1859 (78 Briefe)
47. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Liebe Tante!
Es dauert mich gar sehr, daß ich an Deinem lieben Geburtstag dir nicht mündlig meine Glückwünsche sagen kann. Nun, ich gratulire dir vielemal und wünsche, daß du dieses Jahr gesund und froh verleben mögest. Behalte mich auch immer recht lieb wie im vorigen Jahr. Diese kleine Ansicht von Pforta hebe im Andenken an mich auf. —
Es dauert mich sehr, daß dein Geburtstag nicht auf einen Sonntag fällt, aber wenn du erlaubst, komme ich nächsten Sonntag zu dir und vielleicht kommt auch die Mamma dahin. Natürlich nur, wenn es dich nicht stört. —
Es ist jetzt etwas unfreundlich in Pforta. Dieses Thauwetter hat wieder unsre schöne Eisbahn zerstört. Auch der Wind war recht bedeutend. Aber wirklich erhaben klang es, wenn der Wind durch den Wald braußte. Ueberhaupt ist die Lage von Pforta sehr schön und sie gefällt mir immer von Neuen. —
Wie geht es übrigens den Tanten? Ich habe recht lang nichts von ihnen gehört. Nun, Sonntag über acht Tage werde ich sie auch wieder besuchen. Lebe wohl, meine liebe Tante, länger habe ich nicht mehr Zeit zu schreiben und mit den innigsten Glükwünschen für dein neues Jahr verbleibe ich
Dein Fritz Nietzsche
AI. port.
48. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Heute nur ein Paar Worte. die Wäsche habe ich ordentlich erhalten und ich danke noch für die Bretzeln, die mich schon an Fastnächten errinnern. Ich schike dir heute ein Handtuch und ein Vorhemdchen nebst den Bild und Brief für die Tante. Sonntag komme doch zur Tante. Ich habe es ihr geschrieben. Lebe wohl!
Dein Fritz.
Bitte, besorge das an die Tante sogleich!
49. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich schreibe dir lieber noch einmal, da mein voriger Brief doch zu kurz war. Dieses hat auch das Abschiken verzögert. Ich sende dir also 1. Die schwarzen Hosen die sehr zerissen sind 2. Hoffmanns Novellen 3. Ein Hemd 4. ein paar Strümpfe ein Schnupftuch. Schike mir deßhalb doch sobald als nur irgend möglich 1. die Hosen 2. ein paar Schnupftücher 3. vielleicht auch gute Nüsse, an denen es mir sehr mangelt. 4. den andern Band von Hoffmann 5. die Schöpfung (uneingebunden oder eingebunden;) Am Sonntag hat es mir sehr gefallen. Es dauerte mich nur, daß wir nicht länger bei der Tante blieben. Danke der lieben Tante in meinen Namen recht viel mal. Nächsten Sonntag sehen wir uns hoffentlich bei den lieben Tanten und ihr begleitet mich dann wieder. Das ist mir allemal sehr gemüthlich. — Uebrigens habe ich euch nicht erzählt, daß wir Sonntag Hasenbraten gegessen haben, der ganz leidlich schmekte. Dies soll sich noch drei mal wiederholen. Schikt mir doch auch ein Paquet Streichhölzer zum Lichtanzünden und dann strikt mir vielleicht Lisbeth ein Waschläppchen, da der meinige schon langer fort ist. Auch Servietten vermisse ich sehr. die ich habe ist sehr schmutzig. Hat der Onkel nicht Zeit, mich einmal zu besuchen? Nun, grüße ihn vielemal. Auch Müller und Fritsch grüßen ihn. Nun lebe wohl, meine liebe Mamma, grüße Lisbeht und die Tante vielmal von
Deinem Fritz.
N. B. Schreibe und schike sehr bald da ich alles sehr nöthig brauche.
Fehlende Sachen.
1. Hoffmann.
2. Streichhölzer.
3. Waschlappen.
4. Servietten
5. Schnupftücher
6. Hosen
7. Nüsse.
8. Schöpfung.
Schickt recht bald!
50. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Deine Schachtel habe ich glüklich erhalten. die Jahreszeiten sind mir neu geschenkt. die Chokolade ist wirklich ausgezeichnet; sie schmekt famos. Ich schike dir also 1) ein Hemd. 2) ein Handtuch 3) eine Serviette 4) ein Vorhemdchen 5) ein Taschentuch. Schicke mir doch auch recht bald das Schreiben an den Hr. Rektor wegen Mittwoch von 12—9. Ich denke, er wird es schon erlauben. Du verlangst Nachricht von mir wegen meines Fußes. Wie ich in Pforta ankam, that er allerdings fürchterlich weh und ich wußte nicht wie ich fort kommen sollte. Am andern Morgen aber war es besser und ich denke, es wird schon vergehen ohne den Doktor. Ich schreibe dir diese Woche noch einmal. Nächsten Sonntag werde ich mit Braunen’s nach Naumburg kommen. Vor’gen Sonntag waren jene von 12—9 in Hassenhausen und Flem<m>ingen. Warum habt ihr mir meinen Münchhausen nicht mitgeschikt; oder wird er eingebunden. Schikt mir ihn recht bald mit oder wenigstens Hoffmanns Novellen. Ich habe gar nichts zu lesen. Auch Kramers Etüden schikt mir. Ich verlerne sonst alles und komme ganz aus <der> Uebung. — Grüße die Tante Ida vielemal von mir; ich wünsche ihr viel Amüsement auf den Schülerball. Ebenso den Onkel und Nottrott. Nun lebt recht wohl allesammt!
Euer Fritz.
Denke einmal, Wilhelms Brief habe ich immer noch nicht. Er ist doch nicht unwohl? Bitte, grüße ihn viel mal wie auch Gustav.
Ich schike dir auch die Hosen mit zum Ausbessern. Schike sie recht bald weil ich sonst immer die schwarzen anziehe.
51. An Franziska Nietzsche in Naumburg
An die liebe Mamma!
Auf deinen Wunsch schreibe ich dir heute. — Ich habe schon seit einigen Tagen meine Schachtel zurükerwartet mit der Hose, Büchern und andern; aber ihr seid jetzt gewiß sehr beschäftigt gewesen. Habt ihr euch recht amüsirt? Ich dachte den Tag mich recht lebhaft nach Naumburg zurük. Ist die Tante Ida glücklich angekommen und hat ihr der Schülerball gefallen? Grüße sie doch recht viele Mal von mir, wie auch die lieben Großeltern durch sie. — Sonntag wollen Braunens mit nach Naumburg kommen; sie haben es mir versprochen. Schikt mir doch ja wieder ein paar Strümpfe; Ich habe die Meinigen schon sehr lange an. Auch mein Chokaladenpulver ist gänzlich abgebrannt und die Milch mir zuwider. Die Folge ist natürlich. — Auch an Nüssen leide ich gänzlichen Mangel und habe doch so großen Appetit darnach; in Pforta giebt es schon seit langer Zeit weder gute noch schlechte sondern gar keine. —
Schikt mir doch so bald als möglich das Schreiben an den Hr. Rektor; denn dies Geschäft muß eine Zeit vorher abgemacht werden. — Denke einmal, Wilhelm hat mir immer noch nicht geschrieben; längst würde ich wieder einen Brief an ihn entsandt haben, wenn er mir nicht versprochen hätte, zuerst zu schreiben. — Das Wetter ist jetzt gar nicht angenehm; der Sturm braußt durch den Wald hin und sein Geheul weckt mich oft aus den Schlafe. Ich sehe noch gar nicht was aus diesen halben Thauwetter werden soll. — Der Januarius ist mir sehr langsam vergangen; mir ist als ob ich schon 8 Wochen in Pforta wäre. Kommt der Onkel nicht vielleicht mit Nottrott wieder heraus? Müller läßt vielemal grüßen. Schreibe mir doch ein mal recht ausführlich über die Naumburger Feierlichkeiten. (Natürlich nicht über den Ball, den<n> der ist mir furchtbar gleichgültig.) Also Sonntag sehen wir uns in unserer Wohnung. Ich freue mich sehr darauf und wünsche mir nur guten Weg. Vielleicht treffe ich die liebe Tante noch. Also schreibe und schikt mir als bald, aber nur nicht wieder die Hosen allein, sondern mein Kistchen. Es ist ja manches einzupacken, manches zu schicken worüber sich freut
Euer Fritz Nietzsche.
Alport.
N. B. Viele, viele Grüße an Lisbeth.
52. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Auf deinen Wunsch schreibe ich dir sogleich; das Schreiben habe ich richtig empfangen. Aber zu den Hr. Rektor kann ich erst Mittwoch gehen; ich hoffe doch, daß er es gestatten wird. Warum hast du mir das Schreiben unversiegelt geschikt? Nun, ich werde es so den Hr. Recktor übergeben. Es wäre allerdings möglich daß er es abschlüge. Um ½ 2 Uhr bin ich sicher in Naumburg. Ich habe jetzt leider keine Zeit mehr zu schreiben; auch habe ich denselben Theil, den ihr mir schicktet schon gehabt. Nun ich hoffe, daß wir uns glüklich sehen, sonst empfängst du die Nachricht den Mittwoch Abend.
Dein Fritz.
53. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich habe deine Schachtel glücklich erhalten und danke dir vielmal für Pfannkuchen und Torte. Aber warum habt ihr mir nicht Chokoladenpulver geschikt? Dann fehlen mir auch Schnupftücher, Serviette, Strümpfe, Vorhemdchen. Schikt mir doch recht bald dies alles vielleicht nebst ein paar Nüssen; ich habe großen Appetit darnach. Heute war Studientag; hatten aber nicht viel zu arbeiten. Uebrigens mangelt mir alles Siegellack und ich muß mir jedesmal borgen. Warum habt ihr auch den Band Hoffmann und Kramers Etüden nicht geschikt? die Kiste ist doch hoffentlich nun fertig; schikt mir sie nebst den angeführten Gegenständen. Ich bedarf ihrer, besonders der Wäsche wegen, höchst nöthig. — Sonntag sehen wir uns doch hoffentlich; ich werde euch besuchen in unsrer Wohnung. Ob Braunen’s mitkommen weiß ich nicht. Herr Prof, Buddensieg läßt noch vielemal grüßen. Denke dir es sind bis Ostern nur noch 38 Schultage wenn man Sonntage, Studientage und Festtage abrechnet; das giebt bis Fastnächten 20 Tage und dann noch 18; die übrigen sind Examenwochen. Ich möchte, diese Zeit wäre erst vorbei. Nun lebt recht wohl schreibt und schikt recht bald
an Euren
Fritz Nietzsche.
Ihr bekommt hier die Schachtel mit der Wäsche bestehend aus einen Hemd, zwei Schnupftücher 3 Vorhemdchen. Schikt mir sogleich die Kiste, ich habe ja noch den großen Bettüberzug.
Sehr nöthig!!
Wie befindet sich übrigens Wilhelm und Gustav? Ich erwarte täglich von ihnen Briefe. Bitte, grüße sie vielemal von mir und sie möchten mir doch recht bald schreiben! —
54. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Verzeih, daß ich so lange nicht geschrieben habe, aber ich erwartete täglich einen von dir, da du mir doch versprochen hattest, zuerst zu schreiben. Zuvörderst, wie befindest Du Dich? Du bist doch hoffentlich gesund gewesen? Willst Du nicht einmal herauskommen? die Tage sind schon viel schöner und die Sonne begrüßet Pforta wieder mit ihren hellsten Strahlen, nachdem sie uns so lange ihr Antlitz verhüllt hat. Nun, Fastnächten kommst Du doch sicher einmal mit deinem Herrn Vater. — Ließt du jetzt immer in deinem Körner oder habt ihr wieder soviel zu thuen? Seid ihr schon ausgezogen oder befindet ihr euch noch in der früheren Wohnung? Was leßt ihr jetzt im Ovid? Wir haben Pentheus und Bacchus angefangen. Im Caesar habe ich nun das ganze 4te, dreiviertel vom 5ten und ¼ vom 6ten Buch belli gallici geleßen. Ich hoffe beide letzteren Bücher in diesen Semester zu beenden. Neulich habe ich auch das zweite Kap. Anabaseos geleßen. Es war sehr leicht und in einer Stunde war ich fertig. — die mythologischen Gespräche von Lucian gefallen mir sehr und haben großen Schwung und prächtige, elegante Schilderung in sich. Deutsch habe ich jetzt fast gar nichts geleßen auser Rückerts Gedichten, die mich indeß nicht so angesprochen haben, wie ich erwartete. Willst du mir nicht recht bald deine Biographie schicken? Du kannst ganz sicher sein. Niemand auser mir wird sie zu sehen bekommen. Laß sie nur mit von der Mamma besorgen. — Wie befindet sich Gustav? Er hat mir noch gar nicht geschrieben. Grüße ihn viele mal von mir. — Nun sind es gerade noch zehn Wochen bis Ostern. Immer noch eine hübsche Zeitstreke. Gefallen dir die Mathesenstunden noch? Wir sind mit Arithmetik fertig und sind jetzt in der Geometrie bald bei der Congruenz der Dreiecke. Nun schreib mir recht, recht bald einmal und lebe recht wohl und bleibe stets gesund. Dies wünscht Dir
Dein Freund
Fr. W. Nietzsche.
Semper nostra manet amicitia!
N.<B.> Grüße deine lieben Eltern und Geschwister vielmal von mir.
55. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Ich habe mich sehr gefreut, daß wir uns vorigen Sonntag so lange genießen konnten und danke Dir, daß du mich so weit begleitet hast. Es ist dir doch hoffentlich gut bekommen? — Ich schicke dir heute das Mailied, wie ich dir versprochen habe. Ich habe es wirklich ganz im Gefühl des nahen Frühling geschrieben. Wenn ich des Mittags etwas spazieren ging und die Sonne so mild hernieder schien, da wurde mir frühlingswohl, daß ich förmlich genöthigt wurde, diese Weise zu schreiben. Es kann dir doch wenigstens zum Beweise dienen, daß die Veränderung, welche mich betroffen, mir noch dieselbe Lust an poetischen Versuchen gelassen hat. Bitte schik mir doch auch nächstens eins deiner neuen Gedichte. Wir wollen sie uns brieflich gegenseitig recht genau recensiren und Tadel und Lob nach Verdienst erheben. Es würde mir dies sehr viel Spaß machen. — Auch habe ich jetzt noch eine neue Idee. Ich schreibe mir nämlich wenn ich gerade nichts andres zu thuen habe, in lateinische Sprache das auf, was ich vielleicht irgend wann gehört oder gelesen habe, indem ich mich dabei (nach der Anweisung des Kater Murr) bemühe, lateinisch zu denken. Es geht leichter als man glaubt. Nun lebe wohl, lieber Wilhelm.
Semper nostra manet amicitia!
Dein Fritz.
(Ein andermal will ich mehr schreiben. Grüße vielmals. Schreib’ mir recht bald!
Mailied. —
1. Die Vöglein singen wonnig
Weit in den Wald hinein
Die Fluren liegen sonnig
In holdem Maienschein
Die Bächlein rauschen milde
Durch blühende Gefilde
Und Lerchen jubeln drein:
O kann’s was schönres geben
Als den Mai, als den Mai allein!
2. Was mir im Herzen traurig
Verzagt und trübe war
Was oede rings und schaurig,
Das ist nun sonnenklar.
Die Blumen hold entsprießen
Auf blüthenreichen Wiesen
Und Bienen summen drein:
O kanns was schönres geben
Als den Mai, als den Mai allein!
3. O unbegrenzte Fülle
Von lauter Seligkeit
O Wonne, o umhülle
Mein Herz mit seinem Leid!
Laß schwinden und vergehen
Was nicht wie Frühlingswehen
Dir rauscht in’s Herz hinein.
O kann’s was schönres geben
Als den Mai, als den Mai allein!
4. Ich möchte mich versenken
In dieses Meer von Lust
Ein süßes Drangedenken
Erfüllt schon froh die Brust
Ich möchte dich umfassen
Und nicht mehr von mir lassen
O Frühling zieh’ herein!
S’ kann ja nicht’s schönres geben
Als den Mai, als den Mai allein!
Ich schicke dir anbei eine Art Fortsetzung meiner Biographie. Es werden noch mehrere Blätter folgen. Bitte, hebe sie recht sorgfältig auf!
I.
Es war an einem Dienstag Morgen, als ich aus den Thoren der Stadt Naumburg herausfuhr. Die Morgendä<m>merung lag noch rings auf den Fluren und am Horizont zeigten nur einige mattbeleuchtete Wolken das Herannahen des Tages. Auch in mir herrschte noch eine solche Dämmerung: noch nicht war in meinem Herzen eine rechte Sonnenfreudigkeit aufgegangen. Die Schrecken der bangen Nacht umlagerten mich und ahnungsvoll lag vor mir die Zukunft in grauen Schleier gehüllt. Zum ersten Male sollte ich mich von dem elterlichen Hauße auf eine lange, lange Dauer entfernen. Unbekannten Gefahren ging ich entgegen; der Abschied hatte mich bang gemacht und ich zitterte im Gedanken an meine Zukunft. Dazu bedrängte mich das bevorstehende Examen, das ich mir mit schrecklichen Bildern ausgemalt hatte, der Gedanke, von nun an niemals mich meinen eigenen Gedanken übergeben zu können, sondern immer von Schulgenossen fortgezogen zu werden von meinen Lieblingsbeschäftigungen, ungemein. Auch vorzüglich, daß ich meine lieben Freunden lassen sollte, daß ich aus den gemüthlichen Verhältnissen in eine neue, unbekannte, starre Welt treten sollte, beengte meine Brust und jede Minute wurde mir schrecklicher, ja als ich Pforta hervorschimmern sah, glaubte ich in ihr mehr ein Gefängniß, als eine alma mater zu erkennen. Ich fuhr durch das Thor. Mein Herz wallte über von heiligen Empfindungen; ich wurde empor gehoben zu Gott in stillem Gebet und tiefe Ruhe kam über mein Gemüth. Ja Herr, segne meinen Eingang und behüte mich auch in dieser Pflanzstätte des heiligen Geistes leiblich und geistig. Sende deinen Engel daß er mich siegreich durch die Anfechtungen, denen ich entgegengehe, führe und laß mir diesen Ort zu wahren Segen für ewige Zeiten gereichen. Das hilf, Herr!
Amen. —
56. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Heute, Sonntag Abend, will ich dir noch ein paar Worte schreiben; Ich bin ganz gut nach Pforta gekommen, habe mir von Reinhardts das Chokoladenpulver nicht geholt sondern von Heiniz. Es ist aber gar zu schlecht; das Reinhard’sche ist Zucker dagegen. — Du meinst, Hr. Regierungsrath Lepsius werde mich vielleicht besuchen? Bleibt er denn in Naumburg einige Tage? Es wäre sehr hübsch, wenn ihr. zu den Konzert kämet. Es ist von 5—7 Uhr und wir könnten uns lange sprechen. Schikt mir nun meine Kiste; ich muß euch meine schwarzen Hosen auf jedem Fall schicken und sie vor Sonntag wieder haben. Ihr müßt ein Stück Zeug einsetzen lassen. Sie sind zu zerrissen und reißen immer weiter. — Nun ich freue mich schon auf Fastnächten; da wollen wir’s uns gemüthlich machen; ihr kommt doch hoffentlich heraus; wir können uns unterhalten; haben den ganzen Tag keine Lektionen und sehen zwei Abende Theater. Vielleicht schikt ihr mir auch eine Freßkiste. Großen Spaß würde mir ein einfacher Kuchen, wie du ihn so hübsch machen kannst, bereiten. Wo war denn der Onkel eigentlich heute? Ich habe ihn recht lange nicht gesehen. Ich wünsche Lisbeth rechte schnelle Gesundheit; denn so ein steifer Hals ist sehr unangenehm. Ich danke der Tante noch für die Aepfel, die mir sehr gut schmeckten. Nun lebe wohl! Schreibe und schicke recht bald an Deinem
Fritz Nietzsche.
57. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Verzeiht daß ich so lange nicht geschrieben habe. Nun ist die Fastnachtszeit herangekommen; ich freue mich sehr darauf daß ihr herauskommt. Hinsichtlich der Serviette habe keine Angst; ich habe vergessen, sie mitzuschicken. Auch die Hosen mit den Schnupftüchern habe ich glüklich empfangen. Aber ihr schikt mir doch nun auch hoffentlich, aber ja Sonnabend; denn Sonntag nimmt Hitschke keine Kiste mit und da würde ich sie erst Montag bekommen. Vielleicht ist Sonnabend wegen der Taufe Spaziergang; ich würde da nach Naumburg kommen. Sonntag komme ich aber nicht; ich werde da einmal nach Kosen oder auf die Windlücke gehen. Schickt mir und schreibt recht genau, wenn ihr kommt. Das Theater geht wahrscheinlich um 4 Uhr an. Nun lebt recht wohl! Ich freue mich sehr darauf, euch zu sehn!
Kommt doch lieber um
drei; da können wir noch
eine Stunde uns unter-
halten bei Kommissions-
rath Teichmann
Dein Fritz.
Noch eins! Bringt mir oder schickt mir ja für das Theater eine recht scharfe Brille oder Lorgnette mit. Das ist das aller nothwendigste. Ich sitze auf einer der letzten Bänke und sehe sonst gar nichts.
58. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Da ich dir versprochen habe, sogleich zu schreiben, so melde ich dir hiemit, daß ich bei langsamen Schritt glücklich nach Pforta gelangt bin, habe aber dann wieder Kopfschmerzen und auch etwas Frost bekommen. Wir sehen uns also hoffentlich Dienstag in Almrich. Hast du nicht irgend ein Mittel gegen Kopfschmerz, Husten, Schnupfen, Frost usw.? Du kannst mir auch mit Geld nach Almrich bringen, da man auf der Krankenstube seinen Kaffee bezahlen muß. Appetit habe ich noch gar nicht, höchstens nach etwas Obst, wozu mir aber Geld fehlt. — — —
Mir ist jetzt recht unangenehm zu Muthe. Schreibt mir nur recht bald; es ist mir alles lieb.
59. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Heute will ich dir nun wieder einmal etwas genauer schreiben. Es war Dienstag sehr hübsch; wir hätten uns noch eine halbe Stunde länger unterhalten können. Ich bin auch ganz glücklich in Pforta angekommen, danke dir auch noch viele, vielemal für alles. —
Heute war die Valediction der Abiturienten. Es war wirklich sehr feierlich. Man hat in Naumburg keine Ahnung davon. Jeder Abiturient hält vom Kadeter aus seine Abschiedsrede, die meistens sehr kurz waren, da die Abiturienten vor Rührung kaum sprechen konnten. Ein ausgezeichnetes Gedicht war auch mit darunter. Darauf hielt der Rektor eine Ermahnungsrede an die Abiturienten, allerdings bei weiten geistreicher als der Naumburger Abschied durch den Direcktor. Da zwischen sang der Chor ausgezeichnete Abschiedslieder. Nachmittag um 1 Uhr versammelte sich der Coetus auf den Steinweg. — Bald erschallten auch die Posthörner, und drei Extraposten fuhren vor, um unsre Abiturienten abzuholen. Unter jubelnden Lebehoch stiegen die Abiturienten ein und unter lauten Hörnerschall fuhren jene ab. Jeder aber von uns hatte hiebei seine Gedanken. Nun nächsten Sonntag will ich dir noch mehr erzählen. — Wie seid ihr denn nach Naumburg gekommen? Ich bin heute Nachmittag mit ganz Untertertia in Großjena geweßen unter Leitung des Buchbinder. — Ich bin noch ganz marode davon. Vor Frost hatte ich mich durch Rok und Mantel gesichert. Du brauchst darum keine Angst zu haben. Kopfschmerzen habe ich natürlich bekommen, aber die Leibschmerzen waren noch schlimmer. Nun lebe wohl! Länger habe ich nicht Zeit.
Adieu!
Dein Fr.
Grüße Lisbeht Onkel usw. vielemal.
60. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Nun, ich will dir gleich heute Abend noch schreiben. Von den Spaziergang bin ich glücklich zurück gekehrt obwohl in fast beständigen Regen. Schickt mir also nur ja die Kiste. Tinte usw. schickt ja mit. Wie gut aber ist es geweßen, daß ich nicht heute in Pforta geblieben bin. Wir hätten uns sonst beinahe drei Wochen nicht gesehen, da nächsten Sonntag der Spaziergang wahrscheinlich ausfällt der Kommunion wegen. Schicke mir doch wieder etwas Chocoladenpulver. Die Milch stößt mir immer so auf. — Also Palmarumsonntag und die Tage darauf bleiben wir in Naumburg. Dann aber nach usw. Ich bin darüber noch nicht recht im Reinen; jedensfalls gehen wir aber nach Pobles. — Grüße Lisbeht, Onkel und Tanten vielemal und schreibe und schicke bald
deinen Fritz.
61. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich schicke euch heute die Stiefeln, 2 Hemden 4 Taschentücher, 1 Vorhemdchen und 1 Serviette. In der vorigen Kiste habe ich euch ein geborgtes Taschentuch
gez. C. B. geschickt. Schickt es recht bald gewaschen! Für die schönen Nüsse danke ich dir viele mal. Es sind jetzt in Pforta unter den Alumnen einige Bücherauctionen. Man kann da recht billig später zu brauchende Bücher erstehen. Ich werde deßhalb mitbieten. — Es ist übrigens noch möglich daß nächsten Sonntag Spaziergang ist. Braunens würden da mitkommen. Aber kommt doch vielleicht einmal heraus. Es ist jetzt wunderschönes Wetter. In dieser Hoffnung und mit vielen Grüßen
verbleibe ich
Dein Fritz.
62. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Wir haben uns recht lange nicht gesehn und geschrieben und allerdings bin ich an letzteren Ursache. Aber wenn du immer wüßtest, wie unsre Zeit mit Arbeiten angefüllt ist, und wie wenig freie Stunden sich finden, so wirst du mir das gewiß nicht vorwerfen. — Ich habe mich jetzt auf einen Geburtstagswunsch besonnen — allerdings weit, weit noch hinaus — aber dennoch ist es mir lieber, wenn meine Wünsche lange vorher, feststehen, als wenn sie ewig umherwanken. Du wirst dich wundern — ich wünsche mir nämlich — Gaudy’s Werke. Ich weiß nicht, wie es kommt — aber die Novellen ziehen mich durch ihren prachtvollen Styl und blendenten Witz an, die Römerzüge durch die wunderschöne, naturgetreue Schilderung. Bitte, theile mir darüber Deine Gedanken mit. —
Wie geht es dir jetzt? Habt ihr noch viel zu arbeiten? Bei uns steht nun das Examen in unmittelbarer Nähe und ich habe etwas Angst dafür. — — Hast du schon einmal Cicero privatim geleßen? Ich möchte es jetzt gern thun, habe überhaupt große Lust lateinische Classiker zu lesen, aber wenn ich doch recht interressante und nicht zu schwere wüßte! die Historiker Florus, Paterculus sind allerdings nicht schwer, aber bei trockner Geschichte etwas ledern. —
Bitte, schicke mir jetzt einmal irgend ein Thema zu einer Deutschen Arbeit, am liebsten eine Rede oder Abhandlung. Ich denke, in den freien Tagen nach den Examen wird schon etwas freie Zeit dazu sein und ich muß in so etwas in der Uebung bleiben. Ich komme sonst zu sehr heraus. — Hier schicke ich dir auch ein Thema:
Ueber die göttliche und menschliche Freiheit.
Vielleicht findest Du auch hie und da ein Stündchen, wo Du darüber nachdenken und schreiben kannst. Es ist die Freiheit einer der wichtigsten Punkte. Wirf doch nur die Fragen auf. Was ist Freiheit? Wer ist frei? Was ist Willensfreiheit? usw. Nun lebe wohl, lieber Wilhelm und denke und schreibe
recht oft an
Deinen Fr. W. Nietzsche
Nostra semper manet amicitia! — — —
63. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich schreibe dir doch gleich, obwohl der Onkel seine Witze darüber macht. — Es war recht hübsch, und ich muß sagen, daß ich diesen Spaziergang in großer Ruhe genossen habe. Ich bin auch ganz glücklich und langsam nach Pforta gekommen, habe aber doch die Tinte vergessen. Ihr könnt mir die Tinte ganz ruhig schicken; denn wie viel von solchen dichten Gläsern werden verschickt. Also, wenn noch Spaziergang sein sollte, sehen wir uns diese Woche noch einmal. Das wäre sehr hübsch. Braunen’s kommen dann wahrscheinlich mit. Ist Müller noch bis 5 bei den Onkel geblieben? — Der Hr. Prof. Buchbinder hat übrigens am 1sten April einen kleinen Sohn bekommen, worüber sich Tante Riekchen freuen wird. Schreibt und schikt mir also recht bald, damit ich euch dann die Wäsche wiederschicken kann wie auch Kramer’s Etüden für Elisabeht. Wenn sie auch, besonders für Anfänger nicht leicht sind, so belohnen sie, wenn man sie erst kann, doch bei weiten mehr, die Mühe, als die Ccernischen Etüden. So finde ich z.B. die 3te Etüde reizend. Schickt mir aber Folgendes:
- Masius, deutsches Lesebuch (für Examenarbeiten in dieser Woche sehr nothwendig.)
- Ein tüchtige Tintenflasche.
- Grammatik v. Siberti.
Alles sehr nothwendig und brauche es spätestens bis Dienstag!!
Nun lebt recht wohl und schreibt und schickt und denkt recht viel an
Euren Fritz.
Nochmaligen großen Dank!
Kuchen hat gut gemundet!
Schikt mir ein Taschentuch, meine Kravatte, meine Stiefeln usw. ja mit!
64. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Buch Examenpapier anschaffen zu dürfen.
65. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß sich einen Krug anschaffen zu dürfen.
66. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um 2½ Sgr.zum Spaziergang.
67. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2 ½ Slbgr. zum Spaziergang
68. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um 2 ½ Sg. zum Spaziergang.
69. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Wir haben uns jetzt recht lange nicht gesprochen und gesehen. die goldene Zeit der Ferien ist vorübergegangen wie ein Traum; vorzüglich dauert es mich, dich noch nicht nach meiner Rückkehr von Pobles gesehen zu haben. Ich hatte aber nur einige Stunden Zeit und während dieser sollte ich bei meiner Tante bleiben, da Besuch angekommen war. Wie hast du dich in diesen Ferien amüsirt? — Ich meines theils habe diese recht genossen und schied mit recht schmerzlichen Gefühlen von ihnen. Als ich bei Anbruch der Nacht nach Pforta zurückkehrte, wurde mir sehr wehe zu Muthe. Der Himmel war rings mit Wolken bedeckt, nur einzelne helle Fleken traten deutlich hervor und besonders zeigten sich noch helle Spuren der untergegangenen Sonne. Der Wind pfiff schaurig durch die hohen Bäume hin, die ihre Zweige aechzend neigten. Mein Herz war in einer ähnlichen Lage. — Auch es war von den Wolken der Traurigkeit verdunkelt und nur die frohe Errinerung an die Ferien ließ einige Freude aufkommen, aber es war eben jenes freudig schmerzliche Gefühl der Wehmuth. Du glaubst es wohl nicht — es ist aber ein ungeheurer Unterschied wenn man Eltern und Schule an denselben oder an verschiedenen Orten hat.! Du scheidest beim Schluß der Ferien nur von den süßen Erholungen und der angenehmen Muse, ich aber trenne mich auf eine nicht unbedeutende Zeit von Haus und Familie mit ihren Freuden und trete wieder in eine fremde Umgebung ein. Sehr hübsche Tage habe ich noch vor unsrer Abreise nach Pobles in Naumburg verlebt. Ich habe da auch meheres geschrieben. Erstens ein mißglüktes Schauspiel, betitelt Prometheus, angefüllt mit einer Unzahl falscher Begriffe über diesen Gegenstand, zweitens drei Gedichte eben darüber, die ich in einer dritten heruntergemacht habe. Diese dritte Schrift ist übrigens ein eigentümliches Ding ist aber noch nicht fertig, erst 6 enge Quartseiten lang und ist betitelt „Fragezeichen und Notizen nebst einem allgemeinen Ausrufezeichen über drei Gedichte betitelt, Prometheus.“ Es wird darin ein Dichter im Gegensatz zum Publicum aufgeführt, und das ganze ist ein Gemisch von Unsinn und Blödsinn. Unter andern ist ein Satz von einer ganzen Seite darin. Dann kommen furchtbar lächerliche Verdrehungen, richtig dumme Subjeckte usw usw. vor. Ich weiß nicht wie ich auf solche verrückte Ideen kommen konnte. Viertens eine sehr ungründliche Arbeit über das Thema: „Alle Menschen sind gut, wir selbst sind schlecht,“ die übrigens recht gut auszuführen ist, wenn man die Folgen und Ursachen im Auge behält. Fünftens ein Gedicht, das auf der Reiße entstanden ist, etwas tief oder vielmehr dunkel ist und worin die fehlenden Gedanken mit Gedankenstrichen bezeichnet sind. Es hat übrigens nach langem Ueberlegen den Titel: Poesie und Schicksal erhalten. Wie ich es schrieb, habe ich es nicht verstanden und erst mit genauer Auseinandersetzung wurde es mir klarer. Leider ist mein Papier zu Ende. Lebe deßhalb recht wohl, grüße vielmal und gedenke und schreib
oft an Deinen Fr.
Semper nostra amicitia manet.
70. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Uebrigens schike ich dir hier, lieber Wilhelm einen Plan, der mich viel in den Ferien beschäftigt hat. Sende du mir deine Gedanken darüber in einem recht baldigen Briefe. —
Prometheus ist mir jetzt ein sehr interressanter Stoff geworden und es wäre mir sehr lieb, wenn wir beide unsre Gedanken darüber aufschrieben. Vor allen sammle also aus allen Lexicis und andern Büchern, aus Mythologien eine möglichst vollständige Darstellung seines Lebens wie des ganzen hierher gehörigen Mythenkreises, Japetos, der Titanen, Epimetheus, Pandora. Dies kannst Du besser thun, da mir wenig Bücher zu Gebote stehen. Dann schreibe dir alle Gedanken, die dir bei näherer Betrachtung auffallen, auf; ich werde dasselbe thun und dann wollen wir uns den ganzen Stoff so eintheilen
I. Titanen.
II. Prometheus
III. Epimetheus und Pandora.
IV. Die letzten Schiksale des Prometheus.
V. Epimetheus und Prometheus, Pandora
(gegenseitiges Verhältniß)
VI. Das Ende des Zeus
(im Verhältniß zu den deutschen Sagen)
Willst Du vielleicht I, III und V behandeln? Dann werde ich II, IV, VI vornehmen. Auf das letzte VI freue ich mich, da in demselben das Ende des Zeus, vom Prometheus vorausgewußt, von ihm allein zu beseitigen, im Verhältniß zum Untergang der deutschen Gottheiten, die durch die Naturkräfte (was doch eben die Titanen bei den Griechen sind) vernichtet werden. Auch V ist interressant, da in demselben die Weißheit und die Dummheit im Verhältniß zum Uebel der Welt dargestellt werden. Wollen uns indeß nicht in einen bloßen Lehrstyl einlassen, vielmehr wollen wir so schillernd und schildernd so lebhaft, so ergreifend wie möglich schreiben, kurz etwas brillant. Gedichte natürlicherweise können eingepflochten werden. Etwas lang muß eine jede Abhandlung werden, so ungefähr ein Bogen, indeß nicht zu eng geschrieben. Stoff ist sehr reichlich. Eine Einleitung und einen Schluß wollen wir beide schreiben und das Beste in das reine Exemplar schreiben.
71. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Wenn dieser Brief und Kiste ankommt, so werdet ihr hoffentlich zurück <ge>kehrt sein. Wenn ihr aber nicht gefahren seid, werdet ihr sehr schlechten Weg gehabt haben. Zur Kirchmesse waren wohl recht viele zugegen. Denn es war recht schönes Wetter. Ihr werdet wohl viel Amüsement gehabt haben. War der Onkel mit zugegen? ich wäre gar zu gerne dageweßen. Schikt mir aber auch ja recht viel Kirmeskuchen; wie mir die lieben Großeltern versprochen haben, auch die Gefäße für Butter und Streichhölzchen. — die Stiefeln schikt nebenbei damit das andre nicht darnach riecht. Meine Weste und die grauen Hosen schikt nur eilig mit; meinen neuen Anzug habe ich noch nicht. Vor allen muß ich die Turnhosen haben spätestens bis Sonnabend. Dann kann ich jetzt meine Milch unmöglich trinken und wiederum ohne ein Getränk unmöglich mein Brodehen essen und demnach bis Mittag muß ich nüchtern sein. Deßhalb schikt mir doch ein groß Paket Chocoladenpulver; so ist es doch im allgemeinen billiger.—
Dann schreibt mir recht viel und beschreibt mir die Tage in Pobles und sendet mir auch Wäsche mit. Die Kiste muß diesmal voll werden!
Nun lebt alle recht herzlich wohl!
Ich grüße noch viele mal und verbleibe
Dein Fritz
Ein andermal mehr.
Besorgt meine Bücher zum Buchbinder!
72. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Es hat mir sehr leid gethan, daß Sonntag kein Spaziergang war. Ich wäre gar zu gerne nach Naumburg gegangen; kommt ihr nicht vielleicht einmal heraus? Wir wurden Sonntag von Hr. Doktor Be<c>ker auf den Knabenberg geführt, aber ich konnte leider nicht mitgehen, da ich nur meine alten grauen Hosen hatte und mich kaum in Pforta sehen lassen durfte. Aber wie lange dauert es, daß ich meinen neuen Anzug bekomme? Es ist wirklich sehr unangenehm. —
Schikt mir doch sogleich meine Kiste; ich brauche alles sehr nothwendig. Schreibe mir auch wieder so hübsch ausführlich wie am vorigen Mal. — — —
Es ist jetzt ganz hübsch in Pforta; wir spielen sehr viel Kegel und das macht großes Vergnügen. Nur noch keine Nachtigallen habe ich gehört. Ich glaube, der große Lärm muß sie fernhalten. — Bitte, schike mir doch etwas Geld mit; Du kannst es recht fest in Papier wikeln und mit in die Kiste legen. Es kommen jetzt allerhand kleine Ausgaben zusammen und bei der Hitze möchte man sich auch mit etwas Obst erfrischen. Der Sommer in Pforta ist bei weitem angenehmer als der Winter; so viel weiß ich nun genau. Denke dir, in 5 Wochen bin ich Pfingsten bei euch in Naumburg. Dann machst du mich doch von Sonntag bis Dienstag los; ich freue mich sehr darauf; und in dieser freudigen Hoffnung
schließe ich als
Dein Fr.
73. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich habe mich heute sehr über den lieben Brief und über den Inhalt der Kiste gefreut und danke noch recht viele mal dafür. die grauen Hosen kommen mir sehr zu Statten da ich die schwarzen wegen eines großen Lochs an einem Hosenbein nicht anziehen kann. Wenn ich meinen guten Anzug nicht bis Sonnabend bekomme, kann ich Sonntags nicht nach Naumburg kommen, was mich sehr schmerzen würde. Sende mir diesen ja und ebenso den noch fehlenden Bedarf den ich schon in vorigen Briefe angegeben habe wie
Tinte
Stahlfedern
Notizbuch Buttertasse
Gefäß für Streichhölzer usw.
Der Brief war mir recht lieb, da er so ausführlich war. Schreibe mir recht bald noch über die nähern Begebenheiten und Spuren beim Diebstahl. Ich habe allerdings nicht gedacht, daß so etwas vorkommen kann. —
Bitte, schreibe mir doch auch über die neusten politischen Ereigniße. Ich bin hier sehr begierig, und möchte gar zu gern etwas darüber hören. Also in der Hoffnung auf recht baldige Nachricht
verbleibe ich
mit den größtem Danke
als Dein Fr.
74. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um 5 Sgr. zum Schulfest.
75. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ihr habt uns wohl gestern erwartet; aber ich war gestern einmal ins Sperlingsholz gegangen; es ist jetzt gar zu schön in der freien Natur. Ich dachte, wir sehen uns doch Donnerstag wieder, worauf ich mich sehr freue. Wie hat es euch zum Schulfest gefallen? — Krämer bittet viele mal um Entschuldigung daß er nicht gekommen wäre. Er hat nämlich unsre Wohnung nicht finden können wie du wohl vom Onkel weißt. Es thut mir recht leid und ich dächte, wenn es dir recht ist, kommen wir beide nächsten Sonntag. Krämer ist übrigens jetzt nicht ganz wohl und ist auf der Krankenstube. — Schikt mir doch ja die Kiste; ich habe sehr viel schmutzige Wäsche; ihr könnt mir die Jahreszeiten und das Requiem schiken. Aber recht bald; denn mein ganzer Kasten ist voll und ich darf es nicht merken lassen. In der Hoffnung auf nächsten Donnerstag verbleibe ich
D. F.
Schikt mir Lippenpomade.
76. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Ich danke dir noch viele mal für deinen lieben Brief. Er hat mir viel Freude bereitet; wir sehen uns diesen Sonntag doch hoffentlich? Es gefällt mir jetzt eigentlich in Pforta; es ist im Sommer ein ganz anderes Leben und bei so schönen Wetter ist Pforta ein recht netter Aufenthalt. Wir schieben hier sehr eifrig Kegel gehen des Abends von ½ 8—¼ 9 im Schulgarten spazieren. Die Nachtigallen und Vögel singen und ich wünsche immer, du wärest mit da!
In der Ferne, in der Ferne
Leuchten meines Lebens Sterne
Und mit wehmutsvollem Blik
Schau ich auf mein einstig Glük
Ach so gerne, ach so gerne
Wonneschauernd oft zurück!
Wie auf Höhen Wandrer stehen
Und die blüthenreichen Auen
Wo die himmlisch süßen, lauen
Lüfte rauschen und still lauschen
Mit geheimnißvollem Grauen,
Also breiten seeige Zeiten
Sich vor mir aus und geleiten
Meinen Geist weg von den Schranken
Kahler, nichtiger Gedanken
Hin zu jenen ewgen Freuden —
Charons Nachen seh’ ich schwanken.
Mit der goldnen Leier Saiten
Ruf ich wieder, die versanken!
Und sie nahen und umpfahen
Mich mit ihrem Zauberlichte
Will sie fassen — sie erblassen
— Und ich muß sie sinken lassen —
Meine Hoffnung ist zu nichte!
__________
______
•
Schreibe mir recht bald wieder. Uebrigens ist diesen Sonntag kein Spaziergang wegen der Kommunion. Das ist recht schade.
Dein Fr.
Nostra semper manet amicitia!
77. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sgr. zum Bergtag.
78. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich Tinte anschaffen zu dürfen.
79. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich eine Badehose anschaffen zu dürfen.
80. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich
ein Buch Examenpapier
ein Collectaneum
anschaffen zu dürfen.
81. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um 10 Sgr. Klaviermiethe.
82. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich habe euch jetzt recht lange nicht geschrieben; aber im Sommer hat man keine einzige Selbstbeschäftigungsstunde, alles Repetirstunden. Die kleine Schachtel habe ich empfangen und mich sehr über ihren Inhalt gefreut. Die Kirschen werden uns schon auser der Hitscheken von ein<er> Oebsterin angeboten, die auf der Windlüke wohnt und jene Bude dort hat. Sie sind schon recht schön und werden immer billiger. — Ueber das Konzert von neulich will ich nur noch hinzufügen, daß mir die Chöre aus Faust und ein Duett von Mendelsohn am meisten gefallen haben. Ich war wieder mit bei den Chorus betheiligt. — Die so nahen Ferien sind jetzt glänzende Hoffnungssterne, nach denen man immer blikt. Nächsten Freitag bin ich also hoffentlich bei euch. Diesen Sonntag sehen wir uns doch wieder in Almrich? Soll ich Krämer mitbringen? — Ueberlege es dir ja mit dem Konzert in Halle. Ich würde allerdings ungemein gern es hören. — Schreibe mir doch ja recht genau. Ich bekomme überhaupt nicht viele Briefe, auch von Wilhelm warte ich längst auf einen. Dr. Euler muß heute fort und Prof. Buchbinder in 3 Wochen. die Lektionen (geschichtlichen) übernehmen Prof. Korsen, die griechischen Dr. Franke und Be<c>ker. Wie steht es jetzt mit dem Truppentransport? Es sollen ja wohl von Freitag an nur zwei Züge gehen, alle andern aber mit Soldaten. Schreibe mir ja noch vor Sonnabend. Lebe recht wohl!
Viele Grüße!
Dein FWN.
83. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um einen Thaler Reisegeld.
83a. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Kühn und ernst blickt der Held in die Gewitter, die ihn umdrohen, lächelnd schaut er auf die Wiesen des Lenzes nieder, aber im Wetter wie im Frühling bewahrt er dieselbe Stärke. Glücklich ist, wer im Glück und Unglück sich gleich bleibt! —
So spricht Dein verehrungswürdiger
Bruder FW. Nietzsche
zu Dir an Deinem Geburtstag
84. An Emil Schenk in Jena (erster Entwurf)
Entschuldige nur ja, daß ich dir nicht eher geschrieben habe; aber ich wollt so gern mit der Mamma zugleich schreiben. Ich hätte am liebsten gleich am ersten Tage dir meinen herzlichen Dank sagen mögen; denn es hat mir in Jena so wie kaum irgendwo anders gefallen. die Kunitzburg mit ihrem angenehmen Weg, das liebliche Lichtenhain (und Bier) die schönen Berge mit ihren prächtigen Aussichten
85. An Emil Schenk in Jena (zweiter Entwurf)
Ich muß mich beeilen
In wenigen Zeilen
Poetischen Flusses
dir innig zu danken.
Ich will es und muß es
Da herzliche Worte Prosaischen
Flusses Verklingen, verhallen.
Von jenem Orte
Wo mirs so gefallen
Soll’n Lieder erschallen
Wie lebend doch stehen
Die herrlichen Höhen
Die grünenden Auen
Vor meinen Blicken.
Nicht werd’ ich vergessen
Das laute Entzücken
Hernieder zu schauen
Auf bunte Gefilde —
Es wäre vermessen
Dem lieblichen Bilde
Noch Farben zu leihen
Im Herzen da steht es
Und nimmer vergeht es
In farbigen Reihen
Zieht’s vor mir vorüber
Je länger ich schaue
Und in mir betrachte
Je länger je lieber
Daß oft ich schon dachte
Nun wird wohl auf immer
Dir Naumburgs Umgebung
Den farbigen Schimmer
Verlieren und nimmer
Wird jene Erhebung
Die Seele verlassen
Nicht will ich verschweigen
Welch’ frohe Belebung
Welch’ jauchzend<e> Massen
Den Auge sich zeigen
Wenn der Studiosen
So lustiger Wänke
In Lichtenhains Mitte
In Hallen der Rosen
Ich freudig gedenke.
Dann muß ich die Saale
Im lieblichen Thale
Pflichtmäßig beloben
Den Himmel auch droben
Der nie uns bedrohte
Mit Regensfluhten
Und seinem Gebote
Zufolge enthüllten
Sich rings mir die Weite
An diesen Gebilden.
Doch will ich die Worte
Nicht länger vergeuden.
Ich möchte ich kehrte
Zum freundlichen Heerde
Recht, recht bald mal wieder.
Die Zeit wird wohl immer
Im Herzen mir bleiben
Nach Jena mich treiben
Da man mich wohl nimmer
So freundlich bewirthet.
Die lieblichen Nicht’gen
Muß ich noch erwähnen
In diesem Gedicht’gen
Sind Fluthen von Thränen
Von ihnen vergolten? — —
Hoch leben sie alle
Bei denen ich so viel
Des Guten genossen
Es klinge, es schalle!
Hoch leben sie alle!
86. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der al. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich eine Bademütze kaufen zu dürfen.
87. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich schreibe dir heute morgen gleich meinem Versprechen zu folge. Zuvörderst meinen herzlichen Dank, daß ihr gestern nach Almrich kamt. Wie wird es denn mit nächsten Sonntag werden? Ich muß es womöglich morgen genau erfahren, damit ich fragen kann ob Kr<ämer> auch Zeit dazu hat. Auch meine übrige schmutzige Wäsche schike ich dir. Aber ich brauche meine grauen Hosen nothwendig. Wenn ich diese habe, kann ich dir erst die Turnhosen schiken. Es folgen heute zwei Hemden, Bettzeug, Strümpfe
Da ihr in 4 Wochen schon fort wollt will ich euch meinen Geburtstagszettel schicken. Zuerst wünsche ich mir den Don Quixote übersetzt von Tiek, 25 Sgr. Dann wenn mir der liebe Onkel, Lisbeht und Wilhelm Pinder etwas schenken wollen, so wünsche ich mir Platens Biographie 15 Sgr. Auserdem laß mir einen recht schönen Kuchen backen. Auch vorzüglich wünsche ich mir Nüsse, Wein und ein paar Chocoladentafeln wären mir sehr lieb, auch ein Poesiebuch wie das von Wilhelm würde ich sehr gern haben. Das sind alles meine Wünsche. Indessen werden der Milde und dem Wohlthätigkeitssinn keine Schranken gesetzt.—!
Nun lebe recht wohl, grüße, denke schreibe schicke oft
an deinen
FWNietzsche.
88. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sgr. zum Bergtag.
89. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Lieber Wilhelm!
Endlich — wirst du sagen; es hat auch wirklich lange gedauert, ehe ich wieder ein Lebenszeichen von mir gebe. Entschuldige nur ja, lieber Wilhelm, aber die ersten Wochen nach den Ferien sind immer etwas mit Arbeiten besäet und ich habe wenig freie Zeit. — Nun, wie geht es dir jetzt? Wohnt ihr noch immer in der Gartenwohnung? — Ich habe mir etwas ganz hübsches vorgenommen; wollen wir nicht in den Michaelistagen eine Parthie zusammen machen? Du kämst da vielleicht den ersten Ferientag nach Pforta recht hübsch früh, natürlich Vormittag, gingen dann zusammen nach der Rudelsburg und Saaleck, essen dann auf der Katze zu Mittag und wanderten dann wieder wer weiß wohin, so daß wir Abends wieder nach Naumburg kämen? Es wäre doch wunderhübsch. Wir sprechen uns jedenfalls darüber noch einmal. — Wie geht es dir jetzt in der Klasse? Von unsern Leben kann ich dir nur erzählen, daß neulich die Schwimmfahrt war, die ein hübsches Stück unterhalb des Fischhauses anfing und in der Schwimmanstalt endigte. Sie dauerte fast eine Viertelstunde — ich habe sie aber ganz glücklich überstanden. Wir marschirten dann alle mit rothen Schwimmmützen unter lustiger Musik nach Pforta zurück. — Heute ist wenn das Wetter gut bleibt Bergtag; hoffentlich wirst du schon davon gehört haben. Es wäre zu hübsch wenn du vielleicht mit Gustav dawärst. Nun Hoffnung läßt nicht zu Schanden werden. Schreibe mir ja recht bald und vergilt mein Zögern nicht mit gleichen Stillschweigen. Was soll ich mir zum Geburtstag wünschen?
Recht baldige Antwort wünscht
Dein Fr<eund> F. N.
Semper nostra amicitia
manet!
90. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Endlich schreibe ich dir wieder einmal. die Turnhose nebst den Birnen habe ich dankend erhalten. Ich freue mich sehr auf den Sonntag, wo wir uns in Almrich sehen. Vorigen Mittwoch waren wir Sänger in der Buchenhalle; hier war Gottesdienst des Gustav-Adolphvereins und fast alle Badegäste waren da. Der Hr. Diakonus Link aus Ekartsberga hielt eine sehr schöne, geistvolle Predigt. — Gestern fielen die Nachmittag-Lektionen wegen 24 Grad Hitze aus und wir gingen alle baden. — Es freut mich daß es euch auf den Bergtag gefallen hat; es war auch wirklich sehr hübsch. Schikt mir aber doch wieder Wäsche, besonders Handtücher die ich wegen dem Baden sehr nöthig brauche. — Braune I hat zu Prof. Buddensieg gesagt, du hättest gewünscht daß ich zu ihm als Unterer käme. Das wäre mir, nun offen zu sagen recht unangenehm. Prof. Buddensieg wartet deßhalb ganz bestimmt auf deinen baldigsten Besuch. — Wie wird es zu Weihnachten werden? — Wenn ich nach Corensen reise so kann ich mit mehreren über Halle, Langenbogen und den beiden Seen nach Eisleben fahren. Von dort möchte ich mich zu Fuß aufmachen. Schreib mir darüber. Den ersten Michaelistag habe ich mit Wilhelm eine hübsche Parthie verabredet von Pforta aus über die Rudelsburg usw. Schreibe und schike recht bald
Deinen Fr.
der alle vielmal grüßen läßt.
Zwei Vorhemdchen, zwei Taschentücher folgen. —
91. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2½ Sgr. zum Haarabschneiden. —
92. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sgr. zur Sängerfahrt.
93. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Ich danke vielemal für alles empfangne; der warme Kacao war mir heute Morgen recht wohlthuend. Er will sich nur immer nicht ordentlich auflößen. —
Krämer ist nun fort; gestern morgen hielten sie in dem Betsaal ihre Abschiedsreden und um 1 Uhr kamen die zwei Extraposten, vierspännig mit zwei Vorreutern. Das Einsteigen dauerte sehr lange, da sie erst alle Abschied nahmen. Krämer war sehr bewegt; besonders mochte ihm Prof. Buddensieg das Herz weich gemacht haben. Er läßt euch noch vielemal grüßen. —
Nachmittag war Sängerfahrt, Um drei gingen wir nach der Rudelsburg; das Wetter war trotz etwas Regen ganz geeignet. Oben habe ich Bruderbrod und famosen Limburger gegessen; das machte die Kehle zum Singen recht geschmeidig. Wir haben ziemlich viel gesungen besonders auf dem Rückweg wo alle Damen mitsangen und Prof. Korsen furchtbare Witze machte. —
Krämer hat mir die Kuchenschachtel übergeben; ich schike sie dir zurück. Mein alter Rock und meine alte Weste sind aber beide in etwas desoluten Zustand, da vorn die Naht aufgegangen. — Es wird jetzt schon recht kühl; wenn man so den Morgen um 5 aufsteht und um 6 in die Klasse geht, ist mir’s ganz ungemüthlich. Schicke mir doch ein schwarzes Halstuch oder Schlips wie das fabelhafte Wort heißt. Nun lebe wohl, schreibe recht bald wieder an deinen
FW.
Grüße alle vielemals!
Wie stehts zu meinem Geburtstag?
?
Ein Hemd folgt.
Ebenso zwei Servietten, Rock und Weste.
94. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2½ Sgr. zum Spaziergang.
95. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
Nach dem gestrigen Besuche muß ich dir heute doch noch schreiben. Es <ist> mir nämlich das Malheur passirt daß meine schwarze gute Hose zerissen ist. Du kennst wohl schon die wilden Feierlichkeiten des Examenmanns. Ich hatte die Hosen des Examens wegen noch an, stürzte hin und sie platzten auf dem Knie. Ich möchte sie dir nun gern schicken, kann aber nicht da mir die Kiste fehlt. Sonntag werde ich nun wahrscheinlich nicht kommen können. Ich werde überhaupt auch die Klassenparthien deßhalb nicht mitmachen können, da meine andren Hosen
(Turn) durch Blutflecke am Knie entstellt sind und meine alten schwarzen zerissen. Das ist doch rechte Hosennoth! Wenn sie nur nicht gerade in diese Spaziergangzeit fiele! —
Wollt ihr nicht vielleicht Wilhelm davon benachrichtigen, daß ich die Parthie sehr gern mitmachen würde und zwar Freitag d. 30 Sept.. Er möchte sich nur recht, recht früh in Pforta einfinden. —
Also, schikt mir die Kiste bald und besorgt mir dann eiligst die Hosen. Sonntag geht es also nicht mit Almrich; ich muß also in Pforta bleiben.
Dein Fritz.
Meine Examenarbeiten, (wenn es dich oder den Onkel vielleicht interressirt), sind folgendermasen ausgefallen:
Lat. Docimasticon I
Griech. Docimasticon IIa—IIb
Math. Docimasticon IIb
Deutsche Arbeit Ib
Lat. Verse. Ib
Nun, Sonnabend bin ich glücklicher Obertertianer! — Schicke mir doch ja Geld zu der Parthie mit Wilhelm, etwa 10 Sgr. Bitte!
96. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Ich konnte dir in dieser Examenzeit gar nicht schreiben, aber dir nun jetzt von allen Nachricht geben. Unsre schriftlichen Arbeiten waren leicht; ich habe im lateinischen Docimasticon I in den lat. Versen Ib, in der deutschen Arbeit (Ino und Athamas) Ib und im griech. Doc. IIa-b, in mathem. Doc. IIb. Ich bin mit nach Obertertia gekommen mit folgender Censur:
Lat. IIa Griech. IIa Mathem. IIa Deutsch. IIa
Wenn du mich in Pforta aufsuchen willst, so wirst du mich in der achten Stube finden: ich bin Unterer von Braune I. Wie steht es übrigens mit unserer Parthie. Du machst sie doch ja mit? Ich erwarte dich also Freitag früh um 7 oder 8 Uhr im Schulgarten; denn da wirst Du mich doch finden. Wir wollen uns dann einen ganz gemüthlichen Tag machen: Wir gehen über die Rudelsburg und dann links hin immer ins Land hinein, wo wir noch niemals gewesen sind, nimm doch zur Vorsorge Deine Botanisirtrommel mit. Ich freue mich recht sehr darauf. —
— Da schreibt mir die Mamma, daß du von einem recht schmerzlichen Verlust heimgesucht bist. Es hat mich sehr betrübt und du wirst wohl jetzt recht traurig sein. Ich weiß deßhalb nicht, ob dir unsre Parthie noch lieb sein wird; bitte schreib mir vor Freitag noch darüber.
Lebe recht wohl!
Dein F. N.
Semper Nostra Manet Amicitia!!
97. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
— Einige Worte müssen doch meine Wäsche begleiten; zuvörderst danke ich dir für die angenehme Zeit in Naumburg, auch im speciellen für den schönen Kuchen. Soll ich nächsten Mittwoch nach Naumburg kommen? Es ist nämlich von nach Tische bis 3 Uhr Spaziergang. Nun könnte ich allerdings auch einmal auf die Saalhäuser gehen — aber ich denke, wir sehen uns so so bald nicht wieder also werde ich nach Naumburg kommen. — Nun ist euer Abschied von Naumburg schon so bald da; mir wird ganz merkwürdig zu muthe, wenn ich euch so fern denke. Nun schreibt mir dann recht ausführliche Briefe und schikt auch einmal. Nur noch sehr angenehm ist es mir daß ich noch die drei letzten Tage zu euch nach Naumburg kann. Soll ich eigentlich noch meine verabredete Parthie mit Wilhelm am ersten Ferientage machen? Oder wie wäre es, wenn ich euch noch die ganze kurze Zeit genösse? — Nächsten Montag bis Donnerstag ist übrigens jeden Tag von nach Tische bis zwei Uhr Spaziergang; da könnten wir uns in Kosen oder auf den Saalhäusern oder in Almrich treffen. — Nun wie wird es eigentlich mit meinem Geburtstag? Ich bin sehr neugierig, besonders da ich eigentlich mir absichtlich nichts bestimmtes wünsche. Einen Brief von Corensen bekomme ich aber doch? — Ich schike euch heute 1 Paar Strümpfe 1 Hemd Bettüberzug, und 3 Vorhemdchen und 1 Taschentuch. Verseht mich bald mit neuer Wäsche. Auch Tristram Shandy folgt — sendet mir doch den dritten Band. Nun lebt recht, recht wohl
Viele Grüße von
Eurem Fritz.
Auch Krämer läßt grüßen —
Er hat geschrieben —
98. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2½ Sgr. zum Spaziergang. —
99. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 11 Sgr. für Klaviermiethe. —
100. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 10 Sgr. Feriengeld.
101. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sgr. zur Sängerfahrt.
102. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Liebe Mamma!
— Meinem Versprechen zufolge schreibe ich dir heute am Montag. Ich bin gestern Abend eine Stunde zu früh in Pforta angekommen; es waren während dieser Tage hundert abwesend. Nun, das ist der letzte Brief den ich an euch nach Naumburg sende. Ihr dürft aber gar nicht denken daß ich da noch traurig Abschied nehmen will; der Brief würde dir (glaube ich,) dann eher unlieb sein. Ich freue mich nur noch daß wir diese drei Tage zusammen verlebt haben und danke noch viele mal. — Wenn bekomme ich nun meine Kiste? Vergiß nur ja nicht alles hinein zu packen. Heute ist Reception; der Pastor Oßwald ist da und wollte dich besuchen. — Wenn du in Gorenzen angekommen bist, grüße den Onkel viele mal von mir; ich wünsche euch allen eine recht glückliche Reiße, bleibt dort recht gesund und gebt mir häufige Nachricht. Nun lebt recht, recht wohl! Ich habe leider heute Morgen keine Zeit zum langen Briefschreiben. Grüße noch Lisbeht vielemals, Onkel und Tanten! Aber nicht wahr? Sobald ihr dort seid schreibst du mir über den Empfang.
Es giebt im Menschenleben Augenblicke
Wo wir vergessen daß wir einen Punct
Im unermessnen Weltall nur bewohnen. !
Glück zu!
Dein FrWN.
Schicke mir einen
Theelöffel
Siegelack-Oblaten
Ein Messer
Messias
Cacao
Wäsche.
Streichhölzer.
Rosenstahlfedern
Schlittschuh
103. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 2 ½ Sgr. für das Mikroscop. —
104. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß,
sich ein Linienblatt
und 3 Hefte
anschaffen zu dürfen.
105. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Sgr. Portogeld.
106. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um 5 Sgr. zu dem in den Weinführen.
107. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Sgr Schemageld. —
108. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Sgr. Ballgeld. —
109. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Liebe Tante!
Könnte ich doch immer was ich wollte! Aber es trifft unglücklich, daß ich gerade in dieser Zeit, wo ich so vielen noch durch Briefe Dank sagen will, durch viele Arbeiten verhindert werde. Dir besonders, liebe, Tante, bin ich so vielen Dank schuldig für alle die schönen Gaben, mit denen du mich beschenkt hast. Der Kuchen und die Nüsse haben trefflich den Magen, Humbolds Biographie dem Geiste gemundet und mundet noch immer. — Der Mamma habe ich nun geschrieben; willst du vielleicht das Blatt mit in Deinen Brief einlegen? Bitte, sei so gut! — Aber denke! die liebe Großmamma hat mir von Pobles einen Brief, Kuchen und einen Thaler gesendet (auch einen Schlips) Da muß ich nun wieder einen Brief schreiben, allerdings sehr gern, wenn ich nur Zeit hätte. Aber an Mad. Laubscher muß ich doch auch schreiben, wie an Wilhelm (der mich leider nicht bei den Tanten getroffen hat). Dann an Krämer, dem ich’s versprochen habe und vor allen an die lieben Tanten, an die ich auch ein paar Zeilen mitschike. Liebe Tante, wie steht es mit dem Sonntag? Willst du vielleicht einmal mit Mad. Laubscher sprechen, da sie mir’s schon den vorigen Sonntag angeboten hat? Denn eigentlich möchte ich sehr gern zu dir kommen, wohin auch vielleicht Wilhelm käme. Lebe recht wohl, meine liebe Tante, schreibe mir doch vielleicht einmal und grüße den Onkel, der doch mich auch einmal besuchen könnte.
Dein FWN.
Den Brief an die Mamma kann ich leider nicht mit senden, da Hr. Prof Buddensieg mit einlegen will.
Liebe Tante! Ich habe meine Stiefeln von Wetzel immer noch nicht erhalten und bedarf sie nothwendig, da mein anderes Paar sehr zerrissen ist. Bitte, laß ihn errinern, daß er sie mir aufs eiligste durch Hitschke schikt. Ich müßte sie sonst Sonntag bei dir anziehen und die andern dann gleich zum repariren dalassen. —
110. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 2 ½ Sgr. zum Feuerwerk.
111. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, seinen Schrank repariren zu lassen.
112. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Hr. Prof. Buddensieg wird gehorsamst um 3 ½ Sgr.für 7 Portionen Kaffee gebeten.
Nietzsche.
113. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Sgr. Portogeld.
114. An Franziska Nietzsche in Gorenzen
Liebe Mamma!
Endlich habe ich wieder einmal Zeit, dir auf Deinen lieben Brief zu antworten. Ich habe auch heute etwas zu erzählen, was dich interessiren wird, nämlich den Verlauf unserer Schillerfeier. Mittwoch, den 9ten Nov. war Ausschlafetag wie gewöhnlich; aber nach Mittag um 4 Uhr fand ein großartiger Aktus statt, zu dem schon lange Zeit vorher Vorbereitungen getroffen waren. Zuerst gingen um ½ Vier alle Pförtner Damen und Lehrer, ¾ der ganze Coetus und um 4 alle Naumburger, die so zahlreich wie noch nie, ankamen, in den Turnsaal, der festlich ausgeschmückt war. Zuerst wurden nun von den Primanern die Piccolomini gelesen; die Rolle des Wallenstein hatte Hr. Prof. Koberstein für sich behalten; er las sie ganz vorzüglich. Darauf wurde die Glocke, von Romberg componirt, aufgeführt und zwar mit Klavierund Violinenbegleitung. Es gelang ganz vorzüglich und alles war sehr erregt besonders bei dem Feuerchor, bei „Freiheit und Gleichheit hört’s man schallen usw. (Ich bin jetzt seit einiger Zeit mit im Damenchor und hatte mit die Freude, die Glocke mit einüben zu können.) Am andern Tage war wieder Ausschlafetag und bis ½ 10 Uhr Arbeitsstunden; darauf war wiederum Aktus im Turnsaal der mit dem Chor „Frisch auf Kameraden“ begann. Darauf folgte eigene Gedichte einiger Primaner über Momente in Schillers Leben. Herzog und v. Köhring sangen dann mit Klavierbegleitung „Vor seinem Löwengarten“ und „Ach, aus dieses Thaies Gründen“ und Hr. Prof. Koberstein bestieg das Katheter. Er hielt eine ausgezeichnete Rede worin er besonders hervorhob, daß es ein hoffnungsvolles Zeichen für Deutschlands Zukunft sei daß die Geburtstage ihrer großen Männer immer mehr Nationalfeste würden, die Deutschland trotz seiner politischen Zerissenheit zu einem Ganzen verbänden. — Darauf war Festessen mit Kuchen und Gänsebraten, und — bis 3 Uhr Spaziergang; ich besuchte die Tante Rosalie, die mich mit Chocolade bewirthete. Abends hatten die Primaner Ball, wir andern aber Musik auf den Tanzsaal. — Das ist doch jedenfalls eine sehr hübsche Feier. — Nun, Dein Plan Weihnachten wieder nach Naumburg zu kommen gefällt mir sehr und es freut sich unendlich auf die schöne Zeit
Dein Fr. W Nietzsche.
Lisbeht danke ich ins besondere für ihren Brief: Viele Grüße noch an den lieben Onkel! —
115. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß sich einen Schlüssel zum Klavier anfertigen zu lassen.
116. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Liebe Tante! Ich danke dir viele mal für deinen lieben Brief und werde dich ihm zufolge morgen besuchen.
In Hoffnung auf Morgen
Dein Fr.
Hier folgt mein Wunschzettel:
Heinr. von Kleist, sämmtliche Werke.
Iphigenie in Tauris von Gluck
Klavierauszug. Leo in Berlin.
Sinfonie in a dur von Beethoven
2 händiger Klavierauszug v. Markull. usw.
FWNietzsche
117. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen
Meine liebe Mamma!
Als ich heute in Naumburg die Tante Rosalie besuchte, überreichte sie mir Euren lieben Brief, der mir sehr viel Freude bereitete. Ich hätte nur gewünscht, Ihr würdet etwas eher wiederkommen; denn Donnerstag darauf komme ich auch nach Naumburg. Du glaubst gar nicht wie ungemein ich mich auf das Wiedersehen zu Weihnachten freue. Das wird überhaupt, so Gott will, ein sehr schönes Fest! Wenn nur bis dahin auch die trüben Wolken, die sich um den Großpapa und den Onkel breiten, vor der lichten Festsonne verschwinden! —
Ihr hattet wohl am vorigen Mal etwas mehr über mein eignes Befinden erwartet? Ich hatte Euch aber weder ängstigen, noch belügen wollen; denn ich war eigentlich nicht ganz wohl, da die beständigen Kopfschmerzen sich wieder eingestellt hatten, die indeß jetzt durch Schröpfen vollständig vertrieben sind. Ich befinde mich jetzt recht wohl; wie könnte man aber auch bei dem freudigen Hoffen und Harren auf das schöne Christfest unwohl sein? — Auch einen Wunschzettel vermißtet ihr; so muß ich doch meine Hauptwünsche Euch mittheilen. Das sind nämlich: Altsächsische Evangelienharmonie in der Uebersetzung, Otfrids Evangelienharmonie in der Uebersetzung, zwei ausgezeichnete altdeutsche Werke, die ich mir sehnlich wünsche. Dann Iphigenie in Tauris, comp, von Gluck im Klavierauszug, bei Leo, Berlin. Das sind meine Hauptwünsche. Zu den beiden ersten wird der Onkel gewiß auch seine Genehmigung geben. — Nun , schaltet und waltet nach Belieben darüber; die schönste irdische Weihnachtsgabe ist doch, daß ihr wieder nach Naumburg kommt. Auf glückliches Wiedersehen! Hr. Prof. Buddensieg läßt dich grüßen; er hat sich oft bei mir nach Eurem Befinden erkundigt. — Ich habe meinen Wunschzettel auch der Tante Rosalie gebracht. Für Lisbeth will ich auch noch ein Wünschchen aufschreiben. — Nun lebe recht wohl, liebe Mamma, schreibe mir doch ja noch einmal! Denn so ein Brief macht immer große Freude
Deinem FNietzsche.
118. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 12 Sgr. für Klaviermiethe.
119. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
In aller Eile schreibe ich dir heute, am Andreastage noch ein paar Worte, meine liebe Tante. Noch meinen herzlichsten Dank für vorigen Sonntag: es war doch sehr hübsch. Der Onkel hat mich bis Almrich begleitet, Wilhelm noch weiter. Das nächste Mal möchte ich eigentlich Mad. Laubscher besuchen. Leider bin ich jetzt so mit Arbeiten überhäuft daß ich keinen Brief an sie schreiben kann. Wenn Du vielleicht so gütig seien wolltest und es ihr mittheilen, so thätest Du mir einen großen Gefallen. —
Nun lebe recht wohl, liebe Tante!
Weihnachten ist nicht allzufern!
Dein Fritz Nietzsche
120. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß, sich ein
Religionsheft
anschaffen zu dürfen.
121. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet um die gütige Erlaubniß,
sich Zahnbürste und Seife
anschaffen zu dürfen.
122. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Sgr. Portogeld.
für Mon<at> Dez<ember>.
123. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Nietzsche bittet gehorsamst um 5 Sgr. für Musikalien.
1859 (78 Briefe)
47. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Дорогая тётя!
Мне очень жаль, что я не могу лично поздравить тебя с твоим дорогим днём рождения. Ну, я поздравляю тебя много раз и желаю, чтобы ты провела этот год здоровой и счастливой. Продолжай любить меня так же сильно, как и в прошлом году. Сохрани этот маленький вид Пфорты на память обо мне. —
Мне очень жаль, что твой день рождения не выпадает на воскресенье, но если ты позволишь, я приду к тебе в следующее воскресенье, и, возможно, мама тоже приедет. Конечно, только если это тебя не побеспокоит. —
Сейчас в Пфорте немного неприветливо. Эта оттепель снова разрушила наш прекрасный каток. Ветер тоже был довольно сильным. Но действительно величественно звучало, когда ветер шумел в лесу. В целом, расположение Пфорты очень красивое, и оно мне нравится всё больше. —
Кстати, как поживают тёти? Я давно ничего о них не слышал. Ну, через восемь дней в воскресенье я снова их навещу. Прощай, моя дорогая тётя, у меня больше нет времени писать, и с самыми искренними пожеланиями счастья на новый год остаюсь
Твой Фриц Ницше
AI. port.
48. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня только пару слов. Бельё я получил в порядке, и ещё раз спасибо за брецели, которые напоминают мне о карнавалах. Сегодня я отправляю тебе полотенце и рубашечку вместе с картинкой и письмом для тёти. В воскресенье приди к тёте. Я написал ей об этом. Будь здорова!
Твой Фриц.
Пожалуйста, передай это тёте немедленно!
49. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я лучше напишу тебе ещё раз, так как моё предыдущее письмо было слишком коротким. Это также задержало отправку. Я отправляю тебе: 1. чёрные брюки, которые очень порваны 2. новеллы Гофмана 3. рубашку 4. пару носков, носовой платок. Пришли мне, пожалуйста, как можно скорее: 1. брюки 2. пару носовых платков 3. возможно, хорошие орехи, которых мне очень не хватает. 4. другой том Гофмана 5. "Сотворение" (в переплёте или без;). В воскресенье мне очень понравилось. Жаль только, что мы не задержались дольше у тёти. Поблагодари дорогую тётю от моего имени. В следующее воскресенье, надеюсь, мы увидимся у дорогих тётушек, и вы снова проводите меня.
Это мне всегда очень уютно. — Кстати, я не рассказывал вам, что в воскресенье мы ели жареного зайца, который был вполне съедобен. Это должно повториться еще три раза. Пришлите мне, пожалуйста, пачку спичек для зажигания света, и, возможно, Лизбет пришлет мне мочалку, так как моя уже давно пропала. Также мне очень не хватает салфеток. Та, что у меня есть, очень грязная. У дяди нет времени меня навестить? Ну, передавайте ему много приветов. Также Мюллер и Фрич передают ему приветы. Ну, прощай, моя дорогая мама, передавай много приветов Лизбет и тете от
Твоего Фрица.
P. S. Пишите и присылайте как можно скорее, так как мне все это очень нужно.
Недостающие вещи.
1. Хоффман.
2. Спички.
3. Мочалка.
4. Салфетки
5. Носовые платки
6. Штаны
7. Орехи.
8. Создание.
Присылайте как можно скорее!
50. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Твою посылку я счастливо получил. времена года мне подарили заново. шоколад действительно отличный; он вкусный. Я посылаю тебе поэтому 1) рубашку. 2) полотенце 3) салфетку 4) нижнюю рубашечку 5) носовой платок. Пришли мне, пожалуйста, как можно скорее письмо к господину ректору насчет среды с 12 до 9. Я думаю, он уже разрешит. Ты требуешь от меня новостей о моей ноге. Когда я прибыл в Пфорту, она действительно ужасно болела, и я не знал, как мне быть. Но на следующее утро стало лучше, и я думаю, что обойдется без доктора. Я напишу тебе еще раз на этой неделе.
В следующее воскресенье я приеду с Брауном в Наумбург. В прошлое воскресенье они были с 12 до 9 в Хассенхаузене и Флеммингене. Почему вы не прислали мне моего Мюнхгаузена; или он переплетён? Пришлите его мне как можно скорее или хотя бы новеллы Гофмана. Мне совсем нечего читать. Также пришлите мне этюды Крамера. Иначе я всё забуду и совсем выйду из практики. — Передайте тёте Иде много приветов от меня; желаю ей много удовольствия на ученическом балу. Также дяде и Нотротту. Ну, прощайте все вместе!Ваш Фриц.
Представьте, письмо Вильгельма я всё ещё не получил. Он не болен? Пожалуйста, передайте ему много приветов, как и Густаву.
Я также отправляю вам брюки для починки. Пришлите их как можно скорее, иначе я всегда буду носить чёрные.
51. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогой маме!
По твоей просьбе пишу тебе сегодня. — Я уже несколько дней жду свою коробку с брюками, книгами и прочим; но вы, конечно, были очень заняты. Вы хорошо развлекались? Я весь день живо представлял себя в Наумбурге. Тетя Ида благополучно приехала и понравился ли ей ученический бал? Передай ей от меня много приветов, а также дорогим бабушке и дедушке через нее. — В воскресенье Брауны хотят поехать со мной в Наумбург; они мне это пообещали. Пришли мне, пожалуйста, еще несколько носков; я уже очень долго ношу свои. Также мой шоколадный порошок полностью закончился, и молоко мне противно. Результат, конечно, очевиден.
— Даже орехов я совершенно лишён, хотя так сильно их хочу; в Пфорте уже давно нет ни хороших, ни плохих — вообще никаких. —Пришлите мне, пожалуйста, как можно скорее письмо к господину ректору; ведь это дело нужно уладить заранее. — Представь, Вильгельм всё ещё не написал мне; давно бы я снова отправил ему письмо, если бы он не обещал написать первым. — Погода сейчас совсем не приятная; буря ревёт по лесу, и её вой часто будит меня ото сна. Я ещё не вижу, что выйдет из этой полуоттепели. — Январь тянулся для меня очень медленно; мне кажется, будто я уже 8 недель в Пфорте.
Не приедет ли дядя, возможно, снова с Ноттроттом? Мюллер передает много приветов. Напиши мне, пожалуйста, подробно о наумбургских торжествах. (Конечно, не о бале, тот мне ужасно безразличен.) Так что в воскресенье увидимся у нас дома. Я очень этому радуюсь и желаю только хорошей дороги. Возможно, я еще встречу дорогую тетю. Так что пиши и пришли мне как можно скорее, но только не снова одни штаны, а мой ящичек. Есть что упаковать, что отправить, чему обрадуются
Ваш Фриц Ницше.
Альпорт.
N. B. Много, много приветов Лисбет.
52. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
По твоей просьбе я сразу же пишу тебе; письмо я правильно получил. Но к господину ректору я смогу пойти только в среду; я надеюсь, что он разрешит. Почему ты отправила мне письмо не запечатанным? Ну, я передам его господину ректору так. Конечно, возможно, что он откажется. В ½ 2 часа я точно буду в Наумбурге. К сожалению, у меня сейчас нет времени писать; также у меня уже была та же часть, которую вы мне прислали. Ну, я надеюсь, что мы счастливо увидимся, иначе ты получишь известие в среду вечером.
Твой Фриц.
53. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я счастливо получил твою коробку и благодарю тебя за блины и торт. Но почему вы не прислали мне порошок шоколада? Мне также не хватает носового платка, салфетки, носков, нижней рубашки. Пришлите мне всё это как можно скорее, возможно, вместе с орехами; у меня большой аппетит к ним. Сегодня был учебный день; но работать было не так много. Кстати, у меня нет сургуча, и мне приходится каждый раз одалживать. Почему вы также не прислали том Гофмана и этюды Крамера? Надеюсь, ящик уже готов; пришлите его вместе с указанными вещами. Мне они, особенно бельё, крайне необходимы.
— Надеюсь, в воскресенье мы всё же увидимся; я приду к вам в нашу квартиру. Не знаю, придут ли Брауны. Господин профессор Буддензиг передаёт вам ещё много приветов. Представьте, до Пасхи осталось всего 38 учебных дней, если не считать воскресений, дней для самостоятельных занятий и праздников; это даёт 20 дней до Масленицы и ещё 18; остальные — недели экзаменов. Хотелось бы, чтобы это время уже прошло. Ну, живите хорошо, пишите и присылайте скорееваш
Фриц Ницше.
Вы получаете здесь коробку с бельём, состоящую из одной рубашки, двух носовых платков и 3 нательных рубашек. Пришлите мне сразу же ящик, у меня ещё есть большое покрывало.
Очень нужно!!
Кстати, как поживают Вильгельм и Густав? Я жду от них писем каждый день. Пожалуйста, передайте им от меня много приветов и пусть они скорее мне напишут! —
54. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Прости, что так долго не писал, но я каждый день ждал от тебя письма, ведь ты обещал написать первым. Прежде всего, как ты поживаешь? Надеюсь, ты был здоров? Не хочешь ли ты когда-нибудь выйти? Дни уже намного красивее, и солнце снова приветствует Пфорту своими ярчайшими лучами, после того как так долго скрывало от нас своё лицо. Ну, на масленицу ты обязательно приедешь со своим отцом. — Ты всё ещё читаешь своего Кёрнера или у вас снова так много дел? Вы уже переехали или всё ещё находитесь в прежнем жилье? Что вы сейчас читаете у Овидия? Мы начали Пенфея и Бахуса.
В "Цезарь" я теперь прочитал всю 4-ю книгу, три четверти 5-й и четверть 6-й книги "Записок о Галльской войне". Надеюсь закончить обе последние книги в этом семестре. Недавно я также прочитал вторую главу "Анабасиса". Это было очень легко, и я справился за час. — Мифологические беседы Лукиана мне очень нравятся, они полны энергии и великолепных, изящных описаний. На немецком я почти ничего не читал, кроме стихов Рюккерта, которые, однако, не произвели на меня такого впечатления, как я ожидал. Не хочешь ли ты прислать мне свою биографию? Ты можешь быть совершенно уверен. Никто, кроме меня, её не увидит. Пусть мама позаботится об этом. — Как поживает Густав? Он мне ещё не написал. Передай ему много приветов от меня. — Теперь осталось ровно десять недель до Пасхи. Всё ещё приличный отрезок времени. Нравятся ли тебе уроки математики? Мы закончили с арифметикой и сейчас в геометрии почти дошли до конгруэнтности треугольников. Ну, напиши мне обязательно, как можно скорее, и живи хорошо и оставайся всегда здоровым. Этого желает тебе
Твой друг
Фр. В. Ницше.
Semper nostra manet amicitia!
N.<B.> Передай много приветов твоим дорогим родителям и братьям и сёстрам от меня.
55. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Я был очень рад, что в прошлое воскресенье мы могли так долго наслаждаться друг другом, и благодарю тебя за то, что ты проводил меня так далеко. Надеюсь, тебе это пошло на пользу? — Сегодня я отправляю тебе "Майскую песню", как и обещал. Я действительно написал её, полностью проникнувшись чувством приближающейся весны. Когда я гулял днём и солнце так мягко светило сверху, мне становилось так весенне хорошо, что я буквально был вынужден написать эти строки. Пусть это хотя бы послужит тебе доказательством того, что изменения, которые со мной произошли, оставили мне ту же радость от поэтических опытов. Пожалуйста, пришли мне в следующий раз одно из своих новых стихотворений.
Давайте будем взаимно очень точно рецензировать друг друга в письмах и выражать похвалу и критику по заслугам. Мне это доставит большое удовольствие. — У меня также появилась новая идея. Я записываю на латыни всё, что, возможно, когда-то слышал или читал, при этом (следуя указанию кота Мурра) стараюсь думать по-латыни. Это легче, чем кажется. Ну, прощай, дорогой Вильгельм.
Наша дружба вечна!
Твой Фриц.
(В другой раз напишу больше. Передавай привет. Пиши мне поскорее!
Майская песня. —
1.Птички поют радостно
Далеко в лес
Поля лежат солнечные
В прекрасном майском сиянии
Ручьи журчат нежно
Через цветущие поля
И жаворонки ликуют:
О, может ли быть что-то прекраснее
Чем май, чем май один!
2. Что в сердце грустно
Уныло и мрачно было
Что пусто и жутко вокруг,
Теперь ясно как солнце.
Цветы нежно прорастают
На богатых цветами лугах
И пчелы жужжат:
О, может ли быть что-то прекраснее
Чем май, чем май один!
3. О, безграничное изобилие
Сплошного блаженства
О, радость, о, окутай
Мое сердце с его болью!
Пусть исчезнет и пройдет
Все, что не как весенний ветер
Шепчет тебе в сердце.
О, может ли быть что-то прекраснее
Чем май, чем май один!
4. Я хотел бы погрузиться
В это море наслаждения
Сладкое предчувствие
Уже радостно наполняет грудь
Я хотел бы обнять тебя
И больше не отпускать
О, весна, войди!
Не может быть ничего прекраснее
Чем май, чем май один!
Я прилагаю к этому нечто вроде продолжения моей биографии. Последует еще несколько листов. Пожалуйста, береги их очень тщательно!
I.
Это было в утро вторника, когда я выехал из ворот города Наумбурга.
Утренняя заря еще лежала вокруг полей, и на горизонте лишь несколько тускло освещенных облаков возвещали приближение дня. И во мне еще царил такой же сумрак: в моем сердце еще не взошла настоящая солнечная радость. Ужасы тревожной ночи окружали меня, и будущее лежало передо мной, окутанное серыми покровами. Впервые я должен был надолго, очень надолго покинуть родительский дом. Я шел навстречу неизвестным опасностям; расставание напугало меня, и я дрожал при мысли о своем будущем.
К этому меня подталкивал предстоящий экзамен, который я представлял себе в ужасных образах, мысль о том, что отныне я никогда не смогу предаваться своим собственным мыслям, а всегда буду отвлекаться от своих любимых занятий школьными товарищами, невероятно. Также особенно то, что я должен был оставить своих дорогих друзей, что я должен был выйти из уютных отношений в новый, неизвестный, жесткий мир, сжимало мою грудь, и каждая минута становилась для меня страшнее, да, когда я увидел Пфорту, я поверил, что в ней узнаю скорее тюрьму, чем alma mater. Я проехал через ворота. Мое сердце переполнялось священными чувствами; я был вознесен к Богу в тихой молитве, и глубокий покой охватил мою душу. О Господи, благослови мой вход и храни меня и в этом месте святого духа телесно и духовно. Пошли своего ангела, чтобы он вел меня победоносно через искушения, которые мне предстоят, и дай мне это место как истинное благословение на вечные времена. Помоги, Господи!
Amen. —
56. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня, в воскресенье вечером, я хочу написать тебе еще несколько слов; я вполне благополучно добрался до Пфорты, не брал шоколадный порошок у Рейнхардтов, а у Хайница. Но он ужасно плохой; по сравнению с ним порошок Рейнхардта — чистый сахар. — Ты думаешь, господин правительственный советник Лепсиус, возможно, навестит меня? Он останется в Наумбурге на несколько дней? Было бы очень мило, если бы вы пришли на концерт. Он с 5 до 7 часов, и мы могли бы долго поговорить. Пришлите мне теперь мой ящик; я должен обязательно отправить вам свои черные брюки и получить их обратно до воскресенья. Вы должны вставить кусок ткани. Они слишком порваны и рвутся все больше. — Теперь я уже с нетерпением жду карнавала; тогда мы устроимся поудобнее; вы, надеюсь, приедете; мы сможем поговорить; у нас целый день нет уроков, и мы посмотрим два вечера в театре. Возможно, вы также пришлете мне коробку с едой. Большое удовольствие мне доставил бы простой пирог, который ты так красиво умеешь делать. Где же был дядя сегодня? Я его давно не видел. Желаю Лизбет скорейшего выздоровления; ведь такой жесткий воротник очень неприятен. Я еще благодарю тетю за яблоки, которые мне очень понравились. Ну, прощай! Пиши и присылай скорее от твоего
Фрица Ницше.
57. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Простите, что так долго не писал. Теперь наступил карнавальный сезон; я очень рад, что вы выходите. Не беспокойтесь о салфетке; я забыл отправить её с собой. Также я счастливо получил брюки с носовыми платками. Но вы, надеюсь, отправите мне их теперь, но обязательно в субботу; потому что в воскресенье Хитшке не берёт ящик с собой, и тогда я получу их только в понедельник. Возможно, в субботу из-за крещения будет прогулка; я тогда приеду в Наумбург. В воскресенье я не приеду; я тогда пойду в Козен или на Виндлюке. Пришлите мне и напишите точно, когда вы приедете. Театр, вероятно, начинается в 4 часа. Ну, живите хорошо! Я очень рад вас увидеть!
Приходите лучше в
три; тогда мы ещё
час сможем пообщаться
у комиссионного советника
Тейхмана
Ваш Фриц.
Ещё одно! Принесите или пришлите мне обязательно для театра очень острые очки или лорнет. Это самое необходимое. Я сижу на одной из последних скамеек и иначе ничего не вижу.
58. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Так как я обещал тебе сразу же написать, то сообщаю тебе, что при медленном шаге счастливо добрался до Пфорты, но затем снова получил головную боль и немного озноб. Надеюсь, мы увидимся во вторник в Альмрихе. Разве у тебя нет какого-нибудь средства от головной боли, кашля, насморка, озноба и т.д.? Ты можешь также принести мне деньги в Альмрих, так как в лазарете нужно платить за кофе. Аппетита у меня пока совсем нет, разве что на фрукты, но на них у меня нет денег. — — —
Мне сейчас очень неприятно на душе. Пишите мне только поскорее; мне всё мило.
59. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня я хочу написать тебе более подробно. Вторник был очень приятным; мы могли бы поговорить еще полчаса. Я также счастлив, что прибыл в Пфорту, и еще раз благодарю тебя за все. —
Сегодня была прощальная церемония для выпускников. Это было действительно очень торжественно. В Наумбурге об этом даже не имеют представления. Каждый выпускник произносит прощальную речь с кафедры, которая обычно была очень короткой, так как выпускники от волнения едва могли говорить. Среди них было и замечательное стихотворение. Затем ректор произнес наставление выпускникам, конечно, гораздо более духовное, чем прощание в Наумбурге с директором.
Здесь хор пел замечательные прощальные песни. Днём в час собрался Coetus на Штейнвеге. — Вскоре зазвучали и почтовые рожки, и три экстрапочты подъехали, чтобы забрать наших выпускников. Под ликующие "Ура!" выпускники сели в повозки и под громкие звуки рожков уехали. Но у каждого из нас были свои мысли. В следующее воскресенье я расскажу тебе ещё больше. — Как же вы добрались до Наумбурга? Сегодня днём я был в Гроссйене со всей Унтертерцией под руководством Бухбиндера. — Я ещё совсем измотан от этого. От мороза я защитился плащом и мантией. Тебе не о чем беспокоиться. Головная боль, конечно, появилась, но боли в животе были ещё хуже. Ну, прощай! Дольше у меня нет времени.
Прощай!
Твой Фр.
Приветствуй Лизбет, дядю и прочих много раз.
60. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Ну, я хочу написать тебе уже сегодня вечером. С прогулки я счастливо вернулся, хотя почти весь день шёл дождь. Так что, пожалуйста, пришли мне ящик. Чернила и прочее тоже пришли. Как хорошо, что я не остался сегодня в Пфорте. Иначе мы бы почти три недели не виделись, так как в следующее воскресенье прогулка, вероятно, отменится из-за причастия. Пришли мне снова немного какао-порошка. Молоко всегда так плохо на меня действует. — Так что в Вербное воскресенье и следующие дни мы останемся в Наумбурге. Затем после и т.д. Я ещё не совсем решил; в любом случае мы поедем в Поблес. — Передай привет Лизбет, дяде и тётям много раз и напиши и пришли скоро
твой Фриц.
61. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Сегодня я отправляю вам сапоги, 2 рубашки, 4 носовых платка, 1 нижнюю рубашечку и 1 салфетку. В предыдущей коробке я отправил вам одолженный носовой платок
подписанный К. Б. Верните его как можно скорее выстиранным! За прекрасные орехи благодарю тебя много раз. Сейчас в Пфорте среди учеников проходят несколько книжных аукционов. Там можно довольно дешево приобрести книги, которые пригодятся позже. Поэтому я буду участвовать в торгах. — Кстати, возможно, в следующее воскресенье состоится прогулка. Брауны придут с нами. Но, может быть, вы все-таки приедете. Сейчас чудесная погода. С этой надеждой и с наилучшими пожеланиями
остаюсь
Твой Фриц.
62. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Мы давно не виделись и не писали друг другу, и, конечно, в последнем виноват я. Но если бы ты только знал, как наша жизнь заполнена работой и как мало остается свободных часов, ты, конечно, не стал бы меня упрекать. — Я теперь вспомнил о своем желании на день рождения — правда, еще очень и очень далеко — но все же мне приятнее, когда мои желания заранее определены, чем если они вечно блуждают. Ты удивишься — я желаю, а именно — сочинения Гауди. Не знаю, как это получается — но его новеллы привлекают меня своим великолепным стилем и ослепительным остроумием, а римские сцены — прекрасным, правдивым описанием. Пожалуйста, поделись со мной своими мыслями по этому поводу.
—Как у тебя дела сейчас? У вас еще много работы? У нас уже экзамены на носу, и я немного боюсь их. — — Ты уже читал Цицерона в частном порядке? Я бы хотел сделать это сейчас, у меня вообще большое желание читать латинских классиков, но если бы я знал, какие из них действительно интересные и не слишком сложные! Историки Флор и Патеркул, конечно, не сложные, но при сухой истории немного скучноваты. —
Пожалуйста, пришли мне сейчас какую-нибудь тему для немецкой работы, лучше всего речь или трактат. Я думаю, в свободные дни после экзаменов найдется немного свободного времени, и я должен оставаться в практике. Иначе я слишком выпаду из этого. — Вот я и присылаю тебе тему:
О божественной и человеческой свободе.
Возможно, ты тоже найдешь здесь и там часик, чтобы подумать и написать об этом. Свобода — одна из самых важных тем. Задай только вопросы. Что такое свобода? Кто свободен? Что такое свобода воли? и т.д. Ну, прощай, дорогой Вильгельм, и думай и пиши
чаще
Твой Фр. В. Ницше
Nostra semper manet amicitia! — — —
63. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я пишу тебе сразу, хотя дядя шутит по этому поводу. — Это было довольно мило, и я должен сказать, что наслаждался этой прогулкой в большом спокойствии. Я также совершенно счастлив и медленно добрался до Пфорты, но все же забыл чернила. Вы можете спокойно прислать мне чернила; ведь сколько таких плотных бутылочек отправляется. Так что, если еще будет прогулка, мы увидимся на этой неделе еще раз. Это было бы очень мило. Брауны, вероятно, тогда приедут. Мюллер остался у дяди до 5? — Кстати, г-н проф. Бухбиндер получил 1 апреля маленького сына, чем тетя Рикхен будет рада.
Пишите и присылайте мне как можно скорее, чтобы я мог вернуть вам бельё, а также этюды Крамера для Элизабет. Хотя они, особенно для начинающих, не лёгкие, но, когда их освоишь, они вознаграждают за труд гораздо больше, чем этюды Черни. Например, я нахожу 3-й этюд очаровательным. Пришлите мне следующее:
- Мазиус, немецкая хрестоматия (очень необходима для экзаменационных работ на этой неделе.)
- Хорошую чернильницу.
- Грамматику Зиберти.
Всё очень необходимо, и мне это нужно не позднее вторника!!
Ну, живите хорошо и пишите, присылайте и думайте обо мне почаще
Ваш Фриц.
Ещё раз большое спасибо!
Пирог был очень вкусным!
Пришлите мне носовой платок, мой галстук, мои сапоги и т.д. обязательно!
64. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит разрешения приобрести книгу экзаменационных работ.
65. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит разрешения приобрести кувшин.
66. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит 2½ гроша на прогулку.
67. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2 ½ фунта для прогулки
68. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит 2 ½ Sg. на прогулку.
69. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Мы уже давно не разговаривали и не виделись. Золотое время каникул прошло как сон; особенно жаль, что я не увидел тебя после своего возвращения из Поблеса. У меня было всего несколько часов, и в это время я должен был оставаться у своей тети, так как приехали гости. Как ты развлекался в эти каникулы? — Я, со своей стороны, насладился ими и расстался с ними с очень болезненными чувствами. Когда я возвращался в Пфорту с наступлением ночи, мне стало очень грустно. Небо было со всех сторон покрыто облаками, только отдельные светлые пятна выделялись отчетливо, и особенно еще были видны светлые следы зашедшего солнца.
Ветер свистел жутко сквозь высокие деревья, которые скрипуче склоняли свои ветви. Моё сердце было в подобном положении. — Оно тоже было омрачено тучами печали, и лишь радостные воспоминания о каникулах вызывали некоторое веселье, но это было именно то радостно-болезненное чувство тоски. Ты, вероятно, не веришь — но это огромная разница, когда родители и школа находятся в одном и том же месте или в разных! Ты расстаёшься в конце каникул только со сладким отдыхом и приятным досугом, я же на немалое время расстаюсь с домом и семьёй со всеми их радостями и снова вхожу в чужую среду. Очень милые дни я провёл перед нашим отъездом в Пёблес в Наумбурге.
Я также написал несколько вещей. Во-первых, неудачную пьесу под названием "Прометей", наполненную множеством ложных понятий на эту тему, во-вторых, три стихотворения на эту же тему, которые я разобрал в третьем произведении. Это третье произведение, кстати, является своеобразной вещью, но еще не закончено, всего шесть тесных страниц в кварто и называется "Вопросительные знаки и заметки вместе с общим восклицательным знаком о трех стихотворениях под названием "Прометей". В нем представлен поэт в противоположность публике, и все это смесь бессмыслицы и глупости. Среди прочего, там есть предложение, занимающее целую страницу. Затем следуют ужасно смешные искажения, действительно глупые субъекты и так далее.
Я не знаю, как я мог прийти к таким сумасшедшим идеям. Четвёртое — очень поверхностная работа на тему: „Все люди хорошие, мы сами плохие“, которую, впрочем, можно хорошо выполнить, если держать в виду последствия и причины. Пятое — стихотворение, возникшее в пути, несколько глубокое или, скорее, тёмное, в котором отсутствующие мысли обозначены тире. Оно, впрочем, после долгих размышлений получило название: „Поэзия и судьба“. Когда я его писал, я его не понял, и только после тщательного разбора оно стало мне яснее. К сожалению, моя бумага закончилась. Поэтому живи хорошо, передавай много приветов и помни и пишичасто своему Фр.
Наша дружба всегда остаётся.
70. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Кстати, я присылаю тебе, дорогой Вильгельм, план, который очень занимает меня на каникулах. Пришли мне свои мысли об этом в скором письме. —
Прометей стал для меня сейчас очень интересным материалом, и мне было бы очень приятно, если бы мы оба записали свои мысли об этом. Прежде всего, собери из всех лексиконов и других книг, из мифологий как можно более полное описание его жизни, а также всего мифологического круга, связанного с ним: Япет, титаны, Эпиметей, Пандора. Ты можешь сделать это лучше, так как у меня мало книг под рукой. Затем запиши все мысли, которые приходят тебе в голову при более близком рассмотрении; я сделаю то же самое, и тогда мы разделим весь материал следующим образом
I.Титаны.
II. Прометей
III. Эпиметей и Пандора.
IV. Последние судьбы Прометея.
V. Эпиметей и Прометей, Пандора
(взаимное отношение)
VI. Конец Зевса
(в отношении к немецким легендам)
Хочешь, может быть, заняться I, III и V? Тогда я возьмусь за II, IV, VI. На последнее VI я особенно радуюсь, так как в нём конец Зевса, предвиденный Прометеем, может быть устранён только им одним, в связи с гибелью немецких божеств, которые уничтожаются силами природы (что, собственно, и есть титаны у греков). Также V интересен, так как в нём мудрость и глупость представлены в отношении к злу мира. Однако не будем впадать в сухой учебный стиль, скорее будем писать так ярко и живо, так захватывающе, как только возможно, короче, что-то блестящее. Стихи, естественно, могут быть вплетены. Каждое рассуждение должно быть довольно длинным, примерно листа, но не слишком плотно написанным. Материала очень много. Введение и заключение мы оба напишем и лучшее внесём в чистовой экземпляр.
71. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Когда это письмо и ящик прибудут, вы, надеюсь, уже вернетесь. Если же вы еще не уехали, то, вероятно, у вас был очень плохой путь. На кирмес, должно быть, собралось много людей. Потому что была прекрасная погода. Вы, вероятно, хорошо развлекались. Дядя тоже был там? Я бы очень хотел там быть. Пришлите мне, пожалуйста, побольше кирмесских пирогов, как обещали дорогие бабушка и дедушка, а также сосуды для масла и спичек. — Сапоги пришлите отдельно, чтобы остальное не пахло ими. Мою жилетку и серые брюки пришлите как можно скорее; мой новый костюм у меня еще нет. Прежде всего, мне нужны гимнастические брюки не позднее субботы. Тогда я не могу пить молоко и, в свою очередь, без напитка не могу есть свой хлебец и, следовательно, до полудня должен оставаться голодным. Поэтому пришлите мне большую упаковку какао-порошка; так в целом дешевле.—
Тогда напишите мне побольше и опишите дни в Поблесе, а также пришлите мне белье. Ящик должен быть полным на этот раз!
Теперь живите все очень сердечно!
Я еще много раз приветствую и остаюсь
Твой Фриц
В другой раз больше.
Заберите мои книги к переплетчику!
72. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Мне было очень жаль, что в воскресенье не было прогулки. Я бы с удовольствием пошёл в Наумбург; вы не приедете когда-нибудь? В воскресенье нас вёл на Кнабенберг г-н доктор Бе<к>кер, но, к сожалению, я не смог пойти, так как у меня были только старые серые брюки, и я едва ли мог показаться в Пфорте. Но сколько ещё ждать, пока я получу свой новый костюм? Это действительно очень неприятно. —
Пришлите мне, пожалуйста, сразу мой сундук; мне всё очень необходимо. Напишите мне снова так же подробно и мило, как в прошлый раз. — — —
Сейчас в Пфорте совсем хорошо; мы много играем в кегли, и это доставляет большое удовольствие. Только соловьёв я ещё не слышал. Думаю, большой шум должен их отпугивать. — Пожалуйста, пришлите мне немного денег; вы можете плотно завернуть их в бумагу и положить в сундук. Сейчас накапливаются разные мелкие расходы, и в жару хочется освежиться фруктами. Лето в Пфорте намного приятнее зимы; это я теперь знаю точно. Представьте, через 5 недель на Троицу я буду у вас в Наумбурге. Тогда вы же освободите меня с воскресенья по вторник; я очень этому радуюсь; и с этой радостной надеждой
заканчиваю как
Ваш Фр.
73. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я сегодня очень обрадовался милому письму и содержимому коробки и еще раз благодарю за это. Серые брюки мне очень пригодятся, так как черные из-за большой дыры на одной штанине я не могу надеть. Если я не получу свой хороший костюм до субботы, то не смогу приехать в Наумбург в воскресенье, что меня очень огорчит. Пришли мне его, пожалуйста, а также остальные необходимые вещи, которые я уже указывал в предыдущих письмах, такие как
Чернила
Стальные перья
Записная книжка Масленка
Емкость для спичек и т.д.
Письмо было мне очень дорого, так как оно было таким подробным. Напиши мне, пожалуйста, еще о более подробных обстоятельствах и следах кражи. Я, конечно, не думал, что такое может произойти. —
Пожалуйста, напиши мне также о последних политических событиях. Я здесь очень любопытен и очень хотел бы что-нибудь об этом услышать. Итак, в надежде на скорый ответ
остаюсь
с самой большой благодарностью
твой Фр.
74. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит 5 шиллингов на школьный праздник.
75. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Вы, вероятно, ждали нас вчера; но я вчера ходил в Сперлингсхольц; сейчас так прекрасно на природе. Я думал, мы увидимся в четверг, на что я очень надеюсь. Как вам понравилось школьное мероприятие? — Кремер просит много раз прощения за то, что не пришел. Он, оказывается, не смог найти нашу квартиру, как ты, вероятно, знаешь от дяди. Мне очень жаль, и я подумал, если тебе угодно, мы оба придем в следующее воскресенье. Кремер, кстати, сейчас не совсем здоров и находится в лазарете. — Пришлите мне, пожалуйста, ящик; у меня очень много грязного белья; вы можете прислать мне "Времена года" и "Реквием". Но как можно скорее; ведь мой весь сундук полон, и я не должен этого показывать. В надежде на следующий четверг остаюсь
Д. Ф.
Пришлите мне помаду для губ.
76. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Я ещё много раз благодарю тебя за твоё милое письмо. Оно доставило мне много радости; мы, надеюсь, увидимся в это воскресенье? Мне, собственно, нравится сейчас в Пфорте; летом здесь совсем другая жизнь, и при такой прекрасной погоде Пфорта — очень приятное место пребывания. Здесь мы очень усердно играем в кегли, а по вечерам с ½ 8 до ¼ 9 гуляем в школьном саду.
Соловьи и птицы поют, и я всегда желаю, чтобы ты был здесь!Вдали, вдали
Светится звезда моей жизни
И с тоской в глазах
Смотрю на мое бывшее счастье
Ах, как охотно, ах, как охотно
С блаженной дрожью оглядываюсь назад!
Как путники стоят на высотах
И на цветущие луга
Где небесно сладкие, теплые
Ветры шелестят и тихо слушают
С тайным трепетом,
Так простираются морские времена
Передо мной и ведут
Мой дух прочь от границ
Пустых, ничтожных мыслей
К тем вечным радостям —
Я вижу, как качается лодка Харона.
С золотыми струнами лиры
Я снова зову тех, кто утонул!
И они приближаются и окружают
Меня своим волшебным светом
Хочу схватить — они бледнеют
— И я должен их отпустить —
Моя надежда рухнула!
__________
______
•
Напиши мне скорее снова. Кстати, в это воскресенье не будет прогулки из-за причастия. Это очень жаль.
Твой Фр.
Nostra semper manet amicitia!
77. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 шиллингов на горный день.
78. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит разрешения приобрести чернила.
79. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит любезного разрешения приобрести плавки.
80. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
AI. Ницше просит любезного разрешения приобрести
книгу экзаменационных работ
сборник
для себя.
81. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит 10 грошей за аренду пианино.
82. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я уже давно вам не писал; но летом нет ни одного свободного часа для себя, всё время занято повторениями. Маленькую коробочку я получил и очень обрадовался её содержимому. Вишни нам уже предлагают не только от Хичке, но и от одной садовницы, которая живёт на Виндлюке и имеет там лавку. Они уже довольно хороши и становятся всё дешевле. — О недавнем концерте хочу только добавить, что мне больше всего понравились хоры из «Фауста» и дуэт Мендельсона. Я снова участвовал в хоре. — Такие близкие каникулы теперь — это яркие звёзды надежды, на которые всё время смотришь. В следующую пятницу, надеюсь, я буду у вас.
В это воскресенье мы всё же увидимся в Альмрихе? Принести мне Кремера? — Хорошенько подумай насчёт концерта в Галле. Я бы, конечно, очень хотел его послушать. — Напиши мне, пожалуйста, подробнее. Я вообще получаю мало писем, и от Вильгельма давно жду. Д-р Эйлер должен сегодня уехать, а проф. Бухбиндер — через 3 недели. Уроки (по истории) возьмёт проф. Корсен, греческие — д-р Франке и Беккер. Как обстоят дела с перевозкой войск? Говорят, что с пятницы будут ходить только два поезда, а остальные — с солдатами. Напиши мне обязательно до субботы. Будь здоров!
Много приветов!
Твой ФВН.
83. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит один талер на дорожные расходы.
83a. An Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Смело и серьёзно смотрит герой на грозы, которые его окружают, улыбаясь, он взирает на луга весны, но в буре, как и весной, сохраняет ту же силу. Счастлив тот, кто остаётся одинаковым в счастье и несчастье! —
Так говорит твой достойный почитания
Брат ФВ. Ницше
тебе в твой день рождения
84. An Emil Schenk in Jena (erster Entwurf)
Прости только, что я не написал тебе раньше; но я очень хотел написать вместе с мамой. Я бы с удовольствием сказал тебе свою сердечную благодарность в первый же день; ибо в Йене мне понравилось как нигде больше. Кунцбург с её приятной дорогой, прелестный Лихтенхайн (и пиво), красивые горы с их великолепными видами
85. An Emil Schenk in Jena (zweiter Entwurf)
Я должен поторопиться
В нескольких строках
Поэтического потока
сердечно поблагодарить тебя.
Я хочу и должен это сделать,
Ибо сердечные слова прозаического
Потока затихают, угасают.
Из того места,
Где мне так понравилось,
Должны раздаться песни,
Как живо стоят
Великолепные высоты,
Зеленеющие луга
Перед моими глазами.
Не забуду я
Громкое восторженное ликование,
Созерцать вниз
На пестрые поля —
Было бы дерзостью
Прелестному образу
Еще краски добавлять.
В сердце оно стоит
И никогда не исчезнет,
В цветных рядах
Проходит оно передо мной.
Чем дольше я смотрю
И в себе созерцаю,
Тем дольше, тем охотнее
Что часто я думал:
Теперь, вероятно, навсегда
Окрестности Наумбурга
Потеряют для тебя
Цветной отблеск
И никогда
То возвышение
Не покинет душу.
Не хочу умалчивать,
Какое радостное оживление,
Какие ликующие массы
Предстают перед глазами,
Когда студенты
С такими веселыми шутками
В центре Лихтенхайна,
В залах роз
Я радостно вспоминаю.
Тогда должен я Заале
В прелестной долине
По долгу службы восхвалять,
И небо вверху,
Которое никогда не угрожало нам
Дождевыми потоками,
И по его велению
Раскрылась передо мной
Кругом ширь
Этих образов.
Но не хочу я слова
Дольше тратить.
Хотел бы я вернуться
К дружескому очагу
Скоро, очень скоро.
Время, вероятно, навсегда
Останется в моем сердце,
Побудит меня к Йене,
Где меня, вероятно, больше
Так дружески не примут.
Прелестные ничтожества
Должен я еще упомянуть
В этом стихотвореньице,
Потоки слез
Ими возмещены?— —
Да здравствуют они все
Те, с кем я столько
Хорошего пережил
Пусть звучит, пусть гремит!
Да здравствуют они все!
86. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Старый Ницше просит разрешения купить себе купальную шапочку.
87. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Я пишу тебе сегодня утром, как и обещал. Прежде всего, большое спасибо, что вы вчера приехали в Альмрих. Как будет с следующим воскресеньем? Мне нужно обязательно узнать завтра, чтобы я мог спросить, есть ли у Кр<амера> время. Также я отправляю тебе остальное грязное белье. Но мне обязательно нужны мои серые брюки. Когда они у меня будут, я смогу отправить тебе спортивные штаны. Сегодня следуют две рубашки, постельное белье, носки.
Так как вы хотите уехать через 4 недели, я хочу отправить вам мой список на день рождения. Прежде всего, я хочу "Дон Кихота" в переводе Тика, 25 талеров. Затем, если мой дорогой дядя, Лизабет и Вильгельм Пиндер хотят мне что-то подарить, я хочу биографию Платена, 15 талеров. Кроме того, испеки мне очень красивый торт. Также я очень хочу орехи, вино и несколько плиток шоколада, и книгу стихов, как у Вильгельма, я был бы очень рад. Это все мои желания. Однако милосердию и благотворительности нет границ.—!
Ну, будь здорова, приветствуй, думай, пиши, отправляй часто
твой
ФВНицше.
88. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 шиллингов на горный день.
89. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Дорогой Вильгельм!
Наконец-то, — скажешь ты; и действительно, прошло много времени, прежде чем я снова подал знак жизни. Прости только, дорогой Вильгельм, но первые недели после каникул всегда немного загружены работой, и у меня мало свободного времени. — Ну, как ты сейчас? Вы всё ещё живёте в садовой квартире? — Я задумал что-то очень милое; не хочешь ли в дни Михаэлиса устроить совместную поездку? Ты мог бы приехать в первый день каникул в Пфорту довольно рано, конечно, утром, затем мы вместе пошли бы в Рудельсбург и Заалек, пообедали бы в "Кошке" и затем отправились бы дальше, кто знает куда, так чтобы вечером снова оказаться в Наумбурге? Это было бы просто чудесно.
В любом случае мы ещё поговорим об этом. — Как у тебя дела в классе? О нашей жизни могу рассказать только, что недавно была заплыв, который начался на красивом участке ниже Рыбацкого дома и закончился в плавательной школе. Он длился почти четверть часа — но я его вполне счастливо пережил. Затем мы все маршировали с красными плавательными шапочками под весёлую музыку обратно в Пфорту. — Сегодня, если погода останется хорошей, день восхождения; надеюсь, ты уже слышал об этом. Было бы слишком здорово, если бы ты, возможно, был с Густавом. Ну, надежда не подводит. Напиши мне, пожалуйста, как можно скорее и не отвечай на моё промедление таким же молчанием. Что мне пожелать на день рождения?
Скоро ответа желает
Твой друг Ф. Н.
Semper nostra amicitia
manet!
90. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Наконец-то я снова пишу тебе. штаны для гимнастики вместе с грушами я получил с благодарностью. Я очень радуюсь воскресенью, когда мы увидимся в Альмрихе. В прошлую среду мы, певцы, были в Бухенхалле; здесь проходило богослужение общества Густава Адольфа, и почти все отдыхающие были там. Господин диакон Линк из Экартсберга произнёс очень красивую, духовную проповедь. — Вчера дневные уроки отменили из-за 24-градусной жары, и мы все пошли купаться. — Я рад, что вам понравился день на горе; это действительно было очень мило. Пришли мне, пожалуйста, снова бельё, особенно полотенца, которые мне очень нужны из-за купания. — Браун I сказал профессору Буддензигу, что ты хотела, чтобы я пришёл к нему в качестве младшего. Мне, честно говоря, это было бы очень неприятно. Профессор Буддензиг поэтому определенно ждёт твоего скорейшего визита. — Как будет на Рождество? — Если я поеду в Коренсен, то смогу с несколькими людьми через Халле, Лангенбоген и два озера доехать до Айслебена. Оттуда я хотел бы отправиться пешком. Напиши мне об этом. На первый день Михаэлиса я с Вильгельмом запланировал красивую поездку из Пфорты через Рудельсбург и так далее. Пиши и присылай скорее
Твой Фр.
который передаёт всем привет.
Два нижних белья, два носовых платка следуют. —
91. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2½ шиллинга на стрижку волос. —
92. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 шиллингов на поездку певца.
93. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
Большое спасибо за всё полученное; тёплый какао был мне сегодня утром очень полезен. Он только никак не хочет как следует растворяться. —
Кремер уехал; вчера утром они произнесли свои прощальные речи в молитвенном зале, а в час дня пришли два экстрапочтальона, четвёркой с двумя передовыми. Посадка заняла очень много времени, так как они сначала прощались со всеми. Кремер был очень взволнован; особенно, должно быть, профессор Буддензиг размягчил ему сердце. Он ещё много раз передаёт вам привет. —
Днём была поездка певчих, в три мы пошли к Рудельсбургу; несмотря на небольшой дождь, погода была вполне подходящей. Наверху я ел братский хлеб и знаменитый лимбургский сыр; это сделало горло для пения очень гибким.
Мы довольно много пели, особенно на обратном пути, где все дамы подпевали, а профессор Корсен рассказывал ужасные шутки. —
Кремер передал мне коробку с пирожными; я отправляю её тебе обратно. Мой старый пиджак и жилет, однако, оба в несколько плачевном состоянии, так как спереди разошелся шов. — Уже становится довольно прохладно; когда встаёшь в 5 утра и идёшь на занятия в 6, мне совсем не по себе. Пришли мне, пожалуйста, чёрный шарф или галстук, как называется это сказочное слово. Ну, прощай, пиши скорее своему
Ф. В.
Передай всем много приветов!
Как обстоят дела с моим днём рождения?
?
Рубашка следует.
Также два полотенца, пиджак и жилет.
94. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2½ гроша на прогулку.
95. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
После вчерашнего визита я всё же должен сегодня написать тебе. Дело в том, что со мной приключилась неприятность: мои хорошие чёрные брюки порвались. Ты, вероятно, уже знаешь о диких празднествах экзаменатора. Я ещё носил эти брюки из-за экзамена, упал, и они лопнули на колене. Я бы с удовольствием отправил их тебе, но не могу, так как у меня нет ящика. В воскресенье я, вероятно, не смогу приехать. Вообще, я не смогу участвовать в классных мероприятиях, потому что мои другие брюки
(для гимнастики) испорчены пятнами крови на колене, а мои старые чёрные порваны. Вот это настоящая беда с брюками! Если бы только она не пришлась на время прогулок!
—Не хотите ли вы, возможно, уведомить Вильгельма, что я очень охотно присоединюсь к компании, а именно в пятницу, 30 сентября. Пусть он только прибудет в Пфорту как можно раньше. —
Итак, пришлите мне ящик поскорее и как можно быстрее достаньте мне брюки. В воскресенье, значит, не получится с Альмрихом; я должен остаться в Пфорте.
Твой Фриц.
Мои экзаменационные работы (если это, возможно, интересует тебя или дядю) получились следующим образом:
Лат. Докимастикон I
Греч. Докимастикон IIa—IIb
Матем. Докимастикон IIb
Немецкая работа Ib
Лат. Стихи Ib
Ну, в субботу я стану счастливым старшеклассником! — Пришлите мне, пожалуйста, деньги на поездку с Вильгельмом, около 10 талеров. Пожалуйста!
96. An Wilhelm Pinder in Naumburg
Я не мог тебе писать в это экзаменационное время, но теперь могу сообщить тебе все новости. Наши письменные работы были лёгкими; я получил по латинскому докимастикону I в латинских стихах Ib, в немецкой работе (Ино и Атамас) Ib и в греческом док. IIa-b, в математическом док. IIb. Я перешёл в старшую терцию с следующими оценками:
Лат. IIa Греч. IIa Матем. IIa Нем. IIa
Если ты захочешь навестить меня в Пфорте, то найдёшь меня в восьмой комнате: я младший у Брауне I. Кстати, как обстоят дела с нашей поездкой? Ты ведь обязательно поедешь? Тогда я жду тебя в пятницу утром в 7 или 8 часов в школьном саду; ведь там ты меня точно найдёшь. Мы устроим себе очень уютный день: пойдём через Рудельсбург и затем влево всё глубже в страну, где мы ещё никогда не были, возьми на всякий случай свою ботаническую сумку. Я очень этому радуюсь. —
— Мама пишет мне, что тебя постигла очень болезненная утрата. Это меня сильно опечалило, и ты, должно быть, сейчас очень грустишь. Поэтому я не знаю, будет ли тебе ещё приятна наша поездка; пожалуйста, напиши мне об этом до пятницы.
Будь здоров!
Твой Ф. Н.
Semper Nostra Manet Amicitia!!
97. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
— Несколько слов должны сопровождать мое белье; прежде всего, благодарю тебя за приятное время в Наумбурге, а также за прекрасный пирог. Должен ли я приехать в Наумбург в следующую среду? Дело в том, что после обеда до 3 часов запланирована прогулка. Конечно, я мог бы и разок сходить в Заальхаузен — но я думаю, что мы так скоро не увидимся снова, поэтому я приеду в Наумбург. — Теперь ваш отъезд из Наумбурга уже так близко; мне становится очень странно на душе, когда я представляю вас так далеко. Теперь пишите мне, пожалуйста, очень подробные письма и присылайте их. Очень приятно, что я еще могу провести с вами последние три дня в Наумбурге.
Следует ли мне действительно сыграть запланированную партию с Вильгельмом в первый день каникул? Или как насчёт того, чтобы насладиться вашим обществом всё это короткое время? — Со следующего понедельника по четверг каждый день после обеда до двух часов — прогулка; мы могли бы встретиться в Козене или на Saalhäusern, или в Альмрихе. — Ну, как обстоят дела с моим днём рождения? Я очень любопытен, особенно потому, что на самом деле я намеренно ничего определённого не желаю. Но я всё же получу письмо от Коренсена? — Сегодня я отправляю вам 1 пару носков, 1 рубашку, наволочку и 3 нижние рубашки и 1 носовой платок. Вскоре обеспечьте меня новым бельём. Также следует "Тристрам Шенди" — пришлите мне третий том. Ну, живите хорошо, очень хорошо.
Много приветов от
Вашего Фрица.
Также Кремер передаёт привет —
Он написал —
98. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2½ гроша на прогулку. —
99. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 11 шиллингов за аренду пианино. —
100. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 10 грошей на отпуск.
101. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 шиллингов на поездку певца.
102. An Franziska Nietzsche in Naumburg
Дорогая мама!
— Согласно моему обещанию, я пишу тебе сегодня в понедельник. Я прибыл в Пфорту вчера вечером на час раньше; в эти дни сто человек отсутствовали. Ну, это последнее письмо, которое я отправляю вам в Наумбург. Но вы не должны думать, что я хочу грустно прощаться; письмо было бы тебе (я думаю) тогда неприятно. Я только радуюсь, что мы провели вместе эти три дня, и благодарю еще много раз. — Когда же я получу свой сундук? Только не забудь все туда упаковать. Сегодня прием; пастор Оссвальд здесь и хотел тебя навестить.
— Когда ты приедешь в Горенцен, передай много приветов от меня дяде; желаю вам всем очень счастливого путешествия, оставайтесь там здоровыми и пишите мне часто. Ну, живите хорошо, очень хорошо! К сожалению, сегодня утром у меня нет времени на длинное письмо. Ещё раз передай много приветов Лизбет, дяде и тётям! Но правда? Как только вы там будете, напиши мне о приёме.В жизни человека бывают моменты
Когда мы забываем, что занимаем лишь точку
В безмерной вселенной. !
Удачи!
Твой ФрВН.
Пришли мне
Чайную ложку
Суриковые облатки
Нож
Мессию
Какао
Бельё.
Спички.
Перья Розеншталя
Коньки
103. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 2 ½ талера за микроскоп. —
104. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения,
приобрести лист линованной бумаги
и 3 тетради
себе.
105. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 5 грошей на почтовые расходы.
106. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит 5 грошей на вино в винных погребах.
107. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 2 ½ гроша за схему. —
108. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ талера на бал. —
109. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Дорогая тётя!
Если бы я только мог всегда делать то, что хочу! Но, к сожалению, в это время, когда я хотел бы поблагодарить многих в письмах, меня отвлекают многие дела. Тебе особенно, дорогая тётя, я обязан многими благодарностями за все прекрасные подарки, которыми ты меня одарила. Пирог и орехи прекрасно пошли на пользу желудку, биография Гумбольдта — уму, и до сих пор приносят пользу. — Маме я уже написал; не хочешь ли ты вложить этот лист в своё письмо? Пожалуйста, будь так добра! — Но подумай! Дорогая бабушка прислала мне из Поблеса письмо, пирог и талер (а также галстук). Теперь я снова должен написать письмо, конечно, с большой охотой, если бы только было время. Но мадам...
Лаубшеру я всё же должен написать, как и Вильгельму (который, к сожалению, не застал меня у тётушек). Затем Крамеру, которому я это обещал, и прежде всего дорогим тётушкам, которым я тоже отправлю пару строк. Дорогая тётушка, как обстоят дела с воскресеньем? Возможно, ты захочешь поговорить с мадам Лаубшер, так как она уже предлагала мне это в прошлое воскресенье? Ведь я очень хотел бы прийти к тебе, возможно, и Вильгельм пришёл бы. Будь здорова, моя дорогая тётушка, напиши мне, пожалуйста, и передай привет дяде, который тоже мог бы меня навестить.
Твой ФВН.
Письмо маме, к сожалению, я не могу отправить, так как господин профессор Буддензиг хочет вложить его.
Дорогая тётушка! Я всё ещё не получил свои ботинки от Ветцеля и очень в них нуждаюсь, так как моя другая пара сильно изношена. Пожалуйста, напомни ему, чтобы он как можно скорее отправил их мне через Хитшке. Иначе мне придётся надеть их в воскресенье у тебя и сразу же оставить другую пару на ремонт. —
110. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 2 ½ гроша на фейерверк.
111. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит разрешения починить свой шкаф.
112. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Г-ну проф. Буддензигу почтительно просят 3 ½ гроша за 7 порций кофе.
Ницше.
113. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 5 грошей на почтовые расходы.
114. An Franziska Nietzsche in Gorenzen
Дорогая мама!
Наконец-то у меня снова появилось время ответить на твоё милое письмо. У меня есть что рассказать, что тебя заинтересует, а именно о ходе нашего празднования Шиллера. В среду, 9 ноября, был день отсыпа, как обычно; но после обеда в 4 часа состоялось грандиозное мероприятие, к которому давно готовились. Сначала в половине четвёртого все воспитанники, дамы и учителя, ¾ всего коллектива, а в 4 часа все наумбургцы, которых было больше, чем когда-либо, собрались в гимнастическом зале, который был празднично украшен. Сначала примами были прочитаны «Пикколомини»; роль Валленштейна оставил себе г-н профессор Коберштайн; он прочитал её превосходно.
Затем был исполнен «Колокол», сочинённый Ромбергом, причем с сопровождением фортепиано и скрипок. Это получилось превосходно, и все были очень взволнованы, особенно во время хора «Свобода и равенство слышны повсюду» и т.д. (Я уже некоторое время пою в женском хоре и имела удовольствие репетировать «Колокол» вместе с ними.) На следующий день снова был день отдыха, и до 9:30 рабочие часы; затем снова состоялся акт в спортивном зале, который начался с хора «Вперед, товарищи». Затем последовали собственные стихи некоторых первокурсников о моментах в жизни Шиллера. Герцог и фон Кёринг затем спели под аккомпанемент фортепиано «Перед его львиным двором» и «Ах, из этих долин», а господин профессор Коберштайн взошел на кафедру.
Он произнёс замечательную речь, в которой особенно подчеркнул, что это обнадеживающий знак для будущего Германии, что дни рождения её великих людей становятся всё более национальными праздниками, которые, несмотря на политическую раздробленность, объединяют Германию в единое целое. — Затем был праздничный обед с пирогами и жареным гусем, и — до 3 часов прогулка; я навестил тётю Розалию, которая угостила меня шоколадом. Вечером у первокурсников был бал, а мы, другие, слушали музыку в танцевальном зале. — В любом случае, это очень милый праздник. — Ну, твой план снова приехать на Рождество в Наумбург мне очень нравится, и я безмерно радуюсь прекрасному времени.
Твой Фр. В. Ницше.
Лизбет особенно благодарю за её письмо: Ещё много приветов любимому дяде! —
115. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
ИИ. Ницше просит разрешения изготовить ключ для пианино.
116. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
Дорогая тётя! Я благодарю тебя много раз за твоё милое письмо и, согласно ему, навещу тебя завтра.
В надежде на завтра
Твой Фр.
Вот мой список пожеланий:
Генрих фон Клейст, все произведения.
Ифигения в Тавриде Глюка
Фортепианная партитура. Лео в Берлине.
Симфония ля мажор Бетховена
Двуручная фортепианная партитура от Маркулла. и т.д.
ФВНицше
117. An Franziska und Elisabeth Nietzsche in Gorenzen
Моя дорогая мамочка!
Когда я сегодня был в Наумбурге и навещал тётю Розалию, она вручила мне ваше милое письмо, которое доставило мне большую радость. Я только хотел бы, чтобы вы вернулись немного раньше; ведь в следующий четверг я тоже приеду в Наумбург. Ты даже не представляешь, как я невероятно радуюсь предстоящей встрече на Рождество. Это будет, если Бог даст, очень красивый праздник! Если бы только к тому времени мрачные тучи, которые сгустились вокруг дедушки и дяди, рассеялись перед светлым праздником! —
Вы, вероятно, в прошлый раз ожидали услышать немного больше о моём собственном самочувствии?
Я не хотел ни пугать, ни обманывать вас; ибо я был не совсем здоров, так как постоянные головные боли снова вернулись, которые, однако, теперь полностью устранены с помощью кровопускания. Сейчас я чувствую себя хорошо; как можно быть нездоровым при радостном ожидании прекрасного Рождества? — Вы также не нашли моего списка желаний; так что я должен сообщить вам свои главные желания. Это, а именно: Старосаксонская гармония Евангелий в переводе, гармония Евангелий Отфрида в переводе, два выдающихся древненемецких произведения, которые я очень хочу. Затем "Ифигения в Тавриде", соч. Глюка в фортепианном изложении, у Лео, Берлин. Это мои главные желания. На первые два дядя, конечно, также даст свое согласие. — Ну, решайте и действуйте по своему усмотрению; самое прекрасное земное рождественское подарок — это то, что вы снова приедете в Наумбург. На счастливое свидание! Г-н проф. Буддензиг передает вам привет; он часто спрашивал у меня о вашем самочувствии. — Я также принес свой список желаний тете Розалии. Для Лизбет я также хочу записать еще одно желание. — Ну, будьте здоровы, дорогая мама, напишите мне еще раз! Ведь такое письмо всегда приносит большую радость
Ваш Ф. Ницше.
118. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 12 грошей за аренду пианино.
119. An Rosalie Nietzsche in Naumburg
В большой спешке пишу тебе сегодня, в день Андрея, еще несколько слов, моя дорогая тетя. Еще раз самое сердечное спасибо за прошлое воскресенье: это было очень мило. Дядя проводил меня до Альмриха, Вильгельм — еще дальше. В следующий раз я бы хотел навестить мадам Лаубшер. К сожалению, я сейчас так завален работой, что не могу написать ей письмо. Если ты, возможно, была бы так добра и сообщила ей об этом, ты оказала бы мне большую услугу. —
Ну, прощай, дорогая тетя!
Рождество уже не за горами!
Твой Фриц Ницше
120. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения приобрести
религиозный журнал
для себя.
121. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше просит любезного разрешения,
приобрести зубную щётку и мыло
себе.
122. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительнейше просит 5 грошей на почтовые расходы.
за месяц декабрь.
123. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)
Ницше почтительно просит 5 грошей на музыкальные принадлежности.