1858 (30 Briefe)

17. An Rosalie Nietzsche in Plauen

<Naumburg> 1 July. 1858.

Liebe Tante!

Ich freue mich, daß Du glücklich angekommen bist. Wie gern wäre ich doch mit dir gereißt und hätte die guten Tanten und Verwandten, das liebe Plauen und Umgegend gesehen! Wie oft wollte ich schon an dich schreiben aber du weißt, daß ich sehr wenig Zeit habe und ich doch meine Zeilen denen der Mama beifügen wollte. Wir befinden uns alle recht wohl, leiden nicht zu viel von Hitze, aber desto mehr an Trockenheit was sehr unangenehm ist. Regen und Gewitterwolken ziehen über uns hin ohne sich zu entladen. Gewiß ein für die Messe sehr günstiges Klima, die dießmal überdieß sehr belebt ist. Auch war am Peter Paulstag ein Bibelfest hier und die Mama ist auch in <der> Kirche gewesen. Ich konnte Schulrücksichten halber nicht mitgehen. — Ich schwimme jetzt nun täglich flott im Wasser herum und hoffe noch vor den Ferien von der Angel an die Leine zu kommen. Ueberhaupt erwarte ich die Ferien so sehnlich wie fast noch nie. Es knüpfen sich viele Wünsche und Hoffnungen daran, denn das viele Arbeiten ermüdet im Sommer viel mehr als im Winter. — Spazierengehen ist mir jetzt etwas ganz unbekanntes da ich stets nach den Baden sowohl der Zeit als der Kräfte dazu entbehre. — Schreibe mir doch recht bald wieder von Erlebten und Gesehenen. Bist du schon in Triwel gewesen? Bitte erzähle mir recht von diesen Ort und Umgebung. Wie befinden sich jetzt die lieben Tanten? Sind sie immer gesund gewesen? Grüse sie doch viele mal von mir so wie alle Verwandte und Bekannte. Unter den Wunsche daß du immer gesund seien und heitere Tage verleben mögest, verbleibe ich

Dein
Fr. W. Nietzsche.

Viele Grüße an Christian

Walther und Petzel. —!

18. An Rosalie Nietzsche in Plauen

<Naumburg, Mitte August 1858>

Meine liebe Tante!

Verzeih, daß ich dir so lange Zeit nicht geschrieben habe. Ich habe mich aber die ganzen Ferien in Pobles aufgehalten, außer einer Woche, wo ich mich theils in Naumburg, theils in Kösen aufgehalten. Nämlich Pinders und Krugs hielten und halten sich dort auf. Bei meinem Besuche habe ich mich auch in Soole gebadet. Wilhelm kommt natürlich zurück nämlich beim Schwimmen in der Saale, weil in Kösen kein Badeplatz ist und <er> überhaupt jetzt nicht baden darf. — In Pobles habe ich den Geburtstag des Großpapa gefeiert den Abend mit Feuerwerk und Knalleffeckten. Der liebe Geburtstäger befindet sich recht wohl, ebenso das ganze poblesische Haus. — Noch zur Nachricht, daß Herr Domprediger Mitzschke und H. Docktor Hasper krank sind, daß Hr. Pastor Hammer sehr gefallen hat und der Hr. Direcktor Förtsch sich in Jena befindet. Der Onkel Bernhard befindet sich jetzt bei den Tanten und im Augenblick bei uns. Er befindet sich wohl und hat sich auch schon gebadet. — Ich habe aber noch eine große Bitte: Da ich jetzt meine Biographie schreiben will, bemerke ich mit Schrecken, daß ich über das Leben des Papa und des Großonkels Krause, dann der Großmamma in großer Ungewißheit bin und fast keine Data weiß. Ach willst Du nicht so gut sein, und mir einen kurzen Lebensabriß von diesen lieben Personen und Charakterschilderung schreiben. Es ist zwar eine sehr große Zumuthung; aber du hast doch vielleicht mehr Zeit als in Naumburg und wendest mir vielleicht ein Stündchen zu. Du thätest mir einen sehr großen Gefallen. Ich kann ja nicht eher anfangen. — Ich wünsche dir und den lieben Tanten und Verwandten noch fernere Gesundheit. Ich muß nun schließen und verbleibe in

Liebe
Dein Fritz.

Noch herzlichen Dank für deinem Brief!

!! Bald vergessen !!

19. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 6. 10. 58.

Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Glas und eine Tasse zu holen.

20. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 6. 10. 58.

Der AI. Nietzsche bittet um die Erlaubniß, sich ein Dresdner Gesangbuch mit Anhang zu holen.

21. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta den 6 October 1858.

Liebe Mutter!

Gleich heute, am ersten Tage meines Pförtnerlebens, schreibe ich an dich und ich hätte dir auch mancherlei mitzutheilen, was ich aber, da mir die Zeit fehlt auf den Sonntag in Almrich versparen will. Bis jetzt befinde ich mich recht wohl, aber was ist an einem fremden Orte recht wohl?! Ich habe auch manche schon kennen gelernt wie Braune, Thränhart, Neidhardt. Ueberhaupt werde ich mit der Zeit schon heimischer werden, aber lange wird’s sicher dauern. —

Ich habe nun meinen Schrank eingeräumt, aber fand vieles nicht in den Koffer, wie Tintenfaß, Stahlfedern, Seife und manche Kleinigkeiten. Schicke mir diese Sachen und eine Tüte Chokoladenpulver mit. Dann auch ein Buch: Voigt, Geographie. Wenn es nicht unter meinen Büchern ist, so besorge es so schnell als möglich von Domrich zu mir. Einige Bücher habe ich mir hier schon kaufen müssen, ebenso ein Glas und Tasse. Hast du mit Hr. Professor Budensieg schon die Geldangelegenheiten abgemacht, da er doch alles Gekaufte bezahlen muß? Was sagt Lisbeth dazu?! Will sie nicht einmal schreiben da sie mehr Zeit als ich hat? Ihr seid gewiß alle sehr beschäftigt mit dem Auszug, und <werdet> deßhalb wohl nicht viel an mich denken können. Nun dann, wenn ihr und ich eingewohnt sind, dann wollen wir uns öfter besuchen. Meine Hosen habe ich von Schn<eider> Steinkopf erhalten, Weste und Rock erwarte ich sehnlich. Ebenso hat Steinkopf mir Maß zu einer Turnjacke genommen, die sehr bald besorgt sein muß. — Viele Grüße an Lisbeth, Tante Rosalien, Rieckchen und Lina an Wilhelm und Gustav und an alle die sich meiner erinnern. Ein andermal mehr.

Dein
Fr. W. Nietzsche.
Alumnus portensis etc.

1. N.B.

Meinen Stiefelknecht
brauche ich sehr nothwendig.

2. N.B.

Schicke mir doch ein
Schächtelchen mit
Oblaten.

22. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 9. Oktober 1858>

Liebe Mamma!

Ich wollte dir nur leider melden, daß wir uns Sonntag nicht sehen können, da an diesem Tage Comunion ist. Das thut mir recht leid, ebenso daß Königsgeburtstags wegen unsers Landesvaters Krankheit nicht gefeiert wird. Sage es also allen, damit sie nicht vergebens nach Almrich gehn! Es ist wahr, hinsichtlich Arbeit und Strenge läßt Naumburg mit Pforta keinen Vergleich <zu> und ich werde mich sehr daran gewöhnen müssen. Aber vieles habe ich wieder bemerkt, was mir fehlt. Vor allen Dingen eine scharfe Brille; schicke sie mir so schnell als möglich, ebenso Stiefelknecht und den kleinen braunen Kandel den Lisbeth wohl kennt. Ebenso nothwendig ist Heftzeug und Schere, dann Tinte und Octavschreibebücher, ungefähr ein Duzend. Auch die andern neuen Morgenschuh sind mir von Nöthen und dann noch das Damenbrett; in der freien Abendstunde pflegt jeder so etwas zu spielen. Bitte, besorge mir doch dies alles so bald als möglich und laß auch ein Briefchen mitfolgen; sag dies auch Wilhelm und Gustav; ich werde auch bald an sie schreiben.

Noch viele Grüße an Lisbeth und die Tanten.

Dein Fritz.
Nietzsche.

23. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta. d. 9ten Oct. 1858.

Liebe Mutter!

Du wirst dich sicher wundern, daß ich schon wieder schreibe. Als ich heute meinen Brief abgab, empfing ich den lieben Deinigen. Ich habe mich sehr darüber gefreut und danke noch vielmal. Grüße auch die Tante vielmal und sage ihr, ich würde an den nächsten Sonntage kommen, wenn es irgend möglich ist. Du wünscht ein Verzeichniß von allen was ich brauche. Hier folgt es; was noch fehlt, findest Du in den Briefen.

Brille Schere. Tinte. Damenbrett

Heftzeug. Stiefelknecht. Morgenschuh

Steckenadeln. Schocoladenpulv. Kandel.

Octavbücher. (vergleiche den 1 und II Brief)

Miethe nur ein Klavier bei Häneln; ich sehne mich sehr, wieder ein mal zu spielen; dann schicke mir meine Uhr und Morgenschuh. — Bis jetzt geht es mir recht wohl, ich hatte mir Pforta weit ungemüthlicher gedacht als es ist; dennoch aber läßt sich kein Vergleich machen zwischen Pförtner und Naumburger Gemüthlichkeit. Auch in der Klasse ist es bei weiten strenger. Ich kann aber aufstehen wenn ich will und da ich alle Morgen um 5 Uhr aufstehe so schreibe ich dir allemal einen Brief. Sonst hätte ich nicht Zeit dazu. Ein andermal werde ich mehr schreiben. Schicke mir nur ja alles, was in den drei Briefen stand. Viele herzliche Grüße an alle, die meiner gedenken.

Dein Fritz.
Al<umnus> P<ortensis>

Vergiss meinen Geburtstag nicht! Du kannst mir recht gut einen Kuchen schicke<n>, da blos 8 in meiner Stube sind. Sehr lieb wäre mir auch ein Kasten, ähnlich wie mein Grünen, wo ich alles wie Bleistift, Schere, Nähzeug hineinstecken könnte.

24. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta> d. 11 Oct. 1858.

Habe dir recht lange nicht geschrieben, wirst denken, ich hätt’ dich vergessen. Aber keineswegs! Ich hoffte vielmehr von Tag zu Tag auf einen Brief und Kasten, und glaubte, dir lästig mit meinen vielen Briefschreiben zu werden. Aber ich kann nicht so lange warten; verzeih’ deßhalb! Zuerst wieder Bücher und Sachen, die ich brauche. Schickt mir von meinen Büchern Anabasis und Anabasislexicon, dann Süpfle (deutsch-lateinisches Uebersetzungsbuch) und einen Spiegel und Haarbürste. Ich habe dies so nothwendig, daß ein Tag mir großen Verzug bringt. Denk’ Dir, ich habe Singstunde und soll späterhin in’s Chor! Zu meinen Geburtstag schickt mir nur was Tüchtiges, das heißt ungefähr 40 Briefe und 20 Kisten und Kasten voll Geschenke. Dann schreib mir doch wie ich’s mit der Wäsche halten soll, wohin sie packen usw. (Wenn ihr übrigens die Bücher nicht kennt, so sagt’s nur Wilhelm, der wird sie schon finden.) Vielleicht komme ich nächsten Freitag nach Almrich, vielleicht auch nach Naumburg, wie ihr wünscht. Kommt doch um 2 Uhr nach Almrich, gesetzt auch ich käme nicht, so wär’s doch für euch ein hübscher Spaziergang. Sonntag wurden wir von Docktor Becker auf die Rudelsburg geführt, wo wir allerhand spielten in Gemeinschaft mit dem Lehrer. Noch vielen Dank, für die Grüße die mir viele Schüler von dir überbracht haben. Uebrigens schickt mir das Damenbrett nicht theils weil es etwas polizeiwidrig ist, theils verworfen wird. Sonst schickt mir aber ja alles, was ich geschrieben habe und bedarf dies alles zu nöthig. Warte nicht erst meinen Geburtstag ab, zwei Kisten werden auch wohl voll werden. Dann schicke mir doch Halstücher, Vorhemdchen und andre Kleinigkeiten. Bis jetzt gefällt es mir in Pforta ganz leidlich, wenn sich auch mitunter der Gedanke „War’ ich doch in Naumburg geblieben“ hineinmischt. Warte nur, das Heimweh wird schon noch kommen!! — —Wie befindet sich Wilhelm? Will er nicht einmal schreiben? Viele Grüße an ihm und an Gustav und „mit dem Freundschaftsschließen“ (d. h. neuen) ging’s nicht so schnell. Was sagt nun Lisbeth dazu? Nun ich hoffe, sie wird ihre Ideen mir selbst schreiben. die Tante ist gewiß sehr von dem Erreigniß ergriffen. In Pforta lief’s auch von Mund zu Mund. Kann mich die Tante nicht näher benachrichtigen? Wir leßen keine Zeitungen. Mit herzlichen Grüßen empfiehlt sich

FWNietzsche.
AI. port.

25. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Oktober 1858>

Liebe Mamma!

Ich schreibe nur, um dir noch recht viele Mal für alles, was du mir zu meinem Geburtstag geschickt, zu danken. Du hast mir mit allen große Freude bereitet. Wie nett war der schöne Kuchen in Wein, Nüssen und Blumen eingepackt! Mit welcher Freude habe ich mir die lieben Bücher angesehn! Ich sage allen, die mir dies geschenkt, noch meinen herzlichsten Dank. — Will Wilhelm nicht Morgen (Sonntag 1 Uhr) mit euch in Almrich sein? Sag es ihn ja. Vielleicht geht Gustav auch mit. Meine Wäsche werde ich dir nächstens schicken. Also, morgen treff’ ich euch in Almrich. Lebe wohl!!

Dein FrW. Nietzsche
Alport

Schickt Brillen!!!

26. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17.—22. Oktober 1858>

Ich danke dir noch vielemal für die schönen Weintrauben; sie schmecken mir ausgezeichnet. Ueberhaupt habe ich mich ungemein gefreut, dich wieder einmal zu sehen. Nun, vielleicht nächsten Sonntag wieder. — Mir ist noch manches eingefallen, was ich noch nicht habe, so Brillen, Chokoladenpulver preusische Geschichte von Hahn, Schere, Nähzeug, Löffel Messer und noch manches. Ach schickt mir dies doch so bald als möglich. Seit doch so gut! — Lisbeth und dem Onkel wünsche ich baldige Gesundheit. Schreib mir doch recht bald. Schicke mir doch auch den Kasten für Schere usw. mit! Sage doch Wilhelm: Er würde nächstens einen langen Brief von mir erhalten. Er sollte sich nun auf häufigen Briefwechsel gefaßt machen. — Hätten wir uns nur länger sprechen können. Kommt nur Sonntag auf jeden Fall nach Almrich. Dort werden wir uns alle sehen!

Dein Fritz Nietzsche.

27. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 23.Oktober 1858>

Liebe Mamma!

Ich habe mich gestern sehr gefreut, daß der Onkel mich wieder einmal besuchte. Sage doch ihm, er möchte recht bald wiederkommen, natürlich ihr auch mit. Auch noch vielen Dank für das Stückchen Kuchen, den Brief und die zukünftigen Weintrauben. — Sonntag kann ich also nicht kommen; nun da werde ich einmal in den Wald gehen. Aber schickt mir doch recht bald meine Sachen; ich brauche sie zu nothwendig, oder noch besser, bringt sie mir selbst. Könnt ihr einmal in der Zeit von 12—2 kommen? Ich würde mich zu sehr freuen. — Hier in Pforta ist Freitag ein Alumnus gestorben nach langen, schweren Leiden. Sonntag wird er begraben. — Schickt mir doch auch einen silbernen Kaffeelöffel; er soll schon nicht wegkommen und ich brauche i<h>n bei meiner Milch sehr nöthig. — Wenn gutes Wetter ist und der Recktor erlaubt, erscheine ich Sonntag über 8 Tage, ihr aber schon nächste Tage in Pforta. Mit vielen Grüßen an alle

Dein Fritz
Al. port.

N.B.
In Eile geschrieben.

28. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27.—30. Oktober 1858>

Liebe Mamma!

Leider kann ich dir heute noch nichts bestimmtes melden, Braune meinte, ich sollte es erst Sonntag thun. Aber richte dich nur auf unsern Besuch ein; kommen wir nicht auf den ganzen Nachmittag, so doch auf zwei Stunden. Ich schicke dir auch noch das Register von allen noch Nöthigen, damit du es bis Sonntag noch beschaffen kannst. Es wird so ziemlich vollständig sein; vergleiche aber lieber die Briefe noch einmal. — Wilhelm und Gustav und Tante Rosalchen würde ich doch wohl Sonntag sehn! Laß es ihnen doch sagen. — Ich werde Sonntag recht viel zu erzählen haben; ich freue mich schon darauf. Nun in 7 Wochen werden wir uns länger sehen. Was ich diesmal auf das liebe Weihnachtsfest mich freue, das ist ungeheuer und noch nicht dageweßen; nur etwas dauert mich; daß ich mich nicht über Wünsche und Geschenke mit meinen Freunden beredten kann, wie ich doch sonst that. — Nun nächsten Sonntag auf Hoffnung!

Mit vielen Grüßen

F W. Nietzsche.
AI. port.

Register.

1. Brillen.
2. Stahlfedern (Rosen)
3. Stahlfederhalter.
4. Hahn Preusische Gesch.
5. Tinte (von Präger)
6. Theelöffel
7. Schreibzeug.
8. Heftzeug
9. Nähzeug
10. Messer.
11. Schere.
12. Kasten, (zum Hineinlegen)
13. Chocoladenpulver.

Nun, das brauch’ ich noch alles!!

29. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta d, 31 Oct 1858.

Liebe Mamma!

Gleich noch heute Abend will ich an dich schreiben. Es war ungemein hübsch, daß wir so lange zusammen waren. Wenn es nur bald wieder geschehen könnte! — Uebrigens habe ich witziger Weise die Uhr mitgenommen, aber ohne Schlüssel und Gehäuße. Nun schickt mir das mit den Anderen so bald als möglich. Ich glaube nun auch, ihr kommt öfters einmal. Nun, mir gereichts immer zur größten Freude. — Schreibe mir doch einmal alle Wäsche auf, die du mitgegeben hast damit mir nichts wegkommt. — Grüße Lisbeth, Onkel, Tante,

Wilhelm und Gustav vielemal von mir.

Dein Fritz.
*respt. Fr. W. Nietzsche.
Alumnus portensis*

30. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1858>

Lieber Wilhelm!

Endlich ist mein längst gefaßter Entschluß zur Ausführung gekommen. Verzeih, daß ich dich mit meinem Briefe so lange habe warten lassen. Nun, ich denke, von nun an wollen wir uns wechselsweiße und ununterbrochen schreiben. Sage dies auch Gustav. —

Schon rückt die goldene Weihnachtszeit näher heran. Du glaubst wohl nicht, wie sehr ich mich diesmal darauf freue. Leider können wir uns gegenseitig unsre Wünsche nur schriftlich mittheilen. Dies thut mir sehr leid. — Wenn ich nicht irre, so hast du dir schon ein Buch gewählt (Simrocks mittelhochdeutsches Lesebuch) und ich halte deine Wahl für vortrefflich. Ich wünsche mir vorläufig noch nichts bestimmtes; habe doch die Güte und schreibe mir nächstens eine Anzahl von Werken nach meinem Geschmack. Du wirst ja schon wissen. — Bis jetzt befinde ich mich in Pforta ganz wohl; schreibe mir doch einmal, was ihr dies Semester in der Klasse leßt. Besonders leid thut mir, daß wir keinen Homer leßen. Im Jakobs haben wir schon alle Deklinationen privatim übersetzt und müssen bis zum ersten Dezember alle Fabeln und Anekdoten bis zur Naturgeschichte praepariren. Eine hübsche Arbeit! In der preußischen, wie in der griechischen Geschichte wird sehr gründlich verfahren und wir müssen ordentlich arbeiten. — Viel ungezwungener war man auf dem Gymnasium in Naumburg; das ist sicher. Aber etwas zu frei war es auch, das wirst du nicht leugnen. Sogar in mancher Beziehung bin ich froh, daß ich davon fort bin. Du glaubst aber wiederum nicht, wie oft ich wünsche, in Naumburg bei dir zu sein; es war doch gar zu gemüthlich. die schöne Zeit ist nun vorüber und ich darf nicht daran denken, um nicht traurig zu werden. — — — —

Ich muß aber doch nun schließen. Zeit und Papier mahnen ans Ende. Ich hoffe, daß Du mir sehr bald schreibst. Vergiß ja nicht, was ich mir jetzt als stehende Unterschrift gewählt habe: Semper nostra manet amicitia!

Dein Freund
F. W. Nietzsche.

N.B. Viele Grüße an Deine lieben Eltern und Geschwister, an Gustav und an alle Schulkammeraden.

31. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1858>

Liebe Mamma!

Sonntag bin ich ganz gut nach Pforta gekommen. Ich war sehr erfreut, euch wieder zu sehen, denn wirklich, ich hatte ein wenig Sehnsucht nach Naumburg. Ich muß aber heute meine alten Register von nothwendigen Dingen erneuen. Ich habe doch noch nicht alles.

Mir fehlt noch:

Tinte

Nähzeug

Heftzeug

Vergleicht die Register
der vorigen Briefe)

Pomade

Schere

Schreibzeug und Briefcouverts.

Nun, schickt mir dies recht bald; was noch leer ist in der Kiste, das werdet ihr schon auszufüllen wissen. (Nüsse) Deine Birnen haben mir ausgezeichnet geschmeckt; ich danke dir vielemal. Ich schicke dir wieder etwas Wäsche (ich glaube, zwei Hemden und 1 Schnupftuch) und Jungstilling nebst den modernen Klassikern. Heb’ alles recht gut auf. Ich habe auch heute den ersten Brief an Wilhelm geschrieben; des Onkel Bernhards Wunsch habe ich bis jetzt noch nicht erfüllen können, da Hr. Prof. Corsen krank ist. Wollt ihr nicht bald einmal heraus kommen? Ich freue mich gar zu sehr. — Ich muß aber schließen. Grüße vielemal Elisabeht, den Onkel, die Tanten von mir.

Dein Fritz.
Nietzsche.

N.B. Schickt und schreibt nur recht bald!!!!!!!

32. An David Ernst Oehler in Pobles

<Pforta, 7. November 1858>

Lieber Großpapa!

Verzeihe, daß ich erst heute dir für Deine Glückwünsche und den Thaler zu meinem Geburtstag danke. Schon längst hatte ich vor, dies zu thun. Aber du glaubst nicht, wie genau unsre Zeit ausgefüllt ist und ist einmal ein Augenblick leer, so muß ich nach Naumburg an die Mamma schreiben, da mir noch manches Nothwendige fehlt. — Wie ich gehört habe, ist die Großmamma in Naumburg geweßen und es hat mir sehr leid gethan, sie nicht sehen zu können. Nun, ich vertröste mich auf die liebe Weihnachtszeit; ein paar Tage bin ich doch vielleicht, wenn ihr es erlaubt, in Pobles. — Bis jetzt befinde ich mich in Pforta ganz wohl; an die Ordnung und Einrichtungen muß man sich freilich sehr gewöhnen. Sehr angenehm ist mir, daß ich alle Sonntage wenn auch auf kurze Zeit in Naumburg seien kann; es giebt ordentlich Muth, wenn man in der Woche an den lieben Sonntag denkt. Nun, ich hoffe, mit der Zeit wird mir Pforta sehr gefallen, vielleicht aber <am> meisten, wenn ich mich einmal meines Pförtner Alumnenlebens errinnere. — Leider habe ich keine Zeit mehr; ich muß nun schließen. Mit vielen Grüßen an die liebe

Großmamma, Tanten und Onkels

verbleibe ich
Dein Fritz.
Nietzsche.

33. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 9. November 1858>

Liebe Mamma!

Den Brief an den Großpapa habe ich sogleich Sonntag Abend geschrieben, hatte aber nicht Zeit, den Deinigen zu beenden. Deßhalb konnte ich den Brief und die Schachtel Montag nicht absenden und du bekommst ihn erst Dienstag. Uebrigens schickt den Brief nicht auf die Post; es verursacht mir jedesmal einen Sechser Unkosten. Schickt mir die Schachtel nur gleich gefüllt wieder, damit ich sie dann schnell wieder absenden kann; denn es soll nächstens Generalvisitation sein, und da muß alle schmutzige Wäsche fort sein. Ich brauche noch folgendes:

Briefpapier.

Briefcouverts

Schere

Heftzeug

Pomade

blaues Umschlagpapier.

Denkt einmal nach, ob etwas fehlt! —

Lang kann ich heute nicht schreiben, da ich auch noch an Wilhelm schreiben will. Nur noch dies: Kommt doch Mittwoch heraus, daß ihr um 1 Uhr da seit; ich hoffe euch da sicher zu sprechen. Kommt nur zu Teichmanns und laßt mir’s sagen. Meine Schlittschuh sendet doch auch bald. Wißt ihr noch was anderes, so vergeßt es ja nicht; ich könnte beim Verzeichniß des mir noch Fehlenden Manches übergangen haben. Nun lebt wohl! Wäre doch erst Sonntag, daß wir uns in Almrich sehen können!

Dein Fritz
Nietzsche

Die Schuhe passen mir
recht gut und sind recht
bequem. Wo schicke ich
meine Stiefeln hin?

Schicke mir auch meine

blaue Brille und Oblaten.

Die Sohle ist zerrissen. — Schreibt und schickt baldttt

Ich war diesen Abend bei H. Prof. Buddensieg und habe da erfahren daß Du etwas in der Lotterie gewonnen hast, ich glaube ein paar Ueberschuhe. — — — —

34. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. oder 12. November 1858>

Liebe Mamma!

Es hat mir ungemein leid gethan, daß ihr Mittwoch nicht kämmet; ich hatte mich so sehr darauf gefreut. Sonntag werden wir uns leider wieder nicht sehen können. — Mittwoch Abend war ich mit Andern bei Prof. Korsen; es war äuserst gemüthlich; bei Thee und Butterbrod wurden Anekdoten erzählt und Räthsel aufgegeben. — Wenn ich nur wüßte, wie wir uns sehen könnten. Wenn es doch Sonnabend ging. Ist das Wetter nicht zu schlecht, so kommt doch vielleicht um 3 Uhr; ihr seid doch bei Teichmanns und laßt mich holen. Ihr würdet große Freude bereiten. — Vergeßt nur ja nichts von den zu schickenden Sachen, damit ich euch nicht sobald wieder darum anspreche. — Schickt mir übrigens auch solche Zinksalbe und Lippenpomade mit, Nase und Mund sind mir so rauh; ebenso ein Stückchen gute Seife. Dann ein paar Bogen blaues Umschlagpapier und 2 Bogen rothes Löschpapier. — Wenn ihr nicht kommen solltet, nun, so schreibt ihr mir doch! Grüße vielmal Lisbeht und Onkel, die Tanten, Pinders und Gustav!

Dein Fritz.

P<ro> N<otitia>. Danke dir vielmal für den lieben Brief; hätt’s bald vergessen. —

35. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte November 1858>

Meine liebe Mamma!

Ich warte jetzt täglich auf einen Brief von euch. Aber es kommt gar keiner. Deßhalb will ich noch einmal schreiben. Sonntag komme ich nicht nach Naumburg; es ist unsre Wohnung für zwei Stunden zu weit; kommt lieber nach Almrich; da werden wir uns sehen. Auch denke ich, da kein Brief von euch kommt, ihr werdet selbst einmal nach Pforta kommen und mich besuchen. Kommt nicht der Onkel Oscar wieder einmal? Ich brauche ja noch mehreres; das kann er mir bringen: Süpfle, Hahn’s preusische Geschichte, Chocoladenpulver, Spiegel, Halstücher und vor allen Brillen. Laßt mich ja nicht lange darauf warten; ich brauche alles sehr nothwendig. Ich glaube übrigens fast, das Heimweh kommt noch bei mir nach; mitunter zeigen sich Spuren. — Wie geht es Wilhelm; er ist doch ganz wieder gesund? Grüße ihn viele mal wie auch Gustav und <die> Tanten Rosalie, Riekchen und Lina. Lisbeht kommt also sicher mit dir und den Onkel nach Almrich!

Dein Fritz.

36. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta,> d. 23 Nov. <1858>

Lieber Wilhelm!

Sei nicht böße, daß ich dir so lange nicht geschrieben habe. Hätte ich nur etwas mehr Zeit! — Sonntag bin ich in Naumburg geweßen und es dauert mich sehr, dich nicht gesehen zu haben. Nun, komm recht bald einmal, Hr. Prof. Buddensieg läßt es dir ganz besonders sagen. —

Nun sind es nur 4 lange Wochen bis Weihnachten; es wird mir ganz überselig, wenn ich an die schöne Zeit denke. Nun, schreib mir recht bald über einige Bücher für Weihnachten, daß ich bald meine Wünsche bestimmen kann. Ach, wäre doch die Zeit erst da! Leider habe ich nicht mehr Zeit; ich muß nun schließen. Schreib mir doch recht bald einmal! Grüße deine lieben Eltern und Geschwister vielemal!

Dein Fritz
Nietzsche

N. B. Semper nostra manet amicitia!

37. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27.November 1858>

Liebe Mamma!

Noch heute Abend schreibe ich dir ein paar Worte, da ich noch ein paar Mi<n>uten Zeit habe. Den Schlitten und deinen lieben Brief habe ich ordentlich empfangen; ersteren benutzte ich sogleich. Nun, Sonntag sehen wir uns doch in Almrich; ich freue mich sehr darauf. Daß Wilhelm und Gustav mir nicht schreiben, wundert mich sehr. — Ich denke, daß das Wetter nicht zu schlecht sein wird. Sonst komme ich nach Naumburg. Nun, wir wollen schon sehen. Mir ist so wohl zu Muth wenn ich denke daß morgen erster Advent ist; noch 4 Sonntage, dann singen wir: O du selige, o du fröhliche Gnadenbringende Weihnachtszeit! Meine musikalischen Wünsche wißt ihr, mein litterarischer ganz wahrscheinlich Immermann’s Münchhaußen; ich erwarte nur noch Wilhelms Brief. —

Den Winter in Pforta genießen wir mehr als in Naumburg, sowohl in Hinsicht auf seine Kälte als auch auf seine Freuden. Es dauert mich doch sehr, daß er so bald gekommen ist.

Schon ist der Winter kommen

Schon sind die Fluren weiß

Bedeckt mit Schnee und Eis

Der Herbst hat Abschied ’nommen.

Die Vöglein klein und zart

Sind ihm bereits entflohen.

Uns schrecket nicht sein Drohen.

Wir sind vor ihm gewahrt.

Und bringt er nicht auch Weihnachten? Ich bin jetzt mit dem Winter ganz ausgesöhnt. Morgen, zum ersten Advent würde ich gern in Naumburg sein. Sanckt Nicolaus ist ja auch morgen. Nun lebt wohl!

FrWNietzsche

Hr. Prof. Buddensieg bedauert sehr, dich nicht gesprochen zu haben. Er will dich einmal in Naumburg besuchen. —

38. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 28. November 1858>

Lieber Wilhelm!

Da ich heute (Sonntag) deinen Brief empfange, so schreibe ich dir auch noch heute. Aber, da hat mich etwas sehr erschreckt und geärgert; hatte ich doch Gustavs Geburtstag ganz vergessen!! Gustav ist wohl sehr böss auf mich.? — Mir ist’s selbst ganz unbegreiflich. Bitte, bestelle eine Biographie eines Componisten, die er noch nicht hat. die Mamma wird sie bezahlen. Schicke sie mir dann heraus, ich werde sie dann mit Gratulation und Entschuldigungsschreiben an Gustav übersenden.

— Nun noch drei Wochen! Dann ist das liebe, liebe Weihnachtsfest da. Meine ziemlich festen Wünsche sind folgende:

Klavierauszüge vom Requiem und der Schöpfung v. Haydn

vielleicht und ziemlich wahrscheinlich Immermann’s Münchhausen.

(Findst du noch irgend ein ander Werk, so schreib mir sogleich)

dann Bücher zur Biographie, Gedichten und viele Kleinigkeiten. — ?!

Ich befinde mich sonst ganz wohl; der Gedanke an Weihnachten giebt immer neuen Muth. Aber leider ist meine Zeit zu Ende. Grüße Deine lieben Eltern und Geschwister und schreibe bald!

Semper nostra manet amicitia !!

Dein Fritz
Nietzsche.

Bitte, lieber Wilhelm, verschone mich auf der Aufschrift mit dem „Herrn Nietzsche. N. B.“

39. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 29. November 1858>

Liebe Mamma!

Damit du doch Montag einen Brief von mir bekommst, schreibe ich dir noch gleich. Ich bin gestern noch glücklich angekommen, obgleich ich recht laufen mußte und es wäre mir doch viel lieber wenn ihr nach Almrich oder wenigstens zu den Tanten kämmt. Wilhelm habe ich gleich Sonntag Abend geschrieben. Ich bin nun mit meinen Wünschen ziemlich fest und bestimmt. Sie sind folgende:

1. Requiem von Mozart

2. Jahreszeiten von Haydn (bei

Leo in Berlin)

3. Münchhausen von Immermann.
2 Octavbücher für meine Biographie.
Wach<s>stock, Nüsse, Stollen usw.

15 Sgr.

27 Sgr.

1 Thl.

Es kommen vielleicht noch einige kleine hinzu. — Sag’s nur den Tanten und Tante Rosalie und den lieben Großeltern. Es sind alles sehr liebe Wünsche. Noch drei und einhalb Woche — — dann wollen wir sehen. — — — — —

Nun lebe wohl, liebe Mamma schicke mir recht bald etwas und schreibe mir und besuche mich auch und vergiß nicht

Deinen Fritz.
Nietzsche.

40. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 3. Dezember 1858>

Lieber Wilhelm!

Ich danke dir vielmal für deinen lieben Brief. Ich hoffe daß wir uns nun recht regelmäßig schreiben und so erhält Du meinen Brief vielleicht schon Freitag. Höre, was sagst Du zu meinen Wunsche für Immermann, von dem ich auch wieder abgekommen bin?

Niebelungenlied von Niendorf.

Novellen von Hoffmann.

Genfer Novellen von Töpfer.

Ich bin mit diesen Wunsch ziemlich zufrieden. Nun, Weihnachten wird entscheiden. In drei Wochen! Das ist doch famos. Nein, könnte ich mit dir nur noch ein wenig über das liebe Fest reden. Mir wäre es zu lieb. — Daß du Privatstunde in der Mathematik hast, freut mich sehr. Der Unterricht von Prof. Buchbinder ist wirklich ausgezeichnet, so streng er auch ist. Kannst Du nicht vielleicht einmal Sonntag nach Almrich kommen? Bei schönen Wetter wird es dir gleich Spaziergang sein und wir könnten da doch auf einige Zeit uns unterhalten. Verzeih, daß ich so wenig schreibe. Ich habe nicht mehr Zeit.

Lebe wohl! Semper manet amicitia nostra!

Dein Fritz.

41. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. Dezember 1858>

Liebe Mamma!

Ihr habt mir mit der Schachtel große Freude bereitet; ich danke dir und der lieben Tanten vielmal; auch Braunen’s danken dir vielmal. So eine süße und geschmackvolle Errinerung an die naumburger Zeiten ist im<mer> sehr angenehm. — Ich kann jetzt Weihnachten kaum mehr erwarten. Wenn ihr mit dem Immermann durchaus nicht wollt, so habe ich mir dafür anderes gewählt:

Nibelungenlied, übertragen von Niendorf,

Preis 12 ½ Sgr.
„    10 Sgr.   

Hoffmann’s Novellen

Töpfers Genfer Novellen, 9 Sgr.

Dies würde mir auch sehr lieb sein; bei Domrich ist alles drei vorräthig; laßt es durch Wilhelm besorgen, da er es schon kennt. — 3 Wochen!!! Bei Dokt. Zimmermann bin ich geweßen; er sagt mir, ich sollte mich oefters einmal bei ihm sehen lassen. Hr. Professor Korsen habe ich auch besucht. Es war sehr hübsch. Auch bei Commissionsrath Teichmann’s bin ich gewesen. Sie lassen euch vielmal grüßen. — Ich schicke euch, wahrscheinlich die Wäsche, welche so ungefähr aus den Bettüberzug einen Hemd ein paar Schnupftüchern besteht, 2 Vorhemdchen Schickt nur bald Handtücher. — Ich freue mich ungemein auf Weihnachten und vergegenwärtige mir die schönen Tage oft. Nun, Sonntag sehen wir uns sicherlich in Almrich, bei schlechten Wetter bei den Tanten. Auf Wiedersehn!

Dein Fritz.

Heute, Freitag war große Generalvisitation; ich kann dir die Wäsche schwerlich schicken, da die Schlafsäle verschlossen sind.

42. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 8. Dezember 1858>

Liebe Mamma!

Die Schachtel und den Brief habe ich bekommen und ich schicke sie dir gleich zurück. — die schöne Zeit kommt nun immer näher; die Spannung wird immer größer; die Wünsche und die Erwartungen sind in wechselnder Bewegung. Noch zwei Wochen! Die Zeit vergeht mir nie so langsam wie jetzt, nie wünschte ich mehr, daß die Zeit Flügel hätte; denn jetzt kommt sie mir sehr träge vor. Mein ziemlich vollständiger Wunschzettel ist nun:

1. 

 

Nibelungenlied.

Hoffmanns Novellen.

Das befreite Jerusalem. (Dieselbe Ausgabe —)

2. 

|

Mozarts Requiem.

3. 

Haydns Jahreszeiten.

Gebundene Octavbücher für Biographie

und Gedichte.

Wachsstock. Nüsse. Papier.

Pfefferkuchen, usw. — — ? — — — — ? —

Nun, das sind meine Wünsche. Ich weiß nicht, ob sie erfüllt werden — — — — — nun, 2 Wochen noch!!! — — —

Du wirst dich langweilen, wenn ich in allen Briefen dasselbe bringe. Aber es geht nun einmal nicht anders in der schönen Weihnachtszeit. Sei deßhalb nicht böße! Es ist nun einmal jetzt mein liebster Gedanke und Du kannst dir kaum denken, wie ich mich darauf freue. Nun, lebe wohl, komm doch einmal heraus! Mittwoch von 2—3 würden wir uns sehen können. Das wäre sehr hübsch. Nun adieu! Viele Grüße

Dein Fritz.

Was soll ich euch zu Weihnachten schenken?? Zeit und Geld habe ich nicht. Was ist zu thun? Schreib mir doch. Antwort. — Wenn ich wünschen darf, so wünsche ich mir statt des Buches unter I, das ich ausgestrichen habe, lieber 10 Sgr; da gehe ich dann zu Domrich und wähle mir selbst. — —

43. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 8.—11. Dezember 1858>

Lieber Wilhelm!

Verzeih, daß ich dich so lange mit meinem Brief habe warten lassen; aber es fand sich auch wirklich keine Zeit dazu. Nun ist ja die schöne Zeit nicht mehr fern; nächsten Mittwoch über 8 Tage bin ich ja in Naumburg. Es werden uns Beiden diese wenigen Tage recht lang erscheinen. Denn die große Erwartung und Hoffnung! Du bist doch hoffentlich bei deinen Wünschen geblieben? Ich bin es, nur mit Entfernung der Töpferschen Novellen. Nun, Weihnachten wollen wir uns gehörig unterhalten und uns recht genießen; ich freue mich sehr darauf. Ich werde wahrscheinlich Mittwoch früh um 8 Uhr ankommen; vielleicht auch früher. — Ich bin nun schon zwei Mal mit Privatlecktüre bei Dr. Becker geweßen. Auch schon zwei Mathematische Docimastica haben wir geschrieben; im ersten hatte ich 2b—III, das zweite bekommen wir erst zurück. — In der brandenburgischen Geschichte müssen wir derb lernen; Montag ist Generalrepetition von den Uranfänger bis zu Friedrich den Großen (inclusive) und alles ziemlich genau. Hat bei euch das Arbeiten wieder etwas nachgelassen oder ist es immer noch so arg? Ich glaube wirklich, Du hättest in Pforta mehr freie Zeit zum Spazierengehn. die Eintheilung des Tages halte ich für sehr gut. Schreib mir doch recht bald einmal! Du machst mir immer große Freude damit. Ich habe leider nicht mehr Zeit. Grüße deine lieben Eltern und Geschwister vielemal!

Adieu, lieber Wilhelm!

Semper nostra manet amicitia!

Dein Fritz.

44. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. Dezember 1858>

Liebe Mamma!

Ich habe jetzt täglich einen Brief erwartet; warum schreibt ihr mir nur nicht? Jetzt gerade in dieser hoffnungsreichen Zeit ist ein Brief mir sehr lieb. Sonntag kommt doch Punkt halb drei nach Almrich oder schreibt es mir bestimmt ab und ich komme nach Naumburg zu den Tanten, damit ich nicht durch das Suchen in Almrich unütze Zeit verliehre. Nun sind es noch II Tage bis zu den Ferien; die Zeit vergeht doch gar zu langsam! Ueber Weihnachten will ich nicht mehr schreiben. Was ich wohl schreiben möchte, habe ich schon unzähliche Mal und meine Wünsche wißt ihr. Wollen wir nicht die letzten Tage der Ferien nach Pobles reißen? Mittwoch Morgen ungefähr um 8 Uhr werde ich in Naumburg ankommen; das wird eine Freude sein! Wilhelm habe ich auch wieder geschrieben; auch von Gustav erwarte ich einen Brief. Also schreibt oder schikt mir bald! (Die Schachtel mit Halstuch und vielleicht etwas andern noch müßt ihr doch schiken, da ich Sonntag wieder schmutzige Wäsche habe. Schikt sie nur gleich Sonntag früh, ja nicht später.) Viele Grüße an Lisbeth, Tante Rosalie, Onkel Oskar, die lieben Tanten et caetera

Dein Fritz.

45. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 15. Dezember 1858>

Liebe Mamma!

Heute nur ein paar Zeilen. Denn ich habe wenig Zeit. Ich schicke dir hier die Schachtel mit der Wäsche und den Brief an Gustav. Besorge letzteren. Sei so gut. Schicke mir recht bald die Schachtel wieder und mit ihr ein Handtuch, Strümpfe, Vorhemdchen und Chokoladenpulver. Ich schreibe dir vor den Ferien vielleicht noch einmal. Wenn nicht, so erwarte mich Mittwoch um 8 Uhr morgens. Lebe wohl!

Dein Fr.

1 Hemd.
2 Schnupftücher
1 Vorhemdchen
1 Serviete.

46. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 16. Dezember 1858>

Lieber Wilhelm!

Wahrscheinlich ist es das letzte mal, daß ich an dich vor Weihnachten schreibe. Vielleicht bekomme ich von dir noch einen. Nun sind es noch 6 volle, lange Tage!! Aber sie werden auch dahingehen — Freitag ist Studientag, Sonnabend vergeht in Gedenken an Sonntag, wo ich wahrscheinlich in Naumburg bin, Montag ist der erste Tag in der Ferienwoche, Dienstag werden wir nach Kösen geführt und Mittwoch morgens wird abmarschirt. — Das ist diese letzte Woche.

Ich danke dir viele mal, daß Du das für Gustav besorgt hast. Ich habe an ihm den Brief schon abgeschikt. Nun, in diesen Ferien wollen wir uns recht erzählen; ich werde recht gut meine Biographie fortsetzen können. Wenn nur nicht die 12 Tage zu schnell vergehn! Mir erscheinen schon hinter den buntfarbigen Gewand die schwarze Hülle der 19 langen Wochen. Dann aber ist wieder Hoffnung! die Hundstagsferien, 5 Wochen! Nun, lebe wohl, schreib mir noch einmal! Auf Wiedersehn auf Weihnachten!

Dein Fritz

Nostra semper manet amicitia nostra.

1858 (30 Briefe)

17. An Rosalie Nietzsche in Plauen

<Naumburg> 1 July. 1858.

Дорогая тётя!

Я рад, что ты счастливо прибыла. Как бы я хотел поехать с тобой и увидеть добрых тётушек и родственников, милое Плауэн и окрестности! Как часто я уже хотел написать тебе, но ты знаешь, что у меня очень мало времени, и я хотел бы добавить свои строки к письмам мамы. Мы все чувствуем себя хорошо, не слишком страдаем от жары, но тем более от засухи, что очень неприятно. Дождевые и грозовые тучи проходят над нами, не разряжаясь. Несомненно, очень благоприятный климат для ярмарки, которая в этот раз особенно оживлённая. Также в день Петра и Павла здесь был библейский праздник, и мама тоже была в церкви. Я не смог пойти из-за школьных обязанностей.

— Теперь я ежедневно плаваю в воде и надеюсь до каникул перейти с удочки на леску. Вообще, я жду каникул с таким нетерпением, как почти никогда раньше. С ними связано много желаний и надежд, потому что много работы летом утомляет гораздо больше, чем зимой. — Прогулки для меня теперь что-то совершенно неизвестное, так как после купания я всегда лишён времени и сил на это. — Напиши мне, пожалуйста, скорее снова о пережитом и увиденном. Ты уже был в Тривеле? Пожалуйста, расскажи мне подробнее об этом месте и его окрестностях. Как поживают дорогие тётушки? Они всегда были здоровы? Передай им от меня много приветов, а также всем родственникам и знакомым. С пожеланием, чтобы ты всегда был здоров и проводил радостные дни, остаюсь

Твой
Фр. В. Ницше.

Много приветов Кристиану

Вальтеру и Петцелю. —!

18. An Rosalie Nietzsche in Plauen

<Naumburg, Mitte August 1858>

Моя дорогая тётя!

Прости, что я так долго не писал тебе. Но я всё это время находился в Поблесе, кроме одной недели, которую провёл частично в Наумбурге, частично в Кёзене. А именно, Пиндеры и Круги там находились и находятся. Во время моего визита я также купался в соляном источнике. Вильгельм, конечно, вернулся, а именно, купаясь в Заале, потому что в Кёзене нет места для купания, и он вообще сейчас не может купаться. — В Поблесе я отметил день рождения дедушки вечером с фейерверком и хлопушками. Дорогой именинник чувствует себя хорошо, как и весь поблесский дом. — Ещё к сведению, что господин соборный проповедник Мичке и господин доктор Хаспер больны, что господинПастор Хаммер очень понравился, и господин директор Фёрч находится в Йене. Дядя Бернхард сейчас у тётушек и в данный момент у нас. Он чувствует себя хорошо и уже искупался. — Но у меня есть ещё одна большая просьба: так как я теперь хочу написать свою биографию, я с ужасом замечаю, что о жизни папы и прадяди Краузе, а также бабушки я знаю очень мало и почти не имею данных. Ах, не будешь ли ты так добр и не напишешь ли мне краткий очерк жизни этих дорогих людей и их характеристику. Это, конечно, очень большая просьба; но у тебя, возможно, больше времени, чем в Наумбурге, и ты, возможно, уделишь мне часик. Ты оказал бы мне очень большую услугу. Я ведь не могу начать раньше. — Желаю тебе и дорогим тётям и родственникам дальнейшего здоровья. Я должен теперь закончить и остаюсь в

Любви
Твой Фриц.

Ещё сердечное спасибо за твоё письмо!

!! Скоро забуду !!

19. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 6. 10. 58.

ИИ. Ницше просит разрешения взять стакан и чашку.

20. An Robert Buddensieg in Pforta (Zettel)

Pforte d. 6. 10. 58.

ИИ. Ницше просит разрешения взять дрезденский песенник с приложением.

21. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta den 6 October 1858.

Дорогая мама!

Уже сегодня, в первый день моей жизни привратника, я пишу тебе и мог бы рассказать многое, но, так как у меня нет времени, я оставлю это на воскресенье в Альмрихе. Пока что я чувствую себя вполне хорошо, но что значит "хорошо" в чужом месте?! Я уже познакомился с некоторыми, например, Брауне, Трэнхартом, Нейдхартом. В общем, со временем я стану чувствовать себя как дома, но, конечно, это займет много времени. —

Я уже разложил свои вещи в шкафу, но не нашел многое в чемодане, например, чернильницу, стальные перья, мыло и другие мелочи. Пришли мне эти вещи и пакет порошка шоколада. Также книгу: Фойгт, География.

Если его нет среди моих книг, то достать его как можно скорее от Домриха ко мне. Несколько книг я уже должен был купить здесь, а также стакан и чашку. Ты уже уладил денежные вопросы с господином профессором Будензигом, ведь он должен оплатить все купленное? Что говорит Лизабет? Не хочет ли она хоть раз написать, ведь у неё больше времени, чем у меня? Вы, конечно, все очень заняты переездом и поэтому, вероятно, не сможете много думать обо мне. Ну что ж, когда вы и я обживёмся, то будем чаще навещать друг друга. Мои брюки я получил от портного Штейнкопфа, жилет и пиджак жду с нетерпением. Также Штейнкопф снял с меня мерку для гимнастической куртки, которую нужно сделать как можно скорее. — Много приветов Лизабет, тёте Розалии, Рикхен и Лине, Вильгельму и Густаву и всем, кто обо мне помнит. В другой раз больше.

Твой
Фр. В. Ницше.
Alumnus portensis etc.

1. N.B.

Мне очень необходим
мой сапожный нож.

2. N.B.

Пришли мне, пожалуйста,
коробочку с
облатками.

22. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 9. Oktober 1858>

Дорогая мама!

К сожалению, я хотел только сообщить, что мы не сможем увидеться в воскресенье, так как в этот день будет причастие. Мне очень жаль, а также и то, что из-за болезни нашего правителя не будет отмечаться день рождения короля. Скажи это всем, чтобы они не ездили напрасно в Альмрих! Это правда, что в отношении работы и строгости Наумбург не идет ни в какое сравнение с Пфортой, и мне придется очень привыкать к этому. Но я заметил многое, чего мне не хватает. Прежде всего, очки; пришли их как можно скорее, а также сапожный нож и маленькую коричневую свечу, которую, вероятно, знает Лизбет. Также необходимы степлер и ножницы, затем чернила и тетради в октавном формате, примерно дюжина. Также мне нужны другие новые утренние туфли и шахматная доска; в свободное вечернее время каждый обычно играет в такие игры. Пожалуйста, пришли мне все это как можно скорее и не забудь приложить письмо; передай это также Вильгельму и Густаву; я скоро напишу им.

Еще много приветов Лизбет и тетям.

Твой Фриц.
Ницше.

23. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta. d. 9ten Oct. 1858.

Дорогая мама!

Ты, конечно, удивишься, что я снова пишу. Когда я сегодня отправлял своё письмо, я получил твоё милое. Я очень обрадовался и ещё раз благодарю. Передай также много приветов тёте и скажи ей, что я приеду в следующее воскресенье, если это будет возможно. Ты просила список всего, что мне нужно. Вот он; что ещё отсутствует, найдёшь в письмах.

Очки. Ножницы. Чернила. Дамская доска.

Скрепки. Сапожный рожок. Утренние туфли.

Булавки. Порошок шоколада. Конфеты.

Книги в октавном формате. (сравни с 1 и II письмами)

Арендуй пианино у Хэнеля; я очень соскучился по игре; затем пришли мне мои часы и утренние туфли.

— Пока что я чувствую себя довольно хорошо, я представлял Пфорту гораздо более неприятной, чем она есть; тем не менее, нельзя сравнивать уют Пфорты с наумбургским. В классе тоже гораздо строже. Но я могу вставать, когда захочу, и так как я встаю каждый день в 5 часов утра, то всегда пишу тебе письмо. Иначе у меня не было бы на это времени. В другой раз напишу больше. Только, пожалуйста, пришли мне всё, что было в трёх письмах. Много сердечных приветов всем, кто обо мне помнит.

Твой Фриц.
Al<umnus> P<ortensis>

Не забудь мой день рождения! Ты можешь вполне хорошо прислать мне торт, так как в моей комнате всего 8 человек. Очень мило было бы также получить ящик, похожий на мой зелёный, куда я мог бы складывать всё: карандаши, ножницы, швейные принадлежности.

24. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta> d. 11 Oct. 1858.

Давно тебе не писал, подумаешь, что я тебя забыл. Но нисколько! Я скорее каждый день ждал письма и посылки и думал, что надоедаю тебе своими частыми письмами. Но я не могу так долго ждать; прости за это! Сначала снова книги и вещи, которые мне нужны. Пришли мне из моих книг Анабасис и Лексикон к Анабасису, затем Зюпфле (немецко-латинский словарь переводов) и зеркало с расческой. Мне это так необходимо, что один день приносит мне большую задержку. Представь, у меня уроки пения, и позже я должен петь в хоре! На мой день рождения пришли мне только что-то стоящее, то есть примерно 40 писем и 20 ящиков и коробок, полных подарков.Тогда напиши мне, как мне поступить с бельём, куда его положить и так далее. (Если, кстати, вы не знаете книг, просто скажите Вильгельму, он их найдёт.) Возможно, я приеду в следующую пятницу в Альмрих, возможно, и в Наумбург, как вы пожелаете. Приходите же в 2 часа в Альмрих, даже если я не приеду, это будет для вас приятная прогулка. В воскресенье доктор Беккер повёл нас на Рудельсбург, где мы играли в разные игры вместе с учителем. Ещё раз большое спасибо за приветы, которые мне передали многие ученики от тебя. Кстати, не присылайте мне дамскую доску, частично потому, что это немного противоречит полиции, частично потому, что она будет отклонена.

Иначе пришли мне всё же всё, что я написал, и это всё мне очень нужно. Не жди моего дня рождения, две коробки, вероятно, тоже будут полными. Тогда пришли мне шарфы, нижние рубашки и другие мелочи. Пока мне в Пфорте нравится вполне сносно, хотя иногда проскальзывает мысль: «Лучше бы я остался в Наумбурге». Подожди, тоска по дому ещё придёт!! — —Как поживает Вильгельм? Не хочет ли он написать? Много приветов ему и Густаву, а с «заключением дружбы» (т. е. новыми) дело не идёт так быстро. Что теперь говорит Лизбет? Ну, я надеюсь, она сама напишет мне свои идеи. Тётя, конечно, очень потрясена этим событием. В Пфорте это тоже передавалось из уст в уста. Не может ли тётя сообщить мне подробнее? Мы не читаем газет. С сердечными приветами

ФВНицше.
АИ. порт.

25. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 16. Oktober 1858>

Дорогая мама!

Я пишу только для того, чтобы еще раз поблагодарить тебя за все, что ты прислала мне на день рождения. Ты доставила мне большую радость. Как мило был упакован прекрасный торт в вино, орехи и цветы! С какой радостью я рассматривал дорогие книги! Я еще раз выражаю свою сердечную благодарность всем, кто мне это подарил. — Не хочет ли Вильгельм завтра (в воскресенье в 1 час) быть с вами в Альмрихе? Скажи ему об этом. Возможно, Густав тоже пойдет. Мое белье я пришлю тебе в ближайшее время. Итак, завтра я встречу вас в Альмрихе. Прощай!!

Твой ФрВ. Ницше
Альпорт

Пришлите очки!!!

26. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 17.—22. Oktober 1858>

Я благодарю тебя еще много раз за прекрасные виноградные грозди; они мне очень нравятся. Вообще, я был невероятно рад снова тебя увидеть. Ну, возможно, в следующее воскресенье снова. — Мне еще кое-что пришло в голову, чего у меня еще нет, например, очки, порошок для шоколада, прусская история Хана, ножницы, швейные принадлежности, ложка, нож и еще кое-что. Ах, пришли мне это, пожалуйста, как можно скорее. Будь так добра! — Лизабет и дяде желаю скорейшего выздоровления. Напиши мне, пожалуйста, поскорее. Пришли мне также коробку для ножниц и т.д.! Скажи, пожалуйста, Вильгельму: он скоро получит от меня длинное письмо. Ему следует быть готовым к частой переписке. — Если бы мы могли поговорить подольше. Приходите в воскресенье в любом случае в Альмрих. Там мы все увидимся!

Твой Фриц Ницше.

27. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 23.Oktober 1858>

Дорогая мама!

Я очень обрадовался вчера, что дядя снова навестил меня. Скажи ему, пусть приходит снова как можно скорее, конечно, и вы тоже. Ещё большое спасибо за кусочек пирога, письмо и будущий виноград. — В воскресенье я не смогу прийти; тогда я пойду в лес. Но пришлите мне, пожалуйста, мои вещи как можно скорее; они мне очень нужны, или ещё лучше, принесите их сами. Может быть, вы сможете прийти в промежутке с 12 до 2? Я был бы очень рад. — Здесь, в Пфорте, в пятницу умер один из учеников после долгих и тяжёлых страданий. В воскресенье его похоронят. — Пришлите мне также серебряную кофейную ложку; она не должна пропасть, и она мне очень нужна для молока. — Если будет хорошая погода и ректор разрешит, я приеду в следующее воскресенье через восемь дней, а вы уже в ближайшие дни в Пфорту. С наилучшими пожеланиями всем

Твой Фриц
Ал. порт.

N.B.
Написано в спешке.

28. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27.—30. Oktober 1858>

Дорогая мама!

К сожалению, сегодня я ещё не могу сообщить тебе ничего определённого, Брауне сказал, что я должен сделать это только в воскресенье. Но готовься к нашему визиту; если мы не придём на весь день, то хотя бы на два часа. Я также отправлю тебе список всего необходимого, чтобы ты могла это достать до воскресенья. Он будет довольно полным; но лучше ещё раз сверься с письмами. — Вильгельма, Густава и тётю Розальхен я, вероятно, увижу в воскресенье! Передай им, пожалуйста. — В воскресенье у меня будет много чего рассказать; я уже предвкушаю это. Ну, через 7 недель мы увидимся подольше. Как я радуюсь этому дорогому Рождеству, это невероятно и ещё не случалось; только одно меня огорчает: что я не могу обсудить пожелания и подарки с друзьями, как я делал раньше. — Ну, в следующее воскресенье с надеждой!

С множеством приветов

Ф. В. Ницше.
AI. port.

Список.

1. Очки.
2. Стальные перья (Розен)
3. Держатель для стальных перьев.
4. Петух Прусской истории.
5. Чернила (от Прегера)
6. Чайные ложки
7. Письменные принадлежности.
8. Скрепки
9. Швейные принадлежности
10. Нож.
11. Ножницы.
12. Коробка (для складывания)
13. Порошок какао.

Ну, всё это мне ещё нужно!!

29. An Franziska Nietzsche in Naumburg

Pforta d, 31 Oct 1858.

Дорогая мама!

Я хочу написать тебе ещё сегодня вечером. Было невероятно приятно, что мы так долго были вместе. Если бы это только скоро повторилось! — Кстати, я, к сожалению, взял с собой часы, но без ключа и корпуса. Теперь пришлите мне это с остальным как можно скорее. Я думаю, вы теперь будете приезжать почаще. Ну, для меня это всегда величайшая радость. — Напиши мне, пожалуйста, всё бельё, которое ты дала мне, чтобы ничего не потерялось. — Передай привет Лисбет, дяде, тёте,

Вильгельму и Густаву от меня.

Твой Фриц.
*уважаемый Ф. В. Ницше.
Alumnus portensis*

30. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1858>

Дорогой Вильгельм!

Наконец-то мой давно задуманный план был осуществлён. Прости, что заставил тебя так долго ждать моего письма. Ну, я думаю, отныне мы будем писать друг другу по очереди и без перерывов. Скажи это и Густаву. —

Уже приближается золотое рождественское время. Ты, вероятно, не поверишь, как сильно я на него на этот раз радуюсь. К сожалению, мы можем сообщать друг другу свои пожелания только письменно. Мне это очень жаль. — Если я не ошибаюсь, то ты уже выбрал себе книгу (средневерхненемецкий учебник Симрока) и я считаю твой выбор превосходным. Пока что я ничего определённого не желаю; будь добр и напиши мне в следующий раз несколько произведений по моему вкусу.

Ты, конечно, уже знаешь. — Пока что я чувствую себя в Пфорте вполне хорошо; напиши мне, пожалуйста, что вы читаете в классе в этом семестре. Особенно жаль, что мы не читаем Гомера. В Якобсе мы уже перевели все склонения приватно и должны подготовить все басни и анекдоты до естественной истории к первому декабря. Прекрасная работа! В прусской, как и в греческой истории, подходят очень основательно, и мы должны усердно работать. — На гимназии в Наумбурге было гораздо свободнее; это точно. Но и слишком свободно было, ты не станешь отрицать. Даже в некоторых отношениях я рад, что уехал оттуда. Но ты не поверишь, как часто я желаю быть в Наумбурге с тобой; было так уютно. Прекрасное время прошло, и я не должен думать об этом, чтобы не грустить. — — — —

Но я должен теперь закончить. Время и бумага подсказывают, что пора заканчивать. Надеюсь, что ты мне очень скоро напишешь. Не забудь, что я теперь выбрал в качестве постоянной подписи: Semper nostra manet amicitia!

Твой друг
Ф. В. Ницше.

N.B. Много приветов твоим дорогим родителям и братьям, Густаву и всем школьным товарищам.

31. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Anfang November 1858>

Дорогая мама!

В воскресенье я вполне благополучно добрался до Пфорты. Я был очень рад снова увидеть вас, ибо, честно говоря, я немного соскучился по Наумбургу. Но сегодня я должен обновить свои старые списки необходимых вещей. У меня еще не все есть.

Мне не хватает:

Чернил

Швейных принадлежностей

Скрепок

Сравните списки
предыдущих писем)

Помады

Ножниц

Письменных принадлежностей и конвертов.

Ну, пришлите мне это как можно скорее; что еще пусто в ящике, вы уже знаете, как заполнить. (Орехи) Твои груши мне очень понравились; благодарю тебя много раз. Я снова отправляю тебе немного белья (думаю, две рубашки и 1 носовой платок) и Юнгштиллинг вместе с современными классиками. Храните все это хорошо. Я также написал сегодня первое письмо Вильгельму; желание дяди Бернхарда я пока не смог исполнить, так как г-н проф. Корсен болен. Не хотите ли вы скоро приехать? Я очень радуюсь. — Но я должен закончить. Передайте много раз приветы Елизавете, дяде, тетям от меня.

Твой Фриц.
Ницше.

N.B. Присылайте и пишите как можно скорее!!!!!!!

32. An David Ernst Oehler in Pobles

<Pforta, 7. November 1858>

Дорогой дедушка!

Прости, что только сегодня благодарю тебя за твои поздравления и талер ко дню рождения. Давно уже собирался это сделать. Но ты не поверишь, как плотно заполнено наше время, и если вдруг появляется свободная минута, то я должен написать маме в Наумбург, так как мне еще много чего необходимо. — Как я слышал, бабушка была в Наумбурге, и мне очень жаль, что я не смог ее увидеть. Ну, я утешаю себя любимым рождественским временем; возможно, если вы позволите, я проведу несколько дней в Поблесе. — Пока что я чувствую себя в Пфорте вполне хорошо; правда, к порядку и установлениям нужно очень привыкать. Мне очень приятно, что по воскресеньям, пусть и ненадолго, я могу быть в Наумбурге; это действительно придает сил, когда в течение недели думаешь о дорогом воскресенье. Ну, я надеюсь, со временем Пфорта мне очень понравится, но, возможно, больше всего, когда я буду вспоминать свою жизнь ученика Пфорты. — К сожалению, у меня больше нет времени; я должен закончить. С множеством приветов любимой

бабушке, тетям и дядям

остаюсь
Твой Фриц.
Ницше.

33. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 9. November 1858>

Дорогая мама!

Письмо дедушке я написал сразу в воскресенье вечером, но не успел закончить твоё. Поэтому не смог отправить письмо и коробку в понедельник, и ты получишь их только во вторник. Кстати, не отправляй письмо по почте; каждый раз это стоит мне шесть грошей. Просто пришли мне коробку обратно, уже заполненную, чтобы я мог быстро отправить её обратно; скоро будет генеральная проверка, и вся грязная одежда должна быть убрана. Мне ещё нужно следующее:

Письменная бумага.

Конверты для писем

Ножницы

Степлер

Помада

Синяя обёрточная бумага.

Подумайте, не забыли ли чего-нибудь!

Сегодня я не могу писать долго, так как еще должен написать Вильгельму. Только еще это: Приходите же в среду, чтобы вы были там в час; я надеюсь вас там обязательно увидеть. Приходите только к Тейхману и дайте мне знать. Мои коньки пришлите же тоже поскорее. Если вы знаете еще что-то, то не забудьте; я мог бы в списке того, чего мне еще не хватает, что-то упустить. Ну, прощайте! Вот бы уже было воскресенье, чтобы мы могли увидеться в Альмрихе!

Твой Фриц
Ницше

Ботинки мне
очень подходят и очень
удобны. Куда мне
отправить мои сапоги?

Пришли мне также мои

синие очки и облатки.

Подошва порвана. — Пишите и присылайте поскорее

Я был этим вечером у профессора Х. Буддензига и узнал там, что ты что-то выиграл в лотерее, я думаю, пару галош. — — — —

34. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. oder 12. November 1858>

Дорогая мама!

Мне было очень жаль, что вы не пришли в среду; я так на это надеялся. В воскресенье, к сожалению, мы снова не сможем увидеться. — В среду вечером я был с другими у проф. Корсена; было очень уютно; за чаем и бутербродами рассказывали анекдоты и загадывали загадки. — Если бы я только знал, как мы могли бы увидеться. Если бы это получилось в субботу. Если погода не слишком плохая, то, возможно, приезжайте около 3 часов; вы же у Тейхманов и можете за мной зайти. Вы доставили бы большую радость. — Только не забудьте ничего из вещей, которые нужно отправить, чтобы я не обращался к вам по этому поводу снова. — Кстати, пришлите мне также цинковую мазь и помаду для губ, нос и рот у меня такие шершавые; а также кусочек хорошего мыла. Затем несколько листов синей оберточной бумаги и 2 листа красной промокательной бумаги. — Если вы не сможете прийти, ну, тогда хотя бы напишите мне! Передайте много приветов Либехт и дяде, тетям, Пиндерам и Густаву!

Твой Фриц.

P<ro> N<otitia>. Большое спасибо за милое письмо; чуть не забыл. —

35. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, Mitte November 1858>

Моя дорогая мама!

Теперь я каждый день жду письма от вас. Но ничего не приходит. Поэтому я пишу ещё раз. В воскресенье я не приеду в Наумбург; наша квартира слишком далеко для двух часов; лучше приезжайте в Альмрих; там мы увидимся. Также я думаю, что, раз от вас нет письма, вы сами приедете в Пфорту и навестите меня. Разве дядя Оскар снова не приедет? Мне ещё многое нужно; он может это привезти: супфле, историю Пруссии Хана, какао-порошок, зеркала, шарфы и, прежде всего, очки. Пожалуйста, не заставляйте меня долго ждать; мне всё это очень необходимо. Кстати, я почти уверен, что тоска по дому ещё придёт ко мне; иногда проявляются её признаки. — Как поживает Вильгельм; он уже совсем здоров? Передайте ему много приветов, а также Густаву и тётям Розалии, Рикхен и Лине. Лизабет, значит, обязательно приедет с тобой и дядей в Альмрих!

Твой Фриц.

36. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta,> d. 23 Nov. <1858>

Дорогой Вильгельм!

Не сердись, что я так долго не писал тебе. Если бы у меня было немного больше времени! — В воскресенье я был в Наумбурге, и мне очень жаль, что я не увидел тебя. Ну, приезжай поскорее, господин профессор Буддензиг передаёт тебе особый привет. —

Теперь осталось всего 4 долгих недели до Рождества; мне становится совсем радостно, когда я думаю об этом прекрасном времени. Ну, напиши мне поскорее о нескольких книгах на Рождество, чтобы я мог скорее определиться со своими желаниями. Ах, если бы это время уже наступило! К сожалению, у меня нет больше времени; я должен закончить. Напиши мне поскорее! Передай много приветов твоим дорогим родителям и братьям и сёстрам!

Твой Фриц
Ницше

N. B. Semper nostra manet amicitia!

37. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 27.November 1858>

Дорогая мама!

Ещё сегодня вечером пишу тебе несколько слов, так как у меня есть ещё несколько минут времени. Сани и твоё милое письмо я получил в порядке; первые я сразу же использовал. Ну, в воскресенье мы увидимся в Альмрихе; я очень этому радуюсь. То, что Вильгельм и Густав мне не пишут, очень удивляет меня. — Я думаю, что погода не будет слишком плохой. Иначе я приеду в Наумбург. Ну, посмотрим. Мне так хорошо на душе, когда я думаю, что завтра первый адвент; ещё 4 воскресенья, и мы будем петь: О ты счастливая, о ты радостная, благодатная Рождественская пора! Мои музыкальные пожелания вы знаете, моё литературное — почти наверняка "Мюнхгаузен" Иммермана; я только жду письма от Вильгельма.

Зимой в Пфорте мы наслаждаемся больше, чем в Наумбурге, как её холодом, так и её радостями. Мне всё же очень жаль, что она так быстро наступила.

Уже пришла зима

Уже поля белы

Покрыты снегом и льдом

Осень простилась.

Птички маленькие и нежные

Уже улетели от неё.

Нас не пугают её угрозы.

Мы защищены от неё.

И разве она не приносит Рождество? Теперь я полностью примирился с зимой. Завтра, в первое воскресенье Адвента, я бы с удовольствием был в Наумбурге. Завтра же и день Святого Николая. Ну, прощай!

Фр. Ницше

Г-н проф. Буддензиг очень сожалеет, что не поговорил с тобой. Он хочет однажды навестить тебя в Наумбурге. —

38. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 28. November 1858>

Дорогой Вильгельм!

Поскольку я получил твое письмо сегодня (воскресенье), то и пишу тебе сегодня же. Но что-то сильно меня напугало и разозлило; я совсем забыл о дне рождения Густава!! Густав, наверное, очень сердит на меня. — Мне самому это совершенно непонятно. Пожалуйста, закажи биографию какого-нибудь композитора, которой у него еще нет. Мама заплатит за нее. Пришли ее мне, и я перешлю ее Густаву с поздравлением и извинениями.

— Еще три недели! И тогда наступит милое, милое Рождество. Мои довольно твердые пожелания следующие:

Фортепианные переложения Реквиема и Сотворения мира Гайдна

возможно и весьма вероятно, Мюнхгаузена Иммермана.

(Если найдешь еще какое-нибудь произведение, сразу напиши мне)

затем книги по биографии, стихотворения и много мелочей. — ?!

Я чувствую себя вполне хорошо; мысль о Рождестве всегда придает новые силы. Но, к сожалению, мое время истекло. Передай привет твоим дорогим родителям и братьям и сестрам и пиши скорее!

Semper nostra manet amicitia !!

Твой Фриц
Ницше.

Пожалуйста, дорогой Вильгельм, не пиши на конверте «Господину Ницше. N. B.»

39. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 29. November 1858>

Дорогая мама!

Чтобы ты всё же получила от меня письмо в понедельник, я пишу тебе сразу. Я счастливо прибыл вчера, хотя мне пришлось хорошо побегать, и мне было бы гораздо приятнее, если бы вы приехали в Альмрих или хотя бы к тётям. Вильгельму я написал уже в воскресенье вечером. Я теперь довольно твёрдо и определённо знаю, чего хочу. Вот что:

1. Реквием Моцарта

2. Времена года Гайдна (у

Лео в Берлине)

3. Мюнхгаузен Иммермана.
2 книги в октав для моей биографии.
Воск<<s>свечи, орехи, кексы и т.д.

15 грошей.

27 грошей.

1 талер.

Возможно, добавятся ещё несколько мелких вещей. — Скажи только тётям и тёте Розалии и дорогим бабушке с дедушкой. Это всё очень милые желания. Ещё три с половиной недели — — тогда посмотрим. — — — — —

Ну, прощай, дорогая мама, пришли мне что-нибудь поскорее и напиши мне, и навести меня тоже, и не забудь

Твоего Фрица.
Ницше.

40. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 3. Dezember 1858>

Дорогой Вильгельм!

Большое спасибо за твоё милое письмо. Надеюсь, что теперь мы будем писать друг другу регулярно, и, возможно, ты получишь моё письмо уже в пятницу. Слушай, что ты скажешь о моём желании для Иммермана, от которого я снова отказался?

Песнь о Нибелунгах Ниендорфа.

Новеллы Гофмана.

Женевские новеллы Тёпфера.

Я довольно доволен этими желаниями. Ну, Рождество всё решит. Через три недели! Это же замечательно. Нет, если бы я мог с тобой ещё немного поговорить о дорогом празднике. Мне было бы так приятно. — Я очень рад, что у тебя частные уроки по математике. Занятия профессора Бухбиндера действительно отличные, хотя он и строг. Не мог бы ты, возможно, раз приехать в Альмрих в воскресенье? В хорошую погоду это будет для тебя как прогулка, и мы могли бы там немного побеседовать. Прости, что пишу так мало. У меня нет больше времени.

Прощай! Наша дружба вечна!

Твой Фриц.

41. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 3. Dezember 1858>

Дорогая мама!

Вы доставили мне большую радость с коробкой; я благодарю тебя и дорогих тётушек много раз; также Брауны благодарят тебя много раз. Такое сладкое и вкусное воспоминание о наумбургских временах всегда очень приятно. — Я едва могу дождаться Рождества. Если вы совсем не хотите с Иммерманом, то я выбрал для себя другое:

Песнь о Нибелунгах, переведенная Ниендорфом,

Цена 12 ½ гр.
„    10 гр.   

Новеллы Гофмана

Женевские новеллы Тёпфера, 9 гр.

Это тоже было бы мне очень приятно; у Домриха всё это есть в наличии; пусть Вильгельм займётся этим, так как он уже знает. — 3 недели!!! У доктора

Я был у Циммермана; он говорит, что я должен чаще к нему заходить. Я также навестил профессора Корсена. Это было очень мило. Я также был у советника комиссии Тейхмана. Они передают вам много приветов. — Я отправляю вам, вероятно, бельё, которое примерно состоит из наволочки, рубашки и пары носовых платков, 2 нижние рубашечки. Пришлите только скорее полотенца. — Я невероятно радуюсь Рождеству и часто вспоминаю прекрасные дни. Ну, в воскресенье мы обязательно увидимся в Альмрихе, при плохой погоде — у тётушек. До свидания!

Твой Фриц.

Сегодня, в пятницу, была большая генеральная проверка; я вряд ли смогу отправить тебе бельё, так как спальные залы закрыты.

42. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, kurz vor dem 8. Dezember 1858>

Дорогая мама!

Коробку и письмо я получил и сразу же отправляю их тебе обратно. — прекрасное время приближается всё ближе; напряжение растёт; желания и ожидания находятся в постоянном движении. Ещё две недели! Время для меня никогда не тянулось так медленно, как сейчас, никогда я так не желал, чтобы у времени были крылья; ибо сейчас оно кажется мне очень вялым. Мой довольно полный список желаний теперь:

1. 

 

Песнь о Нибелунгах.

Новеллы Гофмана.

Освобождённый Иерусалим. (То же издание —)

2. 

|

Реквием Моцарта.

3. 

Времена года Гайдна.

Переплетённые книги в октавном формате для биографий

и стихов.

Восковые свечи. Орехи. Бумага.

Пряники и т. д. — — ?

— — — — ? —

Ну, это мои желания. Я не знаю, исполнятся ли они — — — — — ну, ещё 2 недели!!! — — —

Тебе будет скучно, если я в каждом письме буду писать одно и то же. Но в прекрасное рождественское время по-другому не получается. Поэтому не сердись! Это сейчас моя любимая мысль, и ты едва ли можешь представить, как я этому радуюсь. Ну, прощай, приходи же когда-нибудь! В среду с 2 до 3 мы могли бы увидеться. Это было бы очень мило. Ну, прощай! Много приветов

Твой Фриц.

Что мне подарить вам на Рождество?? Времени и денег у меня нет. Что делать? Напиши мне. Ответ. — Если могу пожелать, то вместо книги под I, которую я зачеркнул, я бы предпочёл 10 талеров; тогда я пойду к Домриху и выберу сам. — —

43. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 8.—11. Dezember 1858>

Дорогой Вильгельм!

Прости, что заставил тебя так долго ждать моего письма; но действительно не находилось времени для этого. Теперь прекрасное время уже не за горами; в следующую среду через 8 дней я буду в Наумбурге. Эти несколько дней покажутся нам обоим очень долгими. Ведь большое ожидание и надежда! Ты, надеюсь, остался при своих желаниях? Я тоже, только без новелл Тёпфера. Ну, на Рождество мы как следует повеселимся и насладимся друг другом; я очень этому радуюсь. Я, вероятно, приеду в среду утром в 8 часов; возможно, и раньше. — Я уже дважды был на частных лекциях у доктора Беккера.

Мы уже написали два математических докимастика; в первом у меня было 2b—III, второе мы получим только обратно. — В бранденбургской истории мы должны учиться усердно; в понедельник будет генеральная репетиция от первобытных времен до Фридриха Великого (включительно) и всё довольно точно. У вас работа снова немного ослабла или всё ещё так плохо? Я действительно думаю, что в Пфорте у тебя было бы больше свободного времени для прогулок. Я считаю распорядок дня очень хорошим. Напиши мне, пожалуйста, поскорее! Ты всегда доставляешь мне большую радость. К сожалению, у меня нет больше времени. Передай приветы твоим дорогим родителям и братьям и сёстрам!

Прощай, дорогой Вильгельм!

Наша дружба всегда остаётся с нами!

Твой Фриц.

44. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 11. Dezember 1858>

Дорогая мама!

Я каждый день жду письма; почему вы мне не пишете? Именно сейчас, в это полное надежд время, письмо было бы мне очень дорого. В воскресенье приезжайте ровно в половину третьего в Альмрих или напишите мне точно, и я приеду в Наумбург к тётям, чтобы не терять время зря на поиски в Альмрихе. До каникул осталось ещё II дня; время тянется так медленно! О Рождестве я не хочу больше писать. То, что я хотел бы написать, я уже повторял бесчисленное количество раз, и вы знаете мои желания. Не съездить ли нам в последние дни каникул в Поблес? В среду утром, около 8 часов, я прибуду в Наумбург; это будет радость! Вильгельму я тоже написал; также жду письма от Густава. Так что пишите или присылайте мне скоро! (Коробку с шарфом и, возможно, чем-то ещё вы должны прислать, так как в воскресенье у меня снова грязное бельё. Присылайте её сразу в воскресенье утром, только не позже.) Много приветов Лизбет, тёте Розалии, дяде Оскару, дорогим тётям и прочим

Твой Фриц.

45. An Franziska Nietzsche in Naumburg

<Pforta, 15. Dezember 1858>

Дорогая мама!

Сегодня только несколько строк. У меня мало времени. Я отправляю тебе коробку с бельём и письмо Густаву. Займись последним. Будь так добра. Пришли мне коробку обратно как можно скорее и с ней полотенце, носки, нижнюю рубашку и какао-порошок. Я, возможно, напишу тебе ещё раз перед каникулами. Если нет, то жди меня в среду в 8 часов утра. Прощай!

Твой Фр.

1 рубашка.
2 носовых платка
1 нижняя рубашка
1 салфетка.

46. An Wilhelm Pinder in Naumburg

<Pforta, 16. Dezember 1858>

Дорогой Вильгельм!

Вероятно, это последний раз, когда я пишу тебе перед Рождеством. Возможно, я еще получу от тебя письмо. Теперь осталось еще 6 полных, длинных дней!! Но и они пройдут — пятница — учебный день, суббота пройдет в ожидании воскресенья, когда я, вероятно, буду в Наумбурге, понедельник — первый день каникулярной недели, во вторник нас поведут в Кёзен, а в среду утром мы отправимся в путь. — Вот такая эта последняя неделя.

Я благодарю тебя много раз за то, что ты это устроил для Густава. Я уже отправил ему письмо. Ну, в эти каникулы мы хорошо поговорим; я смогу хорошо продолжить свою биографию. Если только эти 12 дней не пролетят слишком быстро! Мне уже кажется, что за пестрыми одеждами скрывается черная оболочка 19 длинных недель. Но тогда снова есть надежда! каникулы в собачьи дни, 5 недель! Ну, прощай, напиши мне еще раз! До встречи на Рождество!

Твой Фриц

Nostra semper manet amicitia nostra.

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