного валька. Также пришлите мне мою биографию, которая лежит в зелёном ящике; она мне нужна сейчас для составления автобиографии. Также пришлите мне моё бельё, особенно носовые платки, иначе мой насморк совсем не пройдёт. Также обещанные деньги; моя зубная щётка тоже куда-то пропала. Не знаю, где она может быть. — Теперь я, собственно, не знаю, что ещё написать. Вчера мы всё друг другу рассказали. Надеюсь, Лизабет напишет мне подробное письмо. Ведь я всегда очень рад услышать что-то конкретное. Надеюсь, Вильгельм (и) Густав тоже напишут мне в эти дни. Ну, будь здорова, моя дорогая мама, часто думай о своём Фрице. Передай Лизабет много приветов от меня! Ещё одна просьба: у меня совсем нет нотной бумаги в Пфорте! Купите мне её у Мерзина, большую и очень английскую. Пришлите её мне тоже!
Твой FWNietzsche
232. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести коробочку стальных перьев.
233. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Я каждый день с большим нетерпением ждал письма и посылки, потому что мне очень нужно кое-что, например, мою биографию, цепочку для часов. Вы все здоровы и в порядке? Я почти боюсь, что кто-то из вас нездоров. Ну, я надеюсь, что сегодня получу более подробные разъяснения по этому поводу.
Эти дни, с тех пор как я писал в последний раз, прошли очень однообразно и в большой работе. Погода неприятная, и май со своим снегом — печальное явление. Если бы только не так много замерзло!
Вероятно, это будет небольшой урожай фруктов и вина.Кстати, у меня есть ещё что рассказать; я, кажется, уже сообщал вам, что мы (а именно хор) пели в церкви на свадьбе Мари Ягер и молодого пловца. Поэтому в прошлую среду вечером хор был приглашён к Ягерам. Там подавали пунш с блинами. Материала было невероятно много.
Между делом пели песни, произносили тосты — в общем, было очень весело, и все были в прекрасном настроении. Естественным следствием стало то, что на следующий день я был немного уставшим, ведь при подъёме в 5 часов не получится как следует выспаться.
Вильгельм и Густав тоже ещё не написали; я с нетерпением жду их писем.
В Пфорте серьёзно вспыхнула корь.
Двое должны быть очень опасно больны, особенно один, у которого также началась нервная лихорадка.
У одного также сломана нога во время гимнастики; но это не так уж и страшно.
Что касается меня, то, за исключением некоторой хрипоты и непрекращающегося насморка, я чувствую себя вполне хорошо и желаю, чтобы и вы тоже были здоровы. Передайте много приветов от меня Лизбет! Я с нетерпением жду следующего воскресенья, хотя еще не знаю, где мы встретимся.
Твой Фриц
Суббота.
Я правильно получил ящик, письмо и все остальное и благодарю за это много раз. Только носки мне необходимы, и ремешок для часов.
Мне также есть что сообщить печальное. Вчера в 5 часов вечера умер от кори Пьешель II, так как корь перешла на внутренние органы. Это очень печально и прямо-таки жутко в Пфорте. Родители других больных корью, вероятно, теперь испугаются.
Так что завтра, надеюсь, увидимся в Альмрихе!
Много приветов!
Твой Фриц.
234. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня утром, дорогая мамочка, всего несколько слов. Вчера, несмотря на ветер и дождь, было очень мило; мы очень мило провели время, я затем вышел без дождя и переоделся. Мне это тоже очень пошло на пользу. Но сегодня у меня есть просьба: пришли мне, пожалуйста, книгу из книжного шкафа, которая, вероятно, стоит в первых трех верхних рядах, довольно тонкая, серого мрамора. Она содержит инструкцию по переводу Корнелия Непоса на греческий. Но она мне нужна завтра (вторник), так что, пожалуйста, пришли ее мне вместе с резиночкой. Больше мне нечего тебе сообщить, кроме того, что я очень радуюсь школьному празднику и Пятидесятнице. Я уже составляю план поездки на каникулы в собачьи дни. Передай много приветов Лизбет, до радостной встречи в следующий четверг (с 4 до 6) в Альмрихе!
Твой Фриц
P.S. Как обстоят дела с вашей поездкой в Плауэн? В этом месяце вы, вероятно, останетесь там до Пятидесятницы; но потом вы уедете?
Могу ли я первые дни собачьих дней остаться в Наумбурге, затем с 6 по 15 в Маснице, 15-30 в Плауэне и Фихтельгебирге, 31 июля - 4 августа снова в Наумбурге? — Я также готов задержаться подольше в Галле и Лейпциге на обратном пути.
235. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Это письмо, вероятно, застанет тебя, когда дорогие гости уже уедут; в прошлое воскресенье было очень мило, и ты едва ли поверишь, как я радуюсь Троицким дням. В воскресенье, то есть в первый день Троицы, мы не увидимся; не хочешь ли ты отправить ко мне моих друзей, чтобы я мог с ними немного прогуляться. Скажи им, чтобы они были в Пфорте к 3 часам и шли через лес сверху (ты же знаешь мой обычный путь). Поскольку наша прогулка продлится дольше обычного, ты могла бы дать им пару пакетов с бутербродами, чтобы у нас было что-то перекусить. — Во второй день праздника я приеду в полдень, то есть не поев, nota bene. Если погода не будет плохой и не слишком жаркой, мы можем устроить небольшую партию во второй половине дня. — Но пришли мне в эти дни мой ящик с необходимым бельём, особенно полотенцами, хлопковыми носками; ведь в эту жару мне приходится часто переодеваться. Не могу ли я в эту среду примерить пару белых брюк? Я не могу больше терпеть в этих жарких, тёплых шерстяных штанах. Для поездки мне всё-таки нужно что-то лёгкое. Возможно, они будут готовы к школьному празднику. — Ну, передай Лизавет много приветов; я очень радуюсь нашему воссоединению!
Твой Фриц
Письменные принадлежности и книги не забыть
236. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести себе соломенный матрас.
237. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Ты можешь представить, что сегодня утром я часто вспоминал Наумбург и проведённые каникулы. Мы ведь очень хорошо провели эти дни вместе, и я только хотел бы, чтобы они длились дольше. — Вчера вечером я приехал в Пфорту под проливным дождём, и в конце концов из-за слишком сильного ветра не смог больше раскрыть зонт. Я прибыл как раз вовремя и не заснул по дороге. Ночью я очень хорошо отдохнул. Сегодня снова очень грустная погода, если бы только завтра было приятнее! Сегодня у меня очень сиплый голос; не могла бы ты завтра принести мне в Пфорту несколько яиц? Сегодня я отправляю вам грязное бельё вместе с брюками, которые я больше не могу носить, если ты не почистишь и не почистишь их как следует. — Пришлите мне, пожалуйста, ящик обратно как можно скорее с указанными нотами, бельём и т.д. Ну, будь здорова, дорогая мама, передавай привет Лизабет!
Твой ФВН.
238. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 5 sg b<is> на школьный праздник.
239. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я должен сегодня утром сразу же спросить, как вы себя чувствовали вчера. Дождь, конечно, был очень неприятным, особенно потому, что Лизабет так разгорячилась. В общем, из-за дождя почти всё вчера сократилось. — Вы сильно промокли? Не пришлось ли вам снова, как тогда из Альмриха, ехать домой? — Шляпу я, так как проф. Буддензиг и вообще никого не было дома, на ночь приютил в своём шкафу, но сегодня утром сразу же отнёс. Мы все сегодня немного усталые и вялые, так как встали в 5. Так бывает всегда после такого дня. В четверг, если будет хорошая погода, увидимся на Кнабенберге. Если будет дождь, то обязательно в воскресенье в Альмрихе. Ещё раз с пожеланием, чтобы вам было хорошо
остаюсь
Ваш ФВНитше
240. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня только несколько слов. Было бы мило, если бы мы увиделись в прошлое воскресенье. О Дне горы я еще ничего не знаю. Школьный совет дает много работы, и у меня больше дел, чем когда-либо. Как насчет следующего воскресенья? В Наумбург я не могу идти в такую жару. Я отправляю ящик с бельем. Пришли его мне завтра обратно из-за Дня горы. Много-много приветов Лизбет!
Твой Фриц.
241. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 5 Srg. на горный день.
242. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Как же печально, что этот проклятый дождь разрушил наши планы; я так ждал прогулки. Придётся отложить всё на воскресенье, когда, надеюсь, мы встретимся в Альмрихе. В прошлое воскресенье к тебе хотели прийти оба Брауна, но не застали тебя дома.
Ты даже не представляешь, как я жду собачьих дней. Осталось ещё 25 дней, и наступит это чудесное время. Только снова приготовьте мне мою комнатку, первые 8 дней её всё равно не сдадут. Я собираюсь в те дни, что проведу в Наумбурге, организовать свои занятия и развлечения по определённому плану.
В комнате так приятно прохладно; стол, стул и книжный шкаф — этого достаточно для мебели, у окна несколько цветов для аромата, кувшин воды для освежения, мои часы, стопки рукописей и нот и т.д.; так я представляю себе своё прекрасное пребывание. Если только у меня будет достаточно денег, я также хочу насладиться путешествиями, хотя и отказался от мысли о Плауэне. В Галле и Лейпциг я собираюсь поехать, ну, и в Горенцен, если там всё снова будет здорово, очень охотно. — В любом случае, в каникулы должно произойти многое, включая двухдневный пеший поход с Вильгельмом без определённой цели; это будет что-то великолепное!!
Ну, хватит о каникулах. Пришли мне, пожалуйста, скоро ящик с белыми брюками, они мне очень нужны. В прошлую пятницу мы ходили купаться; вода была чудесной. Не могла бы ты прислать мне что-нибудь вкусненькое, например, такое пирожное? У меня большой аппетит, а сейчас совсем ничего нет, совсем нет фруктов. Ну, будь здорова! Много приветов Лисбет!
Твой ФВН.
243. An Robert Buddensieg in Pforta (Formular)
Аль. Ницше просит разрешения выписать следующие книги:
1 Sallustius ed. Dietsch (Teubner)
244. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения переплести себе Саллюстия.
245. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня я хочу написать тебе более подробно, чем в прошлый раз, когда я очень спешил. Сначала я сразу упомяну, что мне еще нужно: полотенца, которых мне теперь нужно больше из-за ежедневных купаний, сапоги, так как и мои другие порвались, мыло, рубашка и нижняя рубашка, салфетка и т.д. Перед собачьими днями я также должен заказать себе еще пару сапог, а также летнее пальто, так как черные тяжелые ткани слишком теплые. Лучше всего, пожалуй, тонкое дорожное пальто, которое не будет обременять.
Как обстоят дела с путешествиями, я пока не могу понять. В конце концов, я, вероятно, останусь дома. Первую неделю я, во всяком случае, останусь здесь, потому что я хочу много работать во время каникул.
Я всегда радуюсь, когда думаю о своей комнатке; сделайте так, чтобы это стало реальностью! Осталось 15 дней; уже царит общее ожидание, но сейчас у меня очень, очень много дел. Разве ещё нет вишни? они ужасно поздно в этом году. Как будет в следующее воскресенье? Идти в Наумбург в такую жару не стоит, может, встретимся в лесу Пфорта или где-нибудь поблизости? Напиши мне об этом, дорогая мама! — Только бы собачьи дни не были такими жаркими! Я буду вставать невероятно рано и гулять на свежем воздухе или работать, это будет прекрасно! Вечером я всегда буду ходить купаться. Мы совершим красивые прогулки вместе, и даже если я больше никуда не поеду, я всё равно снова отправлюсь в Горенцен. Пожалуйста, напиши мне свои мысли о поездке в Плауэн! Может, мы совершим её вместе. — Ну, прощай, передай Лизавет много приветов, пришлите мне её портрет, пришлите ящик с бельём, может, ещё что-нибудь, пишите подробно и часто думайте о вашем ФВ.который невероятно радуется каникулам!
246. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Дорогая тётя!
При этих проливных дождях мне кажется крайне сомнительным, что я ещё раз увижу тебя, дорогая тётя, перед твоим отъездом в Плауэн. Мне было бы очень жаль, так как я также не надеюсь встретить тебя в каникулы в Плауэне; ведь, как мама рассказала мне вчера, моя поездка в Плауэн, вероятно, не состоится. Поэтому я сначала желаю тебе спокойного и приятного путешествия, хорошей погоды и внимательных попутчиков. В Плауэне ты, надеюсь, встретишь всех дорогих родственников здоровыми и весёлыми, а сама насладишься их обществом и очаровательной природой. Прошу, передай привет всем дорогим тётям, в том числе тёте Иде, а также всем остальным дорогим родственникам и уверь их, что я очень мечтаю когда-нибудь поехать в Плауэн. Если ты хорошо проведёшь время в прекрасных окрестностях и в Трибеле, подумай обо мне, дорогая тётя! Я бы с удовольствием побродил там с тобой и посетил бы все знакомые и любимые места. Если у тебя будет возможность, передай привет от меня Фихтельгебирге и Богемии много раз!
Время поджимает! Надеюсь, погода снова станет хорошей!
Но не задерживайся слишком долго в Плауэне, дорогая тётя, а помни, как я радуюсь твоему возвращению
Твой любящий тебя от всего сердца
ФВНицше
247. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 19 ½ Srg. за аренду пианино.
248. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения прикрепить планку стула.
249. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Г-ну проф. Буддензигу почтительно просят 20 сер. за чистку одежды.
ФВ Ницше.
250. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести книгу белой бумаги и коллектанеум.
251. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 5 Srg. на поездку певца.
252. An G. Krug und W.Pinder in Naumburg (Briefdisposition)
Конец каникул.
Нюрнберг.
Боль — это...
Усталость.
Посылка. Переплётчик.
Гёльдерлин.
Что у вас завтра?
Пропустил праздник основания.
Напишите скоро.
253. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мамочка!
Сейчас понедельник, без четверти шесть утра; впервые снова встал в пять! — Я ещё не совсем привык и слишком часто думаю о прошедших днях, но в остальном чувствую себя вполне хорошо.
Благодарю тебя, дорогая мама, ещё раз за все радости и удобства, которые ты мне подготовила в долгие каникулы. Как часто я мысленно ещё с вами, как часто и в своей комнатке; всё было так мило и уютно!
Я передал твои приветы и пожелания госпоже профессор Буддензиг; говорят, теперь дела идут немного лучше; что это за болезнь, точно не знают ни здесь, ни в Наумбурге. Во всяком случае, ревматическая. —
Мне не хватает моих утренних туфель и мыла. У нас здесь много дел, и нужно как следует работать. Ты можешь представить, как это тяжело, когда столько времени был на каникулах. — Передай Лизабет привет от меня, она же обещала написать мне длинное письмо! Не так ли? Будь здорова!
Твой Фриц
NB. Мне очень нужно маленькое рюмочка
254. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Доброе утро, дорогая мама и Лизбет! Я отправляю вам ящик с бельём. Пришлите мне, пожалуйста, побольше носовых платков! Пожалуйста, достаньте нотную тетрадь и серый пакет для Вильгельма, но обязательно в эти дни; вручите оба только Вильгельму или Густаву, но никому другому. — Напишите мне также, дорогая мама, и, возможно, Лизбет! Я очень этому радуюсь!
Ваш Вас нежно
Любящий Фриц
Присланные брюки порваны на сиденье. Пришлите их мне, пожалуйста, поскорее.
Разве у тебя нет какой-нибудь причины освободить меня в воскресенье? Было бы очень мило, если бы мы могли подольше наслаждаться друг другом.
Пришлите мне, пожалуйста, цепочку для часов, мою золотую я принесу в воскресенье.
255. An Franziska Nietzsche in Naumburg
В воскресенье было очень мило.
12 ½ дня, 28 градусов Реомюра.
Дорогая мама.
Я только что получил ящик вместе с твоим милым письмом; жара невыносимая, около 26 градусов в тени, по меньшей мере. И, очевидно, сегодня ещё будет гроза.
Это ужасно, я почти сгорю в своих тканевых вещах. Пришли только белые брюки, как можно скорее, обратно мне. Иначе не выживешь.
Вчера я получил от Вильгельма огромное письмо из Тегернзе, чему очень обрадовался; они ещё приедут на этой неделе. Моё письмо Лизабет может передать Вильгельму с указанным пакетом.
Вчера господин пастор Шенк был здесь полчаса; он передаёт привет.
Профессору Буддензигу немного лучше, чем в воскресенье. — Больше я, при всём желании, не могу написать. Я очень жду некоторого освежения, потому что жара слишком ужасна.
Много приветов Эли!
Твой Фриц.
256. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Сегодня я ещё не могу отправить тебе белые брюки; ещё слишком тепло. Я отправлю их примерно в среду в отдельной коробке. —
Вчера было чудесно; я был очень удивлён, увидев и поговорив со столькими родственниками и знакомыми. Это было действительно странное совпадение. —
Большое спасибо за вишнёвый пирог; он был очень вкусный. —
Профессор Буддензиг проспал ночь немного лучше; сегодня утром было хуже, чем когда-либо; Рудольф сказал мне в 7 часов, что он не знает, жив ли ещё; доктор сказал, что дело обстоит очень плохо. — До 2 часов ещё не было никакого решения. — Это очень печально!
Будь здорова, напиши мне поскорее! Я всё же думаю, что ещё раз увижу Крамера. Много приветов Лисбет!
Твой Фриц.
257. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
✝
Дорогая мама!
Г-н проф. Буддензиг умер! Этой ночью в два часа он скончался.
Ах, ты не поверишь, как мне грустно на душе! Мы все его так любили; мы все глубоко потрясены; повсюду царит мертвая тишина.
Вчера мы точно знали, что он не переживет ночь. Врач это предсказал. Подробностей о его кончине я не знаю; и спрашивать нельзя. Ах, это слишком болезненно! Но — что Бог делает, то хорошо! —
— Вы же приедете на его похороны; теперь мне нужен новый наставник, и я сегодня или завтра обращусь к г-ну Д. Хайнзе. Если ты согласна или что-то против, напиши мне как можно скорее.
Иначе мы опоздаем; Хайнзе получит много новых рекомендаций. Не хочешь ли и ты ему написать? — Будьте здоровы и плачьте со мной, дорогая мама и Лизбет!
Ваш очень опечаленный Фриц
(Пришлите мне, пожалуйста, белое белье для похорон.)
✝
Только что я узнал, что старый советник комиссии Тейхманн умер вчера в Козене. Мне тоже очень жаль; он был так дружен с проф. Буддензигом.
Дорогой г-н проф. должен был, впрочем, иметь очень тяжелый конец и пролежать в двухчасовой агонии. —
Сегодня пишут выпускники
258. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Мою самую искреннюю благодарность за твоё милое, подробное и интересное письмо из Тегернзее; поистине, ты совершил чудесное путешествие и, вероятно, уже счастливо вернулся домой, пока я это пишу. Возможно, ты уже прочитал моё письмо от 3 августа, возможно, твои настроения похожи на те, что были у меня в конце каникул. Будь же искренне снова добропожалован, я очень скучал по тебе. —
Но как же ты испугаешься, когда узнаешь о бесконечной потере, которую мы понесли в эти дни, что наш дорогой профессор Буддензиг умер после мучительных страданий.
Ты можешь понять, как болезненно, как глубоко это меня задело; ведь ты тоже знал и любил этого дорогого, замечательного человека. Неужели невозможно, чтобы ты, дорогой Вильгельм, с твоим дорогим отцом и Густавом приехали на похороны? Это в четверг утром в 8 часов.
Теперь я потерял своего наставника и поэтому рекомендовал себя Хайнзе. Бедный человек тоже очень опечален, так как был так дружен с проф. Буддензигом.
Устно я расскажу тебе больше о конце и болезни г-на профессора, которую в конце назвали тифом. Живи теперь хорошо, напиши мне скоро! Надеюсь, мы увидимся в четверг утром!
Твой Фриц
Передай Густаву от меня самые теплые приветы!
S.N.M.A.!
259. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
То, что я не смог прийти сегодня, имеет свою причину в общей диспенсации собрания, причины которой описывать в письме скучно. Достаточно и, к сожалению, я не смог прийти! Как бы я хотел увидеть вас и дорогого дядю, можете себе представить. В следующий четверг должен быть день Берга, если будет хорошая погода. Вы обязательно придете.
Фрау профессор Буддензиг просит тебя настойчиво навестить её в ближайшие дни. Сделай это как можно скорее; бедная женщина очень плакала, когда говорила мне об этом.
В четверг в 6 часов мы были в Козене, похороны были очень красивыми и торжественными, но действительно успокаивающими и облегчающими боль утром.
Кроме пастора Бартольда, говорил пастор Шмидер, старик, бывший воспитанник Тейхмана и наставник проф. Буддензига.
Тот же вечер был Экке для проф. Буддензига, который проводил г-н ректор, в субботу вечером для Тейхмана, проводил проф. Кейль. —
Следует письмо Венцелю, адресованное ему и отправленное. —
Мои брюки следуют; я, вероятно, получу их к четвергу. —
Как дела у Вильгельма и Густава? Они мне ещё ничего не написали. —
Как обстоят дела с вашим отъездом? Что-нибудь из этого получится? Мне кажется, нет. —
Пишите и присылайте мне почаще! Я почти ничего от вас не получаю, и каждый письмо так радует меня. Не хочет ли дядя немного выйти? Например, во вторник днём с 5 до 7, у меня свободное время.
Иначе всегда много дел; через три недели экзамен; через примерно пять я стану старшеклассником. Сердечные приветы Лисбет и дяде!
Твой Фриц.
Следуют 2 полотенца, белые брюки, письмо.
260. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения наточить нож.
261. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше просит разрешения приобрести
стальной перочинный держатель
и дюжину стальных перьев
для себя.
262. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 Sg. горных денег.
263. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 1 марку 3 пфеннига на похоронные расходы.
264. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Мою самую сердечную благодарность, дорогая мамочка, за ящик, письмо и пирог; я всё правильно получил; пирог мне очень понравился. У нас сейчас всегда много дел; в четверг и пятницу экзамены для выпускников; в пятницу, вероятно, Брауне сообщит вам результат. В воскресенье мы увидимся в Альмрихе. Я очень этому радуюсь, если только хорошая погода сохранится. Жара ужасная. — Сегодня я отправляю вам 1 грязное бельё; я рад, что у меня снова есть белые брюки, так как так жарко. —
Я также благодарю Лизбет за её письмо. Я тоже хочу ей написать. Я чувствую себя вполне хорошо и желаю только, чтобы наступили дни Михаэлиса. Скоро нужно подумать и о дне рождения. Живите хорошо! Пишите мне поскорее!
Твой Фриц.
265. An Max Heime in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения сделать стульевую планку.
266. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я хотел только попросить вас принести мне завтра в Альмрих мой альбом, так как я должен отдать его Брауне для записи. Так что мы обязательно увидимся там; я очень этому рад. То, что Брауне сдал экзамен, очень хорошо; значит, он сам был в Наумбурге. Ты, наверное, тоже слышала о несчастье Кёлера. Следующая неделя еще одна тяжелая неделя занятий, затем наступит время экзаменов. —
Ну, будь здорова! Много приветов!
До свидания!
Твой Фриц
267. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения переплести том Цицерона и приобрести дюжину стальных перьев.
268. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ Srg. на прогулку.
269. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит
1 талер 20 грошей за Фукидида, изд. Крюгера
10 грошей за Геродота.
270. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ Srg на панораму.
271. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 18 Srg. за аренду пианино.
272. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я сейчас как раз в разгаре экзаменационных работ и прошу тебя, обязательно пришли мне завтра Мазиуса, немецкую хрестоматию. Только, пожалуйста, не позже, так как завтра вечером нашу немецкую работу уже нужно сдать. Я очень рад, что Лизбет приедет в Пфорту. Где мы встретимся в следующее воскресенье? В прошлое воскресенье было очень мило, но мы мало поговорили. — Сегодня я отправляю грязное белье, что у меня есть, пришли мне полотенца, возможно, и сливы, которые сейчас, наверное, для вас очень дешевы; я был бы очень рад, если бы однажды получил посылку. — Если бы только уже наступили Михайловские дни! Но это еще долго и скучно.
Ну, живите хорошо! Передай Лизбет много приветов.
Твой ФВН.
Белье отправлю только завтра, так как мне помешали с упаковкой.
273. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ Srg. на прогулку.
274. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ Srg. на прогулку.
275. An Max Heime in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ гроша на прогулку.
276. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Г-ну доктору Хайнце почтительно просят 20 Srg. за чистку одежды.
ФВ Ницше
277. An Max Heinze in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 10 серебряных грошей на отпуск.
278. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я очень рад, что теперь все мои экзамены успешно позади. Теперь почти все закончилось, завтра оценки, в субботу перевод. — Как вы вчера вернулись, я еще ничего об этом не слышал. Тебе это пошло на пользу? Жаль, что мы не смогли так приятно поговорить, потому что дождь все испортил. В следующую среду я приеду в Наумбург; жди меня только в час. Тогда я принесу вам и мой список пожеланий. Я очень рад, что пережил еще один класс. Это действительно не малое.
Лизбет, я думаю, тоже хочет написать. Ну, будь здорова, дорогая мама, и не чувствуй себя такой одинокой, когда нас не будет!
Твой ФВН.
279. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я вчера невероятно обрадовался твоей посылке, дорогая мама, где я нашел все, что ожидал, и даже больше, чем ожидал. Сердечное спасибо за прекрасное печенье и множество слив, которые действительно очень красивые. Я собираюсь поблагодарить вас за все в следующую среду устно, где после обеда до 3 часов будет большая прогулка. Но мы должны увидеться дома, так как я должен взять с собой несколько книг.
Маленький итальянец, кажется, очень практично устроен. Не захотелось ли Лизбет тоже заняться итальянским?
Я хочу сразу же написать вам и свои пожелания; они действительно не велики, и строго говоря, это всего лишь одно главное желание; а именно
Р. Шуман op.98 Реквием для Миньон
в фортепианном изложении у Брайткопфа и Хёртеля
Цена 1 талер 5 грошей без скидки.
(то есть примерно 25 грошей)
Кроме того, я хочу, чтобы были переплетены две нотные тетради, которые я укажу вам в следующую среду. С заказом первого желания не стоит медлить, так как Домрих очень медлителен. Я кладу к вашим ногам эти два желания и ожидаю или, скорее, надеюсь, что вы их не отвергнете. Не так ли, дорогая мама, это не слишком много? Мое первое желание, которое я высказал тебе недавно на Заальхёзерах, я отложил, так как оно слишком дорогое. Но эти два — ну, я надеюсь.
Между прочим, теперь я старшеклассник; я делюсь с тобой своей оценкой здесь; она удивительно хороша
Религ.
2 a
Лат.
1
Греч.
2 a
Матем.
2 b
Евр.
2 b
История
2 a
Франц.
2 a
Нем.
2 a
Прилежание
1 a
Поведение
1
Ты действительно можешь быть довольна.
Ну, прощай, дорогая мама, еще раз большое спасибо
от твоего
Фрица.
Лизбет много приветов!
Письма я не нашел в ящиках. Было ли там одно? Я не думаю. Да, я только что нашел его. Я очень благодарен тебе за это.
280. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Так я снова вернулся в старое русло учебных недель; но я часто вспоминаю прекрасные дни, проведённые в Наумбурге. Я совершенно здоров и надеюсь, что вы тоже. Вчера, значит, дядя Теобальд был у вас; я тоже поговорил с ним полчасика. Напишите мне, пожалуйста, как у вас дела и как вы поживаете. Я уже каждый день жду письма. Упомяни также, что ты разрешаешь мне 5 талеров карманных денег, чтобы я мог показать это место Хайнзе, если ты не хочешь писать ему об этом в письме. Значит, в воскресенье мы не увидимся, но, надеюсь, через восемь дней в пятницу на празднике коронации. Но у меня сейчас нет времени! Будьте здоровы! Передай привет Лизе!
Твой Фриц.

Мне срочно нужно как можно скорее: большие и маленькие синие тетради, большие не более четырёх листов, маленькие не более двух. Кроме того, одна большая тетрадь примерно на 10 листов.
То есть 6 больших по 4, 1 большая на 10
2 маленькие по 2
Пришлите мне камеру-обскуру, сапоги
281. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Благодарю тебя за немного короткое письмо; это не очень хорошая система с отправкой коробок по субботам; из-за этого письма становятся очень короткими. Мне очень нужны тетради, пожалуйста, пришли их мне до вторника, коробка для этого не нужна. Как обстоят дела с карманными деньгами? Ты мне совсем не ответила. — Кстати, я снова пишу гусиными перьями; это самое удобное, и я уже полностью привык к этому; ты могла бы прислать мне несколько. —
Завтра, как ты знаешь, я иду на святое причастие и поэтому не могу вас увидеть, как бы мне этого ни хотелось. Но вот уже приближается прекрасная, долгожданная пятница.
ящик мне не нужно отправлять тебе до четверга, ведь ты, вероятно, будешь нуждаться в нём только через восемь дней. Кстати, я невероятно рад пятнице; мы встретимся у нас дома или вы хотите прийти к тётям? Мне бы больше всего хотелось остаться дома. — Если бы я увидел дядю Оскара, я был бы очень рад; его каникулы тоже заканчиваются через пару недель. Кстати, раз ты едешь в Масниц, передай от меня привет и поздравления; мне очень жаль, что я не могу поехать с тобой. Также передай сердечный привет всем остальным дорогим родственникам; было бы так здорово, если бы и я с Лизбет могли поехать с тобой. — Возможно, ты сможешь привезти мне моего Дон Жуана, если это возможно.
— Ты, кстати, написал Максу Хайнзе? Было бы, пожалуй, желательно. Теперь ещё одно специальное поручение для Лизбет, но оно срочное. Мне для немецкой работы о Гёльдерлине необходима его биография, она лежит в моём книжном шкафу. Камеру-обскуру вы мне тоже не прислали. Всё ожидаю не позднее вторника, когда я, кстати, совершенно не хочу поздравлений, и ни слова. Ведь мой день рождения только в пятницу. Кстати, пора заканчивать; я чувствую себя вполне хорошо, пусть и вам всегда будет так же. Значит, всё ещё нет улучшений? Это плохо. Передайте привет дяде от меня, Лизбет тоже, которая, возможно, во вторник доставит мне нужное.Так живите же хорошо!
Ваш Фриц.
Ящик немного повреждён, ты заметишь.
282. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Завтра я точно не смогу уехать, так как весь день будут праздничные мероприятия. Вероятно, обедать начнут только около часа, и если погода будет хорошей (а сегодня она выглядит очень тревожной), то с 15:45 до 16:00 у меня будет время для прогулки, так что вы можете меня там ожидать, если у вас нет ничего более важного. В 16:00 будет показательное выступление, мучение животных, затем огонь на горе, фейерверк и вечером бал для старшеклассников. — Кстати, благодарю Лизбет за письмо и за быстрое выполнение моих просьб, а также за прилагаемые конфеты, которые всё же немного напомнили мне о дне рождения короля. У нас был очень плохой и сложный учебный день. — Кстати, мне всё ещё не хватает первого тома жизни Гёльдерлина, я возьму его с собой завтра. — Сегодня следует шахматная коробка с грязным бельём. Вчера я вернул ящик и коробочку. Ну, будьте здоровы, до завтра, я думаю, что также встречу тётю Розалию.
Ваш Фриц.
Содержимое коробки.
белые брюки
3 носовых платка
2 полотенца
1 салфетка.
1 нижняя рубашка.
283. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
Было очень приятно, что мы вчера ещё немного повидались. Ведь в прошлую пятницу мы почти не разговаривали. Так что пришли мне очки, сапоги, два талера от тёти оставь для меня, но полностью в моём распоряжении, как они были мне подарены. На Рождество я возьму их не позднее, так как до этого хочу ещё приобрести одну работу. Третий талер от бабушки тоже оставь для меня, если не хочешь его прислать. —
18 октября я как никогда тосковал по уютному вечеру в вашем кругу, и мне было очень неуютно в Пфорте. Показательные упражнения ужасно скучные, на горе фейерверк и огонь немного меньше, но затем снова весь вечер!
Это ужасно. — Твой подарок, дорогая мама, невероятно радует меня; вам, вероятно, тоже понравится, когда я его вам сыграю. Пирог и виноград — всё очень изысканно. Ты, возможно, принесла мне Дон Жуана? Я забыл спросить об этом на днях. Кстати, благодаря красивым фотографиям я снова захотел на Рождество пожелать себе такие; появилось много портретов великих людей нового времени. — Ну, живите хорошо, напишите мне вскоре. Как сегодня поживает тётя? (Понедельник утром)Твой Фриц
Пожалуйста, отправьте письмо и всё приложенное Вильгельму.
Только не потеряйте письмо, оно важное.
284. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама.
К сожалению, я должен сообщить вам неприятную новость: сегодня меня снова заставили пойти в лазарет. У меня необычно быстрый пульс, опухшая шея и боли в затылке. При этом ужасный озноб. Всё такое тупое. В целом состояние действительно похоже на то, что было в прошлом году при начале головных болей. Поэтому я счёл своим долгом сообщить доктору, который посоветовал мне прийти. Я лягу в постель. Пришли мне как можно скорее покрывало, белую рубашку, шерстяные носки и деньги, которые мне здесь нужны. Лизбет положит мне «Муретус». Ну, будь здорова, надеюсь, скоро станет лучше.
Твой Фриц.
285. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Мы ужасно долго не виделись и не писали: я с понедельника по четверг пролежал в лазарете, так как меня мучил кашель. Когда же я в четверг вернулся и очень обрадовался возможности навестить вас, то, к моему большому огорчению, никого не застал дома. После этого я пошёл к Густаву и Вильгельму, которые даже проводили меня до Пфорты. Вы, конечно, пришлёте мне завтра ящик, не забудьте только приложить пакет от Вильгельма, очки и один талер на день рождения, который мне срочно нужен для покупки книги. Остальные два я оставлю на поездку. Надеюсь, что мы увидимся в воскресенье в Альмрихе, чтобы мне не пришлось снова мчаться в Наумбург. Ещё 7½ недель — и Рождество! Я ужасно этому радуюсь и собираюсь как следует распланировать все каникулы. — Кстати, у нас теперь благодаря нововведению на час больше свободного времени в школьном саду — с 4 до 5 ежедневно. Больше мне вам нечего писать, но я очень жду воскресенья в Альмрихе! Как поживает тётя? — Прощайте!
Ваш Фриц.
Прогулка ¼3—¼5
Приходит Брейтхаупт.
286. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Я говорю вам сердечное спасибо за то, что вы сразу же отправили мне книги. Также было очень мило, что мы всё же увиделись в воскресенье, особенно потому, что следующая встреча возможна только через восемь дней. Сейчас, похоже, становится очень холодно. Окна замёрзли. Я невероятно радуюсь Рождеству, это будет великолепно. Я уже многое запланировал для этого и думаю, что смогу многое сделать в своём тёплом уголке — Конечно, я уже много думал о рождественских пожеланиях и почти всё решил. Что же хочет Лиза? Я мог бы предложить ей несколько интересных книг. Я скоро напишу ей. Что я должен вам подарить, я совсем не знаю; но если у вас нет желаний, то вы ничего и не получите. Что я могу вам подарить — что-то сочинённое, нарисованное, стихотворное? Впрочем, профессор Бухбиндер этой ночью был обрадован маленькой девочкой.
Больше ничего нового.
Ваш Ф.В.
287. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама
Сегодня моя очередь принести печальное известие. Только что, во вторник вечером в шесть часов, скончался ученик второго класса и мой товарищ по порядку Вильгельм Петер, сын ректора. Ты едва ли можешь представить себе быстроту его болезни. Вчера он серьезно заболел, а днем того же дня врач уже отказался от него, тем не менее, он прожил еще целый день в непрерывных бредах. Причиной стала простуда, болезнь — ревматическая лихорадка, которая сначала поразила почки, а затем сердце. Мы до сих пор не можем в это поверить, настолько неожиданно это произошло. Год действительно уже потребовал тяжелых жертв от Пфорты, что особенно проявилось на недавнем празднике мертвых.
Очень грустно!Как у вас дела? Я бы очень хотел провести с вами немного больше времени в следующее воскресенье и особенно у Домриха заняться нашими книжными делами. Не мог бы ты написать мне письмо на каком-нибудь листе? В следующее воскресенье первый адвент, чему я очень рад. Прекрасное рождественское время приближается всё ближе. Возможно, я напишу Лизбет ещё несколько слов специально о Рождестве. Кстати, в прошлом Ecce был назван блаженный Менцель как умерший в этом году привратник <названный>. Г-н проф. Штейнхарт произнёс очень красивую речь. Больше мне нечего писать, кроме того, что я ежедневно и ежечасно жду ящик с бельём. Будьте здоровы! Дорогая мама!
Твой Фриц
288. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
от твоего брата Дорогая Лиза.
Так как я давно тебе должен был написать письмо, то хочу теперь написать тебе очень хорошее, если только мое шарообразное перо не помешает мне. Я, вероятно, смогу развлечь тебя только — Рождеством. Ведь это и сейчас наша любимая мысль, и так было каждый год в это время. Представь себе один из моих первых вечеров каникул, как мы сидим в теплой комнате, с лампой или без, и рассказываем друг другу свои желания. Тем временем мама и тетя Розалия готовят в другой комнате таинственные дела и
— мы прислушиваемся,
когда они тайно обмениваются словами;
и необычный шум,
то шепот, то треск
заставляет нас жаждать чудес,
и это призрачное тканье,
то туда, то сюда парение
заставляет нас дрожать
и так далее.
Я надеюсь, что ты еще не так решительна в своих желаниях, чтобы я не мог предложить тебе хотя бы несколько идей. Я записал довольно много желаемых книг и музыкальных произведений и хочу поделиться с тобой некоторыми из них. Например, из последних мне кажется очень подходящим для тебя произведение Шумана, того самого, который сочинил разбитое оконное стекло.
И это его лучшие песни вообще; это «Женская любовь и жизнь» стихи Шамиссо и должно стоить около 20 Srg. Текст тоже прекрасен. Из книг я могу порекомендовать тебе сначала два богословских произведения, которые заинтересуют и тебя, и меня. Я сам слышал, как их хвалил Венкель, для тебя они, безусловно, значимы. Оба написаны Хазе, знаменитым профессором из Йены, которого я сам почти однажды слушал, а именно самым духовным защитником идеального рационализма. «Жизнь Иисуса» (1,6) — это одно, а церковная история (2 тома, 6) — другое. Оба или, скорее, каждый по отдельности примерно 1 <Th.>, 15 Srg. — Напиши мне, если хочешь получить конкретный адрес.
Или ты, возможно, хотел бы пожелать себе английскую книгу? На твоем месте я бы определенно прочитал Байрона на английском, который стоит 1 талер 25 грошей. Я мог бы еще перечислить тебе разные книги, но теперь хочу высказать свои пожелания. В отношении музыки я хотел бы получить "Рай и Пери" Шумана, аранжированное для фортепиано соло. Это что-то восхитительное для каждого, значит, и для тебя. Затем перевод поэтических произведений Шелли, выполненный Сейбтом. Первое стоит около 2 талеров, если это будет заказано через Густава. Последнее — 1 талер 10 грошей. Я был бы невероятно рад, если бы получил и то, и другое, потому что это мои единственные пожелания. Кстати, мне пришло в голову, что я должен тебе рассказать. Дело в том, что в воскресенье днем я был у господина доктора.
Хайнзе приглашён к столу, где очень изысканно ели и ещё изящнее говорили. Затем доктор Фолькман, новый учитель, готов давать частные уроки английского. Записалось много желающих, но я думаю присоединиться только к Пасхе. Сейчас я всё ещё изучаю итальянский частным образом. Латынь, греческий, иврит, где читается первая книга Моисея, немецкий, где читается "Песнь о Нибелунгах" в оригинальном языке, французский, где в классе читают о Карле XII, в небольшом кружке с тремя другими, кроме меня, — "Аталия", итальянский, где в кружке читают Данте. Если этого пока недостаточно, то я не знаю, особенно учитывая, что на латыни одновременно читают Вергилия, Ливия, Цицерона, Саллюстия, а на греческом — Уиаса, Лисия, Геродота. Ну, прощай и радуйся этому подозрительно длинному письму.Твой Фриц.
В воскресенье до встречи в Альмрихе
289. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Менцель, История последних сорока лет 1816—56.
2 тома
Штутгарт 1859 / 1 т. 28 гр.
Барро, История французской революции 1789—99,
2 тома
Бранденбург 1859. / 1 т. 6 гр.
Оба — Берлин, Гселлиус.
Дорогая Лиза.
Это мои пожелания, которые с вчерашнего дня изменились настолько, что я вообще ничего музыкального не желаю. Эти исторические труды для меня чрезвычайно желательны, ты должна знать, что я сейчас очень интересуюсь историей. Кроме того, у меня нет никаких желаний; если ты хочешь мне что-то подарить, подари мне кусок помады для волос, которая была бы мне дорога для моих волос.
Что ты не хочешь принимать в дар любовь женщин и жизнь, мне неприятно слышать, во-первых, потому что возражение исходит из уст, которые, кажется, вообще не имеют суждения об этих красотах, и во-вторых, потому что я думал не столько о пении, сколько об исполнении. Петь, конечно, для тебя сейчас может быть слишком сложно, по крайней мере, некоторые вещи. Если ты не хочешь, я мог бы предложить тебе другие произведения Шуберта, например. Ты не безумно радуешься Рождеству? Конечно, жаль, что я не могу пожелать ничего музыкального. Но я перепишу несколько вещей на каникулах и затем исполню их вам. Так это будет намного дешевле. Давайте проведем действительно прекрасные каникулы.
Кстати, ты можешь сделать мне одно быстрое одолжение. Завтра мне абсолютно необходим чехол для кровати, отправь его мне в ящике, а также том из "Всемирной истории" Беккера, который содержит Реформацию, и последний том новейшей истории того же произведения. Пожалуйста, не забудь об этом! Больше мне нечего писать. Мой первый список желаний, следовательно, больше не действует. Но не знакомь тёток с новым до четверга. При заказе обрати внимание на те же слова, которые я написал. Живи хорошо! Передай маме много приветов, когда она вернётся.
Твой Фриц.
Ещё раз передумал, но теперь окончательно. Я отбросил вышеуказанные желания и хочу
Арнд, История французской революции 1789—99.
6 томов. Брауншвейг. 1851. в переплёте.
Берлин, Гселлиус 3 талера.
больше ничего. Скажи это тёткам.
290. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
или
Дорогая Лизбет!
кто первым
прочитает
это письмо.
Ты могла подумать, что после стольких изменений в моих желаниях я могу снова принять другое решение, и так оно и произошло. Я снова вернулся к музыке, потому что не могу представить себе подарок без чего-то музыкального. Надеюсь, выбор хорош и для тебя. Книга тоже очень интересна, возможно, и для тебя. С другой стороны, я запишу всё так, чтобы обрывок бумаги можно было показать книготорговцу. Теперь изменение уже невозможно, хотя бы из-за времени. Эта мысль пришла ко мне ночью, потому что я очень сильно колебался.
Желать себе работу о французской революции было, собственно, излишним, ибо лучшие и самые дорогие произведения находятся в библиотеке. К тому же, я, кажется, стал скромнее в своих желаниях, конечно, не желая ставить какие-либо преграды милосердию. Впрочем, я очень благодарен тебе, дорогая Лизбет, что ты всё правильно приготовила, и за яблоки я очень благодарен. Как же будет в воскресенье в Альмрихе? Пожалуйста, принесите мне "Валленштейна" от тёти Лины, нам нужно сделать характеристику Антонио Пикколомини из него. —
Суббота через две недели! Это восхитительная мысль! Вы не поверите, как я радуюсь Рождеству, прекрасному Рождеству! Сейчас ещё довольно рабочие недели.
Но затем! В субботу как можно раньше я приду, это будет великолепно! Не так ли, дядя Буркхардт тоже будет с маленькими кузинами? Мама уже вернулась? Напишите мне как можно скорее!Ваш Фриц.
Большая новость! Сегодня четверг, а завтра поэтому — будет пятница —
Мы же не уезжаем на Рождество? В прошлое воскресенье я ещё около 7 минут был у Густава, который затем проводил меня до Пфорты. —
Простуды сейчас чрезвычайно часты. Больничная палата переполнена, должны быть оборудованы новые помещения, Брайтхаупт тоже там. Я страдаю от хрипоты и насморка. Рождество всё исправит!
Кстати, у меня есть ещё одно желание, а именно какую-нибудь фотографию живого знаменитого человека, например, Листа или Вагнера, или фотографию из шекспировского альбома знаменитого Каульбаха (например, к Макбету) одна, правда, стоит 27½ грошей. Это должно быть украшением для моего альбома. Они большого формата.
Вы, во всяком случае, видите, что у меня самые разнообразные желания. Теперь вы должны написать мне, чего вы желаете.
291. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Как же хорошо, что вчера мы смогли поговорить подольше. Я как раз вовремя вернулся в Пфорту; дорога уже не была такой грязной, как утром. Я отправляю вам, помимо нескольких грязных вещей, также письмо, которое вы можете передать Вильгельму или Густаву. Время, кстати, течет слишком медленно, ведь с вчерашнего дня прошел всего один день! Как же долго еще до Рождества! Кстати, у меня есть мысль, что на каникулах мы могли бы пригласить Вильгельма и Густава как-нибудь вечером на чай. Ты же позволишь? Что касается моих пожеланий, то песни Миньоны, арфиста и Филины — это op. 98a, что не следует забывать при заказе.
У меня теперь есть настоящая надежда относительно моих желаний, и вы не дадите ей угаснуть. Первые 8 дней у меня будет очень много дел, это мне совершенно ясно, если только я смогу быть один утром с ½10 до 12 и днём с 1 до 3. — Разве нам никто не подарит ни одного стола? — У вас есть чернила, чтобы они не закончились, когда я приеду? Не могли бы вы достать мне из Поблеса Дон Жуана, который имеет несчастье быть всегда забытым? Кстати, в этот раз мы хотим не спать в Новогоднюю ночь и заранее подготовиться, мы можем читать пьесы, пить чай, сочинять стихи, играть на пианино в четыре руки и четыре ноги, танцевать наши пирамидальные венки смерти с знаменитыми 1444 печеньями из одного яйца.
Короче говоря, делать всё, только не спать! Пока что мы ещё ничего не сделали в этом жилище, но всё будет. — Яблоки мы не хотим вешать на дерево, но орехи и сладости. — Может быть, мне подарить тётям на улице рисунок, который на самом деле предназначен для тёти Розалии? В остальном мне нечего вам писать, но поторопитесь с рождественскими приготовлениями, чтобы не опоздать. Подарите мне только побольше, и всякие мелочи, например, записную книжку, моя текущая совсем полная, и нотную бумагу в моём любимом стиле, но её нужно заказать, так как её нет в наличии. Ну, живите хорошо!
Много приветов
от меня!
Ваш Фриц!
Я забыл подпись.