1860 (79 Briefe)

124. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta d. 8. 1. 60.

Liebe Mamma!

— Ich danke Dir, liebe Mamma, und dem Onkel viele mal für euren lieben Besuch. Warum hast du nicht den Hr. Dokt. besucht? Er hätte wenigstens von deinem Kommen und dem Tode des Großpapa’s erfahren. Wir hätten uns bei ihm doch länger sprechen können. — Seid ihr denn bei dem stürmischen Wetter glücklich wieder zurück gekommen? — Es thut mir heute am Sonntag recht leid, daß ich nicht nach Naumburg kann. Denn hier ist es sehr langweilig; außer mir ist nur noch Einer hier. Ich schicke dir auch meine Kiste wieder, mit etwas schmutziger Wäsche. Sehr nöthig brauche ich jetzt Papier und Stahlfedern. — Bitte, schicke mir doch auch meinen Heliand, damit ich auf der Krankenstube doch etwas zu lesen habe. Er wird endlich wohl angekommen sein. — Grüße Lisbeth vielemal von mir und sage ihr, ich würde die Sperenzchen bald wieder lassen. Denke, schreibe, schicke recht bald an mich, vielleicht

besuch<s>t du auch

Deinen FWNietzsche

(Sonntag)

125. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 13. Januar 1860>

Meine liebe Tante!

Wie gern möchte ich heute an Deinem Geburtstage zugegen sein und dir meine Wünsche bringen! Aber die Krankenstube, die ich immer noch mit meinem Besuch beehre, hindert mich daran.

Der liebe Gott möge auch in diesem Jahre stets mit dir sein und dich mit himmlischen und irdischen Gütern aufs reichlichste segnen! Er beschütze dich gnädig vor Krankheit und andern Unfällen und lasse dich noch recht viele Jahre erleben! Mir aber bewahre Deine Liebe auch fernerhin — denn auch ich bin sehr oft in Gedanken bei dir und erinnere mich der schönen Stunden, die ich bei dir verlebt habe. — Ich hätte dich so gern diesen Sonntag besucht; aber ich fürchte daß mein Unwohlsein mir dies nicht erlauben wird. — Vor allen aber entschuldige, daß mein Brief nicht zu rechten Zeit angekommen sein wird. Daran ist aber der Briefbote schuldig, der mir der Mamma Brief zu spät ablieferte.

Mein Husten ist nur noch selten, aber der Hr. Doktor gestattet mir doch nicht, herüberzukommen, besonders da es jetzt wieder kälter geworden ist. Das Leben ist furchtbar langweilig wie Du dir wohl denken kannst. Ich bin nur froh, daß nichts schlimmes daraus geworden ist, wie es am Anfang den Anschein nahm. — Aber ich muß leider schließen, da Hitzschke bald fortgeht und ich den Brief noch an ihm besorgen muß. Drum lebe recht wohl, meine liebe Tante, der liebe Gott erhöre alle meine Wünsche und gebe dir ein schönes neues Jahr.

Dein
Dich innig liebender
FWNietzsche.

126. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Januar 1860>

Liebe Mamma!

Endlich bin ich von der Krankenstube zurückgekehrt. Der Hr. Doktor wartete immer auf einen etwas milderen Tag. Mein Husten ist fast ganz vorüber. Ich trage aber doch den Shawl noch. — An die Tante Rosalie habe ich sobald ich den Brief bekam, sogleich geschrieben und fortgeschickt. Es war aber erst Sonnabend. Daran ist wohl Hitzschke schuld. — Nächsten Sonntag werde ich in unsre Wohnung kommen; ich freue mich sehr darauf. — Seid ihr alle ganz wohl? Wie geht es denn Lisbeht? Grüße sie und den Onkel vielemal von mir. Bitte, besorge den Brief an Wilhelm. Lebe recht wohl, meine liebe Mamma!

Dein Fritz.

In Eile

127. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 26. 1. 60.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Schlüssel zu dem Schranke machen zu lassen.

128. An Franziska Nietzsche in Naumburg

(Pforta, 12. Februar 1860)

Liebe Mamma!

Ich danke dir vielemal für Deinen Brief und bin heute gesonnen, dir einen etwas größern zu schreiben, als neulich, wo die Zeit allzusehr drängte. — Du bist also noch wie mir Lisbeth erzählt hat, nach Pobles gegangen? Ich glaubte, es würde dir zu kalt sein; die Temperatur hat jetzt sich merkwürdig verändert.

Bei Frau v. Busch bin ich heute (Sonntag) gewesen; es hat mir sehr gefallen; Lisbeth wird dir wohl davon erzählt haben.

Gestern Abend war ich bei Hr. Prof. Korssen zum Besuch: wir hatten bei unsern lebhaften Gespräch die Zeit ganz vergessen, so daß uns endlich Hr. Dr. Becker mit der Laterne holte.

In voriger Woche sind in Pforta mehere Geburtstage gewesen; Braune II und Hr. Dr. Euler am Mit<t>woch, Hr. Prof. Buddensieg Donners<tag.> Letzteres erfuhr ich leider erst am Tage selbst, so daß ich es dir unmöglich mittheilen konnte. Ich freue mich jetzt sehr auf Fastnachten; ihr kommt doch zu den Aufführungen heraus? Das nähere werde ich euch noch im Verlauf dieser Woche schreiben.

Mit meiner Wäsche bin ich sehr übel daran; kein reines Taschentuch, kein reines Vorhemdchen usw. Willst du mir nicht Dienstag, spätestens Mittwoch recht viel Vorrath schicken, besonders bei gegenwärtiger Fastnachtenzeit. Soll ich nächsten Sonntag nach Naumburg kommen oder sehen wir uns nur Montag und Dienstag? Bitte, schreibe mir das alles recht bald. Lebe recht wohl!

FWNietzsche.

Heut folgen meine ganz zerissnen Stiefeln!

129. An Wilhelm Pinder in Naumburg

(Pforta, Mitte Februar 1860)

Lieber Wilhelm!

Unser Leben in Pforta ist weiter nichts als ein beständiges Erinnern und Hoffen. Während nun das erstere mitunter auch recht traurige Vergleiche mit frühern Zeiten zuläßt, so stärkt und tröstet das zweite wieder mit dem süßen Balsam der Erwartung, und ueberhebt uns aller Gedanken an die kalte, langweilige Gegenwart. Jetzt liegen die goldnen Weihnachtstage hinter uns, schon von dem leisen Duft der Ferne überzogen, aber desto heller ergrünen vor uns die freudenreichen Fastnachtstage; und über diesen erheben sich noch, wie über die nächsten Hügel noch weithin Berge ragen, von lieblicher Bläue umhüllt, die heiligen Osterwochen. Ja, das Hoffen ist unser Himmelreich — die Seele sucht so gern einen Punkt, wo sie Erquikung hofft, wo eine Goldader die trägen Gesteine durchbricht.

Weißt Du schon, wo ich in den nächsten Ferien wahrscheinlich hinreißen werde? Nach meinen lieben Plauen, das mir wirklich einige der lieblichsten Jugenderinnerungen zurückruft. So gedenke ich noch einer reizenden Wiese, die rings von grünen Hügeln eingefasst, von zahlreichen Quellen durchwässert mir einst das Erwachen der Natur enthüllte. Teiche mit Goldfischen, Schmetterlinge, Lerchen, Veilchen und Vergißmeinnicht, Heerden mit lieblichen Geläut — das erinnert mich immer an das so einfach natürliche Lied:

1. Der Frühling ist kommen
So bald, so bald,
Und streut seine Wonne
Auf Flur und Wald.

2. Und Liebe und Leben
Und Freude und Glück
Das kehrt mit dem nahenden
Lenze zurück.

3. Die Wolken so duftig
So rein wie ein See —
O könnte ich sterben
Vor Lust und Weh!

Und von Plauen aus werde ich dann mein düsteres, wildes Fichtelgebirge (besuchen), das auf mich einen gleichen Eindruck macht, wie auf jene Italiäner, die in ihm ungeheure Goldschätze verborgen glaubten. Es sollen dort noch viele wunderschöne Volkslieder existiren, die noch nicht gesammelt sind. Vielleicht habe ich das Glück, einige dieser Schätze zu heben und das wäre mir doch die schönste Belohnung. —

Kommst du denn noch nächsten Montag und Dienstag heraus? Um vier Uhr Nachmittags beginnt die Vorstellung. Wir würden doch dann wieder uns darüber sprechen können. Sage es doch auch Gustav. Vielleicht begleitet er dich heraus. —

Vorigen Sonntag war wieder Conzert. Wir sangen unter andern auch die Chöre aus Oedipus in Kolonos von Mendelssohn die wirklich wunderschön sind. Mehere größere Theile aus Don Juan kamen auch zur Ausführung. Im Damenchor singen wir jetzt das Finale aus Lorelei von Mendelsohn.

Nun leb recht wohl, lieber Wilhelm grüße meine Bekannten viele mal von mir und behalte in stetem Andenken

Deinen dich innig
Liebenden Freund
FWNietzsche

Semper nostra manet amicitia!

130. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22.—25. Februar 1860>

Liebe Mamma!

Es war sehr hübsch, daß ihr beide Tage noch hier wäret; wie habt ihr denn am zweiten Tag Billete bekommen? Mir hat es sehr viel Amüsement gemacht, und ihr werdet es wohl auch ganz gern mit angesehen haben. Trotzdem daß die Obersecundaner recht lustig spielten, hat mir der Kaufmann von Venedig noch mehr gefallen, besonders wegen des famosen Spiels von Thiemich als Shylock. Auch Goetz als alter Gobbo spielte ganz gelungen. — Ich schicke heute wieder meine schmutzige Wäsche, auch meine Hosen, die ich ganz aufgegeben habe, da sie überall anfangen sich zu öffnen und den Rode, den ich trotz Steinkopf etcetc. mit Loch im Aermel wiederbekam. — Habt ihr denn Iphigenie zum Buchbinder befördert? Ich möchte sie so gern hier haben. Du schickst mir auch wohl wieder etwas zu meiner Milch mit; ich habe da sehr lange entbehren müssen. — Ist der Leierkasten schon wieder angekommen?

Nun lebe recht wohl! Viele Grüße!

Nächsten Sonntag auf Wiedersehen!

Kannst du nicht einmal nach Almrich kommen, daß wir uns länger sprechen könnten?

Dein Fritz.

Streichhölzer, Pomade brauche ich nöthig!

131. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 2. 3. 60

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß sich eine Flasche Tinte holen zu dürfen.

132. An einen Freund

Pf. d. 6. 3. 60.

Sage mir, theurer Freund, warum du so lang nicht geschrieben?

Immer hab ich geharrt, Tage und Stunden gezählt. Denn ein gar süßer Trost ist ein Brief vom Freunde entsendet,

So wie ein sprudelnder Quell durstige Wandrer erquickt. Viel auch ist mir werth die Kunde von deinem Befinden:

Habe auch ich doch einst ähnliche Wege gewallt, Habe so Freud’ wie Leid mit dir zusammen genossen,

Und in Freundesverein wurde das Schwerste uns leicht. Freilich weiß ich recht wohl: Schuljahre sind schwierige Jahre,

Nie wird jegliche Last, Mühe und Arbeit gescheut. Oft auch möchte die Seele sich los von den hemmenden Fesseln

Reißen, in Einsamkeit flüchten das fühlende Herz;

Aber auch diesen Druck erleichtert die treuliche Freundschaft,

Die sich stets voll Trost, voll von Erhebung uns naht. Unter Freunden ist nichts, was der Eine dem Andern verbürge;

Alles theilen sie sich mit im vertrauten Gespräch. Ist auch der Eine entfernt, die Liebe durchsegelt die Lüfte,

Und in Gestalt eines Briefs naht sie dem einsamen Freund. Theurer! Bald nahet der Tag wo auch wir uns wieder erblicken,

Und des trauten Gesprächs lang schon entbehrten uns freun. Aber nur kurz ist die Freud’! Denn bald enteil’ ich von neuem,

Nicht nach Pforta zurück, wo nur die Strenge regiert, Nicht nach dem Fichtelgebirg dem düsteren, nein, in die Heimath!

Ach wohl zum letzten Mal grüß ich den theuersten Ort! Doch — die Entfernung hemmt nicht der Seelen stete Verbindung,

Et manet ad finem longa tenaxque fides!

133. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 14. 3. 60

Nietzsche bittet gehorsamst um 12 Srg. für Klaviermiethe.

134. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 17. März 1860>

Lieber Wilhelm!

Ob ich schon hoffe, dich morgen länger zu sehen und zu sprechen, so möchte ich dir doch noch heute am Tage vor deiner Confirmation ein paar Zeilen senden, vor allen, um dir zu sagen, daß ich in dieser Woche besonders viel an dich gedacht habe und im Geiste bei dir gewesen bin. Du lebst ja jetzt in einer ernsten Vorbereitungszeit, wo alle Gedanken und Sinne nur auf das Eine, was noth thut, hingerichtet sind, wo die heiligsten Entschlüsse und Vorsätze für das zukünftige Leben gefasst werden. Denn mit dem ernsten Gelübde trittst du in die Reihe der erwachsenen Christen ein, die des theuersten Vermächtnisses unsres Heilandes für werth gehalten werden, um durch den Genuß desselben ihrer Seele Leben und Seligkeit zu finden. Ich wünsche dir nun hiezu den reichsten Seegen des Herrn, daß er dich zu einem würdigen Empfang seiner Gottesgaben mit seiner Kraft stärke und auf dich auch fernerhin stets das Füllhorn seiner Gnade ausgieße. Mit diesem Wunsche und in der frohen Hoffnung auf baldiges Wiedersehn verbleibe ich

Dein dich herzlich
Liebender Freund
FWNie<tzsche>

135. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 19. 3. 60.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 2 ½ Srg. für einen blinden Rechenmeister gebeten.

FWNietzsche

136. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta, März—April, 1860>

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FWNietzsche

137. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 14. 4. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

138. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte April 1860>

Ich bin gestern Abend ganz glücklich in Pforta angekommen, wurde aber gleich mit der traurigen Nachricht empfangen, daß der Onkel Knieling Mittwoch früh gestorben sei. Ich wollte es erst nicht glauben, es wurde mir aber ganz bestimmt versichert. — Dazu mag die Anstrengung bei der ersten Predigt wohl viel beigetragen haben. Es thut mir sehr leid, besonders dauert mich die liebe Tante sehr. —

Meine Wäsche und Kleider habe ich gestern Abend ausgepackt. Ich sende heute schmutzige Wäsche und unnöthige Bücher. Bitte, schicke mir nun Streichhölzer, Papier, Stahlfedern, meine übrigen Kleidungsstücke, und auch etwas Chocoladenpulver, da Kaffe und zweites Frühstück ausgeblieben ist.

Nun lebe wohl, viele viele Grüße an Lisbeth und den Onkel!

Kommt doch bald einmal heraus! Wir können uns Sonntag nicht sehen!

Dein FWNietzsche

139. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. April 1860>

Liebe Mamma!

Das war gestern recht schade, daß wir uns nicht sehen konnten, um so mehr, da jetzt 14 Tage vor den nächsten Zusammenkommen liegen. Sehr lieb war es mir aber, den Onkel Edmund zu finden, der mich zu den Hundstagsferien eingeladen hat. —

Ich befinde mich diesmal nach den Ferien nicht so wohl und kann mich noch gar nicht recht wieder hinein finden. Wie gern möchte ich eine etwas längere Zeit in Naumburg zubringen. Es ist gar zu gemüthlich!

Den Sonnabend waren wir mit Hr. Dr. Franke auf der Rudelsburg; Weg und Wetter war recht schön. —

Die Sonntagsspaziergänge fallen jetzt immer von 4—6. Da ist die Hitze doch etwas massiger. Dennoch habe ich mich aber gestern sehr dabei erhitzt. Ihr seid wohl so gut und kommt Sonntag über 8 Tage nach Almrich. —

Ich brauche allerdings jetzt Wäsche sehr nöthig; aber wenn sie noch nicht fertig ist, sende mir nur gleich morgen Stahlfedern, meine Stiefel, etwas Cacao und auch ein paar neue Hosen, aus einem Magazin gekauft. Steinkopf hat noch das Maß von den vorigen, sie müssen aber etwas kürzer sein, da ich sie sonst auch nicht anziehen kann. Meine schwarzen Hosen sind so morsch, daß sie neulich beim Kegeln ganz zerrissen. Ich habe sie jetzt beim Flickschneider. Nun lebt alle recht wohl, viele Grüße noch an Lisbeth und den Onkel!

Dein
Dich innig liebender
FWN.

Bitte schickt mir die 5 Groschen mit. Ich möchte sie mir zwar gern aufheben, aber am Anfang eines Semesters muß man viel kleine Ausgaben machen, bes. als Primus.

Auch meine grauen Hosen und meine gute Weste schickt mit, nehmt aus letzterer den Kistenschlüssel und sendet ihn mir in einem Brief!

140. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. April 1860>

Ich danke dir, meine liebe Mamma viele Mal für den lieben Brief und die Kiste. Wie gern wäre ich heute nach Naumburg gekommen, aber wir hatten keinen Spaziergang. Außerdem ist auch das Wetter recht schlecht. Mir geht es übrigens ganz so wie dir; die Ferien scheinen mir schon Monate hinter mir zu liegen und ich wünschte sehr, daß wir uns bald wiedersehen. Es sind noch fünf Wochen bis Pfingsten; da kann ich doch wieder eine kurze Zeit in Naumburg sein und dann wieder noch fünf Wochen, dann sind die schönen Hundstage. Ich habe jetzt immer viel zu thun und lerne immer neue Primusaemter kennen. Hr. D. Heine ist nun fort und wir sind jetzt ohne Klassenlehrer; nächste Woche soll aber Hr. Dr. Heinse kommen. — Der heutige Tag wurde mit einem Aktus im Turnsaal gefeiert; es wurden mehrere Hymnen gesungen; Hr. Insp. Niese hielt dann eine Rede, worin vorzüglich Melanchthons Lebensweise in sehr hübschen Lebensbildern wiedergegeben wurde. Sonst sind gar keine weiteren Feierlichkeiten. Sonntag kann ich nicht kommen, das weißt du schon. Könnt ihr nicht irgend wann bei schönem Wetter einmal herauskommen?

Für alles was du mir geschickt hast, danke ich vielemals; nur Stahlfedern hätte ich gern noch gehabt, da ich sie sehr nöthig brauche. Meine neuen Hosen gefallen mir ganz gut; werden sie denn auch viel aushalten? Heute folgt außer der schmutzigen Wäsche die verlangten Beinkleider und Schlafrock. Mir fehlt es übrigens sehr an Vorhemdchen. Von den zweien die du mir mit herausgabst, folgt eins, das andere habe ich an. —

Meine liebe Mamma! Ich weiß noch gar nichts genaues über den Tod des lieben Onkels, wie es so schnell kam, wie das Begräbniß war, wie die liebe Tante sich befindet. Bitte schreib mir das doch oder erzähle es mir lieber mündlich.

Nun lebe recht wohl, meine liebe Mamma! Grüße Lisbeth! ihr gewünschtes Papier folgt. Aber schreib mir recht bald oder noch lieber komme heraus

zu Deinem
FWNietzsche.

Auch noch viele Grüße an den Onkel!

141. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 20. 4. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um die gütige Erlaubniß, sich das Gesangbuch einbinden und ein Buch w<eißes> Papier anschaffen zu dürfen.

142. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. April 1860>

Liebe Lisbeth!

Ich schreibe dir heute auch wieder einmal, meine liebe Lisbeth! Denn ich bin dir noch aus vorigem Semester einen Brief schuldig. Wie geht es dir denn jetzt? Wir haben uns recht lange nicht gesehn und gesprochen, seit den Ferien noch nicht, ja, wir werden uns wahrscheinlich erst nächsten Sonntag sehen. Denn heute ist in Pforta Communion und deßhalb fällt der Spaziergang aus. Wir werden aber auf die Berge und Wälder von den Lehrern geführt, was man „Naturkneipen“ zu nennen pflegt. Viel lieber wäre es mir freilich, wenn ich heute ein paar Stunden nach Naumburg gehen könnte!

Sonnabend vor 8 Tagen gingen wir mit Hr. Dr. Franke auf die Rudelsburg. Als Primus mußte ich auch besonders mit für die Unterhaltung sorgen. Als wir oben angelangt waren, sangen wir mancherlei und bestiegen dann auf den Rückweg mehre steile Höhen, wobei sich Hr. Dr. Franke sehr freute, wenn mehre vor Mattigkeit kaum heraufkamen. — Unser neuer Lehrer H. Dr. Heinse ist immer noch nicht angelangt. Unsere Lecktionen sind in voriger Woche deßhalb vielfach verändert worden. — Pfingsten ist nun nicht mehr allzu ferne; wenn auch die Ferien sehr kurz sind, es ist doch besser als gar keine wir wollen sie schon ordentlich genießen. Kommst du denn die Hundstage noch mit zum Onkel Edmund? Das wäre doch sehr hübsch. Auf jeden Fall bleib ich aber bis zum 10ten Juli, deinen Geburtstag noch in Naumburg; ich bin ja sonst gar nicht zu Hause und da ist es doch am allerschönsten. —

In Betreff meines Trauerspiels ist sehr wenig zu Stande gekommen, ein paar Proben von einigen Scenen in Reimen folgt hier:

a) 

1 Soldat. 

Ich habe die verwünschte Flucht nun satt,

Bin an allen Gliedern steif und matt,

Und kann kaum mehr die Beine tragen.

Nun soll mir mal einer sagen:

Wo soll das denn eigentlich hinaus?

2.   „

Mit der Frage bleib mir zu Haus.

Man sagt, fürs große Perserreich.

Das wäre im Grund mir furchtbar gleich.

Wenns nicht meine eigene Rettung galt,

Ich lebte längst von fremden Geld.

In lauter Herrlichkeit und Freuden.

1   „

Kammerad laß dich bedeuten!

Da sind wir im Grunde rechte Thoren.

Haben uns das schlimmste Theil erkoren,

Hatten wir in der Heimath nicht viel mehr,

Als hier unter Darius Heer?

Und könnte es wohl was schönres geben,

Als bei Alexander zu leben.

Wo klein die Gefahr, groß der Genuß,

Alles überhaupt im Ueberfluß usw.

b) 

Narbazanes. 

Wir haben ihn doch zu weit gebracht!

Nun ists aus! Nun Krone, gute Nacht!

Bessus. 

Wer wird auch gleich den Muth verlieren,

Wollens doch erst beim Heer probieren,

Und das ist bald herumgewandt,

Denn die Treue ist kein so festes Band

Daß Güte und Geld und große Versprechen

Sie nicht noch — das glaub’ mir — vor Abend brechen.

Narb. 

Laßt uns aber vorsichtig verfahren

Man kann nicht traun den griechischen Schaaren,

Und besonders nicht Patron, den rohen Bau<er>

Wenn ich den seh überläuft mich ein Schauer.

An den geht unsre Verschwörung zu nichte.

Der weiß, das glaub mir, die ganze Geschichte

usw.

usw.

Nun habe ich an dich noch die Bitte, daß du die Mamma bewegst mir ja morgen Vorhemdchen und Stahlfedern zu senden, da ich beides zu nothwendig brauche. Nun leb recht wohl! Schreib mir auch bald einmal! Denke oft

an deinen dich liebenden Bruder
FWNietzsche

Also Löschblätter, Stahlfedern, Vorhemdchen, Pomade brauch ich noch. —

Viele Grüße an die liebe Mamma und den Onkel. Nächsten Sonntag bei guten Wetter in Almrich! Spaziergang von 4—6 Uhr.

143. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 27. 4. 60.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich drei Hefte anschaffen zu dürfen. —

144. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Ende April 1860>

Lieber Wilhelm!

Ich muß dir doch wieder einmal ordentlich schreiben; denn es ist mir immer eine wahre Freude im Geiste dir nahe zu sein und mich mit dir zu beschäftigen. Wir haben uns aber auch recht lange nicht gesehen; seit den Ferien nicht wieder. Wie geht es dir denn jetzt? Habt ihr noch immer so viel zu thun? Ich befinde mich im Grunde ganz wohl, bin sehr viel im Freien und erfreue mich am Kegelschieben. Wir sind auch schon mit Hr. Prof. Buchbinder botanisiren gewesen, haben aber noch nicht viel gefunden. Außer verschiedenen Anemonen waren noch sehr wenig Blumen erwacht. Ich aber interessire mich sehr dafür und habe die linneischen Klassen wieder gelernt. Wenn mich nur nicht meine Augen am Suchen und Finden so hinderten! — Wie steht es denn mit deinem Vorhaben? Hast du mehere Scenen schon wieder vollendet? Obgleich ich mich mit meinem Plan sehr oft im Geiste beschäftige, auch ein paar Scenen in Reimen verfertigt habe, so sehe ich doch, daß die Ausführung bis zu den Hundstagen darnieder liegen muß. Zeit und Einsamkeit fehlt mir in Pforte doch sehr! — Könnten wir uns doch bald sprechen? Nicht wahr, zum Schulfest, das ist der 21 Mai kommst du heraus? Das wäre doch sehr hübsch. Ich hoffe übrigens dies mal nicht wieder vortragen zu müssen, da ich schon am vorigem Mal die Ehre hatte. Meine Primuspflichten sind mir jetzt zwar oft unangenehm und lästig; (denn es giebt in Pforta noch eine Menge anderes zu thun als die Klasse in Ordnung halten und das Klassenbuch zu führen) aber im Ganzen kommen sie mir doch nicht so schwer an, wie ich beim Beginn des Semesters glaubte. Der Mensch gewöhnt sich doch an alles! —

Dann lieber Wilhelm schreibe mir doch nächstens, ich habe nämlich einen Plan und da will ich hören, ob du damit einverstanden bist. Unsre Pfingstferien beginnen den zweiten Pfingstfeiertag nach der Frühkirche also um ½ 11 Uhr. Wollen wir da nicht eine kleine Rudelsburgparthie zusammen unternehmen? Um uns aber nicht fehl zu gehen werde ich bis ½ 12 Uhr in der sechsten Stube warten und dann wollen wir zusammen fortgehen. Nun ich hoffe wir sehen uns bis dahin noch einmal! Da wollen wir das genauer besprechen!! Nun leb recht wohl, lieber Wilhelm, grüße Gustav viele mal von mir und schreibe bald

an Deinen Freund
FW. Nietzsche Semper

nostra manet amicitia!

145. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April-Juni 1860>

Liebe Mamma!

Das war doch gestern sehr hübsch in Almrich und es thut mir sehr leid, daß wirs nächsten Sonntag nicht wiederholen können. Ich werde deßhalb einmal nach Kosen gehn, wo ich so lange nicht gewesen bin. Sonst habe ich euch heute gar nichts mehr zu erzählen. Ich schidce alle meine schmutzige Wäsche wie auch einige Bücher. Bitte sende mir also

Burmeister, Naturgeschichte

und etwas Cacao, den du wie du mir einmal sagtest mit

gebranntem und gestoßnen Brod vermischen kannst. Denn mir liegt mehr an der Quantität als an der Qualität in Bezug auf so etwas. Mit so einem Päckchen Chocolade reicht man allzu kurze Zeit. Nun lebe recht wohl! Lisbeht schreibt mir wohl, wie sie versprach; grüße sie von mir! Ebenso den Onkel!

Dein dich innig liebender
FWNietzsche

146. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 10. 5. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. für den Schlüssel zum Primuskasten.

147. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1860>

Lieber Wilhelm!

Entschuldige ja, daß ich dir so lange nicht geschrieben habe; wir haben aber jetzt wirklich immer sehr viel zu thun, so daß ich nur wenig freie Zeit erübrige. Es hat mich sehr gefreut, daß dir mein Pfingstplan gefällt; Mamma und Lisbeth wollen früh voran gehn und wir folgen Mittag nach. Da wir uns jetzt so lange nicht gesehen haben, bitte ich dich sehr darum, zu unsern Schulfest herauszukommen, das aber nicht wie du meinst, auf dem Knabenberge, sondern innerhalb unsrer Mauern nächsten Montag gefeiert wird. —

Mit dem neuen Lehrer Hr. Dr. Heinse sind wir alle recht zufrieden; seine Caesarinterpretation gefällt mir sehr, da er oft auf die Synonymik eingeht. Er kennt dich und Gustav übrigens ganz gut und erkundigte sich bei mir nach euch. Du besuchst ihn vielleicht einmal, was ihm gewiß freuen würde. — Das Wetter ist jetzt immer wunderschön; die Nachtigallen singen auch in unsern Mauern. Hoffentlich wird in den nächsten Tagen baden gegangen. — Es ist übrigens sehr schade, wenn wir uns in den Hundstagsferien so wenig sehen; ich bitte dich, lieber Wilhelm, entscheide dich, mit mir den Harz zu durchstreifen und schreib oder sage mir deine entschiedene Antwort. Ich will dann gleich den Onkel darüber benachrichtigen und er wird sich sicherlich darüber freuen. Also bitte, schreib mir, auch in Betreff unsrer Pfingstparthie, ganz genau, sprich über letztere noch einmal mit meiner Mamma und komme Montag d. 21. heraus zu Deinem

FWNietzsche

Semper nostra manet amicitia!

148. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 5. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5. Srg. zum Schulfest. —

149. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 24. 5. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg. zum Bergtag. —

150. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 28. 5. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um die Srg. Feriengeld.

151. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 30. Mai 1860>

Liebes Mammächen!?

So ist denn diese schöne, prächtige Ferienzeit wieder vorüber und ich muß mich wieder in die unvermeidlichen Banden fügen. Dieses einförmige, geräuschlose Leben ist doch völlig von den freien, selbstgewählten Beschäftigungen verschieden; ich wünsche mir die Ferien eigentlich sehr wieder herbei. Denn mir erscheint es fast, als ob man mehr als hier noch thun könnte, da man nach Wille und Wunsch arbeitet. — Ich bin gestern Abend dreiviertel auf zehn angekommen; zuletzt sind wir ziemlich rasch gegangen. Es that mir sehr leid die Gesellschaft zu verlassen; denn ohne Lisbeth zu nahe zu treten; Herr Füllsel ist doch ein ganz interessanter Mann. Ist es denn noch lustiger allmählich geworden? Es schien sich die Unterhaltung in Privatunterredungen aufzulößen und Grund und Veranlassung war genug da, gewisse Streitfragen in das Gespräch zu ziehn. — Ihr erhaltet heute eine leere Kiste, die ich aber morgen gefüllt erwarte. Sehr würde ich mich auch über einige Ueberbleibsel des Mahles freun, denn mein Schrank ist leer, wie mein Beutel. Außerdem sendet mir Morgenschuhe, Stiefelknecht, Psalter und Harfe und Spittlers Kirchengeschichte (beides liegt auf dem Glasschrank) ebenso meine guten Beinkleider, und dann das betreffende Geld. — Grüße die Lisbeth und den Onkel vielmal von mir! Es ist wirklich kläglich, daß die Ferien schon zu Ende sind!

Es wünscht allen Gesundheit
und Wohlergehen,
sich selbst das Andenken
und die Liebe aller
FWNietzsche.

152. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 7. 6. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 15 Srg für Klaviermiethe.

153. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 11/6 60

Nietzsche bittet um 20 Sgr. für Kleiderreinigen, den Herrn Prof. Buddensieg.

154. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Juni 1860>

Liebe Mamma!

Entschuldigt ja daß ich gestern bloß ein paar Worte schrieb, aber es geschah in allzu großer Eile. Daß wir uns vorigen Sonntag gesehen haben war sehr hübsch; ich war mit dem Onkel nur etwas zu langsam gegangen und mußte zuletzt sehr schnell laufen, bin auch noch gerade zur rechten Zeit gekommen; von der Schweinsbrücke bis Pforta in 17 Minuten. — Etwas neues habe ich jetzt gar nicht erlebt; das Wetter ist immer etwas allzu regenliebend und zweifelhaft. Mit dem Baden ist noch gar nichts geworden. — Hinsichtlich der Hundstage denke ich jetzt, daß ich auf alle Fälle die ersten Tage in Naumburg zubringe. Ich will übrigens in den Ferien mancherlei thun. Wenn’s in Gorenzen nur nicht allzu warm ist! — Wird es übrigens mit der Reise in den Harz nichts, so ist mirs auch recht. Parthien in die Umgegend sind auch hübsch. — Bitte, sendet mir doch den Vellejus Paterculus, einen lateinischen Schriftsteller über römische Geschichte; er ist mir jetzt, da wir römische Geschichte treiben als Quelle sehr nöthig. Das Geld werde ich wenn ich nach Naumburg komme, mitbringen. Bei Domrich wird das Buch gewiß vorräthig sein. Sonntag werde ich also Teichmanns besuchen. Schade, daß wir uns nicht sehen können! Bis Hundstage sind wenig Sonntage und dann nur wenig Tage, wo wir uns sehen! Bitte schicke mir dann bald die Kiste mit Handtüchern, und Servietten, da ich an beiden Mangel leide, und jenes Buch; schreibt mir auch wieder einmal recht hübsch ausführlich über Hundstage usw. Grüße Lisbeth und Onkel viele mal von mir. Letzteren wünsche ich stets viel Glück zur seiner Examenvorbereitung. Nun lebt alle recht wohl!

Dein FWNietzsche

155. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1860>

Liebe Mamma!

Das war doch sehr hübsch, daß du mich gestern besucht hast; hast du denn auch den Hr. Dr. gesprochen? Der Münchhausen hat mir schon viel Amüsement bereitet, der Kuchen sehr gut geschmeckt. Der Schmerz hat noch wenig nachgelassen und bei Sitzen und Stehen wird er schnell stärker. Ich liege deßhalb meistentheils auf meinem Bette. Heute soll ich ein Senfpflaster auf den Fuß bekommen. —

Schickst du mir heute noch die zwölf Praeludien von Seb. Bach? und den Vel. Paterculus? Man muß hier etwas Unterhaltung haben: denn es ist sehr langweilig. —

Sonst bin ich ganz wohl, wie gestern. Ich denke viel an die Hundstage, die nun bald da sein werden Sonnabend über 14 Tage! Bitte, sage doch Lisbeth, ob sie nicht einmal an mich schreiben wollte. Denn jetzt habe ich eher Zeit zu antworten, wenn ich auch immer nicht weiß, was ich antworten soll. So genüge dir, liebe Mamma, auch diese<r> Brief um dir zu versichern daß es nicht schlimmer geworden ist. Lebt alle recht wohl! Viele Grüße!

Dein FWNietzsche

156. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1860>

Ein paar Zeilen muß ich meinem Versprechen gemäß doch auch heute wieder schreiben. —

Zuerst meinen Dank für den gestrigen Brief obgleich es mir leid that, daß die Musicalien und das Buch nicht mitkamen. —

Ich möchte aber doch das die Noten bestellt würden, ich schicke dir einen Zettel mit, der an Domrich abgegeben wird. Das Buch verspare ich mir bis auf die Ferien. —

Ich habe gestern eine spanische Fliege bekommen, es war eine ganz schmerzhafte Geschichte. Sonst geht es mir ganz wohl. —

Bitte sende mir doch schleunigst ein Hemd; denn daran leide ich Mangel.

Nun lebe recht wohl, meine liebe Mamma! Grüße Lisbeth und den Onkel von mir.

D<ein> FWNietzsche

157. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 15. 5. 60

Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Collectaneum anschaffen zu dürfen.

157a. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 16. 6. 60

Nietzsche bittet um die Erlaubniß ein Schloß reparieren und einen Schlüssel machen zu lassen.

158. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Juni 1860>

Liebe Mamma!

Heute am Sonntag muß ich doch wieder einmal ordentlich schreiben und zuerst dir für die Kiste und den Brief danken. Mir geht es jetzt viel besser; der Schmerz im Fuße ist verschwunden und vielleicht kann ich schon morgen herüber. Wir vertreiben uns die Zeit wie es nur immer geht, gestern habe ich auch wieder etwas componirt. Heute werden wir uns wohl nicht sehn; wenn aber das Wetter schön ist, kommst du doch vielleicht noch einmal heraus. — Der Münchhausen hat mich wieder sehr amüsirt; es ist doch ein prächtiges Buch. — Unsre Ferien fangen also gestern über 2 Wochen Morgen 9 Uhr an. Ich freue mich sehr darauf. die letzten Tage wird wieder bekränzt und dazu gehn wir in den Wald. Nun leb wohl meine liebe Mamma! Grüße Lisbeth vielmal von mir und danke ihr für den lieben Brief. Auch dem lieben Onkel!

Dein FWNietzsche

159. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 21. 6. 60.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 2 Srg. für zwei Portionen Zucker zur Medicin gebeten.

FW Nietzsche

160. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Juni 1860>

Nun liebe Mamma bin ich ganz wieder herüber von der Krankenstube. Das ist ein wahres Glück. Außer daß mein Fuß noch etwas matt ist, bin ich wieder ganz gesund. Ich sende dir heute die Kiste mit Wäsche und einigen Büchern für die Ferien. Bitte schicke sie mir morgen ja wieder, da ich nun alle Wäsche und Kleider fortschicken muß und dazu brauche ich sie noch zwei mal. Es ist hier schon ein ganz hübsches Leben; die letzten 6 Stuben sind schon bekränzt. Aber liebe Mamma, ich muß dich diesmal um viel Geld bitten. Jetzt wo alle Reisegeld haben wird die Kasse sehr in Anspruch genommen zu Stubenbekränzen u. derg. Ich möchte dich doch darum bitten, mir morgen in der Kiste 10 Srg zu senden. Denn meinen Sparpfennig möchte ich hiezu nicht gern verwenden. —

Sonntag war Wilhelm da, das war recht hübsch, ich habe euch die beiden Tage erwartet. Nun Sonnabend auf Wiedersehn! Viele Grüße!

D<ein> FWNietzsche

161. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Juni 1860>

Ich danke vielemal liebe Mamma Dir, daß Du mir gestern gleich die Kiste nebst Geld und Brief gesandt hast. Ich schicke sie dir heute wieder mit Kleidungsstücken und Wäsche und Noten. Bitte sende sie mir morgen noch einmal; denn ich werde noch mancherlei wie Bücher, Stiefeln, Morgenschuhe zu besorgen haben.

Sonst befinde ich mich ganz wohl, bin wieder einmal baden gewesen was mich sehr erfreut hat, und war auch gestern Abend im Wald um Eichenlaub für die Bekränzung der Stuben zu holen. Der ganze Koridor ist mit Kränzen und Guirlanden geschmückt, ein sehr hübscher Anblick! Besonders die Gedanken an die Ferien, die entheben uns schon über die kurze Zeit noch weg.—

Gestern Abend war ich mit meherern wieder bei Hr. Dr. Heinse. Er setzte uns Erdbeerbowle vor. Nun lebt alle recht wohl! Sonnabend auf Wiedersehn!

D<ein> FWNietzsche

162. An Edmund Oehler in Gorenzen

25, 7. 60 N. a S. —

Lieber, Lieber Onkel!

So bin ich denn in Naumburg glücklich angekommen und habe die Unannehmlichkeit der Post und des Bahnhofs überwunden. In Eisleben wurde mir etwas unwohl und blieb bis zur Ankunft in Naumburg. Heute ist aber alles vorbei. Das Lutherhaus habe ich mir auch zeigen lassen, wo mich vieles interessirt hat. Hr. Oberpfarrer Jahr erwartete daß wir mindestens noch Mittag dablieben und war sehr freundlich; er läßt dich vielemal grüßen. die Postunterhaltung führte ein junger Reisediener — langweilig und albern. Die drei Stunden auf der Eisenbahn trocken und eintönig, das Gespräch in dem Wagon waschfrauenmäßig, der Weg nach Naumburg naß und regnerisch. Der Onkel Oskar war ausgegangen und kam erst später zurück. Ich habe ihn noch mancherlei erzählt und mich dann abgemattet zu Bett gelegt. Heute Morgen hat mich Wilhelm ganz mit hinausgenommen. — Das war ein sehr fragmentarischer Reisebericht. Nun aber lieber Onkel muß ich dir noch schriftlich danken, da ich es mündlich nicht konnte. Glaub’ mir, ich war gestern Abend geradezu etwas niedergeschlagen und sehnte mich wieder nach dem gemüthlichen Gorenzen zurück wo ich so wunderschöne Tage verlebt habe. Es kommt mir jetzt alles so oede und traurig vor, besonders da heute ein düsteres Wetter ist, daß ich meine Gefühle nur mit denen vergleichen kann, die das Ende der Ferien und die Rückkehr nach Pforta hervorruft. Nimmermehr werde ich auch dieses schöne ruhige Leben, diese herrlichen Spaziergänge vergessen können. Ich denke jetzt fast fortwährend an Gorenzen und stelle mir jeden Augenblick vor, was ihr jetzt anfangt und was wir um diese Zeit thaten. Wie geht es denn heute der Frau Wintern? Grüße sie noch vielemal von mir; ich lasse ihr recht baldige Besserung wünschen. Auch an den lieben Hr. Kantor denke ich oft im Geiste noch für seine Güte mich bedankend. Zu guter allerletzt aber sage ich dir lieber Onkel meinen größten Dank für alle deine Liebe und Güte; sei versichert daß ich diese schöne Zeit nie vergessen werde. Lebe recht, recht wohl und denke mitunter auch wieder einmal

an Deinen dich innig liebenden
FW Nietzsche

163. An Franziska Nietzsche in Pobles

Sonnabend. (Naumburg, 4. August 1860)

Liebe, liebe Mamma!

Ich danke dir vielemal für den lieben Brief, den ich sehr sehnlich erwartet hatte. Ich wäre auch gar zu gern noch einmal nach Pobles gekommen, aber Sonntag konnte der Onkel nicht, Montag u.sw. Regen, so daß <wir> wie sehr wirs auch wollten nicht dazu gekommen sind. Ich habe immer gedacht, du würdest noch einmal nach Naumburg kommen, bevor ich nach Pforta ging, aber ich habe vergebens gewartet. Heute habe ich nun den Koffer gepackt, da die Kiste nicht da war, und heute Abend gehe ich wieder heraus. Es ist mir etwas traurig zu Muthe, wie man sich denken kann. Bei Pinders habe ich sehr hübsche Tage verlebt, mit Wilhelm und Gustav Parthien gemacht, Abends auf der Vogelwiese gewesen usw. Lisbeth hat bei dem Schießen recht viel Glück gehabt; Sophie hat für sie geschossen und einen Kandel, eine schwarze Schnur und fleur d’animée (mir ein unklarer Begriff) <gewonnen>. Grüße sie viele mal von mir. Will sie nicht bald nach Naumburg kommen? Auch Pinders lassen dich und Lisbeth vielemal grüßen. — Komme doch ja recht bald nach Naumburg; denn ich weiß nicht, was mit der Wäsche werden soll. Daß du Sonntag nicht da bist und beim Bergtag der bald sein wird, thut mir gleichfalls sehr leid. Ihr lebt jetzt wohl sehr in Trubel; willst du denn mit nach Maßnitz oder kommst du gleich nach Naumburg? Mir wäre es doch sehr lieb wenn du sobald als möglich kämest, da ich gar nicht weiß, an wen ich mich wenden soll und doch so mancherlei brauche. Sonst habe ich nicht viel dir mitzutheilen meine liebe Mamma, der Onkel wird dir schon heute erzählen. Grüße die liebe, liebe Großmamma vielemal von mir wie auch die lieben Onkels und Tanten, denke recht oft an mich, schreibe und komme recht bald nach Naumburg.

Dein dich innig liebender
FWNietzsche

164. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang August 1860>

Liebe Tante!

Ich bin heute genöthigt zu schreiben; denn es fehlt mir noch mein Bettüberzug und den müsste ich schon haben. Ich wollte dich recht sehr bitten, liebe Tante, mir denselben sobald es dir nur möglich ist, zu schiken. Er muß in der Kommode in der blauen Stube sein; vielleicht weiß es auch der Onkel Oskar. —

Ich bin ganz glüklich in Pforta angekommen, wünsche aber sehr, daß die Mamma da ist, da mir noch eine Menge Kleinigkeiten fehlen. In Pforta sind große Aenderungen vorgegangen. Unsre Waschstube ist fertig; es geht sehr gut. Wir stehen deßhalb 5 Minuten vor 5 Uhr auf, waschen und ziehen uns bis ¼ 6 an, haben dann noch Arbeitsstunde bis ¾ 6 und essen dann Frühstück. Um 6 ist Gebet und gleich darauf fangen die Lektionen an.

Nachmittags haben wir noch von 4½ 5 eine freie halbe Stunde bekommen. Sodann dürfen wir Sonnabend, Mittwoch und Studientag von nach Tische bis ½ 2 Uhr ins Freie spazieren gehn außer dem gewöhnlichen Sonntagsspaziergang. Die Primaner dürfen alle Tage bis ¾2 gehen, die klein eximirten Primaner haben Sonntag 3 stündigen Spaziergang, die großeximirten von nach Tische bis um 7 Uhr. —

Das ist doch eine ganz prächtige Neuerung. Nun liebe Tante, mündlich wollen wir noch mehr drüber sprechen. Wenn die Mamma noch nicht da wäre, würde ich sehr gern Dein gütiges Anerbieten annehmen, nächstens Sonntag zu dir zu kommen, natürlich wenn Dir’s völlig passt.

Dein dich innig liebender
FWNietzsche

165. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang August 1860>

Liebe Tante!

Nun ich danke dir vielemal liebe Tante, daß Du mir den Bettüberzug so bald übersandt hast. Daß der Meinige nicht da war, wundert mich; vielleicht ist er noch gar nicht gewaschen. Die Mamma kommt also erst den 14ten wie sie mir geschrieben hat. Da muß ich mich also noch ein paar Tage gedulden. Ich glaubte sie würde schon in dieser Woche ankommen und hatte deßhalb einen Brief nach Naumburg geschickt, der sie gleich antreffen sollte. Ich hatte freilich mancherlei noch nöthig, aber ich weiß nicht, ob ich dich liebe Tante damit belästigen darf. Streichhölzchen, Rosenstahlfedern, ein paar Bogen Notenpapier, womöglich mit recht engen Linien, Seife, vielleicht auch etwas Kacao. Aber wie gesagt, liebe Tante, ich kann damit recht gut bis auf die Rückkehr der Mamma warten. Gestern bin ich im Walde gewesen; zum ersten Mal hatten wir da Spaziergang. Ich habe mich so ziemlich wieder in Pforta eingefunden; nur mitunter ist es mir etwas sehr traurig. Durch die neuen Einrichtungen ist schnell ein neues Leben unter alle gekommen. Wir wollen uns nächsten Sonntag, wenn Du mir noch gütig zu kommen erlaubst, recht viel unterhalten. Wäre nur etwas länger Zeit! Ich komme also ungefähr ¾ 5 zu Dir. Bis dahin lebe recht wohl! Liebe Tante! Noch meinen herzlichsten Dank!

Dein Dich innig liebender
FWNietzsche

Die Serviette werde ich mitbringen, die Leinwand mit der nächsten Kiste nach Naumburg schicken.

166. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 10/8 60.

Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich einen Krug anschaffen zu dürfen

167. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 12. August 1860>

Liebe Tante!

Sowohl um dir zu berichten, daß ich glücklich in Pforta angekommen bin, als auch ins Besondere, um dir noch viele mal für Deine große Güte zu danken, schreibe ich dir jetzt gleich. Ich habe mich nicht allzu sehr anzustrengen gebraucht um glücklich und zur rechten Zeit zurückzukommen, habe auch alles ohne Schaden mitgebracht. Das kleine Streichholzkästchen macht mir sehr viel Freude; bitte, danke den lieben Tanten in meinen Namen noch viele mal; Auch das Notenpapier ist vollständig das Richtige; ich kann mir es nicht passender wünschen. Auch noch meinen wiederholten Dank für den schönen Kaffee und Kuchen; Du hättest nur nicht so viel Umstände zu machen brauchen, denn ich bin gar nicht so splendid gewöhnt. —

Wenn nur die Mamma noch Dienstag kommt! Vielleicht käme sie dann Mittwoch während unsrer Spaziergangszeit heraus.

Dann müßte sie freilich schon ½ 1 in der Grotte über Pforta sein; ich werde mich da auf jeden Fall dort einfinden. Das wäre doch eine köstliche Ueberraschung! Sonst bin ich den ganzen Nachmittag durch Stunden beschäftigt. Ich werde mich aber nächsten Sonntag auf die Ankunft der Mamma loszumachen suchen. —

Lisbeths Geburtstag könnte ja dann diesen Tag gefeiert werden. die Mamma schriebe dann vielleicht einen Brief, worin sie als Hauptpunkte ihre Ankunft und Lisbeths Geburtstag angebe. Ich möchte Lisbeth gern so ein kleines Tintenfaß für Reisen schenken, da sie sich das sehr gewünscht hat. —

Nun lebe wohl, liebe Tante! Noch den herzlichsten Dank

Deines dich innig liebenden
FWNietzsche

168. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte August 1860>

Liebe Mamma!

Heute, liebe Mamma, wirst du nun wohl sicher angekommen sein. Du glaubst gar nicht wie ich mich darüber freue, da wir uns so lange nicht gesehen haben. Nun wollen wir aber wieder nachholen, was wir in den Ferien versäumt haben. Komme nur recht bald heraus und schreib und schicke recht oft. Du wirst noch einen andern Brief finden. Du siehst daran, wie sehr ich dich erwartet habe. Es ist doch viel länger geworden als du dir anfangs vorgenommen hattest. Können wir uns nicht nächsten Sonntag länger sehn? Willst du mich nicht los machen? Du hast ja zwei Gründe, erstens deine Ankunft, und dann kann ja Lisbeths Geburtstag gefeiert werden. Nicht wahr, Lisbeth ist doch mit? Grüße sie doch viele, vielemal von mir. Es thut mir zu leid, daß ich heute nicht in Naumburg sein kann. Aber nun muß ich dich gleich bitten, mir die Kiste zu schicken, da ich gar keine reine Wäsche mehr habe, kein Hemd, kein Vorhemdchen, kein Handtuch. Bitte sende mir das doch gleich. Ich habe Sonntag gar nichts anzuziehn. Dann sind auch noch ein Paar von meinen Stiefeln in Naumburg. Die ich jetzt anhabe, sind ganz krumm gelaufen und zerissen, ein schauderhafter Gang! Auch den Stiefelknecht habe ich noch nicht auch meine Handschuh fehlen mir. Bitte sende mir das alles noch in diesen Tagen vor Sonnabend. Ich leide sehr Mangel.

Nächsten Sonntag sehen wir uns aber, wenn du mich nicht los machen willst, doch sicherlich in Almrich? Da will ich dir auch viel von den Veränderungen in Pforta erzählen. Auch von den Ferien. Bis dahin lebe recht wohl! Liebe Mamma! Ich freue mich doch sehr, daß du wieder dabist!

D<ein> FWNietzsche

Viele Grüße an die liebe Lisbeth und den Onkel!

169. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. August 1860>

Liebe Mamma!

Das war doch gestern Nachmittag sehr hübsch und angenehm. Wir haben uns doch wieder viel erzählt, da wir doch uns so lange nicht gesehen hatten. Nun ich freue mich sehr auf den Dienstag, wo ihr jedenfalls doch heraus kommt. —

Etwas Trauriges hatte ich gestern mitzutheilen vergessen, daß nämlich ein Alumnus Hentschel aus Weißenfels in den Ferien erkrankt und am Nervenfieber gestorben ist. Zum Begräbniß sind viele nach Weißenfels gereist. Es wurde auch in Pforta ein feierliches Ecce gehalten. —

Ich sende heute eine ganze Kiste voll Wäsche nebst den Stiefeln. Mir fehlt aber auch alle Wäsche, was soll ich denn zum Bergtag anfangen? Vorhemdchen, Handtücher und Hemden brauche ich recht nöthig. Sende mir dies doch recht bald!

Mehr kann ich nicht schreiben. Es ist 5 ¼ Uhr noch recht düster. Ich freue mich doch so sehr, daß ihr nun wieder da seid. Grüße Lisbeth und Tante und Onkel viele, viele mal von mir!

In Hoffnung auf Dienstag!

Dein FWNietzsche

N.B. Ich werde und muß dir nächstens viele von den Kleidungsstücken schicken, da überall zerissen ist, Knöpfe fehlen — —

170. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 23. 8. <1860>

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg zum Bergtag.

171. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 31. 8. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. für das Goethedenkmal.

172. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 31. August 1860>

Liebe Mamma!

Heute muß ich doch wieder die Kiste zurück schicken und da darf doch ein Briefchen nicht fehlen Wie geht es Euch denn? Seid ihr vorigen Mittwoch glücklich nach Naumburg gekommen? Unsre Abiturienten sind alle durch, das Examen soll glänzend gewesen sein. Ich habe heute schon viel an den Onkel gedacht und wünsche ihm sehr viel Glück; denn mit so einem Examen ist es doch ein wichtig und gefährlich Ding. Nun, ich denke, es wird alles glücklich zu Ende gehn. Kommt der Onkel Sonntag mit nach Almrich? — Ich sende euch heute etwas Wäsche; das in graues Papier eingeschlagne besorge ja noch heute (Freitag) an Wilhelm; ich habe es ihm ganz fest versprochen. — Die Birnen von neulich haben mir ausgezeichnet geschmeckt und trefflich gemundet. Ich danke noch vielemal dafür. Ich bin fast darauf gekommen, statt mein Geld bei der Hitschken zu verthun, es lieber nach Naumburg zu schicken und dafür Birnen in der Kiste zu erhalten. — Grüße die liebe Lisbeth, Tante und Onkel vielemal von mir! Ist die Tante aus Plauen noch nicht angekommen? Für nächsten Sonntag fehlt mir wieder die Wäsche. Schickst du mir morgen, bitte, so sende mir ein Glas mit und schreib, wohin ich kommen soll.

Lebt recht wohl!

D<ein> FWNietzsche

Will Wilhelm nicht nächsten Sonntag mit nach Almrich kommen? Ich habe ihm etwas zu sagen.

173. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. September 1860>

Liebe Mamma!

Da ich heute die Kiste nach Naumburg schicke, will ich doch noch gern ein kleines Briefchen beifügen. Wenns gestern auch sehr kurz war, so wars doch recht hübsch, daß wir uns einmal wieder sahen. Heute fängt nun die Examenwoche an. Ich wünsche mir viel Glück dazu. — Das Geld habe ich zum Aufheben übergeben. — Der Onkel Oskar war gestern Nachmittag noch hier; es hat mich sehr gefreut. Grüße ihn vielemal von mir. Ich will gleich noch die Bücher aufschreiben, die ich für die nächste Klasse brauche. Homerlexikon von Krusius. Der Livius. Die Briefe Ciceros von Süpfle. Der Leloup. Gesenius, hebräische Grammatik nebst Lesebuch. Eine hebräische Bibel nebst hebräischen Lexicon. Ein griechisches Testament. Arrian. —

Sonst brauche ich noch ein Glas. — In drei Wochen sind ja nun meine dreitägigen Ferien. Ich freue mich sehr darauf. Denn wir haben uns die Hundstage doch nur wenig genossen. —

Gestern Abend habe ich Prof. Buddensiegs besucht. Es war sehr hübsch dort. Vorige Woche war auch Extraneersatz, das habe ich dir wohl noch nicht erzählt. Wir alle bekamen da nebst den Extraneern im Coenakel gemeinschaftlich Kuchen. Nun, vielleicht schickst du mir auch wieder etwas Kuchen, wenn mein Examen zu Ende ist, wie voriges Jahr. Nun lebe recht wohl, meine liebe Mamma, schreib mir recht bald, schicke mir Wäsche und wünsche mir Glück zu den bevorstehenden Examentagen! Viele, viele Grüße an Lisbeth und den Onkel!

Dein FWNietzsche

174. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 5. 9. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

175. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 7. 9. 60.

Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier anschaffen zu dürfen. Ebenso einen Bleistift.

176. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 12. 9. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 16 ½ Srg. für Klaviermiethe.

177. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 19. 9. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

178. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 21. 9. 60.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW Nietzsche.

179. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 21. 9. 60

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum Spaziergang.

180. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 25. 9. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 10 Srg. Feriengeld.

181. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 26. 9. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um die Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier anschaffen zu dürfen.

182. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 1. Oktober 1860>

Liebe Mamma!

Ein paar Zeilen muß ich doch heute morgen mit Schirm und Shawl hereinsenden, um euch zu benachrichtigen, daß ich gestern Abend ganz gut zu Hauße gekommen bin obgleich es kalt und naß und schmutzig war. Die kurze Zeit haben wir doch sehr lustig verlebt und viel gelacht. Ich danke noch viele mal für alles, womit ihr mich erfreut habt. Etwas hast Du mir doch vergessen mitzugeben, nämlich die 5 Srg. für den Aufwärter nebst den Namen auf die Decke. Bitte sende mir beides mit der Wäschekiste, die du mir ja in diesen Tagen senden wolltest. Es war diese Nacht recht kalt; ich habe trotz Schlafrock und Decke gefroren. Da war’s doch vorige Nacht angenehmer. Nun lebt recht wohl! Sonst habe ich euch nichts mehr zu erzählen Nochmals meinen größten Dank. Viele Grüsse an Lisbeth und Onkel!

Dein FWNietzsche

Streichhölzer, Stahlfedern, Siegellack.

183. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 3. 10. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg zum Spaziergang.

184. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 10. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. Ballgeld.

185. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 10. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. Schemageld.

186. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Oktober 1860>

Liebe Mamma!

Deinem Wunsche gemäß schreibe ich jetzt, da ich eben deine Kiste und die beiden Briefe Lisbeths (erhalten habe). Danke noch viele mal für alles, was du mir geschickt hast. Das Diarium ist mir fast zu gut; ich weiß noch nicht, ob ich’s dazu verwenden soll oder ob nicht zu etwas bessern. Daß wir uns morgen nicht sehen können, thut mir sehr leid; wollen uns aber nächste Woche um so mehr schreiben, wenn wir nicht zusammen kommen können. Morgen bin ich früh von 7—9, ½ 11—12, ½ 1—½ 2 (5—7) zu sprechen. Von den letzten Stunden weiß ichs nicht genau. — Sehr gefreut habe ich mich, daß der Onkel Oskar da ist; das freut mich um so mehr, da ich so vielleicht den Onkel bald wieder sehen kann. — Schmutzige Wäsche kann ich nicht heute schicken, weil ich noch keine habe. Aber Montag sicherlich. Nun lebe wohl liebe Mamma! Grüße Lisbeth und Onkel viele mal von mir!

D<ein> FWNietzsche.

187. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 10. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Srg. zum 18ten October.

188. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. Oktober 1860>

Liebe Mamma!

Du kannst dir wohl denken, liebe Mamma, daß es mir vorigen Donnerstag sehr leid that, nicht nach Naumburg kommen zu können; aber die lange Rede des Hr Prof. Steinhard, das verzögernde Essen hielt mich so auf, daß ich nicht mehr zwei Stunden hatte. Ich glaubte, ihr würdet vielleicht den Vormittag zum Festaktus herauskommen; Braune der zweite trug ein eignes Gedicht vor, wie ich dir wohl schon erzählt habe. die Festrede des Prof. Steinhard über Stein war wunderschön. —

Dann danke ich dir viele mal, daß du mir den Kuchen auf meinen Wunsch sogleich heraus geschickt hast. Er hat wunderschön geschmeckt; ich habe redlich davon mitgetheilt. Auch die Birnen waren wunderschön schmackhaft und saftig. — Den Abend waren wir auf dem Berg, wo viel Feuerwerk abgebrannt wurde. — Morgen Sonntag sehen wir uns doch jedenfalls bei guten Wetter in Almrich. Schenk will auch mitkommen. —

Wir sind jetzt immer sehr geschäftig und haben viel, sehr viel zu thun. Ist Lisbeths schönes Geschenk, auf das ich mich noch sehr freue, angekommen? Das ist überhaupt sehr hübsch bei meinem Geburtstag, daß ich immer noch etwas zu erwarten habe. —

An Wilhelm und Gustav habe ich auch geschrieben. Du bist wohl so gütig und besorgst den Brief dahin. —

Nun leb wohl, liebe Mamma! Grüße die liebe Lisbeth vielemal von mir! Morgen also auf Wiedersehn!

Dein FWNietzsche

N B Streichhölzchen und Vorhemdchen fehlen mir.

189. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 23. 10. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Srg zum Weinführen.

190. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 3. November 1860>

Liebe Mamma!

Ich schicke dir heute die Hosen und etwas schmutzige Wäsche. Aber ich brauche jetzt wieder meherlei: Bettüberzug, Handtücher, Taschentücher. Dann mein Messer, das sehr des Schleifern und der Reinigung bedarf. Auch vielleicht eine Tafel Chocolade für die Milch, die sich immer noch nicht in Kaffee umwandeln will. — Auch Streichhölzchen fehlen mir. — Wir haben immer sehr viel zu thun und ich habe gar keine Zeit zu längeren Briefschreiben. Ich freue mich sehr auf nächsten Sonntag, wo wir uns hoffentlich, auf den Saalhäußern sehen. Mein Spaziergang dauert von ¼ 3—¼ 5, so daß ich also ½ 3 etwa oben bin.

Soviel hatte ich heute Morgen geschrieben; jetzt nun habe ich Deine Kiste und den Brief erhalten; ich danke vielemal dafür auch für die schönen Birnen. Etwas aber, was ich sehr nothwendig brauche, nemlich ein paar Hosenträger bringst du mir hoffentlich auf die Saalhäußer mit. Nun lebe recht wohl, Sonntag auf glückliches Wiedersehn!

Dein FritzN.

Grüße Lisbeth von mir!

Schenk geht es viel besser, er hat heute Sonnabend schon aufstehen wollen, aber der Dr. hat es ihm nicht erlaubt. —

191. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. November 1860>

Liebe Mamma!

Eben wollte ich dir schreiben, da empfange ich deinen Brief und höre, daß ich nicht morgen nach Naumburg kommen kann. Das thut mir nun zwar sehr leid, da ich mich sehr drauf gefreut hatte; aber freilich geht es nicht anders. Ich hatte auch gehofft, daß heute am Martinstag Spaziergang bis 3 sein würde; aber auch diese Hoffnung ist fehlgeschlagen, so daß wir uns wohl auf Sonntag über 8 Tage vertrösten müssen. Man kommt jetzt aus dem beständigen Arbeiten gar nicht heraus; aber doch befinde ich mich dabei ganz wohl, wenn nur alles gut geht. Ich habe mich auch immer bei Herüberkommenden über Schenk erkundigt, ihn auch heute besucht. Es geht ihm viel besser; er ist seit mehern Tagen aus dem Bett, langweilt sich aber schrecklich. Mittwoch denkt er vielleicht wieder herüber zu kommen. .... Die Noten und den Brief besorge doch, ich bitte dich an meine Freunde, und ich bitte dich, sobald wie möglich.

Mein Messer folgt auch, von dem ich dir schon früher schrieb.

Grüße Lisbeth vielemal von mir, auch in Merseburg alle lieben Verwandten die du dort siehst.

Dein FWNietzsche.

192. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 24. November 1860>

Liebe Mamma!

Dein Brief und Deine Kiste hat mir viel Freude gemacht; auch für die Äpfel danke ich vielemal. Wie leid thut es mir, daß wir uns morgen zum Todtenfest, wo wir doch so gern zusammen sein möchten, nicht sehen können. Und so müssen wir uns auf nächsten Sonntag getrösten, wo ich euch dann in Almrich mit Schenk treffen werde. Er ist noch nicht von der Krankenstube, wie überhaupt der H. Doktor die Reconvalescenten immer etwas lang drüben behält. Uebrigens darfst du ja nicht denken, daß ich so ganz beliebig, wenn ich Zeit habe, herüber gehen kann. Da muß ich erst allemal mir einen Zettel vom Hebdomadar unterschreiben lassen die Krankenstube ist ohnedem nur alle Tage von 1—½ 2 Mittag offen. Und wie wenig Zeit habe ich gerade zu dieser Zeit! Doch habe ich ihn im Schulhaus, in das er jetzt öfters auf kürz’re Zeit kommt, öfter gesprochen, ihn auch mit Büchern zum Lesen versehn. Was ich sonst noch thun soll, das weiß ich nicht; auch hab’ ich nicht die Zeit dazu. Nun sind es noch vier Wochen bis Weihnachten; ich freue mich schon sehr darauf, werde auch wohl nächstens meinen Wunschzettel senden. Das sind doch sicherlich die schönsten Tage des Jahres. — Wenn Du übrigens Nüsse für Weihnachten haben willst, so rathe ich dir zu den Saalhäusern, die wirklich sehr schön und billig (Schock 1 Srg) sind. — Es ist dort sonst nichts mehr los; weder Weintrauben noch trin>k>barer Most ist vorhanden. —

Daß ihr euch alle wohlbefindet, ist mir sehr lieb; ich habe die ganze Woche sehr auf einen Brief gewartet. Nun leb recht wohl; grüße Lisbeth vielemal von mir! Ich habe sie auch so lange nicht gesehn! —

Dein FWNietzsche.

Wenn übrigens morgen noch Spaziergang sein sollte, so erwartet mich nur!

Mit den Brief an Onkel Edmund wollen wir doch bis Weihnachten warten Ich hab so viel zu thun!

Sonnabend.

Zu meiner Freude ist Schenk heute ganz von der Krankenstube gekommen

193. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. November 1860>

Liebe Mamma!

Heute am lieben Todtenfeste habe ich mehr als sonst an euch gedacht und gewünscht mit euch zusammen dieses Fest zu feiern. Für deinen lieben Brief danke ich dir vielmal; er war so ganz aus meiner Seele geschrieben und erinnerte mich so lebhaft an unsre lieben Todten. Gestern um 6 Uhr beim Läuten der Glocken dachte ich sehr an euch und die Stunden, die wir in frühern Jahren zusammen verlebt haben. Den Abend wurde das Ecce gesungen und der Lebenslauf der gestorbenen frühern Pförtner vorgelesen. Darunter war auch der Medizinalrath Stapff, dessen sehr lobend gedacht wurde. die Feierlichkeit beschloß dann Prof. Buchbinder mit einer Rede. —

Wir haben uns doch unendliche Zeit nicht gesehn; nun ich hoffe sehr auf nächsten Sonntag, wo Schenk und ich nach Almrich kommen werden. Er ist wieder völlig gesund, er scheint sich aber in Pforta nicht wohl zu befinden, vielleicht auch, weil er noch etwas zu sehr an der Pflegung seines Magens hängt. So wenigstens scheint es mir. Ich sende auch meine Wäsche wieder hinein. Ich habe sehr viel zu thun und komme aus den Arbeiten nicht heraus. Wenn nur erst die schönen Weihnachtstage da wären, auf die ich mich so sehr freue! Grüße Lisbeth vielemal von mir. Ich habe sie so lang nicht gesehn.

D<ein> FWNietzsche.

Meine Hosen folgen.

194. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1860>

Liebe Mamma!

Heute nur einen Gruß, liebe Mamma! Ich freue mich sehr, daß du wieder angekommen bist, möchte dir auch gern länger schreiben, hab’ aber so viel zu thun. Ich brauche noch ein Vorhemdchen zu Sonntag; denn das andre ist den Donnerstag auf den Berge schmutzig geworden. Bitte sende mir das noch! Grüße Lisbeth viele mal von mir!

Dein FWNietzsche

195. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 1. Dezember 1860>

Liebe Mamma!

Heute wieder nur wenige Worte, da ich hoffe, wir werden uns morgen länger sprechen. Ich bin ½ 3 in Almrich. —

Vielen Dank daß du mir gleich die Wäsche besorgt hast, auch für die schönen Birnen. Ich sende die Kiste gleich wieder und darin die zerrissnen Hosen nebst Weste ohne Schnalle. Vielleicht mach<s>t du mir beides noch bis morgen zurecht. Grüße Lisbeth vielemal von mir! Leb recht wohl!

D<ein> FWNietzsche

196. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 3. 12. 60.

Nietzsche bittet gehorsamst um 24 ½ Srg für Klaviermiethe.

197. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. Dezember 1860>

Liebe Mamma!

Unser Zusammentreffen hat mir gestern sehr gefallen; es ist doch viel gemüthlicher, wenn niemand mit ist. Wir können uns doch viel mehr genießen. Ich bin ganz glücklich und zur rechten Zeit nach Pforta gekommen, aber über und über schmutzig.

Meine Kiste folgt heute mit schmutziger Wäsche; ich habe dir übrigens gestern zu sagen vergessen, daß du mir diesmal gar keine Vorhemdchen mitgesandt hast. Was ich anhabe, ist ganz schmutzig; du wirst es wohl gestern bemerkt haben. Bitte sende mir recht bald welche nach!

Ich wäre jetzt diese schöne Zeit in Erwartung von Weihnachten so sehr gern in Naumburg. Ich dachte heute daran, wie gemüthlich es doch ehemals war gerade auch diese Zeit. Donnerstag ist H. Niklas; so ein Fest vermißt man doch in Pforta sehr.

Was übrigens meine Weihnachtswünsche anbetrifft, so will ich die hier gleich mittheilen. Es ist zweierlei.

Sheakspeare’s dramatische Werke

übersetzt von Meheren. Mit Stahlstichen.

Hauschoralbuch, wie es der Onkel Edmund hat.

Mit Anhang.

Du wirst doch gewiß nicht leugnen, daß mir beides sehr nützlich sein wird. Denn einen Sheakspeare muß ich nun einmal haben, da seine Kenntniß zur allgemeinen Bildung gehört und wir sehr oft in den höhern Klassen Themata über einzelne Stücke bekommen. Wie schön und nützlich der andre Wunsch ist, wirst du daraus erkennen, daß mir bis jetzt ein solches Choralbuch, wo alle Choräle in ursprünglicher Form sind, gänzlich fehlt. Ueber dies brauche ich es auch nothwendig zu einem andern Behufe, den ich dir aber jetzt noch nicht enthüllen kann. Nun, ich hoffe, daß der Weihnachtsmann gnädig sein wird. In dieser guten Hoffnung verbleibe

ich mit vielen Grüßen an Lisbeth
Dein FWNietzsche

198. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 14. 12. <1860>

Nietzsche bittet gehorsamst um die Erlaubniß, sich ein Buch w<eißes> Papier anschaffen zu dürfen

199. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Dezember 1860>

Liebe Mamma!

Nachdem wir uns wieder so lange nicht gesehen haben, muß ich heute doch einmal wieder die Feder ergreifen. Zuerst nun meinen herzlichsten Dank für diese Ruprechtüberraschung; es hat mir alles ausgezeichnet gemundet und ich habe mich lebhaft an die Stunden erinnert, die wir früher an diesem Tage zusammen verlebt haben. —

Dann wollte ich auch vermelden, daß jetzt unser zweites Frühstück eingeführt ist, bestehend in zwei Neckchen, die aber sehr die Butter vermissen lassen. —

Es hat mich sehr gefreut, daß ich den Onkel Oskar Sonntag längre Zeit sah; er scheint sich sehr wohl zu befinden und schilderte mir das Studentenleben mit den angenehmsten Farben. Die beiden andern scheinen mir auch sehr freundlich zu sein, sie waren ganz gemüthlich. Doch that es mir leid, daß du nicht da warst, insbesondre auch für Schenk, der sich gewiß sehr gelangweilt hat. —

Sonst wüßte ich nichts, was dich interessiren könnte. Schreib mir recht bald einmal! Grüße Lisbeth vielemal von mir!

D<ein> FW N.

200. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 19. Dezember 1860>

Liebe Mamma!

Heute blos einige Worte, da wir uns ja bald zu sehen hoffen. Es folgt alle noch übrige Wäsche, außer ein paar Schnupftüchern eine Serviette und Handtuch. Dann noch einige Bücher und der Ueberzieher, Schlittschuh und Handschuh, alles auf die Ferien berechnet. Ich freue mich ungemein auf die schönen Weihnachtstage. Nur noch 3 Tage, dann bin ich bei euch. Da wollen wir vergnügte Tage miteinander verleben. Nun, ich habe aber noch sehr viel zu senden, ich weiß kaum, ob alles in die Kiste gehen wird. Bitte sende sie mir morgen gleich wieder. Was etwa nicht hineingehen sollte, werde ich in der Tasche mitbringen Es war vorigen Sonntag in Almrich sehr angenehm, wir haben uns doch wieder längre Zeit sehr hübsch gesprochen. Jetzt haben wir immer noch viel zu thun, auch in den Ferien muß ich so mancherlei vornehmen. Lebe recht wohl, grüße Lisbeth viele mal von mir. Bitte, macht, wenn ich euch die Kiste Donnerstag zum letzten Mal sende, sie nicht auf sondern wartet bis ich komme damit ich gleich meine vielen Noten und Papiere in Ordnung ringe und mir nichts verloren geht. Viele Grüße an Lisbeth!

Auf Hoffnung!

FWNietzsche

201. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 20. 12. 60.

Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 20 Srg. für Kleiderreinigen gebeten.

FW. Nietzsche.

1860 (79 Briefe)

124. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta d. 8. 1. 60.

Дорогая мама!

— Благодарю тебя, дорогая мама, и дядю много раз за ваш милый визит. Почему ты не навестила доктора? Он бы по крайней мере узнал о твоем приезде и о смерти дедушки. Мы могли бы у него поговорить подольше. — Благополучно ли вы вернулись назад в такую штормовую погоду? — Мне сегодня, в воскресенье, очень жаль, что я не могу поехать в Наумбург. Ведь здесь очень скучно; кроме меня, здесь есть только один человек. Я также посылаю тебе обратно свой ящик с немного грязным бельем. Мне сейчас очень нужны бумага и стальные перья. — Пожалуйста, пришли мне также мой «Гелианд», чтобы у меня было что почитать в лазарете. Он, должно быть, наконец прибыл. — Передавай Лизбет от меня большой привет и скажи ей, что я скоро перестану капризничать. Думай, пиши, пришли мне что-нибудь как можно скорее, может быть,

наве<с>тишь ты и

Твоего Ф. В. Ницше

(Воскресенье)

125. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 13. Januar 1860>

Моя дорогая тётя!

Как бы мне хотелось сегодня, в день твоего рождения, быть рядом и лично выразить тебе свои пожелания! Но больничная палата, которую я всё ещё вынужден посещать, мешает мне это сделать.

Пусть Господь Бог и в этом году всегда будет с тобой и щедро одарит тебя небесными и земными благами! Пусть Он милостиво хранит тебя от болезней и других невзгод и позволит тебе прожить ещё много лет! А мне сохрани свою любовь и впредь — ведь я тоже очень часто думаю о тебе и вспоминаю прекрасные часы, которые провёл у тебя. — Я так хотел навестить тебя в это воскресенье, но боюсь, что моё недомогание не позволит мне этого сделать. — Прежде всего, прости, что моё письмо, вероятно, пришло не вовремя. Но в этом виноват почтальон, который слишком поздно доставил мне письмо от мамы.

Мой кашель стал редким, но господин доктор всё же не разрешает мне приехать, особенно теперь, когда снова стало холоднее. Жизнь ужасно скучна, как ты можешь себе представить. Я лишь рад, что всё не закончилось чем-то серьёзным, как казалось поначалу. — Но я вынужден заканчивать, так как Хичшке скоро уходит, и я должен передать ему письмо. Поэтому прощай, моя дорогая тётя, пусть Господь Бог исполнит все мои пожелания и подарит тебе прекрасный новый год.

Твой
горячо любящий тебя
Ф. В. Ницше.

126. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Januar 1860>

Дорогая мама!

Наконец-то я вернулся из лазарета. Господин доктор всё ждал более тёплого дня. Мой кашель почти прошёл. Но я всё ещё ношу шаль. — Тёте Розалии я написал и отправил письмо сразу же, как только получил её весточку. Но была уже суббота. В этом, вероятно, виноват Хичшке. — В следующее воскресенье я приду к нам домой; я очень этому рад. — Все ли вы здоровы? Как поживает Лизбет? Передавай ей и дяде от меня большой привет. Пожалуйста, позаботься о письме к Вильгельму. Будь здорова, моя дорогая мама!

Твой Фриц.

Спешу

127. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 26. 1. 60.

Ницше просит любезного разрешения заказать ключ от шкафа.

128. An Franziska Nietzsche in Naumburg

(Pforta, 12. Februar 1860)

Дорогая мама!

Я благодарю тебя тысячу раз за твое письмо и сегодня намерен написать тебе письмо несколько большее, чем недавно, когда время слишком поджимало. — Значит, ты, как мне рассказывала Лизбет, все-таки поехала в Поблес? Я думал, тебе будет слишком холодно; температура сейчас удивительно изменилась.

У госпожи фон Буш я был сегодня (в воскресенье); мне очень понравилось; Лизбет, вероятно, тебе уже рассказывала об этом.

Вчера вечером я был в гостях у профессора Корссена: мы так увлеклись нашей оживленной беседой, что совсем забыли о времени, так что в конце концов господин доктор Беккер пришел за нами с фонарем.

На прошлой неделе в Пфорте было несколько дней рождения; Брауне II и господин доктор Эйлер в сре<д>у, господин профессор Буддензиг в четвер<г.> О последнем я, к сожалению, узнал только в самый день, так что я никак не мог сообщить тебе об этом. Я теперь очень жду Масленицы; вы ведь приедете на представления? Подробности я напишу вам еще в течение этой недели.

С моим бельем у меня дела обстоят очень плохо; ни одного чистого носового платка, ни одной чистой манишки и т. д. Не хочешь ли ты прислать мне во вторник, самое позднее в среду, побольше запасов, особенно в нынешнее масленичное время. Должен ли я приехать в следующее воскресенье в Наумбург или мы увидимся только в понедельник и вторник? Пожалуйста, напиши мне обо всем этом как можно скорее. Будь здорова!

Ф. В. Ницше.

Сегодня отправляю свои совсем порванные сапоги!

129. An Wilhelm Pinder in Naumburg

(Pforta, Mitte Februar 1860)

Дорогой Вильгельм!

Наша жизнь в Пфорте — это не что иное, как постоянное воспоминание и надежда. И если первое порой допускает довольно печальные сравнения с прежними временами, то второе вновь укрепляет и утешает сладким бальзамом ожидания, избавляя нас от всяких мыслей о холодном, скучном настоящем. Теперь золотые рождественские дни позади, уже подернутые легким ароматом дали, но тем ярче зеленеют перед нами радостные дни масленицы; а над ними, подобно тому как за ближайшими холмами вдалеке возвышаются горы, окутанные прелестной синевой, поднимаются святые пасхальные недели. Да, надежда — наше царство небесное, душа так охотно ищет точку, где она надеется найти отраду, где золотая жила пробивает косные породы.

Знаешь ли ты уже, куда я, вероятно, отправлюсь на следующие каникулы? В мой милый Плауэн, который действительно возвращает мне некоторые из самых прелестных воспоминаний юности. Так, я еще помню очаровательный луг, который, окруженный со всех сторон зелеными холмами и орошаемый многочисленными источниками, некогда открыл мне пробуждение природы. Пруды с золотыми рыбками, бабочки, жаворонки, фиалки и незабудки, стада с мелодичным звоном колокольчиков — это всегда напоминает мне такую простую и естественную песню:

1. Весна наступила
Так скоро, так скоро,
И сеет свой восторг
На поле и в лесу.

2. И любовь, и жизнь,
И радость, и счастье —
Всё возвращается с
Приближающейся весной.

3. Облака такие воздушные,
Такие чистые, как озеро —
О, если бы я мог умереть
От восторга и боли!

А из Плауэна я затем посещу мои мрачные, дикие Фихтельские горы, которые производят на меня такое же впечатление, как на тех итальянцев, что верили в скрытые в них огромные золотые сокровища. Говорят, там до сих пор существует много прекрасных народных песен, которые еще не собраны. Возможно, мне посчастливится поднять некоторые из этих сокровищ, и это было бы для меня самой прекрасной наградой. —

Приедешь ли ты еще в следующий понедельник и вторник? В четыре часа дня начинается представление. Мы могли бы тогда снова поговорить об этом. Скажи об этом и Густаву. Возможно, он составит тебе компанию. —

В прошлое воскресенье снова был концерт. Мы пели, среди прочего, хоры из «Эдипа в Колоне» Мендельсона, которые действительно прекрасны. Несколько больших частей из «Дон Жуана» также были исполнены. В женском хоре мы сейчас поем финал из «Лорелеи» Мендельсона.

Ну, живи хорошо, дорогой Вильгельм, передавай много раз привет моим знакомым от меня и сохрани в постоянной памяти

Твоего нежно
Любящего друга
Ф. В. Ницше

Semper nostra manet amicitia!

130. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22.—25. Februar 1860>

Дорогая мама!

Было очень мило, что вы оба дня еще были здесь; как же вам удалось достать билеты на второй день? Мне это доставило большое удовольствие, и вам, вероятно, тоже было приятно на это посмотреть. Несмотря на то, что ученики старших классов играли довольно забавно, «Венецианский купец» мне понравился еще больше, особенно из-за великолепной игры Тимиха в роли Шейлока. Гетц в роли старого Гоббо тоже сыграл весьма удачно. — Сегодня я снова отправляю свое грязное белье, а также брюки, на которых я поставил крест, так как они везде начинают расходиться по швам, и Роде, который, несмотря на Штайнкопфа и т. д., вернулся ко мне с дыркой на рукаве. — Вы уже отдали «Ифигению» переплетчику? Я бы очень хотел, чтобы она была у меня здесь. Ты, наверное, пришлешь мне снова что-нибудь к молоку; мне пришлось обходиться без этого очень долго. — Шарманка уже вернулась?

Ну, будь здорова! Большой привет!

До встречи в следующее воскресенье!

Не можешь ли ты как-нибудь приехать в Альмрих, чтобы мы могли поговорить подольше?

Твой Фриц.

Мне очень нужны спички и помада!

131. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 2. 3. 60

Ницше просит любезного разрешения сходить за бутылкой чернил.

132. An einen Freund

Pf. d. 6. 3. 60.

Скажи мне, дорогой друг, почему ты так долго не писал?

Я всё ждал, считал дни и часы. Ибо поистине сладкое утешение — письмо, присланное другом,

Словно бьющий ключ, освежающий жаждущих странников. Многое для меня значит весть о твоём самочувствии:

Ведь и я когда-то ходил похожими путями, делил с тобой и радость, и горе,

И в союзе друзей самое тяжкое становилось нам лёгким. Конечно, я прекрасно знаю: школьные годы — годы трудные,

Никогда не избегают всякого бремени, усилий и работы. Часто душа хочет освободиться от сковывающих оков,

Вырваться, укрыться в одиночестве, где чувствующее сердце;

Но и это давление облегчает верная дружба,

Которая всегда приближается к нам, полная утешения и возвышенности. Среди друзей нет ничего, что один скрыл бы от другого;

Всем они делятся в доверительной беседе. Даже если один далеко, любовь пролетает сквозь воздух,

И в виде письма приближается к одинокому другу. Дорогой! Скоро настанет день, когда мы снова увидимся,

И порадуемся долгожданной задушевной беседе. Но радость будет недолгой! Ибо вскоре я снова уеду,

Не обратно в Пфорту, где царит лишь строгость, не в Фихтельгебирге, мрачный, нет, на родину!

Ах, пожалуй, в последний раз я приветствую это дражайшее место! Но — расстояние не препятствует постоянной связи душ,

Et manet ad finem longa tenaxque fides!

133. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 14. 3. 60

Ницше покорнейше просит 12 серебряных грошей за аренду фортепиано.

134. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 17. März 1860>

Дорогой Вильгельм!

Хотя я и надеюсь увидеть тебя завтра подольше и поговорить, мне всё же хотелось бы сегодня, накануне твоего конфирмации, отправить тебе несколько строк, прежде всего для того, чтобы сказать, что на этой неделе я особенно много думал о тебе и был с тобой в своих мыслях. Ты ведь сейчас живёшь в серьёзное время подготовки, когда все мысли и чувства направлены только на то единственное, что необходимо, когда принимаются самые священные решения и замыслы для будущей жизни. Ибо с этим серьёзным обетом ты вступаешь в ряды взрослых христиан, которые признаются достойными дражайшего наследия нашего Спасителя, чтобы через приобщение к нему обрести для своей души жизнь и блаженство. Я желаю тебе в этом богатейшего благословения Господня, чтобы Он укрепил тебя Своей силой для достойного принятия Его божественных даров и впредь всегда изливал на тебя рог изобилия Своей благодати. С этим пожеланием и в радостной надежде на скорую встречу остаюсь

Твой сердечно
Любящий друг
Ф.В.Ницше>

135. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 19. 3. 60.

Г-н проф. Буддензиг покорнейше просит о 2 ½ срг. для слепого учителя арифметики.

ФВНицше

136. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta, März—April, 1860>

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

ФВНицше

137. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 14. 4. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

138. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte April 1860>

Я вчера вечером благополучно прибыл в Пфорту, но сразу же был встречен печальным известием о том, что дядя Книлинг скончался в среду утром. Сначала я не хотел этому верить, но меня в этом совершенно точно уверили. — Вероятно, большое напряжение во время первой проповеди внесло в это свой вклад. Мне очень жаль, особенно мне очень жаль дорогую тетю. —

Вчера вечером я распаковал свое белье и одежду. Сегодня я отправляю грязное белье и ненужные книги. Пожалуйста, пришли мне теперь спички, бумагу, стальные перья, остальные мои предметы одежды, а также немного шоколадного порошка, так как кофе и второй завтрак отсутствуют.

А теперь прощай, много-много приветов Лизбет и дяде!

Приезжайте же поскорее! Мы не сможем увидеться в воскресенье!

Твой Ф. В. Ницше

139. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. April 1860>

Дорогая мама!

Очень жаль, что мы не смогли увидеться вчера, тем более что до следующей встречи теперь целых 14 дней. Однако мне было очень приятно встретить дядю Эдмунда, который пригласил меня на каникулы в собачьи дни. —

В этот раз после каникул я чувствую себя не очень хорошо и никак не могу прийти в себя. Как бы мне хотелось провести в Наумбурге немного больше времени. Там так уютно!

В субботу мы были с доктором Франке в Рудельсбурге; дорога и погода были очень хорошими. —

Воскресные прогулки теперь всегда с 4 до 6. В это время жара всё же немного умереннее. Тем не менее, вчера я сильно перегрелся. Вы ведь будете так добры и приедете в Альмрих через 8 дней в воскресенье? —

Мне, конечно, сейчас очень нужно бельё; но если оно ещё не готово, пришли мне завтра же стальные перья, мои сапоги, немного какао, а также пару новых брюк, купленных в магазине. У Штайнкопфа остались мерки от прежних, но они должны быть немного короче, иначе я не смогу их носить. Мои чёрные брюки такие ветхие, что недавно во время игры в кегли совсем порвались. Я отдал их портному на починку. А теперь будьте все здоровы, большой привет Лизбет и дяде!

Твой
горячо любящий тебя
Ф.В.Н.

Пожалуйста, пришлите мне 5 грошей. Я бы, конечно, хотел их отложить, но в начале семестра приходится делать много мелких расходов, особенно будучи примусом.

Также пришлите мои серые брюки и мой хороший жилет, выньте из последнего ключ от ящика и пришлите его мне в письме!

140. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 19. April 1860>

Я благодарю тебя, моя дорогая мама, много раз за милое письмо и ящик. Как бы я хотел сегодня приехать в Наумбург, но у нас не было прогулки. К тому же и погода довольно плохая. Кстати, у меня всё точно так же, как у тебя; каникулы кажутся мне уже месяцами позади, и я очень хотел бы, чтобы мы скоро снова увиделись. До Троицы осталось ещё пять недель; тогда я смогу снова побыть короткое время в Наумбурге, а потом ещё пять недель, и наступят прекрасные собачьи дни. У меня сейчас всегда много дел, и я постоянно узнаю новые обязанности примуса. Г-н Д. Хайне теперь уехал, и мы сейчас без классного руководителя; но на следующей неделе должен приехать г-н д-р Хайнзе. — Сегодняшний день был отмечен актом в гимнастическом зале; было спето несколько гимнов; г-н инспектор Низе затем произнёс речь, в которой особенно хорошо были представлены в очень красивых жизненных картинах образ жизни Меланхтона. Больше никаких других торжеств нет. В воскресенье я не могу приехать, ты это уже знаешь. Не можете ли вы как-нибудь при хорошей погоде приехать сюда?

За всё, что ты мне прислала, я благодарю тебя много раз; только стальных перьев я бы хотел ещё получить, так как они мне очень нужны. Мои новые брюки мне вполне нравятся; выдержат ли они много? Сегодня, помимо грязного белья, отправляю требуемые брюки и халат. Кстати, у меня большая нехватка манишек. Из двух, которые ты мне дала с собой, отправляю одну, другую я ношу. —

Моя дорогая мама! Я ещё совсем ничего не знаю точно о смерти дорогого дяди, как это произошло так быстро, как прошли похороны, как чувствует себя дорогая тётя. Пожалуйста, напиши мне об этом или, что ещё лучше, расскажи при встрече.

А теперь живи хорошо, моя дорогая мама! Передавай привет Лизбет! Желаемая ею бумага прилагается. Но напиши мне поскорее или, что ещё лучше, приезжай

к твоему
Ф. В. Ницше.

Также ещё много приветов дяде!

141. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 20. 4. 60.

Ницше покорнейше просит о любезном разрешении переплести песенник и приобрести книгу б<елой> бумаги.

142. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 22. April 1860>

Дорогая Лизбет!

Я пишу тебе сегодня снова, моя дорогая Лизбет! Ведь я всё ещё должен тебе письмо с прошлого семестра. Как ты сейчас поживаешь? Мы довольно долго не виделись и не разговаривали, ещё с каникул, да, мы, вероятно, увидимся только в следующее воскресенье. Ведь сегодня в Пфорте причастие, и поэтому прогулка отменяется. Но нас поведут на горы и в леса учителя, что принято называть «природными кабачками». Конечно, мне было бы гораздо приятнее, если бы я мог сегодня на несколько часов отправиться в Наумбург!

В субботу, 8 дней назад, мы ходили с господином доктором Франке на Рудельсбург. Как примус, я должен был особенно заботиться о развлечении. Когда мы добрались до вершины, мы пели разные песни, а затем на обратном пути взобрались на несколько крутых высот, причём господин доктор Франке очень радовался, когда многие от изнеможения едва могли подняться. — Наш новый учитель, господин доктор Хайнзе, всё ещё не прибыл. Наши уроки на прошлой неделе из-за этого многократно менялись. — Пятидесятница уже не за горами; пусть каникулы и очень короткие, всё же это лучше, чем ничего, мы собираемся провести их как следует. Ты поедешь летом к дяде Эдмунду? Это было бы очень мило. В любом случае, я останусь до 10 июля, твоего дня рождения, в Наумбурге; ведь я иначе совсем не бываю дома, а там всё-таки лучше всего. —

Что касается моей трагедии, то сделано очень мало, вот несколько проб из некоторых сцен в стихах:

a)

1-й солдат.

Я сыт по горло этим проклятым бегством,

Все члены онемели, сил нет,

И ноги едва держат меня.

Пусть теперь кто-нибудь скажет:

К чему всё это ведёт?

2. „

Оставь меня с этим вопросом.

Говорят, ради великой Персидской империи.

Мне, по правде, это глубоко безразлично.

Если бы не моё собственное спасение,

Я бы давно жил на чужие деньги,

В сплошном великолепии и радостях.

1 „

Товарищ, послушай!

Мы здесь, по сути, настоящие дураки.

Выбрали себе худшую долю,

Разве у нас на родине было не больше,

Чем здесь, в войске Дария?

И могло ли быть что-то прекраснее,

Чем жить при Александре,

Где мала опасность, велик соблазн,

Всё вообще в изобилии и т.д.

b)

Нарбазан.

Мы всё же завели его слишком далеко!

Теперь всё кончено! Теперь корона, спокойной ночи!

Бесс.

Кто же сразу падает духом,

Попробуем сначала с войском,

А оно скоро повернётся,

Ведь верность — не такая прочная связь,

Чтобы доброта, деньги и великие обещания

Не разорвали её — поверь мне — до вечера.

Нарб.

Но давайте действовать осторожно,

Нельзя доверять греческим отрядам,

И особенно Патрону, этому грубому мужла<ну>

Когда я его вижу, меня бросает в дрожь.

Из-за него наш заговор провалится.

Он знает, поверь мне, всю историю

и т.д.

и т.д.

Теперь у меня к тебе ещё просьба: убеди маму обязательно прислать мне завтра манишки и стальные перья, так как и то, и другое мне крайне необходимо. Ну, будь здорова! Напиши мне тоже как-нибудь скорее! Часто думай

о своём любящем тебя брате
Ф. В. Ницше

Итак, промокашки, стальные перья, манишки, помада мне ещё нужны. —

Много приветов дорогой маме и дяде. В следующее воскресенье при хорошей погоде в Альмрихе! Прогулка с 4 до 6 часов.

143. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 27. 4. 60.

Ницше просит любезного разрешения приобрести три тетради. —

144. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Ende April 1860>

Дорогой Вильгельм!

Я должен снова написать тебе как следует; ведь для меня всегда истинная радость быть мысленно рядом с тобой и заниматься тобой. Но мы ведь и вправду очень давно не виделись; с самых каникул. Как ты сейчас поживаешь? У вас всё ещё так много дел? Я, в сущности, чувствую себя вполне хорошо, очень много бываю на свежем воздухе и радуюсь игре в кегли. Мы уже ходили на ботаническую прогулку с господином профессором Бухбиндером, но нашли пока немного. Кроме различных анемонов, проснулось ещё очень мало цветов. Но я очень этим интересуюсь и снова выучил классы Линнея. Если бы только мои глаза не мешали мне так сильно искать и находить! — Как обстоят дела с твоим замыслом? Ты уже закончил ещё несколько сцен? Хотя я очень часто мысленно занимаюсь своим планом и даже сочинил пару сцен в рифмах, я всё же вижу, что исполнение должно отложиться до собачьих дней. В Пфорте мне всё же очень не хватает времени и уединения! — Могли бы мы скоро поговорить? Правда ведь, на школьный праздник, который будет 21 мая, ты приедешь? Это было бы очень мило. Кстати, надеюсь, в этот раз мне не придётся снова выступать с речью, так как в прошлый раз я уже имел эту честь. Мои обязанности примуса сейчас мне, правда, часто неприятны и тягостны (ведь в Пфорте есть ещё куча других дел, кроме как поддерживать порядок в классе и вести классный журнал), но в целом они кажутся мне не такими уж трудными, как я полагал в начале семестра. Человек ведь ко всему привыкает! —

А теперь, дорогой Вильгельм, напиши мне в ближайшее время, у меня ведь есть план, и я хочу услышать, согласен ли ты с ним. Наши троицыны каникулы начинаются во второй день Троицы после утренней церковной службы, то есть в половине двенадцатого. Не устроить ли нам тогда небольшую прогулку в Рудельсбург? Чтобы не разминуться, я буду ждать до половины двенадцатого в шестой комнате, а потом мы вместе отправимся в путь. Ну, надеюсь, мы увидимся до тех пор ещё раз! Там мы всё обсудим подробнее!! Ну, живи хорошо, дорогой Вильгельм, передавай много приветов от меня Густаву и пиши скорее

твоему другу
Ф. В. Ницше Семпер

nostra manet amicitia!

145. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, April-Juni 1860>

Дорогая мама!

Вчера в Альмрихе было очень мило, и мне очень жаль, что мы не сможем повторить это в следующее воскресенье. Поэтому я собираюсь сходить в Козен, где я так давно не был. Больше мне сегодня нечего вам рассказать. Я посылаю всё своё грязное бельё, а также несколько книг. Пожалуйста, пришли мне

Бурмейстер, «Естественная история»

и немного какао, которое, как ты однажды говорила, можно смешивать с

поджаренным и истолчённым хлебом. Ибо в таких вещах меня больше заботит количество, чем качество. Такой пачки шоколада хватает на слишком короткое время. А теперь прощай! Лизбет, вероятно, напишет мне, как обещала; передавай ей от меня привет! Также дяде!

Твой нежно любящий тебя
Ф. В. Ницше

146. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 10. 5. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. за ключ от ящика Примуса.

147. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Mitte Mai 1860>

Дорогой Вильгельм!

Прости, пожалуйста, что я так долго тебе не писал; но у нас сейчас действительно всегда очень много дел, так что у меня остается совсем мало свободного времени. Я очень рад, что тебе нравится мой план на Троицу; мама и Лизбет хотят поехать пораньше, а мы последуем за ними в полдень. Поскольку мы так долго не виделись, я очень прошу тебя приехать к нам на школьный праздник, который, однако, как ты думаешь, будет отмечаться не на Кнабенберге, а в пределах наших стен в следующий понедельник. —

Новым учителем, г-ном д-ром Хайнце, мы все вполне довольны; его интерпретация Цезаря мне очень нравится, так как он часто останавливается на синонимике. Кстати, он довольно хорошо знает тебя и Густава и расспрашивал меня о вас. Может быть, ты навестишь его как-нибудь, что его, безусловно, порадовало бы. — Погода сейчас стоит чудесная; соловьи поют даже в наших стенах. Надеюсь, в ближайшие дни мы пойдем купаться. — Кстати, очень жаль, что мы так мало видимся во время каникул в собачьи дни; я прошу тебя, дорогой Вильгельм, решись побродить со мной по Гарцу и напиши или скажи мне свой окончательный ответ. Я тогда сразу же сообщу об этом дяде, и он, конечно, будет этому рад. Итак, пожалуйста, напиши мне, также и по поводу нашей поездки на Троицу, поточнее, поговори о последней еще раз с моей мамой и приезжай в понедельник, 21-го числа, к твоему

Ф. В. Ницше

Semper nostra manet amicitia!

148. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 21. 5. 60.

Ницше покорнейше просит о 5 шв. фр. на школьный праздник. —

149. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 24. 5. 60.

Ницше покорнейше просит 5 срг. на горный день. —

150. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 28. 5. 60.

Ницше покорнейше просит о выдаче отпускных.

151. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 30. Mai 1860>

Дорогая мамочка!?

Вот и закончилось это прекрасное, великолепное время каникул, и я должен снова подчиниться неизбежным оковам. Эта однообразная, тихая жизнь всё же совершенно отличается от свободных, самостоятельно выбранных занятий; я на самом деле очень хочу, чтобы каникулы вернулись. Ведь мне кажется, что здесь можно было бы сделать больше, чем здесь, поскольку работаешь по своей воле и желанию. — Я прибыл вчера вечером без четверти десять; в конце мы шли довольно быстро. Мне было очень жаль покидать компанию; ибо, не желая обидеть Лизбет, господин Фюлльзель — всё же весьма интересный человек. Стало ли там постепенно ещё веселее? Казалось, что беседа распадается на частные разговоры, и было достаточно оснований и поводов для того, чтобы вовлечь в разговор определённые спорные вопросы. — Вы получите сегодня пустой ящик, который, однако, я ожидаю завтра наполненным. Я был бы также очень рад некоторым остаткам трапезы, ибо мой шкаф пуст, как и мой кошелёк. Кроме того, пришлите мне утренние туфли, сапожный рожок, Псалтирь и арфу, и «Историю церкви» Шпитлера (и то, и другое лежит на стеклянном шкафу), а также мои хорошие брюки и, кроме того, соответствующие деньги. — Передавай много приветствий от меня Лизбет и дяде! Это действительно прискорбно, что каникулы уже закончились!

Желает всем здоровья
и благополучия,
а себе — памяти
и любви всех
Ф. В. Ницше.

152. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 7. 6. 60.

Ницше покорнейше просит 15 срг за аренду пианино.

153. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 11/6 60

Ницше просит 20 серебряных грошей на чистку одежды у господина профессора Буддензига.

154. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Juni 1860>

Дорогая мама!

Простите, пожалуйста, что вчера я написал лишь несколько слов, но это произошло в слишком большой спешке. То, что мы виделись в прошлое воскресенье, было очень приятно; я только шел с дядей немного слишком медленно и в конце концов должен был бежать очень быстро, но все же успел как раз вовремя; от Свайнсбрюкке до Пфорты за 17 минут. — Ничего нового я сейчас совсем не пережил; погода все еще слишком дождливая и сомнительная. С купанием пока совсем ничего не вышло. — Что касается собачьих дней, я теперь думаю, что в любом случае первые дни проведу в Наумбурге. Я, кстати, хочу на каникулах кое-что сделать. Лишь бы в Горенцене не было слишком жарко! — Если же с поездкой в Гарц ничего не выйдет, то мне это тоже подходит. Прогулки по окрестностям тоже хороши. — Пожалуйста, пришлите мне Веллея Патеркула, латинского писателя по римской истории; он мне сейчас, когда мы изучаем римскую историю, очень нужен как источник. Деньги я принесу, когда приеду в Наумбург. У Домриха книга наверняка будет в наличии. В воскресенье я, значит, навещу Тайхманов. Жаль, что мы не можем увидеться! До собачьих дней осталось мало воскресений, а потом лишь немного дней, когда мы сможем увидеться! Пожалуйста, пришли мне тогда поскорее ящик с полотенцами и салфетками, так как я испытываю недостаток в том и другом, и ту книгу; напишите мне также снова как-нибудь очень подробно о собачьих днях и т. д. Передавай Лизбет и дяде от меня большой привет. Последнему я всегда желаю большой удачи в подготовке к экзаменам. Ну, будьте все здоровы!

Твой Ф. В. Ницше

155. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1860>

Милая мама!

Было очень приятно, что ты навестила меня вчера; удалось ли тебе поговорить с доктором? «Мюнхгаузен» доставил мне много удовольствия, а пирог был очень вкусным. Боль почти не утихла, и при сидении или стоянии она быстро усиливается. Поэтому я большую часть времени лежу в постели. Сегодня мне должны наложить горчичник на ногу. —

Пришлешь ли ты мне сегодня двенадцать прелюдий Себ. Баха? И Веллея Патеркула? Нужно же здесь хоть как-то развлекаться: ведь здесь очень скучно. —

В остальном я чувствую себя вполне хорошо, как и вчера. Я много думаю о собачьих днях, которые скоро наступят, через две недели в субботу! Пожалуйста, скажи Лизбет, не хотела бы она написать мне хоть раз. Ведь сейчас у меня больше времени на ответ, даже если я не всегда знаю, что отвечать. Пусть этого письма будет достаточно, милая мама, чтобы заверить тебя, что хуже не стало. Будьте все здоровы! С наилучшими пожеланиями!

Твой Ф. В. Ницше

156. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Juni 1860>

Несколько строк я, согласно своему обещанию, должен всё же написать и сегодня. —

Сначала благодарю за вчерашнее письмо, хотя мне и жаль, что ноты и книга не пришли. —

Я всё же хотел бы, чтобы ноты были заказаны, я посылаю тебе записку, которую нужно передать Домриху. Книгу я отложу до каникул. —

Вчера у меня появился нарыв, это была весьма болезненная история. В остальном чувствую себя вполне хорошо. —

Пожалуйста, пришли мне поскорее рубашку; ибо в них у меня недостаток.

А теперь прощай, моя дорогая мама! Передавай привет Лизбет и дяде от меня.

Т<вой> Ф.В. Ницше

157. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 15. 5. 60

Ницше просит разрешения на приобретение коллектанеума.

157a. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. d. 16. 6. 60

Ницше просит разрешения отремонтировать замок и сделать ключ.

158. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17. Juni 1860>

Дорогая мама!

Сегодня, в воскресенье, я всё же должен снова как следует написать и прежде всего поблагодарить тебя за ящик и письмо. Мне сейчас гораздо лучше; боль в ноге прошла, и, возможно, уже завтра я смогу перейти к вам. Мы коротаем время как только можем, вчера я снова немного сочинял. Сегодня мы, вероятно, не увидимся; но если погода будет хорошей, может быть, ты всё же выберешься сюда ещё раз. — Мюнхгаузен меня снова очень позабавил; всё-таки это великолепная книга. — Наши каникулы, значит, начинаются завтра через 2 недели, утром в 9 часов. Я очень этому рад. В последние дни снова будем плести венки, а для этого мы пойдём в лес. Ну, прощай, моя дорогая мама! Передавай Лизбет от меня большой привет и поблагодари её за милое письмо. Также дорогому дяде!

Твой Ф. В. Ницше

159. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 21. 6. 60.

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о 2 срг. на две порции сахара к лекарству.

Ф. В. Ницше

160. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Juni 1860>

Ну, дорогая мама, я снова вернулся из лазарета. Это настоящее счастье. Если не считать того, что нога еще немного слаба, я снова совершенно здоров. Сегодня я отправляю тебе ящик с бельем и несколькими книгами на каникулы. Пожалуйста, пришли его мне завтра же обратно, так как мне нужно отправить все белье и одежду, а для этого он понадобится мне еще дважды. Здесь уже довольно оживленная жизнь; последние 6 комнат уже украшены венками. Но, дорогая мама, в этот раз я должен попросить у тебя много денег. Сейчас, когда у всех есть деньги на поездку, касса сильно истощается из-за украшения комнат и тому подобного. Я хотел бы попросить тебя прислать мне завтра в ящике 10 серебряных грошей. Ведь я не хотел бы тратить на это свои сбережения. —

В воскресенье был Вильгельм, это было очень приятно, я ждал вас оба дня. Ну, до свидания в субботу! С наилучшими пожеланиями!

Т<вой> Фридрих Вильгельм Ницше

161. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende Juni 1860>

Я очень благодарю тебя, дорогая мама, за то, что ты вчера сразу же прислала мне ящик вместе с деньгами и письмом. Сегодня я отправляю его тебе обратно с предметами одежды, бельем и нотами. Пожалуйста, пришли его мне завтра еще раз; ибо мне предстоит еще кое-что приобрести, например, книги, сапоги, домашние туфли.

В остальном я чувствую себя вполне хорошо, снова был в купальне, что меня очень порадовало, а вчера вечером ходил в лес за дубовыми листьями, чтобы украсить комнаты венками. Весь коридор украшен венками и гирляндами, очень красивое зрелище! Особенно мысли о каникулах уже помогают нам пережить оставшееся короткое время.—

Вчера вечером я снова был с несколькими товарищами у г-на д-ра Хайнзе. Он угощал нас клубничным пуншем. Ну, будьте все здоровы! До субботы, до свидания!

Т<вой> Ф. В. Ницше

162. An Edmund Oehler in Gorenzen

25, 7. 60 N. a S. —

Милый, дорогой дядя!

Итак, я благополучно прибыл в Наумбург и преодолел все неудобства почты и вокзала. В Айслебене мне стало немного нехорошо, и это состояние сохранялось до самого приезда в Наумбург. Но сегодня всё уже прошло. Я также осмотрел дом Лютера, где многое меня заинтересовало. Господин обер-пастор Яр ожидал, что мы останемся хотя бы до обеда, и был очень любезен; он просил передать тебе большой привет. Почтовым сообщением руководил молодой слуга — скучный и глупый. Три часа в поезде были сухими и однообразными, разговор в вагоне — на уровне прачек, дорога до Наумбурга — мокрой и дождливой. Дядя Оскар ушел и вернулся только позже. Я рассказал ему еще кое-что, а затем, утомленный, лег в постель. Сегодня утром Вильгельм взял меня с собой на прогулку. — Это был очень фрагментарный отчет о путешествии. Но теперь, дорогой дядя, я должен поблагодарить тебя письменно, так как не смог сделать это устно. Поверь мне, вчера вечером я был просто подавлен и тосковал по уютному Горенцену, где провел такие чудесные дни. Сейчас всё кажется мне таким пустым и печальным, особенно из-за мрачной погоды, что я могу сравнить свои чувства только с теми, что вызывает конец каникул и возвращение в Пфорту. Никогда я не смогу забыть эту прекрасную спокойную жизнь, эти великолепные прогулки. Я сейчас почти постоянно думаю о Горенцене и каждую минуту представляю себе, что вы сейчас делаете и что мы делали в это время. Как сегодня себя чувствует фрау Винтерн? Передай ей от меня еще раз большой привет; я желаю ей скорейшего выздоровления. Также я часто мысленно вспоминаю дорогого господина кантора, благодаря его за доброту ко мне. И напоследок я говорю тебе, дорогой дядя, огромное спасибо за всю твою любовь и доброту; будь уверен, что я никогда не забуду это прекрасное время. Живи очень, очень хорошо и вспоминай иногда

своего нежно любящего тебя
Ф. В. Ницше

163. An Franziska Nietzsche in Pobles

Sonnabend. (Naumburg, 4. August 1860)

Милая, дорогая мамочка!

Я благодарю тебя тысячу раз за милое письмо, которого я так страстно ждал. Я бы тоже очень хотел еще раз приехать в Поблес, но в воскресенье дядя не мог, в понедельник и так далее — дождь, так что <мы>, как бы сильно мы этого ни хотели, не смогли выбраться. Я все думал, что ты еще раз приедешь в Наумбург, прежде чем я отправлюсь в Пфорту, но я ждал напрасно. Сегодня я уже упаковал чемодан, так как ящика не было, и сегодня вечером я снова уезжаю. Мне немного грустно, как можно себе представить. У Пиндеров я провел очень приятные дни, совершал прогулки с Вильгельмом и Густавом, был вечером на Фогельвизе и так далее. Лизбет очень повезло на стрельбах; Софи стреляла за нее и <выиграла> канделябр, черную ленту и fleur d’animée (для меня неясное понятие). Передавай ей от меня много приветов. Не хочет ли она скоро приехать в Наумбург? Пиндеров тоже передают тебе и Лизбет много приветов. — Приезжай же поскорее в Наумбург; ведь я не знаю, что будет с бельем. То, что тебя не будет в воскресенье и на горном празднике, который скоро будет, мне тоже очень жаль. Вы сейчас, наверное, живете в большой суете; поедешь ли ты в Мазниц или сразу приедешь в Наумбург? Мне было бы очень приятно, если бы ты приехала как можно скорее, так как я совсем не знаю, к кому обратиться, а мне нужно так много всего. Больше мне нечего тебе сообщить, моя милая мамочка, дядя тебе сегодня сам все расскажет. Передавай милой, дорогой бабушке много приветов от меня, а также милым дядям и тетям, думай обо мне почаще, пиши и приезжай поскорее в Наумбург.

Твой нежно любящий тебя
Ф. В. Ницше

164. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang August 1860>

Дорогая тётя!

Я вынужден сегодня написать, так как у меня всё ещё нет пододеяльника, а он мне уже должен быть нужен. Я хотел бы очень попросить тебя, дорогая тётя, прислать мне его, как только тебе это будет возможно. Он должен быть в комоде в голубой комнате; возможно, дядя Оскар тоже знает об этом. —

Я благополучно прибыл в Пфорту, но очень желаю, чтобы мама была здесь, так как мне всё ещё не хватает множества мелочей. В Пфорте произошли большие перемены. Наша умывальня готова; всё идёт очень хорошо. Поэтому мы встаём без пяти минут пять, умываемся и одеваемся до четверти шестого, затем у нас ещё час занятий до без четверти шесть, а потом мы завтракаем. В шесть часов молитва, и сразу после неё начинаются уроки.

После обеда мы получили ещё полчаса свободного времени с половины пятого до пяти. Кроме того, нам разрешено в субботу, среду и учебный день после обеда до половины второго выходить на прогулку на свежий воздух, помимо обычного воскресного выхода. Ученикам приманы разрешено гулять каждый день до без четверти два, ученики приманы с малыми привилегиями имеют в воскресенье трёхчасовую прогулку, а с большими привилегиями — после обеда до семи часов. —

Это ведь совершенно замечательное нововведение. Ну, дорогая тётя, мы ещё поговорим об этом при встрече. Если бы мама ещё не приехала, я бы очень охотно принял твоё любезное предложение прийти к тебе в ближайшее воскресенье, конечно, если тебе это будет совершенно удобно.

Твой нежно любящий тебя
Ф. В. Ницше

165. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang August 1860>

Дорогая тётушка!

Прежде всего, благодарю тебя, дорогая тётушка, тысячу раз за то, что ты так скоро прислала мне пододеяльник. То, что моего не оказалось на месте, меня удивляет; возможно, он ещё даже не постиран. Значит, мама приедет только 14-го числа, как она мне написала. Придётся мне, стало быть, набраться терпения ещё на несколько дней. Я думал, что она прибудет уже на этой неделе, и поэтому отправил письмо в Наумбург, чтобы оно застало её сразу по приезде. Конечно, мне было нужно ещё кое-что, но я не знаю, могу ли я, дорогая тётушка, обременять тебя этим. Спички, розовые стальные перья, несколько листов нотной бумаги, по возможности с очень узкими линейками, мыло, может быть, ещё немного какао. Но, как я уже сказал, дорогая тётушка, я вполне могу подождать с этим до возвращения мамы. Вчера я был в лесу; мы впервые гуляли там. Я уже довольно хорошо освоился здесь, в Пфорте; только порой мне бывает очень грустно. Благодаря новым порядкам среди всех быстро закипела новая жизнь. Мы хотим в следующее воскресенье, если ты ещё позволишь мне прийти, вдоволь наговориться. Вот если бы времени было побольше! Итак, я приду к тебе примерно без четверти пять. А пока — будь здорова! Дорогая тётушка! Ещё раз прими мою сердечнейшую благодарность!

Твой нежно любящий тебя
Ф. В. Ницше

Салфетку я принесу с собой, а полотно отправлю в Наумбург со следующим ящиком.

166. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> d. 10/8 60.

Ницше просит любезного разрешения на приобретение кувшина

167. An Rosalie Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 12. August 1860>

Дорогая тётя!

Я пишу тебе сейчас сразу же, чтобы сообщить, что я благополучно прибыл в Пфорту, а также, в особенности, чтобы ещё много раз поблагодарить тебя за твою огромную доброту. Мне не пришлось слишком сильно напрягаться, чтобы вернуться благополучно и вовремя, и я привёз всё без повреждений. Маленькая коробочка спичек доставляет мне очень много радости; пожалуйста, поблагодари от моего имени милых тётушек ещё много раз; нотная бумага тоже именно то, что нужно; я не мог бы пожелать ничего более подходящего. Ещё раз прими мою повторную благодарность за прекрасный кофе и пирог; тебе не стоило так хлопотать, ведь я совсем не привык к такой роскоши. —

Если бы только мама приехала ещё во вторник! Возможно, она могла бы прийти в среду во время нашей прогулки.

Тогда ей, конечно, пришлось бы быть в гроте над Пфортой уже в половине первого; я в любом случае буду там. Это был бы восхитительный сюрприз! В остальное время я весь день занят на уроках. Но я постараюсь вырваться в следующее воскресенье к приезду мамы. —

День рождения Лизбет можно было бы отпраздновать в этот день. Мама, возможно, написала бы письмо, в котором указала бы как основные пункты свой приезд и день рождения Лизбет. Я хотел бы подарить Лизбет такую маленькую чернильницу для путешествий, так как она очень этого хотела. —

А теперь прощай, дорогая тётя! Ещё раз сердечнейшее спасибо.

Твоего нежно любящего тебя
Ф. В. Ницше

168. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte August 1860>

Дорогая мама!

Сегодня, дорогая мама, ты, наверное, уже благополучно прибыла. Ты даже не представляешь, как я этому рад, ведь мы так долго не виделись. Теперь мы наверстаем то, что упустили во время каникул. Приезжай поскорее и пиши, присылай письма почаще. Ты найдешь еще одно письмо. По нему ты увидишь, как сильно я тебя ждал. Все затянулось гораздо дольше, чем ты изначально планировала. Не можем ли мы в следующее воскресенье увидеться подольше? Не хочешь ли ты меня отпросить? У тебя ведь есть две причины: во-первых, твой приезд, а во-вторых, можно отпраздновать день рождения Лизбет. Правда ведь, Лизбет с тобой? Передай ей от меня много-много приветов. Мне очень жаль, что я не могу сегодня быть в Наумбурге. Но теперь я должен сразу попросить тебя прислать мне ящик, так как у меня совсем не осталось чистого белья: ни рубашки, ни манишки, ни полотенца. Пожалуйста, пришли мне это сразу. В воскресенье мне совсем нечего надеть. Еще в Наумбурге осталась пара моих сапог. Те, что на мне сейчас, совсем стоптались и порвались, ужасная походка! Также у меня еще нет сапожного рожка, и мне не хватает перчаток. Пожалуйста, пришли мне все это в ближайшие дни до субботы. Я очень нуждаюсь.

В следующее воскресенье мы увидимся, если ты не хочешь меня отпросить, то уж точно в Альмрихе? Там я расскажу тебе много нового о переменах в Пфорте. И о каникулах. А пока прощай! Дорогая мама! Я очень рад, что ты снова здесь!

Т<вой> Ф.В. Ницше

Много приветов дорогой Лизбет и дяде!

169. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. August 1860>

Дорогая мама!

Вчера после обеда было очень мило и приятно. Мы ведь так много друг другу рассказали, так как давно не виделись. Ну, я очень жду вторника, когда вы в любом случае приедете. —

Я забыл вчера сообщить нечто печальное, а именно то, что один воспитанник Хенчель из Вайсенфельса заболел во время каникул и умер от нервной горячки. Многие поехали на похороны в Вайсенфельс. В Пфорте также была проведена торжественная поминальная служба. —

Сегодня я отправляю целый ящик с бельем вместе с сапогами. Но у меня самого не осталось никакого белья, что же мне делать в день похода? Мне очень нужны манишки, полотенца и рубашки. Пришли мне это как можно скорее!

Больше писать не могу. Сейчас 5:15, еще довольно темно. Я так рад, что вы снова здесь. Передавай Лизбет, тете и дяде много-много приветов от меня!

В надежде на вторник!

Твой Ф.В. Ницше

P.S. Я собираюсь и должен буду в ближайшее время прислать тебе многие из предметов одежды, так как везде есть разрывы, отсутствуют пуговицы — —

170. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte, d. 23. 8. <1860>

Ницше покорнейше просит 5 срг на горный день.

171. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 31. 8. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на памятник Гёте.

172. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 31. August 1860>

Дорогая мама!

Сегодня я всё-таки должен отправить ящик обратно, и в нём непременно должно быть письмецо. Как вы там поживаете? Благополучно ли вы добрались в прошлую среду до Наумбурга? Наши выпускники все сдали, экзамен, говорят, был блестящим. Я сегодня уже много думал о дяде и желаю ему большой удачи; ведь такой экзамен — дело важное и опасное. Ну, я думаю, всё благополучно завершится. Приедет ли дядя в воскресенье в Альмрих? — Я посылаю вам сегодня немного белья; то, что завёрнуто в серую бумагу, обязательно передай ещё сегодня (в пятницу) Вильгельму; я ему твёрдо это обещал. — Груши, которые были на днях, мне очень понравились и пришлись по вкусу. Ещё раз большое спасибо за них. Я почти пришёл к мысли: вместо того чтобы тратить деньги у Хичке, лучше посылать их в Наумбург и получать взамен груши в ящике. — Передавай большой привет милой Лизбет, тёте и дяде! Тётя из Плауэна ещё не приехала? На следующее воскресенье мне снова не хватает белья. Если будешь посылать мне завтра, пожалуйста, пришли заодно банку и напиши, куда мне прийти.

Всего вам доброго!

Т<вой> Ф.В. Ницше

Не хочет ли Вильгельм поехать в следующее воскресенье в Альмрих? Мне нужно кое-что ему сказать.

173. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. September 1860>

Дорогая мама!

Так как я сегодня отправляю ящик в Наумбург, я всё же хочу приложить к нему небольшое письмецо. Хотя вчера оно было очень коротким, всё же было очень приятно, что мы снова увиделись. Сегодня начинается экзаменационная неделя. Желаю себе удачи в этом. — Деньги я отдал на хранение. — Дядя Оскар был здесь вчера днём; я был очень рад. Передавай ему от меня большой привет. Я сейчас же запишу книги, которые мне понадобятся для следующего класса. Гомеровский лексикон Крузиуса. Ливий. Письма Цицерона под редакцией Зюпфле. Лелу. Гезениус, еврейская грамматика вместе с хрестоматией. Еврейская Библия вместе с еврейским лексиконом. Греческий Новый Завет. Арриан. —

Ещё мне нужен стакан. — Через три недели у меня уже будут мои трёхдневные каникулы. Я очень их жду. Ведь мы почти не насладились собачьими днями. —

Вчера вечером я навестил профессора Буддензига. Там было очень приятно. На прошлой неделе был также дополнительный приём пищи, я, кажется, тебе об этом ещё не рассказывал. Мы все вместе с «экстранерами» в столовой ели пирог. Ну, может быть, ты пришлёшь мне снова немного пирога, когда мои экзамены закончатся, как в прошлом году. А теперь прощай, моя дорогая мама, пиши мне поскорее, пришли мне бельё и пожелай мне удачи на предстоящих экзаменационных днях! Много, много приветов Лизбет и дяде!

Твой Ф. В. Ницше

174. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 5. 9. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

175. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 7. 9. 60.

Ницше просит разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги. А также карандаш.

176. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 12. 9. 60.

Ницше покорнейше просит 16 ½ срг. за аренду фортепиано.

177. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 19. 9. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

178. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 21. 9. 60.

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше.

179. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. 21. 9. 60

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на прогулку.

180. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 25. 9. 60.

Ницше покорнейше просит 10 срг. на отпускные расходы.

181. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta d. 26. 9. 60.

Ницше покорнейше просит разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги.

182. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 1. Oktober 1860>

Милая мама!

Я всё же должен послать вам сегодня утром несколько строк с зонтиком и шалью, чтобы известить вас, что вчера вечером я благополучно добрался домой, хотя было холодно, сыро и грязно. Мы всё же очень весело провели это короткое время и много смеялись. Я ещё много раз благодарю за всё, чем вы меня порадовали. Кое-что ты всё же забыла мне дать, а именно 5 серебряных грошей для служителя вместе с именем на одеяле. Пожалуйста, пришли мне и то, и другое с ящиком для белья, который ты собиралась прислать мне на днях. Этой ночью было довольно холодно; я мёрз, несмотря на халат и одеяло. В прошлую ночь было приятнее. Ну, будьте здоровы! Больше мне вам нечего рассказать. Ещё раз моя величайшая благодарность. Большой привет Лизбет и дяде!

Твой Ф. В. Ницше

Спички, стальные перья, сургуч.

183. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 3. 10. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг на прогулку.

184. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 10. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. на бальный сбор.

185. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 5. 10. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. за обучение.

186. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Oktober 1860>

Дорогая мама!

Согласно твоему желанию, я пишу сейчас, так как только что получил твой ящик и оба письма Лизбет. Еще раз большое спасибо за все, что ты мне прислала. Дневник для меня почти слишком хорош; я еще не знаю, стоит ли использовать его для этого или для чего-то более важного. Мне очень жаль, что мы не сможем увидеться завтра; но будем тем более часто писать друг другу на следующей неделе, если не сможем встретиться. Завтра я буду доступен рано с 7—9, ½ 11—12, ½ 1—½ 2 (5—7). Относительно последних часов я не уверен точно. — Я очень обрадовался, что дядя Оскар здесь; это радует меня тем более, что так я, возможно, скоро смогу снова увидеть дядю. — Грязное белье я не могу прислать сегодня, потому что у меня его еще нет. Но в понедельник обязательно. А теперь прощай, дорогая мама! Передавай от меня много приветов Лизбет и дяде!

Т<вой> Ф.В. Ницше.

187. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 18. 10. 60.

Ницше покорнейше просит 2 ½ срг. к 18-му октября.

188. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 20. Oktober 1860>

Дорогая мама!

Ты, конечно, можешь себе представить, дорогая мама, как мне было очень жаль в прошлый четверг, что я не смог приехать в Наумбург; но длинная речь господина профессора Штайнхарда и затянувшийся обед задержали меня настолько, что у меня уже не оставалось двух часов. Я думал, что вы, возможно, приедете утром на торжественную часть; Брауне-второй читал собственное стихотворение, как я тебе, наверное, уже рассказывал. Торжественная речь профессора Штайнхарда о Штейне была прекрасна. —

Затем благодарю тебя много раз за то, что ты по моей просьбе сразу же прислала мне пирог. Он был восхитительно вкусным; я честно поделился им. Груши тоже были очень вкусными и сочными. — Вечером мы были на горе, где запускали много фейерверков. — Завтра, в воскресенье, мы в любом случае увидимся при хорошей погоде в Альмрихе. Шенк тоже хочет поехать.

Мы сейчас постоянно очень заняты, и у нас много, очень много дел. Пришел ли прекрасный подарок Лизбет, которому я до сих пор очень радуюсь? Вообще, это очень мило в мой день рождения, что у меня всегда есть еще что-то, чего я жду. —

Вильгельму и Густаву я тоже написал. Будь так добра, позаботься о том, чтобы письмо дошло до них. —

Ну, прощай, дорогая мама! Передавай от меня большой привет милой Лизбет! Итак, до завтра, до встречи!

Твой Ф. В. Ницше

P. S. У меня не хватает спичек и манишки.

189. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta. d. 23. 10. 60.

Ницше покорнейше просит 5 срг на перевозку вина.

190. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 3. November 1860>

Дорогая мама!

Посылаю тебе сегодня брюки и немного грязного белья. Но мне сейчас снова нужно многое: пододеяльник, полотенца, носовые платки. Затем мой нож, который очень нуждается в заточке и чистке. Также, может быть, плитку шоколада для молока, которое всё никак не хочет превращаться в кофе. — Ещё мне не хватает спичек. — У нас всегда очень много дел, и у меня совсем нет времени на написание длинных писем. Я очень жду следующего воскресенья, когда мы, надеюсь, увидимся в Заальхойзерах. Моя прогулка длится с 14:15 до 16:15, так что я буду там наверху примерно в 14:30.

Столько я написал сегодня утром; теперь же я получил твой ящик и письмо; благодарю тебя тысячу раз за них, а также за прекрасные груши. Но кое-что, что мне очень необходимо, а именно пару подтяжек, ты, надеюсь, привезёшь мне в Заальхойзеры. А теперь прощай, до счастливой встречи в воскресенье!

Твой Фриц Н.

Передай от меня привет Лизбет!

Шенку стало намного лучше, он уже сегодня, в субботу, хотел встать, но доктор ему не разрешил. —

191. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 10. November 1860>

Дорогая мама!

Только я собрался тебе написать, как получил твое письмо и узнал, что не смогу завтра приехать в Наумбург. Мне, конечно, очень жаль, так как я очень на это надеялся; но, разумеется, иначе нельзя. Я также надеялся, что сегодня, в день святого Мартина, будет прогулка до 3 часов; но и эта надежда не оправдалась, так что нам, вероятно, придется отложить встречу до воскресенья через неделю. Сейчас совсем не выбраться из постоянной работы; но все же я чувствую себя при этом вполне хорошо, лишь бы все шло ладно. Я также постоянно расспрашивал о Шенке у тех, кто приходил, и сегодня навестил его. Ему гораздо лучше; он уже несколько дней встает с постели, но ужасно скучает. В среду, возможно, он думает прийти сюда снова. .... Пожалуйста, позаботься о нотах и письме, я прошу тебя, для моих друзей, и прошу тебя, как можно скорее.

Мой нож тоже прилагается, о котором я писал тебе раньше.

Передавай Лизбет от меня много приветов, а также всем дорогим родственникам в Мерзебурге, которых ты там увидишь.

Твой Ф. В. Ницше.

192. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 24. November 1860>

Дорогая мама!

Твое письмо и твой ящик доставили мне большую радость; также за яблоки благодарю тебя многократно. Как же мне жаль, что мы не сможем увидеться завтра на поминальном празднике, когда нам так хотелось бы быть вместе. И поэтому нам придется утешиться до следующего воскресенья, когда я встречусь с вами в Альмрихе вместе со Шенком. Он еще не вышел из лазарета, поскольку господин доктор всегда держит выздоравливающих там немного дольше. Впрочем, ты не должна думать, что я могу приходить туда совершенно свободно, когда у меня есть время. Мне каждый раз нужно сначала получить записку, подписанную гебдомадарием, а лазарет к тому же открыт только каждый день с 1 до 1:30 дня. А как мало у меня времени именно в этот час! Все же я часто говорил с ним в школьном здании, куда он теперь чаще заходит на короткое время, и снабжал его книгами для чтения. Что еще я должен сделать, я не знаю; да у меня и нет на это времени. Вот уже осталось четыре недели до Рождества; я уже очень радуюсь этому, и, вероятно, скоро пришлю свой список пожеланий. Это, безусловно, самые прекрасные дни в году. — Если ты, кстати, хочешь купить орехи к Рождеству, то советую тебе обратиться к Заальхаузенам, у которых они действительно очень хорошие и дешевые (шок за 1 грош). — Там больше ничего не происходит; нет ни винограда, ни пи>т>ного сусла. —

То, что вы все здоровы, мне очень приятно; я всю неделю очень ждал письма. А теперь прощай; передавай Лизбет от меня большой привет! Я ее тоже так давно не видел! —

Твой Ф.В. Ницше.

Если, кстати, завтра еще будет прогулка, то ждите меня!

С письмом к дяде Эдмунду мы все же подождем до Рождества. У меня так много дел!

Суббота.

К моей радости, Шенк сегодня совсем вышел из лазарета.

193. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 25. November 1860>

Дорогая мама!

Сегодня, в день поминовения усопших, я думал о вас больше, чем обычно, и желал отпраздновать этот день вместе с вами. Благодарю тебя тысячу раз за твое милое письмо; оно было написано словно прямо из моей души и так живо напомнило мне о наших дорогих покойниках. Вчера в 6 часов, когда звонили колокола, я много думал о вас и о тех часах, которые мы проводили вместе в прежние годы. Вечером пели «Ecce» и зачитывали жизнеописания скончавшихся бывших привратников. Среди них был и медицинский советник Штапф, о котором отзывались очень похвально. Торжество завершил профессор Бухбиндер своей речью. —

Мы ведь не виделись бесконечно долго; ну, я очень надеюсь на следующее воскресенье, когда Шенк и я приедем в Альмрих. Он снова совершенно здоров, но, кажется, чувствует себя в Пфорте не очень хорошо, возможно, еще и потому, что слишком уж заботится о своем желудке. По крайней мере, мне так кажется. Я также отправляю обратно свое белье. У меня очень много дел, и я не выхожу из-за работы. Скорее бы уже наступили прекрасные рождественские дни, которых я так жду! Передавай Лизбет от меня много приветов. Я так давно ее не видел.

Т<вой> Ф. В. Ницше.

Мои брюки следуют следом.

194. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Ende November 1860>

Дорогая мама!

Сегодня только привет, дорогая мама! Я очень рад, что ты снова вернулась, хотел бы написать тебе подробнее, но у меня так много дел. Мне нужна еще одна манишка к воскресенью; ведь другая испачкалась в четверг на горе. Пожалуйста, пришли мне её! Передавай Лизбет много приветов от меня!

Твой Ф. В. Ницше

195. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 1. Dezember 1860>

Дорогая мама!

Сегодня снова лишь несколько слов, так как надеюсь, что завтра мы поговорим дольше. Я буду в 2:30 в Альмрихе. —

Большое спасибо, что сразу позаботилась о моем белье, а также за прекрасные груши. Я сразу же отправляю ящик обратно, а в нем — порванные брюки вместе с жилетом без пряжки. Может быть, ты успеешь привести и то, и другое в порядок до завтра. Передавай Лизбет от меня большой привет! Будь здорова!

Т<вой> Ф.В. Ницше

196. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforta 3. 12. 60.

Ницше покорнейше просит 24 ½ срг за аренду фортепиано.

197. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. Dezember 1860>

Дорогая мама!

Мне очень понравилась наша вчерашняя встреча; всё-таки гораздо уютнее, когда никого нет рядом. Мы можем гораздо больше насладиться обществом друг друга. Я вполне счастлив и прибыл в Пфорту вовремя, но весь перепачкался.

Мой ящик с грязным бельем прибудет сегодня; кстати, я вчера забыл сказать тебе, что в этот раз ты не прислала мне ни одной манишки. То, что на мне надето, совсем грязное; ты, должно быть, заметила это вчера. Пожалуйста, пришли мне их как можно скорее!

Я бы сейчас так хотел провести это прекрасное время в ожидании Рождества в Наумбурге. Я сегодня думал о том, как уютно было раньше, особенно в это время. В четверг день святого Николая; такого праздника здесь, в Пфорте, очень не хватает.

Что же касается моих рождественских пожеланий, то я сообщу их здесь. Их два.

Драматические произведения Шекспира

в переводе разных авторов. Со стальными гравюрами.

Домашний сборник хоралов, такой, как у дяди Эдмунда.

С приложением.

Ты ведь, конечно, не станешь отрицать, что и то, и другое будет мне очень полезно. Ведь Шекспир у меня должен быть, так как знание его относится к общему образованию, и мы очень часто в старших классах получаем темы по отдельным пьесам. Насколько прекрасно и полезно другое пожелание, ты поймешь из того, что до сих пор у меня полностью отсутствует такой сборник хоралов, где все хоралы представлены в первоначальном виде. Кроме того, он мне крайне необходим для другой цели, которую я, однако, пока не могу тебе раскрыть. Ну, надеюсь, что Дед Мороз будет милостив. В этой доброй надежде остаюсь

я с множеством приветов Лизбет
Твой Ф. В. Ницше

198. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

<Pforta,> 14. 12. <1860>

Ницше покорнейше просит разрешения приобрести книгу б<елой> бумаги

199. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte Dezember 1860>

Дорогая мама!

Так как мы снова так долго не виделись, я должен сегодня всё-таки снова взяться за перо. Прежде всего, прими мою сердечную благодарность за этот сюрприз на день Святого Николая; всё было необычайно вкусно, и я живо вспомнил те часы, которые мы раньше проводили вместе в этот день. —

Затем я хотел также сообщить, что у нас теперь введён второй завтрак, состоящий из двух булочек, которым, однако, очень не хватает масла. —

Я был очень рад, что видел дядю Оскара в воскресенье довольно долго; он, кажется, чувствует себя очень хорошо и описывал мне студенческую жизнь в самых приятных красках. Двое других тоже кажутся мне очень дружелюбными, они были вполне милы. Однако мне было жаль, что тебя не было, особенно ради Шенка, который, конечно, очень скучал. —

В остальном я не знаю ничего, что могло бы тебя заинтересовать. Напиши мне как-нибудь поскорее! Передавай Лизбет от меня большой привет!

Т<вой> ФВ Н.

200. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, vermutlich 19. Dezember 1860>

Дорогая мама!

Сегодня лишь несколько слов, так как мы надеемся скоро увидеться. Высылаю всё оставшееся белье, кроме пары носовых платков, одной салфетки и полотенца. Затем еще несколько книг, пальто, коньки и перчатки — всё с расчетом на каникулы. Я невероятно радуюсь предстоящим прекрасным рождественским дням. Всего 3 дня, и я буду у вас. Мы проведем вместе чудесные дни. Ну, мне еще очень многое нужно отправить, я едва ли знаю, поместится ли всё в ящик. Пожалуйста, отправь его мне завтра же обратно. То, что не поместится, я привезу с собой в сумке. В прошлое воскресенье в Альмрихе было очень приятно, мы снова довольно долго и мило беседовали. Сейчас у нас всё еще много дел, даже на каникулах мне предстоит многое сделать. Живи хорошо, передавай Лизбет от меня много приветов. Пожалуйста, когда я пришлю вам ящик в четверг в последний раз, не открывайте его, а подождите, пока я приеду, чтобы я мог сразу привести в порядок свои многочисленные ноты и бумаги, и чтобы ничего не потерялось. Большой привет Лизбет!

В надежде на встречу!

Ф. В. Ницше

201. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pf. 20. 12. 60.

Г-на проф. Буддензига покорнейше просят о 20 срг. за чистку одежды.

Ф. В. Ницше.

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